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Jüdische Rundschau · 1936-07-17 · Heft 57 (17.7.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 57 (17.7.1936)
Date
1936-07-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seit* 2 JDDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57, 17. VH. 193« auch in Europa und Palästina. Viele führende Zion!־ 8tcn betrachten die Genfer Veranstaltung als einen Mißgriff, aber infolge der Belastung durch andere Sorgen kommt diese Opposition nicht recht zum Ausdruck. Ueberflüssig zu erwähnen, daß in Deutschland die Juden aller Schattierungen diesem Kongreß, auf dem sie nicht vertreten sind, mit entschiedener Ablehnung gegenüberstehen, weil sie nicht glauben, daß die Judenfrage in Deutschland durch derartige Veranstaltungen einer Lösung nähergebracht wird. Da der Kongreß nun wirklich zusammenzutreten scheint, muß es die Hauptsorge aller sein, daß er etwas Nützliches vollbringt. Die soeben veröffentlichte Tagesordnung läßt noch wenig erschließen. Wird der Kongreß nur Vorträge und Resolutionen produzieren, wie wir sie schließlich in anderen Versammlungen auch haben, dann hat er wahrlich gar keinen Sinn. Wenn aber der Kongreß imstande sein sollte, neue Einsichten über die Zusammenhänge der Judenfrage zu finden und neue Wege einer konstruktiven Politik, die unseren gegenwärtigen furchtbaren Zustand überwinden könnte, zu zeigen, dann wird er noch nachträglich vielleicht auch die Skeptiker für sich gewinnen. * Die Erkenntnis der Realitäten ist eine bittere Notwendigkeit, für jeden jüdischen Politiker und überhatupt für jeden, der im jüdischen öffentlichen Leben zu tun hat. Die Juden waren in der Vergangenheit ein Volk der Ghetto-Romantik, sie lebten jahrhundertelang körperlieh in ihrer phvsischeu Umgebung, geistig aber in einer ganz anders gearteten eigenen Welt. Diese Diskrepanz hattet ihnen vielfach noch heute an. ln der Politik aber ist ein Hang zur Illusion kein guter Berater. Am stärksten zeigte sich das in den letzten zwanzig Jahren zionistischer Bewegung in der Behandlung der Tatsache der Existenz von Arabern in Palästina. Palästina ist, wenn die Juden dort einwandern, und genügend stark werden, ein bi nationales Gemeinwesen. Diese Feststellung hat seltsamerweise auf jüdischer Seite heftigsten Widerspruch hervorgerufen. Die Diskussion der sogenannten Araberfrage bewegte sich lieber im luftleeren Raum. Die ״Jüdische Rundschau*‘ hat in den letzten zwanzig Jahren in dieser Diskussion eine Stimme geführt, und wenn wir in den letzten zwei oder drei Jahren mehr mit den Fragen der üaluth beschäftigt waren als mit den Fragen Palästinas, so bedeutet das kein Abweichen von unserem Wege. Auch in den Zeiten der großen Einwanderung war uns stets klar, daß auch bei der von uns allen erhofften Steigerung der Zahl der Juden an dem grundlegenden Faktum zweier Völker in Palästina nichts geändert wird und daß es daher darauf ankäme, in allen Programmen und Zukunftsperspektiven dieser Tatsache eingedenk zu sein. Eine Politik des ״Als ob“, die die Araber Palästinas ignoriert, war zum Scheitern verurteilt. Es handelt sich dabei nicht um eine ״Verständigung“ mit den Arabern, die heute unmöglich ist, da die Araber sie nicht wollen, sondern um die Konzeption einer Politik, die vor unserem eigenen Gereehtigkeitsgefühl und vor der öffentlichen Meinung der liberalen Welt bestehen kann. Darum begrüßen wir es, daß Pr. B i 1 e s k i, dem wir schon eine Reihe von wichtigen literarischen Beiträgen zu den politischen Problemen Palästinas verdanken, in der heutigen Nummer die Dislaission dieses Themas wieder aufnimmt. Wem ernsthaft am Gelingen des Paläsiinawerkes gelegen ist, der müßte alles atifhieien, um die jüdischen Instanzen in der Abfassung eines durchführbaren Paliistina-Programnies zu unterstützen. Es ist keine Politik des ״Verzichtes“, wenn man sich bei gewissenhafter Einschätzung aller Faktoren sagt, daß um des Erreichbaren willen die Illusion, die die Erreichung des Zieles hindert, beseitigt werden muß. Wir sind uns bewußt, daß schwere Tage uns bevorstehen. Je mehr Besonnenheit und Weitblick wir besitzen, um so eher werden wir darüber himvegkommen. Mittelkurs in Rumänien Regierungspartei gegen rechts und links Bukarest, 14. Juli Die von den rechtsradikalen rumänischen Parteien und Organisationen in der letzten Zeit unternommenen Vorstöße (»iche ״Jüdische Rundschau“ Nr. 5(1) haben die am Ruder befindliche Liberale Partei veranlaßt, einen außerordentliehen Parfcikongreß ein/uberufen. Ministerpräsident Oheorghe Tafarescu hielt eine Ansprache, in der er u, a. erklärte: ״Unsere Partei muß in erster Linie ein mächtiger Damm gegen alle Strömung e n von rechts oder links sein, die die Staatscinheit und die auf der gegenwärtigen sozialen Ordnung und der Achtung vor dem individucllen Eigentum aufgebaute konstitutionelle Monarchie in Rumänien gefährden.“ Die außenpolitischen Fragen behandelte der Parteipräsident Constantin Bratianu. Sodann nahm der von 2000 Delegierten der Parteie xekutiven sämtlicher Distrikte Rumäniens beschickte Kongreß die Wahl der leitenden Korjierschaftcn vor. Constantin Bratianu wurde zum Präsidenten, Ministerpräsident Tatarescu zum Generalsekretär der Partei wiedrrgewähit. In die ständige Parteidclegation wurden 200 führende Persönlichkeiten entsandt, unter ihnen auch drei Juden: der Präsident des Verbandes der jüdischen Gemeinden Altrumätiiens und der Jüdischen Gemeinde Bukarest, Senator Sigmund Birmnn, der Abgeordnete Friedrich Michel• lohn und der Hauptschriftleiter der französischen Tagesicitung ״L’lndcpendcncc Roumaine“, Senator Bercovici. , Jn einem brieflichen Ucbcreinkommen mit dem Außenminister Titulescu hat die rumänische Regierung Riehtliniert auch für die Innenpolitik festgelegt, in denen sie sich u. a. verpflichtet, mit gleicher Schärfe gegen alle Be- Strebungen von rechts oder links, die auf eine Acnderung der gegenwärtigen verfassungsmäßigen Zustände abziele״, vorzugehen und eine Wiederholung der Straßenunruben der letzten Zeit zu verhindern. Die vor kurzem eingeleiteten Einigungsverhandlungen zwischen den rechtsradikalen Gruppen haben den erstrebten Erfolg nicht gebracht. Palästina-Diskussion in London Die Erfolglosigkeit der militärischen Aktion Antrag• im Vntcrhaaa Im englischen Unterhaus fragte am 15. Juli General C 1 i f t o n - B r o w n den Kolonienminister, ob er mit Rücksicht darauf, daß die Operationen in Palästina möglicherweise durch den Mangel an berittenen Truppen behindert sind, für die Heranführung einiger Kavallerieregimenter aus Aegypten Sorge tragen wolle, damit die Behörden der Lage schneller Herr werden können. Kolonienminister Ormsby-Gore antwortete, die Wichtigkeit der Beweglichkeit werde durchaus gewürdigt. Wie er bereits am 8. Juli erklärt habe, sei vor kurzem ein motorisierfes Kavallerieregiment nach Palästina geschickt worden. General Clifton-Brown fragte weiter, ob es nicht angesiehts der allgemein bekannten Tatsache, daII die Operationen infolge des Mangels an berittenen Truppen erfolglos seien, möglich wäre, aus Indien oder sonstwoher Kavallerieabteihmgen statt der Regimenter zu bekommen, die nach Palästina entsandt wurden. Der Koloniemninister antwortete, dies sei Sache des Oberbefehlshabers der Truppen m Palästina. Dieser habe bestimmt, welche Truppejt er benötigte, und sie vom Kriegsministerium angefordert. Ihm, dem Minister, stehe es nicht zu, eine Meinung zu äußern. Zum Vorstoß Lord Islingtons Wir haben bereits in unserer letzten Nummer einige Ant- Worten wiedergegeben, die aus der englischen Oeffentlichkeit auf den antizionistischen Vorstoß Lord Islingtons in der ״Times“ erfolgt sind. Nunmehr veröffentlicht in der ״Times“ vom 14. Juli Norman Be nt wich eine Zuschnft. Das Mandat verpflichte England, die Einrichtung eines jüdischen Nationalheims in Palästina zu erleichtern, und anerkenne die historische Verbindung des jüdischen Volkes mit Palästina. Gegen diese Bestimmungen lehnen sich die arabischen Führer auf, aber ihre Durchführung bedeute nicht (wie Lord Islingfon behauptet hatte) ״Ungleichheit“ der Araber in ihren bürgerlichen Rechten. Lord Islington führt Beschwerde, daß während der letzten 15 Jahre fast 300 000 Juden in ein Land gekommen sind, wo zur Zeit der Mandats- Übernahme über 90 °,0 der Bevölkerung arabisch war. Er erwähnt jedoch nicht, daß während der gleichen Periode die Zunahme der arabischen Bevölkerung mehr als 300 000 betragen hat. In keinem Land des Nahen und Mittleren Ostens, wahrscheinlich in keinem Land der Welt war die Bevölkerungs/unahme so groß wie in Palästina. Und während es vor dem Kriege eine beträchtliche arabische Auswanderung gab, hat sie jetzt fast völlig aufgehört. Lord Islington gibt zwar zu, daß die jüdische Einwanderung den Arabern ökonomische Vorteile gebracht hat: die Beschwerde richtet sich dagegen, daß die Araber nicht die politische Macht besitzen, weiche sie dazu ausnützen würden, die jüdische Einwanderung zu beschränken und die jüdische Entwicklung zu unterbinden. Es ist aber unmöglich, ihnen diese Macht zu geben und zur selben Zeit das Mandat getreulich zu erfüllen. Die Politik, die die jüdischen Führer wiederholt gefordert haben, daß kein Volk weder herrschen noch beherrscht werden sollte, scheint das einzige gerechte Prinzip zu sein bis zu jener Zeit, da die beiden Nationalitäten harmonisch in der Regierung zusammen arbeiten können. Die von Lord Islington vorgeschlagene Lösung der ortliehen Trennung der V ölker in Palästina könnte den Anschein eines Auswegs aus dem gegenwärtigen Konflikt erwecken. Aber es kann nicht zu einer Verständigung führen, wenn man die beiden Völker in verschiedenen Gegenden ansiedelt, wo sie sich gegenseitig mißtrauisch und mit unvermeidbar steigender Eifersucht und Mißgunst betrachten. Die ökonomischen und sozialen Interessen der beiden Völker sind eng miteinander verbunden. Dies wird bei Zusammenleben besser begriffen werden. Wenn die Regierung eine energische Politik der Förderung der sozialen Lage der noch rückständigen arabischen Bevölkerung betreibt, wird allmählich die Erkenntnis wachsen, daß die zwei Völker in Palästina, wie die Völker in Belgien, Kanada und Südafrika, teilhaben an einer Gemeinschaft, und die Uneinigkeit wird der Zusammenarbeit weichen. In der gleichen Nummer schreibt J. M. N. Jeffrics mit Bezug auf den Brief Lord Islingtons, daß er sich an eine Unterhaltung mit Mr. Montagu im Jahre 1923 erinnere, in der er die Balfour-Deklaration ahlelinte, sowie das ganze System einer forcierten zionistischen Einwanderung unter dem Schutze des Mandats. Die Palästina-Politik sei vom Kabinett ohne ausreichende Ueberlcgung gebilligt worden. Insbesondere dachte niemand an die vorher den Arabern gegebenen Versprechungen. Montagu war überzeugt, daß das Ziel der Zionisten die Schaffung eines jüdischen Staats in Palästina sei, das erklärt seine Aktion, Garantien zu suchen, um die Juden in der Welt vor der Gefahr zu behüten, ihre nationalen Bürgerrechte zu verlieren. Eine Sensationsmeldung Die Berliner Abendblätter vom Donnerstag bringen in sensationeller Aufmachung unter der Ucberschrift ״Eine jüdi sehe Armee in Palästina“ eine Londoner Mel• düng, die wir in der Fassung der ״Deutschen Allgemeinen Zeitung“ w'iedergehen: ״Wie der soeben aus Palästina zurückgcke'irtc Sonclerkorrespon- Hent des ״News C h r o n i c 1 c“ Ixiriclitct, gibt es in Palästina ein« starkhewafincte und guiorganisie rte ,.jüdische Armee“, deren Stärke in gutunterriohteten Kr< Len auf 50000 Mann geschätzt wird. Diese Armee sei ausgerüstet mit Maschinengewehren neuesten Typs, Lewis Gewehren, Karabinern, Bomben, Handgranaten und großen Munilionsvorräten. Sie vciluge über einen eigenen Transportdienst und eine Rose-Kreuz-Linhcii. IJeln-t ganz Palästina unterhalte sie ein .Netz von Signalanlagen und drall dosen Naclirichtcnvcrbindüngen, die sie insl.tndseizen, über alle Ereignisse im Lande genaucstens ontcrrichlet zu werden. Nach dem Bericht des Korrespondenten wurde diese ״Armee“ nach dem Vorbild der kommunist i ,dien ״Zellen“ organisiert. Jede Gruppe umfasse sietx'11 Mann einschließlich des Führers. Ursprunglieh sei diese militärische Organisation von den ersten jüdischen Siedlern in dem britischen Mandats!;»׳״! ins Leben gerufen worden, verfüge jetzt über eine umfangreiche Organisation und habe von den Tausenden Lmigrantcn einen starken Zustrom erhalten.“ Es handelt sich offenbar um die allgemein bekannte Tat- Sache des Selbstschutzes und der Verteidigungsmaßnahmen der einzelnen Siedlungspunkie gegen überraschende Angriffe. Die Art der Aufmachung, insbesondere die Ver- Wendung des Wortes ״Armee“ durfte wahrscheinlich darauf abzieleu, die jüdische Sache in der englischen Oeffentlichkeit zu diskreditieren. Die arabische Delegation Kolonienminister Ormsby-Gorc hat am 14. Juli die In London weilende palästinensisch-arabisch'• Delegation im Colonial Oflice zu einer informativen Besprechung empfangen. An der Unterredung nahmen die Mitglieder der Abordnung Dschema! Bey el Hussein!, Shibly Effendi Dschemal und Dr. Izzat Tannous, sowie der Sekretär der Mufti-Partei und Leiter des arabischen Propaganda״ Büros in London. Emil Ghoury, teil. Am 15. Juli fand in London unter dem Vorsitz von Oberstleutnant B. H. Waters-Taylor eine Versammlung der National League und araberfreundlicher Mitglieder des Oberhauses statt. Es wurde eine Resolution gefaßt, in der die baldige Entsendung der kgl. IJntersuchungskommission nach Palästina und die Einstellung der jüd i s c h e n Einwanderung während der Arbeit der Kornmission gefordert wird. Unglückschronik aus Polen In den letzten Tagen sind zwei jüdische Dorfhändler in Polen ermordet worden. Der (*)jährige Mosche Schermann wurde auf der Landstraße in der Nähe ries Städtchens Zwolvn bei Radom erstochen aufgefunden. Das Messer, mit dem der Mord verübt worden war, lag neben der Leiche. Schermann hinterläßt eine Witwe und fünf Kinder. Ein zweiter (*)jähriger Jude Mcir Neuberg wurde bei Odrziwol ermordet aufgefunden, Während des Jahrmarktes in Drzczgub bei Prasznice wurden die jüdischen Händler überfallen. 25 Juden wurden] durch Steinwürfe, Schläge mit eisernen Stäben und Messerstiche verletzt, viele von ilinen sehr schwer. Auch ein 18jäl1rige« Mädchen ist durch Messerstiche verwundet worden. Aus Lodz werden Ucberfiille auf Juden gemeldet, die sich in der Umgebung der Stadt auf Sommerfrische bcfinden Viele jüdische Sommergäste wurden schwer mißhandelt. Aus Kalis/ wird berichtet, daß die dortigen Nationaldemokraten versucht haben, das Bethaus in Brand zu stecken. Sic hatten mit Benzin getränkte brennende Lappen in das Bethaus geworfen. Das Feuer konnte rechtzeitig bemerkt und gelöscht werden. Der Rabbiner und der Oerueindcvorstand ln dem Stadtchen Liatowice haben das Ministerium für sozialen Schutz ersucht, eine Untersuchung über eine von Schulkindern verübte Schändung des jüdischen Friedhofs cinzuleiten. Ungeheure Aufregung herrscht in jüdischen Kreisen über einen Vorfall, der deutlich zeigt, wie weit die Verrohung in einem Teil der polnischen Schuljugend gediehen ist. Kinder einer Halbtagskolonie in der Nähe von Warschau hinderten heim Baden im Fluß den zwölfjährigen jüdischen Jungen Bronek Hermelin so lange daran, ans Land zu schwimmen, bis ihn die Kräfte verließen und er ertrank. An der Beisetzung des Ertrunkenen nahmen 6000 Schüler der Halbtagskolonie und der jüdischen Regierungssehulen, Lehrer, Lehrerinnen und Eltern teil. Die jüdische Gemeinde hat dem Opfer ein Ehrengrab gewidmet. Die Kosten der Beerdigung wurden von dem Schulrat getragen. Eine behördliche Untersuchung über die Umstände, unter denen Bronek Hermelin den Tod fand, wurde eingeleitet Auf dem Londoner Internationalen Gewerk- Schaftskongreß sprach sich der Delegierte der palästinensisclien Arbeiterschaft, Feinstein, gegen jedes Zusammengehen mit den kommunistischen Gewerkschaffen aus. Die palästinensischen Arbeiter, erklärte er, seien angesichts der kommunistischen Propaganda gegen die jüdische Arbeiterschaft und der offenen Unterstützung ihrer Feinde außerstande, an die Aufrichtigkeit der kommunistisehen Einigungswünsche zu glauben. Er werde gegen die Aufnahme von Verhandlungen mit den russischen Gewerkschatten und der Roten internationale stimmen. Vor dem ״Jüdischen Weltkongreß“ Genf, 14. Juli. (JTA.) Zu dem Jüdischen Weltkongreß, der vom 8. bis 14. August im Genfer Batiment Electoral stattfindet, sind bereits Delegierte aus 32 Ländern angemeldet. Die provisorische Tagesordnung sieht Referate von Dr. Goldmann über ״Die Lage der Juden in der Welt“, von dem Vorsitzenden der Exekutive für den Weltkongreß Dr. Stephen S. Wise über ״D ic wirtschaftliche Lage der Juden in Zentral- und Osteuropa“ und von J. Jcfroykin (Paris) über ״Die Ziele und Methoden des jüdischen Beistandwerkes״ vor. Weitere Referate werden über das Problem der jüdischen Wanderung, über das Aufbauwerk in Palästina und über Organisationsfragen des Jüdischen Weltkongresses gehalten werden. Die Namen der Referenten werden später bekanntgegeben. Am 19. Juli findet in Paris eine Reichskonferenz der jüdischen Organisationen Frankreichs und Nordafrikas statt, auf der die französischen Delegierten gewählt werden sollen. Rom, 10. Juli. (JTA.) Der Rat des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens hat in seiner letzten Sitzung die Delegierten der italienischen Judenheit zum jüdischen Weltkongreß gewählt. Es sind dies der Vorsitzende des Gemeindeverbandes, Adv. Felicc Ravenna, Prof. Dante Lattes, der italienisch-jüdische Dichter Angelo Orvieto und Ing. Zevi. Auf die Juden der Tschechoslowakei entfallen laut einer Bekanntgabe des Wahlkomitees acht Delegierte, die auf Grund einer Einheitsliste in der Zeit vom 12. bis 19. Juli gewählt werden. Die Liste enthält folgende Namen: a) Delegierte: 1. Dr. Ernst Bermann, (irolikaufmann, Neu-Titschein; 2. Dr. Max Brod, Schriftsteller, Prag; 3. Ing. Ernst Frischer, Vorsitzender der jüdischen Partei in der Tschecho- Slowakei; 4. Dr. Angelo Goldstein, Abgeordneter und Advokat in Prag; 5. Fritz Jellinck, Industrieller, Brünn; 6. Robert Klein, Abgeordneter und Sekretär, Prag; 7. Dr. Chaim Kugel, Abgeordneter und Direktor, Mnnkacevo; .8. Hugo Stransky, Rabbiner, Nachod: 9. Dr. Matcj Weiner, Advokat, Sv. Mikulas; 10. Dr. Ladislav Rosenzweig, Advokat, Nitra; b) Ersatzdelegierte; 1. Dr. Michael J. Eisler, Advokat, HIohovec; 2. Mosche Goldstein, Beamter, Mnnkacevo; 3. Dr. Arthur Heller, Arzt, Prag; 4. Dr. Walter Kohner, Arzt, Karlsbad; 5. Dr. Felix Seidemann, Advokat, Teplitz-Schönau; 6. Dr. Robert Sonnenmark, Advokat, Prossnitz; 7. Hanna Steiner, Private, Prag; 8. Dr. Leo Zelmanovits, Advokat, Mährisch* Ostrau. Hauptschriftleiter: Dr. Robert Weits ch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreters Kurt Loewsnstein, Berlin W 15. Anzcigcnloiter und verantwort- 11׳ h für den Inhalt der Anzeigen: Hermann Kinn, Berlin W IS. Gültig Anzeigen ־ Preisliste 5 vom 1. April 1938. Verlag und Anzeigenvciwallting: Jüdische Rundschau, Berlin \V 15, Meinelcestr. 10. D.-A. Juni 36 037. — Druck: Siegfried Scholen!, Berlin-Schoneberg.

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