Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-07-14 · Heft 56 (14.7.1936) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 56 (14.7.1936)
Date
1936-07-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653975--29150-2690664
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 56 14. VII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seil• 7 Nahrung für die Seele Die Ereignisse und die neuen Olim Von Dr. Gerhard Holdheim (Tcl-Awiw) Der nachfolgende Aufsatz ist, wie uns der Autor mitzuteilen ersucht, auch Im ״Haaret‘ vom 28. Juni' erschieneu. (Red.) Die Reaktion, die die Ereignisse der letzten Monate in uns auslösten, war nicht nur Erschütterung, Entsetzen über die Untaten, schwerste Besorgnisse über die politische Entwicklung. Fast mehr noch als die Verluste an Menschenleben und Eigentum traf viele von uns die empirische Fest- Stellung, daß so etwas überhaupt hat möglich sein können. Das soll gewiß nicht heilten, daß eine Wiederholung arabischer Uebergriffe einem Kenner der Verhältnisse eine Ucberraschung bedeutet hätte. Darauf waren wir Zionisten vorbereitet. Was uns neu war und selbst von sich sachverständig Glaubenden für undenkbar gehalten wurde, ist nicht das Faktum, sondern das Ausmaß, nicht die Kraft der Instinkte, die sich gegen uns wandten, sondern die Ueberlegtheit, Zähigkeit und Organisation, mit der die gegnerische Aktion durchgeführt wurde. Die Meinung, der Streik und damit die Terrorakte müßten in ein bis zwei Wochen notwendig zusammenbrechen, hatten nicht nur hohe englische Kreise, sondern offensichtlich auch führende Männer in unserem Lager. Hand aufs Herz: Hätte an jenem Sonntag, wo es in iafta begann, einer gesagt, die Aktion würde länger als zwei tonate dauern, sich über das ganze Land erstrecken und in Taten ausarten, die Schauerromanen entlehnt sein könnten — wer von uns hätte nicht überlegen gelächelt und ״uninöglieh“ gesagt. Wenn alte, gelernte Zionisten sich so haben täuschen können und die Stärke des arabischen Faktors so falsch eingeschätzt haben — wie sollen, wie können die neuen, von Kenntnissen unbeschwerten Olim auf die Ereignisse reagieren? Wir haben doch immerhin das jüdisch-arabische Problem in seiner Schwere gekannt, erlebt und studiert. Das, was vordem war, hat uns in den Stand gesetzt, das jetzt Geschehene in höhere und allgemeinere Erkenntnisreihen zu subsummieren. Aber jene Allzuvielen, die, aus ihren Wohnländern vertrieben, weder von zionistischer Geschichte noch von den politischen Bedingungen Palästinas etwas wußten? Ihre Sorge war die wirtschaftliche Einglicderung. Die große Mehrzahl fand sie. Es herrschte Prosperity. Es gab keine Arbeitslosigkeit. Mancher hatte Sehnsucht nach dem, was früher war. Und war die Berufsfrage gelöst oder enügend Mittel in Reserve, so störte die Fremdheit hier, as Herausgerissen-Sein au« gewohnten, seit Kindheit vertrauten Zusammenhängen. Dein Juden aus Deutschland war das Milieu fremd, die Menschen, die hier den Ton angaben, die Gewohnheiten, die jene aus ihrer Heimat hierher verpflanzten, und die neue hebräische Kultur, die sich vorzubereiten beginnt. Emigrantengefühle, die nach drei Jahren noch immer bestanden. Aber geborgen fühlten sie sich hier. Die Judenfrage in der von ihnen allein verstandenen äußeren Form erschien ihnen im Lande der jüdisch-nationalen Heimstätte gelöst. Jüdische Massen, normal geschiehtet, unter dem mächtigen Schutz der Engländer. Wirtschaftliehe Sorgen überwinden — das war ihnen die Aufgabe. Kulturellc Schwierigkeiten wurden mit Bedauern hingenommen oder negiigiert. Aber Sicherheit für Leben und Eigentum — die gab es hier. Und nun werden diese Menschen aus ihren Illusionen aufgescheucht. Ueber die ,,Stimmung" der neuen nichtzionistisehen Olim kann man nur Vermutungen anstellen und sagen: Ein großer Teil nimmt die täglichen Schreckensmcldüngen hin, benimmt sich anständig, stünde zur Verfügung, wenn er gerufen würde. Aber vom nationalen Aspekt gesehen fehlt ihm der innere Kontakt mit den Gescheitnissen. Er fühlt sich persönlich irritiert durch die neue Wendüng der Dinge, ist menschlich betroffen von den Bomben, die Menschenleben kosten, den angezündeten Feldern, den vernichteten Bäumet!. Doch das Wesen des Zionismus hat er nicht begriffen, die nationale Schicksalsbedeutung unseres Aufbauwerkes nocht nicht gefühlt. Kann man vermuten, daß eine sehr große Anzahl neuer Olim den Ereignissen, so wie eben angedeutet, gegenübersteht, so läßt sich mit weit größerer Sicherheit sagen, daß eine andere Kategorie nur einen verschwindend kleinen Prozentsatz aufweist: Juden, die abreisen bzw. in ein anderes Land gehen würden, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Auch solche, die aus geistiger Trägheit oder Ueberbelastung durch individuelle Sorgen von zionistischen Erkenntnissen noch fern sind, stehen oft unbewußt unter dem Eindruck des Landes und seiner Entwicklung. Sie mögen erbittert sein über ungewohnte Schwierigkeiten, sie pflegen häufig das Land verantwortlich zu machen für ihr persönliches Schicksal, sie schimpfen über die Eigenschaften von Juden anderer Herkunftsiänder. Aber sie hängen in der kurzen Zeit ihres Hierseins schon mehr am Lande als sie selbst wahrhaben möchten. Und nicht zuletzt sind sie glücklich über die Freiheit, in der sie ihre Kinder hier aufwaehsen sehen. Läßt sich mit großer Sicherheit sagen, daß unter dem Eindruck der Unruhen nur ganz vereinzelte neue Olim so etwas wie A u f b r u c 11 w ü ns eh e empfinden, so kann man auf der anderen Seite eine ausgesprochen nationalisierende Wirkung der letzten Ereignisse auf viele bisher zionistisch noch Unentschiedene konstatieren. Die Gemeinsamkeit der Aufgaben und der Zukunft wurde blitzartig erkannt. Man fühlt sich plötzlich ״dazugehörig“. Und es ließe sich mit dem bekannten Herzlwortc sagen, daß ״der äußere Feind“ es war, der eine Masse jüdischer Individuen ״zum Volke machte“. L)ie durch die Ereignisse ausgclöste nationale Stimmung vieler bisher abseits stehender Olim gilt es wachzuhalten und seelisch und geistig zu untermauern. Es wäre schrecklich, wenn das stimulierende Motiv ihr Haßgefühl gegen das uns überfallende Volk wäre. Die Zeiten werden kommen, wo ruhige Besinnung wieder Platz greifen wird und der ver• antwortungsbewußte Zionismus eine seiner entscheidenden Aufgaben darin zu sehen hat, jene leidenschaftslose Atmo- Sphäre herzustellcn, die allein den für den Aufbau absolut notwendigen politischen Ausgleich zwischen Juden und Arabern bringen kann. Die Olim, die von Nichtzio• nisten sich plötzlich zu Chauvinisten gewan* delt haben, sollten in dem Sinne erzogen wer• d e n, d a ß unser jüdischer Nationalismus nicht des politischen Affekts bedarf, um sich mani• testieren und bewähren zu können. Die Liebe zum eigenen Volke, die Erkenntnis und mannhafte Bejahung des Jtidenschicksals, die Opferbereitschaft beim Aufbau der nationalen Heimstätte — das sind die Elemente eines Zionismus, den wir den Neuen nahezubringen haben. * Gerade in diesen schweren Tagen sollte mit dieser Arbeit begonnen werden. Jeder rede mit seinen Bekannten, jeder versuche, Herzen für jene Ideale zu wecken, die uns seit den Tagen der Jugend beseelen. Zionismus als Freiheits- und Erlösungsidee blieb uns stets unberührt von den Nöten des Augenblicks. Jeder steht unter dem frischen Eindruck der täglichen Ereignisse und niemand kann wissen, was det nächste Tag bringt. Was wir können und drin* Zur Frage der religiösen Erziehung Im Anschluß an die schon in der ״Umschau“ der ״J. R.“ behandelte Knlturkonferenz der Moschawim in Beer Tuwia schreibt M. S m i I a n s k i einen umfassenden Aufsatz im ״Bustcnai“, dem wir folgendes entnehmen: ״Ich bin aus einem religiösen Hause, aber da ich auf dem Lande aufwuchs, bin ich nicht eigentlich religiös erzogen worden, ich war später ein Freigeist und ein Anhänger freigeistiger Erziehung. Dann begann ich an ihr zu zweifeln und verlor jedes Interesse an erzieherischen Fragen. Die Zusammenkunft in Beer Tuwia hat mir die Sache wieder ins Gedächtnis zurüekgerufen. Zwei Klagen wurden dort laut: die Nüchternheit der Kinder und die Nüchternheit unserer Feste im neuen Palästina. Die starke Sehnsucht nach dem wahren Schab bat, die in dieser Versammlung laut wurde, galt nicht nur dem Tag der Ruhe. Es war die Sehnsucht nach einem reichen großen Erlebnis, das verloren gegangen ist. Und es war nicht nur die Selmsucht nach detn Vergangenen, sondern auch die Sorge um die Zukunft: was wird die Seele erfüllen, die man so entleert hat? Das neue Geschlecht kann arbeiten und liebt die Arbeit. Es ist aufrecht, gesund und hat starke Muskeln. Es ist ehrlich — aber es ist nüchtern und trocken. Es langweilt sich und sucht Zerstreuung beim Fußballspiel. Die Arbeit, der es anhangt, kann niemals Religion sein, und der Dienst an der Wirtschaft nie Gottesdienst. Weder die Arbeit noch die Wirtschaft können der Seele das geben, was ihr die Religion gab. Und ich fürchte sehr, daß große Teile unserer Jugend schon Alltagsmenschen geworden sind. Nicht überall findet man einen solchen Idealismus wie in Beer Tuwia. Ich habe ihn nicht in den Diskussionen gefunden, die ich in einer jungen Kwuzah mir mitanhören mußte und deren Thema war, ob Jungen und Mädchen getrennte Duschräume haben müßten oder gerade gemeinsame. — Und wo ist die Abhilfe? Ich möchte gend tun müssen, ist nur dies: Die Voraussetzungen auf zuzeigen und das Ziel zu bestimmen. Ist es nicht absurd und nicht zu einem großen Teile unsere eigene Schuld, wenn Juden jahrelang in Erez Israel leben, ohne mit dem notwendigsten Wissensmaterial ausgerüstet zu sein und ohne klare Vorstellungen vom Wesen des Zionismus? Kein Augenblick kann günstiger sein als der, wo alle Juden erschüttert, aufgeiockert und Einwirkungen zugänglich sind. Es gilt zu vermitteln: die geistigen Quellen des Zionismus, sein gedankliches Fundament, seine Geschichte, seine Erfahrungen in der Realität, die Objekten politischen Faktoren, denen er gegenübersteht. Das ist das eine. Und das andere, was Zionisten geben können, ist das Bewußtsein von der historischen Berufung dieser unserer Generation. Der unbeugsame Wille muß vermittelt werden, an dieser einzigen Rettung des jüdischen Volkes mit dem Einsatz aller geistigen und moralischen Kräfte mitzuwirken und allen Widerständen zum Trotz einem neuen, politisch, ökonomisch und kulturell gesicherten Volk-Werden in Erez Israel die Wege zu ebnen. - Wozu erziehen die Radioberichte Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht, wie uns aus Tel• Awiw geschrieben wird, der ״Dawar“ folgende Ausführungen J. B(araz)׳s aus Degania: Viele Araber sitzen in den Kaffee• hiiusern, die ja auch während des Streiks offen sind. Wäre nicht der Streik, die Mißernte dieses Jahres würde ihnen Muße auferlegen. Jetzt beschäftigen sie die neuen Errungenschäften der Kultur: neben der Zeitung das Radio. Im Cafe ist ein Ra 11 io und auch im Hause des Ortsvorstehers ist ein Radio, ein Geschenk der Regierung für das Dorf. Zweimal am Tag kann man dort den offiziellen Bericht hören, und zweimal am Tag hören die Fellachen von Bomben, Brandstiftungen, Baumfrevel, Schüssen auf Polizisten und Soldaten, durchschuittenen Telefondrähten und abgeschraubten Fisenhahnschienen. Der Fellach wundert und amüsiert sich und mitunter wird er auch neidisch: diese jungen Leute von Kakun und Kalküle sind wirklich Helden! Woche für Woche beschädigen sie die Einrichtungen der Bahn an derselben Stelle. Sie sprengen die Brücken immer auf derselben Strecke zwischen Kakun und Kalkilie! Und ungezählte Male werden die Telefondrähte bei Bet-Schan, bei Afule und bei Jenin durch geschnitten. Und all das geht ruhig weiter auch nach der Verkündung des Notrechts, das solche Taten mit Todesstrafe oder mit lebenslanglichem Gefängnis bedroht . . . Welche Wirkung können solche Berichte auf die Fellachen haben? Doch nur die: Das britische Imperium mit all seinen Maschinengewehren, Panzerwagen und Flugzeugen kann gegen die Helden von Kakun und ‘ Kalkilie nicht aufkommen 1 — Nachts sehen die Araber im Jordantale die Flugzeuge nach Bet-Alfa oder En-Charod fahren. Eine Stunde später werden sie zurückkommen, ohne den Angreifern auf diese Siedlungen Schaden zugefügt m haben. 10, 20, 50 Fellachen widerstehen einem weit größeren und besser ausgerüsteten Aufgebot britischer Soldaten. Die Flugzeuge, die den Italienern so gute Dienste leisteten, scheinen hier von geringem Werte zu sein. Und dann hören die Araber noch i!n Radio, daß in Lidda die Magazine auf dem Flugplätze der Regierung in Brand gesteckt worden sind. Der Schaden beträgt 6000 Pfund. Ein arabischer Hilfspolizist hat dies wertvolle Reierungseigentum bewacht. Wieviele Freude, Scherz und pott erregen wohl solche Mitteilungen im arabischen Cafe und irn Hause des Ortsvorstehers. Und das wiederholt sich zweimal am Tage!! — In den jüdischen Siedlungen ist alles ruhig, am Tage merkt man im Jordantal nichts von den Ereignissen. Aber der Wachtdienst in der Nacht mußte bedeutend verstärkt werden, weil in den Dörfern der Umgebung Hunderte von beschäftigungslosen Arabern den Radioberichten der Regierung lauschen und erfahren, daß sie nichts m befürchten haben, was immer sie tun sollten. Die Flugzeuge werfen Raketen, die Panzerwagen eilen hin und her, aber ״soweit bekannt ist“, wird kaum je jemand verletzt, ist wirklich jemand naiv genug, zu glauben, daß auf solche Weise die Ruhe wieder hcrgcstcllt werden könne?“- Chausseebau bei Tel-Awiw Die Gesellschaft ״B i t z u r“, die mit den Mitteln des Arbeitslosen-Fonds der Histadnith unter Mitwirkung der Jewisli Agency und der Anglo-Palestine Bank ins Leben gerufen wurde, hat den Bau einer 9 Kilometer langen Chaussee zwischen Herzlia und Tel-Awiw in Angriff genommen. Die neue Chaussee wird die Entfernung /.wischen den beiden Punkten von 30 auf 15 Kilometer reduzieren und den Ueberschuß des Verkehrs von der Petach-Trkwa-Straße aufnehmen, ferner eine Verringerung der Transportkosten ermöglichen. Der Plan wird £ 20 000 kosten; davon wird ״Bitzur“ £ 13 000 beitragen, während der Rest von den Siedlungen, zu denen die neue Straße den Zugang erleichtert, aufgebracht werden soll (PalcorJ. zitieren, was in Beer Tuwia gesagt wurde: ״Wir haben nichts Neues geschaffen, also müssen wir vielleicht zum Alten zurückkehren.“ Ich schlage euch vor: Geben wir dem Schabbat seine traditionelle Gestalt, schmücken wir den Schabbattisch mit einem reinen Tuch mit Blumen und mit Lichtern. Geben wir dem Schabbat seine Lieder zurück. Warum soll man nicht das Loblied der wackeren Frau lesen? Passen die Worte ״mit ihren Händen pflanzte sie den Weinberg“ nicht auf die Wirklichkeit? Und ich will auch auf das ״L’cha Dodi“ nicht verzichten, denn die Verbindung zwischen dein Empfangen des Schabbat und der Sehnsucht nach Erlösung kann uns nicht fremd sein. Warum sollen unsere Kinder es nicht kennen? Dank sei den Menschen aus den Moschawim, die in ihrer schweren Arbeit sich die Zeit nahmen, aut zwei Tag« nach Beer Tuwia zu kommen und Rechenschaft abzuiegen Und sie sind nicht die einzigen. Der Zweifel, ob wir de» rechten Weg gewäliit haben, frißt an vielen Herzen. Oft habt ich darüber gegrübelt, ob wir recht taten, die Bibel unserer, Kindern nur in einer Auswahl in die Hand zu geben und so aus einem heiligen Buche ein Lehrbuch zu machen. Ich zweifle, ob man für ein Lehrbuch sein Leben einsetzen wird wie unsere Väter es für die Thora taten. Ich entsinne mich, wie ich Achaü H a a m einmal bei einem seiner Besuche im Lande in ein Glieder und i:1 eine moderne Schule begleitete. Ich war damals ein he;:• sh-rter Anhänger der modernen Schule. Als wir weggingen, sagte mir Achad Haam: ״Die Erklärungen der Bibel in der modernen Schule waren besser als die im Glieder, aber es fehlte dort die Melodie, in der der Lehrer im G.heder die Bibel vortnig, und auch die Seele dieser Melodie fehlte. Und ich fürchte, daß die bessere Erklärung diesen Mangel nicht wcttmacht.“ Diese Worte haben sich tief in mein Herz eingegraben. Ich denke noch jetzt: Wie vereinigt man die Erklärung mit der Melodie“? Und das ist das Problem!“ ״Leichte Besserung der Lage1‘ Der JTA. wird aus London mitgeteilt, daß von Pallstina aus ein starker Druck auf die Londoner Regierung dahin ausgeübt wird, daß die Einwanderung vorübergehend eingestellt und die Untersuchungskommission sofort entsandt werde. Bis Sonntag herrschte die ernste Befürchtung, daß die englische Regierung diesem Druck in den nächsten Tagen nachgeben werde. Die zionistischen Führer hatten einen harten Kampf zu bestehen, um die Regierung zu veranlassen, an ihrer bekanntgegebenen Politik festzuhalten, der Gewalt keine Zugeständnisse zu machen und die Kgl. Kommission nicht zu entsenden, bevor nicht die Ordnung in Palästina wlederhergestellt ist. Man glaubt heute, daß dieser Kampf zu einem T e 11 e r f o 1 g geführt hat. Die Regierung wurde bewogen, geplante sofortige Schritte zurückzustellen und weitere Anstrengungen zu machen, um vorerst die Ordnung ln Palästina wiederherzustellen. Jüdisch-politische Kreise stellen eine leichte Besserung der Lage gegenüber den letzten Tagen fest. Sie bezeichnen sie als noch immer sehr ernst, jedoch nicht hoffnungslos. Man stellt es hier in Abrede, schreibt der Londoner Kor• respondent des ״Manchester Guardian“, daß die Regierung zu einem Beschluß, die Einwanderung cinzustellen, gelangt sei, aber man wünschte, größere Sicherheit als man sie tatsächlich fühlt, darüber zu besitzen, daß es keine Möglichkeit für einen solchen Entschluß der Regierung in der nächsten Zukunft gibt. Es gibt einige einflußreiche Menschen, denen cs nichts ausmaclicn würde, daß die Einwanderung, wenigstens vorläufig, eingestellt wird, und die es leugnen, daß ein solcher Schritt im Widerspruch stünde zu dem wahren Geist des Mandats. Man könnte es aber unmöglich in Abrede steilen, daß dies ein Zugeständnis an die Gewalt der Araber wäre. Die Truppen in Palästina London, 12. Juli. (JTA.) Das Kriegsmiuistcrium be• stätigt die Meldung, daß weitere d r e i B a t a i 11 o ne nach Pai'ä stina entsandt werden. Am Dienstag, dem Et. Juli, gehen aus Malta das /weite Bataillon des Lincolnshire-Regiments, das zweite Bataillon der Smith Wales Borderers und das erste Bataillon der King's Own Scotish Borderers nach Palästina ab. Die Infanteräestreitkräfte in Palästina werden damit auf die Stärke von elf Bataillonen gebracht. Hinzu kammen noch motorisierte Kavallerieabteilungen, ein Tankkorps, Panzerwagen, Genietruppen und andere militärische Einheiten sowie ein Luftgeschwader. Wie die ״Times“ vom 13. Juli meldet, ist einem vierten Bataillon in Malta, dem zweiten Bataillon der Rifle-Brigade Marschbereitschaft für Palästina befohlen worden. Fs besteht die Möglichkeit, daß auch dieses Bataillon binnen kurzem nach Palästina abkommandlert werden wird. 100000 neue Bäume Beschlösse der amerikanischen Zionisten Providence (Rhode Island), 9. Juli. (JTA.) Die 39. Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas hat in einer Resolution eine Kundgebung des Vertrauens zur gegenwärtigen Leitung der Zionistischen Weltorganisation erlassen. In der Resolution wird der Zionistischen Exekutive, die die jüdische Position in Palästina vor der Mandatarmacht und der öffentlichen Meinung mit Würde und Kraft vertreten habe, tiefste Anerkennung ausgesprochen. Sie bekräftigt ferner das Vertrauen zu dem Präsidenten der Jewish Agency, Dr, Chaiin Weiz.mann. ln einer anderen Resolution wird die Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht, ״den Aufbau Erez Israels fortzusetzen und als Zeichen unserer unvergänglichen Liebe zu seinem geheiligten Boden im ganzen Lande eine Aktion durchz.ufOhren, die cs dem Jüdischen Nationalfonds ermöglichen solf, binnen kürzester Frist an Stelle der frevelhaft vernichteten Bäume 100 000 neue Bäume zu pflanzen“. Die Resolution bezeichnet ״Mord an Bäumen“ als eine der abstoßendsten Handlungen von Zerstörungswut in Palästina bei diesen Un• ruhen und nimmt auf den Entschluß des Jisclmw Bezug, ״jede verbrannte Garbe durch Myriaden neuer Garben zu ersetzen und für jeden ausgerodeten Baum 1000 neue Bäume“ Im Herzl-, Baifour- und Washington-Wald des Keren Kajeroeth zu pflanzen. _ Die palästinensische Fruchtsaft-Limonadcnfabrik Tassas erhielt anläßlich der diesjährigen Levante-Messe die goldene Medaille. (Schluß Om Palästina-Teil»)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.