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Jüdische Rundschau · 1936-07-14 · Heft 56 (14.7.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 56 (14.7.1936)
Date
1936-07-14
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seife 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 56, 14. VII. 1936 Dicht an den Grenzen von Tel-Awiw wird ein Jude ain hellichten Tage erschossen, an einer anderen Stelle am Außenrand der Stadt platzt eine Bombe, um Jerusalem, in der Ebene Jesreel wird es unruhig. Und darüber hinaus alle jene kleinen Indizien und die ״normal“ gewordenen Zusammenstöße zwischen Arabern und Militär, die besonders von Seiten der Rebellen immer neue Opfer fordern. Man wispert sich zu, daß die erneute Energie des Streikkomitees auf ein Telegramm der arabischen Delegation aus London zurückzuführen sei, die die Bewegung hier zum Durchhalten auffordert. Man braucht aber keine Londoner Telegramme, um die Möglichkeit zu sehen, daß die intransigenten arabischen Elemente, die den Streik und den Terror bis jetzt vorwärtsgetrieben haben, gerade angesichts der eigenen Verluste und angesichts der starken Trtippenzusammenziehung sich noch mehr versteifen, unter keinen U m stünden den Kampf aufgeben zu \v o 1 - 1 e n. Und die Wendung in der L o 11 d o!1 e r P resse — die hier im Lande natürlich minutiös verfolgt wird — und die heute den Arabern eine gewisse Hoffnung hinhält, daß in einer der entscheidenden, wenn nicht überhaupt in der entscheidenden Frage, der der Immigration, auf ein gewisses Entgegenkommen zu rechnen ist, versteift den in den letzten Tagen ahschwellenden Widerstand anscheinend aufs neue. Weitere StrcikveiMiche, weitere Angriffe, weitere Attentate. Das Auf und Ab der Unruhen zeigt eine neue Welle. Die Rede des High Commissi!Hier im Radio zielte darauf hin, den Massen der Fellachen und dein kleinen Mann in der Stadt klar/umachen, daß in jedem Falle eine Verlängerung der Unruhen schwere wirtschaftliche Rückstöße mit siel! bringen muß. Man wird Sir Arthur in dieser Linsch.it/ung nur voll zimtimnieu können. Die Einnahmen der Regierung zeigen eine sinkende Tendenz, der fa •t sagenhaft gewordene Ue!)ersehn ß der Palastina-Regierung wird von den Kosten für die militarisehen Operationen a n gefressen, die allgemeine Verlangsatming des Wirtschaftsablaufes hinterläßt ihre Spureu. Die Juden haben sich mit allen Kräften bemüht, die-en bitteren ökonomischen Auswirkungen der politischen Konstellation e n tg e g e n z:11 w i r k e n und auch die Regierung für diese heute eminent wichtige Aufgäbe zu aktivieren. Aber hier haben wir bisher etliche M i 0 e! f o 1 g e erlitten und die Stellung der Behörden zu einer der gegenwärtig brennendsten Fragen von Tel-Awiw, der Flüchtlingsversorgung, zeugt von einem erstaunlichen Unverständnis und auch einer unbegreiflichen Engherzigkeit. Mit dem Ausbruch der Jaffaer Unruhen haben sieh in Tel-Awiw aus Jaffa und den (iren/be/irken mehr als 10000 Flücht- Singe, hauptsächlich Angehörige der orientalischen Judengemeinden, angesammelt. Die Stadt hat sie unter freiwilliger Hilfeleistung der Bürger behaust, bekleidet, ernährt und überwacht. Die Regierung hat einen Teil der dafür nötigen Ausgaben getragen. Unterdes ist es gehingen, etliche Tausende aus den Tagern zu entfernen, sie von den Ernährungslisten zu streichen. Aber noch heute ist die Stadt für mehr als 000כ Menschen verantwörtlich, wovon ungefähr die Hälfte Kinder sind, die versorgt werden müssen. Die Lösung dieses Flüchtling-problems die zu einem beträchtlichen Teil die 1.osung der sozialen, mit den orientalis e 11 en t i e m e i n d e n v c rbun d e n e n F rage n in Tel-Awiw i-t, i't in den fast drei Monaten, die seit Beginn der Unruhen verstrichen sind, nicht viel weiter gekommen. Fs sind Plane für Behausung, für Verteilung auf verschiedene Vororte, auch für Arbeitsbeschaffung gemacht worden, aber sie trugen einen recht generellen (äh a 1 a kt e r. Fs hat sich wieder ein mal gezeigt, da׳ß die führenden Kreise der Stadt dieser veizwickten Aufgabe der Versorgung der orientalischen Juden und ihrer Verschmelzung mit dem europäischen Jisehuw ziemlich hilflos gegenüherstehen. Zudem hat sich die jahrelange V e r 11 a r h 1 ä s s i g u 11 g dieser Kreise und ihrer speziellen Bedürfnisse gerächt, als die Slums um Tel- Awiw mit einem Schlage von den Unruhen mitten in die moderne Stadt Tel-Awiw geschleudert wurden. So viele Fehler aber auch in dieser Richtung gemacht worden sind und so wenig die bisher bestehenden Pläne ausreichen, immerhin hat man in diesen Monaten die Pflicht erfüllt, keinen von den Flüchtlingen verhungern zu lassen und die Kinder in die notdürftigste Uebcrwachung zu nehmen. Zudem ist im ganzen Lande eine große Sammlung proklamiert worden, die der allgemeinen Stützung der jüdischen Wirtschaft und einer dauernden Fiüchtlingshiife gewidmet ist. ln diesem Moment erklärt die Distriktsbehörde, die das Budget der Stadt Tel-Awiw zu bestätigen hat, daß sfe jede weitere Ausgabe für die Flüchtlinge vom ersten Juli verbiete und daß die Regierung jeden weiteren Beitrag für diese Zwecke einstelle. Wie sich der Distrikts-Commissioner den weiteren Verlauf der Angelegenheit vorstellt, ist unerfindlich. Meint er, daß der Jisehuw in der heutigen Situation, die ohnedies große wirtschaftliche Anforderungen an ihn stellt, noch die gesamten Mittel bereitstellen soll, um diese Tausende unterzubringen und — was ebenso wichtig ist — ihnen eine neue Existenz zu beschaffen? Die Munizipalität von Tel-Awiw hat protestiert, sie hat um eine Audienz beim High Com- Antwort an Lord Islington Balfours Mahnung an das ״christliche Gewissen11 Zu dem Brief von Lord Islington in der ״Times“ (siehe vorige Nr. der ״J. R.“) schreibt' Blanche E. €. Dugdalc, die Nichte von Lord Balfour, eine längere Erwiderung in der ,,Times“ vom 11. 7. Gegenüber dem Verlangen Lord lslingtons nach der unparteiischen Untersuchungskommission erwidert sie, daß dies ja bereits die Politik der Regierung sei und daß die Kommission erst nach Wiederherstellung der Ordnung entsandt werden könnte. Lord Islington lege den Nachdruck darauf, daß die Empfehlungen der Kommission befolgt werden, ohne dies näher 7.11 definieren — mit anderen Worten: es solle ihr eine Art Blankoscheck ausgestellt werden, wie es niemals der Fall gewesen ist. Fast jeder Abschnitt des Briefes von Lord Islington sei beherrscht von seiner Auffassung, daß das Problem nur durch die palästinensischen Grenzen bestimmt sei. Diese Perspektive sei eine rein moslemitische. Mit keinem Wort erwähne er die Tatsache, daß es eine Juden frage in der Welt gebe und daß die Juden einen Ort brauchten, wohin sie kommen und sich der gewöhnlichsten Menschenrechte erfreuen können: Rechte, welche keinem Araher in irgend einem der britischen Gebiete verwehrt würden. Unter Bezug aut Lord Islingtons Hinweis aut die Debatte im House of Lords vor U Jahren erinnert die Schreiberin an die Rede, die Lord Balfour damals als Antwort aut den antizionistisclien Vorstoß Lord Islingtons gehalten hat. Sie zitiert aus dieser Rede eine Stelle, in der Lord Balfour aut die Verpflichtung ucr christlichen Welt hinweist, dem jüdischen Volke eine Gelegenheit zur Entfaltung seiner geistigen Gaben, die sonst verkümmern müssen, zu geben. Miß Dugdale schließt ihren Brief mit der Bemerkung, daß eine konstruktive P o I i t i k für Palästina so beschaffen sein muß, daß sie die Araber (und auch die Juden) überzeugt, daß ihre Befürchtungen für die Zukunft grundlos sind und daß es für beide Teile Raum im Lande gibt. Lord Islington selbst gibt zu, daß die jüdische Einwanderung schwer einzustellen sei. Er schlägt die Trennung der beiden Völker vor, ein Plan, gegen den es viele Einwendungen gibt, aber der, wie der aussichtsreichere einer weiteren Landen twicklun g, eine Lösungsmöglichkeit darstellt, die die Unterst!- chungskoinmission prüfen muß. Zu Lord Islingtons Brief schreibt in der ״Times1‘ am 9. Juli Arthur E. Franklin in Hinsicht auf die Stelle, in der sich Lord Islington auf die Kritik Edwin Montagus an der Balfour-Deklaration beruft, daß nach seiner Erinnerung einige Tage nach der Veröffentlichung der Deklaration Lora Swaythling, der Bruder von Montagu, diese Einwände ganz anders motiviert habe. Montagu fürchtete, daß der Ausdruck ״Nationalheim“ den Gegnern der Juden Gelegenheit geben könnte zu leugnen, daß ein Jude ein vollwertiger Bürger seines Geburtslandes sei. Aus diesem Grunde sei dann der Deklaration der Satz hinzugefügt worden: ... ״wobei klar verstanden ist, daß nichts getan werden soll, was die bürgerliehen und religiösen Rechte in Palästina lebender nichtjüdischer Gemeinschaften oder die Rechte und den politischen Status der Juden in irgendeinem anderen Land beeinträchtigen könnte.“ Churchill-WeiBbach «1• Lösung? Das englische Wirtschaftsblatt ״Economist“ erörtert in seiner Nummer vom 27. Juni ausführlich die Lage in Palästina. Nach einem geschichtlichen Rückblick über die politische Entwicklung in Palästina heißt es u. a.: Die Araber fürchteten, daß, wenn sie als Gemeinschaft für immer auf die Gnade der jüdischen Gemeinschaft angewiesen sein würden, die Mandatarmacht sich zurückziehen und der Mehrheitsgruppe die iinbeschränkte Herrschaft über das Land überlassen könnte. Mandate der A-Klasse seien gemäß der Definition zeitlich belebende A-Mandat sein, in dem die Mandatarmacht noch nicht ihre Angelegenheiten abgewickelt und sich ordnungsmäßig zurückgezogen hätte. Ist es unsere britische Absicht — so fragt das Blatt — mit der Erfüllung unserer unbestreitbaren Verpflichtungen gegen über den Juden fortzu» fahren, bis sich automatisch im Laufe der Zeit dieses Resultat für die Araber ergebe? Das würde die Unterdrückung der Araber bedeuten und ihre weitere Niederhaltung durch Gewalt, bis die jüdische Gemeinschaft eine entscheidende Ueberlegenheit erreicht hätte. Könnten wir — so fragt das Blatt — eine Grundlage für die Möglichkeit einer E i n i g u n g mit den Arabern finden, welche sie veranlassen könnte, die Waffen niederzulegen? Vielleicht sei die Lösung in der These des Churchill- Memorandums gegeben, ״daß die fraglichen Stellen der Balfour-Deklaration nicht besagen, daß Palästina als Ganzes zu einer jüdischen Heimstätte gemacht werden solle, sondern daß eine solche Heimstätte in Palästina begründet werden solle.“ Könnten sich die Araber mit einer kommunalen Lösung in Verbindung mit einem Fortschritt des individuellen Wohlstandes in jenen Teilen des Landes abfinden, wo das Werk des Aufbaus des jüdischen Nationalheims in großem Umfange konzentriert sei? Diese ״mixed area“ könnte dann verwaltungsmäßig von einer ״reserved area“ in anderen Gegenden geschieden werden, in denen den palästinensischen Arabern für immer ein spartanisch reines und genügsames eigenes Nationalheim in Palästina gesichert werden könnte. Ela Brief Lord Melchetts In der Zeitschrift ״Great Britain and the East" wird eine längere Zuschrift von Lord Melchett veröffentlicht, in der er betont, daß es die Aufgabe des englischen Parlaments sei, zu entscheiden, was bei der gegenwärtigen Lage in Palästina geschehen soll. Sollte man zu der Ent- Scheidung kommen, daß es nicht möglich ist, den zionistischen Grundsatz des Nationalheims zu unterstützen, dann müßten sämtliche Erwägungen der Ehre und des internationalen Rechts zu einer Rückgabe des Mandats an den Völkerbund führen. Komme man aber zu der Entscheidung, daß man die Entwicklung des Nationalheims unterstützen kann und will, dann habe man die Verpflichtung, Gesetz und Ordnung aufrecht zu erhalten und die jüdische Bevölkerung zu schützen oder ihr zu erlauben, sich selbst zu schützen. Es handle sich hier um ein Problem, dem man durch Zweifel, Zweideutigkeiten und halbe Maßnahmen nicht beikommen könne. Unter Bezugnahme auf die jüngsten Palästinadebatten in den Häusern des Parlaments erklärt Lord Melchett, es sei für ihn ״eine neue These der Reichsgesetzgebung, daß der Mund der Mutter der Parlamente durch Wüstensand gestopft werden soll“. Das Parlament sei durchaus berechtigt, die Frage zu diskutieren und habe sicherlich das Recht, auszusprechen, was es denkt, auf der Basis, daß es auch die Macht hat, seinen Willen durehzusetzen. Ermangelt es dieser Macht, dann werde cs logischerweise, notwendig, Parlamentssitzungen, in denen heikle Fragen behandelt werden, unter Ausschluß der Ocffentlichkcit abzuhaltcn, womit die wesentliche Grundläge der demokratischen Einrichtungen Englands erschüttert werden würde. ' Ben-Gurion und Shertok hatten am 9. Juli!«ine Unterredung mit Sir Arthur Waue Hope. Ben-Gurion begab sich am 10. Juli im Flugzeug wieder nach London. missioner ersucht. Sie kann die Dinge nicht so bewenden lassen, denn es ist offensichtlich ein Ding der Unmöglichkeit, Tausende hilflos in den Straßen der Stadt zu belassen. Auf den ersten Blick scheint es sich bei dieser Frage um eine Angelegenheit der reinen Soz.ialfürsorge und des menschlichen Erbarmens zu handeln. Aber es steht mehr auf dem Spiele als die Existenz der Flüchtlinge seihst und die Gesundheit und Er- Ziehung ihrer Kinder. Es kommt in der heutigen Situation darauf an, die Wirtschaft nicht noch mehr aus dem Gleichgewicht zu bringen und ihren Ablauf möglichst rasch wieder zu beschleunigen. Es wird in der heutigen Zeit niemand leugnen können, daß einer der zentralen Faktoren bei diesem Prozeß die Palästina-Regierung selbst wird. Sie hat sich in den Zeiten der Prosperität ihre Kassen gefüllt, sie hat sich lange Zeit hindurch gegen alle möglichen Anforderungen mit dem Argument geschützt, daß sie diese Ueberschüsse für ״schlechte Zeiten“ aufspare. Jetzt sind diese schlechten Zeiten gekommen! Und wenn die Regierung überhaupt eine Finanzpolitik hat, so muß sie darin bestehen, daß sie heute ihre Mittel einsetzt, um die Zeiten nicht noch schlechter werden zu lassen. Dafür gibt cs aber nur einen Weg: den Wirtschaftsumlauf aus Staatsmitteln beschleunigen, öffentliche Arbeiten schaffen, an den schwachen Stellen sich einsetzen. Was die Regierung jedoch bisher tut, ist — die Kasse schließen, ja noch mehr, auch den jüdischen Institutionen, also der Stadt Tel-Awiw, die Ausgaben beschneiden. Damit läßt man nicht nur die Flüchtlinge im Stich, sondern man beschneidet auch die Arbeitsmöglichkeiten, die sich bei ihrer Unterbringung ergeben, man hemmt den ohnedies verengten Wirtschaftsablauf noch mehr. Zwei Argumente bringt das Schatzamt der Regierung in diesem Kampf um die Einsetzung der angesammelten Ueberschüsse vor: die Befriedung des Landes erfordere große Summen und die Aussicht auf Einnahmen habe sich verschlechtert. Was das erste Argument betrifft, so wird man nicht leugnen können, daß es großes Gewicht hat. Kriegführen ist immer teuer, und wenn Palästina auch nur die Differenz zu zahlen hat, die die Erhaltung der Truppen hier oder wo anders kostet, so läuft sie doch mit der Vermehrung der im Lande befindlichen Soldaten zu betrachtliehen Summen auf. Und darüber hinaus wird das Land vermutlich die eigentlichen Operationskosten zu tragen haben und niemand weiß heute, wieviel das ist, weil niemand sagen kann, wann die Pazifizierung beendet sein wird. Man kann also wohl verstehen, daß der Schatzmeister, der für die militärischen Operationen aufkommen muß, ängstlich wird und sich noch fester, als er es schon bisher tat, auf seine — Gott sei Dank noch gefüllte — Kasse setzt. Dennoch bleibt diese Art, mit der heute alle Anforderungen, auch auf relativ kleine Summen — auch eine viertel Million ist heute noch für die palästinensische Kasse eine kleine Summe —, abgewiesen werden, vollkommen unverständlich und wird noch unverständlicher bei der Betrachtung des zweiten Arguments: Man fürchtet eine Verringerung der Einnahmen. Aber gerade um das zu verhindern darf heute die Regierung sich nicht damit begnügen, ihren Geldbeutel fester zuzuschnüren. Wenn sie die ökonomischen Schwierigkeiten im Lande noch durch eine Restringicrung ihrer Ausgaben vergrößert, wenn sie statt durch öffentliche Arbeiten anzukurbeln durch Beschneidung der öffentliehen Dienste und Abweisung aller Budgetforderungen Umsatz und Arbeitsmöglichkeiten weiter verkleinert, so bringt sie es mit Sicherheit zu jener Verringerung der Einnahmen, vor der sic sich so fürchtet. Sie tötet mit eigener Hand die Gans, die ihr bisher die goldenen Eier gelegt hat. Die Versorgung der Flüchtlinge in Tel- Awiw ist als solche von entscheidender Wichtigkeit. Sie ist außerdem ein flagrantes Beispiel dafür, daß sich die Regierung in ihrer Finanzpolitik den veränderten Zuständen nicht anpassen will oder kann. Solange das Land sich ohne besondere Hilfe der Behörden entwickeln und Ueberschüsse aufhäufen konnte, lag in der Sparpolitik der Regierung vermutlich viel richtiges. Sie muß aber auch verstehen, wann der Moment gekommen ist, das Steuer heruinzuwerfen und die Ueberschüsse wieder in die Wirtschaft zurückzuleiten und sie damit flottzumachen, in modernen Staaten ist Sparen um jeden Preis oft nur ein Umweg zu später viel großeren Ausgaben. Hauptschriftleiter: Dr. Robert Welt sch, Berlin - Charlottcnbsirg 0 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt L o c w e n s t e i n, Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwortlieh für den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i n n, Berlin W 15. Gültig Anzeigen - Preidiste 5 vom 1. April 193S. Verlag und Anzeigcnveiw*ltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Meinekcatr. 10. D.-A. Juni 36 037■ — Bruck: Siegfried Scbolem, Berlin-Schöneberg. 1

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