Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1936)
- Date
- 1936-07-10
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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JODISfHF RUNDSCHAU Nr. 55, 10. VH. 1936 Presseschau Das Neueste in Kürze Segen Beschränkung de* Einwanderung ,,M ,1 11 ehester < i u a r d 1 a n" wendet sich scharf gegen die in mehreren Londoner Zeitungen geäußerte (in der »J- R“ Nr. 51 besprochen) Ansicht, daß die jüdische Ein• Wanderung nach Palästina zu groß sei und eingeschränkt werden müsse. Man könne sich schwer vorsteifen, erklärt das Blatt, daß derartige Acußcntngcn den Absiehten der Regierung entsprechen sollten. Wäre dies der Fall, so würde dies eine ernste Abkehr von der ständigen Politik Englands und ein offenkundiges Abgehen von Versprcchungen sein, die in der jüngsten Vergangenheit gegeben wurden. Sollte das Prinzip der Aufnahmefähigkeit7, unter dem Druck arabischer Gewalttat in und arabischer Propaganda außerhalb Palästinas, denn das seien die treibenden Kräfte, beseitigt werden und würde man die jüdische Einwanderung jetzt einschränken, um die Araber zu beruhigen, dann würde England eine Revolution in einer angenommenen Politik, die Preisgabe der in der Balfour-Deklaration und in dem Mandat verkörperten Idee und ein Bruch von Versprechungen der Regierung drohen, die ebenso frisch in Erinnerung sind, als sie nachdrücklich waren. * Die konservative Wochenschrift ״Snectator“ bringt in ihrer letzten Nummer zum Ausdruck, «aß die Unmöglichkeit unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Palästina zunächst etwas anderes zu tun, als die Ordnung wiederhcrzustellcn, zwar ein Eingeständnis des Mißerfolges, aber ein notwendiges sei. Keine Regierung, welche Sympathien immer sie empfinden mag, kann die Fortdauer organisierter Oewalttat zulassen. Es bleibt jedoch das Problem bestehen, was zu tun ist, sobald die Unruhen unterdrückt sei!! werden; auf irgendeine Lösung müssen wir wahrscheinlich warten, bis die kgl. Konimission ihren Bericht erstattet hat. I>ie letzte Entscheidung muß der Regierung überlassen bleiben. Sie kann jedoch nicht ge.roffen werden, bevor nicht die Regierung selbst sieh darüber klar ist, weiche Zukunft sie für Palästina im Auge hat. Wenn das Land jemals über ein Kronkoloniercgime hinauskomnieri soll, dann muß vielleicht eine dauernde Versühnung der beiden Volk-stämmc herbeigeführt werden. In einer Zuschrift an den ,.Spectator“ weist Mrs. Blanche Dugdale, die Nichte Lord Balfours, darauf hin, daß dauernder Friede in Palästina nicht von einem Bruch gegebener Versprechungen, sondern von der schnellen Erfüllung mancher dieser Versprechungen /u erwarten sei, die sich auf eine großzügige 1 andentw ieklung be/ielim, durch die Raum für eine grebere Bevölkerung geschaffen werden soll. Nach den I ifahrungen und Bere׳. hnungen der besten Kenner palastinensischer Landwirtschaft kurnie eine Familie bei An- Wendung wissenschaftlicher Landwirtschaftsmcthoden auf bewässertem Boden mit fünf Acres auskominen, während bei unbewässertem Boden ein Minimum von 23 Acres erforderlieh ist. Es gebe mindestens noch drei viertel Millionen Acres bewässerbaren Bodens, die noch nicht erschlossen sind. Die Zukunft der großen arabischen Nation ist nicht an den kleinen Landstrich gebunden, den Palästina innerhalb der weiten Gebiete ausmacht, die von ihren Stammesgenossen bewoimt werden. Wie diese Zukunft politisch und Wirtschaftlich aussehen wird, kann niemand sagen. Aber soweit der Lauf der Ereignisse sich voraussehen läßt, ist es wahrscheinlich, daß das kraft historischen Anspruchs im Lande Israel errichtete Jüdische Nallonalhcim zumindest eine Teillösung der Judenfrage ermöglichen wird, die eine internationale Frage ist und fast jedes Land der Welt unmittelbar angeht. * Um ein Kompromiß ln einem Artikel ״Die Zukunft Palästinas. Zionismus weicht vor Palästinensismus“ beschäftigt sich das Amsterdamer ״A 11 g em. H a n d e 1 s bl a d“ mit den Voraussichtliehen Folgen der Ereignisse. Im Widerspruch zu den positiven Erklärungen Thomas’ und Ormsby-Gores, daß die britische Regierung nicht daran denke, auf Verlangen der Araber die Einwanderung einzurteilen, seien offenbar hinter den Kulissen gewisse Kräfte am Werk, die anscheinend zu einer raschen Lösung drängen, die die Parteien befriedigt. In der englischen Presse kamen für die arabische Sache allmählich Sympathien mm Ausdruck, die, ohne den Verdiensten der zionistischen Sache Ahbrueh zu tun, ihren Ausgangspunkt in der Realität fänden. Auch aus Palästina kämen Berichte, aus denen hervorgehe, daß in jüdischen Kreisen dort Neigung ztt einem den Arabern entgegenkommenden Kompromiß bestelle. Es wird ein Artikel des jetzt in Palästina lebenden früheren holländischen Zionistenfuhrers Ent/ Bernstein heransgegeben. aus dem hervorgehe, daß die Araber jet/.t wohl bereit seien, mit sich reden zu lawi-n, wenn mir von vornherein feststehe, daß die Bildiing einer jüdischen Mehrheit in Palästina verhindert werde, daß die Juden für immer mit einer Miinierlieitestellung — z. B. von 40 '0׳ Juden gegenüber 60 0/0 Arabern —• sich begniigcn wurden, und daß aller (inrnil vorhanden sei, zu unterstellen, daß umlaufende Gerüchte dieser Art einen sehr starken Kern von Wahrheit enthielten. Es habe sich in Palästina ein Gegensatz zwischen Zionismus und Palästinensismus entwickelt, der auch bei der schnellen Einwanderung, in der das reine zioni-tische Prinzip verlorengegangt-n sei, kaum habe ausblciben können. Der Einfluß der ziemlich großen Inv c s t i c r u n g e n d e r L o n d o 11 e r C i t v in Palästina habe nach dem Ausbrecher! der Unruhen ganz zugunsten der Zionisten gewirkt, aller infolge der langen Dauer der Unruhen stünden für die City nicht mehr so sehr die zukünftigen Perspekfiven im Vordergrund, sondern die Furcht vor Vorlüsten bei dem bereits Investierten. Es werde in ganz positiver Form über das Bestellen eines Memorandums gesprachen, in dem eine Vereinbarung zwischen Juden und Arabern für die nächsten zehn Jahre vorgeschlagen werde, das vor allem auf der Bedingving beruhe, daß die jüdische Einwanderung auf das genannte Zahlenverhältnis beschränkt bleiben solle. * Dia ״Husselnl“ und ״Nashathibl״ Der Korrespondent des ״Figaro“ in Palästina, Maurice Noel, läßt soeben zwei Artikel erscheinen(, die sich mit der Stellung der Führer des arabischen Aufstandes in Palästina beschäftigten. Noel weist vor allem auf die gleichartigen Aufstandsmethoden hin, die in allen arabischen Linder״, in Palästina, Serien, Aegypten, Algier, Tunis tisw. angewandt werden. Der Wille der Araber in Palästina, die jüdische Einwanderung aufzuhalten, entspricht ״der anarchistisclien Grundstimmung der arabischen Seele”. Noel weist auf den Gegensatz der beiden großen arabischen Familien in Palästina, der ,,littsseini” und der ״Nashashibi”, die sich beide der Gunst der Engländer versichern wollen. Diese Führer bemühen sich teilweise aus sehr materiellen Gründen, die Freundschaft der Engländer auch heute zu bewähren, und zeigen daher den Engländern auch im heutigen Aufstand mir so viel Feindschaft, wie zur Befriedigung der Instinkte der radikalen Jugend notwendig ist. Die Hilfe dieser Jugend ist den Familien hei den Wahlen״ bei der ev. Einrichtung des ״Gesetzgebenden Rates" unbedingt notwendig. Besonders den ״Nashasnibi" ist es gelungen, die Hilfe Englands zu finden, Das Hauptbüro des Keren Kajemeth hat von einem ungenannten Spender aus Europa 4000 Pfund erhalten. Sie sind zur Erneuerung von Baum Pflanzungen des Nationalfonds, die während der Unruhen vernichtet wurden, bestimmt. Der Vorsitzende der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, David Ben G11 ז i o 11, der sich In der letzten Zeit in London aufgehalten hat, ist in Palästina cingetroffen, um seine Funktionen wieder zu übernehmen. Wie das Hauptbüro des Keren Haicssod mirteilt, hat die jüdische Agrarbank, an der sich der Keren Hajessod mit einem Betrag von 5!MX) Pfund beteiligt hat, den Betrieb bereits aufgenommen und die ersten Darlehen gewährt. Diese Darlehen werden solchen Kolonisten gegeben, die ausschließlieh jüdische Arbeiter beschäftigen. Vor kurzem hat die Jewish Agency eine Beratung mit Vertretern des jüdischen H andwerks in Palästina abgehaltcn, in der Maßnahmen im Hinblick auf die egenwärtige Lage im Lande erörtert wurden, Die Vertreter es Handwerks forderten u, a. Kredite, Zuteilung von Natkv nalfondsboden zur Errichtung von Werkstätten und kleinen Fabriken, Hausbaukredite und die Festsetzung eines bestimmten Budgets. Die Exekutive der Jewish Agency hat sich bereit erklärt, einige dieser Forderungen zu erfüllen. Der Bau eines Quais ain Tiberias-Sce wurde durch jüdische Arbeiter, die unter dem Schutz vom Transjordanischen Grenzkorns arbeiten, wieder aufgenommen. Der Bau, bei dem früher Juden und Araber beschäftigt waren, wurde durch den Streik unterbrochen. Das Regicrungsdepartcment für öffentliche Arbeiten hat auch den Bau einer Chaussee zwischen Raselain und den Steinbrüchen in Majdalyaba in Angriff genommen. Die 5>,uigen Pfandbriefe und die Stammaktien zu LP 5 der General Mortgage Bank of Palcstine, Ltd. sind gemäß Beschluß der Börsenkommission nunmehr auch zum offiziellen und 80 Prozent der Beamten der Munizipalitäten sind Klienten der Nashashibi. Erst auf die schärfste Pression, die von selten der weniger befriedigten Hussein!, vor allem des Großmufti ausging, haben sich die Nashisliibi an die Spitze der Aufstandsbewegung gestellt. Die Inkonsequenz dieser Politik wendet sich aber allmählich gegen die beiden roßen Familien. — In einem zweiten Artikel untersucht Noel ie Herkunft der Waffen der Aufstandsbewegung und ihre Finanzierung. Die Waffen kommen sowohl über die Südgrenze, wie aus Transjordanien und Syrien. Nur selten gefingt es den Engländern, einen Waffentransport zu beschlagnahmen. Die Hauranarbeiter tragen erheblich zu dem Walfenschmuggel bei. Andererseits ist mit der Ueberschreitung des lordan außerhalb der Zollstationen kaum ein Wagnis verblinden. Während auf arabischer Seite behauptet wird, das Geld zur Finanzierung des Aufstandes stamme ausschließlich aus palästinensischen Quellen, muß man mit einer Finanzierung von Kräften außerhalb der Landesgre11z.cn rechnen. Die Sammhm gen in den arabischen Ländern dürften keine sehr erhebliehen Resultate gebracht haben, 7. B. hat Damaskus nur 1500 Pfund Sterling aufgebracht. Näher liegt die Erklärung, daß durch die Vermittlung des palästinensisch-syrischen Komitces in Genf europäisches Geld nach Palästina gesandt wird. Ein Beweis für diese Sendungen ist aber nicht vorhanden, noch weniger ist es eindeutig bewiesen, daß es sich um italienisches Geld handelt. Man kann vermuten, daß dem Mufti erhebliche Gelder sowohl aus einer pälästinensischen Sammlung für die Drusen, die von ihm zurückbehalten wurden, wie aus Spenden zur Verfügung stehen, die von Arabern aus Amerika gesandt werden. * Dia arabisch• Angst Das erste Juliheft der englischen Zeitschrift ,,Fortnightfy Review“ veröffentlicht einen Aufsatz des Herausgebers von ״Great Britain and the East“, Mr. Kenn et h Williams unter dem Titel ״Die Tragödie des Palästinamandats“. Williams schreibt, daß dieses Problem das heikelste sei, vor das das Empire jemals gestellt war und daß es die Aufgabe der Untersuchungskommission sein wird, nicht nur die tatsächliche Lage zu untersuchen, sondern aufzuzeigen, was wünschenswert, praktisch und gerecht ist. Was ist Englands Absicht? Soll die Unabhängigkeit Palästinas angestrebt werden in Uebereinstimmung mit dem Wesen der A-Mandate und mit der Politik im Irak? (.)der sollen die Zionisten in die Mehrheit gebracht werden, bevor eine solche Ent- Wicklung auch nur erwogen wird? Der gegenwärtige Streit gehe nicht zwischen Arabern und Juden oder zwischen Arabern und Zionisten, sondern zwischen Arabern und England, Der Name Englands sei in Palästina und den Nachbarländern noch mehr gehaßt als der Frankreichs; das British Empire sei in einer höchst gefährlichen Lage. Mit Bezug auf die Rolle Italiens schreibt Williams, daß es nicht zu leugnen sei, daß italienische Agenten und der italienisclie Sender Bari eine bedeutende Propaganda entfaltet hätten. Aber zu behaupten, daß sie allein für die Unruhen verantwortlich seien, sei kindisch. Die Araber hätten in den letzten 15 Jahren schon bei wenigstens fünf Gelegenheiten zu Gewalttaten gegen die zionistischen Einwanderer gegriffen, sie bedurften nicht des fremden Geldes und Einflusses, um diese Gesinnung zu manifestieren. Der Verfasser ist der Ansicht, daß cs sich nicht um eine Bewegung Einzelner handle, sondern daß der Aufstand im Wesen eine Volksbewegung sei und daß die arabische Feindschaft psychologisch verständlich sei, da sie aut der Furcht um die Zukunft basiere, der Furcht um die Sicherheit, von der die Juden behaupten, daß sie sic erst den Arabern gebracht hätten. Die Zionisten versuchten, diese Furcht durch ökonomische Begriffe hinwcgzudisputlcren, aber obgleich ihre Ziffern unangreifbar seien, seien sie irrelevant. Der beherrschende Faktor in der gegenwärtigen Lage sei die Angst der arabischen Bevölkerung um ihre Zukunft. Der zionistische Ein* fluß In Palästina dürfe zwar nicht übertrieben werden, ab» er sei doch recht beträchtlich und bei einer Fortdauer der gegenwärtigen Einwanderunggsziffer könnten die Juden in 20 Jahren die Majorität sein. Mr. Williams empfiehlt das Kantonislerungsprojekt dem Studium der Untersuchungskommission und schreibt dann zu den arabischen Forderungen: Die Frage, ob die Regierung die Einwanderung sperren und zur gleichen Zeit ihrer Verpflichtung der Einrichtung de* Jüdischen Nationalhelms treu bleiben könne, *ei nicht zu beantworten, wenn nicht der Begriff ,,Nationalheim“ definiert werde. Die Zionisten hätten bewiesen, daß sie Tüchtiges in der Land- Wirtschaft zu leisten vermögen, und in städtischen Untern ehmungen *ei ihnen niemand über. Was wollten •ie mehr? Sehr viel; aber die Schwierigkeit sei, daß sie nicht genau fest* legen könnten, wieviel. Sie sagen, daß ein Nationalheim nicht geschaffen *ein werde, bis es außerhalb der arabischen Willkürzone liege; mit anderen Worten: sie vertagen die Ver• Börtcnhandel ln Alexandrien zugelassen worden. Die genannten Werte werden also jetzt täglich in Tel-Awiw, Kairo und Alexandrien notiert. Am 17, Tammus, dem traditionellen Trauertag, wurde in Tel-Awiw von 5 bis 7 Uhr nachmittags eine Arbeit*- pause Ungehalten, während in den Synagogen Sondergottesdienste stattfanden. Am 20. Tammus wird Im Gebäude des Keren Kojemeth in Jerusalem eine Herzl-Ücdächtnisausste- 1 u n g eröffnet werden. Zur Schau gelangen Briefe und Manuskripte, die Im Archiv der Zionistischen Organisation aufbewahrt werden und der Oeffentlichkeit bisher utibekannt waren. Im Laufe des Sonnabend und Sonntag sind in den Jerusalem er Krankenhäusern 310 Fälle von Ptomain- Vergiftung behandelt worden. Sämtliche Kranke sind Juden aus den ärmeren Vierteln, die, wie man glaubt, am Freitag billigen Fisch aus Bagdad gekauft haben. Es wird vermutet, daß die Fische während der •18stündigcn Fahrt durch die -Wüste verdorben waren. Eine polizeiliche Untersuchung ist im Gange. In Haifa starb der Rabbiner Eliahu 1 n s e 1 b u e h, der früher in Brooklyn Rabbiner und Misrachiführer war. Der Dozent für Judaistik, Dr. David Y e 11 i n, ist vom Senat der Hebräischen Universität Jerusalem zum Vorsitzenden des Judaistischen Instituts gewählt worden. Zum Sekretär des Instituts wurde Ben Zion Di 11abürg bestimmt. In Tel-Awiw fand eine Aufführung von Gorkis ״In der Tiefe" durch die Ohel-Truppe statt. Der Schriftsteller David Pinski hielt eine Gedächtnisrede für Gorki. Wie uns die Haavara mitteilt, hat sie Ihren bisherigen Manager, Dr. Moshe L i w n i, damit betraut, die Arbeiten der Near fk Middle East Commercial Corporation Ltd. (Nemico) in den Ländern des Nahen Ostens zu leiten. Dr. Liwni Ist in die Geschäftsleitung der Nemico eingetreten. wirkllditmg des Natiunalhcims ad calcnüas graecas. Wenn die Mandatarmacht sich weder für die Kantomsicrung noch für die Kristallisation entscheide, so bleibe nur der Weg der letzten Jahre, d, h. in Wirklichkeit die Herrschaft der Gewalt. Die palästinensischen Araber würden niemals freiwillig zustimmen, daß diejenigen in wachsender Anzahl das Land betreten, welche sie als fremde Eindringlinge betrachten. * Im Spiegel der Sowjets Zur Lage in Palästina, über weiche die Sowjiet« presse bisher im ganzen recht trocken und kurz berichtet hat, nimmt — einer Moskauer OE.-Meldung zufolge — die .,Prawda“ jetzt in einem längeren Artikel Stellung. Das Sowjetblatt nennt den Kampf der Araber einen nationalen Freiheitskampf gegen die Kolonisation*- bcstrebungen der ״jüdischen zionistischen Bourgeoisie“ und gegen den englischen Imperialismus, dessen ״Agentur“ der Zionismus in Palästina darstelle. England benutze den Kampf zwischen den Arabern und den zionistischen Juden, um seinen eigenen Einfluß in Palästina zu festigen. Weiter wind in dem Artikel ein Unterschied zwischen den Zionisten und den jüdischen Werktätigen gemacht, deren Klasseninter״ essen (!) mit denen der arabischen Arbeiter zusammenfielen. Die ״Prawda“ meint, daß es vorläufig schwer sei, die weitere Entwicklung der antiimperialistischen und. antienglischen Bewegung der Araber vorauszusagen. Es sei aber klar, daß von einem Abflauen dieser Bewegung nicht gesprochen werden könnte. — Die Darstellung der ״Prawda“ zeigt die gleiche Verdrehung der Tatsachen, die wir schon aus den Aeußcrungcn jüdischer Kommunisten (besonders in Amerika) kennen. Besonders gehört hierzu der verlogene Hinweis auf die luteressenharmonie der jüdischen Arbeiter und der arabischen Aufständischen, während in Wahrheit auch der arabische Arbeiter und Fellach Ökon o m i s c h an der durch den Zionismus gebrachten Niveau- Hebung beteiligt ist. Italien und die Palästina-Unruhen Der englische Außenminister Eden äußerte sich im Unter, haus auf eine Anfrage eines Abgeordneten über Rundfunk- Sendungen des italienischen Senders Bari dahin, daß entsprechend einer schon früher gegebenen Antwort die englische Regierung nicht davon unterrichtet sei, daß diese Sendungen in arabischer Sprache eine herabsetzende Stellung(■ nähme gegenüber den englischen Truppen enthalten. Kolonicnminister Ormsby-Oore beantwortete die Anfrage eines Abgeordneten über die Kosten für die Requirierung von arabischen Transportmitteln für Regierungs- und mihtärische Zwecke dahin, daß es ganz unmöglich sei, eine entsprechende Auskunft zu geben, solange die Unruhen andauern, Er werde den High Commissioner veranlassen, über diese Angelegenheit alsbald Bericht zu erstatten. Jahresabschluß der Volksuniversität in Haifa. Die von der ״Gesellschaft für wissenschaftliche Fortbildung“ (״אגידה להשתלמות במדע") in Haifa seit Anfang 5695 unterhaltene Volksuniversität veranstaltete am 10. Juni eine Feier zum Abschluß der diesjährigen Lehrkurse vor den großen Ferien. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Dr. Max Solo weits c h i k, begrüßte die zahlreich erschienenen Dozenten und Hörer und wies auf die kulturelle Bedeutung der Volks- Universität hin, um die sich ein Hörerkreis gruppiert hat und die berufen ist, weiteren Volksschichten jüdisches und allgemeines Wissen in systematischen Vorlesungs-Zvklen zu vermitteln. Im Namen der Dozenten sprach Dr. Berger über die methodische Grundlegung der Lchrkursc und deren weiteren Ausbau. Aus •dem Kreis der Hörer empfahl Dr. Weisser eine Ausgestaltung des Lehrplans nach der Riehtung hin, daß ein möglichst umfassendes, abgerundetes Wissen Über bestimmte Gebiete einige Lehrperioden hindurch dargeboten werde. Ein anderer Hörer befürwortete die Heranziehung weiterer Kreise der Jugend zur Volksuniversität, in der sie Gelegenheit fanden, ihr geistiges Rüstzeug zu vervollkommnen. Zum Schluß folgte, unter Mitwirkung des Habimali-Mitglieds Skliarz, ein künstlcrlsch-rezifatorischer Teil. __ Josef Lin Familien - Nachrichten Fntt Fried» Wiener (früher Berlin), Tel-Awiw, Schiwte Jisrael 24, begeht *m 17. Juli den 70. Geburtstag. Bar Mizwah - Termine Am 18. Juli (28. Tammus): Auf dem Dampfer ,.Tel• Aviv“ bei der Ausreise nach Palästina Rudolf Seeberger, Sohn von Rafael Seeberger, Günzenhausen. (Schluß des Palästina-Teils)