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Jüdische Rundschau · 1936-07-10 · Heft 55 (10.7.1936) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 55 (10.7.1936)
Date
1936-07-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 55, 10. VII. 1936 J0D1SCHE RDNDSCHAÜ Seite 15 Große militärische Operation Jerusalem, 6. Juli. (Palcor.) Die größten Milltäroperationen seit dem Kriege wurden heute in Palästina durchgeiUhrt. Sie erstreckten sich über ein Gebiet, das Nablus, Kalkilieh, Rasel-ejn und Latrun einschließt. An den Operationen beteiligten sich 5 Bataillone Infanterie, Tanks, Panzerwagen, sowie Flugzeuge; die Truppen waren mit Radiosendern ausgestattet. Trotz genauester Durchsuchung von Berghöhlen und Dörfern waren die Ergebnisse nicht befriedigend; auf die Dorfbewohner machte diese Kraftentfaltung jedoch großen Eindruck. Während eines Kugelwechsels mit zwei kleineren bewaffneten Banden wurden vier Araber verwundet; in Azzun wurden auf einen Tank Schüsse abgefeuert, die Be- Satzung antwortete und erschoß einen Araber. In Deirnizham wurde ein Araber, der beim Signalisieren ertappt wurde und dem Befehl stillzustehen nicht Folge leistete, erschossen; sein Begleiter wurde iestgenommen. Die Hälfte der Truppen kehrte abends zurück, die andere Hälfte wird die Säuberung der Gegend um Nablus fortsetzen. Der Spezialk-orres|K)!1dent der Londoner ״Tiro es‘• '׳eröffentlicht am 7. Juli eine ausführliche Beschreibung der militärischen Aktion, die von 4000 englischen Soldaten gegen das Hochland zwischen Tulkerem und Nablus unternomnien wurde. Her Korrespondent hat an dieser Aktion teilgenommen. Er schildert, wie am Sonntag die von ihm begleitete englische Trupperiabteilung zunächst nachts in der Tiefebene längs der Bahn zwischen Kalkiliah und Ras el Ain Stellung nahm, während andere Regimenter weiter nördlieh anschlosseu. Vor Tagesanbruch um 4 Uhr früh begann der Vormarsch gegen das Hochland, das dann in langsamem Vordringen besetzt wurde. Widerstand wurde überhaupt nicht geleistet. Trotzdem dauerte der Vormarsch sehr lange, da alle Verstecke und die tief eingeschnittenen Täler und Schluchten untersucht wurden, ferner wurden alle Araber auf Waffen untersucht. Der Korrespondent spricht die Vermutung aus, daß die in diesem Gebiet vorhandenen Terroristen ihre Waffen vergraben und sich das Ansehen harmloser arabischer Bauern oder Kameltreiber gegeben haben. Die englischcn Truppen waren mit Panzerwagen und Tanks ausgerüstet, außerdem hatte jede Abteilung einen Wagen mit R a d i o - E i 11 r i c 111 u n g, so daß auf drahtlosem Wege die Verbindung zwischen den einzelnen Abteilungen aufrechterhalten wurde. Im ganzen wurden bei der Aktion einige Araher verwundet, die Truppe selbst hatte keine Verluste. Der Korrespondent meint, daß die umfangreiche militärische Operation mit dem Aufgebot großer Machtmittel aut die Bevölkerting den Eindruck nicht verfehlt haben dürfte. Er selbst sei, obw׳ohl er mit einem jüdischen Chauffeur fuhr, von den Arabern überall freundlich behandelt worden. Beruhigung - und was weiter? Von unserem palästinensischen Korrespondenten Arabische Aktionen Die Zeitung ״lslarnia“ veröffentlicht ein an den High Commisskmer gerichtetes Memorandum, das von 137 arabischen höheren Regierungsbeamten untcrzeichnet ist, die darin ihre Meinung zum Ausdruck bringen, daß der Grund für die Unruhen in der Enttäuschung der Araber über die nicht •erfüllten Versprechungen der Regierung, die dem von den Zionisten ausgeübten Druck nachgebe, za1 suchen sei. Die Unruhen mit Gewalt zu unterdrücken, sei keine Lösung des Problems; die Regierung müsse vielmehr durch ein Verbot der jüdischen Einwanderung das Vertrauen der Araber wiedergewinnen; andernfalls würden die Unruhen und das Blutvergießen andauern; das Prestige der Regierung würde durch ein Einwanderungsverbot in keiner Weise beeinträchtigt werden. Schließlich betonen die Unterzeichneten, daß trotz ihrer Stellung als Beamte ihr Gewissen sie dazu zwinge, dagegen zu protestieren, daß die Regierung eine Politik der Gewalt verfolgt, obwohl es andere Mittel gibt, dem Blutvergießen ein Ende zu machen. Dieses Memorandum ist auch an den Kolonienminister gesandt worden. Die Zeitung ״Islamia“ weist darauf hin, daß verschiedene arabische Beamte das Memorandum nicht unterschrieben haben. Die arabische Zeitung ״Ad Difaa“ veröffentlicht einen. Aufruf, der an den König Ghazi des Irak und führende Politiker in Bagdad gerichtet ist. Der Aufruf fordert die Araber ini Irak auf, dem Vorbild König Faisals, das dieser bei der Befreiung der Araber gegeben habe, zu folgen. Die frühere Denkschrift König Faisals an das Foreign Office, in der auch die Palästinafrage behandelt werde, müsse veröffentlicht werden. Der Aufruf schließt mit der Feststellung, die panarabische Idee sei Wirklichkeit und keine Poesie. Einfuhr von Explosivstoffen verboten In einer Verordnung zur Einschränkung der Einfuhr von Explosivstoffen nach Palästina wird die Einfuhr aller explosiver! Stoffe verboten. Ausnahmen sind nur auf Grund besonderer Erlaubnis des Generalinspektors der Polizei oder der von ihm mit der Ausstellung von Genehmigungen beauftragten Personen zulässig. gL Tcl-Awiw, 5. Juli Macht der Gewöhnung Die Bevölkerung Palästinas hat im dritten Streikmonat eine andere Einstellung zu den Tagesereignissen als zu Beginn der Unruhen. 1 )er Akzent der Geschehnisse hat sich verschoben, die Reaktion auf die noch immer außergewöhnlichen Vorgänge ist eine andere geworden. Man hat sich ,,gewöhnt“. Sowohl beim Abhören der zweimal täglichen von der Regierung ditrchgegcbenen Radioberichte wie auch beim Lesen der Zeitungen wird auf Schüsse oder Bomben, wenn sie keinen Schaden anrichtcn, kaum mehr geachtet. Und wenn es einmal hier, einmal dort wieder losknallt, so macht das lange nicht mehr den Eindruck wie vor zwei Monaten. In dieser ״Gewöhnung“ liegt eine Art gesunden Ncrvenschutzes, man behält sich die starken Reaktionen für Gelegenheiten vor, wo sie unbedingt nötig sind. Aber auch von ,,normalen“ Gesichtspunkten betrachtet, läßt cs sich nicht leugnen, daß sich das Land in den letzten Tagen weiter beruhigt hat. Es gibt weder größere UeSerfälle noch beträchtliche Zusammenstöße zwischen Terroristengruppen und Militär und wo dennoch wichtigere Aktionen unternommen werden (wie zum Beispiel die Vorbcrcitung einer Entgleisung der Eisenbahn), so ziehen sie sich charakteristischerweise immer mehr in die entlegeneren Oegenden zurück, die rein arabisch und von jüdischen Siedhingen weit entfernt sind. Diese relative Beruhigung des Landes, die jetzt schon mehr als eine Woche anhält, beruht zu einem Teil auf der Konzentrierung immer größerer Truppenmassen, zu einem Teil auf dem rigorosen Durchgreifen des Militärs, zu einem Teil wohl auch auf einer gewissen Er- Schöpfung der arabischen Rebellen. In der Stadt Jaffa ist zum Beispiel die fast völlig gelungene Pazifizierung auf die großen Sprengungsarbeiten des Militärs zurückzuführen, die einen beträchtlichen Teil der Altstadt in Trümmer legten, dazu für Tage die Stadt mit Militär füllten und den Einwohnern einen überaus demonstrativen Anschauungsunterricht davon gaben, daß das Militär nicht gesonnen sei, mit sich spaßen zu lassen. Aehnlich hat das Durchgreifen und die Kollektivstrafc in Hebron gewirkt und ebenso die in l.udd. Dazu kommen unnachsichtige Waffensuchen in verschiedenen Dörfern, bei denen die Beteiligung an Angriffen und Sabotageakten sicher oder wahrscheinlich ist. Der Wachdienst des Militärs, der Polizei und ihrer Vcr- Stärkungen (Spczialpolizei «sw.) hat sich in den langen Wochen der Unruhen immer zweckentsprechender organisiert. Angriffe auf luden und auf Militär erscheinen von Tag zu Tag aussichtsloser. Die Araber können wohl hoffen, noch sehr große Ungclcgcnheiten und auch an den verschiedensten Stellen Schäden anzurichten, sie können ohne Zwuifel den Kampf in die Länge ziehen, aber er wird für die Angreifer sehr viel schwerer als für die Verteidiger. Es scheint also, als ob wir uns langsam dem Stadium der ״Beruhigung“ näherten. Wir betonen das ״langsam“. Denn bei der heute im Lande herrschenden Psychologie können größere Aktionen der Rebellen sehr gut "noch einmal aufflammcn (viele Pessimisten z. B. sind der Ansicht, daß an der relativen momentanen Ruhe die Vollmondnächte einen ebenso großen Anteil haben wie die Patrouillen und daß beim nächsten Neumond das Höllenspiel sich nochmals erneuern wird!) und auch wenn keine größeren Aktionen mehr kommen sollten, so kann es noch rc,cht lange dauern, bis auch die einzelnen Terrorakte absclnveflen. Es heißt also in der Wachsamkeit nicht nachlassen, die Nerven behalten, sich auch durch Intervalle der Stille nicht in zu große Sicherheit lullen lassen. Und genau das ist es, was der Jischuw heute tut. ln der Politik bisher kein Ausweg Sind so die letzten Entwicklungen auf militärisch-strategischem Gebiete als ein Fortschritt in der Richtung auf eine Pazifierung des Landes anzuschcn, so liegt man sich auf politischem Gebiete noch völlig in unverrückten Schützengräben gegenüber. Die Parlamentsdebatte hat die Araber nicht um ein Jota von ihren drei schon berühmt gewordenen Forderungen, keine Immigration, keine Bodenkaufe, nationale Regierung, abrückcn lassen. Daß die Juden keiner dieser Forderungen «stimmen, braucht keiner Erwähnung. Und die Regierung hat außer den Bajonetten nur die eine Waffe in der Hand, die sich bisher als unwirksam erwiesen hat: die königliche Untersuchungskommis• sion. Aus keinem Lager, von keinem der Politiker im Lande ist bisher ein neuer Vorschlag zur Ueberwindung des politischen Dcadlocks gemacht worden und es ist auch nicht abzusehen, woher einer kommen soll. Im Gegenteil, je länger die gespannte Situation anhält, desto uniiberbrückbarer scheinen die Gegensätze, desto breiter und tiefer dehnt sich die Kluft zwischen den verschiedenen Lagern, jeder der politischen Gegner wartet darauf, daß die andere Seite ermüde. Und sogar das bis vor kurzem so beliebte Prophczeien, wann die Sache ״zu Ende sein würde“, ist bereits in Mißkredit gekommen. Man hat sich hei der Berechnung der Situation, in der so viele Unbekannte stecken, zu oft geirrt. Die Bemühungen der Regierung Die Regierung hat sich freilich auch bis in die letzten Tage hinein nicht mit militärischen Aktionen begnügt, sondern zugleich immer wieder hier und da und dort die politische Sonde anzusetzen versucht. Der High Gommissioner hat — eine Tatsache, die im Lande sehr viel besprochen und auch bestaunt wurde — vor einigen Tagen das Konzentrationslagcr in Sarafend besucht, wo die großen und kleinen Führer und Agitatoren der arabischen Bewegung eingesperrt sind. Die Fahrt galt offiziell einer Untersuchung der Unterbringung der Häftlinge, über die in der arabischen Presse Klagen laut geworden waren. Jetzt sickert aber durch, daß der High Gommissioner bei dieser Gelegenheit auch mit A u 11 i Abdul Hadi, dem früheren Sekretär des Obersten arabischen Rates, Rücksprache genommen hat, und man munkelt über neue Vermittlungsversuche des Emir Abdullah. Weiter scheint man bei all diesen Versuchen nicht gekommen zu sein. Die Regierung hat jetzt noch einen anderen Weg eingeschlagen, sich nämlich Uber die Köpfe der arabischen Führung hinweg, direkt an das Volk zu wenden. Flugblättcr in den Dörfern weisen darauf hin, daß der Streik und der Kampf auf Kosten der Fellachen und der armen Bevölkerung geführt werden, daß die reichen Effemlis selbst nicht davon betroffen werden tisw. Am finde der Proklamationen taucht wieder die königliche Untcrsiichungskommission auf. Ob diese ״Wendung an das Volk selbst“ eine aushöhlende Wirkung auf die arabische Aktion hat, ist bisher nicht zu übersehen. Der Streik geht weiter Denn wenn wir auch in der letzter! Zeit ein Abschweflcn der Gewalttaten zu verzeichnen haben und die Streikbewegung gewisse Anzeichen des Versackcns gegeben hat (vor allem in dem sehr ermüdeten Jaffa und dem vor Anbeginn an nicht so stark mitgerissenen Haifa), so darf man sich keineswegs darüber hinvvegtäuscheri, daß der Streik sowohl in den rein arabischen Städten wie auch in den nicht jüdischen Vierteln Jerusalems eindeutig weiterbesteht. Die Eklen sind geschlossen und der radikalen Jugend ist es auch gelungen, beträchtliche Teile der Fellachen, die die Lebensmittel liefern, einzuschüchtern oder mitzureißen. So wie die bewaffneten Banden an den Stellen auf dem Lande, wo inan ihnen freiwillig nicht die genügende Unterstützung leiht, Geld und gelegentlich auch Menschen mit Gewalt zu ihrer Verstärkung Fordern, so hindert die nationale Jugend den normalen Handel oder zwingt ihn, wo es nicht anders möglich ist (schließlich muß ja irgendwie die minimale Versorgung der Bevölkerung sichergestcllt werden!), in unterirdische Bahnen. Außerdem f; ' J “' ־־ ’־ ־־־־ יי־ ׳-י' 1 -. ״ Vorwärts heute ziemlich ebenso viel Schwierigkeiten macht wie ein Zurück. In den ersten Wochen des Streiks war es noch ökonomisch einfach und vorteilhaft, ihn abzubrechen. Es war damals noch einfach, das Land wieder in normale Bahnen zu leiten. Heute haben sich weite Kreise auf das Anormale eingerichtet. Sehr viele Läden sind ausgeräumt, die Waren in die Häuser geschafft; dort wird das Nötigste an geschahliehen Transaktionen getätigt. Viele sind in den Streikmonaten in schwere Schulden geraten, die sie, so lange die Dinge so bleiben wie heute, nicht zu zahlen brauche 11, die aber mit dem Moment, wo alles wieder in Ordnung kommt, abgetragen werden müssen. Und zu diesen Momenten kommt auf der einen Seite echte Sympathie für die arabische Sache und aktive Anteilnahme an den nationalen Bestrebungen und auch die Furcht vor dem inneren arabischen Terror, der jeden Streikbrccher mit Diffamierung oder auch direktem Schaden bedroht Die Vorfälle der letzten Tage Hebräische Zeitungen verboten — Ueberfall auf Ejn Charod - Weitere Todesopfei Die Arbeit der Gerichte Das Jerusalemer Bezirksgericht hat einen Araber wegen unbefugten Waffenbesitzes zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zusammenhang mit dem Mord an dem am 3. Juli in einer arabischen Plantage bei Ness-Ziona tot aufgefundenen arabischen Wächter sind zwei Araber vcr• haftet worden. In Jaffa wurde ein Araber, der einen Polizisten zu erstechen versuchte, verhaftet. Der Mordanschlag geschah, während der Polizist das Haus eines anderen Arabers durchsuchte, der verdächtigt wird, eine Bombe zur Explosion gebracht zu haben. Das Jerusalemer Bezirksgericht verurteilte einen Araber wegen Schießens auf Militär zu sieben Jahren Gef ä n g n i s. Der Untersuchungsrichter überwies dem Gerichte zwei Araber, die des Mordes an Galuthmann am 10. März angeklagt sind. Einer der Angeklagten hat gestanden. Die Untersuchung in Sachen des Mordes an Chasan und Dannenberg ist beendet. Drei der Angeklagten sind frcigcsprochcn, zwei auf freien Fuß gesetzt worden, während einer wegen Besitzes von Waffen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, Belagerungszustand In Nablus Jerusalem, 9. Juli. (JTA.) Am 9. Juli wurde über die Straßen in Samaria, sowie über die Städte Nablus und Dschenin der Ausnahmezustand verhängt. Der englische Soldat Mavers ist seinen am Montag bei der Beschießung einer Truppenabteilung aus dem Hinterhalt in der Nähe von Tulkerein erlittenen Verletzungen erlegen. Er ist der fünfte Engländer, der den Palästina- Unruhen zum Opfer gefallen ist. Jerusalem, 6. Juli. (Palcor.) Während der Nacht sind auf verschiedene Siedlungen Schüsse gefeuert worden; Wächter und Militär erwiderten. In Kirjat-Anawim wurde der Wächter Israel Bcnosuda leicht verwundet. In Khaisa bei Kfar Gileadi wurde ein arabischer Wächter durch Militär, das seine Signale falsch verstand, getötet. Auch in Huleh wurde ein arabischer Wächter, ebenfalls durch einen Zufall, von Soldaten erschossen. Die zwei Soldaten vom Fliegerkorps, die am 6. Juni den Wächter Misrachi in Rischon-le-Ziou angeschossen haben, hatten sich heule vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Der eine wurde zu zwei Jahren Internierung in einem militärischen Straflager in Aegypten verurteilt, der andere wurde freigesprochen. Infolge Durchschneidens der Leitung ging geslern abend in Tcl-Awiw plötzlich das elektrische Licht aus. Der Schaden konnte nach zehn Minuten wieder behoben werden. Jerusalem, 7. Juli. (Palcor.) Der 25jährige Elijahu Said wurde heute morgen durch einen ays einer Plantage zwischen Neve Shaanan und dem Hatikwah-Vierfel in Tel-Awiw geführten Pistolenschuß getötet. Said hinterläßt eine Frau und ein Kind. Zwei vcrdächtige Araber wurden verhaltet. — Gleichzeitig wurde im Newe-Schalom-Viertel, das an Jaffa angrenzt, eine Bombe zur Explosion gebracht. Zvvei jüdische Polizisten und ein jüdisches Kind wurden leicht verletzt. Während der Nacht wurde wieder in verschiedenen Orten geschossen; Wächter und Militär erwiderten das Feuer. Heute wurden Arbeiter in! Weingarten von Tel Joseph angeschossen; die Araber, die vom Berge Gilboa herunter schossen, wurden durch die Arbeiter, denen die Siedler von Ejn Charod zu Hilfe kamen, vertrieben. Verletzt wurde niemand. Das amtliche Communiqu6 vom Nachmittag berichtet, daß während eines Ueberfalls auf eine Militärpatrouille zwisehen Nablus und Tulkerem ein Offizier leicht und ein Soldat schwer verwundet wurden. In Jaffa wurde gestern auf die Maspero-Zigarettenfabrik und heute auf das Postamt je eine Bombe geschleudert; Schaden wurde nicht verursacht. Das amtliche Communique vom Abend berichtet, daß zwei jüdische Hilfspolizisten in R i s c h o n - 1 e - Z i n n heute nachmittag zwei bewaffnete Araber stellten. Diese begannen zu schießen, worauf die Polizisten erwiderten; ein Araber wurde getötet, der andere ergriff die Flucht, nachdem er sein Gewehr fortgeworfen hatte. Die Polizisten nannten die Verfolgung auf. Es stellt sich jetzt heraus, daß außer den bereits gemeldeten arabischen Verlusten 6 weitere Araber während der gestrigen Militaroperatiouen im Nah Ins-Bezirk getötet wurden. Heute morgen wurden Truppenabteihingen in Deirsharaf bei Sebastia angeschossen; sie erwiderten das Feuer, wobei mehrere Araber verwundet wurden. Heute abend versuchte eine 15—20 Mann zählende Bande einen U e b e r f a 11 auf Ejn Charod. Erst nachdem Abteilungen des Transjordaniscltcn Grenzkorps und des Yorkshire- und Lancashirc-Rcginients eintrafen und Schüsse mit den Arabern austauschten, zogen sich diese in die Berge zurück. Die Truppen nahmen die Verfolgung auf. Die Verluste der Araber sind unbekannt; von den Siedlern und den Truppen wurde niemand verletzt. Ein Autobus-Transport wurde gestern hei Nuresshems, dem Schauplatz mehrerer Kämpfe, angegriffen. Tnippen und Flugzeuge nahmen die Verfolgung der Banditen auf. Jerusalem, 8. Juli. (Palcor.) Die hebräischen Zeitungen ״H aarc z“ und ״H aboke r“ sind wegen Veröffentlichung falscher Meldungen auf fünf Tage verboten worden. Das heute abend herausgegehene amtliche Communiqui meldet, daß ein arabischer Ziegen hitt im Manshie- Vierte! von Jaffa in der Nähe des Hatikwah-Vicrtcls erschossen wurde; sein Begleiter, der unverletzt entkam, erklärt, daß fünf Revolverschüsse von europäisch gekleideten Personen abgegeben wurden; polizeiliche Untersuchungen sind im Gange. Drei Araber im Besitze von zwei ticwehren und Munition wurden zwischen Ludd und Petach-Tikwah, wo gestern ein Ueberfall stattgefunden hatte, verhaftet. , rammst”

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