Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1936)
- Date
- 1936-07-10
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 55. 10. Vli. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seile? Die Auswanderung^-Bewegung: יב6 ס 69 Wie — der ,,DAZ“ zufolge — in einem Arbeit«• bericht des Bayerischen Staatsministerium des Innern für das Haushaltsjahr 1935 dargelegt, wird,, zeigt die Entwicklung der Devisenbegutachtung durch die Auswandererberatuugsstelle Bayern rechts des Rheins ein starkes Anwachsen der jüdischen Auswandererbcwcgtmg. Wahrend in den Jahren 1931 und 1932 von den für das rechtsrheinische Bayern ausgestellten 126 Devisengutachten nur 22 Anträge auf Juden entfielen, schwoll nach der Machtübernahme durch die nationalsozialistische Regierung die Zahl so stark au, daß insgesamt im Jahre 1933 650 jüdischen Antragstellern rund 9,1 Mil- Honen RM. begutachtet wurden. Das folgende Jahr 1934 zeigt etwa die gleiche Anzahl jüdischer Devisenantrage mit einem auf rund 9,7 Millionen RM. erhöhten Betrag. In der ersten I killte des Jahres 1935 gingen die Anträge erheblich zurück, um dann nach Erlaß der Nürnberger Gesetze wieder stark, und zwar auf eine noch nicht dagewesene Höhe anzuwachsen. Insgesamt wurden rund 600 Anträge mit rund 11,9 Millionen RM. begutachtet. Auch im ersten Vierteljahr des Jahres 1936 hielt die starke jüdische Deviseninanspruchnahmc an, um dann letzthin infolge der neuerlich erschwerlen Devisenbestimmung abzusinken. Der Anteil der Juden und Nichtarier an den insgesamt ausgestellten De- Visengutachten beträgt nahezu 90 Als Zielband für die jüdische Auswanderung stellt in erster Linie Palästina, 1m weiten Abstande folgen Vereinigte Staaten von Amerika, Frankreich, England, Italien, Südafrikanische Union, Südamerika und andere. In letzter Zeit wurde infolge eines besonderen Vcrrechnungsabkommens mit Italien dieses Land als jüdisches Auswandcrungsziel bevorzugt. Bei Begutachtung der Devisenanträge wurde besonders Wert darauf gelegt, daß an Stelle von Lkevisen nach Mög• lichkcit neue deutsche Sachwerte von den Auswandernden beschafft und mitgenommen wurden. Hierdurch ergab sich, wie in dem Arbeitsbericht ausgeführt wird, eine sehr erh e b 1 i c h e Arbeitsbeschaffung. Die Hauptzahl der jüdischen Auswanderer stellten, besonders in der ersten Zeit nach der Machtergreifung, Nürnberg und die fränkischen Gebiete. Inzwischen ist die jüdische Auswanderung aus München und Oberbayern in den Vordergrund getreten. Mit dem Ablauf der Geltungsdauer des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen vom 14. Juli 1933 ist auch in Bayern der Vollzug dieses Gesetzes abgeschlossen worden, ln Bayern wurden rund 300 E i n b ü r gerungen von Ostjuden und asozialen Personen widerrufen. Fm ״Westdeutschen Beobachter״ (Köln) wird unter der Uebcrsclirift ״Wer wandert heute aus?“ ein Bericht über die Arbeit der rheinischen Auswan■ dercr-Beratungsstelle in Köln gegeben. Nach Angäbe der Gesamtzincrn der behandelten Fälle heißt es in der Darstellung des ״Wcstd. ßeob.“: ״Die steigende B e r a 111 n g s z a h I gebt fast aus• schließlich auf die jüdische Abwanderung zurück. Nach den Nürnberger Gesetzen im vergangenen Herbst setzte erneut ein Hauptstrom der Palästinafahrcr ein. im letzten Jahr erteilte die Kölner Beratungsstelle 882 Auskünfte über Palästina, während es im Vorjahr nur 390 waren. Infolge des Araberaufstandes ist aber die Abwanderung ins ״Gelobte Land“ in den letzten Monaten stark abgeebbt. Auch die neuerdings beschränkte Zulassung jüdischer Aerzte tat dabei ihre Wirkung. Bezeichnenderweise gehen die deutschen Ost jeden nicht in ihre Heimat zurück, sondern suchen ebenfalls in Palästina ihr Heil. Wieweit die häufige Umschulung der jüdischen Händler und Intellektuellen auf Landarbeit dauernde Früchte trägt, muß sich noch erweisen. Die Kölner Beratungsstelle macht es sich zur Aufgabe, auch die jüdischen Auswanderer gewissenhaft zu beraten. Man kann annchinen, daß die Juden, die sich seit längerem dem Zionismus zuwandten, Deutschland schon verlassen haben. ...^Aufschlußreich ist auch eine Aufstellung der einzelnen Berufe, auf die sich die Auswanderungswilligcn verteilten: aut Land- und Forstwirtschaft, auch Gärtnereien, entfielen 151 (im Vorjahr FM)), auf Berg- und Hüttenwesen 17 (17), auf Industrie, Gewerbe und Bauwesen 665 (576), auf Handels- und Versiclierungsgewerbe 1141 (634), auf Gast- und Schank- Wirtschaft und Verkeiirsgcwcrbe 57 (56), auf häusliche Dienstboten 361 (457), auf Lohnarbeit wechselnder Art 49 (31), aut freie Berufe, auch Staatsdienst 193 (227), auf Gesundheitswesen, darunter Aerzte 248 (142), Anfragen ohne Berufsangabe 1075 (812). Die wachsenden Zahlen im Handelsgcwerbc und Arztberuf gellen zweifellos auf jüdische Auswandcrung zurück. Das läßt sich auch von den angeblich Berulslosen sagen, da viele Jüdinnen, die bei uns im Haushalt lebten, auf eigene Faust auswanderten.“ Englische Beteiligung im Schocken-Konzern Das Handelsblatt der ״Frankf. Ztg.“ teilt mit: Eine englische Gruppe hat eine Beteiligung am Sc hocke 11- Konzern erworben. In Auswirkung dieser Intercsscnnahme ist Sir Andrew M c F a d y e a n als weiterer Kommanditist in die Einkaufszentrale J. Schocken Söhne eingetreten. In den Aufsichtsrat der Schocken AQ., deren Aktienmchrheit sich im Besitz der Einknufszentrale J. Schocken Söhne befindet, wurden die 1 lerren McFadyean, London, und Nigel L a w, London, zugewählt. Der Schocken- Konzern, der 19 Warenhäuser in Sachsen und Süddeutschland betreibt, gehört seit jeher zu den hestfnndierten Unternehmen der Branche. Das hing einmal mit der vorsichtigen Finanzpolitik (keine Expansion, insbesondere nicht nacli der Fabrikscitc), zum andern mit der straffen Zentralisation und der systematischen Beschränkung des Sortiments im Interesse der Einkaufskraft zusammen. Der Konzern war in der Weise aufgebaut, daß die Einkaufszentrale J. Schocken Söhne, die 1933 in eine Kommanditgescllschaff umgebildet wurde, zugleich die Holdinggesellschaft für das Bctricbsunterneluncn, die Schocken AG. in Zwickau, war (Kapital 4,2 Milk RM. bei 3,7 Mill. offcnen Reserven). Die Grundstücke waren zumeist gepachtet und lagen bei besonderen Gesellschaften in Familienbesitz. Der Verkäufer der jetzl in englischen Besitz übergehenden Kommanditbcteiligung an der J. Schocken Söhne ist Herr S. Schocken, der sich bereits seit 1933 im Ausland (bekanntlich in Palästina — Anm. d. Red. ״J. R.“) befindet, so daß also durch diese Transaktion zwischennationale Kapitalbewegungen auch auf dem Sperrmai k-Markt nicht in Frage kommen. Herr S. Schocken bleibt nach wie vor Kornmanditist bei dem deutschen Unternehmen; doch dürfte aus dem Eintritt von zwei englischen Herren in den Aufsichtsrat der Schocken AG. hervorgehen, daß die neue Gruppe einen wesentlichen Einfluß auszuiiben in der Lage ist. Insofern weckt der Vorgang grundsätzliches Interesse. Sir McFadve111־ ist bekannt durch seine Stellung bei der englischen Reparationskommission in Berlin; er kommt aus dem Civil- Service, hat sieb aber zuletzt vorwiegend wirtschaftlich betätigt. Herr S. Schocken d ii r f te durch die Abstoßung seiner deutschen Beteiligung in die Lage versetzt sein, sich neuen Aufgaben — vermutlich im angelsächsischen Bereich — zu widmen. In der inneren Organisation des deutschen Konzerns und in den Besitzverhältnissen bei den Grundstücksgcscllscbaften wird sich zunächst nichts ändern. Das Unternehmen gilt nach wie vor als relativ gut fundiert, wenn auch für das letzte Jahr mit seinen schwierigen Bcdingungen für Warenhäuser kaum ein so günstiger Abschluß wie in 1934/35 (damals 672 000 RM. Gewinn nach 323 000 RM. Anlage- und 982 000 RM. anderen Abschreibungen) erzieit worden ist. Erpressung und Rassenschande Einen schweren Fall von Erpressung, den drei Angeklagte an einen! Nichtarier, der gegen die Nürnberger Gesetze verstoßen batte, begingen, hatte 1t. ״Berliner Tageblatt“ Vom 7. 7. die Aachener Strafkammer abzuurteilen. Zu verantworten hatten sich ein Nichtarier aus Düren wegen Rassenschaiide und eine geschiedene Ehefrau und zwei Männer wegen gemeinschaftlicher Erpressung. Die angeklagte Frau hatte den Juden zu einem Besuch in ihre Wohnung eingeladen. Dabei war es zu Intimitäten gekommen, die von dem Nichtarier auch zugegeben wurden. Vor dem nächsten Besuch aber hatte die Frau die beiden anderen Anfeklagtcn aufgefordert, an der Tür und den Fenstern ihres im rdgeseboß liegenden Schlafzimmers zu warten und im gegebenen Augenblick einzudringen. Es geschah alles vorabredungsgemäß. Nun drohte man dem Juden mit Anzeige. Man wollte aber von einer Anzeige abselieti, wenn er 50ir RM. bezahle, und einigte sich schließlich auf die Ausstellung eines Schuldscheines über 500 RM, Bereits am nächsten Tage veranlaßte man den Nichtarier unter gleichen Drohungen, weitere 80 RM. in bar und 400 RM. in wechseln zu gehen. Diese Erpressungen setzten die drei längere Zeit hindurch fort. Der Jude übergab die Dinge schließlich seinem Rechtsbeistand, der Anzeige erstattete, so da'ft alle Beteiligten festgenommen wurden. Der Jude erhielt wegen Ras sense 11 an de eine Strafe von f ii 111 Monaten G c f ii n g i s, während die Frau wegen Erpressung 18 Monate Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust und die beiden Männer 10 und 12 Monate Gefängnis erhielten. Die Einordnung der Mischlinge Das Landgericht Dresden hat das Kind au s einer geschiedenen Mischehe bei einem Streit der Eltern über die Regelung des Erziehutigs- und Sorgerechts der jüdischen Mutter zugesprorheii mit der Begründung, das Kind gehöre rassenmäßig in die Kreise seiner jüdischen Mutter. Diese Entscheidung hat das Oberlandesgericht Dresden lt. Frankf, Ztg. vom 7. Juli durch Beschluß vom 19. März 1936 aufgehoben. Die Sache wurde zu erneuter Erörterung au das Landgericht zurückverwiesen. In den G Hinden des aufhebenden Beschlusses wird gesagt, die gesetzliehe Behandlung der Mischlinge gehe von der Erkenntnis aus, daß diese weder wesensgleich den Deutschen noch wesensgleich den Juden seien. Sie verfolge das Ziel das in das deutsche Volk eingedrungene jüdische Blut möglichst schnell und immer weiter aufm• teilen, so daß in jeder Generation eine immer stärker werdende Verdünnung des ein gedrungenen jüdischen Blutes eit»• trete und damit in absehbarer Zeit praktisch die entstandene Mischrasse verschwinde. Die Mischlinge würden deshalb auf einer Reihe von 1.ebensgebieten ungleich den Deutschen 1md auf einer Reihe anderer Lebermgebiete gleich den Deutschen behandelt. So soll nach Mitteilung von Staats- Sekretär Stuckart im Hinblick auf die Wehrpflicht, die Arbeitsdienstpflichf, die Aufnahme in deutsche Schulen und Hochschulen demnächst eine Klärung ihrer Stellung im Sinne einer gewissen Änglcichung an die Staatsangehörigen deutschen oder a r t ־ verwandten Blutes erfolgen. Als Jude werde der Mischling ersten Grades angesehen, wenn er sich mit einem Juden verheirate oder in die jüdische Religionsgemeinschaft aufgenommen werde. Ob das cintreten solle, unterliege jedoch seiner freien Entschließung oder der Entschließung derjenigen, welchen die Sorge für seine Person zustehe. l>er Mischling könne aber auch, mit den für seine Person sich ergehenden Beschränkungen, in die deutsche Volksgemeinschaft aufgcnommen werden, wenn er für diese als wertvoll anzusehen sei. In welchem Umfange dies tatsächlich geschehen werde, werde tlie Erfahrung!ehren. Mithin könne keine Rede davon sein, daß ein solcher Mischling obrie weiteres rassemäßig in die Kreise des jüdischen Fllcrnteils gehöre. In dem vorliegendcti Falle bedürfe es also noch der 'Prüfung, ob das Kind der geschiedenen Eltern im Judentum aufgehen woile und solle oder nicht Die Juden Im sächsischen Wirtschaftsleben ״f) i e Sächsische Wirtschaft“ brachte vor kurzem auf Grund von Zählungen des Sächsischen Statistischen Landes,־!rntes Angaben über die Berufsgliederung der Juden in Sachsen. Stichtag für diese Zahlen ist die letzte Volkszählung vom 16. Juni 1933, wo in Sachsen insgesamt 20 584 ülauhensjudcn lebten. Von 100 jüdischen Erwerbstätigen gehörten in Sachsen 0,3 (im Reich 1,7) der Landwirtschalt, 23,6 (23,1) der Industrie und dem Handwerk, 66,1 (61,3) der Gruppe Handel und Verkehr und 10 (12,5) dem öffentlichen Dienst und dem häuslichen Dienst an. Reisende, Vertreter und Agenten gab es 1136, Verkäufer 738, Buchhalter, Korrespondenten und Stenofypisten 4(16, sonstige kaufmännische und Büroangestellte 1422, Aerzte 242, Rechtsanwälte und Notare 78. Bezieht man die Zahl der jiidisehen Rechtsanwälte und Aerzte auf die Gesamtzahl der Angehörigen dieser beiden Berufe, so stellen die Rechtsanwälte einen Anteil von 4,4 °/0 (im Reich 16,3«,«) und die Aerzte einen Anteil von 3,6 % (im Reich 10,9 <y״). Bei den akade• mischen Berufen ist somit der durchschnittliche jüdische Anteil im Reich weit höher als in Sachsen. Unter 100 jüdischen Erwerbspersonen befanden sich 46 Selbständige (im Reich ebenfalls 46) gegenüber 16 bei der übrigen Reidisbevölkertmg. Aus der Haftarah für Sdhabbat, den 11. Juli 1936 Du aber gürte deine Hüften. stelle dldi hin und rede zu ihnen alles was ich selbst dir entbiete, — sei nimmer bestürat vor ihnen, sonst bestürze ich dldi vor ihnen I Ich nämlich. wohlan, ich gebe dldi heut zur Bollwerkstadt, tur eisernen SSule, zu ehernen Mauern wider all das Land, den Königen Jehudas, seinen Fürsten, seinen Priestern, der Volkschaft des Lands: sie werden gegen dldi kämpfen und werden dich nicht abermögen, denn Ich bin mit dir — SEIN Erlaufen —, dich zu erretten. Hrmcfahu, 1, 11— 19 Verdeutscht von Martin Bober Spanischer Brief (Von unseren) Berichterstatter) Spanische Seiardenpolitik Barcelona, 7. Juii Nach voranfgegangeuen Verhandlungen zwischen der grieduschen mul spanischen Regierung ist (wie bereits gemeldet Red.) 114 sefardischeii Juden, die m < irieehenlaml ansässig sind, die spanische Staat.-animhörigkeit verliehen worden. Die spanische Regierung kehrt mit diesem Akt zu einer Politik zurück, deren Beginn wir bereits seit 1881 verfolgen können, als anläßlich der Pogrome in Rußland die spanische Regierung die in Rußland au-äs-dgen Selaiden einlud, nach Spanien, dem Wohnsitz, ihrer Von. iiter, ־zurüek/.iikehren. Führer der Bewegung, die alle spanisch sprechenden Gruppen der Scfarden als ־/um spanischen Kuiturkreis gehörig betrachtete und auch eine politische Verbindung durch Zutrke-initrng der spanischen Staatsangehörigkeit schatten wollte, war der spanisehe Ar/t Piilido, der in einer großen Anzahl von Scliriften für diese Idee warb. 1!1 den Reihen der Bewegung finden wir aller auch Namen wie den des Historikers Ramony Cajal, des Schriftstellers Gal dös und des gegenwärtigen spanischen Ministerpräsidenten Aza na, Azanas Unterschrift steht z, B. unter einem 1916 an die französische Regierung gerichteten Brief, in dem Frankreich dafür gedankt wird, daß es die die türkische Staatsangehörigkeit besitzenden Sefardim in der rechtlichen Behandlung spanischen Staatsangehörigen während des Weltkrieges gleichstellte. Die spanische Verfassung von 1931 enthält einen Artikel, der die Schaffung eines Gesetzes zur Erleichterung der Einbürgerung von Sefardim Vorsicht. Dieses Gesetz ist bisher noch nicht erlassen worden, doch ging die Verwaltungspraxis in den ersten beiden Jahren der Republik dahin, daß der Nachweis der Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinde genügte, um in Spanien wohnende Juden (zwischen Sefardim und Aschkenasim wurde nicht streng geschieden) einznbürgern. Als seit 1933 die Einwanderung nach Spanien zu wachsen begann und die Frcmdengcsel/gebiiug verschärft wurde, wurde diese Verwaltungspraxis verlassen und auch von den Sefardim wie von andern Ausländern der Nachweis eines zehnjährigen Aufenthalts in Spanien gefordert. Audi Einhürgerungen von im Ausland wohnenden Sefardim wurden in den letzten beiden Jahren unter der Herrschaft der Rechtsregierung nicht vorgenommen. Diese nicht sehr gleichmäßige Haifung der Regierung gegenüber den Sefardim ist einer der Gründe der Tatsache, daß bis!teufe nur 2000 bis 3000 nach Spanien znriiekgekehrt sind, obwohl unmittelbar vor den Toren Spaniens in (ubralfar zirka 1300, in Spanien-Marokko über 30 000 Sefardim wohnen. Fs erscheint jedoch möglich, daß Spanien jetzt wieder zu der Politik, die in < irnvlteni.inil, dem Balkan und dem Orient wohnenden Sefardim als kulturelle und politische Stutzpunkte zu benutzen, zurückkcln011 will. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang 7. B., daß die spa 1!belle Regierung der sefardischcn Gemeinde von Sohr! offiziell ihren Dank für die Unferstht/ung anläßlich der Lope de Vega-Fcicrn in Bulgarieti ausgesprochen hat. Palästinenser auf einem spanischen Sportfest Vom 19. 26. Juli findet in Barcelona die Internationale Folklore- und Sportwoclie־ ״■titt, die mit einer Kunstausstellung verbunden ist. Zu dies! r unter dem Protektorat der katalaillsehen Regierung stellenden Veranstaltung werden 6000 spanisehe und 2(X:0 ausländis! he Teilnehmer erwartet. Palästina wird auf diesem Fest durch eine Fußballmannschaft, Boxer־ Ringer und i eichtathleten des ״Uapoel“ vertreten sein. Bei dieser Gelegenheit wurde zum erstenmal im spanischen Radio hehr ä i sch g e s p r o c h e n , als der palästinensische MannschaHsführer Glowinskv die spanischen Hörer in seiner Muttersprache begrüßte und ihnen für ihre Gastfreundschaft dankte. An jüdischen Teilnehmern ans andern Ländern werden unter andern! erwartet der kanadische Boxer Sam Luftspring und eine Gruppe von 30 jungen Mädchen aus Paris, die Gymnastikübungen vorführen und anschließend an das Fest auf Einladung der katalanischen Regierung einen Monat in der Schulkolonie von Tarragona verbringen werde. W. A. ZUM TODESTAG VON THEODOR HERZU Sammelschrift zum 20. Tammus Preis 75 Itpf. Zu beziehen durch die Buchhandlungen oder gegen Voreinsendung direkt von der Verlagsabteilung der Zionistischen Vereinigung; für Deutschland Berlin W15 / MeinekestraSe 16 f Postscheckkonto Berlin 8091 i