Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 55 (10.7.1936)
- Date
- 1936-07-10
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nr. 55, 10. VII. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 RICHARD REER-HOFMANN Zu seinem 70. Geburtstag (11. Juli) Was er uns ist VonSchalom Iicn-Chorin (Jerusalem) Kaum ein anderer Dichter unserer Zeit hat so unter Beweis gestellt, daß nicht die Fülle der Worte, sondern die Tiefe des Wortes Gewicht hat auf der Waage der Herzen, welche Ruhm und Geltung bestimmt. Drei Dramen, eine Erzählung, ein früher Nove-llenband, etwa drei oder vier Gedichte und eine Gedenkrede — das ist das dichterische Werk Richard Bcer-Hofmanns. ״Was gab diesem umfangarmen Werke so lauten Widerhall?“ fragt der deutsche Literarhistoriker Albert Sörgel; und antwortet: ״Es lebte in diesem Wenigen etwas, was den Menschen der Vorkriegszeit im Innersten berührt«.“ Der ״Mensch der Vorkriegszeit“ ist heute nur mehr ern Teil der Empfangenden, aber das Werk Richard Bcer-Hofmanns lebt — stärker als je — in tausenden Seelen. Das Werk? Nicht ganz. Obwohl es so scheint, als habe Beer- Hofmann der Auswahl, die die Zeit aus den Werken eines Künstlers zu treffen pflegt, dadurch vorgreifen wollen, daß er nur das Letztgültige freigab, hat die Zeit dennoch — allerdings unter ganz anderen Aspekten — Auswahl getroffen. —■ Was blieb, oder fragen wir enger: was blieb uns? Ein Gedicht und zwei Dramen und eine Figur aus einem Trauerspiel. Dies aber, ״eines Lebens Gewinn“, ist tiefinnerlich uns zu eigen geworden, stets daseiend, und in uns (oft übergellt vom Wirrsal des Tages) forttönend. Man hat oft versucht — unseliger Zug unserer Zeit — Beer-Hofmann literarkritisch zu rubrizieren, und stellte ihn, den Wiener, der gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts sein erstes Buch in die Welt schickte, in die Nähe Hofmannsthals und Schnitzlers. Was ist damit gewonnen? Nichts. Diese ״Erkenntnis“ macht uns nicht reicher, gibt uns kein Wissen um dies Werk. Wohl liegt die Müdigkeit, die schöne Trauer, das herbstliche Grundgefühl unendlicher Resignation in den ersten Versuchen und der gleichnishaften Erzählung ״Der Tod Georgs“, deren Held Paul erschauernd — wie Hofmannsthals Claudio — die Sinnlosigkeit seines licbeleercn Lebens erkennt, wohl klingen im Trauerspiel von Schmach, Aufstieg, Glück und Ende des ״Graf von Charolais“ die edlen, dunkelschwcren, brokatnen Verse an an Hofmannsthals Versdramen. Und doch bleibt alles dieses an der Oberfläche. Mit dem Trauerspiel ,,Der Graf von Charolais“ tritt ein Künstler vor uns, der gespeist aus allen Quellen der Lust, der Trauer, der Erkenntnis und des Zweifels das pronietheische Werk echter Dichtung schafft. Menschen, nicht gut ״oder“ böse gibt er, Menschen, in deren Brust Engel und Dämonen hausen, Menschen, alle hineingestellt in das unentwirrbare Ineinander von Freiheit und Zwang, von Fluch und Gnade, die an ihrer inneren Tragik zugrunde gehen müssen. Das ist das Leben, überhöht in den Worten eines Dichters. Das sind Menschen, geboren aus innerster Wahrhaftigkeit ihres Schöpfers. ״Masken meint Ihr? Nicht Masken! Denn wo wäre mehr Wahrheit, als in dem Antlitz, das er jedem gab.“ Diese Worte, geweiht Wolfgang Amade Mozart, in Beer- Hofmanns berühmter ״Gedenkrede“ seien ihrem Sprecher zum Dank zurückgegeben. Was ist’s, was diese echten Menschen, diese großen Zauberspiegel, darin wir uns selbst wiederschauen, leiden inacht? Das ist’s: Getriebene sind sie, gehorsam unbekannfestem Gesetz. ״Es“ trieb uns י— treibt uns! ״Es“ Nicht ich — nicht du! Wenn der Graf von Charolais an der Leiche seiner geliebten Frau, die, um ihm die Liebe zu ihr, die durch Ehebruch zerbrochen war, wiederzugeben, sich erstach, solches sagt ... klingen nicht die Verse auf, die Beer-Hofmann Jahre später im ״Schlaflied für Mirjam“ schrieb: Dunkel, verborgen Hie Wege hier sind, Dir, und auch mir, und uns allen, mein Kind! Blinde — so gehn wir und gehen allein. Keiner kann keinem Gefährte hier sein. Dieses Schlaflied, zum Allerschönsten zählend, was je in Versen gesprochen wurde, umfaßt die ganze Welt Beer-Hofmanns. Sein Hineinverwobensein in den mystischen Strom des Blutes, der Geschlecht an Geschlecht schließt, sein Lobpreisen der Liebe von Vater und Kind, die ihn das einzig Bestehende dünkt in dieser Welt, deren Kern Zerfall ist, seine in tausend Nächten ausgegorene Frage nach dem Sinn, der hinter den Dingen, wie der Mond hinter den Wolken steht, und endlich seine keusche und dennoch mit Rebellion geladene, seine wesenhaft jüdische Frömmigkeit, die er einmal so ausdrückt: Es scheint, er liebt es nicht, wenn man zuviel Von ihm spricht — sci’s mit Beten oder Fluchen! Zu Sich’rcs haßt er — und ein allzu sehr Auf Ihn vertrauen — nennt, er: Ihn versuchen. Nach dem Trauerspiel hat Beer-Hofmann zwölf Jahre geschwiegen. Dann gab er uns — Auftakt ״nur“, Vorspiel! — ein dramatisches Mysterium, das ihn zum Sprecher und Deuter des jüdischen Weltschicksals erhob, das ihn frei zeigte von aller literarischen Abkunft, ״Jaäkobs Traum“. Manchen schien es so, als habe der Dichter erst mit diesem Werk sich als jüdischer Dichter, weithin sichtbar einer aufhorchenden Welt, gezeigt. Dies aber ist irrig. Schon in ״Der Graf von Charolais“ ist Beer-Hofmann so jüdisch, wie mir je einer, der in deutschen Worten dichtete. Nicht nur wegen der Shylockfigur ״der rote Itzig“-nein, nein, im Ganzen, in der Sicht der Dinge, der Zusammenhänge dieses tragischen Geschehens. ״Der Graf von Charolais“ ist die Nachdichtung eines alten englischen Schauerstückes ״The fatal dowry“, das P. Massinger und N. Field um 1632 verfaßten. (Merkwürdiger Zug Dichter letzter Reife, daß sie ein Fertiges, angeblich Fertiges, ergreifen, um es umzuformen und aus den! Erdkloß Menschen, aus der erdachten Fabel, undurchdringliches Leben schaffen.) Ein simples Schauerstück, dessen einziges Problem die Frage ist: Kann ein armer Mann seiner reichen Frau gegenüber innerliche Freiheit bewahren? Ein simples Schauerstück, das einen Abend ״füllt“, aber einen Menschen leer läßt. Was wird daraus unter den Händen dieses jüdischen Dichters, der — oberstes, einziges Merkmal jüdischer Dich¬ Foto; Brüblme/er, Wico— Bide* tung — nicht berichten kann, sondern fragen muß. durchbohrend bis auf den Grund der Dinge tauchend und über sie hinausgreifend bis an den Mantelsaum Gottes? Was wird daraus? Eine verzehrend lodernde Frage an den Ursprung aller Dinge, eine immer unbeantwortbare Hiobsfrage nach dem Sinn der Leiden, die ewig wiederkehrende Frage des Juden an die Welt, die ihm ihr tränenreichstes Antlitz bietet, die Frage, die in ״Jaäkobs Traum“ Samäcl, der Dunkle, der ״Schatten des Ewigen“, in den Lobchoral der Erzengel hineingeilt. Ein Jude steht in diesem Stück. Nur an seinem Rand. Er könnte auch gestrichen werden. ״Der rote Itzig“ ist nur eine Nebenrolle. Aber ist der Jude nicht immer Träger von Nebenrollen? Ist sein Geschick denn Geschick der Welt? Steht er nicht immer nur am Rand der ״Stücke“?! Dieser rote Itzig ist der Bruder Shylocks: der ewig Geprellte. Der Mensch, der böse wird durch die Lieblosigkeit der Welt, der so übervoll von Schmerzen ist, daß er das Recht zur Waffe macht, mit der er sich Genugtuung erstreiten will. Itzig trägt das wahre Gesicht Shylocks, das Shakespeare nicht anders sehen konnte, das nur einer zu deuten vermag, der sich eins weiß mit dem Blut dieses üedemütigten, der in der häßlichsten Verzerrung das leuchtende Urbild sieht, in Shylock-Itzjg, Jaäkob, den Strahlenden erkennt, zu dem der Herr spricht: Erbarmen — weig’re ich! Fordere du —• dein Recht! Und über den in alle Häßlichkeit des Leibes, in alle Bitternis der Seele gebannten Itzig, über diesem Aberbild jaäkobs, erklingt die Stimme ״unendliche Liebe entströmt ihrem Klang“: Ich will ja nur — mein Sohn — mich dir so tief verschulden, Daß ich — zur Sühne — dich erhöh’n vor allen darf! ״Jaäkobs Traum“ ist das Vorspiel zu dem Zyklus ״Die Historie vom König David“, die in fünf Abenden Schicksal und Sendung Israels in seinen großen urzeitlichen Heroen lebendig werden lassen will. Führt noch ein Verbindendes von der reinen Hauptgestalt dieses hohen lyrischen Dramas zu dem roten Itzig aus ״Der Graf von Charolais“? Das Verbindende, wir deuteten es schon an, ist das durch den furchtbaren Segen Ausgestoßensein aus aller Liebe der Die ״Historie von König David", erklärt Bccr-Hofmann in der Vorbemerkung zu seinem neuen Buch*), ״umfallt ein Vorspiel und drei Stücke. Bisher sind das Vorspiel ״Jaakobs Traum“ sowie das erste Stück ,,Der junge David“ erschienen. Dem Wunsch einiger Freunde entsprechend, die das ״Vorspiel auf dem Theater zu König David“ schon jetzt besitzen wollen, erfolgt diese Veröffentlichung, che noch ״König David“ abgeschlossen ist.“ Dies Vorspiel also, das allein, wie ein Versprechen, vorzulcgcn der Dichter nur einigen Freunden zuliebe sich bereit fand, denn es ist sehr kurz, kaum länger als das Vorspiel auf dem Theater zum ״Faust", dies Vorspiel ist doch weit mehr und wichtiger als Einleitungen, Pro- und Epiloge ge• meinhin, es ist trotz seiner Knappheit und Bczogcnhcit auf die Davids-Tetralogie, in deren Mitte cs nun steht, eine ganze Dichtung, ein Gedicht für sich, und es ist im Rahmen dieses Lebenswerkes etwas Außerorden tlieh es: Der Dichter vermittelt hier nicht mehr mir von Handlung zu Handlung, er spricht, zum erstenmal und kaum mehr mittelbar, in eigner Sache, und während er sonst hinter seinen ganz und gar nicht subjektivierten Gestalten zuriirk■ steht, weil ihm Dichtung immer ein Amt, ein priestcrlich strenger Dienst ist, läßt er hier auch Reflexlichter mit über die Szene huschen, Hörer aller Art aus unserer Zeit und die Kritiker mitauftreten, läßt er dich und mich und jeden mit hincinreden, um alle Einrede mit dem Bekenntnis des privaten Grundgefühls seines Dichtertums zu beantworten, läßt er das Drama als Theater und mit der Rückwirkung aus dem Publikum heraus bewußt und beredt werden, um schließlich seinem David, seiner Figur, wie Mensch zu Mensch gegenüber zu stehen. Das Vorspiel beginnt im Dunkel mit einem verrollenden Trommelwirbel, dann wird die Hauptperson dieses Gedichts sichtbar, ״der Prolog“, in weißer, reichfaltiger, morgenländischer Tracht, gedämpft wie von ferne erklingt das Harfen- •) Vorspiel auf dem Theater zu König David, Verlag der Johannes-Presse, Wien. Menschen. Samäel nennt es warnend dem Jaäkob, der sich, — ringend und jubelnd zugleich — in die Arme Gottes wirft: Er ladt dir auf, bis dir der Nacken bricht! Man geißelt dich, du raffst dich auf — Kr sicht es! Verschmachtend schleppst du dich — Er duldet es, Labt nicht der! Gaumen, der dir röchelnd dorrt. So zeigt der Widersacher, dessen Wort Gott selbst wahr heißt, das Bild des leidenden Gottesknechtes, der Vision des Deutero-Jesaja. Samäel hat Jaäkob gewarnt, der aber ruft ihm zu: Ich lieb Ihn •— wie Er ist! Grausam und gnädig. Lauteres Licht -׳- und Altgrund, finster tief! Ich laß Ihn nicht! Ich weiß: zu Ihm gehör ich! Jaäkob hat's auf sich genommen — und itzig ist der Rücken krumm geworden unter dieser untragbaren und dennoch getragenen Last. Jaäkob ist die Idee des Juden, Itzig sein grauenhaft entstelltes Weltgesicht. Rot wie Edom, der Bruder Jaäkobs, der ״im Recht“ ist, aber ohne die Gnade, kämpft er furchtbar begnade! um sein Recht. Hier werden Seinsziisammcnhange sichtbar, die zu durchdenken uns schauern macht. Jaäkob verletzt, indem er Fdom um den Segen betrügt, das Recht. Doch die Gnade rin Erwählung schließt die klaffende Wunde. Recht aber bleibt Recht, Gott selbst kann nur begnaden. Recht fordert Recht. Am Ursprung Israels aber wird das Recht zugunsten gnadeuhafter Erwählung verworfen, und nur jahrtausendelanger Rechtsbruch an Israel fügt den Riß, den diese Gnadenwahl dem Kosmos beibrachte. Noch einmal stellt Beer-Hofmann die große Frage der Gnade. In seinem bisher jüngsten Drama ״Der junge David“ begibt sich der Titanenkampf zweier Begnadeter. Wenige Tage nur umschließ( das äußere Geschehen den Fall des verworfenen Königs Schani und die Krönung des jungen David. Aber die Fülle inneren, wahrhaftigsten Sieh-Begebcns ist nicht zu zählen. Alle Tiefen und Abgründe menschlichen Falles werden aufgerissen, und aus dem prasselnden Brande eines geborstenen Menschen- und Königtums steigt, geläutert durch die Flamme dreifachen Leides, die len/liche Herrschaft des jungen David. Die große elementare Antithese Schaül- David, jehonathan-Achitophel. I ul und Berufung erfüllt die lose Bilderfolge mit urdramatischer Dynamik, aus deren wildem Sturm und Gegensturm gleichsam wie eine silberne Bildsäule, umhaucht von Schauern der F.wigkeit Ruth, die Ahilin Davids, die Gestaltwerdung ganzer Treue ragt. Verwerfung und Begnadung sind die Grundakkorde des Dramas ״Der junge David״; ungenannt, dunkel wie herbstliehe Sturmwolken ballen sich die Worte, die Jaäkob zu seinem Knecht Idnibaäl spricht über ihm: ״Was wähl! Er uns — und fragt nicht, ob wir wollen?!“ Die Frage nach der Erwählung und dem Sinn der Leiden — immer wieder kreist Beer-Hofmann um sie. In beispielloser Zucht hat er der Sprache ihr Allerletztes abgerungen. Nie berauscht sie ihn, daß sie ihn fortriß, wie es zuweilen Hofmannsthal und Rilke geschah. Fr feilt mit größter Hingabe jede Scharte aus dem Metall seiner Dichtung, bis sie rein und voll tönt. — — Vor mir liegt ein Almanach des S. Fischer-Verlages aus dem Jahre 1911. Viele Dichter sind darin vertreten, von denen uns nichts mehr in Erinnerung blieb, nicht einmal der Name. Viele Proben ans Dichterwerken, die vergessen sind, obwohl ihre Verfasser uns noch gelten. Auch von Beer-Hofmann sind in diesem Buche ein paar Verse abgedruckt — aus dem Drama ״Davids Tod“, dem fünften Abend im Dramenzyklus, ״Die Historie vom König David“, an der der Dichter noch immer — was ist inzwischen alles hingebraust über unsere Erde! — der Zeit sein grandioses Trotzdem bietend, arbeitet. ״Wie eine Glocke“ sagte Klabund von den Versen Beer- Hofmauns. Fr meinte cs phonetisch. Uns alter tönt dies Werk noch im anderen Sinne glockcnhaft: weckend, mahnend, fordernd, zwingend zu Finkehr und Verwesentllchung. spiel und der Gesang, mit denen das letzte Bild des Stückes ״Der junge David“ schloß, verdämmernd erscheint dieses Bild: David im Krünungskleid, den Kronreif in hochcrhobcnen Händen, hinter ihm seine Ahne Ruth. ... Man liest diese Angaben, es sind ״Regiebemerkungen“, aber es geht einem wie immer mit diesem Dichter: seine Szenen, seine Stücke sind weniger als die irgendeines jüdischen Dramatikers, und wäre es selbst der virtuoseste Bühncnteehniker, Lesedramen, sie schreien nach Darstellung, nach hörbarem, spürbarem, sichtbarem, buntem, lebendigem Ausdruck, sie brauchen diesen Ausdruck so ganz und gar, daß kaum ein Theater ihnen gewachsen sein kann, und sie haben diesen Ausdruck schon so ganz und gar in sich, sie sind so sprechend, so eindringlieh packend geschrieben, sie stellen sieh schon selbst so zwingend dar, daß man auch im Lesen gleich mitverzaubert ist, hingerissen wie im großartigsten Theater. Was hier also im Vorspiel nur verdämmernd und stumm einen Augenblick lang vor unseren Augen stehen soll, diese Tratunv;sion vom jungen David vor der Krönung, das lebt nun aus dem ersten Davidstück mit aller wild-erhabenen, tragischen Schmerzensgewalt von neuem in uns auf. Wir sehen David nicht nur wie eine stumme, stille Erscheinung reglos vor uns, wir glauben ihn eben auftreten zu sehen, wir zittern wieder um ihn, denn Maöcha ist tot, Davids Frau, die Getreuen wissen es, nur er selbst weiß es noch nicht, sie wollen es ihm erst sagen, wenn er die Krone angenommen hat, diese grausame Dumpfheit des Wissens der andern und seines Nichtwissens ist in der Luft, als er auftritt und den Acltesten die Worte sagt, die dieses Dichters Kernworte bleiben werden: Für jene, die nun ewig schweigen müssen: Ich danke euch! — Daß Treue auf der Welt ist, Läßt leichter leben uns — (ein wenig leiser, fast für sich:) mag sein, auch leichter sterben! Dann, nachdem er sich schon gesammelt hat, erblickt er Tarkuh, den verwundeten Todesboten, und noch sehen wir David, wie er stockt, sich zu täuschen glaubt, sich mit der Beer־FIofmanns neues ״Vorspiel“