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Jüdische Rundschau · 1936-07-03 · Heft 53 (3.7.1936) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 53 (3.7.1936)
Date
1936-07-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 53, 3. VII. 1936 jüdische Rundschau Seife W Umschau Geistiges Leben / Escha schoicm Zionismus in Palästina Die Lage der Juden in der Welt wie die Verhältnisse in Palästina drängen heute wieder den Zionismus zu einer Rechtfertigung seiner Wege und Ziele, zur Festigung seiner Ideoloie. Die geschichtlichen Ereignisse stellen an en Zionismus eine Frage, und die Aufsätze und Diskussionen in der hebräischen Presse zeigen, daß diese Frage gerade hier in Palästina nicht überhört wird. Nach den blutigen Ereignissen des Jahres 192Ü gal) der damalige Vertreter der Palästina-Exekutive, Harry Sacher, vor der englischen Untersuchungskommission eine Erklärung über das Ziel des Zionismus ab: ״Die Juden wollen in Palästina einwandern entsprechend der Fassungskraft des Landes und hier eine jüdische Kultur schaffen, welche der Ausdruck des freien jiidischen Genius ist.“ Damals war die Lage der Juden in der Welt noch eine wesentlich andere und wahrscheinlich würde heute eine offizielle Formulierung das realpolitischc- Moment weit mehr betonen als das kulturelle. Daß aber auch heute die Frage der jüdischen Kultur als Zentralfrage des Zionismus erkannt wird, das lehren die vielen Auseinandersetzungen, die sich immer wieder an einem neuen Thema entzünden und ohne abzureißen die hebräische Presse durchziehen. Der erste und erstaunliche Eindruck vom palästinensischen Zionismus ist der, daß so etwas gar nicht existiert. Es fehlt zunächst eine Zionistische Organisation überhaupt, und die Versuche, die in neuester Zeit Ben-Gurion machte, eine solche ins Leben zu rufen, fanden keine Gegenliebe. Es fehlt also auch ein zionistisches Verrinsleben mit all den sozialen Funktionen, die es in den jüdischen Zentren der Welt erfüllt hat. Die Rolle der allgeineinen Organisation haben die Parteien nur in sehr beschränktem Maße übernommen. Und selbst, wenn man ein Einsehen hat und das Paradox gelten läßt, daß für den Zionismus im Lande seiner Erfüllung mit gutem Rechte kein Platz ist, so muß man doch in diesen Dingen einen Ausfall sehen: Es fehlt hier die Dynamik, die dem Zionismus die Kraft gab, Generationen junger Juden anzuziehen und sie zu prägen, es fehlt dem Heranwachsenden Geschlecht Palästinas auch völlig die Kenntnis von der Diaspora, also der Boden, auf dem der Zionismus wuchs, cs fehlen ihm weltpolitisches Verständnis und Interesse, Faktoren, die im hergebrachten Zionismus eine gewisse Rolle gespielt haben. Palästinensische Konzeptionen des Zionismus < Aber das alles zeugt eben nur von dem schwachen Kontakt Palästinas mit dem Zionismus der Diaspora. Der palästinensische Jude scheint über den Problemen des Tages den Zionismus vergessen zu haben; aber eben diese Probleme treiben ihn immer wieder zu einer neuen Erörterung der Grundlagen des jüdisehen Lebens in Palästina. Zionismus als Lösung der Judenfrage Die Notlage der Judenheit hat die wichtige Revue ״Hatekufa“ neuerdings zu der Rundfrage über das Thema ״Zionismus als Lösung der Judenfrage‘‘ veranlaßt. Drei Antworten werden im letzten Bande veröffentlicht: K I a t zkin beantwortet die Frage׳, oh Palästina die Judwifrage löst, ohne Zögern und positiv. Er ist fest überzeugt, daß das jüdische Volk in seiner Majorität gewürdigt werden wird, die nationale und menschliche Lösung seiner Probleme im eigenen Lande zu erleben. Der entscheidende Faktor ist einzig der Wille des Volkes zu seiner Erlösung. Dieser allein wird das Maß der Aufnahmefähigkeit des Landes bestimmen, in dem Maße, in dem jener Wille wächst und die nationale Anstrengung wächst, wird auch Palästina wachsen. — positiv ist auch die zweite Antwort von Nacluim Slouchz: Palästina in seinen historischen Grenzen ist groß genug, um das jüdische Volk aufzunehnien. — Die letzte Antwort stammt von So ko low. Er antwortet in einem längeren sorgfältig abwägenden Artikel: Wenn man fragt, oh Palästina die Judenfrage lösen wird, so muß man sich darüber klar sein, was Judenfrage bedeutet. Bedeutet sie die Tat- Sache, daß Juden verfolgt werden und heißt also jene Frage: Werden nach Erfüllung der zionistischen Bestrebungen in Palästina die Nichtjuden aufhören, die Juden zu verfolgen und zu hassen?“ Sokolow sieht die Sache pessimistisch. Das Judenprobleni in der LMaspora wird wahrscheinlich Fortbestehen, wenn sich nicht imvoraussehbare Veränderungen ereignen. Sokolow polemisiert gegen die Begründer des politischen Zionismus, weiche die Bedcutung der Galuth nach Erfüllung des Zionismus unterschätzt haben. Die einfache Lieber- Siedlung der Juden nach Palästina sei eine viel zu mechanische Auffassung, die der Kornpliziertheit des Problems nicht gerecht werde. Zionismus als Erziehungsgrundlage Ein palästinensisches Teilproblem, das Er- Ziehungsbudget der Stadt Tel-Awiw, hat zu lebhaften ideologischen Kämpfen Anlaß gegeben, die schon an dieser Stelle erwähnt wurden. Inzwischen ist die Entscheidung bis zum neuen Haushaltsplan im Herbst vertagt worden, und das bedeutet, daß die Frage: zionistische Einheitsschule oder Sonderschulen der verschiedenen Gesinnungsgemeinschaften noch viele Monate lang die Oeffentliehkcit heschattigen wird. Immer mehr löst sich die Diskussion vom Parteihader ab und steuert der großen Grundfrage zu: Was ist das zionistische Erziehungsideal? M. G 1 ii e k s o 11 n, der Redakteur des ״Haarez“ und Führer der ״Allgemeinen Zionisten“ stellt drei Grundfordeningen für die zionistische Erziehung auf: 1. Kenntnis der jüdischen Uebcrlieferung, der hebräischen Sprache, der jüdischen Literatur und der jüdischen Geschichte. 2. Lebendige Verbindung mit den großen Idealen und Schöpftingen aller Völker. 3. Erziehung zur Arbeit, Vorbereitung der Herzen und Hände auf ein Leben des Aufbaus. Auf Grund dieses Programms forciert er, daß die ״Grundschule“ Einheitsschule sein soll und daß erst nach dem vollendeten 10. Lebensjahre das Kind dem Einfluß bestimmter Gesinnungen und Riehtungen ausgesetzt werden dürfte. in Polemik zu den Ausführungen Glücksolins wirft M. A s s a t in der Arbeiterzeitung ״Dawar“ die Frage auf, ob nicht dessen ganze Konzeption eine weltfremde Abstraktion sei, der nicht die Kraft eines rechten Erziehungs- Programms innewohnc. Und zwar ist sie leblos nicht so sehr durch ihren vagen Inhalt als eben durch die Tatsache, daß man ihre Durchfiihrung den legitimsten Vertretern des Zionismus, dem ״arbeitenden Palästina“ verkümmere. Denn zu Unrecht wurde dieses ״arbeitende Palästina“ von Glücksohn als eine ״Strömung“ im Zionismus bezeichnet und in seinen Reellten an die Jugend zugunsten eines fiktiven allgemeinen Zionismus beschränkt. Es repräsentiere die Mehrheit der Zaristischen Organisation und so könne es auch Kinder aller Schichten der palästinensischen Judenheit zu seinen nationalen und sozialen Idealen erziehen. Die Ideale des arbeitenden Palästina seien klarer als die allgemeinen und vagen Forderungen Gliicksohns. Bei der Bedeutung, die die palästinensische Arbeiterschaft für die Verwirklichung des Zionismus hat, sei nichts falscher und irreführender als das Abtun ihrer Ideale und Programme als ״Parteiforderungeil‘‘, ״Nur unsere Richtung ist fällig, das ganze Volk zu umfassen, und deshalb ist sie auch vom nationalen Standpunkt aus allen anderen erzieherischen Richtungen in Palästina überlegen.“ hur religiöse Fundierung In unmittelbarem Anschluß an die letzten Ereignisse in Palästina hat der neugewähltc Oberrabbiner von Tel-Awiw, Raw A rn i e I, eine Artikelserie unter dem Titel ״Untersuchen wir unsere Schuld“ im ״Haarez“ veröffentlicht. Er beschuldigt die zionistische Bewegung, fremde Wertmaßstäbe in das jüdische Leben hineingetragen zu haben. Man habe vergessen, daß das jüdische Volk seine Probleme nicht mit den Mitteln irdischer Mächte, sondern allein durch religiöse Kräfte bewältigen könne. Die Unruhen sind ihm ein Anlaß, zur Selbstbcsinnung und zur Prüfung der Grundlagen aufzurufen. Kritik am palästinensischen Zionismus Der Lyriker und Schriftsteller J. Kopelewitsch hat in einem langen, mehrere Fort- Setzungen umfassenden Aufsatz Kritik am palästinensischen Zionismus geübt. Seine Ausfiihrungen sind im Organ der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, dem ״Dawar“ erschienen, und gerade dieser Arbeiterschaft gelten Zweifei und Verurteilung des Verfassers in besonderem Maße. Er fragt: ״Was haben wir von Palästina erhofft, und was ist uns zuteil geworden?“ Erhofft haben wir eine Neubclebung des jüdischen Menschen, ein Dahinschwinden alles Häßlichen und Lastenden der Vergangenheit. Statt dessen sehen wir das Aufblühen des ״Materialismus“ in allen Parfeien. ״Die Verbesserung der Welt wird von materiellen und nicht von geistigen, prophetisehen Gesichtspunkten aus in Angriff genommen.“ Von allzu starken geistigen Neigungen fürchtet man eine Schwächung unseres Elans, unserer kolonisatorischen Tätigkeit. Humane Ideale, völkerverbindende Bestrebungen sind aus unserem Gesichtskreis entschwunden, ja die alte weite historische Auffassung des jüdisehen Schicksals hat sich hier zur politischen verengt. Und zu allem gibt es keinen Zionismus in Palästina. Das hat nicht seinen Grund in einer Wandlung der Menschen, die nach Palästina kamen und hier etwa vom Zionismus abgefallen wären. Nein, der Zionismus, der hier seine Stätte fand, ist eben nicht der wahre, der nie ״ein Gedanke für Notzeiten“ war, sondern ״ein Streben nach Veränderung aus Stolz, und aus Ablehnung des Schadhaften und Verdorbenen“. Zu diesen Dingen rief der Zionismus auf, die aber kamen, waren Fluchtlinge vor den verschiedensten Zuständen und Ereignissen. Ihr Zionismus war ein Mißverständnis. ״Der Zionismus erwachte und siehe nicht eine Rachel, sondern Lea war ihm angetraut worden.“ Die wahren Zionisten sind zu einer unmerklichen Minderheit geworden, die Mehrzahl lebt ״ein Leben ohne Aufgabe“. Und findet man diese Minderheit im ״arbeitenden Palästina“ bei den Chaluzim? Gibt es dort eine lebendige Kultur, ein reges Streben nach den Idealen des Judentums und denen eines reinen Humanismus? Auch bei dem wichtigsten Exponenten der Chainzbewegung, im Kibbuz, findet man: ״das Fehlen der Befriedigung in der Erfüllung der Aufgabe — den Fehlschlag des Menschen im Chaluz.“ Freilich auf dem Gebiet der Arbeit ist der Chaluz Sieger, die jüdische Seele aber hat er nicht befreit. Die Kwuzah umfaßt nur einen beschränkten Kreis von Menschen, die, von normalen Daseinsbedingungen ahgeschnitten, eine Art ״Klosterlebcn“ führen. Das geistige Leben fand dort keine neue Befruchtung: ״die alten Werte wurden vernachlässigt und neue wurden nicht geschaffen*‘. Die neue Lebensform sollte mechanisch eine neue Seele hergeben und darin versagte sic, und selbst die stärkste, gewaltsamste Hingabe an die neuen Aufgaben schuf nicht die Selbstverständlichkeit der seelischen Verbundenheit mit dem Pionierlehen, die allein die Grundlage echter Lebensfreude sein kann. Die ideologischen Grundlagen der Kwuzah-Bewegung waren dürftige Kapitel aus der Jugendbewegung und Gemcinschaftslehre, und sie genügten nicht zur Erfüllung des harten Alltags mit neuem Lehen. ״Und der tiefste Grund unseres Hierseins wird immer mehr vergessen.“ Wir müssen ihn uns wieder lebendig machen. ״Wir können nicht länger warten, wir sind die letzte Generation. Wenn wir nicht auch die erste Generation der Erlösung werden, so geht mit uns selbst die Hoffnung unseres Volkes zugrunde!“ Zionismus ohne geistige Grundlagen? Diese Kritik entstammt einem Gefühl der Einsamkeit und des Verkanntseins, und sie trägt in all ihren Teilen das Stigma dieses Ursprungs. Das Gefühl der Fremdheit macht den Verfasser hellsichtig für Schwächen und Blößen, die kaum je vor dem hebräischen Leser aufgedeckt worden sind, aber gleichzeitig vernebelt es seinen Blick. Wohl sind die Mängel, die er schildert, wahre Mängel, wohl sind sie keine ausgesprochenen Sonderfälle, und doch ist das Gesamtbild nicht gerecht. ״Das Detail ist immer häßlich“, und es verwirrt den Beschauer. Und noch mehr verwirrt es, wenn bei der Betrachtung eines Vorgangs wie des Aufbaus in Palästina ängstlich zwischen materiellen und geistigen Faktoren geschieden wird, die sich in diesem Werk doch mischen, sich unlösbar ineinander verweben und sich einer durch den andern offenbaren. Wohl bleibt es wahr, daß weithin das Bewußtsein der geistigen Grundlagen und Ziele des Zionismus‘nicht lebendig ist. Aber eben hier, wo der Kritiker seine Ueberflüssigkeit sieht, wäre ja seine Aufgabe. Das Interesse für eine geistige Begründung des Zionismus, für eine Neuhelehimg des Judentums ist nach allen Zeichen und Zeugnisse״ im jungen Palästina keineswegs erloschen, und das Gespenst der ״letzten Generation“ muß uns nicht schrecken. Jahresabschluß der Volksuniversität in Haifa. Die von der ״Gesellschaft für wissenschaftliche Fonbildung“ in Haifa seit Anfang 5Wö unterhaltene Volksuniversität veranstaltete am 10. Juni eine Feier zutn Abschluß der diesjührigen Lehrkurse vor den großen Ferien. Der Vorsitzende der Gesellschaft, l>r. Max Solow e i t s c!1 i k, begrüßte die zahlreich erscluenenen Dozenten und Hörer und wies auf die kulturelle Bedeutung der Volksuniversität hin, um die sich ein Hörerkreis gruppiert hat und die berufen ist, weiteren Volksschichten jüdisch es und allgemeines Wissen in svstematisehen Vorlesungs-Zyklen zu vermitteln. Im Namen der Dozenten sprach Dr. Berger über die methodische Grundlegung der Lehrkurse und deren weiteren Ausbau. Aus dem Kreis der Hörer empfahl Dr. Weisser eine Ausgestaltung des Lehrplans nach der Richtung hin, daß ein möglichst umfassendes, abgerundetes Wissen über bestimmte Gebiete einige Lehrperioden hindurch dargeboten werde. Ein anderer Hörer befürwortete die Heranziehung weiterer Kreise der Jugend zur Volksunix,ersität, in der sie Gelegenheit fänden, ihr geistiges Rüstzeug zu vervollkommnen. Zum Schluß folgte, unter Mitwirkung des Habimah-Mitglieds Skliarz, ein künstlerisch - rezitatorischer Teil. Josef Lin Hebräische Literatur/jisraei Kohen Alexander Sifikind Rabinowitsch (flsar) Im Verlag ״Dawar“ erschienen die gesammetten Schriften von Alexander Sißkind Rabinowitsch in vier Bänden. Dieser betagte, in allen Kreisen des Jischuw verehrte Schriftsteller, gehörte zu den ersten hebräisehen Autoren, die ihren Erzählungen einen sozialen Hintergrund gaben. Mit besonderem Interesse versenkte er sich in die Bedingungen des jüdischen kleinen Mannes und des Arbeiters und deckte die menschlichen Kräfte auf, die in der Armut und Not der jüdischen Massen wirksam sind, ln den Erzählungen, die noch in der Gallith geschrieben sind, kämpft er mit der Masse der Schwachen gegen die Starken. In seinen palästinensischen Schriften bemüht er sich, das neue Leben und seine besonderen Schwierigkeiten darzustellen. A. S. R. hat ein Buch über die Geschichte der Juden in Palästina geschrieben, die ״Geschichte der Tanaiten und der Amoräer“, von Benjamin Secw Bacher übersetzt, und eine Fülle von Artikeln und Kritiken publiziert. Die Auflage der ״Gesammelten Werke“ war bereits nach einigen Wochen vergriffen. Die Schriften von M. J. Berdiczewski Ebenfalls im Verlag ״Dawar“ wurden die esaminclK'11 Werke von Berdiczewski in scciis änden hcrausgehraclit. Der sechste Band umfaßt Erzählungen und Artikel, die im Original deutsch geschrieben sind und hier zum erstenmal in hebräischer Ucbersetzung erscheinen. Die Bedeutung dieser vollständigen Sammlung der Werke von Berdiczewski leuchtet ohne weiteres ein. Die große Auseinandersetzung zwischen ihm und Acliad Haam behandelte das Denken einer ganzen Generation. Und auch heute, wo diese Diskussion nicht mehr geführt wird, wird der Leser der Berdiczewskischen Schriften viel Nutzen aus ihnen ziehen. Obwohl das Hebräisch der Literatur und der Wissensehaft seit jener Zeit große Fortschritte gemacht hat, und der Stil von Berdiczewski, schon seinerzeit reichlich schwer, uns heute seltsam erscheint, haben seine Werke doch einen eigenen Reiz. Erzählungen Sdincurs Der große Dichter S. Schneur, der vor einigen Jahren vom Hebräischen zum Jiddischen übergegangen ist, ist nach Palästina gekommen und richtet sich ein, hier zu bleiben. Er bereitet die hebräische Ausgabe der in der Galuth geschriebenen jiddischen Manuskripte vor. Im ״Dawar“ erschien von ihm ein Roman unter dem Namen ״Hajiben“ (Der Buckjije), der eine völlige Neubearbeitung eines jiddisehen Romans darstellt. Das Thema ist das Leben eines jüdischen Knaben und seine Ent- Wicklung unter den Bedingungen der Galuth. Das Werk zeigt eine Meisterhand und zeichnet sich durch seine farbige starke Sprache aus. Bisher war Schneur in der hebräischen Literatur vor allem als Dichter und nicht als Erzähler berühmt; jetzt enthüllt sich seine Begabung auch in Prosa. Der hebräischen Literatur im Lande reiht sich mit diesem hellsichtigen und scharfäugigen Künstler eine belcbende Kraft ein. Schneur hat (ebenfalls im I )awar) eine Reihe von Erzählungen zu publizieren begonnen, die wahrscheinlich auch in Buchform zusammengefaßt werden. Sie erscheinen unter dem Sammclnamen ״An-die Schekloff“ (Die Leute von Solickloff) Auch einige Kindcrlieder sind bisher erschienen. Ein neues Drama Im Verlag des ״Verbandes der Ohelfrcunde“ wurde das finifaktigc Drama ״Schahbatai Zwi“ von Nathan Bistritzki gedruckt (das hier seinerzeit anläßlich der Uraufführung besprochen wurde; wir brachten ferner einen deutschen Vorabdruck einiger Szenen. Red.) leben einer palästinensischen Arbeiterin Ein Fluch besonderer Art ist vor einigen Motiateii unter dem obigen Titel von Fniali M. P e g c I tu a 11 n heratisgegehen worden. Die Autorin schildert ihre Erlebnisse von ihrer Jugend in Serbien an bis zu ihrer Ankunft in Palästina, ln der Einleitung wird der Wunsch erläutert, einmal offen darzustellcn, wie eine Frau diesen ganzen Prozeß bis zu ihrer Verwtirzelung in Palästina empfindet. Das Buch beleuchtet insbesondere die Erlebnisse der Frau unter Männern. In dem Liede, das dem Buch als eine Art Vorwort dient, heißt es: Den Schleier will ich lüften und euch Itineiiibbcken lassen in die Verwirrung. Mein Herz will ich euch öffnen. Den Schatten habe ich nicht gemildert, das Licht habe ich nicht verstärkt, ohne Pinsel und Farbe habe ich mein Leben beschrieben, das Leben einer jüdischen, arbeitenden Frau, das von dem Gedanken der Heimat bestimmt wurde. Am Schlüsse des Buches appelliert Pegelmann an die Frau, sich nicht vom Manne unterdrücken zu lassen, sich eine neue Welt zu schaffen. Das Buch wirkt durch die persönliche Aufrichtigkeit, die durchweg zu spüren ist und die nicht nur das Leben dieser einen Frau darstellt. (Schluß des Palästina-Teils) Margraf & Co., Juwelen - Gold - Silber O. M. B. H. RUF! *AMMELMUMMER «| FLORA lllt Die schönsten Geschenkartikel in reichster Auswahl ✓ Auch Ankauf UNTER DEN LINDEN 6 laden im notel Bristol / TAUENTZIENSTR. 18a ecke nürnberger *tr. / KANONIERSTR. I ENGROSABTEILUNG

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