Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 53 (3.7.1936)
- Date
- 1936-07-03
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 53, 3. VII. 1934 r Der Hafenbau in Tel-Awiw «ine angemessene Untcrbringun gs tnöglichkeit für die 6000 Einwohner, die vermutlich das Viertel räumert müssen, gefunden wurde, und oh der Minister eine Untersuchung mit dem Ziele veranlassen wolle, dali «ine so drastische Zer- Störung arabischer Wohnungen verhütet werde. Minister Ormsby-tiori• antwortete, die Abbrucharbeitcn in Jaffa, deren Art er in seiner Rede am 1«. Juni und in Beantwortung einer Anfrage am '24. Juni auseinamfergesetzt habe, wurden vom High Commissioner als notwendig und im Interesse der öffentlichen Sicherheit gelegen, erachtet. Er sei überzeugt, dali die Palästinaregierung alle erforderlichen Schritte zur Unterbringung der exmittierten Familien getan habe und tun werde. Er habe vom High Commissioner einen Spezialbericht über diesen Gegenstand eingefordert. Der Abgeordnete Gallacher fragte, ob er glauben solle, daß der Minister der Kommission ihren Weg durch Vernichtung der arabischen Bevölkerung erleichtern wolle. Minister Ormshy-fiore: Ich muß hiergegen protestiercn. Bevor diese Gebiete in der Altstadt von Jaffa freigemacht wurden, damit ein Zugang zum Hafen eröffnet werde, ist die gesamte Bevölkerung aus den betreffenden Stadtteilen entfernt worden. Es hat keinerlei Unfälle gegeben, die Arbeit ist duichgefuhrt worden, ohne daß einem menschlichen Wesen ein Leid geschah. Abg. Gallacher: Trifft cs nicht zu, daß ein neues großes Gebiet abgebrochen und keine Unterkunft für die Araber bereitgestellt wird? Minister drmsbv-Ciore: Das ist durchaus unwahr. Es wurde für die Unterbringung spezielle Vorsorge getroffen. Der Abgeordnete Short fragte den Koloniemninister, ob die Palästmarcgierung die Rundfunksendungen in arabischer Sprache aus Bari in Evidenz halte, damit sie in Zukunft der Kgl. Kommission zur Verfügung stehen. Ferner fragte der Abgeordnete, oh dem Minister der Inhalt der von der italienischen Station Bari gesandten arabischen Kundgehungert bekannt sei; ob er wisse, daß in diesen Rundfunk- Sendungen die englischen Truppen diffamiert werden, und daß sie darauf berechnet seien, die Araber zum Aufruhr gegen die Palnsiinaregierung aufzuiei/eu; habe man bei den verantwortliehen Stellen Vorstellungen «rlmben? Koiomcnniiuisier <J r m s b v- G o re antwortete, die Nieder- Schriften dieser Rundfunksendung würden aufbewahrt. Der Charakter gewisser Rumltunkkmidgehungcn aus Bari sei ihm bekannt, und er habe mehr ab einmal vor dem Hause erklärt, dali der Außenminister Vorstellungen bei der italienischen Regierung et hoben!labe. Er habe jedoch keinen Bericht über Rundfunksendungen der let/ten Zeit erhalten, in denen das englische Militär diffamiert wird, doch sei er informiert worden, daß eine Untersuchung hinüber diirehgefuhrt werden wird. Abg. Sit in well: Ist der Minister bereit, mitzuteilen, «'Geber Art die gegenüber der italienischen Regierung erhöber e n Vo r «t e 1111 n g en w a r e n? Minister () r m s b v - < t o r e: Das ist eine Frage, die an den Außenminister gerichtet werden mußte. London, 40. Jttni. (JTA ) (11 der Unterhaussit/ung vom '!0. Juni gab Koloniemninister Ormsbv- Gore in schriftlicher Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten l.ovat Iraser bekannt, dali die Kgl. Kommission, die zur Untersuchung der Lage nach Palästina entsandt werden soll, keine Frauen als .Mitglieder haben werde. Der Abgeordnete hatte in seiner Frage darauf hingewiesen, dali die Entsendung qualifizierter Frauen in die geplante Kgl. Kommission im Hinblick auf die besonderen ßedürfnisse und Benachteiligungen, insbesondere der arabischen Frauen Palästinas, notwendig wäre. In der Antwort des Kolonienministers wird erklärt, er Italic sich mit dem High Commissioner über diese Frage eingehend beraten. Er sei zu dem Schlüsse gelangt, daß trotz des wesentlichen geistigen und sozialen Fort- Schritts bei den mohammedanischen und christlichen Araberinnen Palästinas seit der englischen Okkupation die Ernennung einer Frau so sehr unvereinbar wäre mit der arabischen Ideologie, daß dadurch die Arbeit der Kommission schwer gefährdet werden könnte. Ueberzeugte Mohammedaner und möglicherweise auch manche־ streng orthodoxen Juden würden vermutlich dutch ihre religiöse Empfindlichkeit davon ahgehalten werden, vor einer Kommission zu erscheinen, der «ine Frau angehört. Englischer Kabinettsrat London, 2. Juli. (ITA.) Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur erfahrt, hat sich das englische Kabinett in einer in Abwesenheit de> Ministerpräsidenten Baldwin unter dem Vorsitz von Ramsev Mai'Don 3 Id abgehaltcnen Sitzung mit der Lage in Palästina befaßt. Vernachlässigung der Beziehungen zu den Arabern? In der Tageszeitung ״Hahoker" polemisiert S. Schwarz gegen folgende Behauptung von Morris Samuel in der ״Palrstiue Post••: ״Wir Italien uns nicht genügend um «in Uebereinkommen mit den Arabern bemüht. Einige meinen, daß wir die Organisierung der arabischen Arbeiter vernachlässig^ haben; andere sprechen von einer Vernachlässigung der gesellschaftlichen um! wirtschaftlichen Beziehungen. Beide Italien recht." Schwarz meint, «laß diese Selhsthezichtigong, die an so sichtbarer Stelle in einer Zeitung, die auch von Engländern und Arabern gelesen wird, ausgesprochen wurde, jeder B c g r ti u d u n g ent b ehre. ״Von der ersten Reise I >r. Weizmanns an, als er 1016 mitten im Krieg ins Heeres),iger Faisttls fuhr, bis in die Tage der gegenwärtigen Unruhen hinein, haben wir dies Uebereinkommen gefordert und bemühten uns, cs zu erlangen. Was hätten wir mehr tun können? Auf der Friedenskonferenz nach dem Weltkrieg unterstützten wir die Araber politisch. Als Irak um die volle Selbständigkeit kämpfte, hat der Jude Sassooti aus Bagdad diese Forderung in Genf vertreten. Juden haben sich auch um die Festigung des ägyptischen Staatswesens verdient gemacht. Und unterstützen nicht in Syrien und im Libanon die Juden die arabischen Freiheitsbestrebungen? Ja, trotz dem Unrecht, daß uns durch die Abtrennung Transjordaniens von Palästina zugefügt worden ist, haben wir uns nie gegen die Regierung des Emir Abdullah feindselig verhalten. Ja, wir haben den verstorbenen König Hussein, als er nach Transjordanien kam, sogar durch eine jüdische Abordnung begrüßt und ihm friedliche um! freundschaftliche Beziehungen angeboten. Viele Male haben wir schon mit arabischen Kreisen in Palästina verhandelt und alle möglichen Vorschlüge gemacht — ohne jeden Erfolg. Selbst Qr. Magnes muffte in seiner Broschüre im Jahre 1030 zugestehen, daß die Araber ihn enttäuscht hätten, da sie noch nicht einmal die hebräische Sprache anerkennen wollten. Durch Worte und Handlungen haben wir unsere friedlichen Bestrebungen kundgetan. Viele Aufrufe und Kundgebungen in dieser Angelegenheit haben wir seit Kriegsende erlassen. Alle unsere offiziellen Institutionen haben darin mitgewirkt. Auch unsere Zeitungen haben trotz der Provokation der arabischen Presse stets Zurückhaltung und Willen zur Verständigung gezeigt. Immer wieder haben wir den Arabern bet Zusammenkünften erklärt, daß wir den f rieden wollen und daß wir bereit Im Laufe der fünf Wochen, die nunmehr seit der Betriehsaufnahmc der Tel-Awiwer Hafenanlage — erste Dampferankunft am 19. Mai — verstrichen sind, haben die Bauarbeifen bedeutende Fortschritte gemacht. Der provisorischc hölzerne Landungssteg, der den Leichtern (große Barken, die den Verkehr mit den auf Reede ankernden Dampfern vermitteln) bisher zum Anlegen diente, wird bald entbehrlich sein, da der Bau der großen eisernen Land ungsbr ticke sich rasch dem Abschluß nähert. Die Landungsbrücke, die van der Küste aus — unmittelbar hinter dem ״Galina“-Flauptrestaurant des Messegeländes — rechtwinklig ins Meer vorstößt, wird in kniffigster Konstruktion ausgeführt und erhält eine Länge von 150 Metern bei einer Breite von 6 Metern. Bis heute sind bereits 108 Meter vollendet; die tägliche Bauleistung beträgt gegenwärtig 4 Meter. Nach Abschluß der Konstruktionsarbeiten wird die Brücke mit einer für schwerste Lasten geeigneten Pflasterung versehen werden; dabei wird man auch ein Geleise für den fahrbaren Kran anlegen, der zum Laden und Löschen der Leichter dienen soll und bereits im Auslande bestellt ist. Weiterhin ist man jetzt dabei, auf dem Hafengclände die notwendigen Betonstraßen — an Stelle der bisherigen provisorischen Kohlenwegc —- zu bauen, die an das Straßennetz des Mcssegeländes und der Stadt Tel-Awiw, insbesondere an die Dizengoff-Straße und Ben-Jehuda-Straße, angeschlossen werden. Neben der provisorischen Baracke, die das Zollamt und die Hafenbehörde beherbergt, werden jetzt zwei massive Lagerhallen errichtet, die «ine für ankommende und die andere für abgehende Güter. Alle diese Arbeiten, die /um ersten Bauabschnitt des Hafens gehören, werden voraussichtlich noch vor Ende Juli fertig sein. Gleich darauf wird der zweite Bauabschnitt beginnen, die Errichtung einer steinernen Mole und eines an den Molenkopf etwa rechtwinklig ansetzenden Wellenbrechers, wodurch im Zusammenwirken mit der Landungsbrücke ein künstliches Hafenbecken entstehen wird, das den Leichtern und kleinen Segelschiffen insbesondere bei hohem Seegang als Zufluchtsort zur Verfügung stehen soll. Nach Vollendung dieser Arbeit würde dann die Tel-Awiwer Hafcnanlagc den heutigen technischen Stand Jaffas erreicht haben, ja dank der dort nicht vorhandenen Landungsbrücke sogar einen Vorsprung besitzen. Wänrcnd es sich bei dem bisher Erwähnten bereits um ein baureifes Projekt handelt, das in größter Eile realisiert wird, ist der dritte Bauabschnitt, der Ausbau der an das heutige Hafcngcländc anschließenden Jarkon-Miindung zu einem modernen Hafen mit unmittelbarer Landuugsmöglichkeit für Dampfer, augenblicklich noch im Zustande der Plänebearbeitung. Der Besuch eines Fachmannes von internationalem Ruf ist avisiert, dessen Gutachten als Grundläge des definitiven Bauentwurfs fungieren wird. Auf jeden Fall ist dafür gesorgt, daß auch beim späteren Bau eines Hafens die jetzt im Entstehen begriffenen Anlagen (Landungsbrücke usw.) ihren Wert nicht verlieren, sondern sich in den größeren Rahmen zweckmäßig einglicdern würden. Die Finanzierung des ersten und zweiten Bauabschnittcs ist dadurch gesichert, daß kürzlich für den Hafenbaufonds (״O/ar Mifalci Jam“) schon beim ersten Appell an den Jischuw binnen weniger Tage £P 79 800 gezeichnet worden sind, wovon 85 <y« sofort in bar eingezahlt wurden. Die juristischen Vorbereitungen zur Um- Wandlung des ״Opar Mifalei Jam“ in eine Aktiengesellschaft (״Company“) na־hern sich rasch ihrem Ziel. Die Zeichnungs- Presseschau In mehreren Artikeln nimmt ״Great Britain and the East“ in der Ausgabe vom 25. Juni zu den Problemen Palästinas Stellung. Das Blatt weist darauf hin, daß T ransjord a n i e n von Unruhen verschont geblieben sei, daß aber der Emir Abdullah dies nicht so sehr durch di« Hilfe des Volkes als vielmehr durch britische Beratung zu tun vermochte. Man glaube nicht, daß er nicht mit den Arabern Palästinas sympathisicre. Aber er hält ein Eingreifen für schädlich und hält es für eine bessere Propaganda für die Araber, wenn sie aut die Ruhe in Transjordanien hinweisen können, wo es kein Judenproblem gibt. Zur Frage der Unters uchungskommission, die nach dem Ausspruch des Kolonienministers ״wirklich unpartoiisch und autoritativ“ sein soll, schreibt das Blatt, ob nicht frühere Kommissionen ebenfalls unparteiisch und repräsentativ gewesen seien; aber seien ihre Empfehlungen befolgt worden? Die noch unbeschwichtigte Furcht der Araber, zu einer Minorität gestempelt zu werden, sei die eigentliche Ur- Sache des Aufstandes. England, das sich noch der Gewalttaten in Irland, Irak und Aegypten erinnere, werde sicher gegenüber den Gründen der arabischen Gewalttaten nicht blind bleiben. Vor allem sei die verheißene Demokratie in Palästina nicht verwirklicht worden. 1932 habe der High Commissioner den Wunsch nach einer Zusammenarbeit der Stadtvcrwaitungen ausgesprochen; Ende 1935, als Sir Wauchopc den Plan des Legislative Council vorbrachte, konnte er feststellen, daß die Stadtverwaltungen bereits befriedigend zusammenarbeiteten und daß er mit Vertrauen der Arbeit• eines Legislative Council entgegensehe. Aber dank der Haltung des Unterh a u s e s seien die Vorschläge niemals in Kratt getreten. Nicht das kleinste Zeichen des Bedauerns (außer den warnenden Worten Lord Wintertons) sei darüber in der letzten Ifnterhausdebatte sichtbar geworden. ״Wenn Zeus ein Beispiel gegen alle Formen demokratischer Regierung hätte beibringen wollen, hätte er kaum reicheres Material finden können als in den unwissenden Reden über Palästina im Unterhaus.“ Der Jerusalemer Korrespondent von ״Great and the East“ berichtet über eine Unterredung mit dem Sekretär des Obersten Arabischen Komitees, Aouni Bev Abdul Hadi (der jetzt verbannt worden ist); dieser erklärte, daß er die Situation für hoffnungslos halte. Der Streik koste die Araber ungefähr eine Million Pfujjd pro Monat. Weder er noch die anderen Mitglieder des Komitees noch irgendein ernsthafte!׳ Araber billige die Ausschreitungen. Gewalt sei zwecklos gegenüber Groß-Britannien, die einzige Waffe der Araber sind, das Vergangene zu vergessen. Aber es war alles vergebens. Wir haben Tausende von arabischen Arbeitern in den Städten und auf dem Lande beschäftigt. Wir kaufen Gemüse und Geflügel von Arabern, wir wohnen in ihren Häusern zur Miete, wir machen gemeinsame Geschäfte mit ihnen, unsere Banken leihen ihnen Geld, unsere Kranken- Häuser und unsere Schulen stehen ihnen offen. Wir lernen arabisch, übersetzen ihre Bücher ins Hebräische, erforschen ihre Vergangenheit. Wir halfen der Stadt Nablus beim Erdbeben 1927. Ehe großen Stcuereinkünfte •durch die Juden ermöglichen es der Regierung, die Araber auf den Gebieten der Landwirtschaft, der Erziehung und des Gesundheitswesens zu fördern. Wenn all dies nicht genügte, den Sinn der Araber zu ändern, so haben wir keinen Grund, uns selbst eine Vernachlässigung vorzuwerfen." scheine sahen vor, daß die Emission der Aktien an die Zeichner spätestens bis zum 31. Dezember 1936 durchgeführt sein soll. Vermutlich wird dies aber schon wesentlich früher geschehen können. Sobald die Aktiengesellschaft errichtet ist, werden ihr ״Board of Directors“ und ihr ״General Management“ die Aufgaben übernehmen, die einstweilen das Tel-Awiwer Hafenkornitee (״Waad Tel-Awiw׳ le-Namal we-Tachburah“) erfüllt. Wie beim jetzigen Hafenkomitee, so ist auch bei der künftigen Hafengesellschaft der bestiminende Einfluß der öffentlichen Interessen (Jewish Agency, Handelskammer Tel-Awiw׳ und Stadtverwaltung Tei-Awiw) gesichert. Gegenwärtiger Geschäftsführer des Hafenkomitees und designierter Leiter der Hafengesellschaft ist der Chef der Schiffahrtsabteilung der Jewish Agency, Meyrowitz. Für die Besitz- und Betriebsverhältnisse ist folgendes vorgesehen: Eigentümerin des Hafengeländes ist die Stadt Tel-Awiw, welche der Hafengesellschaft ein Erbbaurecht einräumt. Die Hafengesellschaft ist Schöpferin und Besitzerin der Hafen- und Lagerhauseinriehtungen und führt auf Grund einer ihr von der Palästina-Regierung soeben auf 50 Jahre zugestandenen Konzession den Hafen- und Lagerbetrieb durch (wobei ihr das Recht zusteht, einzelne Betriebszweige, z. B. den Leichterverkehr, an selbständige Unternehmer zu übertragen). Die Hoheitsrechte der Zollverwaltung und Hafenpolizei verbleiben der Regierung. Bei diescr Regelung werden alle Beteiligten auf ihre Rechnung kommen. Wie verlautet, liegen für die Baufinanzierung des künftigen Hafens (Bauabschnitt III) schon jetzt günstige Kapitalangebote aus der Londoner City und auch von anderer geldkräftiger Seite vor. Während die Hafenanlagen noch mitten im Werden sind, hat der H afen betrieb" selbst schon lebhaft eingesetzt. Die Leichter-Flottille, der ״Chewrah la-Sapanuth hvrith“ ehörig und von Kapitän Sew-Hajam kommandiert, zählt ereits rund ein Dutzend Fahrzeuge, darunter mehrere Motorboote. Obwohl der Kran noch fehlt, werden schon jetzt arbeitstägiieh 200 Tonnen Ware gelöscht oder geladen. Die Gebührensätze sind dieselben wie bisher in Jaffa. Die Holzeinfuhr wird aufgenommen werden, sobald die gegenwärtig eifrig bearbeitete Frage der Bereitstellung geeigneter Lagerplatze gelöst sein wird, womit man noch vor dem Herbst rechnet. Zur Ausfuhr gelangen augenblicklich verschiedenste Fabrikwaren (Fruchtsäfte, Marmeladen, Konserven usw׳.). Die Heranziehung des Tel-Awiwer Hafens zur Orangenvcrladung in der nächsten Saison und zum Export der Kali- und Bromsalze des Toten Meeres ist noch Gegenstand technischer Vorstudien, die dem Vernehmen nach ein positives Ergebnis erhoffen lassen. Noch in der Zukunft Hegt das Problem der Passagierabfertigung, wobei man sowohl an den Auslandsverkehr denkt als auch an eine Motorschiff-Schnell* Verbindung mit Haifa. Die Zuversicht, mit der man den Hafenbau vorwärts treibt, und die Regelmäßigkeit, mit der sich bereits der Frachtverkehr mit den ägyptischen und syro-libancsischcn Häfen vollzieht, tragen erheblich dazu bei, in dieser Zeit den Mut und die Hoffnungen des jischuw zu stärken. Vor allein hat der nun fast vollende Bau der imposanten eisernen Landungsbrücke bewiesen, daß der Hafen von Tel-Awiw mehr darstellt als nur ein Provisorium, daß er in der Tat ein ״fait accompli“ ist, mit Geltung auch für die Zeit, wenn Jaffa den Betrieb wieder aufnehmen wird. Dr. J. Adler, Tel-Awit* liege 5m schweigenden und entschlossenen Streik. Unvcranfwörtliche jugendliche hätten bewaffnete Banden gebildet und seien in die Berge gegangen. Aber diese Ausschreitungen könnten nur der arabischen Sache schaden. ״Wir haben“, so erklärte der Araber, ״alles getan, um England auf unsere Sache aufmerksam zu machen, aber leider hat die Regierung keinen Weg gefunden, uns zu helfen. Wir kämpfen gegen die zionistische Politik der Regierung, nicht gegen Groß-Britannien.“ Der Berichterstatter teilt weder mit, daß die Unruhe einen hemmenden Einfluß auf das Wirtschaftsleben ausübe. Die arabischen Geschäftsleute würden ruiniert; viele von ihnen möchten wohl ihre Geschäfte wieder aufmachen, unterließen es aber wegen der Einschüchterung»• drohungen. Die jüdischen Geschäfte gehen auf normaler Basis! weiter, außer im Hafen und im Verkehrswesen. Neue jüdische Arbeiter werden bei öffentlichen Arbeiten beschäftigt, die die Araber verlassen haben, sowie in denjenigen jüdischen Kolonien, die früher Araber beschäftigten. Es sei jedoch unvermeidlieh, daß sich unangenehme Auswirkungen auf die jüdische« Finanzen ergeben. Das Kapital hält sich zurück, große Pläne kommen nicht zur Ausführung, und das Land erleidet «ine« Rückschlag, von dem es sich nur langsam erholen wird. * Zur leizten Palästina-Debatte im Unterhaus schreibt ״Great Britain and the East“ in einem Leitartikel von! 25. Juni, daß diese Aussprache völlig fruchtlos gewesen sei. Die Oefieiitüchkeit sei enttäuscht. Fast alle Sprecher hätten die bekannten prozionistischen Argumente benutzt, die, welches auch immer ihre akademische Richtigkeit sei, in bezug auf die Lebensfrage, die den Aufstand im Heiligen Land verursacht habe, irrelevant seien. Diese Lebensfrage sei die arabische Furcht, daß die Einwohner des Landes, das seit über tausend Jahren im Besitz der Araber ist, zu einer Minderheit gestempelt würden und daß die jüdischen Einwanderer sie beherrschen wollten. Der Kolonienminister habe diese Furcht als grundlos zurückgewiesen, aliei er habe vorsichtigerweise hinzugefügt, daß diese Grundlosigkeit auch gezeigt werden müsse. Wie kann dieg geschehen? Das Unterhaus habe nicht die fundamentale Tatsache erkannt, daß die Araber den Glauben an die Redlichkeit Englands verloren haben. Aber es sei unbestreitbar, daß die Araber den Aufstand begonnen haben, weil 18 Jahre des Protestes ihnen nur die jüdische Einwanderung beschleunigt zu haben scheinen. Sie wollen etwas Konkretes, um ihre Furcht zu beschwichtigen, etwas wie ein Versprechen, daß die jüdische Bevölkerung nicht über 50 ״» der Gesamtbevölkerung hinaus anwachsen werde. ״Man betrachte die verschiedenen Phasen der arabischen Einwände gegen die jüdische Einwanderung und den Landkauf. Früher — als sie noch wie jeder andere unwissend waren, was Palästina noch bevorstand — verlangten sie den Widerruf der Balfour- Deklaration und verweigerten die Anerkennung des Mandats. Heute sind sie, wie wir glauben, bereit, die im Lande be- Endlichen Juden als Mitbürger anzuerkennen und selbst einer endgültigen und limitierten Erh ö h 11 n g dieser Zahl 7. uzustimmen. Diese Fest- Stellung mag manche Leser überraschen; aber wir sind überzeugt, daß ihre Wahrheit erwiesen werden könnte, wenn erst die bestehenden psychologischen Hindernisse entfernt werden könnten. Nur so kann das Heilige Land Ruhe finden.“ Solange eine solche Maßnahme nicht ergriffen würde, würden die Unruhen anhalteri. Es sei niemand in den Nachbarländern Palästinas, der nicht völlig mit den Arabern