Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1936-06-30 · Heft 52 (30.6.1936) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 52 (30.6.1936)
Date
1936-06-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653922-2653971--29061-2690571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 52, 30. VI. 1936 IN ALLER KURZE Das Landeserbhofgericht in Celle, das oberste Gericht für Entscheidungen nach dem Reichserbhofgesetz in Preußen, hat laut ״Frankfurter Zeitung“ einem Bauern die Bauernfähigkeit aberkannt und ihn für nicht ehrbar erklärt, veil er sich der Tierquälerei schuldig gemacht habe. Außerdem habe er jüdische Arbeiter nur gegen Kost und Wohnung beschäftigt, statt deutsche Arbeiter gegen vollen Lohn. Bei einer Eisenbaiinfahrt hatte ein Mann Anstoß erregt, der sich zu zwei lüdimien setzte. Fahrgäste hatten ihn für einen SA-Mann gehalten, weil er Schaftstiefel und eine dunkelbraune Hose trug. Als sich heraussteUte, daß der Mann Jude war, kam cs, wie der ,,Fränkische Kurier*' meldet, zu einer Anklage. Es wurde festgestellt, daß die Hose, die früher hellbraun gewesen war, schon 1033 auf Verlangen des Kreisleiters dunkelbraun gefärbt worden, daß sie aber dann durch den Gebrauch wieder heller geworden sei, so daß mindestens grobe Fahrlässigkeit vorliege. Der Angeklagte erhielt wegen groben Unfugs sechs Wochen Haft. Die Berufungsinstanz bestätigte das Urteil. Das Kaufhaus S. (Irünwald, Beverungen, ist ln arisehen Besitz übergegangen. Bei den Wahlen zum neuen litauischen Pariament ist kein Jude durebgedrun-gen, obwohl die Regierung zwei Vertreter der jüdischen Bevölkerung auf ihre Liste gesetzt hatte. Die meisten nictit jüdischen Wähler hatten vor Abgabe der Stimmliste die Namen der jüdischen Kandidaten gestrichen. In Aleksof, einer Vorstadt von Kaunas, wurde das Beth Hamidrasch, in dem gerade zahlreiche Beter versammelt waren, überfallen. Die I en.-tcrschcihcn wurden durch Steinwürfe zertrümmert. Verletzt wurde niemand. Es gelang, einen der Angreifer festzuneluiien. Im Zuge eines Rc\imm-nt־, bei der polnischen Botschaft in Paris ist der erste Botschaftsrat und bevollmächtigte Ministet־ Anatol Mi listein, der Sehw ieger'ohn Baron Rothsfhilds, von seinem Posten abberufen worden. I>er Diplomat wird em holies Amt im Außenministerium in Warschau übernehmen. Der Oberste Rat der jüdischen Kultusgemeindeverbände für Böhmen, Mahren und Schlesien eröffnet im Herbst in Prag ein jüdisches Pädagogium zur Heranbildung von Religioiislchrrni. Am 31. Juni wurde in li / liurod der Grundstein zum Bau der hehr.us! hen Volksschule und des hebräischen Realgvmnasiums gelegt; dies wird!las zweite hebräische Gymnasium 1n. der Tschechoslowakischen Republik sein. Das Militärkommando von Peez (1 unikirehen) ordnet in einem Befehl an, daß von allen Miütarabteilungen vor Synagogen, an denen Gedenktafeln für Kriegsgefallene angebracht sind, die übliche Ehrenbezeugung zu leisten ist. Auf Grund einer Anzeige eines christliche״ Mitglieds der griechischen ״I i g a gegen O o 11 e s! ä s t e r 11!1 g“, Kyriakos P.ipadopoulo«, wurde von dem Gericht in Saloniki ein christlicher Grieche wegen Beschimpfung des ,,Judengottes“ zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt. Durch die Aktion des Council tor German Jewrv wurden in England bisher 630 350 P f u n d aufgebracht, Dfe soeben veröffentlichte zehnte Spendenliste enthält 31 Beiträge von 130 Pfund aufwärts. Wladimir Jabutinsky bat in einer im Unterhaus abgehalienen Versammlung des Palästina-Komitees des englischen Parlaments über Judenfrage und Palästina-Politik gesprochen. Anläßlich einer Kundgebung der Volksfront ist es in Sidi ßc lab bas (Algerien) zu heftigen judenfcindlichen Ausschreitungen gekommen. Juden wurden m den Straßen angegriffen und jüdische Geschäfte verwüstet. Polizei und Militär sorgte für die Wiederherstellung der Ordnung. Verwundete wurden nicht gemeldet. Der Vorsitzende der Exekutive des Joint Distribution Committee, Paul Baerwald, gibt bekannt, daß in einer soeben ahgehaitenen Sitzung der Exekutive beschlossen wurde, den bisherigen Generalsekretär des Joint, Joseph C. M y 111 a 11, zum Exekutive-Direktor zu ernennen. Im Alter von 74 Jahren starb in Mozesville Noah Katzowitsch, einer der Führer der jüdischen Kobnisation in Argentinien um! (minder der Kolonie Mozesville. Im Alter von bl Jahren ist in Koni Senator Ugo Ancona, der wahrend de! Kruges italienischer Verkchrsministcr war, gestorben. Senator Ancona, der einer jüdischen Familie aus Ferrara entstammte, hat sich um den italienischen Staat bedeutende Verdienste erworben. Als Delegierter der italicnisehen Regierung nahm er an zahlreichen internationalen Konferenzen teil. Int Alter von kaum 29 Jahren ist der Klaviervirtuose Boleslaw K ״ n, Prof1:--or am Musikkoiiservatnrium in Krakau, gedorbi!1. Prof. Kon, der Jude war, gewann im Jahre 1933 den ersten Preis bei dem Internationalen Musikfest in Wien. Der in Paris lebende Proft׳»»or V! 11111 u 1 a ist zum Oberrabbiner der Türkei als Nachfolger des verstorbenen Großrabbiners Cliaim Bedjcrano ernannt worden. Der 1000-!‘ranis-Preis der UnivirMtat (icnt wurde Max Ma n d e 1 I a 11 b aus I )uisburg, der zur Zeit in Genf studiert, für eine Studie ,,La Philosophie morale de Max Schcler“ zugesprechen. Dr. Rudolf N u ß b a!1 m in Mailand wurde in die Rcpräsentanz der dortigen jüdischen Gemeinde als Vertreter der aus Deutschland ein gewanderten Juden gewählt. Rei dem soeben beendigten internationalen Wettbewerb für Klavier in Wien wurde einem jungen Juden aus Rußland, Jacob FI i e r e, der erste Preis (2300 Schilling) zuerkannt. Auch der zweite Preis wurde von einem russisehen Juden, F.inil Gilels, gewonnen. Den vierten Preis erhielt der ungarische Jude Kovacs. Die Altistin des Kulturbund-Ensembles Atartha Frost hat ein Sommer-Engagement an das Thcätre Royal des Galeries in Brussel angenommen. Die zionistischen Büros Hamburgs: Hamburger Zionistisehe Vereinigung, Nordwestdeutscher Gruppenverband der ZVfD, Palästina-Amt, Keren Hajessod, Keren Kajcmeth Lqjisrael, Hebräische Sprachschule ״ivriali", Nationaljüdischer Ju- Pendring, Zionistisch-Akademischer Club, Verband jüdischer rauen für Palästina ״Wizo“, verlegen ab 1, Juli ihre Büroräume nach Hamburg 20, Eppendorfcrbaum b (Telephon: 53 22 27). Aus der Rechisprcchung Anfechtung einer Mischehe Die ,,juristische Wochenschrift“ vom 27. Juni veröffentlicht ein Urteil des Obcrlandesgcrichts Köln vom 6. März 1936, nach welchem nicht nur der Irrtum über die Rassezugehörigkeit, sondern auch — bei Kenntnis der Eigenschaft des anderen Teils als Juden — der Irrtum über die Bedeutung der Rassezugchöi igkeit in bevölkerungspolitischer Hinsicht ein Eheanfechtungsgrund ist. Der klagende arische Ehemann hatte in dem entschiedenen Falle bei der Eheschließung gewußt, daß seine Frau Jüdin war. In den Urteils gründen heißt es hierzu u. a.: ״Dadurch allein wird aber die Möglichkeit des Irrtums ülier die persönlichen Eigenschaften dev jüdischen Beklagten noch nicht ausgeschlossen. Der Kläger muß auch eine Vorstellung von diesen Eigenschaften haben, er muß das Wesen des Rassenuntersehiedes genügend erfassen, insbesondere von der Möglichkeit einer Vercibuug der Kasscneigcnlümlichkcitcn ülicrhaupt eine Vor.-tellung haben. Der nnfechtrnde Kläger hat in dieser Hinsicht die BeweUbo. Zwar war der Kläger bei Eingehung dar Ehe 29 Jahre ah, ausg:-lnhlc:<-1 Zahnarzt und Doktor der Medizin. Dennoch war er zu dien /ei! mit dem RameproMem keineswegs vertraut. Denn wie die Hei,1.igle in den EheschlielSung-aklcn des Landgerichts vorgetragen hat. hat der Kläger ihre Eröffnung über ihre jüdische Rassezugehürigkcit damit abgetan, daß er daran keinen Ansloß nehme, da er vollkommencr Freidenker sei und daß auch seine Familie nicht religiös eingestellt sei. Die! ist ein klarer Bewein dafür, daß der Kläger, der zu dieser Zeit noch nicht der NSDAP, angehörle, damals die Besonderheit des Judentums lediglich aus dem religiösen Blickfeld betrat htctc. Somit ist als erwiesen anzuseben, daß der Klüger sieh im Irrtum über die Rassecigenlümlidikeiien der Beklagten befand, als er die Ehe schloß. Unstreitig gehört der Kläger seit Ende 1930 der XSDAP. an. Der Klager würde die Ehe bei Kenntnis der Kassccigcntümlichkeifen der Beklagten nicht geschlossen haben. Seine Auffassung von dem Wesen der Khc steht im Einklang mit der objektiven Würdigung, d. h. mit den regelmäßigen Anschauungen der Mehrheit der deutschen Volksgenossen.“ Die Anfechtungsklage hatte daher Erfolg. Dfe Anfechtungsfrist von sechs Monaten, deren Lauf nach der bekannten Rechtsprechung des Reichsgerichts bis zum 15. April 1933 als gehemmt anzusehen ist, war gewahrt, da der Anfechtungsansprucli bereits mit einer im Juli 1933 zugestellten Scheidungsklage als rechtshängig geworden zu betrachten war. Strafe wegen Rassenschande Das Landgericht in Halle verurteilte einen jüdischen Aneklagten aus Eis leben wegen Verbrechens gegen das lutschutzgesetz zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte zehn Jahre lang ein Verhältnis mit einem arischen Mädchen unterhalten, in der Urteilsbegründung betonte nach einem Bericht der ,,Mitteldeutschen Nationalzeitung“ der Vorsitzende, daß es sich hier um einen besonders schweren Fall handele. Die Partei habe von Anfang an erklärt, daß die Reinhaltung deutsehen Blutes einer ihrer obersten Grundsätze und eines ihrer Hauptziele sei. So sei in dieser Hinsicht nicht erst durch die Nürnberger Gesetze eine Klarstellung erfolgt, sondern dem Rechtsbewußtsein des deutschen Volkes habe ein solcher Verkehr zwischen einer Arierin und einem Juden schon vorher widersprochen. Das Gesetz, diene in erster Linie auch dem Schutz der deutschen Ehre und deshalb müsse die Strafe auch abschreckend wirken, denn hier handele es sich um eine Besudelung deutscher Ehre. Der Firmenzusatz ״deutsch“ Die ״Juristische Wochenschrift“ vom 27. Juni veröffentlicht eine eingehende Abhandlung ״Finnenwert einst und jetzt“, ״Mit einem Beitrag zum Firmenzusatz ,deutsch'“ von Amtsgerichtsrat Groschüff, Berlin. In einem Rückblick wird die steigende Verwendung des Firmenzusatzes ״deutsch“ in der Nachkriegszeit hervorgehoben. Hierbei heißt es u. a.: ״Abgesehen davon, daß eine gewisse Mode, hinter der viele nicht znriiekstehen wollten, mitgesprochen haben mag, waren es gerade jüdische Kreise, die in der Bezeichnung ihres l’!P. rnelimens als ,deutsch’ eine willkommene Gelegenheit c h i k‘en, sich g e g e n ii b e r d e m a n w a c h s e n d e 11 A n t istm itismuU zu tarnen und damit die Prosperität ihm Geschäftes zu sichern.“ Im Verlaufe der Abhandlung teilt Amtsgerichtsrat Oroschliff mit, daß die öffentliche Firmenkartei des Berliner Registergerichts einen außergewöhnlichen Rückgang in der Verwendung des Firmenzusatzes ״deutsch“ zeigt. ״Von 718 Firmen des Registers A sind 648 gelöscht, so daß hier nur noch 70 Deutsch-Firmen bestehen; von 2573 Firmen des Registers B sind 2121 gelöscht, so daß hier nur noch 452 Deutsch-Firmen bestehen.“ Es zeige sich also, daß ״mit der Umwälzung 1933 das hohle Scheindasein zahlreicher mit ,deutsch' geschmückter Sachfirmen offenbar geworden und daß die Vorliebe für diesen Modezusatz des Liberalismus stark im Abnehmen begriffen“ sei. Dies bilde in gewissem Sinne eine Bestätigung des Wandels der Verkehrsanschauung. Ein Mordprozeß Der 2, Strafsenat des Reichsgerichts hat laut ״Frankturter Zeitung“ vom 28. Juni die Revision des vom Schwurgericht Braunschweig wegen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode verurteilten 28jiihrigen Walter Sic vers aus Braunschweig verworfen. Sievers hatte am 29. Jtili 1935 den jüdischen Kaufmann Wolf Z i p r - kowski in dessen Geschäft erschossen und den Toten dann beraubt. Vor dem Schwurgericht hatte er geleugnet, Ziprkowski vorsätzlich erschossen zu haben, und behauptet, es handele sich um einen ״politischen Mord“. Er sei mit dem Kaufmann in einen Wortwechsel geraten, weil er beobachtet habe, wie dieser zwei Männer von der Arbeitsfront in seinen Laden hineingelockl habe. Im Verlauf dieses Streites habe er ihn in der Wut erschossen. Das Schwurgericht hatte diesen Angaben jedoch keinen Glauben geschenkt. Es nahm Raubm 0 r d an. Der Vertreter der Reichsanwaltschaft stellte fest, Vorsatz unef Uebcrlegung seien vom Schwurgericht eindeutig und zweifelsfrei naehgewiesen worden. Dem Antrag des Reichsanwalts folgend verwarf der Strafsenat die Revision als unbegründet. Das Todesurteil hat damit Rechtskraft erlangt. Die Gesellschaft ״Zebulun“ (Krakow, Dunajewsldego 7), über deren Bestrebungen um die Förderung einer jiidischen Handelsschiffahrt und Fischerei in Palästina wir mehrfach berichteten, hat soeben eine Broschüre in polnischer Sprache herausgegeben, in der Dr. Emanuel Stein, Dr. Walter Steinitz, Dr. Emanuel Liebmann, Chalm Kornreich und Dr. Alfred Ehrenpreis die Notwendigkeiten und Aussichten der Arbeit auf dem Meere für Palästina darlegen. ■■■■■■■■■■■■■■■■■■>■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ s s 9 ■ | ■! Bezugsj S ■ : Einladung j s ■ ■ ■ Neuhinzutretende Abonnenten können auf Anfordern unsere Zeitung einen halben Monat kostenfrei zugesandt erhalten. Senden Sie also bitte zugleich mit Ihrer Bestellung die Bezugsgebühren für den nächsten vollen Monat oder das kommende Vierteljahr ■ ■ Die Bezirkstagung des Reichsverbandes polnischer Juden in Deutschland Tand atn 21. Juni in Wiesbaden statt. Als Vertreter der polnischen Behörde nahm der Generalkonsul K o r z e n i o w s k i, Frankfurt am Main, teil. In seiner Begriißungsansprachc ermahnte er zur Einigung und Zusammen- Schluß der polnisch-jüdischen Bürger, deren Arbeit er weitgeltendste Unterstützung in seinem Konsularbezirk zusicherte, ln der Eröffgnungssitzung würdigte Dr. Meitlis die kulturelien Leistungen Nahum Sokolows und seine Bedcutung für das polnische Judentum. Die Arbeitstagung begann mit einem Referat von Dr. Meitlis über den inneren Aufbau und die Organisation der polnischen Juden in Deutschland, zu dem Herr Fuchs, Oberhausen, ergänzende Ausführungen machte. Die sich anschließende Debatte hat in manchen Punkten die erwünschte Klärung herbeigeführt. Palästina-Kundgebung in Hamburg Die Jewish Agency, Ortsausschuß Hamburg, und die Hamburger Zionistische Vereinigung hatten für den 17. Juni zu einer großen Kundgebung anläßlich der Ereignisse in Palästina cingeladcn. Es sprach Dr. Michael T raub über das Thema: ״Im Kampf um Erez Israel — Einwanderung und Aufbau“. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Gabriel Ricsser-Saal überfüllt; eine große Zahl von Menschen mußte umkehren. Selten sah man in einer zionistischen Vcranstaltung in Hamburg in dieser Geschlossenheit alle Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, die Mitglieder des Vorstandes der Deutsch-Israelitischen Gemeinde und die Vertreter fast aller jüdischen Organisationen und Institutionen, wie an diesem Abend. Dr. P. Zadik begrüßte die Anwesenden und wies darauf hin, daß die große Zahl der Erschienenen ein Zeugnis sei für die Verbundenheit der Gallith mit Erez Jsrael auch ln diesen Tagen. Dr. Michael Traub ergriff nunmehr das Wort zu einer Trauerrede für Nahum Sokolow, dessen Persönlichkeit als eines jüdischen Führers für unsere Generation von ihm scharf umrissen wurde. In seinem Vorfrage behandelte Dr. Traub die politischen Probleme Palästinas, insbesondere die jüdlseh-arabischen Beziehungen. Er ging davon aus, daß das Verhältnis der beiden Völker zueinander im wesentlichen von nationalen Kräften bestimmt wird, die ihren eigenen Gesetzen unterliegen. Entscheidend für die Lösung des Konfliktes wird daher das gegenseitige Kräftespkl der beiden Völker sein, die in Palästina leben. Ausführlich behandelte Dr. Traub auch die Be- Ziehungen der zionistischen Bewegung zur englischen Mar!- datsregierung, die in diesem politischen Kräftespiel besondere Bedeutung gewinnen. Die Lösung der politischen Pmblematik in Palästina wäre schnell lierbeizuführen, wenn es sich nur um die 400 (KM) Juden dort handeln würde. Würde der Jischuw nur seine eigene Zukunft sichern wollen, so wäre es ihm ein leichtes, zu einer vertraglichen Abmachung mit den Arabern des Landes zu kommen. Der Kampf in Erez Israel hat aber eine viel weitergehende Bedeutung: Fis geht um das Lebensrecht des ganzen jüdischen Volkes, um die Fortsetzung der Inunigration, um die Tausende und aber Tausende jüdischer Menschen, die Palästina /״streben. Es ist daher die Sache aller Juden, so schloß Dr, Traub, die gemeinsame Front, die der Jischuw in Palästina bereits bilde, zu schließen; denn heute sei die Parole der Solidarität das erste Erfordernis unserer realpolitischen Stellungnahme. Die Ausführungen von Dr. Traub!unterließen oftensichtlieh einen tiefen Eindruck. Der Redner halte es verstanden, durch seine fesselnden Worte jedem Einzelnen seine enge Verbuiidenheit mit dem jüdischen Aufbauwerk vor Augen ZU führen. Im Rahmen der Trauerfeier für Nahum Sokolow spielte Rafael Broch es (Violine) das Grave von Friedemann Bach; am Flügel begleitete Frau Maria S y 11 m. FÜR EINWANDERUNG UND AUFBAU - - DEIN SONDERBEITRAG ZUM KEREN HAJESSOD KEREN HAJESSOD (Jüdisches Palästinawerk) E. V. t Berlin WI5, Meinekestr. 10 / Postscheckkonto Berlin 15334t

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.