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Jüdische Rundschau · 1936-06-26 · Heft 51 (26.6.1936) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 51 (26.6.1936)
Date
1936-06-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 51, 26. VI. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU . Seile 15 Zur Lage der Araber Feststellungen im Unterhaus London, 24. Juni. (JTA.) In der Unterhaus- Sitzung vom 24. Juni beantwortete Kolonienministcr Ormsby-Gore eine Reihe von Anfragen, die sich auf die gegenwärtige Lage in Palästina bezogen. Die Herzogin von A t h o 11 fragte den Kolonienminister, wie groß die Zunahme der arabischen Bevölkerung Palästinas seit 1922 sei und in welchen Teilen Palästinas sich diese Zunahme vorwiegend vollzogen habe. Minister Ormsby-Gore antwortete, die Zunahme der arabischen Bevölkerung in Palästina von 1922 bis 1935 werde auf etwa 270 000 geschätzt. Verhältnismäßig am großten war diese Zunahme in den Städten Haifa, Jerusalem und Jaffa und in den Küstengegenden, in denen Zitruskultur vorherrschend ist. Auf eine weitere Frage der Herzogin, wie viele früher bodenbesitzende Araber in Palästina infolge Gesamtverkaufs des Bodenbesitzes an jüdische Einwanderer landlos geworden seien und ob es bekannt sei, wie viele von diesen Personen arbeitslos seien, antwortete der Minister, er besitze hierüber keine statistischen Unterlagen, werde aber eine entsprechende Anfrage an den High Commissioncr richten. Schließlich fragte die Herzogin von Atholl noch, wie viele Araber bekanntermaßen im Lauf der letzten drei Jahre nach Palästina eingewandert und wie viele von ihnen von der Regierung beschäftigt seien. Minister Ormsby-Gore: Die registrierte arabische Einwanderung nach Palästina in den Jahren 1933 bis 1935 umfaßt 1950 Personen, die Acgypter, deren Zahl 450 beträgt, nicht miteingerechnet. Von diesen werden gegenwärtig von der Palästina-Regierung 356 beschäftigt, und zwar sind alle bis auf 13 im Tagelohn stehende Arbeiter. Zu diesen Ein- Wanderern kommt noch die vorübergehende Saisonwanderung hinzu, die den Zu- und Abstrom von einigen tausend Menschen jährlich über die Grenzen verursacht. Eine verläßliche Schätzung ihrer Zahl zu irgendeiner Jahreszeit kann nicht gegeben werden; doch ist ihre Zahl während der Erntezeit groß. Der Abgeordnete G a 11 a c h e r fragte den Kolonienminister, ob ihm bekannt sei, daß die Altstadt von Jaffa ohne entsprechende Ankündigung an die Bewohner und ohne daß ihnen Gelegenheit gegeben werde, neue geeignete Unterkünfte zu finden, zerstört wird; daß anerkannte heilige Stätten zerstört W'crdcn und Dynamit zum Schrecken von Frauen und Kindern verwendet wird, und ob der Minister eine neue, nieiitmilitärische Lösung der in Palästina entstandenen Probleme erwägen wolle. Der Kolonienministcr antwortete, es sei unzutreffend, daß die Altstadt von Jaffa zerstört würde, ln Wirklichkeit habe man es für notwendig befunden, eine gewisse begrenzte Zahl von Häusern abzubrechen, um den Bau von neuen Straßen durch das Labyrinth der Altstadt zu ermöglichen. Diese Arbeit sei von kgl. Ingenieuren nach vorheriger Warnung der Bevölkerung durchgeführt worden. Besondere Vorkehrungen seien für die Unterbringung derjenigeti Familien getroffen worden, deren Häuser niedergerissen wurden, und die Schwierigkeiten bei der Unterbringung anderwärts hatten. Familien, die aus Häusern in der Altstadt entfernt wurden, erhielten eine besondere Ent- Schädigung. Der Abbruch sei nun vollendet und es habe dabei Keine Verletzten gegeben. Der Abgeordnete fragte weiter, ob das so zu verstehen sei, daß die Möglichkeiten von Verletzungen gegeben war. Habe man nicht Dynamit benutzt, so daß die Häuser ringsum erschüttert und die Frauen in Schrecken versetzt wurden? Minister Ormsby-Gore antwortete, seinen Informationen zufolge seien die Bewohner vorher zweimal nacheinander gewarnt w'orden. Polizei habe die Bewohner aus den Häusern entfernt; bevor Polizei und Militär sich überzeugt hatten, daß die Einwohner sämtlicher Häuser des Gebietes entfernt waren, habe man kein Dynamit benutzt. Erst als festgestellt w׳ar, daß alle Häuser geräumt waren, wurden Spreugungen mit Dynamit vorgenommen. Eine zweite Frage des Abgeordneten Gallacher betraf die angebliche Anwendung scharfer Methoden durch Militär gegenüber mohammedanischen Frauen bei der Auferlegung einer Kollektivstrafe auf das arabische Dorf Gazcur wegen eines angeblichen Bombenanschlags auf der Straße Jaffa— Jerusalem. Man habe im Widerspruch zu den religiösen Vor- Schriften strenge Durchsuchungen bei den Frauen vorgenommen, die alten Männer des Dorfes in Gewahrsam gebracht und ihnen nicht erlaubt, an dem Freitags-Gottesdienst teilzunehmen; nach der Weigerung, die Strafe zu bezahlen, habe man Hausrat, Kühe, Pferde und Ziegen beschlagnahmt. Der Abgeordnete fragte, ob der Minister für eine Aenderung dieses Vorgehens Sorge tragen W'oile. Minister Ormsby-Gore antwortete, die in der Anfrage behaupteten Zwischenfälle seien ihm nicht bekannt. Der High Commissioncr habe bereits versprochen, binnen kurzem jede Information über Behauptungen betreffend das Vorgehen des englischen Militärs in Palästina bei den gegenwärtigen Unruhen zu liefern. Diesen Bericht warte er — der Minister — ab und sei nicht geneigt, einseitige Erklärungen ohne gründliehe Untersuchung vor dem Eintreffen dieses Berichts entgegenzunehmen. Abg. Gal lach er: Ist der Minister nicht bereit, die Ein- Stellung der Verhängung von Kollektivstrafen über Dörfer zu erwägen? Minister Ormsby-Gore: Ganz gewiß nicht. Der Abgeordnete Maxton fragte, ob der Minister die Namen der Mitglieder der Palästina-Kommission bekanntgebeii könne. Minister Ormsby-Gore erwiderte, er sei gegenwärtig nicht in der Lage, in bezug auf die kgl. Kommission etwas zu dem hinzuzufügen, was er in der Debatte am vergangenen Freitag erklärt habe. Abg. Maxton.־ Sicherlich würde der Minister die Kommission ernennen, wenn er die Angelegenheit sobald als tunlieh fortzuführen wünschte. Der Kolonienministcr antwortete, er habe bereits Besprechungen mit einzelnen Persönlichkeiten über diese Sache begonnen. Es sei aber durchaus nicht wünschenswert, stückweise Ankündigungen zu machen, bevor er Zusagen erhalten habe. Sir Archibald Sinclair fragte, ob cs feststehc, daß die Untersuchung durch die Kommission nicht ausgedehnt werden soll. Der Minister erwiderte, er habe dies am Freitag klar zum Ausdruck gebracht. Schließlich beantwortete der Kokuiieriminister noch eine Anfrage des Abgeordneten Captain Peter Mac Do na Id über die italienische Kundfunkpropaganda in arabischer Sprache. Er erklärte, diese Angelegenheit finde von Zeit zu Zeit bei der Palästina-Regierung sorgsamste Erwägung. Die Stimmen von draußen e. j. Jerusalem, 18. Juni Wir bekommen in Palästina die Artikel und Berichte zu lesen, die sich in der Auslandspresse mit den Vorgangen in Palästina befassen. Im besten Falle erreicht uns dieses Echo der hiesigen Vorkommnisse nach ungefähr acht Tagen, also zu einer Zeit, da mittlerweile neue Erlebnisse die Erinnerung an das Geschehene von vor acht Tagen in den!Hintergrund gedrängt haben. Es ist auffallend, daß selbst die rein berichtenden Angaben in der Auslandspressc kein zutreffendes Bild dessen, was vorgekommen ist, vermitteln. Trifft dies schon auf viele jüdische Zeitungen zu, so ist es vervielfacht der Fall bei den niehtjüdischen. Vor allem fehler! zwei wichtige Feststellungen: Die Haltung der Juden und die Erklärung, wie es die arabischen Nationalisten zu Wege bringen, monatelang ihre Aktionen durchzuführen. Jeder Berichterstatter müßte doch das bewunderungswerte Phänomen erwähnen, daß die Juden ihre Nerven und ihre Ruhe bisher nicht verloren haben und unbeirrt von allen Geschchnissen ihren Aufbauwillen betätigen. Ferner müßte jed r Berichterstatter immer wieder darauf hinweisen, daß diela'e:! der arabischen Nationalisten nicht nur der Ausfluß einer zu respektierenden Gesinnung, sondern in vielen Fällen die Leisiting für empfangenen Lohn darstellen. Solange diese zwei wichtigen Feststellungen nicht immer wieder als Hintergrund für die Berichterstattung über vorgefallene Missetaten erwiihnt werden, muß alles Berichten aus Palästina am Wesen des wirklich Geschehenen Vorbeigehen. Sind schon die Berichte über die Vorfälle in Palästina unzulänglich, so wirken Betrachtungen über das jüdische Werk in diesem Lande auf uns, die wir, mögen wir uns in den zentralen Stellen befinden, von wo inan einen besseren Ueberblick hat, oder einfache Soldaten in Reih und Glied des Jischuw sein, mehr als komisch. So schrieb ein Berichterstatter in einer großen, Schweizer Zeitung im Anschluß an ein fcuilletonistisch gehaltenes Resumc über die Vorkommnissc rhetorisch fragend: ״Ist vielleicht alles auf Sand gebaut?“ Ich weiß nicht, wer sich hinter den Anfangsbuchstaben, mit denen der Bericht in der erwähnten Zeitung gezeichnet war, verbirgt. Es handelt sich um einen zweifellos begabten Schriftsteiler, der sich bemüht, scharf zu denken. Aber scharfes Denken schützt vor falschem Denken nicht. Sonst hätte er diese rhetorische Frage nicht stellen können. Für das meiste, was die Juden in Palästina bisher geschaffen haben, ist die Redewendung ״auf Sand gebaut“ schon im buchstäblichen Sinne falsch. Auf Sanddünen sind nur Tcl-Awiw und einige Kolonien an der Küste entstanden. Der größere Teil des jiidisehen Aufbauwerkes ist in hartem Stein erstellt worden. Natürlich hat aber der Berichterstatter die Redewendung ״auf Sand gebaut“ als Metapher gemeint. Und hierin hat er erst recht geirrt. Es leben heute in Palästina etwa 400000 Juden. Mit Leidenschaft und mit unerhörter Energie haben sic sich in diesem Lande festgebissen. Jäter Versuch, ihre Position zu erschüttern, sie in die Rolle einer geduldeten Minderheit zu drängen oder sie als quantitc negligeablc zu behandeln, wird auf Granit stoßen. Aus dem Umstande, daß die Juden in Palästina sich in den letzten zwei Monaten anscheinend untätig verhalten haben, kann nur ein oberflächlicher Beobachter den Schluß ziehen, daß der Jischuw in seiner überwiegenden Mehrheit nicht entschlossen ist, bis zum letzten Atemzuge zu kämpfen, um die einmal gewonnene Position zu halten. Ebenso wenig ist daran zu zweifeln, daß Millionen Juden in der ganzen Welt von der gleichen unerschütterlichen Entschlosscnheit erfüllt sind, das begonnene und zu bewunderter Größe gediehene Werk des jüdischen Aufbaus in Palästina weiterzuführen. Auf Sand gebaut? Welche Verkennung der wahren Sachläge! 50jährige Erfahrung in der Arbeit, Generationen heldenmutigsten Pionicrtums, leidenschaftliche Hingabe von Millio-!:in Juden ... ist das alles Sand? Wenn im gegenwärtigen /!genblick in bezug auf Palästina ein Kampf auf Leben und Tod geführt wird, dann führt diesen Kampf das jüdische Volk in der Welt, welches zur Erhaltung seiner nationalen Existenz nichts anderes hat, als das unter schweren Mühen und Opfern bisher errichtete Jüdische Nationallieim in Palästina. Das arabische Volk im allgemeinen und die 800 000 Araher in Palästina sind in ihrer Existenz durch das jüdische Werk nicht bedroht. Herz und Schlagadern der arabischen Nation befinden sieh nicht in Palästina. Aber für die Juden ist das Land im gegenwärtigen Augenblick nationaler Mittelpunkt, moralisches und seelisches Fnergiezentrum und die letzte Station einer Jahrtausende andauernden Wanderung. Wer sich das alles nicht vor Augen halt, hat kein richtiges Verständnis dafür, um was jetzt in Palästina gespielt wird. Die Reduzierung eines welthistorischen Problems auf die, letzten Endes, bedeutungslosen Aktionen nationalistischer Gruppen der palästinensischen Araber ist für die Betrachtung der Geschehnisse, die sich hier abspielen, unwürdig. Das Werk, das von den Juden in Palästina bisher vollbracht wurde und fortgeführt werden wird, ist auf einer ehernen Basis gcgiündet: Auf der Judenfrage und aut der verzweifelten Situation eines der ältesten Völker der Kulturmenschheit, dessen Sache wohl in erster Linie seine eigene, aber darüber hinaus auch die der gesamten Welt ist. Der Wille oder Unwille der palästinensischen Araber (wenn man auch ihre Gesamtheit ins Kalkül setzt), sind Förderung oder Hindernis auf dem jüdischen Weg. Entscheidend aber war bisher und wird auch in Zukunft bleiben der Glaube, die Tatkraft und die U!1 b e i r r b a r k c i t der Judenheit. Was diese drei Faktoren zu vollbringen imstande sind, davon sind wir hier in Palästina Augenzeugen. Für Ansiedlung der Flüchtlinge Im ״Bustenai“ wird geschrieben: ,.Die Flüchtlinge sind von verschiedener Art und ihre Anzahl ist nicht klein. Allein in Tel-Awiw zählen sie 7000 Seelen, nachdem ungefähr 2000 in ihre ״Häuser“ zurückgehen mußten. Dazu gibt es noch Flüchtlinge in Haifa und Jerusalem. Die schmerzlichste Stelle des Flüchtlingsprohlems ist die oberflächliche Art seiner Behandlung. Alle halten die Flüchtlingsfrage für eine Wohnungsfrage und argumentieren so: diese Leute sind zu arm, um die Miete in jüdischen Vierteln aufbringen zu können, und wenn wir jetzt genug Geld sammeln, um ihnen Wohnungen in Tcl-Awiw zu errichten, ist die Frage gelöst. Aber nicht die Wohnungsfrage ist hier das Problem. Wir verwechseln die Ursache mit der Wirkung. Diese Massen sind nicht verelendet, weil sie in arabischen Vierteln wohnen, sondern weil sie verelendet sind, müssen sie sich irgendeine armselige, elende Wohnung suchen, die wenig kostet. Diesen Menschen geht es auch in ruhigen Tagen schlecht, auch zur Zeit der Prosperity, und wir werden an ihrem Zustand nichts ändern, wenn wir sie aus Jaffa nach Tel-Awiw oder aus der Altstadt von Haifa nach Hadar Hakarmcl bringen. Diese Menschen brauchen Arbeit und die Stadt hat nicht die nötige Arbeit für sie; dort finden sie nur einen oder zwei Tage iii der Woche als Gelegenheitsarbeiter Beschäftifjung. Nur eine Uebersiedlung aufs Land kann neue Möglichkeiten für sie schaffen. Sie sind meist gesund und arbeitslustig, sie haben Kinder, die ihnen helfen können; wenn man jeder Familie ein Zimmer gäbe und einige Dunam Boden in der Nähe der Stadt oder einer größeren Kolonie, so wären sie vor dem Verkommen gerettet. Sie würden Geflügel züchton, Futter anbauen und Außenarbeit׳ verrichten. Zur Verwirklichung dieses Plans sind allerdings mehr Mittel nötig als zum bloßen Wohnungsbau. Aber auf diese Weise könnten wir das Problem und auch noch andere Fragen, die damit Zusammenhängen, wirklich lösen. Wir würden uns nämlieh gleichzeitig von einigen Hunderten ״verlassener Kinder“ befreien, die sich jetzt in den Straßen von Tel-Awiw herumtreiben und Schnürsenkel verkaufen. Diese Kinder würden sicher gern Gemüse bauen. Sie würden gesunden und der sozialen Hilfe nicht mehr bedürfen.“ FlüchtlingsfUrsorge Wenige Tage, nachdem der Bericht über die Flüchtlingsfiirsorge abgefaßt war (siche ״Jüd. Rundschau“ Nr. 47), änderten sich die Verhältnisse in Jerusale m. Die Morde in der Altstadt, die das Gefühl der Schutzlosigkeit vervielfältigten, veranlaßen Hunderte zur Flucht aus ihren Wohnungen. Die meisten kamen bei Bekannten oder Verwandten in den gesicherter erscheinenden Wohnvierteln außerhalb der Mauer oder auch in der Altdtadt unter. Etwa 220 bil- Das erste Jerusalemer Doktor-Diplom UNTVERSTTAS HERRAICA HIEROSOLYMTTANA "**ידביכרה» יל7גיית גידי*לי6 DOCTORJS PHflOSOPMiAE Foto: B. Omthke* deten ein neues Flüchtlingslager. Die Fürsorge für dieses Lager übernahm die Jerusalemer Ortsgruppe der Wizo; sie beschaffte Matratzen, Decken, Wäsche, bemühte sich um die Verbesserung der für eine so große Zahl von Menschen ganz unzureichenden hygienischen Einrichtungen, ordnete die Arbeit unter den Kindern und die allgemeine Aufsicht. Mitglieder der Arbeiterjugend unterstützten sie dabei; die soziale Fürsorgestelle der Gemeinde wirkt beratend und durch Ge- Währung von Beihilfen für die einzelnen Familien mit. Unter diesen 220 Menschen gibt es kaum einen, den sie nicht aus der früheren sozialen Hilfsarbeit kennt: es sind die verelendetsten Existenzen der Altstadt. In der Altstadt selbst sind 2000 Menschen zurückgeblieben, vielfach in engen Wohnungen zusammengedrängt, nur mühsam mit ausreichenden Lebensmitteln versorgt, gesundhcitlich durch die Enge, die schlechte Reinigung der Straßen und unregelmäßige Müllabfuhr gefährdet, und immer mehr verarmend, je länger der arabische Streik und die allgemeine Unsicherheit sehr viele unter ihnen arbeitslos macht. Die Fürsorgestelle der Gemeinde hat gemeinsam mit Vertretern der einzelnen Landesgruppen (Fdoth) eine Zweigstelle ihres zentralen Büros mitten in der Altstadt organisiert. Sie hilft, soweit ihre Kräfte reichen: dabei muß sie auf die Art exakter Prüfungen und auf die Verfolgung aufbauender Tendenzen, die ihre Arbeit sonst bestimmen, verzichten. Die Not ist zu offenkundig und die allgemeine Erregung und Nervosität zu groß, _ M. T.-P. Von der Woche Amtlich wird bekanntgegeben, daß 1m Monat Mai 2261 Juden nach Palästina eingewandert sind. Anläßlich des Geburtstages König Eduard VIII. ist Bürgermeiste!• Meir Dizcngoff in Anerkennung seiner öffentliehen Verdienste in Palästina zum Ehrenkommandeur des Ordens des British Empire ernannt worden. Unter den übrigen englischen und palästinensischen Juden, die anläßlich des Geburtstages des Königs ausgezeichnet worden sind, befindet sich der Chcfinspckteur beim palästinensischen Erziehungsdepartment, Avinoam Y c 11 i n, der zum Ehrenmitglied des Ordens des Britischen Empires ernannt wurde, der erste Sekretär beim Oberkommissariat in Basutoland, Ezechiel Cohen, der den Imperial Service Orden erhielt, und Rabbi David Lsaac Freedman, dem in Anerkennung seiner Verdienstc um das öffentliche soziale Wohlfalirtswcsep i!1 Australien der Orden des Britischen Empire verliehen wurde. Der Geburtstag König Eduard VIII. ist in Tel-Awiw feierlich begangen worden. Die Stadtverwaltung veranstaltete einen Empfang, dem die Mitglieder des Konsularkorps, die leitenden städtischen Beamten und Regierungsvertreter und andere hervorragende Persönlichkeiten beiwohnten. An High Commissioncr Sir Arthur Wauchopc wurde ein Begriißungstelegramm gerichtet. Das Exekutivmitglied Rottenstreich begibt sich im Aufträge der Agency-Exckutive in den nächsten Tagen nach Polen. Luftverkehr Polen — Palästina Tel-Awiw, 21. Juni. (JTA.) Das erste polnische Flugzeug, das, gesteuert von dem Flieger Major Dziev e 1 s k i, am 19. Juni bei Tel-Awiw׳ landete, hat den Rückflug nach Polen mit einer Kiste Palästina-Orangen an Bord am 21. Juni angetreten. Bei der Ankunft des Flugzeuges wurde Major Dzievelski von Tausenden Tel-Awiwcr Bürgern mit Bürgermeister Dizengoff an der Spitze begrüßt. Ich freue mich, erklärte der Bürgermeister, der Landung des ersten Flugzeuges aus Polen beiwohnen zu können. Ich hoffe, daß bald eine stänstige Fluglinie zwischen Polen und Palästina eingerichtet werden und zum Ausbau der Beziehungen zwischen den beiden Ländern beitragen wird.“ Die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters wurde von Major' Dzievelsk! und dem polnischen Konsul in Tel- Awiw, Stanislaw Lukaszewicz, erwidert. «

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