Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1936)
- Date
- 1936-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49, 19. VI. 1936 Der Radomer Prozeß Das Zeugenverhör beendet schäften und Organisationen der Juden in Deutschland herangezogen werden. ln dieser Stunde verpflichtet die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation, in der Opferbereitschaft beispie!־ haft voranzugehen. Der Landesvorstand fordert alle Mitglieder der ZVfD. auf, für die nationalen Fonds des Palästina-Werkes einen Fonds ״Bizzur Haarez“ aufzubringen. Jeder Zionist hat den Ertrag eines Arbeitstages an diesen Fonds ״Bizzur Haarez“ zu leisten. Der Landesvorstand unterstreicht die vom Oeschiftsführenden Ausschuß an alle Keren-Hajessod-Zahler ergangene Aufforderung, ihre diesjährige Keren-Hajessod-Zeichnung um ein Viertel zu erhöhen. Durch eine solche Erhöhung wird die Abführung des Ertrags eines Arbeitstages abgegolten. Der Landesvorstand ist der Ucberzeugung, daß unsere Verbundenheit mit dem Jischuw in Erez Jisrael über Solidaritätserklärungen hinaus in einen derart verstärkten Kräfteeinsatz für Palästina Ausdruck finden muß. IN ALLER KURZE Der ״NS-Kurier" in Stuttgart brachte kürzlich eine Zuschrift, in der bemängelt wurde, daß in Stuttgart nur an wenigen Geschäften der Hinweis ״Deutsches Geschäft“ zu finden sei. Nunmehr gibt das Blatt Mitteilungen des. Kreisleiters wieder, dall er schon vor Monaten die Anbringung der Schilder au arischen Geschäften angeordnet habe und daß diese Aktion in den nächsten Tagen vollständig zur Durchf Ü 11 r u 11 g kommen werde. Die S p i!1 o z a - S t r a 11 e in H a n n o v e r ist in Nietzsche- Straße umbenannt worden. Nach Meldung des ״Wilhelmshavener Kuriers“ ist die Heinc-Str a ß e in R ii s t r i 11 g e 11 in Ruseler-Straße umbenannt worden. Die Schule Heine-Straße beißt jetzt Ruseler- Schule. Nach einem Bericht der ״Allgemeinen Rundschau“ in Nürnberg wurde■ vom Landgericht München der 38 Jahre alte getaufte Jude M. Sein aus München wegen Rassenseilattde zu n e u n M <> 11.! t e!1 Ge f ä n g 1; i s unter Anrechnung von zweieinhalb Monaten l'iilcrsucluingshaft verurteilt. Wegen Mangels der für den Geweftrebetrieb erforderlichen Zuverlässigkeit wurde it. ״Berliner Tageblatt“ vom 15. Juni der (nichtarischvn) Finna Soebel. Kaufhaus für Haushaltswaren, m Halle ■durch den Regierungspräsidenten gemäß § 20 der Verordnung über I landelsbesehränkuugen vom 13. Juli 1025 die I landm-mi kmbnis entzogen. Das Geschäft muß bis spätestens 1. Juli schließen. Das schwedische Parlament hat mehrere Anträge von Vertretern der Rechten, die Einwanderungsbestimimmgen zwecks IhnJihalliuig von Einwanderern aus Deutschiand zu verschalfen, abgcleimt. Entsprechend dem Antra״ der juristischen Kommission, keinerlei Vorschläge zu weiterer Einschränkung der Einwanderung anzunchmen, hat das Pariament die Regierung bloß beauftragt, Möglichkeiten für eine Verbesserung der technischen Kontrolle über die Eisnvanderung' von Ausländern zu prüfen. In der zur Neuwahl des Überrabbiners einberufenen Wahlversammlung der A 11 t w 0 r p e n e r jüdischen Gem e i n d e ist der ehemalige Abgeordnete des polnischen Sejm und Führer des Misrachi Rabbi Samuel Brodt aus Tomaszow fast einmütig zum Nachfolger des nach 'Tel-Awiw berufenen Rabbi Amiel gewählt worden. Rabbi Brodt gedenkt sein Amt im September anzntreten. In Paris wurde unter dem Vorsitz des Präsidenten des Comite France-Palestine, Senator Justin Godart, ein Komitec für den Pa I ä s t i!1 a - P a v i 11 o n auf der Pariser Ausstellung von 1937 gebildet. 114 in Griechenland ansässige sephardische Fa- JM i! i e n haben die spanische Staatsangehörigkeit erhalten. Die Jahreskonferenz des Jüdisch-nationalen Arbeiter v e r b a n d e s A m e r i k a s hat ein Telegramm nach Palästina gc'-amlf, in dem die jüdischen Arbeiter Amcrikas ihre Bew uiulci 11.1g für die Disziplin der Arbeiter Palästinas und ihre Solidarität mit ihnen zum Ausdruck bringen. Bei einer Feier /um Andenken an die jüdischen Kriegsgefallenen Amerikas feilte das Mitglied des Kongresses, I). W. Harter, mit, daß mehr als 200 000 Juden Amerikas sich freiwillig zu den Fronten im Weltkriege gemeldet haben. Professor Dr. Franz Oppenheimer wurde während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten von der an1crikanisch-snz10h">gi-־chen Gesellschaft zu ihrem Ehrenmi t״li cd ernannt. Der frühere PiofesMU’ an der Breslauer Universität, Moritz Löwi, ist zum Mitglied der International Federation of Eugenie < >rganoation> ernannt worden. Diese Gesellschaft betreibt volkcr-pwdialogische Forschungen. Ariernachweis im Bereich der bildenden Kunst Der Pr.iskleut der R e i c 11 .י k a in 111 e r der bildenden Künste erhell;!m 2(1. Mai eine im ״Völkischen Beobachter“ vom lb.Jimi veröffentlichte ״Anordnung über den Nachweis der Abstammung״. Danach hat, wer der Reichskammer der bildenden Künste an gehört oder gemäß § 9 der Ersten Verordnung zur Durchft'ihrtmg des Reichskiiiturkammergesctzcs vom 1. November I033 von der Zugehörigkeit befreit ist, den Nachweis der Abstammung, und zwar grundsätzlich bis zu den G r o 1! e 11 e r n t e i 1 e n einschließlich für sich una seine Ehefrau ohne Erfordern gegenüber dem Landesleiter bis zum 30. September 1036 zu erbringen. Wer somit zur Beibringung des Abstammungsnachweises verpflichtet ist und Inhaber, Gesellschafter, Teilhaber, Vorstands- oder Aufsichtsratsmitglied, Prokurist u. a. einer kammeizugehörigen oder von der Mitglicdschaft befreiten juristischen Person bürgerlichen oder Handelsrechts ist, hat zum gleichen Termin eine wahrbeitsgemäße Erklärung über die Zusammensetzung des in der von ihm vertretenen Unternehmung arbeitenden Kapitals abzugeben und den Nachweis der Abstammung der Kapitals eigner beizubringen. Radom, 17. Juni. (JTA.) Die Vernehmung des Chefs des Sicherheitsdepartments bei der Radomer Kreisverwaltung, Licke, am 15. Juni brachte bezeichnende Aufschlüsse über die Vorbereitung des Pogroms in Przytyk durch planmäßige Propaganda der Nationaldemokraten. Der Zeuge erklärte, diese Propaganda, die in heftigster und erbittertster Weise getrieben wurde, habe zu einer weitgehenden Verhetzung der polnischen Bevölkerung der Gegend geführt Die Juden befanden sich in sehr gedrückter Stimmung. Nach den bekannten Exzessen in Odrywol, bei denen Polizei auf die Bauernmassen feuern mußte, die das jüdische Stadtchen umzingelt hatten, weil das Gerücht verbreitet worden war, Juden hätten katholische Priester gefoltert, hatten Nationaklemokratcn den Bauern eingeredet, nicht Polizisten hätten die tödlichen Schüsse auf die Bauern abgegeben, sondern als Polizisten verkleidete Juden. Diese böswillig in Umlauf gesetzten Gerüchte hätten bei den Juden von Przytyk eine Panikstimmung erzeugt. Die von den Najjonaldemokraten aufgehetzten Bauern dagegen hätten sich sehr aggressiv und kampflustig gezeigt. Kein Jude habe gewagt, sich in den Straßen von Przytyk zu zeigen. Die Existenz einer jüdischen Selbst wehr stellte der Zeuge in Abrede. In gleichem Sinne sagte auch ein Polizeibeamter aus Przytyk aus. Er erklärte, nach den Vorfällen in Odrywol, wenige Tage vor dem Pogrom in Przytyk, hätten nationaldemokratisclie Agitatoren die Bauern aufgefordert, an den Juden Rache zu nehmen. In dem Städtchen Klwow bei Odrywol wurde der 70jährige Jude Mosche Poznanski ermorde t, viele Juden wurden verwundet. Die Agitatoren aber hätten erklärt, an diesen Opfern sei es noch nicht genug. Die Juden in Przytyk seien darum täglich auf den Ausbruch des Pogroms gefaßt gewesen. Aut Verlangen der Verteidigung der jüdischen Angeklagten wurden Zeugenaussagen auch von den Kreisbehörden in Radom und von dem Distriktsgouverneur in Kieke eingcholt. Ferner wurden auf Wunsch der jüdisehen Verteidigung die Quittungen über neun Telephongespriiehe der Juden von Prytyk mit den Behörden in Radom und Kielce den Akten bcigelcgt. Drei Tage vor dem Pogrom hatte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde an den Gouverneur in Kielce ein Telegramm geschickt, in dein darauf hingewiesen wurde, daß von den Nationaldemokratcu für den nächsten Markttag ein Pogrom geplant werde. Audi an den Pfarrer von Przytyk hatten die Juden sich mit der Bitte gewandt, beruhigend auf die Bauernschaft einzuwirken. Im weiteren Verlauf des Prozesses wandte sich der Vorsitzende. Richter Bobkowski. scharf gegen den Versuch des nationaidemokratischen Anwalts Kowalski, den Gang der Verhandlungen in antisemitisches Fahrwasser zu lenken. Kowalski hatte an einen jüdischen Zeugen die Frage gerichtet, ob cs wahr sei, daß der Talmud den Juden erlaube, unter Eid falsch auszusagen. Richter Bobkowski ließ die Frage nicht zu und erklärte, er mache keinen Unterschied zwischen Juden und Polen. Es sei auch nicht seine Sache, hier die Judenfrage zu lösen oder die Ursachen der gegenwärtigen wirtschaftlichen Depression in Polen festzustellen, sondern ausschließlich auf Grund von Aussagen und Beweisen die Wahri1e.it in diesem Prozeß zu finden. ,Ein Antrag des jüdischen Verteidigers Sza1nanskv.au Ort und Stelle eine Rekonstruktion der Läge bei der Er-schicßung des Bauern Wies/niak vorzunehmen, die erweisen würde, daß es unmöglich die von dem jüdischen Hauptangcklagten Leske abgegebenen Schüsse gewesen sein konnten, von denen Wieszniak getroffen wurde, wurde vom Gericht abgelehnt, nachdem der Staatsanwalt erklärt hatte, die Mitteilungen der Polizei und die Schilderungen der Zeugen vor Gericht, seien völlig ausreichend. Der Polizeikommissar von Radom, T retnarucek, berichtete über eine Reihe von interventionell jüdischer .Abordnungen bei den Behörden vor dem Pogrom. Auf sein Verlangen hätten die Juden auch eine Denkschrift vorgelegt, in der der erlittene Schaden spezifiziert wird. Die Angaben in diesem Memorandum hätten sich als durchaus zutreffend erwiesen. Aus den Kreisen der nichtjüdischen Bevölkerung seien keine Klagen vorgebracht worden und man habe auch keinen Fall gemeldet, in dem Juden gegen nichtjüdische Händler vorgegangen wären. Die materielle Lage der Bauern in der Gegend von Przytyk sei weit besser gewesen als in anderen Gegenden, Damit widerlegte der Kommissar das Hauptargument der nationaldemokratischen Verteidiger, daß die verarmten Bauern genötigt gewesen seien, den Konkurrenzkampf gegen die jüdischen Händler aufziuiehmen, und daß dies vermutlich die Ursache der Ausschreitungen Stockholmer Notizen Von unserem Berichterstatter. Stockholm, Mitte Juni Eine direkte Flugverbindung Stockholm — j erusalern dürfte in kürzester Zeit zur Verwirklichung kommen. Man beabsichtigt die Fluglinie Stockholm—■Gdynia—Saloniki bis nach Palästina über Istambul, Lukasa und Damaskus zu verlängern. Die Reisezeit berechnet man mit zwei Tage, mit Ucbernachtung auf einer Zwischenstation, oder einen Tag und eine Nacht. Die politisch-kulturelle Wochenschrift ״N u“ (״Jetzt“) bringt in ihrer letzten Nummer einen Leitartikel ״Juden und Araber“, in der Kommentare des ״Daily Tekgraph“-Korrespondenten sowie Ausschnitte aus der ״Jüdischen Rundschau“ über die Palästina-Unruhen behandelt werden. Oberkantor Leo Roscnblüth wurde eingeladen, im Osloer Radio jüdische Volkslieder vorzutragen, womit er im vorigen Jahre großen Erfolg hatte. H. R. Das Amtsblatt der polnischen Regierung enthält eine Ver- Ordnung über die Ausschreibung von Neuwahlen der jüdischen Gemeindevertretungen im ganzen Land. In den kleineren Gemeinden findet die Wahl am 30. August, in Warschau und den übrigen Großgemeinden am 6, September statt. gewesen sei. Der Zeuge erklärte weiter, daß die nichtjüdische Bevölkerung keine Garantien für die Aufrechterhaitung der Ordnung forderte, sondern verlangte, daß die Märkte außerhalb von Przytyk abgehalten werden. Aut Verlangen der nationaldemokratischen Anwälte wurde den Akten die Aufforderung des Polizeikommissars an die Vertreter der jüdischen Gemeinde von Przytyk beigelegt, den jüdischen Proteststreik am 17. März nicht mitzumachen, da ihnen dieser Streik bloß Schaden bringen könnte. Der Kommissar hatte erklärt, daß er diese Auftorderung nur erlassen habe, um die Bevölkerung zu beruhigen. Auf Verlangen der Verteidiger der jüdischen Angeklagten wurde auch der Protest der Radomer jüdischen Gemeinde gegen diese Aufforderung des Polizeikommissars ut.1 Akten beigeiegt. Es wurden noch mehrere jüdische Zeugen vernomtnen, welche erklärten, sie hätten Schüsse gehört, die von einem Lastauto aus abgegeben wurden, und die Polizisten Merto, Nowicki und Pawlowski, welche bekundeten, der tödliche Schuß gegen Wesjniak sei aus einem Fenster des Hauses Lesko gefallen. Damit war das Zeugenverhör geschlossen und es begannen die Schlußerklärungen der Angeklagten. Der nichtjiidische Hauptangeklagte Anthony Fronczk i e w i c z erklärte, er sei unschuldig. Die Juden hätten an den Angeklagten wegen des antijüdischen Boykotts Rache nehmen wollen. Auf- Fragen der jüdischen Verteidiger verweigerten die nichtjüdischen Angeklagten die Antwort. Die Fragen wurden jedoch von dem Vorsitzenden wiederholt und das Kreuzverhör ergab wesentliche Widersprüche zwischen den jetzigen Aussagen und den in der Voruntersuchung gemachten. Als die nichtjüdischen Angeklagten sahen, daß einige von ihnen sich sehr kompromittiert hatten, verweigerten sie jede weitere Aussage mit der Erklärung, sie hätten ihren früheren Bekundungen nichts hinzuzufügen. Antisemitische Exzesse in Polen Warschau, 14. Juni. (ITA.) Wie von der Leitung der Jüdischen Gemeinde in D o I e s z i c a (Kreis Kielce) mitgeteilt wird, hat sich die antisemitische Propaganda dort außerordentlich verschärft. Ueberall sind Anschläge angebracht, die sich in besonders aufreizender Weise gegen die Juden wenden. Diese Hetze hat dazu geführt, daß dieser Tage in der Mikwa die Scheiben eingeschlagen wurden. Auch in einer Reihe jüdischer Geschäfte wurden die Schaufenster zertrüminert. Die Mauer des jüdischen Friedhofs wurde durchbrochen, einige Grabsteine wurden umgestürzt. Die Polizei hat eine Untersuchung cingcleitet. In dem Dorf L e g i o 11 o w a bei Warschau wurden von einem gewissen Vinccnty Zulkowski acht Fensterscheiben bei Juden eingeschlagen, nachdem er vergeblich versucht hatte, die Bauern zum Zertrümmern von Fensterscheiben in jüdischen Häusern aufzuhetzen. Er wurde verhaftet. In einem Dorf bei L u k o w ist der jüdische Fuhrmann Friedmann eingetroffen, nachdem er zwei Tage lang in den Wäldern umhergeirrt war, da er auf den Straßen zwischen Szenck und Kaluszyn, wohin er eine Ladung Getreide zu bringenhätte, überall von Banden mit Steinen beweftfisn worden Wat. Der völlig erschöpfte Fuhrmann' Würde!Von Bauern mit Nahrung versehen. >!!! >- In R a d z 1' m i n wurden die Mitglieder des Warschauer jüdischen Sportklubs ״Union“, die gegen den dortigen Sportklub ״Gwiazda“ ein Wettspiel ausgetragen hatten, nach dem Verlassen des Sportplatzes von einer mit Stöcken und Eisen- Stangen bewaffneten Menge überfallen. Die Mitglieder de! Union Friedman» und Parisenberg. wurden schwer, eine Reihe anderer Sportler leicht verletzt. Noch beim Besteigen des Eisenbahnzuges nach Warschau wurden die jüdischen Sportler mit Steinen beworfen. Vor dem Gerichtsgebäude in Radom wurde der 50jährige jüdische Passant Herschei Helfant überfallen und durch Schläge auf den Kopf mißhandelt. Der Attentäter, ein gewisser Anthony Piwowarczik, wurde festgenommen. Er wurde ins Gerichtsgebäude gebracht, wo der Staatsanwalt sofort seine Inhaftnahme anordnete. Auf dem Warschauer Ostbahnhof wurde der 65jährige Jacob Sega), als er auf den nach Otwock abgehenden Zug wartete, überfallen. Ein Major der polnischen Armee eilte hinzu, versetzte dem Attentäter zwei Ohrfeigen und übergab ihn der Polizei. Das energische Einschreiten des Offiziers hat starken Eindruck gemacht. Budapester Brief Von unserem Berichterstatter Budapest, 15. Juni Gegen den ungarischen Handelsminister Stefan W i n c h kler hatte ein Journalist den Vorwurf erhoben, er, in dessen Adern auch jüdisches Blut rolle, habe den ungarischen Handel verjudet, besonders in dessen Organisationen für den Außenhandei die Juden bevorzugt. Der Minister erhob die Ver- 1 e u m d u n g s k 1 a g e, der sich auch der Staatsanwalt anschloß. Bei der Verhandlung wurde eine Reihe von Zeugen vernommen, unter ihnen hochstehende Ministerialbeamte, die einstimmig bekundeten, daß Minister Winchkler es gewesen sei, der den christlichen Handelsexport eigentlich erst begründet und stets gefördert habe. Auch der Nachweis der jüdischen Abstammung des Ministers mißlang. Dr. A. F. Kapellmeister Hans Bernstein leitet vor Antritt seiner nordamerikanischen Konzerttournee im September ein Konzert des Philharmonischen Orchesters der Stadt Florenz, in dem Werke von Beethoven, Wagner, Respighi, Ravel und Casteinuovo-Tedesco zur Aufführung, und als Uraufführung die ״Variationen und Fuge über ein palästinensisches Hirtenthema“ von BeTfhokf Goldschmidt gelangen. ^ZuKunftihrerKlnaerst Landschulheim Florenz Höhere Schule und Internat Im Sommer drei Mona«• am Meer 1. Schulbildung bis zum Abiturlum 2. Für Knaben und Mädchen von 6—18 Jahren, Sprachenpflege 3. Leitung bewährter Pädagogen 4. Sfudienberechtigung in fast allen Staaten 5. Werkunterricht, Landarbeit, Haushaltkunde 6. Vorbereitung für Palästina 7. Aerztllcho Überwachung, individuelle Förderung 8. Schönste Umgebung, gutes Klima, Sport 9. Erstklassige Verpflegung 10. Zeitgemäße Preise — keine Transferschwierigketten Neuaufnahmen jederzeit Auskünfte und Prospekts durch die Leitung: OMpreg.-üa! Dp. Werner Peieer or. m. aoIdstein Florenz, Villa Pazzi, Plan dei Giullari t