Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 49 (19.6.1936)
- Date
- 1936-06-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49. 19. VI. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Tagung: der Jewish Agency Am 15. Juni hielt in Berlin der B e i r a t d e r Jewish Agency eine Tagung unter dem Vorsitz von Dr. Leo Baeck ab. Dr. Baeck gab einleitend bekannt, daß Ministerialrat a.. D. Dr. Otto Hirsch sein angekündigtes Referat wcg n besonderer Verpflichtungen nicht halten könne und begrüßte sodann auf das herzlichste Dr. Werner Senator. Die gegenwärtige Situation, so führte Dr. Baeck aus, habe bei allen Mitgliedern der Agency den Wunsch entstehen lassen, sich genauer über die Oeschehnisse in Palästina zu orientieren; aus diesem Bedürfnis heraus sei diese Beratung angesetzt worden. Wir alle seien durch verwandtschaftliche und vielfache andere Beziehungen so eng mit Palästina verknüpft, daß der Aufbau unsere eigene Sache sei, der wir uns nicht entziehen könnten. In einem groß angelegten Ueberblkk über die Ereignisse und die Maßnahmen der verantwortlichen Stellen ließ Dr. Werner Senator Mitglied der Agency-Exekutive in Jerusalem, die Zuhörer einen Einblick in die Probleme Palästinas tun. Dr. Senator erinnerte an das Jahr 1929, wo zur Zeit der Gründung der erweiterten Jewish Agency ebenfalls Unruhen in Palästina ausbrachen, auf die die Antwort eine verstärkte jüdische Arbeit war. Wir stehen heute in jeder Beziehung gefestigter in Palästina da. Von links nach rechts: Dr. Friedrich Brodnitz, Frau Lola Hahn-Warburg, Dr. Egon Rosenberg, Dr. Eli Ascher, Rabb. Dr. Leo Baeck, Dr. Werner Senator, Dr. Michael Traub, Rabb. Dr. Uoffmann, Frankfurt a. M., Dr. Siegfried Moses Foto: ü«rb«rt Sounonleid Mit Nachdruck wies Dr. Senator darauf hin, daß während der Unruhen das jüdische Leben weitergegangen sei, und daß es sich in dieser Zeit vor allem gezeigt habe, wie weitgehend unabhängig die jüdische Wirtschaft bereits sei. Zahlreiche Arbeiten seien gerade während dieser Zeit in Angriff genommen worden: der Tel-Awiwer Hafen, Straßen- und wohnungsbauten und vieles andere. Der Jischuw hat nicht nur Projekte gemacht, sondern auch die ersten Schritte zu ihrer Verwirklichung getan. Die Bitte an die Oolah utn verdoppelte materielle Anstrengungen für Palästina bedeutet nicht, daß man ' Soziale Hilfe verlange — der Jischuw sei bereits stark genug, um dies Problem selbst zu lösen—, sondern sie bedeute den Aufruf zur Mithilfe an den kolonisatorischen Arbeiten. Der Jischuw kann sich heute selbst behaupten. Der Kampf wird vor allem für die geführt, die noch in der Oolah sind und auf ihre Alijah warten, die ihnen nicht versperrt werden darf. Die Exekutive hat während der Unruhen in steter Verblndung mit der Mandatarmacht gestanden. Sie ist mit dem Vorgehen der Regierung nicht restlos zufrieden; manches hätte vermieden werden können, wenn die Ratschläge der Exekutive rechtzeitig befolgt worden wären. Immerhin ist eine Reihe der jüdischen Forderungen allmählich bewilligt worden, und am wesentlichsten ist, daß die Einwanderung unbehindert weitergeht. Gegenüber der häufig gestellten Frage, warum die Regierung nicht das Kriegsrecht verhängt habe, wies Dr. Senator darauf hin, daß der High Commissioner nicht geneigt sei, auch nur einen überflüssigen Schuß abzugeben. Auch wir müßten uns dieser vorsichtigen Haltung anschließen; denn es sei vor allem die Zukunft zu berücksichtigen. Das arabische Problem kann heute nicht leidenschaftslos betrachtet werden; aber es ist entscheidend für den Aufbau Palästinas, und wir müssen deshalb alles vermeiden, was zu einer Verschärfung der Gegensätze führt. Zur Frage, ob die Unruhen vorbereitet gewesen säen, äußerte der Redner, daß sie zweifellos im Zusammenhang mit dem Geschehen im ganzen Orient stünden, daß man aber von einer planmäßigen Vorbereitung nicht sprechen könne. Die Araber hatten den Legislative Council akzeptiert und waren im Begriff, eine Delegation nach London zu schicken, deren Arbeit die Unruhen nur hinderlich hätten sein können. Im Laufe der Unruhen ist es dann zum ersten Male zu einer Einigung der arabischen Parteien gekommen. Es handelt $ich jetzt um eine planmäßig ausgebaute Bewegung, nicht 41m Einzelaktionen terroristischer Elemente. Aber diese Planmäßigkeit ist erst im Laufe {kr Unruhen entstanden. Die Exekutive ist in einer starken Position, da sie alle der Zionistischen Organisation angehörenden Parteien vertritt und ajich Vertreter der erweiterten Jewish Agency umfaßt. Das politische Prinzip, nach dem sie arbeitet, ist der Grundsatz, daß wir in Palästina nicht geduldet, sondern kraft Rechtes sind, sowie die Weizmannsche Formel der ״Non-Domination“, daß wir in Palästina weder herrschen noch beherrscht werden wollen. Zum Schluß seines Referates hob Dr. Senator die Bedeutung der psychologischen Beziehung zwischen den beiden Völkern hervor und meinte, daß die Voraussetzung jeder Lösung darin beschlossen sein könnte, unsere Menschen zur Achtung der anderen zu erziehen, eine Erziehungsaufgabe, die bereits der Golah gestellt ist. Ueber die Aufbauarbeit des Keren Hajessod in Palästina und seine Tätigkeit in Deutschland gab sodann Dr. Michael Traub einen sehr instruktiven Bericht. Aus seinen Mitteilungen ergab sich, daß im ersten Halbjahr 5696 insgesamt £ 129 859 gesammelt worden sind, so daß damit die Hälfte des in Luzern für dieses Etatjahr beschlossenen Gesamtbudgets bereitseingekommen ist. Die Jewish Agency hat indem gleichen Zeitraum £ 178 430 ausgegeben, während ihre Einnahmen £ 134 100 betrugen, von denen £ 100000 aus Mitteln des Keren Hajessod stammten. Die Differenz wurde durch UeberschüSse des Vorjahres und Verrechnungen gedeckt. Der größte Teil der Ausgaben — rund £ 94 000 — kam landwirtschaftlichen Zwecken zugute. Wesentlich ist vor allem, daß jetzt endlich die alten Siedlungen konsolidiert werden konnten. Aber auch für neue Kolonisation wurden erhebliche Gelder aufgewandt, und zwar insgesamt £ 51 285. Außer dem regulären Kolonisationsbudget wurden £ 21 600 in die Hule-Gesellschaft investiert, und damit der Anteil des Keren Hajessod an dieser Gesellschaft auf £ 33 300 erhöht. ln naher Zukunft sollen £ 50 000 in die palästinensische Gesellschaft für landwirtschaftliche Kolonisation investiert werden. zu der die Jewish Agency auch privates Kapital heranziehen wird, um gemeinsam mit dem nationalen Kapital das Kolonisationswerk des Keren Hajessod fortzusetzen. Ferner ist die Beteiligung des Keren Hajessod an der Begründung einer Agrarbank geplant, die Kolonisten mit ausschließlich jüdischen Arbeitern Darlehen gewähren wird. Für Zwecke der Alijah und Hachscharah wurden insgesamt £ 24 545 ausgegeben, für öffentliche Arbeiten £ 16 969. Dem Reservefonds der Jewish Agency wurden £ 15 000 entnommen und als Beteiligung des Keren Hajessod in die Gesellschaft zur Intensivierung von öffentlichen Arbeiten ״Bizur“ investiert. Für Erziehungs- und Kulturarbeit wurden £ 14 857 ausgegeben. Dr. Traub ging dann zur Arbeit des Keren Hajessod in Deutschland über und betonte, daß die hier aufgebrachten Gelder im Gesamtbudget des Kereti Hajessod eine beträchtliche Rolle spielen und wesentlich für die Ge- Samteinnahmen sind. Die Keren Hajessod-Arbeit in Deutschland während der letzten sechs Monate war äußerst intensiv. Gemäß dem Beschluß der letzten Tagung der Jewish Agency wurde der Beirat der Jewish Agency konstituiert, ln 39 verschiedenen Städten wurden Jewish Ägency-Komitees gegründet. Es ist erfreulicherweise gelungen, die Gemeinden in stärkerem Maße, als man es am Anfang selbst hätte erhoffen können, zur Beteiligung am Werke des Keren Hajessod heranzuziehen; eine große Zahl von Veranstaltungen wurde durchgeführt, bei denen sich stets ein Bild der Geschlossenheit weitester jüdischer Kreise ergab, die hinter clem Palästinawerk stehen. Das Resultat des Vorjahres ist in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres bereits erreicht und sogar überschritten worden, ln 162 Orten hat der Keren Hajessod während der letzten acht Monate Aktionen durchgeführt, und viele Tausende von Menschen sind zu seinen Veranstaltungen gekommen und auf diese Weise aktiviert worden. Das Judentum in Deutschland wird ärmer; aber der Verhist an Substanz ist ersetzt worden durch eine so positive Einstellung zu Palästina, wie wir sie vielleicht noch nie hatten. Es gibt heute kaum einen Juden in Deutschland, der nicht die zahlreichen Querverbindungen zwischen uns und dem Jischuw verstehe und die notwendigen Folgerungen daraus zu ziehen bereit wäre. Dr. Traub schloß mit dem Appell an die Anwesenden, dafür zu sorgen, daß die Anstrengungen für den Keren Hajessod verdoppelt und vervielfacht werden, damit wir diese kritische Zeit durch eigene Kraft überwinden. Die Aussprache, an der sich u. a. Rabb. Dr. Hahn, Essen, Dr. Friedrich Brodnitz, Berlin, und Dr. Großberger, Gegen die Rechner Rabbi Schmuei bar Nadunanl sagle im Namen des Rabbi Jonatan; Es verhauche der Geist derer, die die Endfristen zu errechnen suchen I Denn sie sprechen: Da die Frist erreicht ist, ohne dass der Messias gekommen wäre, so wird er nicht mehr kommen I Vielmehr: Harre sein: Wie gesagt ist: »Denn noch ist es Schau auf die Frist / doch es hauchi dem Ende zu / es täuscht nicht /׳ wenn es zaudert, harre sein / denn kommen, kommen wlrds / es bleibt nidi♦ aus' (Habakkuk % 3). b. Sanhedrin 97b Uebers. v. .V. hi. Glotzer Heidelberg, beteiligten, beschränkte sich auf eine kurze Erörterung der Möglichkeiten einer Organisierung der sogenannten ״Non-Zionists“ innerhalb der Jewish Agency. Mit lebhaftem Beifall wurde ein kurzer Situationsbericht von Dr. Kanowitz, Tel-Awiw, über die Ereignisse in Palästina cntgegengenomnien. In seinem Schlußwort wies Dr. Leo Baeck darauf hin, daß Aktivierung ein Willensentschluß ist und daß das Ergebnis dieser Zusammenkunft sein müsse, daß in allen Beteiligten der W i'11 c geweckt wurde, neue Opfer zu bringen und den Willen zum Aufbau zu bewähren. Dr. N. * Die vom Präsidium des Keren Hajessod auf Grund der Ermächtigung der Tagung formulierte Entschließung hat folgenden Wortlaut: ״Der am Montag, dem 15. Juni 1936, in Berlin zu seiner ersten Tagung versammelte Beirat der Jewish Agency in Deutschland hat mit Befriedigung von dem Aufruf des Präsidiums des Keren Hajessod an alle seine Mitglieder und Freunde Kenntnis genommen, ihrer ungebrochenen Aufbaubereitschaft durch einen Sonderbeitrag von einem Vierte! ihrer Jahreszeichnung Ausdruck zu geben. Der Beirat ist zu voller Mitarbeit an dieser Sonderaktion bereit und _ erwartet von allen Freunden des Keren Hajessod getreuliche Erfüllung der an sie ergangenen Aufforderung. Darüber hinaus ist der Beirat der Ueberzeugung, daß ein Weg gefunden werden soll, um in dieser Stunde die Gesamtheit der Juden in Deutschland zu verstärkter Mit- Wirkung am Palästina-Aufbau zu gewinnen. Et beauftragt das Präsidium des Keren Hajessod, die hierzu notwendigen Schritte einzuleiten. Die Antwort der Juden in Deutschland auf die Erelgnisse in Erez Jisrael muß in aktiver Teilnahme an der Festigung und dem Ausbau der jüdisch-nationalen Heim- Stätte in Palästina bestehen.“ Die Landesvorstands-Sitzung Am Sonntag, dem 14. Juni 1936, trat der auf dem XXV. Delegiertentage der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Anfang Februar gewählte Landesvorstand in Berlin zu seiner ersten Sitzung zusammen. An der Tagung nahmen Professor Dr. Otto Warburg und Dr. Werner Senator, Jerusalem, Mitglied der Jewish Agency for Palestine, teil. Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Dr. Siegfried Moses, mit einer längeren Ansprache eröffnet, die wir in unserer letzten Ausgabe bereits zum Abdruck gebracht haben, ln seinen einleitenden Worten gedachte Dr. Moses Nahuin Sokolows, sowie der Opfer der gegenwärtigen Unruhen in Palästina. Als erster Referent erstattete Dr, Werner Senator einen Bericht über die Ereignisse in Palästina. Dr. Senator erklärte gegenüber anderslautenden Ansichten, daß eine planmäßige Vorbereitung der Unruhen durch die politischen Führer der arabischen Bewegung nicht anzunehmen sei, da diese im Augenblick der geplanten Entsendung einer Delegation nach London durch die Exzesse in Jaffa nur diskreditiert werden konnten. Hingegen seien sie späterhin, nachdem die Bewegung ins Rollen gekommen und der Plan einer Delegation nach London undurchführbar geworden war, entschlossen auf die Seite der radikalen Jugendverbände geschwenkt, aus deren Reihen die Terroristengruppen sich rekrutieren und die in von Woche zu Woche steigendem Grad die politische Führung des Streiks an sich gerissen haben. Die britische Mandatsregierung hat anfänglich den Ernst der Lage nicht erkannt, so daß ihr der Vorwurf nicht erspart werden könne, nach dem ersten Unruhetagc in Jaffa die nötigen Vorkehrungen zur Unterbindüng weiterer Aufruhrversuche unterlassen zu haben. Vornehmlich sei es der Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency for Palestine — nicht zuletzt der hingebungsvollen Tätigkeit des Leiters ihres politischen Departements, Mosche Schertok — zu verdanken, daß nach einem anfänglichen Zögern dann die Mandatsregierung die der politischen Entwicklung entsprechenden Maßnahmen ergriffen hat. Es ist gelungen, in einem größeren Umfang die Aushebung jüdischer Hilfspolizisten, die Verlegung des größten Teiles der Distriktsbehörden von Jaffa nach Tel-Awiw, die Genehmigung zum Bau des Hafens in Tel-Awiw, sowie vor allem die Erteilung der Labour Schedule für das Sommerhalbjahr in Höhe von 4500 Zertifikaten zu erwirkai. Die zionistische Bewegung und das jüdische Volk dürften hieraus die Hoffnung schöpfen, daß aus den gegenwärtigen Unruhen, so ernsthaft sie zu betrachten seien, und so unverkennbar aus ihnen ein gesteigertes Wachstum der arabischen Nationalbewegung sprechen, das Mandat sowohl seinen Buchstaben als seinem Geiste nach unangetastet hervorgehen würde. Unsere politischen Vorstellungen über die Zukunft Palästinas können auch jetzt aus der alten Formulierung Dr. Weizmanns, daß wir im Lande weder herrschen noch beherrscht werden wollen (״Non-Domination“) entwickelt werden. An der hierauf folgenden Debatte beteiligten sich insgesamt 12 Mitglieder des Landesvorstandes. Die Aussprache, die einen besonderen informatorischen Wert hatte, da mehrere Redner soeben von einer Palästinareise zurückgekehrt waren, führte allgemein zu der Erkenntnis, daß die zionistische Bewegung angesichts der Ereignisse ihren Palästinawillen durch eine außerordentliche reale Kraftanstrengung dokumentieren muß. Die Nachmittagssitzung wurde durch einen Arbeitsbericht des geschäftsführenden Vorsitzenden der Zionistischen Veremigung für Deutschland, Dr. Frans Meyer eröffnet. In der darauffolgenden Aussprache, an der zahlreiche Mitglieder aus dem Reich sich beteiligten, wurden vorwiegend die inneren Erziehungsprobleme der zionistischen Ortsgruppenarbeit erörtert. Eine beschlußmäßige Behandlung erforderte der Stand der Aussprachen, die letzthin auf dem Gebiete der organisatorischen Umgestaltung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland im Sinne der Durchführung des von zionistischer Seite seit langem vertretenen Grundsatzes einer gleichmäßigen Beteiligung von Zionisten und Nichtzionisten (fiftv-fifty-Prinzip) geführt worden waren. Die Vorlage der Reichsvertretung über die Neuordnung wurde vorn Landesverband nicht an genommen; die Geschäftsführung der Zionistischen Verein!- gung für Deutschland wurde zu erneuten Verhandlun״ gen ermächtigt mit dem Ziele, das Fifty-Fifty-Prinzip auch für das neugeplante Organ der Reichsvertretung — den Rat — durchzuset/.en. Zum Abschluß der Tagung hielt der geschäftsführende Vizepräsident des Keren Hajessod. Dr. Michael Traub einen Vortrag über das gegenwärtige Wandcrprobleffl der Juden in Deutschland, in dem er an Hand eines reichhaltigen statistischen Materials gewisse irrige Meinungen über den Umfang dessen, was die transozeanischen Länder zur Linderung des in Deutschland bestellenden Problems beizutragen vermögen, zurückwies. Der Vortrag, der wegen der Kürze der Zeit nicht alle Einzelfragen mit der vorbereiteten Gründlichkeit behandeln konnte, wird in Kürze der Oeffentlichkeit durch den Druck zugänglich gemacht werden und die Debatte u!n die jüdische Wanderbewegnng durch Bereit- Stellung neuer wissenschaftlicher Grundlagen erheblich fördern. Der Landesvorstand genehmigte sodann die neue Zio nistcnstcucrordmmg und Ehrengcrichtsordnung und wählte an Stelle des durch seine Alijah ausgeschiedenen Herrn Dr. Rudolf Möller, Hamburg, Herrn Dr. Isaak Bamberger, Nürnberg, zum Mitglied. Mit einer kurzen Sclihißansprache des Vorsitzenden Und dem gemeinsamen Gesänge der Hatikwah fand die Sitzung um 20 Uhr ihren Abschluß. Die angenommenen Resolutionen lauten: 1. Der am 14. Juni 1936 in Berlin versammelte Landes- Vorstand der Zionistischen Vereinigung für Deutschland fühlt sich dem Jischuw in Erez Jisrael in der schweren Prüfung, die er gegenwärtig zu bestehen hat, brüderlich verbunden. Die Trauer um die Opfer verbindet sich mit dem unerschütterlichen Willen, das Ringen unseres Volkes um sein Recht auf Leben und ungehindertes Wachstum ln Palästina unter Anspannung der jüdischen Kräfte in der ganzen Welt fortzuführen. Unser historischer Anspruch auf Erez Jisrael, Völkerrechtlich anerkannt und durch opfervolle kolonisatorische Leistung erhärtet, bleibt u1antastbar bestehen. Der Landesverstartd der Zionistischen Vereinigung für Deutschland versichert die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency for Palestine seines vollen Vertrauens und gibt der Zuversicht Ausdruck, das es ihrer entschlossenen und zielbewußten Tätigkeit gelingen wird, Bedingungen zu schaffen, unter denen unser Werk friedlich und mit gesteigerter Kraft sich weiter entfalten kann. # II. Der Kampf In Palästina geht um Lebensraum für die überall in der Golah wartenden jüdischen Massen. Deshalb ist die Gesamtheit der Juden verpflichtet, die Lasten dieses Kampfes mitzutragen. Der Landesvorstand beauftragt den Geschäftsführenderl Ausschuß, Maßnahmen einzuleiten, um neue erhebliche Mitte! zur Sicherung und Erweiterung unseres Aufbauwerkes aufzubringen. Daz.u sollen alle Körper- ן / i 1 4