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Jüdische Rundschau · 1936-06-12 · Heft 47 (12.6.1936) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 47 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 28)
Language
German
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Seite 2 KINDER-RUNDSCHAU Nr.!0 erste Mal wachen durfte! Von nun an blieb mir dieses Amt, und ich tat es jedesmal mit neuer Begeisterung und Spannung. Aber seitdem ich Schomer war, zogen wir uns die Feindschaft der Bewohner in Hassans Dorf zu. Ich hatte ihnen doch ihre Arbeit fortgenommen und wußte, daß sie mir nicht wohlgesinnt waren. Aber das störte alles Hassan nicht, wir wurden trotzdem gute Freunde. An einem Schabbat bat er mich, zu ihm in sein Dorf zu kommen, um ihn und seine Familie zu besuchen. Das war für mich ein großes Erlebnis, denn noch nie hatte ich ein arabisches Dorf genau gesehen, und auch darüber, daß ich mich, da ich doch wußte, wie sie dort 1 •;er mich und meine Arbeit als Schomer dachten. Ich versprach mir von meinem Besuch, daß ich auch mit t.en anderen Arabern wieder Freundschaft schließen könnte. Am Eingang des Dorf .י i;am mir Hassan entgegen und begrüßte mich freudig über mein Kommen. Wir gingen nun zusammen zu seinen Eltern, die in einer kleinen Lehmhütte gleich am Anfang des Dorfes wohnten. Ueberhaupt bestand das Dorf nur aus einer einzigen breiten Straße, und rechts und links von beiden Seiten lagen die Lehmhütten, an deren Eingängen Kinder standen und ganz erstaunte Gesichter machten, als sie mich, einen Fremden, an der Seite Hassans sahen. Es wurde ein sehr schöner Tag. Die Familie Hassans nahm mich mit großer Gastfreundschaft auf, und Hassans Vater führte mich auf die Weide und zeigte mir die Herde des Dorfes, die er zu hüten hatte. Nur von den anderen Dorfbewohnern sah ich außer den Kindern niemand. S 2 zogen sich gleich bei meinem Anblick in ihre Hütten zurück und kamen nicht wieder zum Vorschein. Ich hoffte, daß sie, wenn ich öfter käme, ihre Meinung* ändern und wir uns versöhnen würden. So versprach ich auch Hassan, als ich mich abends von ihm verabschiedete, und er mich sehr bat, bald wiederzukommen, meinen Besuch zu wiederholen; denn ich wußte, eine wie große Freude ich ihm dadurch machte.... Es war wieder an einem Schabbatabend, als ich vom Dorf Hassans in unsere Kolonie wollte. Hassan begleitete mich, als wir plötzlieh von allen Seiten umzingelt wurden. Mit furchtbarem Geschrei stürzte sich %ine Horde Männer auf uns und bedrohte uns. Es war schon ganz dunkel, so daß keiner den andern erkennen konnte. Hassan, der an meiner Seite war, stürzte sich auf die Männer, um mich zu verteidigen; denn es waren — so konnte ich es mir blitz- Ich fühlte, wie sie mir die Hände schnell denken — entgegenstreckten Araber aus Hassaus Dorf, die mir einen Denkzettel erteilen und sich dafür rächen wollten, daß ich innen ihr Wächteramt fortgenominen und es trotzdem gewagt hatte, mit Hassan befreundet zu sein und ihr Dorf zu besuchen Und nun geschah alles so rasend schnell, daß ich kaum wußte, wie ich plötzlich einen furchtbaren Schlag ins Gericht bekam, der die Augen traf und mich zu Boden warf. Was nachher geschah, erzählte mir Hassan, als ich aus tiefer Bewußtlosigkeit erwachte und mich in meinem Bett mit verbundenen Augen wiederfand. Hassan hatte mich mit großer Anstrengung nach Hause getragen. Nachdem die Araber gesehen hatten, wie ich stürzte, liefen sie davon. Ich lag viele, viele Wochen, und als ich wieder aufstand, war ich erblindet und wußte — nie, nie mehr würde ich sehen können! Hrssan hatte mich die ganze Zeit über gepflegt. Ich wußte auch, daß ich auf dem Lande nicht bleiben konnte, ich mußte in die Stadt zurück, um mir einen anderen Beruf zu suchen, zu dem man keine gesunden Augen braucht. Einen Tag vor meiner Abreise kamen Araber auf mich er mich in sein Dorf einlud, freute . plötzlich bekam ich einen furchtbaren Schlag ins Gesicht zu und gestanden mir, )daß sie zu den Männern gehörten, die mich an dem unglückseligen Abend überfallen hatten. Ich fühlte, wie sie mir die Hände entgegenstreckten. Dann begann der eine zu sprechen, und er sprach so voller aufrichtiger Reue und Teilnahme für mein schlimmes Schicksal, daß ich merkte, wie schwer er und die anderen an diesem Unglück, das mich durch sie traf, zu tragen hatten. Dann übermittelten sie mir eine Einladung ihres Scheichs, der mich im Namen des ganzen Dorfes zu einem Versöhnungs- und gleichzeitig auch Abschiedsmahl einlud. Sie baten mich, gleich mit ihnen mitzukommen und meine drei Freunde auch mitzubringen. Wir zogen alle ,gemeinsam los, um zu dem Fest in das Dorf zu gehen. Das war ein Fest! Der Scheich und sämtliche Dorfbewohner kamen uns feierlich!entgegen, und alle drückten mir die Hände und freuten sich, daß ich gekommen war. Vor dem Haus Hassans, gleich am Eingang des Dorfes, ließen wir uns nieder. Zuerst wurde uns ein großartiges Mahl vorgesetzt; dazu hatten sie zu Ehren der Gäste einen fetten Hammel geschlachtet und gebraten. Nach dem Mahl wurde gesungen und getanzt, und man trennte sich erst, als es Nacht wurde. Wieder kamen wir mit großer Begleitung in unsere Kolonie zurück. Am nächsten Morgen fuhr ich mit Hassan, der mich begleitete, nach Jerusalem.“ So erzählte der Blinde. Ganz still war es geworden, und die Kinder saßen noch eine Weile bei dem Alten. Ihre Gesichter waren erfüllt von den Bildern seiner Jugend. Chann ah Fuchs Zeichnungen von Harry ■C״}£M10GG Hebräisches Zahlenrätsel 5, 4, 6, 7, 8, 5, 11, 5, 7, 7, 8, 2, 1, 10, 3 5 2 9 1 4 Vater Abrahams Stadt in Palästina Schlachtopfer auf hebräisch Feind Mosches Biblischer Begriff des Gottgeweihten Gestalt aus der Megillah Die Anfangsbuchstaben der gefundenen hebräischen Worte ergeben oben nach unten gelesen das Anfangswort eines von Bialik Arthur Stein, Nördlingen von gedichteten hebräischen Liedes. K p E S S A c H L I B A N 0 N B A N A N E N P E R S I E N W A J I K R A S C H M U E L E L I E s E R Auflösung des Diagonalrätsels aus dtr Kinder-Rundschau Nr. 9 Pinsker Dck mJckk Msxerti 287. Wieviel Juden es in Italien gibt und der wievielte Teil davon zionistisch ist. Marianne L. (111/4 J.) 288. Wie groß die Zahl aller Araber auf der Welt ist. G ü nt er M (14 J.>. o o die. cm,4küf4ci; 284. In Spanien gibt es keine zionistischen Jugendbünde, da die Zahl der dort lebenden Juden bisher sehr gering ist. 285. In Palästina gibt es eine Reihe von Jugendbünden, die etwa den hiesigen zionistischen Jugendbünden entsprechen. Ich wünsche einen Briefwechsel Mit einem 11jährigen religiösen Mädchen in Deutsch. Erste Anschrift mit Bild. Kurt Fuks, Breslau, Scheitnigerstr. 19/11 (121/2 J.). — Mit einem 9—10jährigen Mädel oder Jungen in Erez Israel. Gerd Nagel, Neukirchen (Krs. Ziegenhain). — Mit einem 14—15jährigen Chawer oder Chawerah- Erste Anschrift mit Bild. Channah Preßler, Magdebürg, Johannisburg 15a. — Mit einem Mädchen von 9—10 Jahren. Erste Anschrift mit Bild. Renate Lieberg, Ellrich (Südharz), Bahnhofstr. 34 (91/2 Jahre).

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