Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 47 (12.6.1936)
- Date
- 1936-06-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 47, \2. VI. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 5 Neues südafrikanisches Eimvanderungsgesetz? Von Dr« oec. Fritz Petzall, Johannesburg Die französische Kolonialpolitik Von unserem Berichterstatter K, Paris, Im Juni Der Plan der kolonialen Reform, der von dem so• eben abgehaltenen französischen sozialistischen Kongreß beschlossen wurde und der von den Vertretern der größten Partei der Volksfront innerhalb der Regierung durchgeführt werden soll, beschäftigt sich vor allem mit der Lage der nordafrikanischen Gebiete und mit Syrien. Er bringt den Willen zum Ausdruck, mit den bisherigen autoritären und bürokratischen Verwaltungsmcthoden der französischen Kolonialpolitik zu brechen und die gesamte Verwaltung dieser Gebiete auf eine demokratische Basis umzustellen. Algerien soll d^m Mutterlande als völlig gleichberechtigte Departements eingegliedert und das bisherige Generalgouvernement abgeschafft werden. Die algerischen Departements sind entsprechend den Verwaltungsbezirken des Mutterlandes zu regleren. Die Zahl der Wahlberechtigten unter den Eingeborenen soll erheblich erweitert werden, ihnen soll die Verwaltungslaufbahn im gleichen Maße wie den Franzosen offen stehen. Die lokalen Körperschaften sollen auf demokratischer Basis gewählt und der Herrschaft der wohlhabenden Familien, auf die sich das französische Regime vor allem stützte, ein Ende gemacht w׳erden. Auf ökonomischem Gebiet wird die Gleich- Stellung von französischen und eingeborenen Arbeitern nach dem Gesichtspunkt ״Gleiche Arbeit, gleicher Lohn‘• angcstrebt. Weitgehende Reformen der Sozialpolitik und des Unterrichtswesens sind vorgesehen. Für Tunis, das bekanntlich nur französisches Protektorat ist, ist gleichfalls eine Umstellung der politischen Körperschaften auf demokratische Basis beabsichtigt. Alle Bewohner, die französisch oder arabisch lesen und schreiben können, sollen das Wahlrecht erhalten. Für Marokko sind vor allem wirtschaftliche Reformen, wie Durchführung des Achtstundentages usw., Ein- Schränkung der Rechte der Militärverwaltung geplant. Das Mandatsland Syrien soll seine Unabhängigkeit und seine nationale Einheit wiedererhalten. Es soll mit Frankreich durch einen Freundschaftsvertrag nach dem Vorbild des englisch-iranischen Vertrages verbunden werden. Syrien soll dem Völkerbund in kürzester Frist beitreten. Es sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß der bisherige Gang der französisch-syrischen Verhandlungen in den Kreisen der ״Front Populaire“ scharf kritisiert wird und daß — nach einer Mitteilung des Abgeordneten Longuet — der bisherige Hochkommissar de Märtel, der die Politik der starken Hand vertreten hat, nicht auf seinen Posten zurückkehren soll. Die große Bedeutung, die man dieser geplanten Reform der französischen Nordafrika- und Syrienpolitik zuschreibt, kommt auch in der Tatsache zum Ausdruck, daß im Rahmen der neuen Regierung sich der neue Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Vienor, besonders mit den Problemen der französischen Mitfehneerbesitzungcn befassen soll. Es bleibt abzuwarten, in welchem Maße es der Regierung gelingen wird, diese Reformen der französischen Kolonial- Politik durchzuführen. Spanien, Palästina und Kalikartell Von unserem Berichterstatter Barcelona, Ende Mai Nach spanischen Meldungen stehen neue Verhandlungen zwischen den spanischen Kalicrzeugern und dem internationalen Kalikartell bevor, an deren Ausgang die palästinensische Kaliproduktion in hohem Maße interessiert ist. Denn w׳ic die Entwicklung der internationalen Kaliwirtschaft zeigt, hat bisher jede Spannung zwischen Spanien und den innerhalb des Kartells führenden Erzeugern zu Erschütterungen auf dem Weltmarkt geführt, die für Palästina nachteilige Folgen hatten. Das deutsch-französische Kalikartell, das 1926 gebildet wurde, beherrschte einige Jahre hindurch unbeschränkt den Markt. Im Jahre 1933 machte sich erstmalig eine ernsthafte Konkurrenz von Außenseitern auf dem Weltmarkt bemerkbar, die durch die gleichzeitige Produktionsvermehrung in Polen, Rußland, USA, Spanien und Palästina verursacht wurde. Während das russische und das amerikanische Kali im wesentliehen für den Inlandsmarkt bestimmt war und mit den polnischen Erzeugern schnell eine Einigung über die Höhe der Exportquote innerhalb des Kartells zustande kam, entstand zwischen Spanien und dem Kartell ein Konkurrenzkampf, in den Palästina notwendigerweise , mit hineingezogen wurde. Die spanische Industrie, die ihre Ausfuhr von 65 900 t im Jahre 1932 auf 198 100 t 1933 und 267 OtK) < 1931 steigerte, mußte neue Absatzmärkte erobern und zu diesem Zweck die Kartellpreise unterbieten. Das Kartell antwortete mit derselben Waffe. Das Ergebnis war, daß zunächst in Holland als erstem Kampfplatz, zu Beginn des Jahres 1935, aber auf dem gesamten Weltmarkt die Kalipreise um 50 »:« gegenüber dem Stand des Jahres 1932 gedrückt waren und die erzielten Preise unter den Herstellungskosten lagen. Die Palest ine Pot a sh Ltd., die die Kalisalze des Toten Meeres ausbeutet, konnte in dieser Zeit ihre Produktion von 3000 t im Jahre 1932 auf 10 000 t 1933 und 23 000 t 1934 steigern. Diese Produktion war zum größten Teil für den Export bestimmt. Abnehmer war insbesondere. England, aber das palästinensische Kali bat fast alle Weltmärkte erreicht. Nach Holland, Oesterreich, Italien, Griechenland, Indien, Ceylon, Hollätidisch-Ostindien, Südafrika, Australien, China, Japan und den USA wurden Exportversuche gemacht; in all diesen Ländern machte sich aber während des Jahres 1934 und zu Beginn des Jahres 1935 der Preisdruck bemerkbar und hemmte eine Rentabilität des Exports. Im Mai 1935 machte Spanien endlich seinen Frieden mit dem Kartell und wurde mit 15 0׳״ in die Exportquote aufgenommen. Die unmittelbare Folge war eine Stabilisierung der Preise, verblinden mit einem langsamen Anziehen. Zu Beginn des Jahres 1936 lagen die Weltmarktpreise bereits wieder 20 0׳״ über denen des Vorjahres. Inzwischen sind aber wertvolle Energien nutzlos vertan worden, die Bilanzen der spanischen Kaligesellschaftcn weisen erhebliche Spuren des Kampfes auf, und die 19 000 t, die Palästina 1935 exportierte, konnten nur zu sehr gedrückten Preisen untergebracht werden. Die Kalierzeugung gehört zu den Industrien, die eine Regulierung des Weltmarktpreises verlangen und sie dank der geringen Anzahl der beteiligten Produzenten auch ermögliehen. Es ist im Interesse aller Beteiligten zu hoffen, daß der internationale Kalifriede durch die bevorstehenden Verhandlungen nicht gestört wird. W. A. Die südafrikanische Einwanderungs-Gesetz■ e b u n g, die seit 1930 unverändert geblieben war, ist in ewegung geraten. Ein wichtiger Abänderungsantrag zum Einwanderungsquotengesetz von 1930 liegt dem Parlament vor und dürfte, da es sich um einen Regierung«- antrag handelt, Gesetz werden, bevor der südafrikanische Landtag seine diesjährige Tagung im Juli beendet. Die geplante Neufassung des Gesetzes scheint auf den ersten Blick eine rein paßtechnische Aenderung zu sein. Sie steht als solche zweifellos nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Zunahme der jüdischen Einwanderung aus Deutschland, gegen die, gemäß einer kürzlich vom Innenminister der Union, H o f m e y r, abgegebenen Erklärung, zur Zeit keinerlei Maßnahmen unternommen werden sollen. Die Neuregelung wird jedoch der Einwanderungsbehörde sehr erhebliche neue Vollmachten geben, und die Behörde wird danach in der Lage sein, bestimmte Kategorien von Einwanderern zurückzuvcisen. Diese erweiterten Vollmachten dürften in erster Linie gegenüber Staatenlosen gebraucht werden, könnten unter bestimmten Voraussetzungen aber auch auf andere Einwanderer Anwendung finden. In der bisherigen Fassung sieht das Einwanderungsgesetz vor, daß solche Personen von der Einwanderung in die siidafrikanische Union ausgeschlossen sind, die keinen gültigen Paß oder einen arideren anerkannten Personalausweis vorweisen können. Es ist nun den Behörden kürzlich zur Kenntnis gekommen, daß eine Anzahl von Einwanderern ins Land gekommen sind, deren Pässe präjudiziert sind, d. h. einen Vermerk der ausgehenden Regierung tragen, der ihnen die Rückkehr in das Ausreiseland nach Ablauf einer bestimmten Frist unmöglich macht. Dabei handelt es sich im wesentlichen um Inhaber von Nansenpässen. Bisher konnten solche Einwanderer nicht zurückgewiesen werden, da die Union Nansenpässe anerkennt. Infolgedessen ist aber auch eine spätere Ausweisung dieser Einwanderer, zu der die südafrikanischen Behörden grundsätzlich unter bestimmten Umständen berechtigt sind, praktisch unmöglich, da sie nicht wieder in ihr Ausreiseland abgeschoben werden können und meistens auch keinen Einlaß in andere Länder finden. Nach der neuen Fassung wird es im Ermessen der Regierung liegen zu entscheiden, welche Ausweise sie für Firiwanderungszwecke anerkennt. Darüber hinaus ist ausdrücklich vorgesehen, daß ein anerkannter Personalausweis nur ein Dokument sein kann, das den Inhaber zur Rückkehr in das ausgebende Land berechtigt. Inzwischen bleibt die südafrikanische Oeffcntlichkeit leb- Haft an der Frage der Einwanderung aus Deutschland interessiert. Da die amtlichen Zahlen im Prinzip keine Trennung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Einwanderern aus Deutschland machen, so sind allerlei Vermutungen über den jüdischen Anteil an der Einwanderung aufgestellt worden, die aber nicht auf Zahlen gegründet sind. Es scheint, daß der jüdische Anteil überschätzt worden ist. Nach einer letzthin veröffentlichten Schätzung, die beansprucht, auf amtlichern Material zu beruhen, waren von den kn Jahre 1935 zur dauernden Niederlassung aus Deutschland Eingewanderten ungefähr nur die Hälfte Juden. Seitdem hat sich allerdings die Gesamtzahl der Einwanderer aus Deutschland sehr verstärkt. Im ersten Vierteljahr 1936 sind nach den amtlichen Zahlen 551 Personen aus Deutschland eingewandert, gegenüber 763 im ganzen vorigen Jahr (beide Zahlen schließen Touristen, Besucher usw. nicht ein). Naturgemäß besteht lebhaftes Interesse für die Berufs- Schichtung der Eingewanderten. Wenn die Zahl der Neuankömmlinge auch absolut nicht groß ist, so spielt sie doch — zum mindesten in der Vorstellung der Ansässigen — für das hiesige kleine Land eine Rolle. Immer wieder kann man die Frage hören: ״Ja, was wollen denn die Neueinwanderer hier alle machen?“ Dabei spielt immer wieder die Vorstellung eine Rolle, als ob Einwanderer zwangsläufig den Arbeitsmarkt belasten und ״Südafrikanern Arbeit wegnehmen“. Natürlich wird dabei nicht berücksichtigt, daß die Südafrikanische Wirtschaft sich zur Zeit in der Ausdehnung befindet und somit neue Arbeitskräfte aufnehmen kann und sogar muß, Wiener Notizen Von unserem Berichterstatter J. R. Wien, 7. Juni Von den vielen Vorträgen, die in den verschiedenen zionistischen Gruppen im Laufe der letzten Zeit gehalten werden, verdient ein Referat über Nahum Sokolow besondere Erwähnung, das F. Finkeistein, der Autor von ״Stürmer des Ghetto s“ und ״B i I d n i s s c 11 in Theod o r H e r z I“ gehalten hat. Der Referent, der aus der Fülle lebendigen jüdischen Wissens schöpft, vermochte über die Vermittlung _ eines vielfarbigen lebendigen Bildes von der Persönlichkeit Sokolows hinaus ein historisches Zeitgemälde der verschiedenen Phasen aus dem letzten Jahrhundert jiidischer Geschichte zu entwerfen. Die Wiener Festwochen, die durch den Bundes- Präsidenten eröffnet wurden, zeigen in ihrem künstlerischen, insbesondere musikalischen Teil, die Mitwirkung einer Reihe jüdischer Künstler an. So wirkte gleich im Sonntags- Konzert der Wiener Philharmoniker unter Klein perers Leitung Bronislaw Hubcrman mit, der Beethovens Violinkonzert mit gewohnter Brillanz brachte und der gefeierteste Solist des Konzertes war. Im Rahmen der Festwochen soll demnächst auch Josef Schmidt im Großen Musikvereinssaal nach längerer Pause ein Konzert geben. Auch einige Festkonzerte der Wiener Philharmoniker unter der Leitung Bruno W a lt e r s sind für die Festwochen vorgesehen. Die seit einiger Zeit anhaltende Spannung zwischen den zionistischen Gruppen und dem ״Bund jüdischer Front- Soldaten“ scheint sich zu einem schweren Konf I i k t zu entwickeln. Schon haben einige zionistische Mitglieder ihre Mandate in der Bundesführung, resp. ihre Mitglicdschaft aufgegeben als Antwort auf eine in außerordentlieber Generalversammlung beschlossene Statu tenänder u n g, die den Bund seines unpolitischen Charakters entkleiden und ihn zur selbständigen jüdischen Partei unter dem Namen ״Jüdische Einheitspartei“ führen soll. Diese Partei würde natürlich bei den im Herbst stattfindenden Kultusgcmeindc-Wfhlcn als Wahlwerber auftreten, wenn ohne daß die Arbeitsmöglichkeiten für Südafrikaner auch nur im geringsten beschnitten werden. Man trägt der Tatsache auch keine Rechnung, daß ein Teil der Neuemwanderer selbständig bleibt und neue Unternehmung e n gründet, die wiederum anderen Einwanderern, oftmals aber auch Einheimischeu Beschäftigung geben. Eine umfassende Statistik über die Berufe der Einwanderer im allgemeinen und aus Deutschland im besonderen ist nicht vorhanden. Eine interessante Stichprobe, die kürzlieh gemacht wurde, zeigt aber, daß die Berufsschichtung der Neuankömmlinge doch vielleicht nicht ganz so einseitig ist, wie es bisher angenommen wurde. In einer Gruppe von 152 Einwanderern, die Mitte Mai auf dem italienischen Dampfer ״Duilio“ in Kapstadt eiritraf, und die vermutlich in der überwiegenden Mehrzahl aus jüdischen Einwanderern aus Deutsch-!and bestand, waren folgende Berufe vertreten: 3 Bäcker, 6 Schneider, 8 Schneiderinnen, 11 Maurer, 6 Mechaniker, 1 Fleischer, 1 Knopf- und Spangenmacher, _ 4 Landwirte, 2 Krankenschwestern, 1 Kammerjäger. Weiter sind_ aufgezählt: 1 Versicherungsmathematiker, 1 Kinobesitzer, 1 Schauspieler, 2 kaufmännische Reisende, 18 Kaufleute, 1 Stenotvpistin. 1 Arzt, 1 Zahnarzt, 1 Jurist und 4 Studenten. Der Rest dürfte den kaufmännischen Berufen angeboren. Immerhin gehörte somit von einer Gruppe von Eiinvanderen!, die zufällig herausgegriffen wurde (deswegen freilich noch nicht typisch zu sein braucht) aber ein Viertel handwerk liehen Berufen an. Von dem Rest wird sich allerdings manch einer umstellen müssen, denn ungeachtet der augenblicklich günstigen Konjunktur durften die kaufmännischen Berufe nichf un beschränkt aufn a h m c f ä h i g sein. In diesem Zusammenhang sind die Möglichkeiten, die der G o i d - B e r g b a u, die wichtigste Industrie der südafrikanisehen Union, Einwanderern bietet, von besonderer Bedeutung. Wer gesund und kräftig ist, hat Aussicht, schnell Beschaftigung in einem der Goldbergwerke in der Nahe von Johannesbürg zu finden. Die Arbeit im Bergwerk ist wesentlich eint'aeher als in anderen Ländern, da der eigentliche und schwere Abbau des Gesteins usw, von Schwar/tm besorgt wird, wällrend der Weiße, auch der Anfänger, im wesentlichen nur den Aufseher abgibt. Auch Aufstiegsmöglichkeiten sind in vielen Fällen, insbesondere für jüngere Kräfte, vorhanden. Junge Menschen werden vorzugsweise als sogenannte ״officia! learners“, d. h. Bergbaulehrlinge, angenommen, wobei sie sogleich Bezüge erhalten, die znm Leben ausreichen. Diesen Lehrlingen wird Gelegenheit zur theoretischen Ausbildung gegeben, und sie können, wenn sie die erforderlichen Examina an einer Bergbauschule oder Akademie bestanden haben, in verantwörtliche Posten autrücken. Die Chancen, die diese Berufslaufhahn bietet, ist aus der folgenden amtlichen Schätzung ersichtlich: Der Regierungssachverständige für Bergbau in der Union, der sogenannte Regicrungs-Minen-Ingenieur, schätzt, daß innerhalb der nachsten sechs bis sieben Jahre die Goltltninen Südafrikas eine zusätzliche Zahl von etwa 18 000 Weißen benötigen werden. Während angenommen wird, daß die erforderlichen Bergleute ohne allzu erhebliche Schwierigkeiten rekrutiert werden können, wird erwartet, daß eine erhebliche Knappheit an ausgebildeten Bcrgwcrksingenieuren herrschen wird. Für diesen Beruf wird natürlich eine abgeschlossene akadänische Ausbildung verlangt. Jedenfalls dürfte aber die Zahl der im Laufe der Zeit benötigten Bergleute bei weitem die der etwa verfügbaren, für diesen Beruf in Betracht kommenden Arbeitslosen im Lande übertreffen, so daß Einwanderer gute Aussichten auf Anstellung haben. Selbstverständlich erfordert der Beruf des Bergmanns eine grundlegende Umstellung. Er ist auch nicht völlig ungefährlieh, da die Arbeit unter Tage zu Lungencrkrankungen, wenn auch meist leichterer Natur, fuhren kann. Aber von den kiinftigen Einwanderern, die ja großenteils ohne Kapital ins Land kommen, werden viele keine Wahl haben, und es wäre vielleicht nützlich, wenn sich manch einer mit dem Gedanken, im Goldbergwerk zu arbeiten, vertraut machen würde. es nicht gelingen sollte, eine jüdische Einheitsliste mit Ein- Schluß des Bundes zu schaffen. Es war eingeweihten Kreisen seif langem bekannt, daß der ״Bund", der sich allmählich zu einer sehr straffen Organisation entwickelt hatte, früher oder später aus seiner apolitischen Steilung, die es zahlreichen Zionisten erlaubte, ihm als Mitglieder bei/ntreten und dort sogar zeitweise eine führende Rolle zu spielen, heraustreten und einen seiner organisatorischen Kraft entsprechenden Anspruch auf Mitbestimmung im öffentlichen jüdischen Leben dieser Stadt werde geltend machen wollen. Budapester Brief Von unserem Berichterstatter Budapest, 5. Juni Der Minister des Innert! hat, wie die Ungarische Telegraphen-Agentur meldet, die Zoltau Böszörmcn y i sehe Partei der Sensenkreuzler mit sofortig er Geltung aufgelöst, weil ihre Tätigkeit den den politischen Parteien ziigestandenen Wirkungskreis überschritten hat. Sie hatte ihre Mitglieder in militärischer Weise organisiert, mit militärschen Uniformer! versorgt mit dem ausgesprochenen Zwecke, die heutige gesellsehaftliche Ordnung iimzustollen. Die Polizei hat den Leiter der Bewegung, Z. Böszörmcn vi, der hei seiner Festnahme das Attest einer Geistesheilanstalt vorwies, sowie seinen ״Generalstab“ verhaftet, gegen 720 Personen in Budapest und in der Provinz wurde die Untersuchmig cingcleitet. An den Folgen einer Operation ist im 49. Lebensjahre Dr. Ludwig Läzar, einer der ersten Pioniere und Fachleute der ungarischen Filmindustrie, verschieden. Läziir hatte den ersten ungarischen Film ״Taifun" ins Ausland gebracht, hatte große Erfolge mit der Verfilmung eines Märchenspicles von der Gräfin Margit Bethien, Vor einigen Jahren leitete er auf Aufforderung einer palästinensischen Gruppe die Aufnahmen und Vorführungen des ersten hebräischen Palästina- Films ״Lied der Arbeit", der noch jetzt in England gespielt wird. Nach seiner Rückkehr aus Palästina gab’ er auch ein vielgelesenes Buch über Palästina heraus. Dr. A. F. Fabrik IDettfeder •P Gustav PrlnianttraO« 46 Eek« Sebastianstraße Frankfurter AHea 304 an der Gabelshergrerstr. Wllmaradorftr Str. 138 an der Biamarckstraße Bettfedem-Beton •Jn letteMwasclie •StcpptPaunend^n ßdtstel icn *Matratzen *PRA-KtAPP" Rafent-Schiafmi^el