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Jüdische Rundschau · 1936-06-12 · Heft 47 (12.6.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 47 (12.6.1936)
Date
1936-06-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit» 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 47, 12. VI. 1936 Zur Lage in Polen Der Radotner Pogrom-Prozeß Radom, 9. Juni. (JTA.) In dem Prozeß wegen des Pogroms in Przytyk wurde eine Anzahl jüdischer Einwohner, die bei den Ausschreitungen zu Schaden Rekommen sind, als Zeug e 11 vernommen. Ihre Aussagen wirkten mm Teil tief , erschütternd. Im Gegensatz zu den von der Verteidigung der tiiehtjüdisclien Angeklagten bekannten Zeugen, die mm großen Teil vorbestraft sind, sind die jüdischen Zeugen durchweg unbescholten. Ihre Aussagen decken sich vollständig mit ihren Bekundungen in der Voruntersuchung. Die Zeugin M i I s t e i n erklärte., man habe bei ihr alles geaubt, sogar die Aussteuer ihrer Tochter, die in der Woche, m der die Ausschreitungen stattfanden, nach Palästina auswandern wollte. In höchster Erregung rief die Zeugin dm luf der Anklagebank sitzenden Teilnehmern an dem Pogrom zu: ״Warum wolltet ihr mich noch ermorden, nachdem ihr mir alles genommen habt!“ Nur durch die Flucht, erklärte die Zeugin, habe sie ihr Leben retten können, sonst wäre ihr dasselbe Schicksal zuteil geworden, wie dem Ehepaar Minkowski. Der Zeuge Szmedra, Mitglied der Gerneindevertretung von Przyfyk, rief während der Vernehmung aus: ״Auch ich habe ein Recht zu leben, ebenso wie alle Bürger Polens!‘‘ Die Vernehmung von dreißig weiteren jüdischen Zeugen steht bevor. Sensationell wirkte der Beschluß des Gerichts, auf Antrag des Verteidigers Schalem Leskos, des Rechtsariwalts S/umanski, einen weiteren christlichen Zeugen zu vernehmen, dessen Anssage von besonderer Bedeutung für den jüdischen Haeptangeklagten sein soll. Bisher wurden bekamitiieh alle Anträge auf Vernehmung weiterer Zeugen abgelehnt. Mehrere n i c h t j ii d i s c 11 e Zeugen verwickelten sich derartig in Widerspruche, daß der Vorsitzende sie wiederholt unterbrechen mußte. So be/cirhnete der Richter es als lädierlieh, als eine Zeugin behauptete, die Juden hatten selbst ihre Lenster eingeschlagen. Lin anderer Zeuge behauptete, die Juden hatten in polnischer Sprache ״Nieder mit der Kirche“ und ״Tutet die Polen“ gerufen. Sie hätten Gasbomben und Granaten vorbereitet. Dies veratilaßse den Vorsitzenden zu der ironischer! f rage: 1״'nd Tanks auch?“ Ueberhaupt gebt das Bestreben der tiiehtjüdisclien Angeklagten und Zeugen dahin, die Vorfälle als eine Art ״jüdischen Pogroms“ fiin/isstelleri. So behauptete der Zeuge Koss o w s k i, der greise h eidberg sei mit einem Stock in der Hand hinter einer Gruppe flüchtender Bauern hergelaufen. Der Angeklagte Leid borg sprang in höchster Erregung auf und rief: ״führt mich hinaus, ich Kann diese Liigen nicht länger mitatihören,“ Feldberg erlitt wieder einen Schwächeanfall. Line jüdische Zeugin bemerkte, daß viele der heute vernommenen niehtjüdischen Zeugen selbst an den Ausschrei״ tungen beteiligt gewesen wären. Auf Verlangen eines nationaldemokratischen Anwalts ordnete der Gerichtshof an, daß die jüdischen Angeklagten auf einer anderen Seite des Saales Platz nehmen sollten, damit sie keine Möglichkeit hätten, sich mit den Zeugen zu verständigen. Die von diesen geschilderten Vorgänge machten auf das Gericht einen tiefen Eindruck. Aus einigen Aussagen ging hervor, daß die Exzesse in dem Augenblick be- Rannen, als die Kirchcnglockcn Sturm läuteten. Die Witwe Feige S z. 11 c h, deren Zustand nach den erlittenen Mißhandhingen noch immer mitieiderregend ist, beantwortete mit schwacher Stimme die' an sie gerichteten Fragen. Eine.jü• disclie Dienstmagd zeigte dem Gericht eine Narbe von einer Messerwunde hinter dem Ohr. Andere Zeugen zeigten die Spuren von Wunden, Rippen- und Gliederbrüche. Von vielen Zeugen wurden brutale Wildheitsakte beschrieben, die der Mob verübte. Die Menge sei mit dem Ruf ״Tod den Juden“ in die Häuser gestürmt. Die Zeugin!finde Born stein bekündete, dafi sie sich mit ihren Enkelkindern auf dem Dachbaden verbarg, ihren Enkelkindern habe sie gesagt: ״Es ist an der Zeit, daß wir unsere Seele dein Allmächtigen befehlen. Wir wollen das '1 otengebef .sprechen,“ Einer der Zeugen, der ebenfalls auf einem Dachboden verborgen war, erklärte, die Tochter des Anführers Korc/ak habe die Menge angeeifert, das Hans nicderzuhroiuicu. Glücklicherweise sei die Polizei rechtzeitig eins. Besonders die Mißhandln!׳ sich die jüdise' und riefen aus Vergeblich Ver geklagten etroffeil und habe die Brands eree'hutteriKi waren die /׳׳< g der kleinen Kinde r W 1en /,engen zu den nichtjtidis iftung verhindert, genberichte über iederiiolt wandten ■hen Angeklagten ״Könnt ihr etwa leugnen, wa lebten die Verteidiger der ni von den Zeugen beneideten Tat legen, ihre Bekum Unter den lei der Nohn des b W i c s / 11 i a k u! demokraien von wurde aus der 1! an einem l'eberfa beteiligt. Er und dtgiüigen!gegen < tungen konnten j den. Ein .iiuDrer aus deru Hause < worden. Es wurde meimU’haus nicht in eignisse sich n b-.pl Schauplatz entfernt. wir erklären r" itjudioheii Anudien zu wider- Jungen hielten jedem Kreuzverhör stand. /fen ni'.htjüdischen Zeugen befand sich auch ei den Ausschreitungne״ getöteten Bauern ul die Tochter des Führers der National- Pr/styk, Korc/ak. Der junge Wies/tiiak aft vorgeftihrt; er hat sieh vor einer Woche .11 auf einen jüdischen Einwohner in Przvtyk die Korc/ak brachten verschiedene Ben'lmllie jüdischen Angeklagten vor, ihre Behaupedoch von den Verteidigern entkräftet Wernicht jüdischer Zeuge behauptete, es seien der Indischen < ivmeinde Schüsse abgegeben;ofort festgestellt, daß das jüdische Geeiner der Straßen liegt, in denen die Erilten, sondern ziemlich weit von dem Verurteilte Exzellenten Warschau, 1«. Juni. (JTA.) In dem vor dem Bezirksgerichi in Op ec zue durchgeführten Prozeß gegen 20 Angeklagte, die im November 1035 in Odrzvwei sich an׳ blutigen a 11 t i j u disehe 11 Ausschreitung e 11 beteiligt haben, erklärte der politische Referent der Wojwodschaft, Rzene/ikowski, die Bauernschaft, die sich an den Exzessen beteiligt hat, sei das Opfer der verantwortungslosen Hetze der Nationaldemokraten, die den Massen erzählen, die Juden seien an ihrem Unglück schuld, und daß die Nationaldemo kraten, falls sie zur Macht kommen, den Juden ihr Vermögen und ihre Geschäfte nehmen und den Arbeitslosen geben werden. Der Zeuge schilderte, wie die Nationaldemokraten die ihrer Agitation zugänglichen Massen für die Boykottaktion erziehen und für Angriffe auf Juden schulen. Er "erzählt, daß die verhetzten Bauern, nachdem sie an den Juden in Odrzywel ״Rache“ genommen hatten, später auch die Polizei angriffen, so daß diese von der Waffe Gebrauch machen mußte. Zwölf Ban/rn starben an den erhaltenen Wunden. Auf jüdischer Seife gab es einen Toten und zahlreiche Verletzte. Die Stände der jüdischen Kaufleute und Händler, die zu dem Jahrmarkt in Odrzywel eingetroffen waren, wurden volikommen zerstört und geplündert. Das Gericht verurteilte zwei Hauptangeklagte zu ein• ein!ו alb Jahren schweren Kerker, 15 Angeklagte zu kerkerstrafen von sechs Monaten bis zu einem Jahre. Die übrigen Angeklagten svurden freigesprochen. Untersuclrang über die Ausschreitungen in Minsk-Mazowieck Warschau, 10. Juni. (JTA.) Die von dem Kreishauptmann und dem Leiter der Krcispolizeistellc gemeinsam geführte Untersuchung über die iudenfeindlichen Ausschreitungen in Minsk-Mazo<w ieck hat bereits zu einer Reihe positiver Ergehn itsse geführt. Es wurde festgestellt, daß die Brandstiftungen von einer aus etwa 60 Personen bestehenden Bande ausgeführt wurden. Besondere Aktivität entfaltete ein aus 20 Personen bestehender ״Stab“ unter der Führung eines bekannten Mitglieds des illegalen nationalradikakn Jugendlagers Joseph Kinitz. Der Ueberfall auf die Familie Baruch Aronowicz wurde unter Anführung eines gewissen Siegmund Powichrowski verübt, der aus Warschau nach Minsk-Mazowieck gekommen war. Als Beteiligte an dem Ueberfall auf die Familie Rosenblatt wurden Alexander Gugfa aus Chochlowa und Bolesiaw Zlatkowski aus Okunicw festgcstellt. Der Ueberfall auf die Familie Roscnblum wurde von Pictr und Ludwig Wiszniewski und dem Schuhmacher Ruta verübt. Diese Gruppe hat auch das Haus von Abraham Ooldstein in Brand gesteckt. Das Haus von Abraham Koludki wurde von Henryk Sakowski Vinccnty Rccka, beide aus Minsk-Mazowieck, angezündet. Das Haus von Sara Mikulska wurde von Stefan Szczepankowski Henryk Szlcdziewski in Brand gesteckt. Als die Anführerin einer Plünderbande wurde die Prostituierte Helena Kamaszewska festgestellt. Die genannten Brandstifter und Exzedenten sind in Haft. Aus Warschau wurden 2S Personen zu llntcrsuchungszwecken nach Minsk-Mazowieck gebracht, die unter dem Verdacht der Brandstiftung, der Mißhandlung jüdischer Einwohner und der Plünderung verhaftet worden sind. Neue Ausschreitungen Warschau, 9. Juni. (JTA.) Die jüdische Bevölkerung in W o I o m i n wurde zwei Tage lang durch eine Bande terrorisiert, die zahlreiche jüdische Einwohner brutal mißhandelte und verletzte und an den Häusern grolle Zerstörungen anrichtete. Bei den schweren antijüdischen Ausschreitungen in Wilna Ende der vorigen Woche wurden dem 28jährigen Medizinstudenten Abba Qordon sechs schwere Kopfwunden zugefügt, er wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht. Erheblich verletzt wurden der 65jährige Salman Koivner und ein jüdischer Arbeiter, Ais das Urteil des Wilnaer Gerichts gegen die antisemitischen Bombenwerfer Ganjewicz, Kuczinski, Bcrnartowicz und Micndzrwloski, die zu zwei bis fünf Jahren Kerker verurteilt wurden, verkündet wurde, zogen einige hundert Nationaldemokraten in die jüdischen Viertel Wilnas und schlugen in vielen Häusern die Fensterscheiben ein. Ministerpräsident Skladkowski und das jüdische Gewerbe Warschau, 9. Juni. (JTA.) Ministerpräsident General S I a v o i - S k I ad k o w s k i hat eine Abordnung des Jüdisehen Kl einhänd ler v er band es empfangen, die ihm ein ausführliches Memorandum über die Notlage der jüdisehen Kleinhändler überreichte und insbesondere auf die einschränkenden Maßnahmen von Behörden in den Provinzen Posen und Pomereilen und auf die Verlegung der Markttage auf Sonnabende hinwies. Der Ministerpräsident zeigte Verständnis für die vorgebrachten Beschwerden. Er sprach seine Genugtuung darüber aus, daß er Gelegenheit habe, mit Vertretern eines jüdisehen Wirtschaftsverbaiides persönlich zu verhandeln. Er stehe auf dem Standpunkt, daß alle Bürger, die durch den Erwerb von Lizenzen und die Zahlung von Steuern ihr Teil an den Lasten für den Staat tragen, auch das Recht auf freie Ausübung ihres Gewerbes haben. Einschränkungen gegen sie seien unzulässig. Er werde nach dem Studium der Denkschrift entsprechende Weisungen erteilen. Auch die Forderungen nach Kreüithilfe würden berücksichtigt werden, insbesondere bei den Einzel- und Kleinhändlern derjenigen Ortschaften, die unter den letzten Ereignissen zu leiden hatten. Der Leiter der Jeschiwa von Mir, Rabbi Jerueham Lebo witsch, ist am S. Juni nach längerer Krankheit gestorben. mHi1!mu11mn1m1111t1nummw111M11111NH1w1H1!WMHm1111mHN1mmnM!11111m1111m1ww11Mtt111111H111«1111Hi11WM1 DANN WEISS ICH’S Von Chajlm Arlosoroff Zum 3. Todestage am 22. Siwan (12. Juni) So wird es »ein — An einem Tage in de» Sommer» Glut. Auf einmal hör( da* Her* mir auf zu »*lagen, Hört auf für immer. Dann ist da» Ende unabwendbar da. Beschlossen meine Zwiespradr mit der Welf. Dann taucht die* auf - Ein wette* Feld voll gleitend gelben Koms, Ein rautdiend Meer von Gold, der Mahd nur harrend, Drtn Sturmwind gleich gewaltgem Tiere rast - Und plötzlich schwindet... Dann well Id»'» wohl - Zu Ende Ist der Kampf, Der Kampf der Tausend, die ln mir gestritten. Und - gleich dem Sohn, der nach geschlagner Schlacht Heimkehr! In seines greisen Vaters Haus, Werde Id» »ttll und triedevoll versinken Als ein Vollendeter im Meer des Nichts. Ucbcrtragungen aus dem 6. Bande der hebräischen Sdtriflen Arlosoroffs von Mascha Kaliko. ■1;nuamtw1111»>w1wm1w1 Das Reichsgericht zur Frage der polnischen Ehescheidungen Die für polnische Staatsangehörige wichtige Frage, ob für ihre Scheidungsklagen die deutschen Gerichte nach dem 1. Juni 1934 — dem Tage des Ausscheidens Deutschlands aus dem Haager Scheidungsabkommen — zuständig geblieben sind, ist vom Kammergericht verschieden beantwortet worden, je nachdem die Klage noch vor oder erst nach dem kritischen Zeitpunkt erhoben worden ist. Für den ersferen Fall hat es die Frage bejaht, während es für den zweiten Fall sie verneint hat. Das Reichsgericht schließt sich dieser unterschiedliehen Beurteilung der beiden Fälle an. Bezüglich der bereits am 1. Juni 1931 rechtshängigen Klage hatte es bereits lg einem Urteil vom 20. Mai 1935 die Ansicht des Kammergcrichts gebilligt, daß sich an der einmal begründeten Zuständigkeit der deutschen Gerichte nichts geändert habe. Dagegen hat es für die übrigen polnischen Scheidungsklagen die deutsche Gerichtsbarkeit als nicht gegeben erachtet. In einem Urteil vom 24. Februar 1936 — IV. 242/35 — spricht cs in eingehender Begründung, die sich namentlich auf das bekannte polnische Gutachten des Prof. Zoll stützt, aus, daß bei der zur Zeit bestehenden Rechtslage die deutschen Gerichte für die Scheidung von Ehen polnischer Staatsangehöriger nicht mehr zuständig sind. Justizrat Jacob Lißner, Berlin Gegen Einzelaktionen Das Sondergericht zu Königsberg verurteilte laut ״Berliner Tageblatt“ vom 9. Juni den 31 Jahre alten Franz Skibitzki aus üilgenburg zu neun Monaten Gefängnis, weil er sich fälschlich als Mitglied und Amtswalter der NSDAP ausgegeben hatte, als er sich über einen Zugführer beschwerte, um dessen Maßregelung zu erreichen. Skibitzki fuhr von Osterode nach Gilgenburg und pöbelte im Eisenbahnabteil einen verwachsenen Herrn an, den er für einen |_udcn hielt, und wurde auch handgreiflich gegen ihn. tatsächlich war aber dieser Volksgenosse kein Jude, sondern ein Amtswalter der DAF. Selbst als dieses dem Skibitzki mitf" - einer Station aus dem Zuge herauszusetzen. Nunmehr be- Schwerte er sich über den Zugführer und maßte sich dabei die Bezeichnung eines Amtswalters an. Vor Gericht entschuldigte er sich, er habe den angepöbelten Volksgenossen für einen Juden aus Gilgenburg gehalten und ihn mit diesem verwechselt. Das Gericht führte folgendes aus: ״Die Juden frage zu lösen, ist ausschließlich Sache des Staates und der O b r i g - keit. Der Führer hat ausdrücklich jede Einzelaktion gegen die Juden verboten. Selbst wenn also der Mann im Eisenbahnabteil ein Jude gewesen wäre, so würde der Angeklagte Kein Recht gehabt haben, ihn ohne weiteres beleidigen.“ Die Niedrigkeit der Gesinnung, so führte das Gericht aus, gehe aber daraus hervor, daß er den Versuch gemacht habe, dem Beamten, der sich ganz korrekt benommen habe, eins auszuwischen und ihn als Judenbeschützer zu bezeichnen. Palästina vor der Mandatskommission Genf, 9. Juni. (JTA.) ln der Nachmittagssitzung der Mandatskommission vorn 8. Juni wurde die Prüfung des Berichfes der Mandatarmacht für Palästina und Transjordanien zu Ende geführt. Die einzelnen Kapitel des. Berichtes wurden erörtert. Die Mitglieder der Mandatskommission vermieden cs jedoch, Fragen politischer Art zu stellen, um der Arbeit der geplanten Kgl. Untersuchungskommission nicht vorzugreifen, uencraistaatsanwalt H. H. Trustcd beantwortete als Vertreter der AAandatarmacht eine Reihe von Fragen über Bodentransaktionen, Einwanderung, Rechtspflege und Zollwesen. Weltkongreß jüdischer Frontkämpfer Wien, 9. Juni. (JTA.) In der Zeit vom 27. Juni bis 4. Juli 1936 wird in Wien der Zweite Weltkongreß jüdischer Frontkämpfer stattfinden. Der Kongreß ist von dem Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs einberufen, der auch die Vorbcrcitungsarbeiten im Aufträge einer Reihe jüdischer Frontsoldaten-Organisationen des Auslands leitet. A11 dem Kongreß werden jüdische Frontsoldaten-Organisationen folgender Länder teilnehmen: Aegypten, Belgien, Bulgarien, England, Frankreich, Italien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn, Vereinigte Staaten von Amerika und Südafrika. Kleine Nachrichten Am 7. Juni fand in New York anläßlich des 60. Geburtstags des jiddischen Erzählers und Lyrikers Abraham Reisen eine Feier statt, an der über 3090 Personen tcilnahmen. Die Bedeutung des Jubilars wurde in Ansprachen von Dr. Chaim Shitlowsky und anderen Rednern gewürdigt. Der amerikanische Kongreß hat auf Antrag des Abgeordneten Guy M. Gillette einstimmig beschlossen, den Innenminister aufzufordern, daß er in Washington einen Platz für die Errichtung eines Denkmals für Hyam Salomon zur Verfügung stelle. Hyam Salomon, ein aus Polen stammender jüdischer Finanzier, hatte seinerzeit Mittel für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zur Verfügung gestellt. Den Bestimmungen der geänderten Verfassung entsprechend w׳erden die Organe aller öffentlichen Körperschaften in Estland für eine vierjährige Amtszeit neu gewählt. Die Wahlen für die Instanzen der jüdischen Kulturautonom ic finden Mitte Juni statt. Die Wahlvorbereitungen sind bereits in vollem Gange, in zahlreichen Städten wurden Wählerversammlungen abgehalten. An den Wahlen beteiligen ®ich Zionisten, Jiddischisten, Sozialisten und Unparteiische. Ehrung eines indischen Gelehrten In Frankreich. Unser Pariser k-Berichterstatier schreibt uns: Der vor einigen Jahren verstorbene jüdische Archäologe Salomon R et nach hatte seine umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek der Stadt Lyon zum Geschenk gemacht. Diese Bibliothek wurde jetzt eingeweiht, wobei der Bürgermeister von Lyon, Herriot, eine Rede hielt, in der er der Verdienste des jüdischen Gelehrten gedachte. Es wurde bei dieser Gelegenheit eine ״Oe- Seilschaft der Freunde Salomon Reinachs“ gegründet. Die Stadtverwaltung von Lyon hat eine Straße in der Nähe der Universität Lyon nach dem Gelehrten benannt Auch die Stadtverwaltung von Boulogne bei Paris hat einer Straße den Namen des Gelehrten gegeben. Sir Herbert Samuel Im Werkdorf Nieuwesluis. Am 2. Juni stattete Sir Herbert Samuel in Begleitung des Förderers des Werkdorfes Nieuwesluis (Wieringer Meer) Professor van den Berg dem jüdischen Werkdorf einen Besuch ab.

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