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Jüdische Rundschau · 1936-06-09 · Heft 46 (9.6.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 46 (9.6.1936)
Date
1936-06-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 46, 9. V). 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Ab gelehnte Vermittlung Jerusalem, 8. Juni. (JTA.) Den englischen Truppen In Palästina ist für Montag nachmittag Alarmbereit- Schaft befohlen worden. Daraus wird geschlossen, daß Belagerungszustand und Standrecht am Montag abend verkündet werden soll. Am Sonntag ist ein weiteres Bataillon aus Aegypten emgetroffen und ein zweites soll noch im Laufe des heutigen Tages eintreffen. In Kantara, der Eisenbahnstation an der palästinensisch-ägyptischen Grenze, wurde eine militärische Operationsbasis eingerichtet. Von Genietruppen wird ein Telephonnetz angelegt. Diese umfassenden militärischen Vorbereitungen stellen offenkundig die Antwort der Regierung auf die A b I e h - nung des V er m i 111 u n g s v o rs c h 1 a g e s Emir Abduliahs durch das Oberste arabische Komitee dar. Emir Abdullah hatte am Sonnabend eine Abordnung des Obersten arabischen Komitees nach Transjordanien eingeladen und den Vorschlag gemacht, daß der Terror in Pa- Iästina eingestellt werde, damit die englische Regierung an die Entsendung einer Kgl. Kommission nach Palästina zum Studium der Verhältnisse und zur Untersuchung der angeblichen Beschwerden herantreten könne. Die Abordnung erklärte jedoch dem Emir, daß Verhandlungen mit der Regierung erst möglich sein würden, wenn die jüdische. Einwanderung eingestellt wird. Nach Rückkehr der Abordnung hielt das Oberste arabische Komitee eine Sitzung ab, an der auch der Großmufti, der Bürgermeister Dr. Khaldi und der Vorsitzende der arabischen Verteidigungspartei, der frühere Bürgermeister Raghcb Bei Nashashibi, teilnahmen. Es wurde beschlossen, die arabischen Regierungsbeamten in dieser Woche zum Streik aufzurufen. Kamp! bei LiSta Am Sonntag abend kam es bei dem Araberdorf Lifta, das von Truppen umzingelt wurde, nachdem vorher ein Ueberfall auf eine Autobuskolonne verübt worden war, zu einem Gefecht zwischen dem Militär und den Aufrührern, das die ganze Nacht andauerte. Ununterbrochen war Maschinengewehr- und Gewehrfeuer zu hören. Die Araber besetzten Schützengräben, die im Kriege von den türkischen Truppen gezogen worden waren, das Gefechtsterrain wurde von den englischen Truppen mit Leuchtraketen erhellt. _ In den Morgenstunden zogen sich die Araber zurück. Bei den Kämpfen wurden zwei palästinensische Polizisten, ein englischer Polizist und ein Soldat verwundet. Es heißt, daß drei Araber gefallen seien, was sich aber nicht feststellen läßt, da die Araber Tote und Verwundete mit sich fortführen. In Jerusalem entstand am Sonntagabend im jüdischen Geschäftsviertel ein großer Brand. Der Schaden wird auf 5000 Pfund geschätzt. Der Holzplatz von Aron Natanic! wurde vollständig vernichtet. Auf die bevorstehende Brandstiftung war in Drohbriefen hingewiesen worden. Die Eisenbahnstation in R a m 1 c h ist wegen der fortgesetzten Unruhen aufgelassen worden. Der Verkauf von Fahrkarten wurde eingestellt, die Züge halten nicht mehr in Ramleh. Der Jerusalemer Distriktskommissar hat an die jüdischen Führer den Appell gerichtet, auf die hebräische Presse dahin einzuwirken, daß diese keine Angriffe gegen den Bürgermcister von Jerusalem, Dr. Khaldi, der bekanntlich Mitgiied des Obersten arabischen Komitees ist, veröffentliche. Der Distriktskommissar erklärte, Dr. Khaldi habe Unruhen in Jerusalem verhütet. Emir Abdullah über den Araberstreik London, 8. Juni. (JTA.) ״Daily Telegraph“ vom 8. Juni veröffentlicht mit Ermächtigung des Emirs Abdullah von Transjordanien eine Erklärung, in der der Emir teststellt, daß die Araber Palästinas der Unterstützung aller Araber sicher sind. Der Emir gibt der Ucberzeugung Ausdruck, daß die palästinensischen Araber den Streik sofort abbrechen werden, wenn die jüdische Ein- Wanderung eingestellt wird. Sie erklären, daß sic keinen Einwand dagegen erheben, daß die gegenwärtig in Paiästina lebenden Juden dort bleiben, die einzig mögliche Lösung des Problems aber bestehe in der Einstellung der Einwanderung, die zu großen Umfang angenommen habe. Palästinensisch-arabisches Propagandabüro in London London, 7. Juni. (JTA.) Die palästinensischen Araber Baben in London eine Propagandazen tralc unter der Leitung des Sekretärs der Mufti-Partei und Redakteurs der Zeitung ״El Liwaa“ E. A. G11 o r y eröffnet, um in England Sympathien für den Kampf gegen weitere jüdische Einwanderung nach Palästina zu werben. Das Propagandabüro überschwemmt die englischen Redaktionen täglich mit Zuschriften, in denen behauptet wird, die Juden hätten Tausende von Arabern depossediert und die Araber stünden in einem Kampf um ihre Existenz. In einem Interview, das er dem ״Sunday Observer“ gewährt hat, erklärt Ghory, die Protestbewegung sei nicht auf Palästina allein beschränkt, sondern auch in Syrien, dem Irak, A c׳ g y p - ten und Transjordanien herrsche tiefe Erregung. Die ganze mohammedanische Welt sei aufgewühlt. Das sei eine sehr bedeutsame Tatsache für England. Im englischen Reich gebe es etwa hundert Millionen Araber und Mohammedaner. Die Palästinafrage sei ein schweres Hindernis für die arabische Freundschaft zu England. Solange die jüdische Ein- Wanderung nach Palästina nicht eingestellt sei, seien gute Beziehungen zwischen diesen hundert Millionen Arabern und Mohammedanern und England nicht möglich. Stimmen aus Aegypten Nacli einer Meldung der ,,Frankfurter Zeitung“ aus Kairo vom 4. Juni hat ein großer Teil der ägyptischen Presse einen Protest gegen die Entsendung englischer Truppen aus Aegypten nach Palästina gebracht. Die Blätter weisen darauf hin, daß Aegypten zwar Englands Befugnisse anerkenne, seine Empire-Verbindungen militärisch zu schützen; man weigere sich aber, eine Verpflichtung anzuerkennen, nach der Aegypten gleichsam als ein Depot betrachtet würde, von dem aus zur Erhaltung britischen Länderbesitzes Truppen verschickt werden könnten. Ferner wird aus Kairo gemeldet, daß in der gesamten arabischen Presse des Vorderen Orients in der letzten Zeit übereinstimmend festgestellt worden ist, daß die arabische Streikbewegung in Palästina keine innerpolitische Angelegenheit Palästinas, sondern eine Prestigeangelegen heit des gesamten arabischen Volkes sei. DNB. meldet aus Kairo: Der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha hat die Chefredakteure der führenden arabischen Blätter gebeten, in ihren Zeitungen die Kommentare zu den Vorgängen in Pa- Iästina aus politischen Gründen zu mildern, obwohl alle Sympathien Aegyptens den Arabern in Palästina gälten. _ Der Vorsitzende der radikalen arabischen Jugendorganisation in Palästina ist in Aegypten eingetroffen, um hier für die ideelle und materielle Unterstützung des Streiks der Araber in Palästina zu werben. Trauerfeier Im Berliner Brüdervereinshaus beging am 3. Juni die Zionistische Vereinigung für Deutschland gemeinsam mit der Jewish Agency eine würdige Trauerfeier für Nahum Sokolow. Der große Saal war bis in die letzten Ecken besetzt, und stille Ergriffenheit lag über der Versammlung. Mit feiner psychologischer Vertiefung zeichnete Dr. Leo Baeck das Wesen Sokolows. In unsere Trauer, sagte er, mischt sich ein Empfinden der Ruhe und des Glücks. Denn Sokolows Leben war ein glückliches Leben, weil er die Erfüllung der Idee schauen durfte, der er sein l eben gewidmet hatte. Er war mehr ein Mensch des Glaubens als des Zweifels; er sah mehr das sich Erfüllende, als daß er das Quälende empfunden hätte. Klatzkin läßt Sokolow in einem Jubiläumsaufsatz einmal sprechen: ״Mein ist die Wahrheit und die Gewißheit“, — damit ist sein Wesen in der Tat gut gezeichnet. Ans dieser Haltung heraus konnte er der ,,Botschafter des jüdischen Volkes“ werden. Die eigentliche Bedeutung seines Lebens aber liegt — jenseits aller politischen Erfolge — darin, daß er einen festen Lebensinhalt hatte und in einer Idee wurzelte. Seine vielen Gaben; sein wunderbares Gedachtnis, seine Aufgeschlossenheit für alles, seine Fähigkeit, Mensehen zusainmenzuftihren — all dies erhielt seine Bedeutung erst dadurch, daß er ausschließlich dem zionistischen Gedanken lebte. Und die glückliche Linie seines Daseins zeigt sich auch darin, daß er bis zuletzt arbeiten durfte. Er hat nie abdanken müssen, sondern ist bis zum Schluß in seinem Leben mit seinen besonderen Inhalten geblieben. Die jüdische Geschichte ist eine dankbare Geschichte. Wer für das jiidisehe Volk selbstlos gearbeitet hat, den hat es nie vergessen; kein Gedächtnis ist so stark wie das jüdische, in dieser Dankbarkeit wird Sokolow fortleben; er wird, solange es Juden gibt, nie vergessen sein. Ein Bild von dem Politiker Sokolow entwarf sodann Dr. Alfred Klee der darauf hinwies, daß Sokolow aus dem Volke kam, mit dem er verbunden war und aus dem er seine Kräfte schöpfte, — und daß er andererseits ein Schriftsteller und Gelehrter und ein feiner Diplomat war, der in vielem an die alte französische Schule erinnerte. Er hatte die Gabe, stets den Ton zu treffen, der jeweils angebracht war. So konnte er mit den Staatsmännern der Welt verhandeln, und zwar zum erstenmal ein jüdischer Politiker auf gleicher E b e n e mit ihnen. Aus diesen Faktoren ist seine Lebensarbeit herausgcwachsen. Aber er war nicht nur ein Vertreter der Palästina-Idee, sondern sein Streben ging auf die Erhaltung des ganzen jüdischen Volkes, wo immer in der Welt cs lebt. So vertrat er auf der Friedenskonferenz mit besonderer Energie und großem Erfolg den Gedanken der jüdischen Autonomie; und wenn damals die Diskussion um das M i n o r i t h t c n r e c 111 zu gewissen Anfangsformulierungen gedieh, so ist es nicht zum wenigsten das Verdienst Sokolows. Daß er versuchte, auch für die Galuth nationale Lebensformen zu finden, darin sicht Dr. Klee seine eigentliehe Bedeutung. Der Redner erinnerte an die Zeit, da Sokolow als Sekretär der Organisation zur Zeit der Präsidentschaft Wolfsohns in Deutschland arbeitete und schwierige Situationen meisterte. Er verstand es vor allem, die Synthese zwischen dem Judentum und den modernen Ideen herzustcllen, denen er sieh nicht sklavisch unterwarf, sondern die er sich nutzbar machte zur Weiterbildung seiner Lehensidee. Sein Tod hinterläßt eine Lücke; der Kreis der alten Zionisten um Herzl wird immer kleiner. Aber wir sind ein Volk der Ewigkeit, das immer neue Kräfte zur Bewältigung seines Schicksals hervorbringt. Mit besonderer Spannung hörte dann die Versammlung Zur Ernennung Leon Blums Der Führer der französischen Sozialisten, Leon Blum, ist erwartungsgemäß zum französischen Minister- Präsidenten ernannt worden. Leon Blum, der 1872 in Paris geboren ist, gehört der französischen Kammer seit 1919 an und betätigt sich seit den neunziger Jahren in der sozialistischen Bewegung Frankrcichs. ln den Kriegsjahren war Leon Blum Kabinettschef des Ministers für öffentliche Arbeiten. Blum, dessen Arbeit in erster Linie die eines Parlamentariers und Parteiführers gewesen ist, war sich seiner jüdischen Abstammung stets bewußt und hat diese bei vielen Gelegenheiten betont. Auch mit dem jüdischen Pa• 1 ä s t i n a w e r k ist er verhunden und ist Mitglied des französischen P r o - P a 1 ä - stina-Komitces. In den letzten Tagen des Jahres 1924 hielt er bei einem zu Ehren von Dr. Weizmann gegebenen Keren Hajessod - Bankett eine Ansprache, in der er sich in Idee des jüdischen Palästinaaufbaues bekannte. Auch anläßlich der Eröffnung der Hebräischen Universität in Jerusalem im Jahre 1925 begrüßte er dieses Ereignis lebhaft. Lßon Blum wurde als Vertreter der französischen Juden im Jahre 1929 in den Council der Jewish Agency gewählt und hielt bei der Züricher Gründungstagung der erweiterten Agency eine Ansprache, in der er die Aufgaben der jüdischen Arbeit in Palästina unter den Gesichtspunkten der menschheitlichen Entwicklung betrachtete. Auch später hat er sich wiederholt im Interesse Palästinas und besonders des Keren Hajessod eingesetzt. Außer Lßon Blum sind noch sein Mitarbeiter Jules Moch, dem die Organisation der Büros des Ministerpräsidenten unterstellt ist, sowie der Unterrichtsminister Jean Zay, und die Unterstaatssekretärin Frau Brunschwig jüdischer Abstammung. *Man muß aber bei dieser Gelegenheit betonen, daß nach unserer Kenntnis sowohl Mocn wie Jean Zay keine praktische Verbindung mehr mit dem Judentum besitzen, daß insbesondere Jean Zay bereits als Kind zum Protestantismus übergetreten ist. Frau Brunschwig ist die Gattin eines bekannten Universitätsnrofessors und hat eine wichtige Rolle in der Organisation aer jüdischen Wohltätigkeitsarbeit in Paris gespielt Foto: Archiv eindrucksvollen Worten zur für Sokolow eine kurze Rede des ehemaligen Präsidenten der Zionistischen Organisation. Prof. Otto Warburg an, der an die vielen seit 1933 verstorbenen Zionisten erinnerte; der Kreis der ״Alten Garde“ habe sich immer mehr gelichtet, so daß es vielleicht heute kaum mehr möglich sei, einen ״Minjan“ zusammen zu bekommen. An Sokolow rühmt Prot. Warburg seine Universalität, die ihn in allen zionistischen Fragen zu einer unbestrittenen Autorität machte. Er besaß eine umfassende Bildung, durch die er in den Stand gesetzt war, jederzeit sein Wissen für die jüdischen!Tagen nutzbar zu machen. Und seine phänomenale Sprachbegabung war vielleicht die Grundlage für seine Fälligkeit, der Mittler zwischen Ost und West zu werden. Sein Glaube war, daß er vor allem aus den Juden des Westens eine Gruppe würde machen können, die für die nationale Entwickiung des jüdischen Volkes von Bedeutung werden müßte. Ueherall, wo er hinkam, wußte er die verschiedensten Ric!1tungen miteinander zu verbinden und die Gegensätze auszugleichcn. Alle, die ihn kannten, schätzten seinen Charakter, den Shmarya Levin in seiner Autobiographie als aus ge* glichen bezeichnet. Denn Sokolow wirkte ja nicht so sehr durch rhetorische Gaben als vielmehr durch die Ueberlcgenheit seines Geistes, der stets einen gangbaren Mittelweg zwischen den widerstreitenden Meinungen fand. Prof. Warburg streifte dann kurz die Zeit seines engeren Zusammeiiarbeitens mit Sokolow in Berlin vor dem Kriege und zog aus seinen Erinnerungen den Schluß: es war eine glückliehe Zeit. Sokolows Tod ist ein schwerer Verlust, der nicht so bald zu erset/en sein wird. Sein Name wird in tler Gc- Schächte der zionistischen Bewegung stets einen der ehrenvollsten Plätze einnehmen. Als letzter Redner zeichnete dann Dr. Michael Traub noch einmal die Linien der Sokoloivschen Persönlichkeit nach. Sokolow war ein lebendiges Symbol der jüdischen R e n a i s s a 11 c e!> e w e g 11 11 g. Durch seinen 1 ieimgaug ist nicht nur die zionistische Bewegung, sondern das ganze jüdische Volk ärmer geworden. Trotz aller Betätigung in der Politik blieb Sokolow doch stets der Mann des (ieistes und der Feder; man möchte ihn den Maskil der zionistischen Bewegung nennen. Er konnte dank seiner Verbundenheit mit dem Leben und tler Tradition seines Volkes das jüdische Leben bereichern. So ist er der anerkannte Führer des jiidisehen Volkes geworden. Er lebte Zionismus schon vor Herzl und vor dem Basler Programm; und er fühlte auch schon damals die Schicksalsvcrhundenheit zwischen Ost- und Westjudentum. Sokolow prägte das Gesetz der jüdischen Selbsthilfe: die Juden sollten Träger ihres geschiehtliehen Lebens werden und endlich aufhören, Objekte der Geschichte zu sein. Er war ein Mann der Tat, der praktischen Idealismus und positive zielsichere Arbeit als den jüdischen Heroismus bezciclmete, und der in der arbeitenden Jugend unsere Armee sah. Eingehend schilderte dann Dr. Traub die diplomatischen Bern ü 11 u 11 g e!1 Sokolows nach dem Kriege, als er erfolgreich mit den verschiedensten Regierungen um die Anerkennung der Balfour-Deklaration verhandelte. Zum Schluß berichtete der Redner von dem Interesse, das Sokolow an der Keren Hajessod-Arbcit in Deutschland nahm. Sokolow war ein Vertreter der Verständigung mit den Arabern, mit denen er ein friedliches Zusammenarbeiten wünschte; freilich müßten wir, wenn es not täte, unser Recht verteidigen. Wir ehren Sokolows Andenken, so schloß Dr. Traub, indem wir seinen praktischen Idealismus zu verwirklichen streben. Kein Beifall erscholl bei dieser Feier. Durch stummes Erliehen von den Plätzen dankten die Hörer nicht nur (len Rednern, sondern auch den Künstlern, die diese Feier verschönten: der Jüdischen Orchestervereinigung unter Leo Kopf und Oherkaiitor I’ e i s s a e 11 o w i t s c h, die ihre Kunst in den Dienst der Sache gestellt hatten. Dr. N. In der Kammerdebntte, die auf die Regierungserklärung Leon Blums folgte, ging der Abgeordnete der Rechten, V a I 1 a t, nach dem Berichte des ,,Berliner Tageblatts“ vom 7. Juni, zu persönlichen Angriffen auf Leon Blum über. Leon Blum sei als J u d e k ein Minister{ ii r e i n Bauernland wie Frankreich. Vallat wurde schließlich vom Kammerpräsidenten Herriot zur Ordnung gerufen. A.-C»־ Sitzung־ verschoben Die für den 23. Juni nach Jerusalem einberuferte Tagung des Zionistischen Aktions-Corr.ites mußte aufgeschoben werden, da es einer großen Anzahl von Mitgliedern im Auslande nicht möglich ist, jetzt nach Palästina zu kommen. (Palcor.) Sitzung des Landesvorstandes der ZVID Sonntag, den 14. Juni 1936. Ort der Sitzung: Berlin, Logenhaus, Kleiststraße 10. Beginn: 10 Uhr pünktlich, Tagesordnung: Vormittags: 1. Eröffnungsansprache des Vorsitzenden der ZVfD. 2. Referate über Palästinafragen a) Dr. Werner Senator (Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, Jerusalem); b) Rechtsanwalt Benno Cohn. 3. Aussprache. Nachmittags: 1. 15.15 Arbeitsbericht, erstattet von Dr. Franz Meyer. 2. Anträge. 3. Aussprache. 4. 18 Uhr: Referat Dr. Michael Traub: ״Aktuelle Probleme jüdischer Wanderpolitik in Deutschland“. Sir Herbert Samuel Ist von König Leopold 111. von Belgien empfangen worden. Es verlautet, daß Sir Herbert dem König über das Hilfswerk für Palästina-Auswanderer Bericht er• stattet hat. Der Bürgermeister von Lyon, Edouard Herriot, hat einen Platz zur Aufstellung eines Denkmals für den Feldrabbiner Bloch zur Verfügung gestellt.

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