Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 46 (9.6.1936)
- Date
- 1936-06-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 46, 9. VI. 1936 Politische Erwägungen Dschenin machte seinen Beschluß, in den Streik zu treten, rückgängig, nachdem die Bürger eine diesbezügliche Petition eingereicht hatten. Die Munizipalität von Jaffa beschloß, den Straßenreinigungsdienst wieder aufzunehmen, da die Stadt im Schmutz erstickt und die öffentliche Gesundhei! gefährdet ist. in Kfar Sa f>;1 sind über MX) Baume ausg’erodet warden. In dem am Abend ausgegebenen Commun1qu£ der Regierutig wird mitgeteilt, daß ein jüdischer Autobus bei Jaffa beschossen wurde. Verletzt wurde niemand. Auch sei versucht worden, eine Brücke auf der Strecke Nablus — Tulkerem zu sprengen. Sonst habe es keine Zwischenfälle gegeben. In einem weiteren (iommunique wird berichtet, daß in Tibcrias eine Panik entstand, als zwei Juden von einem Araborhaufen überfallen wurden. Sechs Araber wurden verhaftet, die Menge zerstreut. Zu Schießereien, die ohne Folgen blieben, kam es bei Bet Alfa, Machnc Israel und bei der Kadorie• Schule. In H a i f a wurde eine Bombe in einen Omnibus geworfen. Zwei Personen wurden verhaftet. Fine zweite Bombe explodierte vor dem Postamt in Haifa; es wurden einige lenster zertrümmert. Pflanzungen bei Tel Mond wurden erheblich beschädigt. In dem I)orfe Bet Dagon, das n.neli dem! euerübcrfall bei Risdion lu Zion durchsucht wurde, sind große Mengen von Dynamit, Gewehren und Munition gefunden worden. Die Zentrale der arabischen Arbeiterpartei in Jaffa wurde behördlich geschlossen. Line in Jaffa neu herausgegebene arabische Tageszeitung wurde sofort nach dem Erscheinen konfisziert. Finer von den beiden Arabern, die im Zusammenhang mit dem .Mord vor dein Fdi'oii-Kino in Jerusalem verhaftet worden sind, wurde wegen Waffenbesitzes zu neun Monaten Gefängnis veru! teilt. Der zweite Araber wurde freigesp; odien. Leber die Gemeinde Beer S c 11 e w a wurde eine Kollektivst!jte wihüugt, weil innerhalb der letzten 14 Tage die Tek'phoiidrähie dienal durchschnitten und drei Telephonmasten /ci-lött wurden, 1 >:e jüdisch, 11 l.adcnlH'sitzer in den Vorstädten von Jaffa haben iliie (icsi hafte zum erstenmal wieder geöffnet. Im Hinblick aut die Foifdaiur der Unruhen im Kreis N a 1) 111 י sind laute a. 11t 1 anks und weitere Truppen nach N.ib’iie .ib.u .׳,!n.u m /ah!;eichen arabischen Döifern wurden K 11 1 lc k t 1 \ ״. t r a f e n zur Dickung ih r Kosten für die V icderiu!-o,;bh::!e der /is'-b >! teil Ted. plmiilinieii unterlegt. Der sepliardache t »berrabbincr von Palästina, Jacob M e 1 r, hat •m duar.1b;-rhe Bevölkerung■ einen Aufruf erlassen, 'm dem er sie auffordert, den Tenor einzustellen und mit den luden in Frieden zu leben. Viele Generation«! lang, heißt es in dem Aufruf, haben Mohammedaner und Juden in Pai i-tina und in andeien Ländern wie Brüder zusnmmengelebt und einander stets hilfreiche Hand geboten. Vorbereitungen für das Kriegsrecht J e r u s a I e m, 5. Juni. ״Palcor“ erfährt aus verläßlicher Quelle, daß die Vorbereitungen zur Einführung des Kriegsrechtes im Notfälle energisch betrieben werden. Es steht bereits fest, daß Air Vice-Marschal Richard Peirse, Kommandant des palästinensischen Fliegerkorps, mit der Durchführung der im Falle der Ausrufung des Kriegsrechts vorzunehmenden Maßnahmen betraut werden wird. Für Verbrechen wie das Durchschneiden von Telephondrähten, Sabotage der Eisenbahnen und Einschüchterung ist die Todesstrafe, für Verkehr mit Agitatoren 10jährige Gefängnisstrafe vorgesehen. Die Bildung von Kriegsgerichten wird im Notfälle sofort vorgenommen werden. Ziemlich ruhiger Freitag Der Freitag Dt im ganzen Lande ziemlich ruhig .־erlaufen. Nur in Jaffa kam es zu einer Kundgebung, «achdem bckamUgew onlen war, daß der Herausgeber der arabischen Zeitung ״Adif.1,1". Shanti, in das Kon/cntrationslager Au:,,at 1!.ihr in 11,r W u-t ■ gebracht worden war. Die Kundgcher wurden von der Polizei ausi-inandergetrieben. Zwei jüdische Wächter, Samuel Hirse hb erg und Israel Ben J e h 11 d a, die eine jüdische Pflanzung in einem Vorort von Tet-Awiw bewachten, wurden am Morgen durch Schüsse einer P! Il/c patroiiil e schwer verwundet. Die Wächter hatten Warmingsschiisse abgegeben, als Araber sich der Pflanzung näherten. Auf die Schüsse hin eilte Polizei herbei, die die Wildster irrtümlich für Angreifer hielt. Die beiden Verwundeten wurden ins Hadas>ah-Kra׳!kcnha1;s gebracht. Während sich der Zustand Ben Jehudas im Laufe des Tages besserte, war derjenige Hirschbergs am Abend besorg!! is erregen d. Nach amtlicher Version bat die Patrouille das Feuer eröffnet, als die beiden Wächter auf Anrul nicht stehenhkeben.! ine I i s e n 11 ,1 i> 11 k r 11 c k e a:ö do atro ke 1 laifa — I.vdda wurde r.e^r.n not. l ut von Tel-Aw iw nach Haifa fahrender Zug w;1; de öuieh du■ Auiiui; ku!׳.!e-;t des Zugfübrers im k! ׳F 11 Auw :dun!; vor rnfgivk'.mg bewahrt. Daam Aland uu-ww U 11e amiwne ( .omw111r,1|Ue enthalf zum erstema.il seit 11 'lauen keine Meldungen n 1> e r 11 e u e /. w 1 > u 11 e n r .1 1 i c. Ls uiwl bloß die Luf- Wandung \־< >n 1 \!w.-o -■ toi!1; .־ aueineiu Regicningsarseiial mitgUeih. 111 dem! au,,;11unu)Uc w 11 d bckaillltgegehen, daß es sich um ein >p!! 11,;.׳■!. u rla;et• delö gien1ngs1iepariment־s für (jffentUhe Arbi iteu hamlel!. \'ier Araber seien im Zusammenhang mit dem DicbHahl verhaftet worden. Von der PnlusfuKi-FcgH rung wird mitgeteilt, daß die Stärke der palästinensisch e 11 1' r u p p e n gegenwärtig fimf Hatn!Ilionc• mit ungefähr ■1700 Sokialen beträgt. Die Luftstreitkrufte und die Bemannung der Tanks und Panzerwagen sind hierbei nicht inbegriffen. Die jewish Agency ist an die Vorbereitung einer Auf- Stellung der durch die Unruhen verursachten Schällen herangetrefen. Gemeinsam mit dein Wand Leumi, dem Keren Kajemcth und anderen Körperschaffen bereitet die Exekutive der Agen.cv eine Aktion zur Konsolidierung der Fonds vor, aus denen die Opfer der Unruhen unterstützt werden. Der Leiter des politischen Departments der Exekutive der Jewish Agency, Mosche Schertok, wurde vom High Commissioner Sir Arthur Watichopc empfangen. In einer längeren Unterredung wurde die allgemeine Lage im Lande eingehend erörtert. Die Streikunterstützungen ״Palcor“ erfährt, daß in Regierungskreisen kein Zweifel darüber besteht, daß der arabische Streik finanziert wird. Dies ist aus der Tatsache ersichtlich, daß die in Palästina vorgenommenen Sammlungen bisher laut den in der arabischen Presse veröffentlichten Listen nur £ 4000 ergeben haben, wahrend das Streikkomitee fast jeden zweiten Tan׳ einen gleichen Betrag zwecks Verteilung an Streikteiinehmer auf bringen muß. In Jerusalem allein erhalten 17 000 Personen Streikunterstützung, wie die arabische Presse berichtet. Laut offiziellen Informationen bestellen im Lande 20 Auszalilungsärntcr. Es ist bekannt, daß das Oberste Komitee den Hafenarbeitern in Haifa die Zahlung eines JJeträges, weicher ihrem Lolin gleichkommt, sowie eines Son- <1 er Zuschusses angebotcn hat, um pie rum Streiken zu bewegen; den Regierungsbeamten, welche mar! zum Streiken Der arabische Streik in Palästina ist noch immer nicht beendet. Der Druck, der von den radikalen Kreisen auf die Führer der Streikbewegung ausgeübt wird, scheint sich sogar noch verstärkt zu haben. Die Terrorakte, die mit dem Streik verbunden sind, dauern daher an. Die Regierung hat sich zwar entschlossen, eine Reihe n euer M a ß n a h m e n zu treffen, so insbesondere eine Verordnung, durch welche die zwangsweise Wiederöffnung von Geschäften anbefohlen werden kann, aber sie hat bisher von dieser Verordnung noch keinen Gebrauch gemacht und hat trotz allen Vor- Bereitungen hierzu auch noch nicht das Kriegsrecht über das Land oder über bestimmte Distrikte verhängt. Die politischen Erörterungen, die sich an die Unruhen knüpfen, sind sowohl in England als auch in der Weltpresse außerordentlich lebhaft, in Palästina selbst sind wir immer noch auf dem toten Punkt, da von arabischer Seite Bedingungen für den Abbruch des Streiks gestellt werden, die von der Regierung naturgemäß abgelehnt werden. Solange es auf arabischer Seite noch möglich ist, durch einen starken inneren Terror die Streikbewegung fortzusetzen, und solange dem Streikkomitee finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um die Streikenden notdürftig über Wasser zu halten, w ird die Bewegung daher weitergeführt. Dennoch scheinen gemäßigtere Gruppen iin arabischen Lager einen Weg zu suchen, der aus der gegenwärtigen Sackgasse herausführt; so jedenfalls dürfte eine Meldung zu deuten sein, wonach sich eine inoffizielle arabisclic Delegation, an der auch der Jerusalemer Bürgermeister Khaldi teilnehmen soll, nach London begeben will (wobei es allerdings im Augenblick ungewiß erscheint, ob diese Delegation nach der Verhaftung einiger prominenter Araberführer zustande kommt). Die in der englischen Presse zum Ausdruck aufzuwiegeln versucht, wurde die Zahlung ihrer Gehälter '־ersprochen. Cs ist offenbar, daß nur ein unbedeutender Teil der vom Streikkomitee ausgezaliltcn Gelder in Paiästina selbst aufgebracht werden konnte. Arabische Beratungen Das arabische Komitee behandelte in seiner gestrigen Sitzung die Frage der Streikerklärung seitens der religios e n Gerichte und der Regierungsbeamten, sowie die Entsendung von Delegationen nach dem A u s 1 a n d. Definitive Beschlüsse sind nicht gefaßt worden. Die arabischen Mitglieder der Magistrate von Jerusalem, Haifa, S a f c d und Tiberias haben cs trotz verstärkteil Druckes auf sie abgelehnt, sich dem Streik anzuschließen. Auch die rein arabischen Munizipalitäten von Bethlehem, R a tu a 11 a h, G a / a und Hanyunes haben sich dem Streik fcrngehalten. ־Wieder ein jüdischer Toter Jerusalem, 7. Juni. (JTA.) Israel Ben Jehuda, einer der beiden Wächter, die am Freitag in einer Orangen- Pflanzung bei Tef-Awiw von einer englischen Patrouille angeschossen wurden, ist seinen Verletzungen am Sonnabend erlegen. Ben jehuda ist das 29. jüdische Todesopfer der gegenwärtigen Unruhen in Palästina. Der gefallene jüdische Wächter, der im 24. Lebensjahr stand, war 1934 aus Reval eingewandert. Die Beisetzung Ben Jehudas hat vom Hadassah-Krankenhaus in Tel-Awiw aus stattgefunden. Der Zustand des zweiten am Freitag verwundeten Wächters, Israel H i r s c h b e r g. hat sich am Sonnabend etwas gebessert, nachdem eine Bluttransfusion vorgenommen worden war. in einem Polizei-( fommunique wurde mitgeteilt, daß nach dem Vorfall bei den Schomrim eine Haussuchung vorgenommen wurde, bei der Waffen gefunden wurden. Der :3'Jj;ihrige Schomer Mosche Misrachi, der erst vor kurzem In den Wachdienst eingetreten war, wurde in der Nacht von! Freitag zum Sonnabend in einer Pflanzung bei Sarafern! schwer verwundet. Er wurde ins Hadassah-Krankenhnus gebracht. Sein Zustand ist ernst. ln Haifa wurde am Sonnabend bei einer arabischen Kundgebung ein Araber tödlich, ein zweiter schwer verletzt. Zu der Straßenkundgebung kam es, nachdem am Morgen drei Arbeiterinnen verhaftet worden waren. Die Polizei, die die Kundgebung auflösen wollte, wurde mit einem Steinhagel empfangen. Polizei und Militär konnten nur mit Mühe die Straßen säubern. Auf dem Bahnhof von Lydda wurde der Militärposten von bewaffneten Arabern angegriffen. Auch avff der Strecke Jerusalem— Lydda wurden Militärpatrouillen von herumstreifenden arabischen Trupps beschossen. Die Telephonleitung Lydda--Jerusalem wurde unterbrochen. In J e ru s a I e n! waren in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend wiederholt Schüsse zu hören, verletzt wurde jedoch niemand. Ein amtlicher Bericht meldet, daß in der Gegend von Beer Schewa mehrere Bomben geworfen wurden. In Gaza ist das Post• amt angegriffen worden. In Jaffa ist eine größere Zahl arabischer Flüchtlinge aus ylcr Geltend von Dschenin und Tulkerem elngetroffen, wo es in letzter Zeit zu Kämpfen zwischen Aufständischen und Militär *gekommen ist. Die Flüchtlinge sind zum größten Teil Greise, Frauen und Kinder. In Jaffa haben Jugendliche versucht, nachts ein Maschinengewehr zu stehlen, das auf dem Dache des Postamtes aufgestellt ist. Die Jugendlichen wurden festgenommen, als sic auf das Dach kletterten. Der Sohn des Bürgermeisters von Tulkerem, Sallm Abdul Rach man, sollte als einer der Hauptorganisatoren des Terrors in diesen! Kreise in das Konzentrationslager in der Sinaiwüste gebracht werden. Er entfloh in die Berge un! Nablus, wo er sich einer bewaffneten Terroristenbande angeschlossen hat. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag haben ara• bische Terroristen einen Ueberfall auf das jüdische Sc 11 lacht haus in Jerusalem verübt und auf die Tiere im Schlachthaus geschossen. In einem amtlichen Cotnmunfqtid wird von sechs Sprengstoffs ״schlagen in Nazareth, Jaffa und Bcisan, Schießereien beim Skopusberg und der Verhaftung eines Arabers berichtet, der beim Jaffator in Jerusalem Straßenhändler angegriffen hat. gebrachten Meinungen über die Situation im Lande er* kennen den Ernst der Lage an. Sie betonen aber größten* teils zugleich die Notwendigkeit, an der bisherigen Linie der englischen Politik festzuhalten und sich durch die Gewalttaten und Drohungen nicht von ihr abbringen zu lassen. In gewissem Sinne eine Ausnahme hiervon macht die Zeitschrift ״Great Britain and the East“, die auch bei früheren Gelegenheiten mehrfach einen Standpunkt eingenommen hatte, der der jüdischen Arbeit nicht sehr gewogen war. Wenn in dem alt anderer Stelle der heutigen Ausgabe zitierten Artikel behauptet wird, daß das Nationalheim ״künstlich“ sei, und daß niemand wissen könne, was an ihm dauern werde, so scheint diese Argumentation jedoch an den Tatsachen vorüberzugehen und zu übersehen, welchen Umfang und welchen Grad der Festigkeit die jüdische Arbeit in Palästina in den letzten Jahren erlangt hat. Gerade die Ereignisse der letzten Wochen haben dies bewiesen. Nach den Erklärungen, die von der Britischen Regie* rung abgegeben wurden, soll die Untersuch ungs- Kommission für Palästina gewiß eine umfassende Untersuchung anstellen, sie ist aber an die Bestimmungen des Mandats gebunden, und es geht daher nicht an, wie dies in dem erwähnten Artikel geschieht, anzudeuten, daß die Kommission etwa über die Mandatsbestimmungen selbst — die ja die ei ge nt* liehe Grundlage des Problems sind — ein neues Urteil abgeben soll. Sehr richtig ist dein gegenüber, wenn gesagt wird, daß die Feindseligkeit der Araber der jüdischen Arbeit gegenüber psycholo* gisch bedingt ist, nämlich auf Furcht beruht. Diese Erkenntnis verdient unsere stärkste Beachtung; von ihr aus sollten die Maßnahmen getroffen werden, die zu einem besseren Verständnis unserer Arbeit in Palästina beim arabischen Volke notwendig sind. Autobusse bei Moza überfallen Jerusalem, 7. Juni. (JTA.) Line Kolonne von fünf Autobussen der Gesellschaft Egged wurde auf der Fahrt von Tel-Awiw nach Jerusalem in der Nähe der Kolonie Moza durch Gewehrfeuer aus dem Hinterhalt überfallen. Die die Kolonne begleitende Militäreskorte antwortete mit M a s c h inengewehrfciicr. Das Maschinengewehr versagte jedoch bald. Die ersten vier Autobusse fuhren daraufhin schnell gegen Jerusalem weiter, der fünfte aber kam ins Schleudern und stürzte um. Die arabischen Schützen eröffnet«! von beiden Seiten der Straße das Feuer auf den Autobus, wobei eine Insassin, die Verkäuferin Gisa M e i s e I, verwundet wurde. Ein von Jenisalem kommendes Auto nahm die Passagiere des Autobusses auf. Der Lenker des Autobusses erklärte, die Angreifer seien mindestens 50 Mann stark gewesen. Polizei und Militär begab sich ,11 die Stelle des Uebcrfalls und suchte die Umgebung von Moza nach den Tätern ab. Die Spuren wurden in der Richtung nach dem Araberdorf Lifta verfolgt. Die Eisenbahnlinie bei Kfar Junis ist am Sonntag beschädigt worden. Bei Mesha wurden 3000 Bäume ausgerodet. Konflikt Int Haifaer Stadtrat Haifa, 7. Juni. (JTA.) Nachdem der Bürgermeister von Haifa, Hassan Bey S c 11 u k r gemeinsam mit den arabischen Stadtverordneten 'in einem Schreiben an den High Commissioner seinen Rücktritt für den Fall angedroht hat, daß die arabischen Forderungen nach Einstellung der jüdisehen Einwanderung und Verbot des Bodenverkaufs an Juden nicht binnen zehn Tagen erfüllt werden sollten, habet! die jüdischen Stadt v e roril n e t e n von Haifa an Sir Arthur Wauehope ein Protestschreiben gerichtet, in dem sie erklären, daß sie ihre Funktionen ungeachtet der Streikdrohung der arabischen Mitglieder des Stadtrats weiter ausüben würden. Gegen die arabischen Stadtverordneten erheben sie die Beschuldigtmg, daß diese politische Erwägungen den Interessen der Stadtverwaltung voranstellen. Die j ii d i s c h e n P o 1 i z i s t c!! i n H a i f a haben dem Oeneralinspektor der Palästina-Polizei, R. (i. B. Snicer, mitgeteilt, daß sie auf den ihnen zustehenden freien Tag in der Woche verzichten, bis die Verhältnisse im Lande wieder ruhiger geworden sind. Verhaftete Araberführer Jerusalem, 8. Ju!1f. (JTA.) Die Nachricht, daß A u n I Bey Abdul Hadi, einer der Führer der Istaklal-Partei, der im arabischen Streikkomitee eine besondere Rolle gespielt hat, verhaftet ist, hat, als dies Sonntag abend in Jerusalem bekannt wurde, stärksten Eindruck gemacht. Die Maßnahme wurde als Beweis dafür begrüßt, daß die Regierung entschlossen ist, die Ausdehnung des Streiks auf Regierungsfimter zu verhindern, da es bekannt ist, daß Auni Bey Abdul Hadi vor allem die Streikpropaganda unter den Regierungsbeamten betrieben hat. Die Verhaftung erfolgte während einer Sitzung des Obersten arabischen Komitees. Auni Bey Abdul Hadi wurde in das Konzentrationsiager in der Wüste gebracht, in dieses Lager wurden auch Fakri Bey Nashashlbi und drei andere hervorragende Araber aus Jerusalem eingeliefert. Verhaftet wurde auch der Bürgermeister von Jaffa, Assem Bey Said. Mit Rücksicht auf sein hohes Alter wurde er jedoch nicht in das Wüsteniager, sondern ln ein neues bei Sarafend errichtetes Lager gebracht. Der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. Hussein ei Khaldi, der als Mitglied der inoffiziellen arabischen Delegation nach London geben sollte, bat seine Abreise zu• rückgcstellt, sobald er von den netten Verhaftungen erfuhr. Er bat auch den geplanten Streik der Stadtverwaltung von Jerusalem zunächst verschoben. Iiauptachrifllciter! Dr. Robert YV e 11 8 c h, Berlin - CharloOenburg 9 (auch verantwortlich fiir die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter! Kurt Loewcnstein, Berlin YV 15. Anzeigenlcitcr und verantwortlieh fiir den Inhalt der Anzeigen: Hermann F i 11 n, Berlin YV 15■ Gültig Anzeigen - Preidöt« 5 vom 1. April 1936. Verlag und Anicigenverwahung! Jüdi«,-he Rundschau, Bfrlin YV 15, Meinekrstr. JO. D.-A. Mai 38 325. — Druck: Siegfried Scholens, B«lin-Schoncl׳erg. >