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Jüdische Rundschau · 1936-06-04 · Heft 44-45 (4.6.1936) · page 18

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 44-45 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 18)
Language
German
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זזו»<1«S JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44/45, 4. VI. 193« Rundgang durch die Messe Von unserem palästinensischen Korrespondenten* gl. T e I ־ A w i w, im Mai 1936 Der erste Eindruck Wenn man einen Eindruck von der Levante-Messe 1936 bekommen will, so muß man sich für ein paar Stunden aus der schweren Atmosphäre der Sorgen, der politischen Scliwierigkeiten, des Terrors und des Wartens auf die nächste Stunde herauszulösen suchen und sich ganz auf das Werk am Jarkon konzentrieren. Man muß versuchen, wieder so etwas wie eine ״Friedenspsycliologie“ zu bekommen, um sich statt rnit Bränden mul Bomben, mit stetiger Arbeit und wirtschaftlichem Fortschritt zu befassen. Es ist eines der besten Zeichen für die Qualität der Ausstellung in so gut wie allen Abteilungen, daß dem Besucher dieser Sprung der Psyche schon sehr bald nach dem Durchschreiten der grollen Eisentore gelingt. Man wird gefangen von diesem lebendigen Spiegel des palästinensischen Fortschritts der letzten Jahre. Die Messen, von denen wir jetzt die siebente zählen, waren von Anbeginn an ein Gradmesser für das Fortschreiten des zionistischen Siedlungswcrkcs im Lande. War die erste vom Jahre 1921, die in den engen Räumen einer Schule von Tcl-Awiw stattfand, ein fast kindlich anmutender, von außen gelegentlich belächelter Versuch, waren die späteren Ausstellungen auf dem Gelände in der Nähe der!el-Awiwer Fisenhahnsiattion ein Wahrzeichen der Erweiferung, so ist diese siebente Messe ein Zeichen für die Immens gewachsene Bedeutung Palästinas als eines ümschlagplaf/cs des Nahen Ostens und eines jungen Zentrums einer sich respektabel gestaltenden Industrie. Der erste F.indrttek eines Besuches auf dem Messegelämle, besonders nachdem in den letzten zwei Wochen der Betrieb in vollem Umfang eingesetzt hat und sieh die Tore eines Pavillons nach dein andern offnen, ist ein doppelter: Ausbreitung in der Q ti a n ״ tität und Verbesserung der Qualität. Will man einen Beweis haben für die Fruchtbarkeit der wirtschaftlichen Aktivität der letzten Jahre auf allen ökonomischen Gebieten, so erhalt man ihn auf der Levante-Messe in vollstem Maße. Wir schrieben schon in einer früheren Reportage über die merkliche Hebung des Geschmacks, über seine Furopaisierung, über die Großzügigkeit in Linien, Auffassung und Dekoration. Die-er äußere Eindruck verstärkt sich noch bei Prüfung der einzelnen Stände, bei der Vielgestaltigkeit in den Ausstellungsobjekten. Es wird zum dominierenden Fmdruck der Messe überhaupt. Ein Blick in die palästinensische Landwirtschaft Von besonderem Interesse ist die große Sektion für Landwirtschaft auf der Ausstellung, in diesem Umfang und dieser Art eine wichtige, begrüßenswerte und interessantc Neuerung. An der landwirtschaftlichen Ausstellung beteiligen sich verschiedene Faktoren. Die Organisation der 1. a n d a r b e i t c r (I listadnith Chaklaith) hat einen besonderen Pavillon erstellt, in dem ihre verschiedenen Sektioneii ihre Arbeitsmethoden illustrieren und ihre Produkte zeigen. Die Sektionen für Hühner-, Bienen-, Vieh- und Oemüse/ucht sind hier vertreten, die Arbeiterinnenfarmen stellen Blumen und Zierpflanzen aus sowie Musterbeete für Ciemüse. Zum ersten Male seit dem Beginn der Ausstellungen hat man nicht die Mühe gescheut, auch lebendes Inventar herzuschaffen (was durch die Transportschwierigkeiten der Unruhen noch besonders kompliziert war) und der erfreute Besucher findet prächtige Külte in Mustcrställen, Schafe, Ziegen, alles ausgcwählte Exemplare. Nebenan hat die Regier u ri g eine interessante und vielfältige landwirtschaftliche Sektion aufgebaut, ebenfalls mit Tieren aus den Versuchs- Stationen, wo man vor allem aus dem Ausland, insbesondere aus England, eingefiihrfe Zuchtexemplare findet. Anschließend zeigt sie eine vielfältige Ausstellung von 1 lühnerrassen und einen richtigen Enten- und (iänseteicb — eine wahre Sensation für die Tel-Awiwer Kinder, die überhaupt Interesse für die Tiere zeigen , besondere Abteilungen für Kaninchen- und Bicuen/ueiit, sowie!!!hier ans den Versuchsstationen der Regierung, In einem großen Pavillon hat die Regierung die Arbeit der verschiedenen landwirtschaftlichen Pcpartcments zusammengefaßt, und durch Modelle, Diagramme, v־erschiedensfe Ausstcllungsexcmpiare recht eindrucksvoll und farbig erläutert. Irr diesem Pavillon findet man neben rein l.'indwirtschaftli(her! Dingen auch bereits den Uebergang zu anderen Abteilungen der Regierung. Hier bekommt man auch - vielleicht ist das der einzige derartige Punkt der Ans- Stellung - einen, wenn aucli schmalen Blick in die übrige, 11 i c!1 t j ü d i s c h c W i r t s c |! a f t d e s I. a n d e s, sei es in einer!Sammlung primitiver Arbeitsgeräte, sei es in der (iegeniiherstellung von modernen und antiquierten Methoden. Die landwirtschaftliche Au-steilung wird ergänzt durch die Fxposituren etlicher privater G 1׳ s e 11 s e I) a f t e n, vorunter ein kürzlich aus I )ctiDehlaml cingewandertor Kartoffel- Züchter auffallt, sowohl durch -.eine große Auswahl von Borten wie durch die verschiedenen Z.uchtimgscxpcrimcnte, die er demonstriert. Man vermißt in der landwirtschaftlichen .Ausstellung eine eingeliende und umfassende Darstellung der Zitrusplantagen, die ja einen zentralen Teil der paläst!musischen Landwirtscliaft ausmachen. Daß eine große Ausstellung dieses Zweiges fehlt, ist insbesondere auf die Jahreszeit zumckzuführen. Wir sind nach der Saison, es gibt nicht mehr die guten Exemplare aller Sorten. Um eine wirkliche Zitrusausstclliing zu machen, hätte sie ein oder zwei Monate früher stattfinden müssen. Die Moderne Der durchgehende Zug aller landwirtschaftlichen Abteilungen, vor allem der jüdischen (in einem gewissen Gegensatz zur Regierung) ist die moderne, an manchen Stellen die ultramoderne Methode. Die Kühe im Stall haben Trinkschalen, in denen sie sich automatisch selbst mit dem Maule das Wasser öffnen; die Mistahfuhr wird mit an Ketten gleitenden Wagen durchgeführt; die Zahlen der einzelnen Exemplare zeigen Hörlisiproduktion an Milch. An einer Stelle sieht man die Maschinen für mechanisches Melken. Ein Exemplar eines im Lande hergesteilten billigeren, und nach den neuesten Prinzipien hergestelltcn Inkubators zieht die Interessenten an. Bienenkörbe werden nach den neuesten Wissenschaftliehen Erfahrungen gebaut. Man ist mir mit den besten und letzten Erfindungen, mit den höchsten Ertragen, den best«״ Exemplaren zufrieden, mechanisiert, wo es nur irgend angeht, experimentiert immer von neuem, macht Kreuzungsversuche, wendet arbeitsparende Methoden an, zeigt neue Kulturen, neue Rassen, neue Verpackung und Sterilisierung der Produkte. Während auf der Kairoer Ausstellung, über die wir kürzlich berichteten, ein vorsichtiges Tasten der in der Tradition seit undenklichen Zeiten wurzelnden einheimischen Landwirtschaft zu modernen Methoden und eine langsame Anpassung an den europäischen Markt zu spüren ist, zeigt die ף Siehe auch die Berichte in Nr. 40 und 44. jüdische Agrikultur den Uebergang in die Moderne mit einem gewaltigen Sprung. Und der Anlauf zu diesem Sprung ist so stark, daß er niemals bei dem Erreichten ruhen läßt und die Wirtschaften, die Versuchsstationen, die verschiedenen Experlen zu immer neuen Experimenten treibt, zu einem Untersuchen der modernen Landwirtschaften der westlichen Halbkugel, zu immer neuen Maschinen, neuen Methoden, neuen Kulturen. Es gibt heute bereits Stimmen, die meinen, daß hier und da bereits das rechte Maß der Modernisierung, die eo ipso immer neue Investierungen verlangt, überschritten ist. Ob sie recht haben, ist eine Frage für Fachleute. Die Tendenz zur Modernisierung, zur Schaffung einer völlig neuen Landwirtschaft als solche ist fraglos positiv und in ihrem umfassenden Schwung und ihrer Lebendigkeit imponierend. Hier sind Errungenschaften, die nicht nur für den jüdischen Sektor, sondern für das ganze Land von großer Bedeutung und Interesse sind und nicht nur für Palästina^ sondern für den ganzen sich regenden Nahen Osten. Es ist gerade unter diesem Gesichtspunkt besonders zu bedauern, daß die Besucher bei dieser Ausstellung nur Juden sind. Auch bei den früheren Messen haben es die Araber abgelehnt, sich zu beteiligen, aber es kamen zumindest Besucher aus arabischen Kreisen und aus den umliegenden Ländern, ln dieser Beziehung wie in vielen anderen haben die Unruhen uns einen bedauerlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Industriell• Leistungen In anderer Form und anderer Ausführung, aber in demselben Geiste zeigt sich die Tendenz der Ausbreitung, der Aufwärtsentwicklung und der Modernisierung auch auf dem Gebiete der Industrie (über deren Ausstellung hier bereits im einzelnen berichtet wurde. Red.). Hier sah es in den ersten Messen noch überaus dürftig aus. Man konnte zu Beginn im engen Sinne des Wortes eigentlich überhaupt noch nicht von Industrie sprechen, sondern nur von bescheidenen Handwerksunfernciimungen, die noch dazu vielfach recht gesclimaeklose Produkte lieferten. Als dann die Entwicklung weiterging, hatte man einen Blick auf die Werke einer Anzahl kleinerer echter Industrieunternehmungen, insbesondere bei Tei-Awiw und die wenigen Mittelwerte in Haifa, die wir nach unseren engen palästinensischen Begriffen schon damals als unsere ״Schwerindustrie“ bczeichneten. Alle diese Stadien sind heute längst überwunden, und wenn man durch den Pavillon der Industrieprodukte geht, über dem das große Emblem des ״Tozereth Haarez“ prangt, so fragt man mit Erstaunen, ob das denn nun wirklich alles in den letzten Jahren geschaffen worden sei. Gerade jemand, der die Entstchungsgeschichte der verschiedenen Betriebe kennt und weiß, wie viele von ihnen zu Beginn sehr skeptisch betrachtet wurden, erhält einen großen Eindruck von der starken, hier entfalteten Initiative, dem großen Kapital und der sich rasch vervollkommnenden Qualität der Waren. Die Zeiten, wo man die größeren Betriebe an den Fingern herzählen konnfe, sind längst vorbei. Und die Sammlung der verschiedenen Werke in einem Saale, aus Haifa und der Bay, aus Tel-Awiw und seinen Vororten, aus Akko und den nebcnlicgendcn Siedlungen, aus allen Gegenden des Landes, zeigen auch hier sehr eindrucksvoll deü Sprung in die Moderne. Wiederum drängt sich der Vergleich mit der Kairoer Ausstellung auf. Auf industriellem Gebiete sieht man den großen Fortschritt, den das jüdische Palästina an Qualitat, Umfang und Geschmack in den letzten Jahren gemacht hat. Das Tempo, die Kräfte, das Kapital haben sich vervielfacht, der Geschmack sich außerordentlich europäisiert. Im oberen Stockwerk des Tozereth-Haarez-Pavillons kann man freilich immer noch Erinnerungen an Jahrmarkthuden finden, aber während sie vor sechs Jahren in der Industrie noch vorherrschten, sind sie heute bereits völlig überschattet von der Großzügigkeit in der Darstellung der bedeutenderen Industrieunternehmungen. Angenehm fällt es auch auf, daß man die Kunst des Ausstellens als solche bereits in viel größerem Maße als in früheren Jahren gelernt hat. Es sieht alles sehr viel farbiger, plastischer, unmittelbarer aus, cs wirkt von allen Seiten auf Auge und Phantasie und die so übermäßig beliebten Diagramme der früheren Ausstellungen sind auf ihren richtigen Platz gerückt, sie sollen heute nicht mehr Ausstellungsobjekte ersetzen, sondern ergänzen, und sie tut! es vielfach in hervorragender Weise. Es scheint, daß wie überhaupt in der Vervollkommnung äußerer Aufmachung, auch in der Kunst der Dekoration und Darstellung unter anderen den Einwanderern aus Deutschland bedeutende Verdienste zukommen. Der Koionisetlonepavlllon Gibt der landwirtschaftliche Teil einen Einblick in die agrikulturelle Revolution, die die jüdische Siedlung für Palästina bedeutet, zeigt der Industriepavillon den Einzug der Industrie in ein früher rein agrarisches Land, so spiegelt sich im Kolonisation spa villon die gesamte zivilisatorisclie Arbeit der letzten Jahrzehnte, in ihren Gegen- Sätzen, ihrer beispiellosen Hartnäckigkeit und ihren viclseitigen Erfolgen wieder. Was die technische Stärke der Dar- Stellung betrifft, so ist sie in ihrer wirkungsvollen Art als solche ein Beweis, wieviel wir an Zeichnung, an Montage, an Photographie, in den kleinen und großen Künsten der Propaganda in den letzten Jahren gelernt haben. Aber nicht das ist das Entscheidende. Nicht die schönen Bilder machen es aus und die verschiedenartigen Durchblicke und Perspekfiven, nicht die auffallenden Köpfe und die hart nebeneinander gesetzten Gegenstücke. Was hier interessiert und spricht, ist das zivilisatorische Werk als solches. Entsumpfung und Bewässerung, Bekämpfung von Malaria und neue Saat, Aufforstung und Ausrottung von Seuchen, kurz alles, was an täglicher, manchmal verzweifelter Arbeit in den letzten Jahrzehnten geleistet w׳orden ist, wird hier vom Beginn der Siedlung bis zur Jugendalijah aus Deutschland zusammengefaßt. Nimmt man jede dieser Arbeiten, sei es die wissenschaftliche Erforschung der vorhandenen Wasser- Vorräte oder die Legung von Kanalisationsröhren, das Säen und Ernten, den Wegebau und die Häuscrherstellung als einzelnes, so handelt es sich um mühselige alltägliche Arbeit, die oft genug voll von Acrgcr und Fehlern war, wo alle menschliche Schwäche zum Vorschein kam, wo niemals die Mittel und Kräfte ausreichten, gemessen an den Anfordcrungen des Heute und dem Drängen des Morgen. Und — man soll es sich nur klarmachen — all das wird wieder so sein: was wir heute lernten, wird morgen überholt sein, die Schwächen, die tägliche Mühsal, all das ist keineswegs überwunden. Aber wenn man sich im Wirbel der Arbeit und Lugano NMMIIIIIMHIIWIMMMIIIWIMII PARKHOTEL AM SEE Da* kaltivlarts Ha■■ *ar!«tan Pralat «wir. י!*•» Mal» F•«. Zlfcrlager der Probleme einmal die Ruhe nimmt und an Hand der dargestellten Resultate das Fazit dieser Jahrzehnte zieht, so gestaltet sich aus den Schwächen, Kämpfen, Alltäglichkeiten ein Epos, dessen Größe und Bedeutung man sich nicht entziehen kan«. Diese Kolonisationspavillon zeigt, wie in dem primitiven Palästina die westliche Zivilisation marschiert. Wie diese Zivilisation den Juden ändert, wie sic das Land ändert, wie sie den Lebensstandard hebt, wie sie neue Arbeitsmethoden, neue Lebensformen einführt. Es war ein guter Gedanke der nationalen Institutionen, der Jewish Agency, der Fonds, der halbnationalen Gesellschaffen, diesen Kolonisationspavillon zu schaffen. Es ist ein Verdienst dieser Instanzen, daß es ihnen gelang, ihn so eindrucksvoll und so lebendig zu gestalten, wie er geworden ist. Durch ihn hat der palästinensische Teil der •Ausstellung einen Kern erhalten. Was in ihm gezeigt wird, wird sozu* sagen in Fülle und Farbigkeit durch die anderen Pavillons illustriert. Ausländische Beteiligung Es soll nicht der falsche Eindruck erweckt werden, als sei in den hier skizzierten Abteilungen der palästinensische Teil der Messe erschöpft. Er zeigt außerdem die verschiedenartigsten, oft sehr interessanten Sektionen, von denen hier nur als Novum die Bauausstellung genannt werden soll. Um das Bild abzurunden, wollen wir jedoch noch einen Blick auf die ausländischen Pavillons werfen, die trotz allen Schwierigkeiten einer nach dem anderen sich dem Publikum öffnen. Wir unterlassen es vorläufig auch, die einzelnen Länder und ihre Pavillons einzuschätzen. Worauf es in diesem allgemeinen Ucberblick ankommt, ist die Bedeutung, die die ausländische Beteiligung für die palästinensische Eritwickung besitzt. Dabei drängen sich drei zentrale Gesichtspunkte auf: die starke internationale Beteiligung an der Levante-Messe 1936 trotz allen Konflikten der Weltpolitik und trotz dem herrschenden Gefühl der Un- Sicherheit int Mittclineerbccken, zeugt dafür, daß der palästinensische Markt für Europa von immer größerem Interesse geworden ist. Sie zeigt weiter, daß Tcl-Awiw und damit Palästina sich mehr und mehr zu jenem Umschlagsplatz für den Nahen Osten entwickelt, von dem seinerzeit nur die Phantasten sprachen. Und schließlich zeigt die Messe, daß in der Beteiligung mannigfacher ausländischer Faktoren keine Bedrohung für die einheimische Industrie beschlossen ist. Wir lernen aus den mannigfachen ausländischen Waren, wieviel uns noch zu lernen und zu produzieren übrig bleibt. Wir lernen aber auch zugleich aus einer Gegenüberstellung unserer und der fremden Produkte, daß wir uns immer mehr dem europäischen Staudard nähern, daß wir uns vervollkommnen, und so werden die ausländischen Produkte für Palästina keine Bedrohung, sondern eine Anregung. Es zeigt sich auch auf diesem Gebiete, was charakteristisch für die gesamte Ausstellung ist: eine solche Zusammenfassung des Erreichten ist lehrreich und anspornend, Sie gibt ein Gefühl der Genugtuung über die bisherigen Erfolge. Sie gibt — und das ist das Entscheidende -- ein Bild davon, wieviel noch zu tun bleibt, welche neuen Experimente und Eroberungen zu machen sind. Lfnd diese Empfindung des Rück- und Ausblickes ist es, die uns gerade heute besonders nottut. Von der Woche Im Lau!« des Mai sind über Haifa 2200 Jüdische Immigranten einschließlich 440 Kapitalisten, sowie 1105 Touristen ins Land gekommen. Die Schließung der Levante-Messe wird für den 6. Juni an gekündigt. Auf dem Gelände der Levante-Messe in Tel-Awiw fand eine von der Tel-Awiwer Stadtgemeinde, dem Keren Hajessod und dem Keren Kajemeth einberufene Massenversammlung zum Gedächtnis von Nahum S o k o I o w statt. Die Hauptredner waren Bürgermeister Meir Dizengoff und Berl Katzn e 1 s o n. Anläßlich einer Sitzung der Stadtverwaltung Tel- A w i w ehrte Dizengoff das Andenken Nahum Sokolows. & wurde beschlossen, die ״Hazefirah-Straße“ in ״Sokolow- Straße“ umzubenetinen. Obwohl die Subskription für die Aktienausgabe der Hafen gesellschaft noch nicht eröffnet ist, sind bereits (>0 009 Pfund gezeichnet worden. Die Jewish Agcncv Exekutive hat 2500 Pfund gezeichnet, der Rest ist von Privatpersonen und Körperschaften subskribiert. Die Jewish Agency und die Stadt Tel-Awiw besitzen 50 n/0 der Grunderaktien. Das Statut der Gesellschaft ermächtigt die Exekutive der Jewish Agency, in politischen Fragen zu entscheiden. Zwei Fonds zur Gewährung von Krediten an die jüdische Industrie wurden mit Hilfe der Jewish Agency bei der Apak eröffnet. Ein Fonds ist für Anleihen bis zu 200 Pfund für eine Zeitspanne von höchstens drei Jahren an Kleinindustrielle bestimmt Die Jewish Agency garantiert bis zu 20 ס/״ der Anleihen. Der andere Fonds ist für Anleihen auf Fabrikprodukte bestimmt. Die Jewish Agency׳ hat einen Kredit von 5000 Pfund eröffnet, der eine Garantie für Anleihen bis etwa 40 000 Pfund darstellt. Ein Architektenkongreß wurde in Tel-Awiw eröffnet. An den Beratungen nehmen 200 Delegierte teil. Die Urkunden über Tel-Awiw und 25 jüdische Siedlungen in Judäa und Samaria wurden nach Tel-Awiw überführt, wo besondere Büros hierfür eröffnet wurden. Die Verkehrs-Kontrollärater der Polizei wurden ebenfalls von Jaffa nach Tel- Awiw überführt. Die drei jüdischen Schiffahrtsgesellschaften Palästinas: die Palestine Shipping Company, PaTestine Maritime Lloyd und Atid haben zwecks Schutz der gemeinsamen Interessen den Verband jüdischer Reeder gebildet. Amtlich wird bekanntgegeben, daß das im Dezember 1935 zwischen England und Holland geschlossene Handelsabkommen über die anteilige Verteilung der Einfuhr beider Staaten auf die englischen und holländischen Kolonien auch auf Palästina Anwendung findet. Die Wahl des palästinensischen Oberrabbmers ist «erschoben worden, bis die Ruhe wiederhergestellt ist Anläßlich des 80. Geburtstages des ersten Generaldirektors der Anglo-Palest ine-Bank, Salm an David Levontin, haben seine Angehörigen ein Stipendium von jährlich 30 Pfund auf seinen Namen und den seiner Gattin Zipora gestiftet, das von der Hebräischen Universität Jerusalem für hervorragende Leistungen auf naturwissenschaftlichem oder geisteswissenschaftlichem Gebiet verliehen werden soll. In Nr. 37 war auf Seite 15 eine Abbildung veröffentlicht, die die Unterschritt ״Messe-Plakat“ trug. Es handelt sich dabei nicht um das Messeplakat, sondern um eine Seite des Katalogumschlages der Messe. Der Entwurf stammt rem Oskar Lachs.

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