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Jüdische Rundschau · 1936-06-04 · Heft 44-45 (4.6.1936) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 44-45 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 44/45 4. V! 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU SsffelT Kunst in Hnbimah-Premiere: »Kaufmann von Venedig” Leopold Jeßners Inszenierung Tel-Awiw, im Mai 19% Es war von vornherein klar, daß inan hier keine der konventionellen Aufführungen des ״Kaufmann von Venedig“ zu sehen bekommen würde, die je nach Einstellung von Regisseur und Darsteller den Shylock erscheinen lassen. Die Kommentatoren aller Richtungen haben sich bemüht zu beweisen, daß Antonio ein vollendeter Edelmann sei, der in die Hände eines unmenschlichen Wucherers fällt, oder aber das Gegenteil, daß dem Sh vlock mittels eines unhaltbaren sophistischen Drehs bitter Unrecht zugefügt wird und daß sein Rachegefühl nur allzu berechtigt sei. Tatsache ist, daß Shakespeare beide Lesarten zuläßt, daß gegen Shylock jedoch das Faktum spricht, daß das, was er scheinbar vorhat, nichts Geringeres bedeutet als Mord. Aber dieser Mord kommt nicht zur Ausf ührung und es bleibt zumindest höchst zweifelhaft, ob Shylock wirklich jemals das Messer angesetzt hätte, wenn der Spruch zu seinen Gunsten ausgefallen wäre, oder ob er es nur zum äußersten treiben, den verhaßten Antonio in letzte Todesangst Versätzen wollte, um ihm dann von sich aus großmütig, ohne ein höchst anfechtbares Urteil, Gnade zu gewähren. Der Text bietet für diese Möglichkeiten keine direkten Anhaltspunkte. Wohl aber kann die Gesamtfigur Shylock so gestaltet werden, daß der Zuschauer mit ihrem Eintreten rechnet, auf sie wartet und bedauert, daß man dem Juden, der hier ganz konsequent Gerechtigkeit um ihrer selbst willen von den anderen verlangt, bevor er selber Gnade üben will, durch Portias überraschende Ausdeutung die Möglichkeit nimmt, zu zeigen, ob er ein Mörder ist, also schuldig, oder nur ein Produkt von Mißhandlungen, Schmähungen, ein Getretener, Ausgestoßener, der einmal Rache bis zur äußersten Grenze (aber nicht durch Mord) nehmen will. Der Schwerpunkt dieser Aufführung liegt in der dramaturgischen Bearbeitung. Jeßner plädiert für diesen Shylock mit radikaler Konsequenz, mit eiserner Härte und mit eisiger Kälte. Fast ist es, als sollte alles, was je an Tendenz in dieses Stück gelegt wurde, genau so tendenziös — aber im umgekehrten Sinne — ad absurdum geführt werden. Wieweit man Shakespeare dabei gerecht wird, ist eine Frage für sich. Hier ist nicht ein Ghetto-Shylock, dunkel, kriecherisch, unterliegend, keifend, besiegt, verzweifelnd, um seine Dukaten und seine Tochter weinend, um die man ilin bestiehlt, hier ist ein Kämpfer, Rächer seines Volkes, der glaubt, einmal werde sein Gott ihn sichtbar triumphieren lassen, der nicht zerbrochen wird durch einen Unrechtsspruch, der für ihn und auf den er vorbereitet war, der die Kraft hat, noch nach der Niederlage seiner Verachtung Ausdruck zu geben. Lorenzo aber stiehlt — die Dukaten wie die Tochter. Seine Kumpane sind die Helfer. Bassanio ist der Mifgiftjäger, der auf Brautwerbung auszieht, um die fremden Gelder, Bassanio (Warschawer), Portia (Rowina), Nerissa (Händler) und Gratiano (Klatzkin) die er durchgebracht hat, wieder zahlen zu können, una um sich neue Mittel zu verschaffen. Wenn Shylock hell und scharf Umrissen vor uns steht, so wird die Figur, Antonios, des Gegenspielers, weniger klar herausgearbeitet, obwohl er mehr in den Mittelpunkt gerückt wird, als gemeinhin üblich. Zwar hat er die Pose des ״königlichen Kaufmanns“, des starren Idealisten, des innerlieh Vornehmen, aber er schließt den Handel mit Shylock in einer Weise, die eines ernsten Kaufmanns unwürdig ist, er paktiert mit den Taugenichtsen, von den«! er sich widerspruchslos zum Heuchler stempeln läßt. Es bleibt Portias Welt, die wir als Reich des heiteren Glücks, des lauteren Lichts, der Musik, der Harmonie, des Geistes kennen. Hier wird in den großen Zügen wenig geändert. Nur bleibt es auffällig, daß der wunderbaren Lyrik Shakespeares (״in solcher Nacht wie diese . . .“) offenbar bewußt viel von ihrem Glanz genommen wird, während man Raum genug hat für eine etwas verkrampfte Komik in den Szenen des Lanzelot, der Portia und Nerissa, der Freier. Das Jcssika-Motiv geht hier durch das Stück, während die Figur selbst aus ihrem Statisten-Dasein nicht befreit wird. Eis versteht sich von selbst, daß insbesondere Kenner der Materie, an einer solchen Wiedergabe des ״Kaufmanns“, zumal wenn deren Einstudierung durch einen so eigenwilligen Regisseur wie Jeßner geschieht, aufs höchste interessiert sind. Wird aber die Frage nach dein Widerhall, den sie in uns weckt, nach dem Mitgefühl und der Erschütterung, die sich unserer bemächtigt, gestellt, sollen wir gefühlsmäßig entscheiden, welcher Shylock uns näher ist, der tragische, den wir kannten, oder der heroische, den wir hier — neu und noch niemals so gezeigt — kennen lernten — die Antwort fiele uns schwer. Ein starker Mann, der sich selbst zu helfen und zu wehren weiß, bedarf unserer Anteilnahme nicht in dem Maße wie der zerbrochene, dem langsamen, qualvollen Hinsterben preisgegebene. Jeßner ordnet die Szenenfolge geschickt um. Die erste Begegnung mit Shylock findet in dessen Hause, nicht auf der Straße, statt'. Aragons und Bassanios Werbung folgen unvermittelt nacheinander. Auf jegliche Statisterie wird verzichtet, Die Bühnenbilder schuf M o k a d y. Die Straßenszene ist äußerst wirkungsvoll. Antonio sitzt in einer Gondel, wenn der Vorhang sich hebt. In! Hintergründe venctianische Bauten. Die Mitte der Bühne ist geteilt durch eine in die Diagonale laufende Treppe, eben jene berühmte Jeßnersche Treppe, mit deren Hilfe er den Bühnenraum in die Höhe hinein auszunutzen pflegt. Shyloeks Haus ist sauber, fast freundlich, das Beimont der Portia hingegen ein wenig dürftig. Der Gerichtssaal klein, fast intim, mit nur je einem Sessel für Portia und den Dogeij, Auch hier Sfufung im Aufbau, an der Rückwand das Bildnis der Göttin der Justiz, der Shylock di« Palästina Fetzen des wertlos gewordenen Wechsels verachtungsvoll ins Angesicht schleudert. Soweit das Habimah-Ensemble Besetzungsmögiichkeiten für eine Inszenierung, wie Jeßner sie wollte, bietet, wurden sie ausgenützt. Freilich blieben die Anstrengungen der Schau- Spieler spürbar, plötzlich erneut in einen ungewohnten, dem bisherigen sehr gegensätzlichen Stil hiniiberzuwechseln, und sie wurden nicht restlos überwunden. Meskiri ist ein starker, kämpferischer Shylock, von allem Anfang an mit Haß geladen und sehr gedämpft Nicht immer zum Vorteil. Zu Höhepunkten gelangt er in der Gerichtsszene, die ganz von ihm und der Portia getragen wird, und die überhaupt die konzentrierteste der Aufführung ist. Die große Rede: ״Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? . . hätte etwas mehr Pathos vertragen, wie überhaupt Shakespeares Verse zum Erklingen gebracht werden müssen. Freilich nicht mit einer falschen, unmusikalischen Patbetik, deren sich Herr Warsch a wer als Bassanio bedient, der auch in bezug auf «Mimik und schauspielerische Beweglichkeit seiner Aufgabe Shylock (Meshin) und Antonio (Friedland) Fotos: Lasar Dftimar MM vieles schuldig bleibt. Portia ist die Rowina. Der erste Teil der Rolle ist nicht für sie geschaffen. Sie ist viel zu sehr ״Heldin“, als daß sie dieser federleichten Gestalt restlos gerecht werden könnte. Dafür entschädigt sie aber doppelt in der großen Rede von der ״Gnade“, die selten so klar, gegliedert und eindrucksvoll interpretiert wurde, ln der Szene mit Nerissa (Ghana Händler) und mit Aragon (Benja mini), wird auf der Bühne mehr gelacht, als der Zuschauer es vermag. Finkei gibt alternierend mit Meskin den Shylock. Am Abend der Erstaufführung gab er dem Marocco hervorragend Ausdruck und Gestalt und bewies sich als echter Shakespeare-Sprecher. Der Antonio Friedlands ist, wie schon erwähnt, undurchsichtig, zweideutig. In jedem Fall allzu feminin, allzu kokett, zu ״gespielt“ und zu wenig ״erlebt“. Ganz unverständlich bleibt sein undefinierbares, viele Deutungen zulassendes Lachen, mit dem ihn Jeßner das Stück beschließen Läßt. Klatzkin als Gratiano könnte diskreter sein. Kutai als Räuber und Liebhaber Lorenzo findet sich mit dem Zwiespalt seiner Rolfe nur schwer ab. Als Dienerin der Portia schafft Frau J u d e 1 e w i ts c h in einer winzigen Aufgabe _ eine Shakespearesche Figur. Frau Govinska, A m i t a i, Bar atz und Chemerinski bemühten sich in kleineren und größeren Rollen. Die Bühnenmusik Karol Rathaus war sehr am Platze. Für die ausgezeichnete Uebertragung ins Hebräische zeichnet S. C h a 1 k i n. Bis zur großen Pause war die Anteilnahme Verhältnismäßig kühl, während am Schluß Jeßner und die Spieler stark akklamiert und gerufen wurden. Manfred Geis Theafron Ivri Haifa Marcel Pagnol: ״Marius Ahöy!“ Tel-Awiw, im Mai ln Berlin lief vor einigen Jahren dieses Stück unter dem Titel ״Zum goldenen Anker“. Das ist der Name der Marsciller Hafenkneipe, die vier Akte hindurch Handlungsort der an sich unkomplizierten Geschehnisse bildet. Durch geschickte Steigerung und mit witziger Dialektik weiß Pagnol sein Publikum einen Abend lang ausgezeichnet zu unterhalten. In Cesars Seemannslokal erzählt inan von abenteuerlichen Fahrten, fremden, geheimnisvollen Ländern. Draußen liegen die Schiffe, die auf den jungen Marius, Cesars Sohn, eine so magische Anziehungskraft ausüben, daß er ihr nicht widerstehen kann, daß er den Vater und das geliebte Mädchen im Stich läßt, um als Matrose zur See zu gehen. Unter Benno Frankels Regie kommt eine sehr beacht- Siehe Aufführung zustande. Die einzelnen Szenen sind klar durchgearbeitet, bis auf den Streit zwischen Cesar und Panisse — dem Rivalen seines Sohnes —, der etwas danebengelingt. Gut getroffen vor allem die Stimmung, die brütende f litze, die über der Hafenstadt liegt, die das Tun und Lassen ihrer Menschen bestimmt, das Phlegma der Stoiker verstärkt und die Vitalität der Leidenschaftlichen explosiv werden läßt. Joseph Schapira ist ein ausgezeichneter Marius, jung und mit viel Charme, besessen von einer wilden Sehnsucht, in die Welt zu ziehen, und doch zurückgehalten von der hingehenden Liebe Fanys, der jungen Muschelverkäuferin, die am Eingang des Lokals ihren Stand hat. Sonja S a h a v a, die bereits im ״Othello“ in einer kleinen Rolle auffiel, beweist als Fany echtes schauspielerisches Temperament und große Wandlungsfähigkeit. Cesar, liebevoll-rauher Vater, ist bei'Abraharn Skiarsch hervorragend aufgehoben. Er gibt der Figur eine feine, überlegene Komik, hat sicheres Gefühl für das Bringen von Pointen und umgeht geschickt die Gefahr zu übertreiben. In weiteren Rollen sind Heuser, Lilienbäum, Marco, B e r 1 i n s k i und Frau W o I f f am Erfoig des Ganzen wesentlich beteiligt. In Hilel Wachtel lernen wir einen sehr begabten Bühnenbildner kennen, der mit geringen Mitteln einen eindrucksvollen Hintergrund zu schaffen versteht. M. G. Theater in Nathania Ein ״Reth Esther“ benanntes Theater wurde in N a t h a - n i a mit einer Aufführung des ״Ewigen Juden“ durch die Habimah eingeweiht. Anwesend waren Vertreter der Siedlungen im nördlichen Scharon, Bezirkskommissar-Assistent Foot, der jüdische Bezirksoffizier Chizik und andere Regierungsheaintc, sowie arabische Scheichs aus benachbarten Dörfern Owed Bcnami, der Leiter der Siedlung, eröffnete die Leier mit einem Gedenken an Sokolow und an die Opfer der Unruhen. Foot wies auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Arabern und Juden in diesem Bezirk hin. (Palcor.) Tel- Wiwer Konzerte Das Tel-Awiw er Symphonie-Orchester wartete unter Leitung von Wolfgang Fricdländer mit einem be• sonders schönen Programm auf. Man hörte die 5. Symphonie B-dur von Schubert, Beethovens 8. Symphonie und das D-moB- Konzert für zwei Violinen und Streichorchester von Bach, mit den ausgezeichneten Solisten Rudolf Bergmann und Sascha Farnes. Ein zweites Konzert hörte man unter Michael Taube, mit dein Traucrmarsch aus Beethovens Lroica, mit Schumanns A-moll-Klavierko11zert und Mendelssohns •i. Symphonie (italienische). Solist des Schumann-Konzerts war Bruno Eis »er, dessen klar differenzierte, sachliche Interpretation das Publikum zu großem Beifall hinriß. Das Orchester selbst hielt sich auf der gleichen Höhe, die man bereits bei den früheren Konzerten dieser Saison feststellen konnte. Manfred Geis Kunst auf tlcr Levante-Messe Im Amphitheater des Messegeländes finden seit der Er* Öffnung der Ausstellung allwöchentlich künstlerische Vera»■ staltungen statt. Unmöglich, über einzelne Konzerte, Gruppe»■ oder Einzeltänze oder Theater-Aufführungen der palästinensisriien Bühnen zu berichten, zumal es sich in den meisten Fällen um Programme handelt, die von den Künstlern oder den Ensembles bereits früher gezeigt wurden. Eine Ausnahme bildete eine Theater-Aufführung der Ma• tate-Künstler, für die eigens Emanuel Harussi das Manuskript schrieb und die eine Propagierung von ״Tozeret Haarcz“ bezweckte. Harussi war einer der Mitbegründer des ״Matate“ und Autor vieler überaus erfolgreicher Stücke dieser Truppe. Audi hier erweist er erneut seinen Instinkt für den Aufbau derartiger kleiner Revuen und hat diesmal eine gute Helferin an der Komponist״! Vardina S c h I o n S k y. Prinzipiell wurde jed<x1!־ eines übersehen. Auf dem Tel- Awiwer Messegelände stellen Finnen von mehr als 30 verschiedenen Ländern mehrerer Lrdteile aus, deren Fahrten von den benachbarten Pavillons zum Amphitheater herübergrüßen. Gewiß bedeutet diese Tatsache in heutiger Zeit einen außerordentlichen Erfolg für die Msoseleitung. Dieser Gesichtspunkt hätte a!1-reichen müssen, um das Werbestück für unsere eigenen Erzeugnisse etwas anders zu gestalten, als es hier geschah. Wir haben in unserer jungen Industrie und in unseren landwirtsdiaftlichen Produkten heute tatsächliche Leistungen aufzuweiseii. Die Ausstellung selbst legt hierfür beredtes Zeugnis ab. Nichts weiter als dies sollte hier in leichter Form dokumentiert werden. Das wäre möglich ohne Drohungen gegen jene, die noch nicht davon überzeugt sind, daß in erster Reihe die Lamlesproduktion zu unterstützen ist und ohne das Wort ״To/erct Harirez“ unendlich oft wiederholen zu lassen. G. Ausstellung Lctnumd I ürst Von den Künstlern, die in den letzten Jahren aus Deutsch• land hierhergekommen sind, ist wohl keiner bisher so wenig an die Öffentlichkeit getreten wie Edmund Fürst. Seine stille und bescheidene Art und sein nur auf das künstlerische Schaffen gerichtetes Sinnen veranlaßt־.׳!! ihn, sich hier zunächst einmal durch intensives Studium mit den Problemen Licht und Luft und den dadurch gebotenen ganz neuen Wirkungen vertraut zu machen. Obgleich ein an Jahren und Erfahrungen reifer Künstler, begann Fürst sich mit dem Eifer eines Jünglings ap die Arbeit zu machen. Fine kleine Ausstellung von A q 11 a r e 11 e n im Künstlerkaffee Hille! in Tel-Awiw ist eine Ueberrasebung. Fürst ist ein vorzüglicher Zeichner, der mit sicherer Hand jede Erscheinung zu notieren versteht. Er ist aber auch ein feiner Farbcnkiinstler. Die hier gezeigten Proben seines hiesigen Schaffens sind weit mehr als nur flüchtige Skizzen, wozu das Aquarell leicht verführt. Mit viel Liebe und Hingebung und jeder Kleinigkeit Beachtung schenkenden Genauigkeit, die aber nicht akademisch begrenzt ist, sondern stets auf den kirnstkrischen Gesamtcindruck hinarbeitet, sind die Blätter von Edmund Fürst von einer frohen Lebendigkeit erfüllt, die überaus frisch und überzeugend wirkt. Ls gibt nur wenige, die das Land mit so viel Verständnis erfaßt haben wie er und die es mit so wenig Problematik erfassen. Auf der Eröf fnuu gsausslcllun ״ pal ästinen« sischer Künstler im Museum 1 el-Awiw fielen zwei kleine Oelgemaide von Fürst allgemein auf. Es waren zwei Landschaften, eine Straße in Jaffa umi ein älteres Bildchen, eine Partie aus dem Berliner Tiergarten. Beide Bilder hatten etwas ungemein Unmittelbares, Naturwahres und I leiteres. Das Jaffaer Straßenbild, eine der ersten Arbeiten des Künstlers im Lande, wurde verschiedentlich als eine der besten Palästina-Landschaften der Ausstellung hervorgehoben. Die jetzige Ausstellung, die sich nur auf Aquarelle beschränkt, ist trotzdem von erstaunlicher Mannigfaltigkeit. Von breit angelegten und flott hingesetzte!! derben Farbenflecken bis zu minutiös diirchgvfiihrlcu in feinster Zeichnung verlaufende!! Blättern sind die verschiedenen Möglichkeiten der Wasserfarbe verwendet. Ein Blatt aber muß noch besonders hervorgehoben werden: Einige durch das Wasser watende Kamele, eine ungemein zarte Impression, die so duftig hingehaucht ist und in der die Töne so flockig wirken, daß hier ein kleines Meisterwerk geschaffen ist. I >r. K a r! Schwarz Lin neuer Keren Kajeinetli-1 ilm In einer geschlossenen Vorführung wurde das letzte Film• werk des KKL unter dem Titel ״Vom Wad! Chawarith zum Emek Hefe!“ gezeigt. Produzent ist die ״Tektifa-Filmgesell- Schaft Tel-Awiw“ von Erich B rock und Walter K r i s t e 11 e r, von denen der erste für das Szenarium und die Einrichtung, der zweite ftir die eindrucksvolle Photographie verantwortlich zeichnet. Vor genau neun Jahren erwarb der KKL unter Führung von Ussischkin und unter wesentlicher Mitarbeit kanadischer Zionisten 30 000 Dunam Boden, die aus Morast und Sumpf in blühende Siedlungen verwandelt worden sind und heute durch die Namen Givat Cliaim,!rgim Intensivi, Maaberoth, Mischmar, Kfar Chaim, Kfar Jedidja, Avvichaim, Chawazelcth Hasharon, Kfar Vitkin u. a. repräsentiert werden. Eine große Zahl weiterer Siedlungen sicht man heute bereits in den Anfängen. 2000 jüdische Pioniere sind dort an der Arbeit. Der Film selbst gibt ein weites Bild von den Erfolgen, die erzielt wurden, und von den Schwierigkeiten, die zu überwinden waren. Sehr gelungen einige Trickzeichmingen (Landkarte), die Bilder der Schomrini und die Tänze der Jemeniten. Auch hier steht selbstverständlich das jüdische Kind im Vordergrimd des Interesses, und es gelangen dem Operateur ein paar sehr reizende Aufnahmen der Jüngsten. G. Wer entscheidet? Deine Tat! Bringe auch du dein Opfer für Einwanderung und neuen Boden! s!>1׳״ cn an den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Postscheckkonto Berlin 282 47

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