Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 44-45 (4.6.1936)
- Date
- 1936-06-04
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44/45, 4. VI. 1936 In diesen Tagen... e. }., Jerusalem, 21. Mai Gestern abend hörte ich im Radio aus dem Ausland, daß Jerusalem einer belagerten Stadt gleiche, in der geschossen wird und Bomben geworfen werden, in der die Einwohner von 7 Uhr abends bis 5 Uhr früh wegen des Ausnahmezustandes zu Hause bleiben müssen, in der Menschen heimtückisch gcmordet werden, ohne daß man bis jetzt auch nur einen der Täter erwischt hätte. All diese Schreckensnachrichten wurden mit gleichgültiger Stimme monoton in einem einzigen Satze, der, im buchstäblichen Sinne der Wortes, gesamten Welt zur Kenntnis gebracht. Ich lebe in Jerusalem und bin, wenn nicht stets Augen-, so doch Ohrenzeuge der erwähnten Vorkornmnisse, und trotzdem berührt mich die sachliche Zusammenfassung alles Geschehenen in einer kurzen Meldung so stark, als ob ich einen Kculenschlag bekommen hätte. Meine Empfindung sträubt sich gegen diese Wahrheit. Aber überlegend mußte ich zugeben, daß sie den Tatsachen entspricht. Und nun meditierte ich weiter: Was fühlt ein Jude in diesen Tagen in der heiligen Stadt Jerusalem, deren Straßen wochenlang mit spitzen Nägeln bestreut wurden, damit der Autoverkehr gehemmt werde, in deren engen Gäßchen nichtsahnende Menschen hinterrücks ermordet werden, und wo an einem unglückseligen Abend friedliche Kinobesucher beim Verlassen eines Lichtspieltheaters mit todbringenden Kugeln besät wurden? Jerusalem ist in den ersten Tagen der palästinensischen Unruhen von schlimmsten Ausschreitungen verschont geblieben. In Jaffa wurde gemordet, in Haifa schleuderte man Bomben, in Jerusalem gab es nur spitze Nägel und einige durch den arabischen Generalstreik entstandene Unzukömmlichkciten wie das Ausbleiben des Mistbauers und fehlende Straßenreinigung. Aber allmählich verschärfte sich die Lage, die jüdischen Geschäfte in der Altstadt, die in den ersten Wochen geöffnet waren, schlossen eines nach dem anderen ihre Türen. Am Abend und am Morgen traute man sich nicht mehr in «he von Arabern besuchten und begangenen Straßenziige. ln den großen Cafehäusern, die regelmäßig von arabisehen Gästen besucht zu werden pflegten, sah man keine roten Tarbusche mehr. Und man gewöhnte sich daran, auf jedes Geräusch besonders aufmerksam zu achten, und wandte mehr, als man sonst gewöhnt war, die Blicke nach rechts und links, und drehte unzählige Male, in einer Art von Reflex- Bewegung, den Kopf nach hinten. Dann schwirrte die ernste Nachricht durch die Stadt: Ein alter Jude und ein jüngerer gelehrter Talmudist sind in der Altstadt getötet worden. Hierauf neue Schreckensmeldungen: Der arabische Wächter einer jüdischen Sch'chuna wurde, in seinem Blute liegend, auf der Straße gefunden. Andere Schreckensnachrichten, von denen sich die meisten glücklicherweise als Gerücht erwiesen, folgten, bis zum Schrcckens-Schabbat am 16. Mai. Anders als an anderen Schabbat-Abenden wurde an diesem Abend keine Sammlung für irgendeinen der vielen nationalen- oder Wohlfahrtszwecke veranstaltet. Itn jüdischen Palästina herrscht der selbstverständliche Brauch, daß man jeden Schabbat-Abend von Mädchen oder Jungen aufgefordert wird, sozusagen als Dank für den genossenen Ruhetag, eine Gabe für irgendeinen Zweck zu spenden, wofür man dann mit einem den betreffenden Zweck nennenden Papierstreifen dekoriert wird, der mit einer Stecknadel an die Jacke befestigt wird. Seit dem Ausbruch der Unruhen wurde von dieser Hebung Abstand genommen. Nur der Lag b’Omer bildete eine Ausnähme, da man unter allen Umständen den Brauch, an diesem Tage des Keren Kajcmcth zu gedenken, nicht fallen lassen wollte. Aber an den übrigen Schabbat-Abenden sah man von der gewohnten Sammeltätigkeit ab, einfach aus dem Grunde, um nicht überflüssigerweise die jungen Menschen auf den Straßen und in den öffentlichen Lokalen herumziehen zu lassen. Der Schabbat-Abend, mit und ohne Sammlung, hat im palästinensischen Jisehuw ein eigenartiges Timbre. Ob man gläubig alle Vorschriften der Schabbat-Heiligung befolgt, oder sie lax übergangen hat — jeder Jude ist am Schabbat-Ausgang der Gnade teilhaftig, ein Jude in Palästina zu sein. Damm war trotz der gespannten politischen Situation, trotz der täglich in allen Teilen des Landes wiederkehrenden Brand- Stiftungen, Bombenattentate, Sternwarte und Revolverschüsse die Stimmung des jüdischen Jerusalem am 16. Mai abends entspannter. Die Lokale waren nicht so gedrängt voll wie in normalen ruhigen Zeiten, die Billetts der Kinos w'aren nicht restlos ausverkauft — aber immerhin, es herrschte in der neuen, d. h. jüdischen Stadt in Jerusalem, reges Leben. Bis um י 's 10 Uhr. Dann schlug wie ein vom Himmel niedersausender Blitz die Schreckensnachricht ein: Beim Verlassen des Edison- Kinos wurde in die zum Ausgang drängende Menge geschossen, und ein Toter und viele Verwundete blieben auf dem Platze, während das Publikum schreckerfüllt davonstob. Im Nu bildeten sich auf Straßen und Plätzen erregte Gruppen, die Cafehäuser leerten sich sofort und einer fragte den anderen: ״Wer sind die Opfer? Hat man die Täter erwischt? Oder zumindest gesehen und erkannt? Wohin hat man derr Toten und die Verwundeten geschafft? Was sagt die Polizei? Was macht die Jewish Agency? Was wird aic Regierung jetzt tun?“ Wer sich genauer und authentisch informieren wollte, ging in eines der Nachrichtenbüros, rief eine Zeitungsredaktion an, versuchte bis ins Polizeibüro vorzudringen oder lief zu den permanent Diensthabenden der Jewish Agency. Wer das tat, erfuhr, daß der heimtückische Uebcrfall nicht nur ein, sondern drei Todesopfer gefordert hatte, daß der Täter sofort nach dem Attentat in einem bereitstehenden Auto geflüchtet war und daß keine Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, wer der Mörder gewesen ist. Sonntag vormittags fand die Beerdigung der Opfer statt.'1 Dichtgedrängt standen tausende, hauptsächlich junge, Me11~ sehen vor dem I ladassah-Hospital und in den angrenzenden Straßenzügen. Aus allen Gesichtern sprach verbissener Groll, harter Wille, fch gehe beobachtend durch die Menge. Kein Gesicht in Schmerz verzogen — alle finster dreinblickend. Ich sage mir: Wenn bis morgen durch irgendeine Tat nicht Beruhigung geschaffen wird, dann stehen noch blutigere Tage bevor. Die Ansprache Ben Zwis, des Vorsitzenden des Waad Leumi, und der anderen Redner künden der Regierung, daß der Jisehuw an der Grenze des noch Tragbaren gelangt sei. Diese Worte sind aus aller Herz gesprochen. Die Aufsätze der Abendblätter, welche den Bericht über das Begräbnis bringen, sind auf den Ton der am Grabe gehaltenen Reden estimmt. Die offizielle Radiomitteilung ordnet für das ganze tadtgebiet Jerusalems den Ausnahmezustand in der Zeit von 8 Uhr abends bis 6 Uhr früh an. Sie versucht zu beruhigen, indem sie die Hoffnung ausspricht, man werde bald den Täter fassen. Der nächste Morgen bringt ein neues Todesopfer: Ein österreichischer Niclitjudc, der sich auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte ain frühen Morgen befand, fiel als Opfer einer heimtückischen Kugel. Die Spannung war bis zum höchsten Grade gediehen. In diesem kritischen Momente wurde es bekannt, daß die Regierung der Jewish Agency 450t) Arbeiter-Zertifikate zuestanden habe. Die ersehnte Tat: Bisher gab es nur eruhigende Worte, Empfänge der arabischen und jüdischen Führer, ein Schwanken und Zaudern der Regierung, ein Geraune von Zugeständnissen an die Araber auf Kosten der Juden, Befürchtung, daß die Araber für ihre Untaten belohnt würden. Die Erteilung der Zertifikate zerstreute die Ungewißheit. Und dann kam am Abend das Statement der Londoner Regierung, daß an den Grundlagen des Mandates nicht, gerüttelt werden, und daß, wenn in Palästina vollständige Ruhe und Ordnung wiedcrhergestellt sind, eine königliche Kommission die Gesamtsituation im Lande untersuchen werde. Die Kommission — wer weiß, wie sie ausschcn, wann sie kommen und ob sie kommen wird? Zunächst steht eines fest: Die Araber sind ausgeladen. Und ob die Genugtuung darüber vernünftig ist oder nicht, in diesem Augenblick war sie eine Genugtuung. Am nächsten Tage das Gerücht, daß in Tel-Awiw eine Anlegestelle, zunächst provisorisch, zugestanden ist. Und dann die Mitteilung, daß alle administrativen Behörden, die bisher in Jaffa ihren Sitz hatten, zunächst auch 11ur provisorisch, in Tel-Awiw amtieren werden. .,! Besonders die Anlegestelle in Tel-Awiw hat dazu getragen, alle Not und Mühsal zu vergessen. Die Zuversicht ist wiedergekehrt, der Aufbauwille noch stärker als früher. Was besagt demgegenüber die Unbequemlichkeit, daß man (der Stundenplan des Ausnahmezustandes wurde am 18. Mai geändert) von 7 Uhr abends bis 5 Uhr früh zu Hause bleiben muß? Sind schon die Gefahren gebannt und alle Schwierigkeiten überwunden? Kein Vernünftiger nimmt das an, aber im ersten Kapitel des schweren Ringens ist man nicht in seinem Recht gekränkt worden. Und das ist viel. Wie ist dies zustande ekommen? Etwa darum, weil sich die Juden die ganze Zeit iszipiiniert, gesittet und innerlich stark gezeigt haben? Möglicherweise auch darum, denn sie boten durch ihr Verhalten wenig Angriffsfläche und den Gegnern, die nur auf eine Blöße lauerten, keine willkommene Ausrede, sie zu bcnachteiligen. In Wirklichkeit aber ist der errungene jüdische Erfolg — ein nicht erlittener Schaden ist als Erfolg zu buchen — den Gegebenheiten des heutigen Palästinas zu verdanken. Im Laufe der Jahre sind die Juden an Gewicht und Bedeutung gewachsen. Der Zahl, der wirtschaftlichen Kraft und der Zivilisation nach sind sie ein nicht mehr wegzudenkender Faktor des Landes. Und da die arabische Taktik in den letzten Wochen Forderungen erhob, die auf die palästincnsisehe Wirklichkeit keine Rücksicht nahmen, waren sie zum Scheitern verurteilt. mit einer Disziplin getragen, die geradezu erstaunlich wirkt. An manchen Stellen, wie zum Beispiel in Tel-Awiw, sind die Di nge leichter, hier fühlt man sich wie in einer unangreifbaren Festung und das Leben geht dementsprechend seinen von den Ereignissen relativ unberührten Gang. Ja, wenn man an einem Samstag-Abend die heilerleuchteten Straßen mit ihren bunfen Mengen, ihren Lichtreklamen, den vollen Cafes, den Massen auf der Levante-Messe sieht, scheint die Idee des Terrors und der Unruhen im Lande fast unwahrscheinlich. In Jerusalem, ig Haifa — außer vielleicht in dem Kiein-Tel-Awiw Hadar Hakarmel — liegen die Dinge schon offener zutage, ist Nervosität, unmittelbare Betroffenheit schon spürbarer. Und in den Sied• Jungen, besonders jenen, die dauernd unter Bränden zu leiden haben oder denen, die abseits vom Jisehuw in stärker arabisehen Gegenden liegen, steht das ganze Leben im Zeichen der Unruhen, lleberall aber hat sich die absolute Disziplin durchgesetzt. Man richtet sich nach den Anweisungen der nationalen Instanzen :es gibt keinen Gegenterror; nicht einmal die grauenhafte Tat in Jerusalem hat diese Disziplin durchbrechen können. Diese Haltung der Juden hat Palästina in den letzten Wochen vor den schwersten Komplikationen, vielleicht vor irreparablen Schäden bewahrt. Sie hat vermeidbares Blutvergießen verhindert. Sie hat vielleicht auch gewisse Kreise unter den Arabern, die heute noch stumm sind, eingehender über die arabischen Terrormethoden nachdenken lassen. In der dunklen Zeit, durch die Palästina heute geht, ist diese feste Haltung der Juden ein heller Lichtblick. Presseschau Im ״Manchester Guardia n“ vom 25. Mai nehmen mehrere Lin.-cmler /um jüdisch-arabischen Problem Stellung, die den Standpunkt vertreten, daß die arabischen Ansprüche ungerechtfertigt seien. Gegenüber der in einem früheren Briefe von Mr. (.'rossley vertretenen Ansicht, daß die Araber immer verlangt hatten, daß Palästina zu dem Gebiet ge* höre, für das Sir MeMahon im Namen der Britischen Regiening die Anerkennung der Unabhängigkeit versprochen habe, und daß seitens Englands noch keine Widerlegung dieser Auffassung erfolgt sei, .schreibt der Earl of Lytton: 1. daß das Versprechen «lern Groß-Sclieriff von Mekka, dem späteren König Hussein, gcgcbe1t worden sei; 2. daß Churchill 1022 anerkannte, «laß Palästina und Syrien nicht unter die Bcdingwigen des MeMahon-Brief Wechsels fielen; 3. daß MeMahon im Jahre 1022 in einem Brief a!1 den Ornß-Schcriff betont habe, 11 iß er Palästina von einem linabh a n g i g e n A r;1 b i e 11 a u s / u u e h in e n beabsichtigte; und daß 4. weder Hussein noch seine Söhne diese Auffa-'1mg be-tritten hauen, weder zur Zeit der Balfour-Dcklarauem noch in der 1 oige/eit. Summ Kelly betont, «laß tlie Araber nicht von den Juden vom Boden vertrieben wurden, da die Juden heute erst 11״ ׳ «Es Bodens besaßen. Die arabische Aussiedlung sei ein Märchen. Nur einige hundert Familien hätten das flache Land infolge der Ansiedlung von Juden verlassen und seien reich entschädigt worden; die von der Regierung angebotene Neusiedlung hatten die meisten abgelehnt. Ein Besuch in Transjordanien zeige, unter welch besonders guten Bedingungen die Araber in Palästina lebten. I!״ הM a n c h e s t e r Guardian W e e k 1 y“ (20. Mai) findet sich der Brus eines Arabers, der an die liberale Gesinnung dieses Blattes und sein Verständnis für die arabischen Argumente appelliert. Der Einsender präzisiert den arabischen Standpunkt wie folgt: Der wirtschaftliche Wohlstancl Palästinas sei nicht ausschlaggebend, sondern die arabische Befürchtung, Fremde im eigenen Land zu werden. Der Widerspruch zwischen der arabischen Kultur und der Kultur, die die Juden, insbesondere die östlichen Ein- Wanderer mitbrächten, sei unüberbrückbar. Individuelle Terrorakte seien beklagenswert, aber wie solle sich die arabische Bevölkerung der Welt verständlich machen, da sie nicht so mächtige Fürsprecher wie die Juden besitze? Die gegenwärtige Spannung könne durch die Verwirklichung des vorgeschlagenen Legislative Council gemildert werden. Zu diesen Ausführungen fügt die Redaktion der Zeitung hinzu, «laß sic wohl Verständnis habe für den arabischen Standpunkt, wenn er gesetzmäßig vertreten werde, aber nicht, wenn er in der Form von Streiks und ״bürgerlichem Ungehorsam" auftrete. Die Araber hätten in den letzten Jahren genügend Gelegenheit gehabt, ihre Ansicht darzulegen — sie hätten sich stets geweigert, solange nicht Eng- Land seine Politik andere. Ihre Führer scheinen nicht die Ratsamkeit zu erkennen, mit den Juden zusammenzulcbcn und «las Reifen der wirtschaftlichen Entwicklung abzuwarten, die die gegenwärtigen nationalen Differenzen abschneiden wird. * Der Sonderkorrespondent der Londoner ״T 1' m e s“ schreibt in der Nummer vom 2. Juni, daß es unwahrscheinlich sei, daß Jerusalem und Haifa, wo die Magistratsbehörden aus Arabern und Juden zusammengesetzt sind, sich für einen Streik erkl!reu werden, da eine M»h he Aktion die Uebergabe dieser M11*1i/ir;tht:1fen an die Juden bedeuten wurde. Dies sei vor allem in j« ru-alen! -״. I »er arabische Bürgermeister Khaidi sei mit Recht stolz daran», dal! es ihm gelungen sei, auch wahrem! der Unruhen die Geschäfte mit einem gemischten Gremium zu führen, wodurch der Beweis erbracht sei, daß eine Zusammenarbeit von Arabern und Juden nicht jenseits der Grenzen des Möglichen liege, sogar ohne die Hilfe eines neutralcn Vorsitzenden. Mehr Juden zur Polizei und zum Grenzkorps I Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ bringt unter den Briefen an die Redaktion den Vorschlag eines Lesers, wie dem Mangel an jüdisehen Polizisten in der palästinensischen Polizei und an jüdischen Soldaten im Grenzkorps abzuhelfen sei: Es sei leicht zu fordern, daß sich wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit genug junge Leute finden müßten, die gewillt wären, für £ 6 im Monat unter schweren Bedingungen einige Jahre Dienst zu tun. Ohne daß man irgendeine Kompensation in Aussicht stelle, würde sich aber niemals eine große Zahl solcher jungen Leute finden. Der Leser schlägt vor, dem Beispiel euro- *jäischer Staaten zu folgen, die ihre Militäranwärter bei Erangung von Ammern begünstigen. Die Erlangung einer An- Stellung bei den jüdischen öffentlichen Institutionen solle von der vorausgehenden Ableistung von Dienstjahren im Grenzkorps oder in der Polizei abhängig gemacht werden. Ebenso sollten ehemalige Polizisten und Soldaten bei der Ansiedlung von Seiten der öffentlichen Institutionen begünstigt werden. Auf diese Weise würde sich die Beteiligung der Juden im Grenzheer und in der Polizei leicht heben lassen. Ausstellung für Selbstverteidigung Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ berichtet: In diesen Tagen wurde in Tel- Awiw durch einen Vorfrag des Vertreters des Kulturdepartments der Arbeiterorganisation eine Ausstellung für jüdische Selbstverteidigung im Brenner-Haus eröffnet. Bilder, Zeichnungen, Photographien, historische Dokumente, Darstellungen in Poesie und Prosa wurden für alle Epochen jüdischer Selbstverteidigung zusammengetragen, um dem Beschauer ein getreues Bild der jeweiligen Vorgänge zu vermitteln. Besonderes Interesse erregten die Bilder an den Wänden der vier Ausstellungsräume. Wiedergaben der Gemälde von Borde, Lilien, Abel Pan und Budko interessierten auch vom künstlerischen Standpunkt. Noch mehr Interesse aber erregten die Photographien: Zum erstenmal sah man hier eine geschlossene Sammlung von Aufnahmen der Schauplätze der Kämpfe zwischen Juden und Römern. Auch Photographien neuerer jüdischer Siedlung sind vertreten, um die Anfänge der Schomer-Bcwegung zu illustrieren, die den jüdischen Selbstschutz vor dem Kriege ausübte. Auch Teile alter Chroniken aus den Jahren der blutigen Judenverfolgungen in Polen im 17. Jahrhundert werden gezeigt, ebenso Zeugnisse über die Judenverfolgungen in der Ukraine am Ende des Weltkrieges und eine Bibliographie der jüdischen Pogromlitcrafur. Auch der Sendbrief Acliad Haams an die jüdischen Gemeinden Rußlands, in dem er sie zur Organisierung eines Selbstschutzes auffordert, wird hier ausgestellt, ebenso der Aufruf einzelner Verbände russischer junger Juden zur Bildüng solcher Selbstwehren. Iri zwei Räumen findet man Bilder aus Palästina aus den Jahren 1920—1929. Ueber die beiden hervorragendsten Toten der blutigen Vorgänge der ersten Nachkriegszeit, Trumpeklor und Brenner, wurde reiches biographisches Material zusammengetragen. Seetag auf der Levante-Messe Am 28. Mai fand im Rahmen der Levante-Messe in Tel-Awiw ein Sec tag statt, an dem auch die jüdischen Dampfer ״Tel-Awiw“, ״Atid“ und ״Har Zion“ tcilnehmen sollten. Die Behörden verweigerten jedoch die Erlaubnis zum Ankern in den Gewässern von Tel-Awiw für diese Schiffe mit der Begründung, daß die Benutzung der Anlegestelle nur zum Ausladen, nicht jedoch zu Schaustellungszwecken zulässig sei. Grünbaum wies in einer Rede darauf hin, daß der Hafen, wie alle großen Dinge, in einer Zeit der Not entstanden ist. Er berichtete über die Tätigkeit des Marinekomitees, welches von der Exekutive der Jewish Agency vor anderthalb Jahren eingesetzt wuirde, und sagte, daß die jüdischen Arbeiter, welche es gelang, im Hafen von Haifa unterzubringen, den wichtigsten Faktor bei dem Streik-Widerstand der Hafenarbeiter bildeten; ihnen sei es zu verdanken, daß das Land nicht in eine ernste wirtschaftliche Lage geriet. Mecrowitz, welcher im Aufträge der Jewish Agency Anteil an den Arrangements zur Ermöglichung der Ausladung von Frachten in Tel-Awiw nahm, erklärte, daß Palästina jährlich £ 2 000 000 ausgibt, welche den Schiffahrtsgesellschaften zugute kommen. 20 000 Personen fanden sich im Amphitheater der Levante-Messe ein, um der Feier beizuwohnen, mit welcher der Marinetag seinen Abschluß fand. Die Feier begann mit einem Aufmarsch der Mitglieder des Vereins Zebulun, der Marineabteihing des Hapoel, sowie der Mannschaft des Dampfers ״Tel-Aviv“. Dizengoff sagte in seiner Rede, daß sich den der See und werden vielleicht auch in der Luft bald zu Bedeutung gelangen. Nach einer Ansprache von S c h e r t o k ging unter den Klängen der Hatikwan die Feier zu Ende. (Palcor.) B |mj||a||||A für Treppen, Laden, Anschläge Kostenlos Grolles Leger in Cocoe-, »IVlwIWiVYV Zimmer und Küchen la Refer. / Gegr. 1892 Boucld■ u. Velourlliifern Fritz Stoehr Memhardstr. 18 Mktrt MOnxstr. 17 Kl BerolinaItae-ST «