Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 44-45 (4.6.1936)
- Date
- 1936-06-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44/45, 4. VI. 1936 Bertha Pappenheim | Mit Bertha Pappenheim ist eine der markantesten jüdischen I־hatten Deutschlands dahingegangen. Sic wurde Jahre 1859 in Wien geboren, kam im Jahre 1881 nach führend an der Gestaltung Deutschland inltg -.r h ־i'e Deutschland und hat von da an der jüdischen Sozialarbeit in 12 Jahre lang war sie Hausmutter im jüdischen Mädchen- Waisenhaus in Frankfurt a. M. lind hat während und nach dieser Zeit die Anregung zur Gründung wichtiger Einrichtun gen der jüdischen Wohlfahrtspflege gegeben. Die ״weibliche Fürsorge“ und der Mädchenklub in 1 rankfurt, die Frankfurter Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Juden und viele andere Einrichtungen gehen auf ihre Anregung zurück. Ihr Lebenswerk ist das Heim des Jüdischen Frauenbundes in Isenbürg für gefährdete Mädchen, schwangere Mütter, Säuglinge, Kleinkinder, S Iml 1.1׳' r. j );c; es Heim hat die Erziehungsideale von Bertha Pappenheim verwirklicht, die manchmal nicht unangefochten, immer aber svegen der Einheitlichkeit der Konzeption Anerkennung und Achtung sich erwarben. Der jüdischen Welt ist Bertha Pappenheim vor allem als die (1 r ii n d e r i r! des jüdischen Frauenbundes in Deutschland bekannt geworden. Es ist die eigentümliche Leistung Bertha Pappcnhc-ims in einer Zeit, in der das Jüdische nicht selbstverständlich war, für sich, seihet aulierhalb der zionistischen Reihen einen jüdischen Standpunkt begründen und durchhalten zu können. hierzu hat Bertha Pappenlulin in ihrem Jiiiiischen voll /!!gewandten Lehen, in ihren I.ander der jüdischen Massensiedlung und in;uns,׳ mit dem jüdischen Schrifttum gefunden, literarischen Ausdruck in einer Reihe von!runter der Ueber.setning der ״Denk- <cl von Hameln" gegeben hat. Die!:]erneute eigenen, dem Reisen in die ihrer Reschafti dem sie auch Veröffentlichungen, d, Würdigkeiten der Glue Bertha Pappenhciin hat aus dem jüdischen Schrifttum ali das wieder lebendig zu machen versucht, was auf das Lehen der Frau innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Bezug hat. Auch die internationale jüdische Sozialarbeit dankt Bertha Pappenhciin wichtige Impulse. Bertha Pappenhciin hat ihre Ansichten stets mit besonderer Leidenschaftlichkeit, mit einer seltenen Fälligkeit zu tormulieren, unbestechlich und unerbittlich vertreten. Diese Eigenschaften zusammen mit ihrem Verantwortungsgefühl für alle Notstände der jüdischen Frau und des jüdischer! Kindes gaben ihr eine außerordentliche Intensität innerhalb der jüdischen Frauenarbeit in Deutschland, für die sie unersctzlich ist. Dr. G. L. * Zu Beginn der letzten Sitzung des Präsidialaus- Schusses der Rcictisvertretiing gedachte Präsident Dr. Leo Baeck der dahingegangenen Frau Bertha Pappenheim. Zum Tode von Rabbiner Dr. Max Simonsohn, Breslau An dieser Stelle wurde bereits das Dahinschcidcn von Rabb. Dr. Max Simonsolm gemeldet. Obwohl er nur 48 Jahre alt geworden ist, fällt seine Lebensarbeit schwer ins Gewicht. Fast 20 Jahre war er Rabbiner an der konservativen Gcmcindesynagoge in Breslau; er war einer der Talmuddozenten am Jüdisch-Theologischen Seminar. Er war ferner der Bcgründer und unermüdliche Förderer des Jüdischen Reformrealgymnasiums nebst Grundschule in Breslau. Auch mit den öffentlichen Angelegenheiten des preußischen Judentums hatte er Fühlung und war R.itsmitgüed des Landesverbandes. Ich habe hier seine wichtigsten Acinter anfgc/älilt, jedoch mit dem Vorbehalt, daß es in der jüdischen Wirksamkeit für ihn Grenzen nicht gab. In erster Reihe war er jedoch eine Lehrerpersönlichkeit. Die Begründung des jüdischen Schulwesens in Breslau war die Tat seines Lebens. Wie mühevoll sind nicht die Kinderjahre der beiden Anstatten verlaufen, die Besorgung der Lehrkräfte schuf Schwicrigkeiten, noch mehr die Beschaffung der Mittel, dazu das ständige Bemühen, damit auch die unbemittelte Jugend der gesetzestreuen KrtUe an der Schule Anteil nehmen konnte. Wie aufreibend war das Ringen um Verständnis für den jüdischen Schulgedanken mit der (iemcindeleitung! Es hat mehr als cm Dezennium gedauert. Im letzten Jahrzehnt hat ihm der Blick auf den Aufbau Palästinas Kraft und Freude gegeben. Viermal war er in F.rez. Israel. Es war beglückend zu sehen, wie in ihm von Reise zu Ruse das Wissen um die Probleme des Landes wuchs und auch die Reife, sie zu bemeistern. Vornehmlich der geset/estreueu Jugend galt seine Liebe und seine Fürsorge. Er sah einen wesentlichen Faktor des N'cubaus des jüdischen Volkes in Erez. Israel in der religiöschalu/ochen Thora wa‘Awoda-Bewegung, die in Deutschland der Brit ( halu/im Datum verkörpert; aber er hat dabei doch alles inifgefiihit, was die ch.a!t!/!sc 11 e Jugend in ihrer Gesamtheit aiisfüllt. Fs ging ilun zu Herzen, w ie sehr sich diese vom religiösen Judentum entfernt hat. Dies beunruhigte seinen Frieden.'■ Stets lag es ihn! ob, zu ergründen, wie das Religionsjudentum mit seinen entfremdeten Kindern zurecht kommen solle und diese wieder mit ihrem Judentum. ln seinem Amte und in seinem Hause war er stets von lernbegieriger Jugend umgehen. Diese Lebensweise wurde ihm um vieles dadurch erleichtert, daß eine hochgesinnte Frau ihm zur Seite stand. Auch in ihrem Munde lebte die hebräische Sprache. Auch in ihrem Herzen glühte die Liebe für Israel und alle seine Heiligtümer. Mit ihr zusammen trauern, die eine Erneuerung des Volkes erhoffen und auf Max Simonsohn als einen Wegbereiter vertraut haben. Arnold Wiener Dis Synagogengemeinde KÖNIGSBERG - PR. veranstaltet gemeinsam mit der Königsberger Zionist. Vereinigung am Montag, dem 8. Juni, 20.15 Uhr, in der Neuen Synagoge eine KUNDGEBUNG anllBlich der Ereignisse in Palästina verbunden mit einer Gedächtnisfeier für den heimgegangenen NAHUM SOKOLOW Ansprachen: Geheimrat Prof. Dr. Falkenhelm ־׳ Gemeinderabbiner Dr. Lewin / Dr. Franr Meyer-Berlin Pilsudski und die Judenfrage Zu Pilsudskis erstem Todestage ist ־׳in bemerkenswertes Buch von Pinchas Schwarz ״Josct Pilsudski, Seine Beziehung zur Judenfrage und sein Kampf gegen den Bund“ in Warschau jiddisch erschienen. Zu diesem Thema gab es zwar schon eine Fülle von gedrucktem Material, aber die Angaben waren weder im einzelnen alle kontrolliert und kontrollierbar, noch ist je vorher eine zusammenfassende Darstellung auch nur versucht worden; das Werk von Schwarz ist wissenschaftlich durchaus gut und schafft ein eindeutiges Gesamtbild. Pilsudskis Stellung zur Judenfrage hat sich im Laufe seines Lebens gewandelt, so w׳ie es sein gesamtpolitisches Interesse erforderte. Der alternde Führer seines Staates erscheint weder als Antisemit noch als Philoscmit, ja nachdem das Ziel der polnischen Selbständigkeit einmal erreicht war, stand er der Judenfragc eigentlich fern und fremd gegenüber. Niemals vergaß er, daß Juden seine ersten und mit seine besten Genossen in der Kampfzeit gewesen w׳aren, aber als etwa eine Deputation jüdischer Abgeordneter ihn als den Staatschef aufsuchte, um wegen kleinerer judenfeindlicher Exzesse vorstellig zu werden, da erklärte er mit der ihm eigenen soldatischen Offenherzigkeit: ״Ich baue Polen und ihr verdreht mir den Kopf mit der Judenfrage....“ Bezeichnend mag auch folgende Episode sein. Als er Premierminister und Prof. Bartel sein Vertreter war, hielt dieser einmal eine Ministersitzung ab. Es wurde über Wirtschaftsfragen beraten, Pilsudski kam dazu, sein Vertreter übergab ihm also den Vorsitz, Pilsudski las die Tagesordnung durch und sagte: ״Kaziu — Bartel heißt mit yornamai Kazimierz — Kaz.iu, führe du die Sitzung, diese jüdischen Sachen interessieren mich nicht.“ Die Bezeichnung ״Jüdische Sachen“ für wirtschaftliche Angelegenheiten konnte man öfters von ihm hören. Daß er die Juden gleichwohl als ebenbürtige Staatsbürger ansah und sich für ihre Gleichheit einsetzte, braucht nicht weiter erwähnt zu werden. In aller Ausführlichkeit schildert Schwarz Pilsudskis Ver• halten zu Juden und zur Judenfrage in seiner Kampfzeit In diesen Jahren hat Pilsudski eine Menge zur Judenfrage geschrieben und sich in Aufsätzen und persönlichen Verbandlungen mit jüdischen Arbeiterführern leidenschaftlich bemüht, die jüdischen Arbeiter für seine, die Polnische Sozialistische Partei, zu gewinnen. Er führte einen heftigen Kampf mit den nicht polnischnational gesinnten Sozialisten, den Bundisten, er schmuggelte selbst Satztypen zur Herstellung jiddischen Werbematerials aus dem Ausland herüber, er half selbst es setzen und verbreiten. Das alles schildert Schwarz treu und eingehend, der Hauptakzent seines Werkes liegt allerdings aut der bisher ja auch am wenigsten aufgchelltcn Kampfepoche. Das Buch zerfällt in drei Teile: im ersten entwirft Schw׳arz eine allgemeine Charakteristik des Menschen und Staatsmannes Prlsudski, im zweiten schildert er dessen Kampf mit dem ״Bund“, im dritten Teil läßt er vernehmlich Pilsudski selbst sprechen und zitiert Dokumente und wesentliche Artikel Pilsudskis zur Judenfrage. Das Buch, das alle bisherigen Pilsudski-Biographien in einer nicht unwesentlichen Richtung ergänzt, dürfte das Standardwerk über sein Thema sein. Jüdische Rechtsliteratur In der Zeitschrift ״Deutsches Recht“ vom 15. Mai veröffentlicht im Rahmen der ״kritischen Umschau“ Dr. Dan i e l c i k Ausführungen, die sich dagegen wenden, daß heute noch jüdische oder diesen artverwandte ״Juristen“ im Sinne des verflossenen Systems Kommentare oder sonstige Bücher über deutsches Recht schreiben, ln diesem Zusammenhänge heißt es in dieser EröGrung u. a.: ,,Dies wäre zwar an sich nicht weiter gefährlich, wenn es sich hierbei lediglich um belangloses Skribententum handelt. Allein gc- יי'Esc Beispiele zeigen, daß derartigen Ausführungen se ien, mancher Cerichle eine erhebliche Bedeutung beigernessen und nicht selten sogar gefolgt wird. Hierin liegt die sehr erhebliche Gefahr derartiger jüdischer Rechtsliteratur; denn dadurch, daß der deutsche Recht ־wahrer sich — häufig übrigens aus Unkenntnis und keineswegs txisen Willen — derartiger Bücher als Hilfsmittel für die Bindung eines deutschen Rechts bedient, kann zu leicht das Ergebnis eine volksfremdc Rechtsprechung sein.“ Als Beispiel wird auf den 1935 erschienenen, dem Volljuden Hermann fsay gewidmeten Kommentar von Reimer, dem Sozius von Isay, zum Unlauteren Weftbcwerbsgesetz hingewiesen. Hierbei werden daraus insbesondere Ausftihrungen angeführt, in denen der Kommentar sich für die Unzulässigkeit des ״antisemitischen Boykotts gegen Juden in Deutschland“ wegen Sittenwidrigkeit ausspricht, ״weil er, wenn er gegen die Konfession gerichtet ist, einen nicht zumutbaren Konfessionswechsel fordert, während er als Bekämpfung der Rasse entweder den Rassenwechsel, also etwas Unmögliches, oder die Aufgabe der Berufsstellung, also etwas Unzumutbares, verlangt“. Dr. Danielcik bemerkt hierzu: ״Ein Kommentar ist hier überflüssig, utKj jedes Wort, auf die typisch jüdische Art der Argumentierung emzt%eben, wäre zu viel. Festgehalten sein will nur, daß der Verfasser es hier wagt, den Boykott von Juden schlechthin als sittenwidrig fcstzustelicn! Er läßt aber vollkommen außer acht, welche Boykoübewegung das Judentum im Ausland gegen uns entfacht hat. Interessant wäre für uns, ¬¬ודוס Verfasser zu hören, ob er diese Boykottbewegung auch für sittenwidrig erachtet,,‘ Untermieter in jüdischen Haushalten Das Arbeitsgericht Berlin hat vor einiger Zeit in einem Urteil ausgesprochen, daß öffentliche Angestellte verpflichtet seien, ihr Verhalten nach den Grundsätzen des nationalsozialistischen Staates einzurichten und deshalb auch etwa bestehende nähere Bindungen zu jüdischen Personen zu lösen. Anlaß zu dem Urteil hatte die Klage einer Angestellten bei einer Bezirksverwaltung gegeben, der gekündigt worden war, weil sie u. a. trotz wiederholter Mahnungen unterlassen hatte, das Untermieteverhältnis in einem jüdischen Haushalt zu lösen, das seit 1933 bestanden hatte. Das Arbeitsgericht wies die Widerrufsklage der Angestellten mit der erwähnten Begründung ab. 1 )er ״W ostdeutsche Beobachte r“, der das Urteil wiedergibt, bemerkt hierbei, daß auch ihm eine Reihe ähnlicher Fälle!nitgeteilt worden sei, wo Beamte bei jüdischen Familien in Untermiete gewohnt hätten. Er habe jeweils dem Betreffenden und in besonderen Fällen der zuständigen Beliördc Mitteilung gemacht, die dann auch mit Erfolg disziplinarisch cingeschritten sei. Keine Auswanderung ohne Sprachkenntnisse! Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit: Die Auswanderung nach Uebcrsee hält unvermindert an und richtet sich vor allem nach Südafrika, den Vereinigten Staaten und einigen südamerikanischen!.ändern. Bei der fortgeschrittenen wirfschaftlichen Erholung der meisten dieser Länder könnte man die Aussichten unserer Auswanderer trotz der bekannten Schwierigkeiten des Kapitaltransfers und trotz der ungesunden Berufsgliederung der Juden Deutschlands als Verhältnismäßig günstig bezeichnen, zumal die großen ausländischen Organisationen, wie die Ica, die Hicem und die verschiedenen Hilfskomitees bei der Unterbringung der Neu-Eingewanderten Hilfe leisten. Demgegenüber mehren sich aber in letzter Zeit immer stärker die Klagen, daß unsere Aus- Wanderer selbst verhängnisvolle Fehler begehen, die nicht nur ihr wirtschaftliches Fortkommen erschweren, sondern auch eine unerträgliche Belastung für die Arbeit der ausländischen Hilfskomitees darstcllen. Ein sehr häufiger Fehler unserer Auswanderer liegt in ihrem mangelnden Eifer zur Erlernung der Landessprache. Es wird immer häufiger aus den überseeischen Ländern berichtet, daß kaum ein kleiner Teil der Einwanderer auch nur über die bescheidensten Sprachkenntnisse verfügt, und daß viele, wenn nicht die meisten, sich darauf verlassen, sie würden die Sprache schon im Einwanderungslandc von selbst lernen. Es verdient nachdrücklidte Betonung, daß die Kenntnis der englischen Sprache auch für Auswanderer nach Südamerika, insbesondere für '(aufleutc, eine außerordentliche Hilfe bedeutet; noch wich- :iger ist allerdings die Kenntnis der dortigen Landessprache, 11. h. im allgemeinen für Argentinien des Spanischen und für Brasilien des Portugiesischen. Es ist deshalb notwendig, »laß jeder Auswanderer, besonders wenn er öffentliche Mittel m Anspruch nimmt, schon in Deutschland die Sprache seiner v irau : :::Hielten Heimat studiert. Daß alle öffentlichen jütlisehen Institutionen, insbesondere die Gemeinden und die jüdischen Lehrhäuser, der sprachlichen Schulung der Aus- Wanderer ihre besondere Aufmerksamkeit zu wenden, darf mit Bestimmtheit erwartet werden. 1200000 Dollar für Palästina New York, 28. Mai. (JTA.) Bei dem in New York veranstalteten Festbankett des United Palestine Appeal wurde bekanntgegeben, daß durch die Sammlungen bisher bereits 1200 000 Dollar aufgebracht worden sind. Dr. Stephen S. Wisc brachte in einer Ansprache das Vertrauen darauf zum Ausdruck, daß England seine Versprechungen an die Juden erfüllen werde. Weitere Ansprachen wurden von dem Präsidenten der Zionistischen Organisation Amerikas, Morris Rosenberg, L. Goldstein und anderen Rednern gehalten. Zeitschrift ״Palästina“ (Herausgeber: Adolf Böhm, Wien). Die Mainummer enthält einen Aufsatz von Elijahu Epstein, Jerusalem, über den Hauran, Land und Einwohn e r, der erstmalig in der zionistischen Literatur Neuland im wahrsten Sinne des Wortes beschreibt. Ing. M. Gold- Schmidt schließt mit seinem Artikel Zur Hydrologie der Küsten ebene 111 die Aufsatzreihe über die Bewässerungsfragen in dieser Zone ab. Dr. Israel Reichert liefert einen Abriß über Geschichte und Aufgabenkreis der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Palästina und Dr. J. Adler gibt eine Uehcrsicht über den Außenhandel Palästinas 1935 und analysiert die Bcdcutung der L e v a nt e-M es s e in Tel-Awiw. In der Rundschau gibt d. e. eine Uehcrsicht über die Lage der Jewish Agency in den letzten Monaten und Dr. J. Adler erstattet seinen Bericht über Wirtschafts־ barometer und Palästinagründungen. Mit Nachrichten und Daten und einer Besprechung des jüngsten Werkes von Prof. Fr. Oppenheimer von Dr. Bonne schließt das Heft. Eröffnung des jüdischen Jugendheims Bröltal-Haus. Ara 24. Mai wurde das jüdische Jugendheim Bröltal- Haus bei Köln eröffnet, das vorn Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände übernommen und eingerichtet worden ist. Das Jugendheim ist von den zuständigen Behörden als Ucbcrnachtungsheim für die jüdischen Jugendverbände genehmigt und wird den jüdischen Jugendlichen Westdeutschlands als Stätte der Erholung und der Schulung dienen. Die Uebcrnahme des Jugendheims wurde dem Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände durch eine großzügige Zu- Wendung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ermöglicht. Daneben haben einige Gemeinden des Rheinlandes, vor allem die Gemeinde Köln, zur Durchführung des Projektes geholfen. Bei der Eröffnung dankte der Vorsitzende des Reichsaussehttsses, Dr. Brodn i t z, all den Körperschaften und Persönlichkeiten, die dazu beigetragen haben, der jüdischen Jugend ein Heim zu schaffen und übergab das Heim dem Landesausschuß der jüdischen Jugendverbände Rheinland-Westfalen zur Betreuung. Der stellvertretende Vorsitzende der Kölner Gemeinde, Dr. Jonass, brachte die Verbundenheit der Kölner Gemeinde mti dem Jugendheim zum Ausdruck. Christoph Columbus. ln einer Besprechung des Buches von Charles Duff ״Die Wahrheit über Columbus“ in der ״Times“ wird darauf hin gewiesen, daß Duff zeigt, daß die erste roße Ausfahrt des Columbus von spanischen Juden in an ziert worden ist. Duff weist ferner darauf hin, daß es hauptsächlich jüdischer Unterstützung und jüdischem Einfluß zu verdanken sei, daß der Antrag des Columbus schließlich von Ferdinand und Isabella angenommen wurde. IM KAMPF UM EREZ JISRAEL - EINWANDERUNG UND AUFRAU 1929—1936! Juden und Araber / Bilanz des Friedens / Kolonisten und Eroberer / Kampf aus dem Hinterhalt / Politische Prämien? / Englische Mandatspolitik / Wir verteidigen unsere Rechte / Die Haltung des Jlschuw / Unsere gemeinsame Front Zu denEreigniseen inPaläetina spricht Dr. MICHAEL TRAUR ,״ Breslau: Donnerstag, den 4, Juni, 20.30 Uhr Im Großen Lessingsaal Nürnberg: Sonntag, den 7. Juni, 20.30 Uhr In derTurnhalle der laraelitiachenVolksschule, Obere Kanalstraße 25 Leipzig: Dienstag, den 9. Juni, 20.30 Uhr Im Kulturbundsaal, Tauchaar Straße 92 Hamburg: Mittwoch, den 17. Juni, 20.30 Uhr im Gabriel Rieeser Saal Frankfurt o.m. :Näheres In nächster Ausgabe ZIONISTISCHE VEREINIGUNG FOR DEUTSCHLAND