Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 44-45 (4.6.1936)
- Date
- 1936-06-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seife 6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 44/45, 4. VL 1936 Mick Ufa*, die fae*vzen Spanien Barcelona, 21. Mai Die Arbcitslosenzifler in Spanien ist infolge der politisehen und wirtschaftlichen Erschütterungen der letzten Monate wieder gestiegen und hat mit mehr als 800000 Arbeitslosen den bisherigen Höchststand überschritten. Die Reaktion ist eine neue Verschärfung der Agitation gegen die Einwanderung und Beschäftigung auslän di - *,eher Arbeitnehmer, von der notwendigerweise auch die in Spanien ansässigen Juden betroffen werden, da sie zu mehr als 90 0׳,״ nicht die spanische Staatsangehörigkeit besitzen Träger dieses Kampfes ist gegenwärtig weniger die Regierung als die Gewerkschaften. Hervorragende Mitgiieder der Regierung haben noch bis vor kurzem im Ausland leben müssen und den Wert der Gastfreundschaft eines ausländischen Staates kennengelernt. Außerdem ist den führenden spanischen Wirtschaftspolitikern die Tatsache bewußt, daß umfangreiche Zweige der spanischen Industrie und Wirt- Schaft mit ausländischem Kapital und von ausländischen Fachleuten aufgebaut sind, wie die spanische Zuekcrwirtschaft, deren Entwicklung dem jüdischen Industriellen Benito Lewin zu verdanken ist. Da die Regierung gegenwärtig zögert, einschneidende Maßregeln zu ergreifen, hat sich eine Schwebelage herausgebildet, deren künftige Entwicklung noch nicht mit Sicherheit vorauszusehen ist. Sämtliche Anträge auf Erteilung bzw. Verlängerung der Arbeitserlaubnis, die im November 1935 sowohl von anhängigen Arbeitnehmern w־ic von Selbständigen gestellt werden mußten, liegen gegenwärtig unbearbeitet heim Aibeitsministciium in Madrid. Die Antrag- Steller sind zwar bis zur Entscheidung zum Arbeiten berechtilgt, befinden sich aber zu einem erheblichen Teil in einer bedruckenden Ungewißheit über ihre Zukunft. Da die Gesetze gegenwärtig wenig Möglichkeiten zu Eingriffen bieten, versuchen die Arheifnehmerverbändc auf andere Weise, durch Streikdrohungen und Sabotageakte, einen Druck aut die hirnien aus/uuben, die ausländische Arbeitnehmer beschädigen. Besonders stark bemerkbar macht sich dieses Vorgeben der Gewerkschaften beispielsweise in der Filmbrauche, in der kürzlich eine Reihe ausländischer Juden aus ihren Stellungen verdrängt wurden. Fine Darstellung des Frcmdcnprohlems in Spa- «icn versucht ein soeben erschienenes Buch Virgil io Sevillano (', a r b a i;1 1 s ״Wem gehört Spanien? Engländer, Fran- /״seit, Deutsche in unserem! .and" zu gehen. I >er 1״) c b a t e“, die führende Zeitung der Rechtsklerikalen, klagte in einer ausführlichen Besprechung dieses Buches über den ungeniigenden gesetzlichen Schutz ״gegen den Einbruch der Juden aus Deutschland, die insbesondere Barcelona überschwemmt haben und in Spanien ein leichtes und bequemes Leben führen“. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Spanien und Palästina haben sich bisher darauf beschränkt, daß beide Länder Konkurrenten, insbesondere auf dem Gebiet des Orangenexports waren, lieber der Tatsache, daß infolge .der ähnlichen geographischen Lage und Bodenstruktur der beiden Länder die in der Ausfuhrstatistik an erster Stelle liegenden Produkte — Zitrusfrüchte, Mandeln, Melonen, Wein, Oel — die gleichen sind, darf nicht übersehen werden, daß einige Möglichkeiten eines Warenaustauschs bestehen, die bisher nicht aiisgcniitzt worden sind. Von spanischen Erzeugnissen, die für den Export nach Palästina in Frage koinmen, sind zu erwähnen Filme — soeben ist in Jerusalem der Vertrieb des von der spanischen Gesellschaft Cifesa gedrohten Films ״Baucrnchrc“ begonnen worden, der der erste in Palästina zur Aufführung gelangende spanische Film ist Kork, Baumwoll- und Wollwaren, Fischkonserven, Sohlenleder und Zigarettenpapier. Palästinensische Produkte, die bei entsprechender Preisstell;; ־; den spanischen Markt interessieren würden, sind Eisen- und Metallschrott, Häute und Därme, Chemikalien, künstliche Zahne, auch Mazzot, die in den letzten Jahren aus Belgien nach Spanien eingeführt wurden. Palästina und Spanien gewähren sich gegenseitig die Meistbegünstigung, da der englisch -•״•׳־־ Hu• 'Handelsvertrag seit dem 1. 12. 1r‘2ä auch für Palästina gilt. W. A. Frankreich K. Paris, Ende Mai L40n Blum empfängt die syrischen Delegierten Der Ministerpräsident ״von morgen״ hat in diesen Tagen die Führer der syrischen Delegation empfangen, die seit Wochen in Paris weilt. Nach anfänglich raschen Fortschritten sind die Verhandlungen infolge weitgehender Unabhängigkeitsforderungen der svrischcn Delegierten ins Stocken geraten. Uebtr den Inhalt der Besprechungen der Delegierten mit Leon Blum ist nicht', bekannt geworden, doch haben sich die Delegierten befriedigt über die Aufnahme ausgesprochen, den ihre Vorschläge bei Leon Blum gefilmten haben, Es ist anzunehmen, daß die französisch-syrischen Verhandlungen nach der Bildung der neuen Regierung in ihre entscheidende Phase treten werden, Autisemitiache Zwischenfälle Seit einiger Zeit ist in Frankreich eine Verstärkung der antisemitischen Propaganda festzustcllcn. Ein Teil der radikaien Rechtsopposition sieht in dieser Propaganda die Basis für einen Vorstoß gegen die Regierung der ״front populaire“. Am systematischsten wird diese Propaganda von der raufgelösten“ Gruppe der rovalistischen ״A ction Francaise“ geführt, in deren Zeitung seit einiger Zeit besonders heftige antisemitische Angriffe erscheinen. Man muß feststellen, daß diese Propaganda bereits zu mehreren Zwischenfällen geführt hat, die allerdings vorläufig leichterer Art gewesen sind. So wurden z. B. in Paris jüdische Teilnehmer einer Ver- Sammlung von Mitgliedern der rechtsradikalen Jugend überfallen und verletzt. In Algier ist es zu Revolverschüsscn zwischen Mitgliedern der Lica und ,,Camelots du Roy“ gekom• men. Schließlich sind im Elsaß jüdische Kultusgebäudc beschädigt worden. Aktivierung der PalästlnR*Arbeit Die Unruhen in Palästina haben eine Intensivierung der Palästina-Arbeit in Paris zur Folge gehabt. Fast alle zionistisehen Gruppen haben Versammlungen abgehalten, m denen die Ereignisse in Palästina besprochen wurden und der feste Wille zur energischen Fortsetzung der Palästina-Arbeit zum Ausdruck kam. Die Kampagne des Keren Kajemeth für die 40000-Dunam-Spende hat mit Erfolg eingesetzt, und auch der Keren Hajessod hat mit einer neuen Werbe• aktion sowohl in Paris wie in der Provinz begonnen. Im Zusammenhang mit dieser zionistischen Aktivierung ist die Neugründung einer zionistischen Organisation der sephardischen Juden, die in Paris sehr zahlreich sind, zu nennen. Die neue Gruppe, ״Union Sephardite d’Action Palestinienne“, an deren Gründung fast alle rührenden Personlichkeiten der sephardischen Gemeinde in Paris teilnahmen, hat bereits ein eigenes Büro eingerichtet. England und Palästina Die führende französische Zeitung ״Le Temps“ nimmt zum zweitenmal in einem ausführlichen Leitartikel zu den Ereignissen in Palästina Stellung. Sie stellt fest, ״daß es sich dort allem Anschein nach nicht um lokale Unruhen handelt, sondern um einen Aufstand gegen die Mandatarmacht, der seit langem vorbereitet wurde. England wird auf die Dauer ezwungen sein, mit allen Mitteln seine Autorität in einem ande aufrechtzuerhalten, das von größter Bedeutung für die imperiale Route ist. Die Existenz des Jüdischen Nationalheims in Palästina ist eine Tatsache, die unabänderlich ist EHe jüdische Kolonisation hat sich in einem Ausmaße entwickelt, das ein Aufhalten der Bewegung unmöglich macht Die großen Landbesitzer in Palästina haben zuin großen Teil ihr Land teuer an die Juden verkauft und sind nach Aegypten übcrgesicdelt. Es sind daher jetzt vor allem die von Nationalistnus erfüllten kleinen arabischen Bauern, Handwerker usw.. die der jüdischen Kolonisation einen wütenden Widerstand entgegensetzen. Diese muß sich stetig und in immer schneilerem Tempo entwickeln, wenn die' Idee eines jüdischen Nationalheims überhaupt einen Sinn haben soll. Eine Zusammenarbeit beider Rassen ist versucht worden, doch erscheint sie infolge der jüdischen Ueberlegenheit schwierig.“ I>er Artikcl schildert dann die einzelnen Phasen des arabischen Auf- Standes in Palästina und kommt zu dem Schluß, ״daß unter den vielen Problemen des englischen Weltreiches das palästincnsische Problem eines der schwer lösbarsten ist“. Der ״Temps“ glaubt nicht an Einflüsse der italienischen Propaanda; der arabische Nationalismus allein genügt, um den ufstand in Palästina zu erklären. Jüdische Künstler in Paris Im Rahmen der Pariser Festwoche dirigierte Bruno Walter zwei Festvorstellungen von Mozarts ״Don Juan“ in der Pariser Großen Oper. Die Vorstellungen gestalteten sich zu einem gesellschaftlichen Ereignis der Saison, und Bruno Walter sowie die Salzburger Künstler, die ihn begleiteten, fanden bei Publikum und Kritik höchste Anerkennung. Es sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß Bruno Walter kurz vor seiner Reise nach Paris von dem Wiener französischen Gesandten das Kommandeurkreuz der Ehrenlegion überreicht wurde. — Valcska Gert gab in Paris zwei Tanzabende, in denen sie, wie gewöhnlich, neben tänzerischen auch mimische und tonale Darstellungen brachte. Die ungewöhnliche Ausdruckskraft und die Persönlichkeit Valeska Gerts zogen wieder die Zuschauer in ihren Bann, während allerdings manche Kraßheiten und Unausgeglichenheiten ihrer Kunst störend empfunden wurden. Von ihren Darbietungen sind ״Das Kind“, ״Die Sängerin“, ״Der Tod“ usw. hervorzuheben. — Der große französischjüdische Maler Camille-Jacob Pissaro wurde durch zwei große Ausstellungen seines Werkes in den Kunstgalerien ״l'Elysdc“ und ״Marcel Bernheim“ geehrt. Pissaro, einer der Führer des französischen Impressionismus, wurde in seiner Jugend heftig bekämpft. Heute ist er als einer der großen klassischen Meister der modernen französischen Malerei anerkannt. Zahlreiche seiner Werke befinden sich im Louvre. Die Ausstellungen gaben einen Ueberblick über das reiche Lebenswerk des Meisters. Holland den Haag, 20. Mai Gelegentlich der Jahresversammlung der Gesellschaft für die jüdische Wissenschaft in den Nieder- 1 a n d e 11 in Amsterdam wurde in der Universitätsbibliothek eine Ausstellung in Palästina erschienener Bücher aus dem Besitz der Bibliothcca Rosenthaliana eröffnet. In einer Einleitung gab L. Hirse hei einen Ueberblick über die Entwicklung der palästinensisch«! Buchdruckkuust. Bei der Würdigung der neuen Entwicklung des Verlagswesens wurde vom Referenten vor allem auf die Bedeutung der Verläge ״Dwir“ und ״Omanuth“ hingewiesen. In wenigen Jahren ist, so sagte Hirsche!, Erez Israel so sehr Zentrum des jiidisehen Verlagswesens geworden, daß auch Autoren aus den Ländern der Diaspora ihre Werke in Palästina erscheinen lassen. Die Ausstellung gab eine gute Illustration zu dieser Entwicklungsgescliichte. Sie enthält eine reichhaltige Auswahl alter und moderner hebräischer Literatur und auch Zeitschriften, Die Jahresversammlung der Gesellschaft wurde mit einer Rede des Vorsitzenden Prof. D. Cohen eröffnet. Sodann sprach Dr. B. üokkes über die Beziehungen zwischen dem Französischen und dem Hebräischen bei französischen Grammatikem des 19. Jahrhunderts, wobei er auf die bedeutsame Rolle des Hebräischen in der klassischen ״trias lingnistica“ hinwies. Anschließend referierte Dr. Felix Falk über ״Die ältere jüdisch-deutsche Uteratur, insbesondere das Samuel- Buch im Rhythmus der Nibelungenstrophe“. R. L. Jetzt dritte BUchsen-Leerung KEREN KAJEMETH LEJISRAEL WER HAT DIESES UND ERWORBEN? DEIN TÄGLICHES FÜNFPFENNIGSTÜCK A/Ä4U Bartl* W15, MalnakratraBa 10. PonWahaak: Barlln *82 «7 Belgien Brüssel, kn Nisi Die belgischen Wahlen haben eine politische Ueberraschung gebracht, die ein neues Element in die politischen Verhältnisse Belgiens bringt. Zwar verfügen die drei großen traditionellen Parteien, die Katholiken, die Liberalen und die Sozialisten, nach wie vor über drei Viertel der Sitze im Parlament, aber nicht nur haben die Stimmen der Opposition»■ Parteien im allgemeinen zugenommen, sondern als größte Oppositionspartei ist eine völlig neue Gruppe, die Rex• Gruppe, mit 21 Sitzen in die belgische Kammer eingezogen. Diese Gruppe ist die Gründung eines früheren Führers der Jungkatholiken, Ldon De grelle, der sich nach aktiver Tätigkeit im Rahmen der katholischen Partei von ihr trennte und einen mit rücksichtsloser Energie und außerordentlich«» rednerischen Fähigkeiten geführten Feldzug gegen die Führer der katholischen Partei unternahm. Es ist Degrelle gelungen, einigen Persönlichkeiten dieser Partei finanzielle Mißbrauche nachzuweisen, und dieser Erfolg seiner Reinigungskampagne hat seine Position und die der von ihm gegründeten Partei erheblich gestärkt. Es ist nicht leicht, sich ein Bild von den Zielen der jungen Rex-Bewegung zu machen, die heute noch kein festgefügtes Programm besitzt und deren progratnmatische Erklärungen sich durch Unklarheit auszeichnen. Gerade diese Undurchsiditbarkeit der Ziele der Partei hat es mit sich gebracht, daß die Unzufriedenen aus den verschiedensten Lagern ihre Stimmen den Kandidaten der Rex-Bewegung gegeben haben. Die Partei bezeichnet sich selbst als antiparlamentarisch, als Ausdruck einer revolutionären Bewegung, die eine Reinigung des durch die materiellen Mächte zersetzten gesellschaftlichen Lebens Belgiens herbeiführen will. Die Rex• Bewegung wendet sich gegen Mißbrauch der Wirtschaftliehen und politischen Machtstellungen, gegen Demoralisierung der führenden Schichten, die — nach Ansicht Degrelles — das Land dem Untergang entgegenführen. Es ist für diesen spezifischen Charakter der Rex-Bewegung als einer ״moralischen“ Bewegung bezeichnend, daß Degrelle in seiner Unterhaltung mit dem belgischen König als Voraus- Setzung einer Beteiligung an der Regierungsbildung das Ju• stizmfnistcrium gefordert hat, um von dieser Stelle aus eine Bereinigung der öffentlichen Verhältnisse herbeiführen zu können. Dieser ״moralische“ Charakter der Rex-Bewegung steht im engen Zusammenhang mit dem katholischen Ursprung der Bewegung. Der Name ״Rex“ bedeutet, daß י Christus als König herrschen soll, daß mit anderen Worten im sozialen Leben des Volkes die moralischen Grundsätze der christlichen Lehre verwirklicht werden sollen. Von diesem Gesichtspunkt aus werden auch die Forderungen der Rex-Bewegung, eine organisierte Volksgemeinschaft auf hierarchischer Basis zu schaffen, verständlich. Einer der Intellektuellen der Bewegung bezeichnet sie als die Vervvirklichung des christlichen und humanistischen Fuhlens. Wie zu den meisten konkreten Fragen der belgischen Politik hat die Rex-Bewegung auch zu der jüdischen Frage keine eindeutige und klare Haltung eingenommen. Degrelle hat mehrfach versichert, daß er nicht Antisemit sei und daß er auf eine friedliche Zusammenarbeit aller Belgier gleich welcher Religion und Rasse hinziele. Andererseits hat er von seinem antiinaterialistischen Standpunkt aus die jüdischen Bankiers scharf angegriffen und hat auch im Wahlkampf jüdischen Gegnern das Recht zur Teilnahme am politischen Leben des Landes abgesprochat. Wie in vielen anderen praktischen Fragen hat sich Efegrell« auch in der Judenfrage die Wege offen gehalten. Schweden Stockholm, Anfang Juni Die letzte Zusammenkunft vor den Sommerferien widmete die Stockholmer Zionistische Vereinigung den Vorfällen in Palästina. Dozent Hugo Valentin (Upsala) zeigte in einer Rede, daß der Jischuw heute bedeutend stärker ist als vor 7 Jahren. Ueber ״Voraussetzungen eines Zusammcnlebeiis der Juden und Araber in Palästina“ vom kulturellen Standpunkte aus, sprach Architekt Müller. Leo B a b gab ein anschauliches Bild der politischen Lage in Palästina. Oberrabbiner Prof. E 11 r e 11 pr ei s konnte dieser Tage auf sein 40jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner zurückblicken. Er ist seit 1914 in Stockholm tätig und erfreut sich bei Juden und Nichtjuden großer Beliebtheit. Als Wissenschaftler und Schriftsteiler ist Ehrenpreis oft erfolgreich hervorgetreten. Als alter Zionist (er war Sekretär des I. Baseler Kongresses und ist seitdem aktiv zionistisch tätig) hat Ehrenpreis dem Zionismus in Schweden starke Impulse verliehen. H. R. Ungarn Budapest, 1. Juni Unter Beteiligung der Regierung, der Hauptstadt, sowie aller politischen und gesellschaftlichen Vereinigungen wurde auf dem jüdischen Kerepcser Friedhof der 10. Todestag des ehe• maligen Justiz- und Wahlrechtsministers, Dr. Wilhelm Vdzson y i, begangen, des ״letzten Siegelbewahrers Großungarns“, wie er oft genannt wird. Die Fester Israelitische Gemeinde, in deren Vorstand er saß, wird sein Andenken im Gottesdienst des Jahrzeittages, sowie in ihrer Generalversammlung am 2t. Juni feiern. Die unter dem Namen MINOSZ zusammen geschlossenen jüdischen Frauenvercine Ungarns hielten ihre Oe* neralversammlung ab. Bei dieser Gelegenheit stellte Frau Moses Bisseliches im Namen der W!ZO den Antrag, die Frauenvcreine mögen sich intensiver mit der Palästina- Vorbereitung der jüdischen Jugend befassen und einen ״Bund der Hachscharah-Freunde“ bilden. Der Antrag wurde mit Beifall angenommen. Im 76. Lebensjahre verstarb der pensionierte Oberdirektor der staatlichen landwirtschaftlichen Versuchsstation, Salamon S z d k e I y, der Jahre hindurch Vorsitzender der Altofener I»• raelitischen Gemeinde war und sich um deren jüdische Schule und erwachsene Jugend Verdienste erworben hat. Szekely war auch im Ausschuß der Pro-Palästina• Verdnigung tätig. Dr. A. F.