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Jüdische Rundschau · 1936-06-04 · Heft 44-45 (4.6.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 44-45 (4.6.1936)
Date
1936-06-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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T p * ”״ ׳ Seife 3 - Nr• 44?4S- 4- Vl 93ו&___JÜDISCHE PtlKIDftrHAH Die arabische Aktion Weizmann auf der JahreskonSerenz der English Zionist Federation London, 31. Mai. (JTA.) Auf der am 31. Mai in London eröffneten Jahreskonferenz der Zionist Fedcration of Great Britain and Ireland nahm der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation I)r. Chaim Weizmann in einer großen Rede Stellung zu den gegenwärtigen Ereignissen in Palästina und den durch sie aufgeworfenen politischen Problemen. Weizmann, dessen Ausführungen wiederholt durch lebhaften Beifall unterbrochen wurden, und den! die Versammlung mm Schluß eine langanhaltende Ovation darbrachte, sprach etwa vierzig Minuten. Ich hatte gehofft, sagte Weizmann, erfreulichere Nachrichten bringen zu können. Von allen Seiten sucht Unheil das jüdische Volk heim; sogar in Palästina, das für uns alle die große Hoffnung und der große Trost war, ist und bleiben wird, haben wir heute große Schwierigkeiten durchmmachen, Schwierigkeiten, die! wie ich glaube, nicht von uns stammen. Ich glaube, wir können vor Gott und den Menschen ehrlich sagen, daß wir nichts dazu bejgctragen haben, diese Störung des f־riedens zu provozieren. Einige von uns, die wir heute hier, versammelt sind, waren in Palästina, als die Unruhen a1usprachen. Friedliche Menschen, die ihrer friedlichen Beschäftigutig nachgingen, sind plötzlich von aufgehetztem Mob anf?ef?riffen und kaltblütig hingemordet worden. Es war kein Zusammenstoß. Wir haben, fuhr Weizmann fort, keinen Streit jjjt dem arabischen Volk. Wir wünschen ihm Gutes. Wir haben mit ihm in Frieden zusammengelebt und wollen weiter mit ihm in Frieden leben. Wir haben wiederholt unsere Hand ausgestreckt, um festzustellen, ob und welche Beschwerden die Araber haben und wie ihnen abgeholfen werden könnte. Wir werden dies weiter tun in der Hoffnung, daß das arabische Volk uns eines Tages verstehen wird. Wir sind nach Palästina gekommen nicht als Eroberer oder Ausbeuter, sondern als Mitarbeiter, die mit der Arbeit ihrer Hände eine Heimstätte und Existenz für Menschen schaffen wollen, die ein Leben in Frieden zu führen wünschen. Die arabische Wirtschaftsentwicklung Weizmann unterzog sodann die Ursachen, die zu den Ereignissen in Palästina geführt haben, einer Analyse und sagte in diesem Zusammenhang: Ich glaube, man kann mit Recht sagen, daß trotz der leichtfertigen und oft giftigen arabischen Propaganda, die in der Beschuldigung gipfelt, Araber seien von dem Boden verdrängt und aus Palästina vertrieben worden, die Ur- Sachen sicherlich nicht wirtschaftlicher Art sind. Die Wahrheit erweist sich immer mehr, daß noch niemals in der Geschichte Palästinas die Araber mit dem Boden dieses Landes so verknüpft waren, wie sic es heute sind. Weit entfernt davon, verdrängt zu werden, weit entfernt davon, ihres rechtmäßigen Erbes beraubt zu werden, haben sie an Zahl und Gütern zugenommen; und dies gerade in denjenigen Gebieten, in denen jüdische Arbeit am stärksten war. Die Zunähme der arabischen Bevölkerung in den letzten zwölf Jahren machte etwa 50 9״ aus und betrifft hauptsächlich die Bevölkerung der Küstenebenen und derjenigen Gebiete, in denen intensive jüdische Kolonisation durchgeführt wurde. Etwa 20000 Araber sind aus den Nachbarländern nach Palästina eingewandert. Ich glaube, daß es allgemein bekannt geworden ist, daß es einen wirtschaftlichen Grund für die Beschwerden der Araber nicht gibt, ich glaube nicht, daß ihre Befürchtungen sehr begründet sind. Es mag wohl sein, daß manchen Arabern bange ist um ihre Zukunft, weil man von ihnen verlangt, daß ihnen darum bange sein solle, und weil sie leicht erregbare, vielleicht leichtgläubige Menschen sind; und da sie ein wenig rückständig sind, geben sic der Stimme der Aufreizung Gehör und ihre Führer berufen sich manchmal auf religiöse Gründe, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Diskreditieruag des Völkerbundes Weizmann wies auf den vor kurzem in Syrien durchgeführten Streik hin und erklärte, jeder Beobachter werde zugeben, daß der Streik in Palästina fast genau nach diesem Muster organisiert wurde. Es gab auch Unruhen von erheblichem Umfang in A e g y p t e n, und auch sie trugen denselben Charakter. Eines ihrer Merkmale ist es, daß die jungen Leute auf die Straße geschickt werden, während die älteren Führer sich hinter ihrem Rücken verbergen und im Hintergrund bleiben. Der Krieg in Abessinien hat den Nahen Osten tiefgehend erschüttert. Die Art, wie der Völkerbund dieses Problem behandelt hat, trug dazu bei, das Ansehen der Kräfte herabzusetzen, die für Frieden, Ordnung und gute Regierung eintrcten. Es wurde offenbar, daß physische Gewalt schnell große Ergebnisse erzielen kann. Ich glaube, daß der Völkerbund, der der Hüter des Palästina-Mandates ist, heute iti den Augen der Völker des Nahen Ostens arg diskreditiert ist; die gegenwärtigen arabischen Forderungen nach Einstellung der jüdischen Einwanderung, vollständiges Vorbot des Bodenverkaufs an Juden und Einsetzung einer natio nalen Regierung bedeuten eine ausgesprochene Herausf o r d e r 11 n g nicht nur der zionistischen Arbeit, sondern auch des Ansehens E n g! a 11 d s und d e s Ansehens des Völkerbunds. Von Zeit zu Zeit kann man von vielen Arabern den Kriegsruf hören: Die Regierung fürchtet uns und ist in Schrecken; wir brauchen bloß Streik und Terror fortzusetzen und wir werden Erfolg haben. Besinnen wir uns einen Augenblick, sagte Dr. Weizmann weiter, auf die Größe des gesamten Fläehenraums des Jüdischeu Natiorialheinis, auf das wir so stolz sind, für das wir mit solcher Hingabe gearbeitet haben und aut das so viele Hoffnungen gesetzt wurden — sic beträgt 308000 Acres; ein sehr kleiner Teil des Bodens Palästinas und in der Haupt- Sache Land, das durch uns aus Oedland gewonnen wurde. Hier werden wir heute terrorisiert, aus dem Hinterhalt erschossen, von hinten mit Messern angefallen. Die Mandatsverwaltung Zur Mandatsverwaltung in Palästina führte Dr. Weizmann u. a. folgendes aus: Es ist außerordentlich schwierig, sich leichten Herzens in eine Kritik der Regierung einzulassen, an deren Spitze ein Mann steht, zu dem wir großes Vertrauen haben. Wir glauben, daß das Oberkommissariat, das in den letzten vier Jahren an der Entwicklung des Jüdischen Nationalheims ehrlich mitgeholfen hat, um dieses Werk ernstlich besorgt ist. Milde auf dieser Seite wird oft als Schwäche, Menschlichkeit als Kraftlosigkeit gedeutet. Es ist noch nicht an der Zeit für mich, zu sagen, daß die angewandten Methoden gut, schlecht oder gleichgültig seien. Lfm des Schutzes von Menschenleben, um des Prestiges Englands und um der Fort- Setzung der Arbeit wällen kann ich nur hoffen, daß diesen Unruhen ein Ende gemacht werden wird; von der großen Masse friedliebender Araber wird dies ebenso sehr begrüßt werden wie von den Juden. Wir wisse«, fuhr Weizmann fort, die in jüngster Zeit von der Palästina-Regierung mit Unterstützung der englischen Regierung getroffenen Maßnahmen tief zu würdige״: Die Bewälligung des Einwanderungsschedules und die Eröffnung der Anlegestelle in Tel-Awiw. Die Untersuchungskommissioii Zu dem Plan, eine Kgl. U n t c r s 11 c!1 u 11 g s k o in m i s - sion nach Palästina zu entsenden, erklärte Weizmann: Das Land ist gut bekannt, der zur Verfügung stehende Boden ist gut bekannt und unsere Arbeit ist ein offenes Buch. Palästina wird das ganze Jahr hindurch von allerlei Menschen besucht. Es ist ein kleines Land. Die Verwaltung und der High Commissioncr kennen jeden Winkel und jede Möglichkeit. Ich vermag nicht zu sehe 11, w a s c s i 11 Palästina zu untersuchen gibt. Wir haben schon früher Konimissionen gehabt und ich fürchte, eine weitere ward Spannung und endlose Diskussionen hervorrufen, eine Menge Arbeiten unterbrechen und die Entwicklung des Landes aufhalten. Ich wage zu behaupten, ■daß, wenn in Palästina verwirklicht worden wäre, was in dem M ac Donald -Brief versprochen wurde, wenn die Palästina-Verwaltung dem Geiste und dem Buchstaben nach durchgeführt hätte, was so klar festgelegt war, daß dann vieles von dem, was heute geschehen ist, unmöglich gemacht worden wäre. Der Fortschritt wird weitergehen! Die Antwort auf das Problem, sagte Dr. Weizmann, ist die Entwicklung des Landes zu voller aktiv gefördert e r j ii d i s c 11 e r Einwanderung, aktiv e r B o d e 11 - politik und Beteiligung der Juden am ötfentliehen Dienst entsprechend ihrer z a h 1 e n m ä ß i - gen Stärke. Eine solche Politik hätte unsere Lage und die Lage der Palästina-Verwaltung unendlich leichter gemacht, als sie es heute ist. Wir stehen am Kreuzweg: entweder werden wir weitergeheu und unsere Schwierigkeiten überwinden, oder es werden einschränkende Maßnahmen getroffen werden. Dann aber wird es für die Juden in Palästina nicht ein Nationalheim, sondern eine Mausefalle geben. Trotz aller Prüfungen und Behelligung hoffe und glaube ich, daß unser Fortseil ritt weitergehen wird. Da ich an die zweite Möglichkeit nicht glaube, hoffe und glaube ich fest, daß wir trotz aller Schwierigkeiten weiterkormiien werden. Dieser mein Glaube ist vor allem in der Haltung der Judcnheit begründet. England und das Mandat Zum Schluß kam Dr. Weizmann auf Wesen und Bedcutung des Mandats zu sprechen. Das Mandat, sagte er, ist Bestandteil des Völkerrechts; ich glaube, daß England an seinem gegebenen Wort festhalten wird. Diejenigen, die sic eingesetzt haben, um die Situation zu beobachten, werden alles Menschenmögliche tun, um eine Sache zu verteidigen, die, wie ich glaube, eine Sache.der Ehre und der Gerech tigk eit nicht nur für die Juden, sondern ebenso sehr auch für die Engländer ist. Unsere so rauh unterbrochcncn Anstrengungen dürfen nur als für den Augenblick unterbrochen gelten. Sogar jetzt noch gibt es' eine gewisse Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern. Wir werden die Arbeit fortsetzen, weil wir an unser Recht glauheil. Wir glauben, daß dieses Recht unveräußerlich und unzerstörbar ist, ebenso wie das jüdische Volk unzerstörbar ist. W'ir werden die Arbeit fortsetzen, weil sie unserer Be- Stimmung entspricht, einer Bestimmung, niedergeschrieben in den Annalen unserer Geschichte und geheiligt durch das Martyrium von Jahrhunderten. Das ist unsere Hoffnung. Das ist unser Glaube, und das gibt uns Mut. Weitere Reden Paul Goodman wies darauf hin, daß vor allem die englischen Juden während des Krieges und beim Friedens- Schluß verlangt haben, daß die Verwaltung Palästinas England anvertraut werde. Jetzt verlangen wir, sagte der Redner, daß der Schutz, den England allen seinen Gebieten im Osten gcwährt, auch Palästina gegeben werde. Wir verlangen, daß die englische Politik unbeeinflußt bleibe von Einschüchterung lind Terror. Wir verlangen, daß die Entwicklung des Jiidisehen Nationaihcäms der Eckstein der englischen Palästinapolitik!)leibe und daß dies allen Beteiligten unmißverständlich klargemacht werde. In diesen Tagen schwerer Sorge, fuhr Paul Goodman fort, da die jüdische Bevölkerung Palästinas trotz der gegen Juden gerichteten verbrecherischen Handlungen und Mordtaten in bewunderungswürdiger Zuruckhaltung jede Vergeltung vermieden und sich als das einzige verläßliche lind ordnungsliebende Element des Landes erwiesen hat, ist es unbedingt notwendig, daß die Regierung Sr. Majestät es anerkenne und sichtbar mache, daß die Juden nicht nur aut Schutz von Lehen und E i g e 11 t u m, sonder!1 auch auf volle Unterstützung ihrer legitimen A n s p r ü c h e v e r t r a u e n k ö n 11 e 11. Als nächster Redner gedachte Rev. M. L. Perlzweig der Juden, die in Erez Israel als Märtyrer der zionistischen Sache gefallen sind. Es ist zu hoffen, sagte der Redner, daß aut Grund der Ereignisse der letzten Wochen die Palästina- Verwaltung erkennen wird, daß es keinen besseren Weg gibt, um der Propaganda der schuldigen Parteiführer entgegenzutreten, als Entschlossenheit zu zeigen, die Politik des Mandats d 11 r c h z u f ii 11 r e n. Die Stärkung der Position der Juden in der Wehrmacht, die Aufrechterhaltung der Sicherheit im Lande, die sofortige Erweiterung des Hafens von Tel-Awiw könnlen viel dazu beitragen, das Land zu befrieden. Die Antwort des jüdischen Volkes auf den Angriff auf seine Rechte in Palästina wird in der schöpferischen Form erneuter Anstrengung zur Beschleunigung des Tempos des jüdischen Aufbatis gegeben werden. Die Aktion für Jaden aas Deutschland Mit der Aktion zugunsten der Juden aus Deutsch- 1 a n d und der Rolle Palästinas im Rahmen dieser Aktion befaßte sich ein Referat des Mitglieds des Council for German jewrv Simon Marks. Das Referat wurde, da Simon Marks krankheitshalber verhindert war, an der Tagung teilziurehmen, verlesen. In dem Referat weist Simon Marks darauf hin, daß die jüdische Situation in Deutschland zum erstenmal Gelegenheit bot, an Stelle der Zersplitterung von Energien in Einzel- Aus der Haftarah für Schabbat, den 6. Juni 1036 Und er antwortete und spredi zu mir, sprach: Dies Ist SEINE Rede zu Serubbebel, der Sprach: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geistbraus 1 spricht ER der Umscharte. Secharfa 4, O Verdeutscht von Martin Huber aktionen ein konstruktives Programm durch Zosammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten zu verwirkliciien. Palästina sei bei dieser gemeinsamen Arbeit von den Zionisten nicht in den Vordergrund geschoben worden. Es zeigte sich vielmehr in der praktischen Arbeit für die Wiederaufrichtung der Existenz von Juden aus Deutschland, daß diese in anderen Ländern als Konkurrenten gefürchtet und als Ausländer unbeliebt waren, während sie in Palästina als Mitarbeiter am Aufbauwerk willkommen geheißen wurden. Unter den Juden Deutschlands habe der Zusammenbruch der assimilatorischen Ideologie bei Hunderttausenden eine Wandlung ihrer Stellung zu Palästina herbeigeführt. In drei Jahren sind 30OfK) Juden aus Deutschland nach Palästina gekommen und haben dort große Kapitalien investiert. Auf lange •Sicht werde sich die Geschäftserfahrung, die diese Einwanderer mit sich!)rächten, als noch wertvoller für das Land beweisen als dieses Kapital, Simon Marks gab sodann einen Bericht über die Reise der e 11 g 1 i s e 11 - j ti d i s c h e n F iilircr nach Amerika, von der eine dauernde Kooperation ־zwischen der amerikanisehen und englischen Judenheit zu erwarten sei, und sprach von der S a m m e I a k t i o n in E n g 1 a n d, die zufriedenstellend fortschreite. Es handle sich um die grollte organisierte Anstrengung, die von der englischen Judenheit im Laufe ihrer langen Geschichte jemals unternommen wurde. Die!CA habe zwar ihre ■Mitarbeit für die ganze Dauer des Vierjahresplans nicht /!!sagen können, doch sei zu hoffen, daß sie zu dem gemeinsamen Werk mindestens eine Viertelmillion Pfund beitragen wird. So schwierig um! unerläßlich ihr die (lesamtarbeit die Sammeltätigkeit auch ist, so bilde sie doch keineswegs den wichtigsten Teil der Arbeit. Dieser sei vielmehr die Zuteilun g der gesammelten Gelder. 175 UDO Pfund wurden als Beitrag zu den 270 000 Pfund betragenden Kosten der A1>- Siedlung von 1500 Clinlu/im in bestehenden Kolonien, von 1 OfK) Chalu/im in den Städten und Ansiedlungen und 1000 jungen Menschen in Palästina bestimmt. Erfreulicherweise seien die für diese Auswanderer erforderlichen Zertifikate zum größten Teil schon bewilligt woulen. Kerner wurden Mittel für die A u s w a!1 (I e r 11 n g von 3;X) Menschen nach anderen überseeischen Ländern bereit gestellt. Dadurch werde in den Ausbildtmgslagern innerhalb und außerhalb Deutschlands Raum für neue Menschen geschaffen. Daneben gehe die normal« Auswanderung weiter. Alien Mitgliedern des Council liege es fern, Parteikapital aus der gegenwärtigen Lage zu schlagen. Es solle Hilfe bei der Auswanderung in jedes Land geboten werden, in dem die Möglichkeit der Existenz und eines Lebens in Freiheit und Würde besteht. Gewiß freuen sich die Zionisten darüber, daß Palästina einen großen Teil der ausgewanderten Juden aus Deutschland aufnehmen konnte, aber sie weisen die Beh a 11 p 111 n g zurück, daß sie nur an der p a I ä s t i - n e n s i s c 11 e!1 Seite ihrer Arbeit interessiert seien. Zionismus und zionistische Geschichte waren stets mit der jeweiligen Lage des jüdischen Volkes in Ost- und Mitteleuropa verknüpft. Zum Schluß gab Simon Marks der Ueberzcugung Ausdruck, daß die Juden den schweren Pr&- fungen dieser Zeit standhalten werden. Eine Rede Ren Gurions Im Laufe der Konferenz hielt auch der Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency und der Zionistischen Organi- Station, David Ben Gurion, eine Ansprache, irt der er u. a. ausfiihrtc: In den letzten Wochen waren die Jaden Palästinas dem Terror ausgesetzt. Unschuldige Menschen wurden ermordet, Felder verbrannt, Bomben geschleudert und das Telegraphen- und Tclephonnetz gestört. Gegen wen waren diese Terrorakte gerichtet? Die Juden waren ihre unschuldigen Opfer, aber es wäre irrig 7.11 behaupten, daß diese ,Akte gegen sie gerichtet waren. Diejenigen, die an der Spitze der Kampagne standen, fuhr Ben Gurion fort, wußten sehr genau, daß sie die Juden nicht in Schrecken versetzen konnten. Das ist ihnen auch früher nicht gelungen. Die Juden wurden nicht erschreckt, Gas ist daraus zu ersehen, daß im Monat April über 3000 j 1> ״ > s c h c E i n w a n d e r e r nach Palästina gekommen sind. Der Aufbau des Jüdischen N a t i o n 3 1 h e i 111 s ist durch die Unruhen nicht unterbrochen worden. Fr wird mit größerer Energie fortgesetzt werden als jemals zuvor. Die Terror-Kampagne, erklärte Ben Gurion, wird m erster Linie zu dem Zweck durchgeführt, die englische Regier u n g e i!1 / u s c 11 11 c h t e r n. 1 hätte die Mandatarmacht anläßlich der M.issacrc des Jahres 1020 schärfere Maßnahmen getroffen, dann wäre cs zu den jetzigen Ereignissen nicht gekommen. Die angeblichen arabischen Beschwerden, betonte Ben Gurion, sind nicht im mindesten berechtigt. Ztim Schluß forderte der Redner die englische Regierung auf, die Bestimmungen des Palästinamandats in vollem Umfange zn verwirklichen. Dr. Weizmann zum Präsidenten der English Zionist Federation wiedergewählt Die am Schlüsse der Konferenz vorgenommene Neuwahl der Leitung ergab die Wiederwahl' von Dr. Chaim Weizmann zum Präsidenten der Zionist Federation of Great Britain and Ireland. Zum Ehrenvizepräsidenten wurde Lord Atel che tt gewählt, Vizepräsidenten sind Barnett Jauner, die Marquise of R e a d i n g, Simon Marks und I. S. S i eff; zum Vorsitzenden der Exekutive wurde Rev. J. H. Goldbloom, zum ehrenamtlichen Schatzmeister Paul Goodman und zum Ehrensekretär Rev, M. 1״ Perlzweig gewählt. * Den Verhandlungen der Jahreskonferenz ging am Abend des 30. Mai eine feierliche Gedenksitzung für den verstorbenen Ehrenpräsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Nahum Sokolow, voraus, bei der führende Persönlichkeiten des englischen Zionismus die Bedeutung und die Verdienste Sokotows würdigten. EtlliS Juwelen * Robert Bucho & Co Mardenbürgst(*!.’ 29a an der. CS’® d•׳« cM«U - K I re« ®, neben Cat® Borlin und ״Traube״

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