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Jüdische Rundschau · 1936-05-29 · Sonder-Ausgabe (29.5.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Sonder-Ausgabe (29.5.1936)
Date
1936-05-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU 29. Mai 1936 Rundiunkrede Wauchopes ln der letzten Nacht ist der von Arabern getötete 36jährige Jakob R a z i 1 i in aller Stille bestattet worden. Am Schawuoth-Vorabend wurde die Polizeistunde ln dem jüdischen Stadtteil von Jerusalem bis auf 8.15 Uhr ausgedehnt, um den Gottesdienst in den Synagogen zu ermöglichen. Gebete an der Klagemauer wurden jedoch nicht zugelassen. In einer von Khaldi geleiteten Sitzung der J e r ti s a 1 e ■ nt e r Stadtverwaltung, bei der (ün? jüdische und vier arabische Ratsherren anwesend waren, wurde beschlossen, den Vertrag auf Erweiterung der Jaffaer Chaussee nach Jerusalem mit einem arabischen Unternehmer, der sich dem Streik angeschlossen hat, zu annullieren und die Arbeit einem englischen Unternehmer zu übertragen, der Juden beschäftigt, 20 weitere prominente arabische Führer wurden beute ausgewiesen, einschließlich Akram Zouaiters aus Nablus, welcher nach Auja-F.l-Hafir, dem südlichsten Dorf Palästinas an der ägyptischen Grenze, verbannt wurde. Eine Konferenz arabischer Journalisten wurde gestern in affa abgehalten, um über die eventuelle Einstellung der araischen Zeitungen als Protest gegen die Regierung zu beraten. Es wurde kein Beschluß gefaßt. Der Beton-Damm im Hafen Tel-Awiw ist bereits 60 m lang; die Arbeit wird fortgesetzt. in Tel-Awiw wurde der Bau des neuen Postamtes in Angriff genommen. Das Flüchtlingsfürsorge-Komitee in Tel- Awiw veröffentlicht einen Aufruf, in dem festgestellt wird, daß 7500 Juden aus Jaffa sich gegenwärtig in Tel-Awiw authalten, einschließlich 1000 Familien, welche früher in rein arabischen Vierteln wohnten. Das Komitee appelliert um Unterstützung einer großzügigen Häuscrbau-Aktion. Schawuoth in Palästina Jerusalem, 28. Mai. Nach der Spannung der letzten Zeit herrschte zu Schawuoth verhältnismäßige Ruhe. Es kam zu keinerlei größeren Zwischenfällen, die den jüngsten Kämpfen zwischen den Aufrührern und den Kräften der Regierung' vergleichbar gewesen wären. Man hatte durchaus den Eindruck, daß Polizei und Militär die Lage beherrschte. Anläßlich der jüdischen Feiertage hat der Jerusalemer Sender die Schawuoth- Hymne ״Akdamut“ verbreitet. Auf Grund einer Aufforderung der Palästina-Polizei lassen *Ich Juden ln großer Zahl in den Hilfspolizcilfsten bei der Jcwish Agency, wo eine solche Liste ausliegt, eintragen. Es haben sich Studenten der Hebräischen Universität, Arbeiter, landwirtschaftliche Siedler und andere wehrfähige Männer ais Freiwillige gemeldet. Auch an den übrigen Meldestellen im ganzen Lande war der Andrang stark. Trotz allen Vorbeugungsmaßnahmen ist es hier und dort wieder zu kleineren R u 11 e s < ö r u n g e n u 11 d Sabotageakten gekommen. In einer zwischen Jaffa und Jerusalem gelegenen Orangenpflanzung, die Eigentum des bekannten jüdisch-amerikanischen Philanthropen Felix M. War bürg ist, wurde ein Brand gelegt. 14 Bäume und ein kleines Packhaus wurden vernichtet. Das amerikanische Konsulat hat den Schaden aufgenommen. Weitere Brände wurden aus P e t a c h T i k w a h gemeldet, wo ebenfalls ein Packhaus angeziindet worden war, sowie aus einer Reihe von Pardessim bei B a j i t W e g a n. Insgesamt wurden über 2500 junge Bäume in verschiedenen Teilen des Landes ausgerodet, darunter 1500 in K f a r B r a n d e i s bei Chederah. In der Altstadt von Jerusalem wurde ein arabischer Polizist verwundet und seiner Waffe beraubt. In Jaffa wurde ein Araber erschossen, als bei dem gestrigen Ueberfail einer hundertköofigen Menge auf vier jüdische Lastautos, die vom Jaffaer Hafen beladen nach Tel- Awiw fuhren, die Polizei gezwungen war, von der Schuß- Waffe Gebrauch zu machen. In Jaffa herrschte vollständige Finsternis, da die Araber die Straßenlampen gesprengt hatten. In mehreren Kolonien, darunter in E j n Char o d und M i s c h in a r Haemek, kam es zwischen den Wächtern und umherschweifenden arabischen Banden zu kleinen Feuergefechten. Die arabischen Bootsleute in Jaffa haben an die ägyptischen Bootseigentümer den Appell!gerichtet, ihre Dienste den Juden nicht zur Verfügung zu steilen, ela dies den Jaffaer Hafen schwer schädigen würde. Jaffa stehe vor der Gefahr, den ganzen früher für Tel-Awiw besorgten Schiffsverkehr zu verlieren. Von arabischen Booten aus wurde gestern der Versuch unternommen, jüdische Boote vor T e 1 - A w i w in Brand zu stecken, indem Gefäße mit brennendem Benzin in die Boote geworfen wurden. Zum erstenmal -eit .dem Ausbruch der Unruhen wurden von der Polizei Spurhunde zur Verfolgung arabischer Rebellen benutzt. Eine Reihe von Arabern, die an Brand- Stiftungen beteiligt waren, konnten auf diese Weise festgen o m m e n werden. in einem Regier ungs-Communiqu£ wird mitgeteilt, daß am 27. Mai überall Ruhe herrschte. Bei einer Durchsuchung des arabischen Dorfes M i s r seien Waffen und ,Munition beschlagnahmt worden. In Dschenin sei eine Kundgebung ruhig aufgelost worden. Sporadisch seien Schießereien mit arabischen Aufruhrern vorgekommen. In Akko habe die Polizei das gegen die dortige Polizeistation gerichtete arabische (Jcwehrfeuer erwidert. Ebenso seien in Ejn Charnd, Har Kenaan, R a m a t Kowcsch und anderen Ortschaften Schüsse mit arabischen Banden gewechselt worden. Britische Patrouillen wurden auch auf der Straß« frtisalem.Nablus beschossen. Im Communique wird weiter ekanntgegehen, daß gegen Truppen und Polizei in Jaffa und in der Vorstadt Schechunath Hatikwah Bomben geworfen wurden. Verletzt wurde niemand. Mehrere arabische Dörfer wurden nach Waffen durchsucht. In diesem Zusammenhang wurden viele Verhaftungen vorgenommen. Die Nachricht wird dementiert, daß englische Soldaten während der Unruhen getötet wurden. Durch Zufall sei in Ludd ein arabischer Wächter von einem arabischen Polizisten erschossen worden. ln T u 1 k c r c m streikte die arabische Polizei, weil in Kakun ein arabischer Polizist von einem englischen Polizisten erschossen worden war. Der Generalinspektor der Palästina-Polizei, Roy G. B. S p i c e r, erklärte zu diesem Vorfall: Die Meldung, daß die Araber kollektiv aus der Polizei ausgeschieden seien, sei unzutreffend. Es sei vielmehr seitens der arabischen Polizisten ein begründeter Protest vorgebracht worden, eine Untersuchung durchzuführen und ihnen gegebenenfalls Genugtuung zu verschaffen. Wie aus Kairo gemeldet wird, sind 2500 Maschinengewehre mit Bedienungsmannschaften nach Palästina abgegangen, um die Bewachung der Eisenbahnstationen und anderer wichtiger Punkte zu verstärken, 1600 Mann sind marschbereit für Palästina. Man glaubt jedoch, daß die Marschorder im Hinblick darauf, daß die Lage sich offenkundig beruhigt, noch nicht erteilt werden wird. Verschiedene Regierungsämter sind nach Tel-Awiw überführt worden; in Jaffa sind jetzt nur noch die Departements Empire-Day auf der Messe T el-Awiw, 26, Mai. Sir Arthur Wauchope, der von Mosche Schertok begleitet war. besuchte heute die Ben Schemen- Orangerie, das neue Arbeiterviertel Kirjat Avodah und das Agrobank-Viertel, beide im Süden Tel-Awiws, sowie das neue Gebäude der Textilfabrik Lodzia. Sodann begab er sich zum Messegelände, um der Empire-Day- Feier bei zu wohnen. Die Menge begrüßte ihn mit lautem Beifall und Schertok erklärte ihm, daß diese Kundgebung in Anerkennung der Genehmigung des Tel-Awiwer Hafens erfolge. Dizengoff eröffnete die Feier mit einer Ansprache. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die bestehenden Möglichkeiten für die Ausladung von Frachten in Tel-Awiw den ersten Schritt zur Errichtung eines Hafens bedeuten. Das jüdische Palästina sei der Verbündete der britischen Völkergemeinschaft; es wünsche dieselben Schlitzzoll-Vorteile ־zu genießen, wie die übrigen Mitglieder des britischen Empire, als dessen Teil es in diesem Sinne zu gelten anstrebe. Andererseits müsse Palästina britischen Produkten den Vorzug geben. Dizengoff teilte mit, daß in den 25 Tagen seit Eröffnung der Messe 200 000 Personen das Mcssegeläride besucht haben. Dies sei trotz den schweren Zeiten lind den Unruhen geschehen; Israel sei ein altes Volk, welches viele Drangsale durchgemacht habe, es würde auch die jetzigen Schwierigkeiten überstehen. Die Juden vertrauen auf Englands Versprechungen. Die geplante Ansprache von Captain Wal Face über das Londoner Radio konnte aus unvorhergesehenen Gründen nicht stattfinden. Als sich der Oberkommissar erhob, um das Wort zu ergreifen, bereitete ihm das Publikum eine stürmische Ovation. Sir Arthur Wauchope führte aus: ״Vor zwei Jahren am Empire-Tag und sodann wieder bei der Eröffnung dieser Messe habe ich den direkten und indirekten Wert gegenseitiger Handelsbeziehungen hervorgchoben. Die Tatsache, daß England gut über die Hälfte unseres Oesamtexportes und 70 ״,״ unseres Zitrus-Exports abnimmt, genügt an sich, um Palästina die Vorteile der Ver- Stärkung seines Handels mit England zu zeigen. Außerdem sind Anleihen und Investitionen englischer Gesellschaften eine große Hilfe bei der Erschließung dieses Landes. ich freue mich, heute Gelegenheit gehabt zu haben, die ausländischen Pavillons zu besuchen. Ich beglückwünsche die Aussteller zu dem Gezeigten, und ich hoffe, daß für Forstwirtschaft und Haferiangelegenheiten sowie das Gesundheitsamt. Die gesamte arabische Presse hat die Veröffentlichung der Regicrungs-Communiques eingestellt. Die arabischen Blätter werden drei Tage überhaupt nicht erscheinen. Die Polizei hat an die ()Öffentlichkeit den Appell gerichtet, sich an der Ausforschung derjenigen zu beteiligen, die die Straßen mit Nägeln bestreuen. Die arabische Presse berichtet, daß die Regierung eine Zeitung in arabischer Sprache herauszugeben beabsichtigt. Arabische Dörfer in der Gegend des Berges Tabor, wo in der Nacht zum 24. Mai über 300 bewaffnete Araber bei dem Versuch, jüdische Siedler anzugreifen, zurückgeschlagen worden sind, haben eine Abordnung in die jüdische Kolonie Mcsha geschickt, um sich für den Angriff zu entschuldigen und zu versuchen, eine Versöhnung herbeizuführen. Die Ab- Ordnung erklärte den jüdischen Kolonisten, daß die arabischen Dorfbewohner von Agitatoren irregeführt worden seien. Die Siedlung Kfar Chittin ist von den Kolonisten geräumt worden. Das englische Kriegsschiff ״Rarham“ ist mit Sir Dodley Pound an Bord in Haifa eingetroffen. London, 28. Mai. (ITA.) Vom Kriegsministcrium wird mitgeteilt, daß weitereTr uppen aus Aegypten nach Palästina geschickt werden. Die Verstärkung werde voraussichtlich aus einem Bataillon bestehen. Neue Zusammenstöße am Freitag Jerusalem, 29. Mai. fJTA.) Obwohl die all gemeine Entspannung anhält, haben sich die einzelnen Zwischenfälle wieder vermehrt. In Jerusalem sind bei Zusammenstößen mit der Polizei drei Araber e t ö t e f und sechs verwundet worden. Als erster englischer olizist ist der Konstabler Robert B i r d gefallen. In Haifa wurden drei Bomben geworfen. Der Verkehr /.wischen Jaffa und Tel-Awiw ist eingestellt. Vier Lastkraftwagen jüdischer Eigentümer sind in der Gegend von Jaffa angegriffen worden. Englische Truppen eröffneten Feuer auf arabische Aufrührer, die die Eisenbahn bei Chan Junis angriffen. High Commissioner Sir Arthur W auchope hat im Hinblick auf die Lage die Verwendung von Tränengas gestattet. Die englischen Einwohner von T u I k e r e m haben diese arabische Stadt verlassen und sind nach der jüdischen Kolonie Nataniah übergesiedelt. Atis Aegypten sind militärische Verstärkungen mit Flugzeug und Bahnen eingetroffen. Alle aus Aegypten eintreffenden Züge stehen unter dem Schutz von Panzerwagen und Tanks. Die von Arabern bei Gaza auf der Eisenbahnlinie nach Aegypten errichteten Hindernisse sind beseitigt worden. Auf der Linie Gaza—Ludd ist rechtzeitig ein Dynamit-Gefäß entdeckt und unschädlich gemacht worden, mit dem ein Zug in die Luft gesprengt werden sollte. Bei Magdiel wurden Bomben gegen einen Zug geschleudert. Explosiv- TR ATTF RFF1FR J. 1.1, xV U 11.1 JL JLj 1.1 für NAHUM SOKOIOW am Mittwoch, dem 3, Juni 1936, 20J0 Uhr Brüdervereinshaus, Kurfürstenstr. 115-116 Vorsitz: Rabbiner Dr. Baetk Ansprachen: Dr. Alfred Klee Dr. Michael Traub Prof. Otto Warburg Jüdische Ordiestervereinlgung unter Leitung von Leo Kopf Sollst: Oberkantor Julius Pcissaehowicz ZIONISTISCHE VEREINIGUNG für DEUTSCHLAND JEWISH AGENCY FOR PALESTINE sie gleichzeitig mit der Ermutigung des Absatzes von Ware» in Palästina sich auch die bedeutenden Vorteile vergegenwärtigen werden, die ein verstärkter gegenseitiger Handel mit sich bringt. Die höchst bedauernswerten Unruhen und zahlreiche Akte von Gesetzwidrigkeit in den letzten Wochen hatten mit Notwendigkeit eine gewisse störende Wirkung auf Handel und Geschäft, aber diese Störungen sind vorübergehend. Ich habe volles Vertrauen, nicht nur auf die Aufrechterhaltung, sondern auch auf eine eventuelle Steigerung unseres Handels, da ich Vertrauen auf die Fort- Setzung und den Ausbau der Tätigkeit unseres Handels und unserer Industrie habe. Während der letzten vier Wochen haben die dem Gesetze gehorchenden Bürger dieses Landes angesichts äußerster Provokation eine Zurückhaltung bewiesen, die von mir aufs höchste gewürdigt wird. Dieser Geist der Zurückhaltung ist als solcher bewunderungswert und für die Regierung höchst nützlich. Ich versichere Ihnen nochmals, daß kein Streik und keine Gewaltakte die Regierung auch nur um ein Jota von ihrer Entschlossenheit abbringen werden, ihren Mandatsverpflichtungen in vollem Maße zu entsprechen. Ich beglückwünsche die Organisatoren der Levante-Messe und die Bürger von Tel-Awiw, die in» lobenswerter Weise Energie, Entschlossenheit und Zutrauen gezeigt und es nicht zugelassen haben, daß vorübergehende lokale Schwierigkeiten das Geschäftslebcn in Tel-Awiw und den Erfolg der Levante-Messe stören.“ Wauchopes Rede wurde wiederholt durch Beifall unter« brochcn. Nach Schluß der Feier besichtigte Wauchope die Arbci« ten im Hafen vom Dach des Messecafes aus und be* merkte, daß man sich beeilen müsse, die hölzerne Mole zu photographieren, weiche historisch sein werde, wenn der Bcton-Hafendamm fertiggestellt wird. Nachher besuchte er eine Anzahl ausländischer Pavillons. (Paleor.) Histadruth - Pavillon eröffnet Tel-Awiw, 25. Mai. Der Histadruth-Pavillon auf der Levante-Messe wurde gestern abend eröffnet, lieber dem Pavillon hängt eine Inschrift: Vorwärts trotz allem! Vor der Eröffnung marschierten mehrere tausend Mitglieder der Arbeiter-Jugeud-Organisation vor Bcrl Locker und Reinez auf, die Ansprachen hielten. Eine nach Tausenden zählende Menschentnenge war bei dem Aufmarsch anwesend. (Paleor.) körper wurden von Genietruppen an verschiedenen Stellen der Straße nach Nablus beseitigt und eingegraben. Nieder* gelegte Sprengkörper sowie zwei Minen sind auch auf anderen Straßen gefunden worden. In Jerusalem hat die Polizei einen Araber festgenommen, der ein ganzes Arsenal von Gewehren und Munitionen mit sich führte. In Jaffa wurden mehrere von Juden verlassene Häuser an ge zündet. Gestern sind in Jaffa 17 Bomben explodiert. Die Zahl der Sprengstoffanschläge seit Beginn der Unruhen ist damit auf 70 gestiegen. Die hebräische Tageszeitung ״Haboker“ ist für fünf Tage verboten worden. Die Verluste Amtlich wird bekanntgegeben, daß bei den Unruhen bis* her 50 Personen getötet und 325 verwundet wurden. Unter den Toten befinden sich 26 Juden, 22 Mo• hammedaner, davon 2 arabische Polizisten, ein arabischer und ein europäischer Christ. Verwundet wurden 175 Mohammedaner, 110 Juden und 40 Christen, darunter 23 englische Polizisten, 2 englische Soldaten und 8 euronäisene Christen. 1 200 Personen wurden seit Beginn der Unruhen verhaftet, von ihnen sind 930 Araber und 250 Juden. 409 Araber und 204 Juden wurden wegen Ueberschreitung der Polizeistunde bestraft. Hilfspolizei in Tel-Awiw Jerusalem, 29. Mai. (JTA.) In Tel-Awiw sind 600junge Männer, Angehörige aller jüdischen Gruppen, für die H i I f spolizei rekrutiert worden. Sie werden in Alarmbereitschaft gehalten und sollen sofort in Dienst gestellt werden, falls der Schutz einer jüdischen Kolonie vor einem arabischen Angriff notwendig werden sollte. Kein Rücktritt Wauchopes London, 28. Mai. (JTA.) Die in Jerusalem verbreiteten Gerüchte, daß Sir Arthur ׳W a u c h o p e seine Stelle als High Commissioner für Palästina niederzulegen beabsichtigt, werden von Regierungskreiseri autoritativ in Abrede gestellt. Von sehr hoher Stelle wird mitgeteilt, daß diese Meldung absolut unbegründet sei. Der Ausbau der Häfen Palästinas ln der Unterhaussitzung vom 25. Mai brachte Captain W. F. Strick I and in einer Anfrage das Problem der Ueberlastung der Häfen Palästinas zur Sprache. Der Abgeordnete hatte an den Kolonienminister die Anfrage gerichtet, ob er auf die Schwierigkeiten aufmerksam geworden sei, die für die in Tel-Awiw wohnenden Importeure, die Waren über Jaffa beziehen, bestehen, da es nur eine freie Straße und keinen entsprechenden Hafen gibt und ob der Minister mit Rücksicht darauf, daß diese Schwierigkeiten 7.11 überflüssig vermehrten Stockungen im Hafen von Haifa führen, die Vorschläge, zusätzliche, angemessene Hafenanlagen in Tel-Awiw selbst zu schaffen, In baldige Erwägung ziehen werde. Die Anfrage wurde von dem Minister für die Dominien, Malcolm Mac Dona Id, folgendermaßen schriftlich beantwortet: Es ist eine Tatsache, daß die Verhältnisse im Hafen von Jaffa unbefriedigt waren und daß die Schwierigkeiten gegenwärtig durch den arabischen Streik zeitweilig vermehrt sind. Man erwartet, daß bis Jahresende ein umfassender Verb esserungs plan durchgeführt sein wird; seit langern vorbereitete Pläne für die Erweiterung der Anlagen in Haifa werden durchgeführt werden, sobald Mittel zur Verfügung stehen. Es bestfrht kein Grund zu der Annahme, daß die Bedürfnisse der gegenwärtigen Situation nicht durch die Verbesserungen und Erweiterungen befriedigt werden könnten, die jetzt in Jaffa und Haifa durchgeführt werden oder geplant sind. Tel-Awiw, 25. Mai. (JTA.) Der Stadtrat von Tel* Awiw hat beschlossen, 51 0׳״ der Anteile der neugegründeten Tel-Awiwer Hafenbaugesellschaft zu über* nehmen. f

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