Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 42-43 (26.5.1936)
- Date
- 1936-05-26
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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9 ד•«»? JÜDISCHE RUNDSCHAO Kfr: 42/43, 76. V. 1936 ' Erklärung Baldwins im Unterhaus Konferenz der arabischen Bürgermeister ist verboten worden. Die hebräische Tageszeitung ״D o a r H a j o m“ ist wegen eines Artikels, in dem an der Regierung Kritik geübt wird, für flirrf Tage verboten worden. Zwei Araber, die unter dem Verdacht, den Feuerüberfall heim Edison-Kino in Jerusalem verübt zu haben, verhaftet wurden, sind wegen Waffenbesitzes zu je sieben Tagen Arrest verurteilt worden, die Anklage wegen Mordes wurde gegen sie nicht erhoben. Die Palästina-Regierung hat eine Reihe weiterer Maßnahmen zum Schutze der jüdischen Bevölkerung in den Vorstadfeit von Jerusalem, insbesondere in Bet Hakerem, getroffen. Die Bewachung ist zürn Teil der Polizei, zum Teil einer hinwohnermiliz übertragen wordert. Die Kosten für die Erhaltung der Miliz werden von der Regierung urrd ßevölkerung gemeinsam getragen. Auf Anordnung des liiglt Com• rrrissioners wird die Palästina-Polizei vom 1. Juli an um 5W) Mann verstärkt. ln! Lrrufe des Tages sind an verschiedenen Punkten des Landes iiher 1000 Bäume in jüdischen Pflanzungen aus- (״rodet worden. In Haifa wurde am Sonnabend abend ein prengkörper in ein Kino geworfen. Verletzt wurde niemand. Das arabische .,Nationalkomitcc“ hat die Bevölkerung von neuem aufgefordert, den Streik fortzuführen und auszudehnen, bis seine Forderungen erfüllt sind. Das Streikkomitee bemüht sich, den Streik um jeden Preis auch im Haifaer Hafen durchzusetzen, da der Durchbruch der Streikfront in Haifa sehr druckend auf die Stimmung der arabischen Bevölkerung wirkt. Man will die Hafenarbeiter in Haifa durch 3000 Streikosten davon abhalten, zur Arbeit zu gelten. Die Regierung at entsprechende Maßnahmen getroffen, um jede Streik- Agitation in Haifa zu verhindern. Der Ausnahmezustand fn Nablus ist am 22, Mai der Ausnahmezustand verkündet worden. Die Bestimmungen des Ausnahmezustanacs in Jerusalem wurden durch Vorverlegung der Polizeistunde von 7 Uhr auf 6.30 Uhr abends neuerlich verschärft. Zum erstenmal seit 1920 haben infolge des Ausnahrrrerust,indes die Juden am Freitagabend in Jerusalem dem Gottesdienst nicht beißewohnt. Vom Sonnabend mittag angefangen stehen alle Straßen in Miltel- und Südpalästina faktisch unter Kriegsrecht, da durch eine Verordnung das Verkehren von Fahrzeugen einschließlich Autobussen von diesem Zeitpunkt an südlich der Linie Tantura-Afuleh-Gescher-Machanajim ohne Passierschein verboten ist. Dank dieser Verordnung werden künftighin die Straße Jerusalem -Tel-Awiw und andere Straßen besser gegen Ueberfäile geschützt sein. In einem Regierungs- Communiqufi wird mitgeteilt, daß das Verbot des Straßen- Verkehrs ohne besondere Erlaubnis in Mittel- und Süd- Palästina sich auch auf die Stadtgebiete, mit Ausnahme von Tel-Awiw, erstreckt. Bis 25. Mai werden Passierscheine, die nur für einen Tag gelten, an ״den Gesetzen gehorsame Bürger“, wie es in dem CommuniquS heißt, ausgegeben werden. Militärische Posten werden an den Straßen die Erlaubnisscheine kontrollieren. Abends wurde eine Verordnung herausgegeben, durch die die Polizei ermächtigt wird, Personen, bei denen dies notwendig erscheint, aus einer Stadt in eine andere 7.u verbannen. Auch Hausarrest kann polizeilich verhängt •werden. in der (irgend, in der am Donnerstag der Ueberfall auf den jüdischen Autobus verübt wurde, sind mehrere arabische Dorfvorsteher verhaftet worden. Die Eisenbahnlinie nach Aegypten war kurze Zeit blockiert, doch wurde der Verkehr sofort wiederhergestellt. Zwangsverschickung arabischer Führer Jerusalem, 24. Mai. (JTA.) Auf Grund der am Freitag erlassenen Verordnung über die Möglichkeit der Verhängung von Hausarrest und Zwangsverschiekung auf administrativem Weg ist der Jerusalemer Vizebürgermeister Jacub Faradsch angewiesen worden, sein Haus nicht zu verlassen. Der Führer der arabischen nationalen Gewerkschaftsbewegung, Fakhri Bey Nashashibi, ist aus Jaffa, wo er in der letzten Zeit eine lebhafte Agitation entfaltet hatte, nach Jerusalem zu dreimonatig cm Zwangsaufenthalt gebracht worden. Der Vorsitzende des Streikkomitees, Hassan Sidkv Bey Dajani, wurde fi;r ein Jahr nach Betjt Jibrin, sein Gehilfe Salakh A b d 0 u nach Khan Junis zwangsverscbickt. Saleh Farads c h wurde nach Jericho gebracht. .Sechs anderen arabischen Füllrtrn wurden Akko bzw. Nablus als Zwangsaufenthalt zugewiesen. Appell des Waad Leumi an die Araber Jerusalem, 24, Mai. (JTA.) Der Waad Leumi hat einen Aufruf veröffentlicht, in dein die Behauptung der arabischen Führer, daß durch die Juden ehe Existenz der Araber in Palästina untergraben werde, ztiriickgew iesen wird. Drnigrgenuber wird in dem Aufruf gezeigt, daß die jüdisrtic Einwanderung und Aufbauarbeit d e n Arabern viel Nutzen gebracht hat. An die arabische Bevölkerung wird der Appell _ gerichtet, mit den Juden in Frieden zusammenzulebeir. Wir sind sicher, so heißt es in dem Aufruf, daß es bei gutem Willen und gegenseitiger Achtung möglich ist, einen gemeinsamen Weg zu finden, der weder die jüdischen Rechte auf Einwanderung und den Aufbau Palästinas, noch die arahistht'ii _ Interessen und eine freie arabische Entwicklung beeinträchtigen und Juden wie Arabern in gleicher Weise zum Segen gereichen wird. Aus der Jerusalemer Stadtverwaltung Jerusalem, 24. Mai. (JTA.) Nachdem der Bürgermeister von Jerusalem, Dr. K h a I d I, einige Tage lang krankheitshalber dem Amt ferngeblieben war, hat der High Commissioner Sir Arthur Wa u c h o p e am Sonnabend den jüdischen Vizebürgermeister Rechtsanwalt Daniel Auster rovisorlsch zum amtsfahrenden Bürgermeister e&timmt. lieber den zweiten Vizebürgermeister, den Araber Jacub Farradsch, ist Hausarrest verhängt worden. Der ausfuhrende Bürgermeister Daniel Auster hat gemäß der vor kurzem von aem High Commissioner gegebenen Anordnung die Arbeitsverträge mit denjenigen arabischen Firmen gelöst, die wegen des Streiks ihren Verpfllchtungen nicht nach gekommen sind. Am Sonntag ist Bürgermeister Khaldi unerwarteterweise im Magistrat erschienen, wo er sofort seine Amtstätigkeit aufnahm. Die Stadtgemeinden von Nablus und Hebron haben bekanntgegeben, daß sie sich dem arabischen Generalstreik offiziell angeschlossen haben. Neue Zusammenstöße Jerusalem, 24. Mal. (JTA.) Nach einem Verhältnismäßig ruhig verlaufenen Schabbat Ist es am 23. Mal abends wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Arabern gekommen. In den größeren Städten sammelten sich nach aen Abendgebeten in den Mo- Englands Verantwortung für Palästina London, 21. Mai. (JTA.) Der englische Ministerpräsident Bald sv i n hat in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten J. H. l.eckie in der Unterhaussitzung vom 21. Mai die Erklärung airgegeben, daß England die Vera n t w o r t u n g für die Verwaltung und den Schutz. Palästinas in IJebereinsfimmung mit den Be- Stimmungen des Mandats trage und dieser Verantwortung in vollem M aß zu entsprechen gedenke. Der Abgeordnete L e c k i e hatte gefragt, ob die engfische Regierung im Hinblick auf den Beschluß der i t a 1 i e n isehen Regierung, ganz Abessinier! zu annektieren, und der hieraus sich ergebenden Bedrohung der englischen Stelhing in Afrika und im Nahen Osten es in unmißverstandlicher Weise klarmachen wolle, daß eine Einmengung Italiens in das bestehende Regime in Aegypten und Palästina unter keinen Umständen zugelassen lind daß jeder Versuch, dies zu tun, als unfreundliche Handlung angesehen und dementsprechend behandelt werden würde; ferner ob im Hinblick auf die durch die Entwichhing der Luftschiffahrt veränderten Verhältnisse die Frage einer Verstärkung der englischen Verteidigung im Suezkanal• Gebiet gemeinsam mit der ägyptischen Regierung erwogen werden würde. Ministerpräsident B a 1 d w i 11 antwortete: Mein geehrter Freund weiß zweifellos, daß Aegypten und Palästina zu verschiedenen Kategorien gehören. Was Aegypten betrifft, so hat die Regierung Seiner Majestät den fremden Mächten einschließlich Italiens im März 1922 zur Kenntnis gebracht, daß sic beschlossen habe, das Protektorat über Aegypten aufzuheben, und dieses Land als souveränen u n a Ir 11 ä 11 g i g c n Staat anerkannt habe. Bei dieser Mitteilung an die Mächte hat die Regierung Seiner Majestät es in unmißverständlicher Weise kiargemacht, daß sie jeden Versuch der Einmischung in die Angelegenheiten Aegyptens seitens irgendeiner Macht als unfreundlichen Akt und jeden Angriff gegen das Gebiet Aegyptens als eine Handlung betrachten würde, die mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln abgewehrt werden müßte. Eine weitere Erklärung scheint nicht notwendig zu sein. Was das Suez, kan al- Gebiet betrifft, so werden gegenwärtig in Kairo Vorscheen große Menschenmengen an, die versuchten, ungeachtet der Polizeistunde, in den Straßen zu bleiben. Die Poliz.ei mußte energisch einschreiten. In T ulkerem sind spät abends bei einem Zusammenstoß ein Polizist und zwei Araber verwundet worden; auch in Akko wurden ein Polizist und mehrere Araber verletzt. Die Polizei- und Militärpatrouillen sind am Sonnabend bedeutend verstärkt und vermehrt worden. Auf den Straßen wurden fast bei jedem Kilometer die Fahrzeuge angehalten und die für den Tag ausgegebenen besonderen Passierscheine geprüft. Die Polizeistunde, die am Freitag in Jerusalem um eine halbe Stunde vorverlegt worden war, ist am Sonnabend wieder für 7 Uhr abends festgesetzt worden. Die Araber in Jerusalem, Jaffa und Nablus versuchten die Be- Stimmungen des Ausnahmezustandes zu sabotieren, indem sie sich nach der Polizeislunde in großen Mengen in den Straßen zeigten und die Polizei wiederholt zum Eingreifen zwangen. in Akko wurde die Streichholzfabrik Nur in Brand gesteckt. Es wurden große Anstrengungen gemacht, um den Brand zu lokalisieren. In der Nacht vom. Freitag zum Sonnabend ist in der Nähe von Tel Mond ein arabischer Polizist erschossen worden. Der Mord wurde von arabischen Terroristen verübt, die von dem Polizisten bei dem Versuch eines Sabotageaktes überrascht worden waren. In Nablus wurden von der ״Schwarzen Hand“ unterzeichnete Aufrufe in englischer Sprache verbreitet, in denen die Soldaten gewarnt werden, sich in den Straßen zu zeigen, ״wenn ihnen ihr Leben lieb sei“. in Jerusalem wurden die Sichenmgsmaßnahmen für die Regierungsgebäude und das Wohnhaus des High Commissioner Sir Arthur Wauchope erheblich verstärkt. A11 die paliistinensisch-transjordanisehc Grenze, insbesondere zur Allenby-Brücke über den Jordan und in die Gegend des Toten Meers, sind größere Truppenabteilungen abgegangen. Aufruhr in Tulkerem und Nablus Jerusalem, 25. Mai. (JTA.) im Laufe des Sonntags ist es infolge eines von einer großen arabischen Menge versuchten Angriffs auf das Gefängnis Nur e! Schemesch bei Tulkerem zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Arabern und englischem Militär gekommen. Der Sturm auf das Gefängnis galt der Befreiung der dort untergebrachten arabischen Sträflinge. Der Angriff wurde von Truppen abgewehrt, die aus Chedera Verstärkung erhalten hatten. Die Aufrührer wurden von Mililärabteilungen verfolgt. Im Gebirge, wo sich mehrere Gruppen von Demonstranten verborgen hatten, kam es immer wieder zu kleinen Feuergefechten. Nach den bisher vorliegenden Berichten ist ein englischer Soldat in diesen Gefechten gefallen. Auf beiden Seiten gab es eine größere Zahl von Verwundeten. In einem amtlichen Communiquö werden Mitteilungen über eine Aufruhrbewegung in Nablus gemacht. Englische Truppen sind von allen Seiten von Arabern angegriffen worden. Sie wurden aus den engen winkligen Gassen und von den Dächern her beschossen. Infolge der kritischen Lage waren die Truppen zunächst genötigt, sich aus der Stadt zurückzuziehen. Erst nach dem Eintreffen bedeutender Verstärkungen konnten die Truppen wieder in die Stadt einmarschieren und die Ordnung wieder hersteilen. Die Besatzung befindet sich in dauernder Alarmbereitschaft. In den Straßen von Jaffa wurde eine größere arabische Demonstration veranstaltet. Die Teilnehmer an der Kundgetmng wurden nach erbittertem Kampf durch Militär ver• trieben. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Von arabischen Kähnen aus haben arabische Terroristen zwei Bomben gegen den vor Tel-Awiw ankernden dcutsehen Dampfer ״Richard Borchardt“ geworfen, dessen Ladüng eben gelöscht werden sollte. Der arabische Anschlag mißlang. Mit den Löschungsarbeiten wurde begonnen. Aut Befehl der Regierung sind bisher über zwanzig arabische Streikführer verhaftet worden. Die Verhafteten wurden sofort zum Zwangsaut enthalt unter Polizeiaufsicht in verschiedene entlegene!Dörfer gebracht. besprechungen mit dem Ziele abgehalten, einen Bündnisvertrag zwischen England und Aegypten abzuschließen; hierbei werden auch Fragen berücksichtigt, die mit dem Schutz des Kanals im Zusammenhang stehen. Die Regierung Seiner Majestät trägt die Verantwortung für die Verwaltung und den Schutz Palästinas in Uebereinstiinmung mit den Bestimmungen des Mandats und beabsichtigt, ihrer .Verantwortung in vollem Maß zu entsprechen (Beifall). Die Rolle des Mufti In der vorangegangenen Sitzung des Unterhauses wurde die Rolle des G r o ß in u f t i von Jerusalem in der arabischen Streikbewegung durch den Abgeordneten R. H. Morgan zum Gegenstand einer Anfrage an den Kolonienminister gemacht. Der Abgeordnete R. H. Morgan fragte den Minister für die Kolonien, ob es ihm bekannt sei, daß der Mufti von Jerusalem, dessen Gehalt von dem paiästirrensisehen Schatzamt bezahlt wird, Mitglied des Generalstreikkomitecs ist und sich bei der Organisierung der Fort- Setzung und Ausdehnung des Streiks in den Häfen, bei den Eisenbahnen und im Staatsdienst im allgemeinen aktiv betätigt, und was die Regierung in dieser Sache zu unternehmen gedenke. Minister Thomas antwortete, es sei richtig, daß der Mufti in seiner Eigenschaft als Präsident des Obersten moslemischen Rats ein Gehalt aus Mitteln der Palästina- Regierung beziehe. Er (der Minister) zweifle nicht daran, ■daß der High Commissioner, falls er der Ansicht wäre, daß die politische Betätigung irgendeiner Person in Palästina ein besonderes Eingreifen erfordere, dem Kolonienminister einen entsprechenden Vorschlag machen würde. Der Abgeordnete Vvvian Adams fragte, ob der Kolonicnminister eine Erklärung über die bevorstehende Unterredung mit Vertretern der arabischen Gemeinschaft Palästinas abzugeben habe. Minister T h o m a s verwies den Abgeordneten auf die Beantwortung seiner Anfrage am 18. Mai. Abg. Adams: Bedeutete diese Antwort, daß in der Tat keine arabische Delegation nach London kommen soll? Minister Thomas: Jawohl; ich habe dies in meiner Antwort vollkommen klargemacht. Die Lage am Montag 25. Mai (17 Uhr) Wie wir telefonisch aus London erfahren, ist in den frühen Morgenstunden des Montag ein Jude in Jeru- Salem auf dem zur Universität führenden Wege ermordet worden. In der Nacht zum Montag war es zu verschiedenen Schießereien im Lande gekommen. Die Regierung, die bisher für ihre Truppenverschickun-, gen und sonstigen Transporte Autobusse arabischer Unternehmungen benutzte, hat diese Verträge gekündigt und hat für die Truppen die Autobusse der jüdischen Kooperative ״Egge d“ herangezogen. Tel-Awiwer Hafenbaugesellschaft gegründet Tel-Awiw, 21. Mai. (JTA.) Am 21. Mai nachmittags ist in T c!-Awiw eine 11 afcnbaugesellschaft mit einem Kapital von 150 000 P f u 11 d gegründet worden. Die Aktiep habe eine Nominale von 15 Pfund und sollen in Palästina selbst abgesetzt werden. Die Jaffaer Hafenarbeiter haben an den High Commissioner Sir Arthur Wauchope ein Ultimatum gerichtet, in dem sic verlangen, daß das Löschen von Schiffsladungen an der Küste von Tel-Awiw sofort eingestellt werde, anderenfalls können sie für die Folgen keine Verantwortung übernehmen. Inzwischen gellt das Ausladen des vor Tel-Awiw ankernden Dampfers ruhig weiter. 111 Begleitung seiner Aerzte hat Bürgermeister Dizengoff abermals den Strand besucht, um die Löschungsarbeiten zu beobachten. Die angesammeite Menge bereitete dein Bürgermeister herzliche Ovationen. Der Distriktskommissar für den Süddistrikt, R. E. H. Crosbie, hat der Stadtverwaltung von Tel-Awiw einen Besuch abgestattet und offiziell mitgeteilt, daß der High Commissioner die Verlegung der Regierungsämter von Jaffa nach Tel-Awiw genehmigt habe. Die Meinung des Jischuw Jerusalem, 21. Mai. (JTA.) Die hebräische Presse weist darauf hin, daß den scharfen Drohungen der Regierung gegen die Mörder und Saboteure bisher entsprechende Taten nicht gefolgt sind. Damit mache sich die Regierung zum Gespött der Araber. Der gesamte Jischuw stehe hinter der Forderung der Jewish Agency nach An- Setzung aller Kräfte zur endlichen Wieder- Herstellung der Ordnung. Die wachsende Zahl der Verbrechen und der Drohungen könne auch den Jischuw, der eine unvergleichliche Disziplin und Selbstbeherrschung an den Tag legt, aus dem Gleichgewicht bringen. Auch die Geduld einer zivilisierten und friedliebenden Bevölkerung habe eine Grenze. Der Jischuw werde die britische Regierungskommission, wenn sie nach Palästina kommt, unterstützen, aber nicht um Haaresbreite von dem Recht der Juden, nach Palästina zu kommen und das Land atifzubauen, alnveichetr. Das jüdische Volk werde sich mit allen Kräften jedem Schacher widersetzen, der auf seine Kosten eingcfädclt wird. Der Jischuw sehe sich der verzweifelten jüdischen Not in vielen Ländern gegenüber und wisse, welche Verantwortung auf ihm ruht. Auswirkungen in Transjordanien Jerusalem, 19. Mai. (JTA.)) Der Generalstreik der Araber in Palästina hat auch das Geschäftsleben j n Transjordanien in Mitleidenschaft gezogen. Die Preise zahlreicher Waren sind gestiegen, viele Kaufleute haben Zahlungsschwierigkeiten und verlangen Moratorien. Uebcrland- Chauffeure, die zur Durchführung eines Sympathiestreiks aufgefordert sind, sollen den Streik mit der Begründung abgelehnt haben, daß Transjordanien im Gegensatz zu Palästina ein armes Land sei und einen Streik nicht durchhalten könne. Ein Vorschlag aus Aegypten ״Al Guehad“, das führende Organ des ägy pti* sehen Watd und eine der größten arabischen Zeitungen, regt in einem Artikel die Abhaltung einer Round-T able- Konferenz zwischen Juden und Arabern an. Der Artikel rät den palästinensischen Arabern, die Legitimität des Werkes anzuerkennen, welches von den Juden, die auf Grund internationaler Vereinbarung nach Palästina zurückkehren, geleistet wird. (Palcor.)