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Jüdische Rundschau · 1936-05-26 · Heft 42-43 (26.5.1936) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 42-43 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 42/43, 26. V. 1936 DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU Die Anfangstakte von ״Bordu!“, ״Klddusdi“ und ״Sdiir Hamalos“* 0 rrP) 14 Nadidrurk verboten Alle Rechte Vorbehalten _ J5 c r (-.VN 33 u s c•־-, _ cho Ei: 1JI . jrfye1׳^ ‘׳ü mi.kel 0 t V ■ -V-י• •־ x v -I ■ ■ * - . ל-—-i»-:»—J■ ■׳ י•*--.*- 1 ״-—“zf: jSth! ** A4* . *HA . lojc* AszA!*r Jt . 43a . nej Oj . >m* * Je s'rj0Ar /** nu Hu3־;:r 1 ::1 Up'■ +: * + 9; 1 f.f.'V: - /״. O ־־ 24 24 J .sehe - r? e . rr */*י. . es< *2 .j01 Ae . . nu >L r^al י*ד׳ _ ״K>'ל" ך: V'^F^ 4י«/ TC**.fU J}0 . : >n ^2 f■3U *y zA?. A/ 4׳ - SS *SS ׳ ־-־fr 1-•- 1צ;׳ £.t'.5=::׳rr 4‘Gf5, f= I ג ״ ,ötgN fc t-t־׳־׳e: 0;י Jfl -t eN j.Sfe/S 1. >**ü. rtu Ah?. .f K . k i ]**־ :׳ ר.: j..p■״“‘', ,.F k 4”T"H" / S f w * G־־ ׳.־ 4 J-_g ״ V י T* f*: - /2 _ rt/y SS mt . oh i rn Jp o - - y V . ד;< SS >v€ _ I rtJ - fh! f'~An _ ע . <V4f? .? . '$■ 1): _' t־.«« 5׳'<■ A'.■. .«.4 e . nu 4׳ - «' — S‘ - Sri״* - ~!c äh y. :jz=$==. “ " 0*'hrtf h**. 4C .nm ,4'.. y/ " J ri. ne J11c.se . r-n fyc• Je2eefy t! . *ro.cfo ne-sst mr.siJvi^ fa.jo■ *~4 . bc,Jo.tfv b'. rt . r!c m j!Jt '/ > U }o..je-h'c> ri . rt o . i o ■jo. »o, b. ri . ne 'X ■ ...״ . f-f.} ft <־•־*►* ^5 j'ifyyw nc.jje A . 2tt. me, ssetA, ne. 4,fe <3. ■!14 . mo - *ח BRIEFE AN DIE REDAKTION Berichte aus Palästina Mrged, den 12. Mai 1936 An Hie ,. J ü r 1 i sc he Ru nd sc hau“ Berlin In der Nummer vom 5. 5. 36 berirhten Sie auf der ersten Seile üf־>er den Biand eines Lagrrhau.ses bei Chederafi. leigentü merin <iit>es Lagerhauses ist tatsächlich nicht die .,B.desiinc Fruit i'ompany‘‘, sondern die nesellschaft ..Apai“ f Agudnfh l’ri Kre7 Ji-raei). die den englischcn Namen ,.Palestine Fruit, tirowers“ führt. Der Satz .,ob• wohl das Lagerhaus in der Nahe der H.!!1n--Iah׳׳n Chcdcrah liegt, brannte es nieder, bevor die Feuerwehr ankam“ ist geeignet, die Vorstellung zu erwe<־ken, als hätte die Feuerwehr absichtlich oder aus Fahrlässigkeit ihre Pflicht nicht getan. Die Wahrheit ist, daß in Chcdcrah über־ hrmpt keine Feuerwehr existiert, und daß sie, selbst wenn sie vorhanden wäre, nichts hatte au-rirhten können, weil es an der Brandstelle kein Wasser gibt. Ein oder zwei Nummern vorher berichteten Sie über den Brand eines jüdischen Pardeß in Jaffa. Diese Nachricht ist falsch, weil ein Pardeß der doch aus frischen und gewässerten Bäumen besteht, gar nicht brennen kann. Hochachtungsvoll Max Jacobsohn Anstellung jüdischer Lehrer G., d. 10. April 1936 einer jüdischen Sehule erstre- St*hr geehrte ben, anstatt sich ehrenamtlich Redaktion! als I ..eiter von Jugendorganisation Es ist wo! 1! kean Cehci in nis nen oder nmlerweitig im Dienste in ei run'wejhf cn Kreisen. aber der Gemeinden und Wohlfahrtsnorh zu wen! g in der Ocflcnte: n r i ■ h'ungen zu betätigen. iiE'hkc: it bekannt, dal! bei sier Es 1 gibt aber noch die Gat* AiwEe! hing von neuen Lehr knifhing derjenigen 'Lehrkräfte, die ten ai ו jüdDI im Srhuien ( hnerweni grr als 10 Dicnstjahre im seits ganz, ju nge Anwärter m i t offen! liehen Schuldienst hinter naMirg emäß g! .1 ■ngen Ampnu 'hen, sieh 'naiven und infolgedessen andere ,rseiLs v nu den Lehr kl'äfohne jegliche Pension entlassen ten n nt mehr ].ihriger Erfal irung worden sind. Es ist diesen wertnur < lif jenige n Ix׳ Vorzug! wervolle n Lehrkräften sehr schwer den, - die Len non beziehen und rnög! iicli, eine andere Existenz daher ebcntall s nur eine ge ringe als Privatunterricht zu finden. Ycrpii ׳ung vei langen. Dazu knm- Lur die-e I.chrer mußte sich men jetzt di( ■ mit vollem Grdie Ree f 1-ver! rot ung c'in.sct zen, halt 0 ntla^em n Lehrkräfte. dir. da < ־lie 1uit der Anhebung bo* obwoh 1 ihr I .eben 'Unterhalt ge- ’ fall! cn Kuratorien und vielfach sii Bert ist, חת eh eine Anste ll״״K au eh die Direktoren möglich זי ganz geringes Knteell an billige Kräfte vorziehen. — Der Grundsatz der Anstellung von nur billigen Kräften führt sogar dazu, daß auch solche Lehrkräfte vielfach an jüdischen Schulen unterrichten, bei denen man weder jüdisches Wissen noch positive Einstellung zum Judentum voraussetzen kann. Wie 501len unter solcher Leitung Kinder heranwachsen, die von Stolz und Liebe zum Judentum erfüllt sind? Frage: Gilt mir das Geldintercsse des Kuratoriurjß, oder gibt es noch eine Instanz, di« vor allem für unsere jüdischen Schulen geeignete, gut pädago• gisch ausgebildete Lehrkräfte mit jüdischer Einstellung heranzieht? Soll unsere jüdische Jugend un• ter falsch angewandter Sparsam• keit leiden? 11 ochachtungsvoll G. Anm. d. Redaktion: Die Schulabteilung der Reichs• Vertretung teilt hierzu mit: Die Schulabteilung hat sich in der ganzen Zeit ihres Bestehens dafür eingesetzt, daß die■ jenigen Lehrkräfte, die kein Ruhegehalt oder nur ein sehr geringes beziehen, im jüdischen Schulwesen Beschäftigung finden. Dieses Ziel wird auch durch ein Rundschreiben vom 3■ April d. J. verfolgt, in welchem es heißt: ״Aus der schwierigen wirtschaftlichen Situation heraus sind viele Gemeinden dazu übergegangen, bei Einstellung .non Lehrkräften entweder ganz junge, insbesondere unverheiratete Lehrer zu bevorzugen oder aber den Unterricht durch pensionierte Lehrkräfte erteilen zu lassen, die nur ein zusätzliches Ge■ halt beanspruchen. Dieses Bestreben darf jedoch nicht dazu führen, daß ältere einkommenslose Lehrkräfte, die verhei■ ratet sind und Kinder haben, auf Einstellung an Schulen nicht rechnen können. Auch aus pädagogischen Gründen ist es durchaus wünschenswert, daß an allen Schulen auch 1terheiratete ältere Lehrkräfte tätig sind.“ — Leider kann nicht bestritten werden, daß die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen die Schulträger gegenüberstehen, oft nahezu unüberwindlich sind und daß es dann bisweilen unvermeidlich ist, bei Anstellungen billigen Lehrkräften den Vorzug zu geben. Der Grundsatz der Anstellung nur billiger Lehrkräfte wird allerdings wohl nirgends befolgt werden. — ״Geldinteresse des Kuratoriums“ ist sicherlich eine unzutreffende Ausdrucksweise. Die riesigen Fehlbeträge der einzelnen Schulen zu decken, ist eine Aufgabe, die die äußerste Grenze der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der lokalen und zentralen jüdischen Instanzen za überschreiten droht. Das Bemühen der zentralen Stellen geht dahin, finanzicll so weit einzugreifen, daß ein Ausgleich zwischen den pädagogischen Erfordernissen und den wirtschaftlichen Möglichkeiten gefunden wird. Ostjüclisdie ״Jomtow“- Gesänge in der ״Sdiul“ und daheim Die ״Jomtojwim“ im Osten waren voller Feierlichkeit. Oesang erfüllte sie von Anbeginn bis Ende. Schon das feierliehe ״Borchu“, mit dem der Vorbeter den Beginn des Maariwgebets und den Fäertags-״Nussael1“ einleitcte, klang geradezu wie eine Hymne, eine frohe Verkündigung des Beginns der heiligen Tage, die den Alltag mit seinen Nöten verjagten. Nach dem noch mit Werktagsstimmung erfüllten Minehagebet ging ein Aufatmen durch die Reihen der Beter, sobald der Baal-Tcfilla das festtägliche ״Borelni“ zu rezitieren begann. Tiefe Ergriffenheit bemächtigte sich der Mensehen, und das Echo der antwortenden Ocmeinde, ihr in den höchsten Oktaven gerufenes: ברוך יה1ה המב1רןי לעולם ועד klang wie Fanfarengeschmetter. Ein Jubelschrei aus dem Munde aller begrüßte das Anbrechen der Feiertage. Den Höhepunkt des feierlichen Maariw bildete sein Abschluß, der ״Kiddusch•‘, ein jubelnder Dur-Gesang. Die Sätze: אשר בחר בנו מפל עם und מקרש י&ראל והזמנים ruft der Chasan mit tiefster Inbrunst in die ״Schul“ hinein. In gehobener Stimmung nach dem letzten Kaddisch wünscht einer dem andern ein herzliches ״Gut Jomtovv“ und, erfüllt von *Ans: ״Musikalischer Pinkcs“, herausgegeben von der ״Wilnaer Jüdisch-historisch-ethnographischen Gesellschaft“, gesammelt von A. M. Bernstein. Dankbarkeit für den, der es ihnen wieder vergönnte, die heiligen Festtage zu erleben, strömen die Beter aus dem Gebethaus, heim zu den Ihren. Daheim begrüßt der Familienvater die Seinen mit dem gleichen herzlichen ״Gut Jomtow“, und der Kiddusch in seinem ״Festgewand“ — dem Jomtow-Nussach. — wird von der ganzen Familie andächtig angchört. Danach geht es ans Händewaschen vorm Essen, und auch diese Handlung wird von einer Melodie begleitet, einem ״Nigund’l“, das der fromme Hausherr vor sich hinsummt, während er in vorschriftsmäßiger Weise das Wasser über die Hände gießt und gemächlich nach dem Handtuch greift. Und nun, nach dem ersten Speisengang, beginnen die echten Feiertagsgesänge, die ״Tiseh-Scmiroth“, das ״Ato bochartono", - aber der Hauptgesang ist doch das ״Schir Hamaalos“ vor dem Tischgebet, und dieses Tischgebet, das ״Bentschen“, wird von der ganzen Tischgemeinschaft mit erhobener Stimme gesprochen. Der Frühgottesdienst war, wie das Maarivvgebet, wieder erfüllt von Festtagsmelodien. ״Akdomos“, vor der Thora- Vorlesung gesungen, ein Lobgesang Gottes und der Natur, wird in dem gleichen Nussach vorgetragen wie der ״Jomtow- Kiddusch“. Unser heutiges ״Singblatt“ bringt neben den Anfangs- Sätzen des ״Borchu“ und des ״Fcsttags-Kiddusch“ ein ״Schir hamaalos“, das, obgleich es von einem etwa vor 100 Jahren verstorbenen Aachener Verfasser (Josef Gusowski) stammt, sehr starke Achnlichkeit mit typisch ostjüdischen ״Schir hamaalos“-Melodicn aufweist. Che m jo Winawer Chawadja INasar Erzählung \״n MOSCHF, ,SMU.XNSKI. Aus dem 1!ehriiischen ül*?r! ragen von l)r, Paul Riebenfeld 1. KAPITEL Es war an einen! Freitag, um Vorabend des Schabbat. Ich saß in meinem /immer am Tisch und las in einem neuen Buche, dessen Eck! üre mich ganz gelangen nahm. Die Arbeitssiirgeii belästigten mich nicht, denn morgen war ja Schabbat, der Tag der \ollkomntencn Ruhe. Plötzlich wurde ich durch das Tonen der Glocke aufgestört, die Schrecken tcrkümle; und jähe Angst Itcrvorrnlt. Was bedeutet das? Waten etwa Diebe zu früh, schon zu Beginn der Nacht gekommen? Ich sprang von meinem Platz, auf und lief zur Tür. In demselben Augenblick öffnete sie sich nach innen, und mein Nachbar stürzte in das Zimmer. Sein Gesicht war blaß. ״Hast du gehört? Schüsse von drüben, jenseits des Berges .. Ich ergriti das an der Wand hängende Gewehr und die Kugeltaschc und lief hinaus. Aus dem geöffneten Zimmer des Hauswirts drang das Rascheln von Kleidern an mein Ohr, und als ich hinbliekte, sah ich flüchtig, wie sich mein Nachbar zitternd in einer Zimmerecke zwischen Kleidern versteckte. ,,Angsthase . . .!“ Draußen auf der Straße, bei der Glocke auf dem Hügel, versammelten sieh viele Einwohner der Mosehawa, Männer, Freuen und Kinder. Die Jüngeren waren teilweise bewaffnet, und Schrecken stand in allen Gesichtern, ,,Was ist los? Was ist geschehen,.,?“ ״Von der anderen Seite des Sandbergos, am Weg nach Jaffa, ertönten Schlisse und es schrie auch eine Stimme . . .“ ״Wozu stellen wir hier herum? Wir wollen urts in zwei Lager teilen: ein Teil bleibt in der Mosehawa, und der andere steigt auf den Berg... Wer geht?“ ״Ich!“ ״Ich!“ ״Wir alle!“ ertönten die Stimmen von allen Seiten, und ungefähr zehn Männer, alles junge Leute, einige mit Gewehren, andere mit Stöcken, wieder andere m.t leeren Händen, stiegen vom Hügel herab, auf den Weg zu. 1 linier uns hört man den Lärm der Männer, die bei der Glocke geblieben sind und jetzt diskutieren, ״Von welcher Seite kamen die Schreie?“ ״Vom Weg.“ ״Es hat jemand um Hilfe gerufen?“ ״Eine Stimme voller Angst. Es schien die Stimme eines Arabers zu sein.“ ״Eines Arabers? Merkwürdig...!“ Wir beschleunigen unsere Schritte. Das Herz klopft wild. Die Phantasie tut ihr Werk. Seltsam ist das Gefühl, das einen in solchen Augenblicken überkommt. . . Es ist nicht, Furcht, sondern eher ein Gefühl von Verwaistsein 4!nd Einsamkeit in dieser großen und weiten Umgebung, die in der Nacht noch mächtiger ist. Es scheint dir, als oh du von all dem gehalSt wirst, als ob alles eine Feindschaft gegen dich hegt, weil du dein Zelt darin aufrichtest... Und irgendein Gefühl der Kraft regt sieh int Innern, die Empfindung eines Menschen, der sich als Einzelner gegen viele weiß. Und du reißt dich los und gehst der bevorstehenden Gefahr entgegen. ״Kameraden, seht! Dort!“ Wir blichen alle stehen. Schon hatten wir den Fuß des Sandbergos erreicht, da kam uns mit einemmal mit gemessenen Schritten ein riesiges Wesen den Berg herunter entgegen. ״Wer da?“ fragte ich auf arabisch und faßte mein Gewehr fest. Auch das ״Wesen“ blieb stellen, etwa fünfzig Schritte weiter oberhalb von uns. ״Wer bist du?“ Eine Stimme, die russisch spricht.... Das heißt — ein Jude. ״Ein Jude,..!“ riefen meine Kameraden einstimmig voller Freude, und einen Augenblick später standen wir alle um den fremden Mann herum und richteten prüfend unsere Augen aut ihn. ״Juden? ... Aus der Mosehawa ...?“ fragte der Mann wieder auf russisch, und ein Unterton vort Zweifel war in seiner Stimme. Es war eine feste Stimme, die tief aus der Brust hetauskam. Seine russische Aussprache war rein. ״Juden sind wir, Juden!“ antworteten meine Kameraden, ebenfalls auf russisch. ״Was war das für ein Rufen und Schießen, das wir gehört haben?“ ״Halunken!... Zwei überfielen mich von hinten, wollten mir meine Kleider wegnehmen... Wie atis der Erde gewachsen waren sic, die verdammten Kerle!... Den einen ])ackt« ich und quetschte ihn, daß er anfing, wie ein Schakal zu jammern, und der andere zog seinen Revolver und schoß eins — zwei. Solch ein Schuft — wollte mich erschrecken —, den habe ich mir auch gekauft.“ ״Und sie haben Sie nicht niedergeschlagen?“ ״Das hätten sie nur versuchen sollen!... Beide liegen ja im Sand, gebunden...“ ״Sind sie nicht geflüchtet?“ ״Wenn sie gebunden sind? Das sollen sie nur versuchen . ..!“ Wir waren alle voll freudigen Staunens. Irgend etwas Gutes und Warmes erwachte in unseren Herzen beim Anblick dieses Riesenmensehen, der da vor uns stand und uns einfache Dfnge von den Taten seiner Kraft erzählte. Wir gingen alle zusammen init ihm zum Berge zurück und fanden die beiden Araber an ihrem Platze, im Sande zappelnd und Flüche im Mund. Meine Kameraden beugten sich über die Araber. ״Ibrahim!... bei meiner Seele.“ ״Und sein jüngerer Bruder Muhamed!“ riefen die Jungen fast gleichzeitig. Ibrahim war einer der Wächter unserer Weinberge. ״Ein wahrer Held ist der Chawadja, beim Leben des Propheten Moses...!“ sagte Ibrahim, während er sich wie eine Schlange wand und sich sein Gesicht zu einem schmeichelnden Lächeln verzog. Er war ein Mann an der Grenze des Alterns. Das Gesicht seines jüngeren Bruders war bleich und hart wie Stein, und die Augen brannten und sprühten Wut wie die Augen eines Raubtieres. ״Du bist ein elender Schuft! Bei deinem Propheten Mohammed!“ rief einer meiner Kameraden zornig. ״Du hist der Wächter unserer Weinberge, ißt unser Brot und überfällst noch unsere Brüder auf dem Wege?“ Und er stieß den Araber mit dem Fuße. ״Rührt ihn nicht an. Er ist doch gebunden“, rief der Fremde tadelnd und faßte meinen Kameraden an der Schulter. Das Gesicht des Arabers drückte ein Gefühl der Verehrung aus. ״Ein Held! Bei meinem Leben, ein Held...!“ ״Was sagt er?“ ״Er rühmt deine Kräfte.“ Ueber die vollen Lippen des Fremden glitt ein leichtes Lachen. Plötzlich beugte er sich herunter und nahm die Fesseln ab, die fest um die Arme und Beine der Araber geknotet waren. Der jüngere von ihnen sprang auf, sah wäe eine Hyäne in der Falle mit Furcht und Argwohn um sich und rannte Hals über Kopf davon. Er war gerettet. ״Wie schön er läuft!“ rief der Fremde und folgte dem fliehenden Araber mit den Augen, bis er verschwunden war. Der Alte aber setzte sich in den Sand und kreuzte »eine Beine unter sich. Seine listigen Augen hielt er halb lachend und halb furchtsam prüfend auf uns gerichtet, als ob er fragen und .erforschen wollte, was jetzt sein Los sein würde. ״Schämst du dich nicht, Ibrahim?“ fragte ich ihn vorwurfsvoll.

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