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Jüdische Rundschau · 1936-05-26 · Heft 42-43 (26.5.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 42-43 (26.5.1936)
Date
1936-05-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 42/43, 26. V. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 3 Auf der Fahrt nach USA für den 2. Tag Sdhawuoth rückkehren, von den verbleibenden zwei Dritteln die große Mehrheit Juden aus Deutschland — keine ״Auswanderer“, aber Touristen mit Inforinationsabsichten, mit Be- Ziehungen und Verwandten in USA, Kurz, nach der Abreise, — man wird bekannt, Namen werden genannt, — melden sich auch schon zahlreiche Leser der ״J ti d. Rundschau“; manche waren schon in Palästina, andere haben Verwandte und Freunde dort, man fragt besorgt nach neuen Nachrichteri, — wie nahe ist doch in diesen drei Jahren Palästina den Juden Deutschlands gerückt! Zionist oder nicht, die ״Partd“-Frage wird kaum berührt, aber Palästina ist den Herzen aller nahe. So spiegelt sich die Judenfrage hier auch in dem individuellen Schicksal der Einzelnen, Und trotz aller Bemühungen der Schiffsleitung, zur Unterhaltung der Gäste 1־, i/utragen, liegt etwas wie eine gedrückte Stimmung aut diesem Teil der Reisegesellschaft. Das Jitdenleid ... Ein Misrachist aus einer westdeutschen Ijtadt fährt mit uns, der während der Reise voll innerer Begeisterung siimtliehe Bücher der Bibel durchliest — welch ein Kontrast zu jenem anderen Pol der jüdischen Welt, verkörpert in den Menschen, die sich die Reisezeit durch Kartenspiel vertreiben (was ihnen beileibe nicht etwa verübelt werden soll!) Wir haben eben vieles verloren, was uns früher stark machte, ln den Typen, die der Zufall für zehn Tage auf einem Schiff zusammenführt, kann man die ganze Judenfrage studieren. Es ist wie ein psvchoioglsches und soziologisches Laboratorium. Auch jener Typ ist vertreten, der so tut, als ob er nicht dazugehörte und dem t־s offensichtlich peinlich ist, unter so viel Juden zu sein. Die Anregung, einen Schabbatgottesdienst zu veranstalten, findet nicht genügend Resonanz; manche sind verlegen, ganz zu Hause fühlt man sich eben doch nicht. 1111 übrigen überwiegt der Typ des gebildeten bürgerlichen Juden, dessen positive Qualitäten ein Aktivum des jüdischen Volkskörpers sind. In diesen teilweise schon entfremdet gewesenen Juden ist ein jüdisches Gefühl wieder erstarkt, auch etwas von Stolz (nicht Uebcrhehung) ist zu merken. Schließ- Iic.11 gibt es ja auch Leistungen, derer sieh dieser Typ nicht zu schämen hat. Da sind jüdische Aerzte lind Kaufleute (viele Kriegsteilnehmer darunter), die sich in ihrer Arbeit bewährt haben und mm nach Existenzmöglichkeiten Ausschau halten. Da ist die aite Dame von 74 Jahren, die ihren Sohn hesuchen fährt, er ist wegen seiner wissenschaftlichen Quältfikation Professor an einer amerikanischen Universität geworden. Ein anderer hat einen Vetter, der sielt gleichfalls als Wissenschaftler schnell durchsetzte. Gute Spezialbefähigung scheint den Weg in USA. 7.11 ebnen. Eine Dame will ihren 21 jährigen Bruder Wiedersehen, der als Arbeiter schon zehn Dollar die Woche verdient lind ein einst verwöhntes Kind -- sich damit ein!richtet. Und das Doktorehepaar aus Süddeutschlaiul hat noch besondere Anliegen: die charmante Frau, aktiv in der jüdischen Sozialfürsorge, verhandelt wegen der Adoption jüdischer Findelkinder aus Deutschland, die Photographien ihrer Schützlinge führt sie mit sich, mögen sie eine glückliche Heimat in Amerika finden. Gedanken am Palästina Lift ist man im Kreise der jüdischen Reisenden nahe daran zu vergessen, daß wir nach Amerika fahren und nicht nach Palästina. Und doch, wie verschieden ist die Stimmung, es fehlt auch das jugendliche und chaluzisclie Element, es ist, wenn auch nahe verbunden, hier doch eine andere Schicht des grollen gesamtjüdischen Organismus. Aber sie gehört auch dazu. Dieser oder jener war bereits in Palästina, ein anderer hat Kinder auf Hachscharali, die Gespräche kreisen, wie überall, wo Juden beisammen sind, um das Land. Der Funkdienst des Schiffes bringt die wichtigsten Nachrichten der Wcltpolitik. Die von vielen Passagieren erwarteten Nachrichten über Palästina sind nicht dabei. Wir nehmen es als günstiges Zeichen einer gewissen Beruhigung. Der Zusammenlmich Abessiniens, die Flucht des Ncgus und seine Ueberführung nach Jerusalem werden gemeldet. Ein ahenteuerlieber Vorgang, der in einer ruhigeren Zeit als der unsern wohl den Stoff für ein Epos abgcbcn könnte: der späte Nachfahre der Königin von Saba sucht nach fast!)000 Jahren Zuflucht im Lande des Königs Salomo. Das Volk des Königs Salomo aber ist nicht der Gastgeber. Es ist unbeteiligt an dieser dramatischen Geste, es steht gerade selber in einem schweren Kampf um sein Fxistenzrecht und sein Wachstum in diesem Lande. Und statt der Betrachtungen über die roniantischen Zusammenhänge drängen sich die Gedanken auf: welche Verwicklungen, welche neuen Komplikationen können daraus entstehen? Die Zuflucht des Negus in Jerusalem erscheint wie ein Symbol dafür, daß auch für Palästina sehr viel von dem weiteren Fortgang der Behandlung der abessinisehen Frage ahhiingen kann. Denn Palästina ist das belierrsehende Land im östlichen Mittelmeer. Gewiß wird England dort die Ruhe wiederherstellen. Das ist die erste und dringliebste Forderung auch für uns. Aber wenn die jetzigen Unruhen unterdrückt sind, beginnen für den Zionis- Ströme spaltest du zu Erdreim, dldi sahn und zittern die Berge, der Wetterschwall des Wassers stürzt nieder, seinen Hall gibt der Abgrund aus, in der Höhe streckt Ihre Hfinde die Sonne, der Mond bleibt in seinem Söller stehn, Licht zu machen gehn deine Pfeile, Schein zu spenden der Bliiz deines Speers. Im Groll schreitest über die Erde, im Zorn sfampfst Weltstämme dul Du ziehst aus, deinem Volke zur Freiheit, zur Freiheit für deinen Gesalbten, du zerhaust dem Frevlerhause das Haup', blökest den Grund bis zum Hals. Anbetung! Chabakkuk, 10-13 Verdeuisdtt von Martin Bubet. mus erst recht die Probleme, die vier oder fünf Jahre in dein Bewußtsein der mußten Zionirten /urüekgctrctcn waren. Vor fünf Jahren waren sie uns gegenwärtig; sie wurden danials viel umstritten, wir hauen in I )eiitschland den Delcgiertentag von Jena 1020 mit seiner Grolklebatte über die jüdisch-arabischen Beziehungen, mul Dr. Weizmann ist 10)1 gestürzt worden, weil er . klar-nebliger als andere - - nach einer Ausgleichsforme! gegenüber den Arabern suchte. Das erschien der Mehrheit der Zioni-deu als ״Vcr/ichtspolitik“, sic drängten diese Frage zurück, und die m/wischen eiiigrt!etenei! Schicksal-Schläge des jüdischen Volles 11־ lullten bald darauf alles Denken, so daß die 1 )nngiiclikcit die,-es Suchens nach einem Ausgleich mit den Arabern um sein־ wenigen gegenwärtig blieb. Nun stehen wir wieder vor einer sein ver־- wickelten Lage. Denn eine Ruhe, die durch Kriegsrecht in Palästina hcrgcrtcilt wird, l,t nicht die Atmosphäre, die wir für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims brauchen. Die tragische Tatsache, daß wir den Aufbau des Nationalheiincs in einem Zeitpunkte vornehmen müssen, wo die Fand esb e v ö 1 k e r 11 n g Paliislinas als böige des Weltkrieges und der von den Engländern (und teilweise־ von den Juden) übernommenen europäischen Ideen des Nationalismus und der Selbstverwaltung, sclbrt in einer nationalen Beweg 11 n g stellt, ist von vielen Juden noch nicht begriffen worden. Es hat aber keinen Sinn, dieser Realität auswcichen zu wollen. Durch Herabsetzung der Araber können wir dieses Problem nicht leisen. Ein Blick in die jüdischen Zeitungen der Welt zeigt, wie wenig man sieh Rechenschaft gibt. So lesen wir z. B. an Bord in einer führenden englisch-jüdischen Zeitschrift einen Bericht, der sieh entrüstet über die arabischen Führer auslällt, die Usurpatoren seien und kein Mandat hatten, für die Araber zu sprechen, sic seien ja von niemandem gewählt. Aber dieselbe Zeitung ist eine erbitterte Gegnerin des Projektes, Wahlen für einen Legislative Council ausztischreibcn. Kein Kenner der Verhältnisse kann daran zweifeln, daß im Falle solcher Waiden dieselben arabischen Führer gewählt würden, jedenfalls Personen mit dem gleichen Programm. Wir können aber doch nicht beides: Wahlen ablelmen und gleichzeitig den Arabern vorwerfen, daß sie nicht gewählt sind! — Dies ist ein Beispiel für viele; es soll illustrieren, wie leicht sieh es viele machen. Damit aber wird nur eine Illusion erreicht. Viel schwerer ist, was vor uns liegt. Wir können nur bestehen, wenn wir cs ernsthaft in seiner ganzen Schwere auf uns nehmen. Juden wird nichts leicht gemacht. Weder im Privatleben noch im Volksleben , , Nahe der Küste Gedanken und Gespräche um Palästina und um die Juden-■ frage auf dem < )/ean .. . Und drüben ein gewaltiger Block jüdischen Volkes, in dasselbe Schiek-'i! vei-trickt. Die amerikanlsche Judenheit kann \ iei wi! U m Wieder einmal ist für sie einet Stunde der Verantwortung gekommen. Wir nähern uns der amerikanischen Kurte, fön Jude reist nicht sorgenfrei. Die jüdischen Pa-sagiere de- Schiffes machen ihre Plane. Jeder hat eigene So! gm genug, aber über dem Persönlichen vergißt man nicht das Allgemeine. Die Tage der Weltahgeseh!littenhei! gehen dem 1 nde entgegen. Die neue Welt grüßt herüber, Amerika. Nicht:- von der Erregung, mit der eine Landung in Palästina erwartet wird. Kein religiöses oder metaphysisches Moment schwingt mit. Aber niemand ist teilnahmslos vor die-cin überwältigenden Eindruck der gigantischen Verkörperung eines anderen, aus kolonisatorischer Leistung entstandenen W'eltgefuhK. Viele sind bewegt von Hoffnungen und Erwartungen, die Freiheitsstatue erscheint, Abschied von der ״Westernland־‘, das Gastland nimmt tms auf. RW, an Bord der ״Westernland“, Anfang Mai Sin Jude fährt nach Amerika . . « Fast 50 Jahre lang hatte das Wort Amerika für die großen Massen des jüdischen Volkes einen zauberhaften Klang. Ein Ausweg aus furchtbarer Not und Unterdrückung zeigte sich, wenn auch kein leichter Ausweg — denn auch dort mußte in armseligsten Verhältnissen (die berüchtigten ״Schwitzhöllen‘•!) begonnen werden, unter schwersten Entbehrungen und oft trotz aller Mühe erfolglos; und trotzdem, viele setzten sich durch, es wurden immer mehr, allmählich konnten verlassene Frauen und Kinder hoffen, von dem Familienvater unterstützt, schließlich herübergeholt zu werden. Aus der zaristischen Hölle blickte man sehnsuchtsvoll über den Ozean, das ferne Land wurde ein Motiv der Volksphantasie. Die Wanderung, die nach den Pogromen von 1882 einsetzte (in demselben Jahr, in dem Pinskers ״Autoenianz.ipation“ erschien und die erste, quantitativ unbedeutende Palästina-Kolonisation der Chowewe Zion begann), brachte in nicht ganz fünf Jahrzeluiten Millionen Juden von Osteuropa nach Amerika. Der Statistiker rechnet in Ziffern, aber es gibt ja keine ״Ziffern“, sondern nur lebendige Menschen, und welche Fülle von Einzelschieksalen, in unabsehbar vielfacher Differenziertheit, verbirgt sich hinter einer statistischen Feststellung! Die Wanderbewegung gab dem letzten halben Jahrhundert äußerer jüdischer Geschichte seinen Charakter, obwohl das den Juden in Deutschland und Mitteleuropa, die in dieser Zeit die Hegemonie in der Judenheit innehatten, nicht immer bewußt wurde. Deutschland war das wichtigste Durchzugsland dieser Wänderung, die Juden Deutschlands, auf der Höhe ihres Wohlstandes und ihrer bürgerlichen Sicherheit, halfen großzügig, aber dieser Wanderjude war wie ein ahasverisch vorüberhuschender Schatten, die hier sich vollziehende Umlagcrung wurde nicht in ihrer Tragweite erfaßt. Denn für die Westjuden war das alles nur Gelegenheit humanitärer Betätigung, nicht Volksgeschichte. Aber heute sehen wir, dal) hier mehr vor sich ging: ״Plötzlich“ war in den Vereinigten Staaten die größte Ansammlung von Juden entstanden, die es in der Welt gibt; und im Weltkrieg wurden sie zu einer besonderen Führerrolle berufen, während sie vorher in den Augen der Alten Welt kaum als gleichwertig gegolten hatten. Zu einer Zeit, wo Zarenrußland zusammenbrach und später der Rolschcwismus die alten Lebensformen des russischen Judentums auflöste, war — ein providentieller Vorgang — ein neues jüdisches Kraftzentrum vorhanden. Von ihm hängt jetzt in hohem Maß die Position des Judentums in der Welf ab, materiell und geistig. Dieser Prozeß ist erst im *Beginn, und seine weitere Entwicklung wird nicht nur von den Juden selbst abhangen; immer werden ja die zentrifugalen und zentripetalen Tendenzen im Judentum auch von der Umwelt her erzeugt. Was wird aus den amerikanischen Juden? Vorläufig zehren sie noch von der mitgebrachten russisch-jüdisehen Tradition. Werden sie im ״Schmelztiegel“ umgcschmolzen werden, oder ist, wie manche sagen, der Schmeiztiegel nur ein Märchen und die exklusiven, abstoßenden Kräfte des angelsächsischen Amerika eher ein für die Juden konser- Vierendes Element? Hier steht für uns alle Wichtiges auf dem Spiel. Die amerikanischen Juden stehen im Vordergrund des jüdischen Geschehens. Auch für die Zukunft des Jüdischen Nationalheims in Palästina ist keine jüdische Gruppe wichtiger, das zeigt sich besonders in politisch bewegten Zeiten. Welch ein Phänomen ist die Diaspora, die Zerstreuung der Juden, wenn man sie erst einmal anschaulich erlebt! Wir fahren quer durch die ״jüdische Geographie“ -- von Polen mit seinen drei Millionen Juden nach Amerika mit seinen fünf Millionen. Der Ozean, der dazwischen liegt, ist nicht nur eine geographische Scheidung, Judenfrage an Bord Die Lage hat sich gewandelt, die Diaspora erneuert sich. Auch für die Juden in Deutschland ist Amerika heute näher gerückt. So mancher setzt seine Zukunftshoffnung darauf. In den letzten drei Jahren sind viele dahin ausgewandert, viele haben Angehörige dort oder erinnern sich ihrer jetzt wieder. Die Gesichtspunkte einer etwaigen Auswanderung sind in der ״J. R.“ von Ernst Kahn mehrmals ausführlich dargelegt worden; gewiß darf man glauben, daß neben Palästina die USA. das Land sind, die die quantitativ größte Menge von jüdisehen Einwanderern aufnehmen kann. Juden aus Deutschland, auch solche, die als ״Touristen“ nach Amerika fahren, sind keine reinen Vergnügungsreiseiiden; sie suchen Informationen, Anhaltspunkte für sich selbst oder Angehörige, Zukunfts- Perspektiven. Eine Parallele zu einer Seereise nach Palästina drängt sieh geradezu auf: auch diese Amerikafahrer sind heute jüdisch bewegt. Die ״Westernland“ ist ein aiigenehmes Schiff, auch an zwei recht stürmischen Tagen fährt sie ziemlich ruhig, hei vollständigem Komfort und zuvorkommender Behandlung verzichtet man gern auf den Luxus der Prunkschiffe, der dort nur den Passagieren 1. Klasse zuteil wird. Die Westernland, ehemals englische ״Red Star Line“, gehört jetzt — wie die ganze Red Star Line — zur Arnold-Bernstein- Linie (Hamburg), von der auch die ״Tel-Awiw“ stammt. Sie ist also in gewisser Hinsicht ein Sehwcsterschiff (richtiger wohl nur Kusine) der ״Tel-Awiw“; Arnold Bernstein selbst glaubt daran, daß die Juden gute Seeleute sein können, und es ist vom jüdischen Standpunkt gewiß sehr dankenswert, daß er, soweit ■es tunlich ist, auf seinen Schiffen Juden die Mög- Hchkcit einer Ausbildung gibt. Daß die Linie als jüdisch anerkannt wird, gebt schon daraus hervor, daß die Red Star- Dampfer die Konzession für die Beförderung von nichtarisehen Auswanderern erhalten haben; demgemäß wäre gewiß auch die teilweise Beschäftigung von jüdischem Schiffspersonal logisch. Die Meinung, daß sich Juden hierzu nicht eignen, ist ebenso wie viele andere überkommene Anschauungen in jüdischen Dingen hinfällig; auch die Juden machen heute als Ganzes und als Einzelne früher nicht vermutete Wandlungen durch, sie bewähren sieh auf neuen Gebieten. Und das kämeradschaftliehe Verhältnis zur nichtjüdischen Mannschaft ist um so besser, je stolzer und selbstbewußter sich ein Jude zu seinem Judesein bekennt, wenn er nur sonst auch seinen Dienst gut tut. Die ״Westernland“ ist wie die ״Tcl-Awiw“ Einklasscnschiff, so daß die Ranguntersehiede, denen sich der einfachere Tourist sonst zu unterwerfen hat, Wegfällen. Alle Reisenden bilden eine einheitliche Kategorie. Auf unserer Reise sind etwa ein Drittel Amerikaner, die aus Europa zu¬ Zum Rücktritt des britischen Kolonialministers Der britische Kolonialminister J. H. Thomas, der am Freitag im Zusammenhang mit der Untersuchung über den englischen Versicherungsskandal zurückgetreten ist, bekleidete seit November 1935 dieses Amt. Er übernahm im vergangenen Jahr das Kolonialministerium aus der Hand Malcolm MacDonalds. Der Wechsel im Kolonialministerium erfolgt in einem Augenblick, in dem insbesondere durch die gegenwärtige Situation in Palästina dem Ministerium besonders große Aufgaben obliegen. Minister Thomas war mit den Problemen Palästinas aufs beste vertraut und hatte bereits im Jahre 1924 als Koloninlminister im Unterhaus eine Erklärung abgegeben, wonach die Arbeiterregierung an der Politik der Balfour-Deklaration festhalte. Im gleichen Jahr erklärte Thomas einer Delegation südafrikanischer Zionisten, daß er auf diese Bestätigung der Balfour-Deklarätion stolz sei. Auf einem Bankett im Jahre 1931 gab Thomas seiner Bewunderung für Dr. Weizmann Ausdruck und wies auf seine Meinung hin, ״daß der Genius Ihres Volkes in Liebe und Hingabe für eine Sache nicht die arabische Sache zm schädigen brauche und auch nicht wird“. In den letzten Wochen ist Minister Thomas mehrfach hervorgetreten, insbesondere durch seine Rede über den Legislative Council, die er im März im Unterhaus hielt, und durch seine beiden Erklärungen, die er zu den Unruhen und zur Frage der Fortführung der jüdische« Einwan d e rung abgab. Wer der Nachfolger im Amt des Kolonialministers werden wird, steht im Augenblick noch nicht fest. Nach Pressem(.,!düngen scheint es, daß der Konservative Ormsby Gore (bisher Minister für öffentliche Arbeiten) das Amt übernehmen wird. Die Linie der von der britischen Regierung emgeschlagenen Palästinapolitik, die unter striktem Festhalten "an der Balfour-Deklaration und den durch das Mandat gegebenen Grundlagen eine Beruhigung der Situation anstreht, wird ohne Zweifel auch von dem neuen Kabinettsmitglied eingehalten werden müssen. Berichtigung. Das Foto von der Sabbatai Zwi-Aufführung in Tel-Awiw in Nr. 37 vom S. Mai stammte nicht von Dr. Ernst Mechncr, sondern von Kurt Triest. Regen Rheuma, Ischias in ft1/* Stunden von Berlin B«d*utattd• FlugpraliarmäBIgung. Woet1anpau«chole f. *M 56. - Auskunft PISTY AN-Büro, Berlin W!5, Fosonenstrafl# 61, Tel. i 2 4907 t

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