Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 41 (22.5.1936)
- Date
- 1936-05-22
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41. 22. V. 1936 JÜDISCH(: RUNDSCHAU. Seite 3 Die Beisetzung Sokolows London, 20. Mai. (JTA.T Die Beisetzung des Ehren- Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Oranisation Nahum Sokolow gestaltete sich zu einer einrucksvoiien Trauerkundgebung des nationalen Judentums, ln und vor der Zeremonienhalle des Willesden-Friedhofes in London hatten sich viele Tausende eingelunden, um von dem toten Führer Abschied zu nehmen. Um 11.30 Uhr wurde der mit der blau-weißen Flagge bedeckte Sarg vom Trauerhause in die Zeremonienhalle des Friedhofes gebracht, nachdem im Namen der Jewish Agency deren Vertreter beim Völkerbund Dr. Gold mann und im Namen der Zionist Federation for Great Brilain and Ireland Rev. J. K. Goldbloom in ergreifenden Ansprachen der Trauer um den großen Vorkämpfer Ausdruck gegeben haben. Unter den Trauergästen, die der Zeremonie in der Friedhofshalle beiwohnten, befanden sich Lady. Read i n g, der Präsident der Neuen Zionistischen Organisation Wladimir Jabotinsky und der sephardisclie Oberrabbiner von London Dr. Moses G a s t e r, sowie führende Persönlichkeiten des englischen Zionismus und zahlreiche Abordnungen jüdischer Verbände. Besonders ergreifend war es, als der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann, der am Todestage Sokolows im Flugzeug aus Paris eingetroffen war, im Namen der zionistischen Bewegung Kaddisch nach dem Toten sagte. Der Chief Rabbi des Britischen Reiches, Dr. J. H. Hertz, wies in seiner Trauerrede darauf hin, daß es zwei Westjuden, Theodor Herz! und Max Nord au, gewesen sind, die die zionistische Bewegung vom Stapel ließen, während es zwei Ostjuden. Nahum Sokolow und Chaim W c i z - mann, w'aren, die das Schiff des Zionismus in den Hafen brachten. ״Das Lebenswerk des Daliingegangenen“, sagte Dr. Hertz, ״war ein entscheidender Faktor bei diesem Triumph des jüdischen Idealismus. Schon in seiner Jugend genial veranlagt, hat er sich sein Leben lang den Geist des Talmid Chacham bewahrt, in der Zeit nach dem Kriege hat sich Sokolow׳ als großer Staatsmann, als der ideale Botschafter des jüdischen Volkes erwiesen. Sein Geist glich dem Strom Sambation, nur mit dem Unterschiede, daß er aucli am Schahbat nicht ruhte. Sokoiow ist in den Sielen gestorben, mitten in der Arbeit. Er hat Anteil gewonnen an der Ewigkeit Israels und gehört zu der Schar derjenigen, deren Leben und Werk eine ganze Generation Israels inspiriert hat.“ Als der Sarg mit der zionistischen Flagge hinabgesenkt wurde, war es Chief Rabbi Hertz, der die ersten drei Schaufeln Palästinaerdc in das offene Grab schüttete. In endlosem Zuge folgten dann die Teilnehmer an der Trauerfeier, um ihrerseits Erdschollen auf den Sarg des Toten fallen zu lassen. Am Mittwoch abend findet in der großen Londoner Synagoge eine Trauerfeier statt, bei der l)r. Weizmann eine Ansprache hält. Kundgebung Dr. Weizmanns London, 18. Mai. (JTA.) Im Namen der Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency for Palestinc hat Dr. Chaim Weizmann folgende Kundgebung erlassen: ״Die Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency for Palestinc verzeichnet in tiefem Schmerz den Hingang ihres Kollegen Dr. Nahum Sokoiow, dessen Tod sowohl für diese Körperschaften, als auch für die gesamte zionistische Bewegung einen unersetzbaren Verlust bedeutet. Sie betrauern in ihm einen Mann, der an der Wiege der Zionistischen Organisation stand, der wesentlich dazu beigetragen hat, ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu fördern und der eine hervorragende und bescheidene Rolle bei ihrem wechselnden Schicksal seit den Tagen des Krieges gespielt hat. Er hat wertvolle Dienste bei den heiklen Ver- Handlungen geleistet, die mit verschiedenen Regierungen geführt werden mußten, aktiv mitgearbeitet bei der Erlangung der Balfour-Deklaration und eine freundliche Erklä״ rung des verstorbenen Papstes über die zionistischen Aspirationen erlangt. Von dem ersten Kongreß au war er eine volkstümliche Figur bei diesen internationalen Zusammen- Fünften, von denen er viele mit Würde, Hingabe und Erfolg geleitet hat, bis er zu der höchsten Stelle in der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency berufen wurde, die er so ausgezeichnet und erfolgreich ausgefüllt hat. Lange vor dem Beginn der zionistischen Bewegung war Nahum Sokoiow bereits ein berühmter Name auf dem Gebiet der modernen hebräischen Literatur, die er weiterhin mit bemerkenswertem Fleiß, Fruchtbarkeit und Charme gepflegt hat. Mit ungewöhnlicher Geschicklichkeit, als Schriftsteller und Redner in vielen Sprachen begabt, hat er die jüdische Literatur durch gedankenreiche und gelehrte Werke über vielerlei Gegenstände bereichert und mitgeholfen, die jüdische nationale Idee in vielen Ländern, insbesondere in den Vereinigten Staaten und Kanada und den meisten Ländern Europas und in Südafrika, zu verbreiten. Er hat nicht nur dazu beigetragen, zionistische Geschichte zu machen, sondern war auch der Historiker ״par exccllencc“ der zionistisehen Bewegung. Obwohl er sich in erster Reibe mit der Wohlfahrt Palästinas befaßte, hatte er dennoch tiefes Interesse an dem Schicksal seiner jüdischen Brüder ir! allen Ländern, für die er mit unvermindertem Eifer und Energie kämpfte. Fast zwei Generationen lang war er eine beherrschende und beliebte Erscheinung in der jüdischen Weit; sein Tod, der über uns in einer Zeit von unerhörten) Sturm und Not gekommen ist, wird in allen jüdischen Gemeinden der Erde doppelt bitter empfunden werden.“ Das Beileid Sir Arthur Wauchopes London, 18. Mai. (JTA.) Unter den Hunderten von Beileidskundgebungen, die von Staatsmännern, jüdischen Filiirern und jüdischen Organisationen im Hause Sokolows eingetroffen sind, befindet sich auch folgendes Telegramm des High Commissioners für Palästina, Sir Arthur Wauchope: ״Mit tiefstem Bedauern habe ich von dem Tode Nahum Sokolows erfahren. Ich verstehe, weich schrecklicher Verlust dies für Sie sein wird. Ich sah in ihm stets einen wahren Gentleman und echten Freund.“ Weitere Kundgebungen sind von der Hebräischen Universität, der StadtgemeindcTel-Awiw, samtliehen zionistischen Institutionen, den zionistischen Organisahonen aller Länder, der Wizo, dem Board of Deputics usw. eingetroffen. Die englische Presse über Sokolow London, 18. Mai. (JTA.) Sämtliche führenden Morgen- Natter Londons bringen die Nachricht von dem Ableben des Ehrenpräsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Nahum Sokolow׳. Am Sterbebette befanden sich zwei seiner Töchter. Außer diesen hinterläßt Sokolow «och zwei Töchter und zwei Söhne. Die Blätter heben die Bedeutung Sokolows im politischen und kulturellen Leben Judenhdt hervor. Der Eindruck in Palästina Jerusalem, 18. Mai. (JTA.) Der Jischuw ist tief erschüttert von der Nachricht vom Tode Nahum Sokolows. Die gesamte hebräische Presse widmet dem Dahingegangenen eingehende Nadirufc und Trauerartikel. Im Gebäude der Jewish Agency fand am Nachmittag eine Trauersitzung zum Gedächtnis Sokolows statt. Ansprachen wurden von dem Vorsitzenden der Exekutive, David Ben G u r I o n, und von jizehak G r ü n b a u!וו gehalten. Am Abend sprach Grünbaum im Rundfunk über die Bedeutung Sokolows. Auf dem Verwaltungsgebäude der Jewish Agency wurde die zionistische Flagge auf Halbmast gesetzt. Alle nationalen Institutionen blieben zum Zeichen der Trauer geschlossen. Sir Arthur Wauchope richtete an Mosche Schertok einen Bcilcidsbrief. Kundgebungen in Polen und Uebersee Warschau, 20. Mai. (JTA.) Die jüdischen Zeitungen sind anläßlich des Todes Nahum Sokolows mit Trauerrand erschienen, in den Nachrufen wird der Verstorbene als eine Gestalt in Israel gefeiert, deren Hingang einen schweren Verlust für das Judentum bedeute, ln allen Blättern wird die tiefe Trauer der polnischen Judenhcit um Sokolow zum Ausdruck gebracht. Die zionistischen Aemter blieben zum Zeichen der Trauer drei Stunden lang geschlossen. Eine große Gedächtrvisvcrsammhing wurde abgehalten. Die polnische Regierung hat den Hinterbliebenen Sokolows telegraphisch ihr Beileid ausgesprochen. Im polnischen Rundfunk hat Red. J. Oppens c h 1 a g aut Einladung der staatlichen Rundfunkleitung einen Vortrag über die Bedeutung Nahum Sokolows und seine Arbeit als Führer des jüdischen Volkes gehalten. Buenos Aires, 18. Mai. (JTA.) Die Nachricht vom Tode Nahum Sokolows wurde von den Juden Argentiniens mit tiefer Bestürzung aufgenommen. Die argentinisch-jüdischen Blätter gehen dem Schmerz der Juden Argentiniens Ausdruck, daß es ihnen nicht mehr vergönnt war, Sokolow, der im kommenden Monat in Buenos Aires die Keren Hajcssod- Kampagne eröffnen sollte, hei sich zu sehen. Trauerbotschaft der Reichsvertretung Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat anläßlich des Todes Nahum Sokolows folgende Trauerkundgebung erlassen, die der Exekutive der Jewish Agency in London und der Palästina-Exekutive in Jerusalem übermittelt wurde: ״Der Heimgang von Nahum Sokolow erfüllt uns mit inniger Trauer. Die Jahrzehnte des Entschlafenen waren der Idee des Ganzen stets zugewandt. Er wollte immer zu allen sprechen, für alle wirken und schaffen, er sah immer den Zusammenhang der Tage; in unserer Gegenwart erblickte er das Wachsen aus der Vergangenheit hervor, das Wachsen in die Zukunft hinein. Seiner selbst war er darin gewiß. Er wollte nie äbdanken, er wollte auf seinem Platze stehen, so haben wir alle ihn gekannt. Sein Leben gehörte dem jüdischen Volke zu, sein Name gehört darum der jüdischen Geschichte an.“ Das Beileid des PreuOischen Landesverbandes Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat an die Exekutive der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation folgendes Telegramm gerichtet: ״Tief erschüttert durch den Tod Nahum Sokolows sprechen wir der Jewish Agency for Palestinc und der Zionistischen Organisation, denen der kluge Rat dieses großen Führers und Lehrers besonders fehlen wird, unser aufrichtiges Mitgcfiihl aus.“ Telegramm der ZVfD. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat an die Jewish Agency in Jerusalem ein hebräisches Telegramm gerichtet, das in deutscher Uebersctzung heißt: ״Sind tief erschüttert durch die furchtbare Nachricht vom Tod unseres großen Lehrers und treuen Führers Nahum Sokolow. Gemeinsam mit Euch und allen unseren Brüdern in der Golah betrauern wir den großen Verlust. Sein gutes Andenken wird in uns weiterlcben.“ Weitere Beileidstelegramme sandte die ZVfD. an die Jewish Agency in London und an die Hinterbliebenen Sokolows. Ein Schreiben des Central-Vereins Justizrat Brodnitz, der Vorsitzende des Central-Vereins der Juden in Deutschland, hat an die ZVfD. folgendes Beileidschreiben gerichtet: An dem Tage, an dem die sterbliche Hülle Sokolows *der Erde übergeben wird, ist es uns ein inniges Bedürfnis, Ihnen unsere aufrichtige Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen. Auch wir gedenken der unvergeßlichen Verdienste des großeu Toten um die jüdisciie Gemeinschaft.“ TRAUERFEIER für NAHUM SOKOLOW am Mittwoch, dem 3. Juni 1936, 20.30 Uhr ßrUdervcrcinshaus, Kurfürstcnstr. 115-116 ZIONISTISCHE VEREINIGUNG FC« DEUTSCHLAND JEWISH AGENCY FOR PALESTINE Aus der H&ftarah für Sdiabbat, den 23. Mai - Aber etnst wird die Zahl der Söhne Jl&raels wie des Sands de» Meeres sein, der nicht gemessen und nicht gezählt werden kann, und an ebendem Ort, wo zu Ihnen gesprochen ward: Mein Volk seid Ihr niditl, wird zu ihnen gesprochen: Söhne des lebendigen Golfes! Zuhauf kommen dann die Söhne Jehudas und die Söhne Ji&raels mitsammen und setzen sich Ein Haupt und ziehen vom Lande herauf, denn grofe ist der Tag des Den-Golt-sfit. Sprecht zu euren Brüdern: Mein Volkl und zu euren Schwestern: Dir wird Erbarmen! - Hoschea, 2, 1-3 Verdeutsch1 von Martin Buber Die Palästina-Ereignisse in Frankreichs Presse Von unsere!!) Berichterstatter K., Paris, i!n Mai Die Vorgänge in Palästina haben naturgemäß auch in der f r a n z ö s i s c i! e 11 Press e ihren Widerhall gefunden, die — vom Beginn der Unruhen an -- ausführlich über die Vorfälle berichtete. Man muH allerdings feetsteilen, daß diese Berichterstattung in den ersten Wochen weit mehr im /.eichen der Sensation als im Zeichen der Sachlichkeit stand. Die Zeitungen brachten in großer Aufmachung die weit übertriebenen Sensationsmeldungen, die von den a! ahi'■, iien oder proarabisehen Agenturen, vor allem aus Kairo und Alexandria, verbreitet wurden, wählend die sachlichen Aufklärungen meist nur geringe Beachtung fände!!, linse tendenziöse Berichterstattung der französischen Presse i-t keineswegs auf eine feindselige Haltung der französischen < )ei iendiehkeit gegenüber dem Palästina-Aufbau /11n1ck/i1:u':1re!1. Alan muß vielmehr fcsisteilcn, daß die jüdischen Insi.an/eii anscheinend noch nicht den richtigen Weg gefunden haben, um der Weltöffentlichkeit die Vorgänge in Palästina, besonders in einem so kritischen Augenblick, in geeigneter Wiese zur Kenntnis zu bringen. Nunmehr beginnt sieh aber die fran/ö'iselu- Presse in sachlieber Form und teilweise in ausführlichen Artikeln mit der läge i!1 Palästina zu beschäftigen, Bern 1 י vor einiger Zeit nahm die Tageszeitung ״V 1 ״ o n t C" i.1 energischer Weise für die Unterstützung des Jüdischen N dirmaliieims durch die Weltöffentlichkeit Stellung. ״Man muß Palästina den Juden unter allen Umständen lassen, Mau muß von England fordern, daß es alles tut, nicht nur, um wieder Ordnung und Friede im Laude lierznstellen, sondern auch, um die Weilemitwickhing des Jüdischen Nationalheinis zu sichern. Das ist nicht nur eine Frage der Humanität, sondern ein Problem, das alle Länder der Welt praktisch interessiert. Wird Palästina den Juden versperrt, so wird ihre Wanderung dureil die Welt erneut und in noch tragischerer Form beginnen.״ Besonders zu erwähnen ist ein Aufsatz, den Poliert Mon t a g n e, der Direktor des fran/iEisclicn Institutes in Damaskus, in der Zeitschrift ״P o I i t i q 11 e L t r a 1! g e r c“ veröffentlicht hat. Nach einer ausführlichen Untersuchung der jüdischen Leistungen in Palästina kommt Montagne zu dein Ergebnis, daß ״die Juden in den letzten drei Jahren die Partie iii Palästina gewonnen haben. Für die Araber wirkt sich aber die jüdische Expansion als eine Verdrängung aus, da in den jüdischen Kolonien das Prinzip der rein jüdischen Arbeit angewandt wird. Während die frühere Rothsdiiidsche Kolon!• sation den Versuch unternahm, eine Basis für eine Zusammenarbeit zwischen dem jüdischen und dem arabischen Arbeiter zu schaffen, wird die jüdische Kolonisation der letzten Zeit mehr und mehr exklusiv. Dadurch ist das Problem eines Zusamtnenlebens der beiden Völker unlösbar geworden. Die moralische Lage wird für die mohammedanischen und Christliehen Araber unerträglich. Im Interesse des Zionismus selbst bedauert Montagne dessen rasche Fortschritte, denn wenn es auch gelungen ist, die Araber in Palästina zu schwächen, so ist dadurch die Reaktion in den anderen arabisch sprechenden Ländern um so heftiger. Die 1'ortschritte der jüdischen Kolonisation werfen das Problem nicht nur der gesamten jPiciischeu Bevölkerung in den Mifielmeeriamieni, sondern auch der politischen Lage im Vorderen «)nein überhaupt auf.“ In der Pariser Zeitung ,.Figaro" veröffentlicht zur Zeit der französische Schriftsteller Paul .Morand eine Aufsat/rcihe!!her seine Reise durch die zionistischen Kolonien. Diese Artikel sind weniger wegen ihrer sachlichen Beiträge zum Pahistiiiaprohlcni ab wegen ihrer literarischen Form bemerkensweit. Audi .Morand, der heieits vor vier Jahren im Laude war, stein unter dem s1;1rke!1 I־indrtiek der außerordentlichen Fortschritte der jüdischen Kohmisaiion und betont vor allem den I'.iiifltili der Juden ans Deutschland, die ״das bürgerliche 1 k 111011t in der indischen Bevölkerung stellen“. Morand bemerk(, daß angesi. hts der I•'ortschritte der jüdischen Kolonisation in Palästina die Modeliiisierungsversuche der arabischen Landwirtschaft in Ae ׳vpten weit zurücktreten. Die Augen der Be\olkeruiig des ganzen Orientes sind hellte auf diese wirtschaftliche Umwälzung in Palästina gerichtet. Die wirtschaftliche Limvickhmg des Landes, in das alle technischen!demente aus dem Ausland kommen, uni dort durch jüdische Hände 11 ach einheitlichem!Man fruchtbar, ein* gesetzt zu werden, erinnert Morand an das jüdische Volk, das in einzelnen Teilen aus Fez, (ihikago und Lemberg kommt, um in Palästina zu einer Einheit zusammeiigeschinoizen zu werden. Palästina wird für die Juden mehr und mehr ein Heim, man kann dort die Reaktionen des Seismographen der jüdischen Not erkennen. Heute bereits beginnen die österreichischen lind polnischen Kapitalien nach Palästina zu strömen. Zum Schluß sei noch ein Artikel des französischen Journalisten Charles Home t, der arabischen Kreisen nahe* steht, in der Zeitschrift ״V 11“ erwähnt, der sich in recht pessi« mistischcr Weise ״über die Aussichten des jüdischen Koloni* sationswerkes in Palästina“ ausspricht. ״Fünfunddreißig Jahre jüdisches Theater in Paris“ heißt eine Ausstellung, die vor einigen Tagen in Paris eröffnet wurde. Der Sammler der ausgestellten Plakate, Bühnenbilder, Programme, Flugblätter, Manuskripte, sowie Briefe und Photographien ist S. Scheikowski. Die Aus. Stellung _ beginnt mit den Dokumenten der Goldfaden-Gast-• spiele, die 1900 bis 1902 stattfanden, enthält dann u. a. allerlei Interessantes über das Perez-Theater, das in den Kriegsjahren ייי Paris spielte -- darunter einen Briefwechsel, worin der Direktor der Bühne, die mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfte, trotz steigenden Angeboten abhlmte, Schaustücke zu spielen —, Aufrufe für jiddische Bühnenkunst und schließlich die Geschichte des jetzigen ständigen ״Piat“ (Pariser jüdisches Arbeit er-Theateri