Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1936)
- Date
- 1936-05-19
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2651273-2653922-2653961--28824-2690323- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 12 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 40, 19. V. 1936 Briefe an die Redaktion Wo findet man Familienurkunden? Breslau, den 12. Mai 1930 Sehr geehrte SehiitUeitUi.g! Zu den zum obigen Thema hier verhilcntlichien Aeuüerun* gen pwtatte ich mir, füllende iknner’kungen hinzuzufiigeu: Wie U-reit* von I>r. Jacobs*!» bcmeikt. enthalten die Art hivmau nahen der jüdischen INc* 111־ indun (und au׳ h nie!;’!׳nh• *eher Behörden) die wichtigste» i’aniiliengeM'hRh! liehen Angaben. Um die Sammlung und Urhal־ tung dieser ArchivaÜen hat sich das Gesamtarchiv die größten Verdienste erworben. Außerdem m<p h!e ich noch aut ein pro* viuzielk's Archiv hinweoon, das für .^ein t.jcbiet da^ gleiche dun hruiuhren versucht, was dar• Ge- .sanitär־ ׳hiv für das übrige 1 >eu: ■dihind tut. IA h;mde!t hA! um <j:n A n!1 1 v der i> ז c *i a u e r S y n a g o g <־ u - (־ e m e i n d e, das im Jahre 1934 sein lüj.ihriges Be-aehen leiern konnte und aui de•!ז n W:!1' :gleit uh!׳er׳, i! י in den Mr?:kun־us1 der (io -die 1111;4! - he } Ami - 1h 1!! u ■׳ i.eng, I U־c 30!111׳i 37 {1934} n •4 u habe- Im Hrc laut•{• < ie:!:einc. ar> Ins׳ In gt n Akt< n ui!! ( rkunden von über Judentum und berhn W 15. d< n ln, >1,11 1930 AI- .d ' ol bo iron :.11:!־. r tu d A n -׳־\ 1 ־n A-idi 1 >!n1 «- iiko m;' 114•;t■-׳ e 11;׳; i' 1 o!<}<׳ goii-M n. Ho h'.c .:<■ (’,.׳:;Cllin:. 1 MVeit׳ r־ Z'i den I!•in!; 1 י Gr!!!׳<׳ ior non Bode■:׳-! d<וrn!, <K m 1 ןd״-׳ hm Pubh - kum mmu-1 u .1, r /!!״,!gh. i; g! an! n; wijrd<־, um hirr und m J'm!c!!'.a 0!:1]י!ן :K-u1־n soz!:!- km * a׳:,t zu wecken und zu 30 jüdischen Gemeinden Schicsiens. Es ist also «igleich das schlesisch ־ jüdische Provinzialan hiv, das in Zusammenarbeit mit dem Gesamtarchiv alle nach Schlesien reichenden und Seidesien betrcUenden famdiengeschichtlichen Anfragen bearbeheb So besitzt das Pro datier Geimcndearchiv eine Menge von jüdU hen Pctsonenstandsregistern 1ms Schlesien, die ständig erweitert worden. Auch Mo! 10tbi!eher aus Schlesien (sowohl im üriginal ad auch in Übersetzung) sind dort zu finden. besonders bemüht sich das Gemeimlearchiv darum, die Ster- \*c- und Friedhofsregister der jüdisehen Gemeinden Schicmens im Original oder in Abschrift zu erwerben, um allen Fordcrongt*n Bctr. Urkunden gerecht zu worden. Das Archiv selbst wird von .seinem Peghindcr, dem von Dr. facob.on Bereits erwähnten Rahhuver Dr. lleppner ge*!<■ u:1, dem der l ’ nt er zeichnete .-eit mehrere.1׳ Jahren als Ar'hiva —i"׳vn! zur Seite seht. II(*,. \ 1 .u in ung.nvotl K d b1!K.n iF-rnhard B r i 11 1 n g Bodenfrage .> c 11 k 1;, i. Die Unkenntnis und V: 1 -c an׳ in! d׳ > igkeit, Welche mir .!ui die.am (id)mto in judo heu K rci v׳:! t־n!grgt nt ז nt u;1 i hegegnw , j..f! i.־t bo״ lam lieh. \ nii kanzeln und Kat h; dem. Ix;> dki; (h:kgenhehen. der Jugendicidiii.g. au׳ h im KuluirBunde und I י ln l;au ■c s1111־ ׳: immer wieder da-!;■ ׳■lcnp!ob!em und die ge- >;1! h'iune iic h utung der Bodem* h >r m d.ngt a־g' weiden. INs vcal keine 1׳ riHUerung des Juden!יססו ohne sozial-ethische F.rmuerung im Gei-te eler Bodenn!dm geben. ihr eigebener San. Kat })r. Juliusburger «Juden und Jüdisches im Rundfunk Dienstag, 19. Mai: Luxeudmrg (1304), 12.40: Kubinstcin, Wein- N-rgci. --!;hing (349), 17.30: Mendelssohn-Konzert. — Lille (2471, 18: V. (־ftenh.n'h. -. London (342). 18.30: Rubinstein: Cd. .Ijnii e. ־- Stijühur21 ,(349) ״: Saint-Säen»: Frühlings.Arie sn-, ..s.im .0:1!md Ikblak Mdhond: ,,her Frühling“. —- Warschau (1330), 22: hiiicad,|11.1!!c1t Mendelssohn: Fnihling-lieder a cappella. Mittwoch, 20. Mai: >u.,bbu!g (340), 11: lalouie/.: ״YMuna El”. -— Cien )007), 12: C. a. Km 11. -- i.u\uml,u1g 11304), 14.05: KiinC! '-..•!:.ן!;ו K'. 1 v 1 l’!.1g (470). 15: Mi!ideCsolm : Sin- Ulilt ■AM uli Ni. : J׳or\. haKkii (4021. 20.35: UN a. Rubin- .oUril!.! k t I! 1 { lulU, : 45.(׳2 ״f,d, rnunn", Tiajuidie von 1 iwii. lählm 1t.A, ul ״\ ,Ui'rii (iSuüj, 22.2u; K . a. Mendels- -sühn; : ( »k : <_!! 1׳. .dmr. Donnerstag, 2t. Mai: 1 1' )>/(’ ). 8.15: U. a. MchcKU ,-<.1111׳, Ge.san|׳: K1< 11. 'i -tui 'Pf, \ u j 'ר .!, 55 .UZ. - ■' l.ux .!■rni.'ur^ (13041. 12.40: May ko-A k!: ä loru:;■׳1:12 W־,j/■ kl . ■ ■ - M.-< m r,־a 12 7u;, 17.50: Licfler von 1-11'• -V M AA r. - - A;;1 H (3'a■ u 2 au und 21.10: U. a. (״.)!ienbach. 1 *• jt) Ulf U), : 2 '.3n: ו! Ku ״ kur au 0 ־! . n.m׳ll',u1n und Or^elk-!n/t ■r! : 1 . '3. Mt;. Ul- - 'un: 1׳ aim Nr. .1׳iu . — Mittel Muh. 421) ״), tu•.׳ ׳2 M״ : (■ A י k ■<״r v״ n Kn -11U. S׳<’Uk noim (1389), 22: Ü. a. Kun! -h.u ÜlN t ■ ID ( ¬ח u! u 1 I >ak!a Freitag, יי Mai: 1 <ur :! 1 1304). 10 15: K, a. Schallplatte!!: < U:1 h, — Pan ••; KI I (471 ז :17 ,1 h a. ־'-!!AK.u, von Mündels- W fWu). 2׳>.r; ׳): Ko- MV Md?n■ ׳ihr• K! r!,, I >11 i^ent״«: Hruru י w. ,!st. . Kaki׳ UU'!l; U2n3j 3 .״2 U: Marjv 4 Stahl .-angi Ikrtit r v! t r: 1.,־ h;!r ׳<׳■ WlIK Kn־;(;.: t;r. Sonnabend, 23. Mai t Wir 5u) ו¬ ¬ס/; Sch .,lijd.l' Un: U. a. Oitcnbach. i ■ ־>■ 21 h. 22 2), ", J: I . .ו . Mt r 1 fl ' - rillt: I: .dien. Sin- Knie. — :,.׳1!s K 1K ],u! :n (2 ..1 ״: r ״A -na •־, Hör- .!■־1!י. Ncc i-U.s! k n (4 ■j2), 2־׳.•K): ,, Mo .1 u N! h>u1 von Rcu-hiin. Warnung. Zwei von der jüdischen Buch-Vereinigung, Berlin W 13, Pariser Straße 7, entlassene Werber namens Adalbert Burg und Sali v L i b e r o w i t s c h, die zuletzt in Frankfurt a. M. t'nr die JBV. tätig waren, sind nicht nach Berlin /uniekgekehn. Ihr Aufenthalt ist unbekannt. Da die (Jefahr besteht, daß sie jüdische Organisationen zwecks Erlaugung von Adressen (Hier zu anderen Zwecken aufsuchen, wird gebeten, den Genannten kein Material zu übergeben und ihnen die Ausweispapiere der JBV. abzunehmen und sich mit der JBV. in Verbindung zu setzen. Die Jüdische Buch-Vereinigung bringt als zweite Vcröffentlicliung dieses Jahres den Roman von Benjamin Disraeli ״Tarier ed“ heraus. Julius Eibau hat das Werk neuübersetzt und bearbeitet. Kundgebung des Keren Hajessod FREIBURG (Breisgau) Mittwoch, den 20. Mai 1936, 20 Uhr, in dar Synagoge Ansprachen: Bezirksrabb.Dr.Ziemels, Prof.LD. Maler DR. ERNST BERENT, BERLIN Palästina im Rahmen derWeltpolitik — Die jüdische Antwort auf die Ereignisse in Palästina Musikalische Umrahmung ' Israelitischer Chorverein Der Synagoganrat Freiburg Ortskomitee der Jewish Agency Aus der Rechtsprechung Der Begriff des Geschlechtsverkehrs im Biutschutzgesetz Zu diesem Gebiet veröffentlicht die ״Juristische Wochenschrift“ vom 16. Mai zwei Strafurteile. Ein Urteil der Großen Strafkammer Frankfurt a. M. vom 12. Februar nimmt — ebenso wie die in Nr. 38 der ״Jüdischen Rundschau“ erwähnte Praxis anderer Gerichte — an, daß der Begriff des Geschlechtsverkehrs im Sinne des Blutschutzgesetzes weiter ist als der im Strafgesetzbuch überall verwendete Begriff ״Beischlaf“. Dagegen kommt das zweite mitgeteilte Urteil (Große Strafkammer Nürnberg-Fürth vom 14. März) unter Berufung auf den Kommentar von Lösener-Knost zu der engeren Auslegung, nach der das Verbot nur für den Geschlechtsakt, also die Vereinigung der Geschlechtsteile, gilt. Tarnung von Juden durch deutsche Namen Die ״Deutsche Justiz“ vom 15. Mai veröffentlicht die in der ,,Jüdischen Rundschau“ Nr. 29 mitgeteiite Ent- Scheidung des Oberlande sgerichts Hamburg vom 27. November 1935, die den Verkauf eines Handelsgeschäfts mit Firma als nichtig erklärt hat, wenn er dazu führt, daß ein V o 11 j u d e künftig unter einem arischen Namen Handel betreibt. Die Nichtigkeit der entsprechenden Vereinbarung wurde aus § 138 Abs. 1 BGB. hergcleitet, weil sie gegen die guten Sitten verstößt. ln einer Anmerkung stimmt Landgerichtsrat Dr. S p i n d i e r, Berlin, zur Zeit Schulungswart im Gemeinschaftslager ,,Hanns Kerrl“, diesem Urteil zu. In diesen Ausfuhrungen, die auch die sonstigen rechtlichen Bedenken gegen einen Vertrag berühren, der einem Juden die Möglichkeit eines deutschen Firmennamens verschaffen würde, heißt es unter anderem: ,,Es sei nur auf den dtuvli das K1׳ ,-יי;. 3 5׳/ gegen Mißbräuche bei der Elicsrliließung und der Annahme un Kindes Statt vorn 23. November 1933 in Jus BGH. emgefügten § 1325 a verwiesen, der insln-sonderr aurli die sogenannten N' a 111 c 11 s c 11 c n mit Niehlarieiimien triften will . .. ., oder auf den Rinn 'erlaß zur Durchfiihrung der V! ). vom 25. Juni 1934 über 1i!e Zuständigkeit zur Aenderung von Familien- und Vornamen (l’r. GS. S. 361), in dein unter anderem die Anweisung gegeben ist, daß den Anträgen von Personen arischer Abstammung mit jüdischem Namen auf Armierung dieser Namen stattyiigoben ist, nicht dagegen Anträgen von l'cronen nichtarischer Abstammung, weil durch die Aenderung des Namens die nichtaris! hc Abstammung des Nnrncnsträgcrs verschleiert wurde. l.)a in diesen Aculjcrungen der nationalsozialistischen Staatsfiihrung zu den beiden wichtigsten und häufigsten Möglichkeiten der Namensänderung klar zum Ausdruck kommt, daß die Tarnung der Juden durch deutsche Namen im Interesse 11 e s deutschen Volkes verhindert werden muß, könnte man vielleicht sogar soweit gelier! zu sagen, daß darin der Wille des mit der nationaksozialistiseheu Staat slülmtng identischen nationalsozialistischen Gesetzgebers genügend zum Ausdruck gekommen ist, die U Übertragung deutscher Namen auf nichtarische Personen allgemein zu verbieten. Denn es handelt sich um Vorschriften, die im öffentlichen Interesse eine bestimmte gcsctzespolitisrhe Tendenz verfolgen und zeigen, daß die öffentlich!• Ordnung eine Tarnungsmögliehkcit eines Juden durch Namensänderung als gegen die Belange der Volksgemeinschaft vcr- .״toßewi nicht zulasscn will. Aut die Form des Verbots, ob es ausdrück lieh oder mittelbar erlassen ist, kommt es nicht an. (Vgl. RGR. Komm. 1934, Anm. 1 zu § 134 BGB.) Dann wäre der!'ertrag, m dem der Deutsche neben dem Verkauf seines Geschäfts an eiticn Juden diesem auch die Fortführung seiner bisherigen dcutsehen Firma bewilligt, insoweit auch auf eine durch Gesetz vcr- Todesfall. Am 21. April starb in Orselina bei Locarno Dr. Georg Gottstein, Professor an der Universität und Direktor der chirurgischen Abteilung am Israelitischen Krankenhaus in Breslau. Mit ihm ist ein führender jüdischer Arzt dahingegangen. Seine ganze Liebe gehörte der Wissenschaft und den leidenden Kranken. Sein großes Können, sein wissenschafflichcr Ruf und nicht zuletzt seine Herzensgute gaben seinem Krankenhaus eine starke Anziehungskraft. Auf seinem besonderen Arbeitsgebiete, dem der Krankheiten der Niere und Harnwege, sowie der Luftröhre und Speiseröhre, genoß er in der ganzen Welt Ansehen. Er war mit Gedanken und Hoff- Hungert mit Palästina verbunden, um so mehr als er sah, daß seine Lebensarbeit in Palästina reiche Früchte trug. Dr. Siegfried Locwenthaf, Tel-Awiw Der Mitgründer und langjährige Vorsitzende der Ge-- meinde Hamborn, Herr Gustav Mar bürg er, starb unerwartet. Jahrzehnte hindurch hat er die Geschicke der Gemeinde mit Tatkraft und Eifer geleitet. Ausstellung jüdischer Bücher in Amsterdam. Anläßlich der am 24. Mai in Amsterdam sfattfindendeii Jahresversammlung der ״Genootschap voor de Joodsche Wctenschap in Nederland“ wird die Bibliotheca Rosenthaliana in der Amsterdamer Universitätsbibliothek eine Ausstellung von in P a I ä - stina erschienenen Büchern und von Werken aus der älteren jüdisch-deutschen Literatur veranstalten, an denen die Bibliothek besonders reich ist. Der Konservator der Bibliotheca Rosenthaliana, Herr Dr. L. H e r s c 11 e 1, wird die Ausstellung mit einer kurzen Einführungsrede eröffneu. Auf der Jahresversammlung selbst wird Dr. Felix Falk (Den Haag) ein Referat halten ״Ucber die ältere jüdischdeutsche Literatur, insbesondere das jüdisch-deutsche Samuel- Buch in Nibelungenstrophen. Statistisches aus Breslau. In den Jahren 1931/35 sind insgesamt 1800 Personen verzogen, davon 983 nach Palästina und Uebersce; 1935/36 insgesamt 1523, davon 725 nach Palästina und Uebersee. Die jüdische Bevölkerung, von der jeder vierte auf die indische Winterhilfe angewiesen war, beläuft sich heute auf 18 200 Personen (1930 : 24 503). Elin Anwachsen der Geber ״lziffcr auf 126 (im Vorjahre 99) und eine Abnähme de: Sterblichkeit von 377 auf 367 sind bemerkenswert. ״Zwei Veranstaltungen in Köln“. Zu unserem Bericht in Nr. 39 erfahren wir, daß in ״La serva Padrone“ nicht Leo Rohrstock, sondern Dr. Leo Barczinski den Uberto sang. Konzerte in Bulgarien. Im Laufe des April gab Richard € o h n, Oberkantor aus Gleiwitz, einige Konzerte in Bulgarien, zwei in Sofia und ein Konzert auf Einladung der Rustschuker Loge Benei-Brit. Er hatte überall großen Erfolg und fand auch vollste Anerkennung bei einem Schubert- Löwe-Abend, den er im bulgarischen Rundfunk gab. Persönliches. Fräulein Anni Wierny (Wiernik), unsere langjährige Redaktions-Sekretärin, hat in" diesen Tagen ihre Üebersiealung nach Palästina vorgenonimen. Wir wünschen ihr, die uns stets eine gute Kollegin und treue Mitarbeiterin voll unermüdlichen Pflichteifers war, eine glückliche Zukunft in Erez Israel und die volle Erfüllung aller ihrer Wünsche. botene Leistung gerichtet und damit nicht nur, weil gegen die öffentliche Ordnung verstoßend, nach § 138 Abs. 1 BGB., sondern auch, weil gegen ein geseizliehes Verbot verstoßend, nach § 134 BGB. nichlig. Denn da die Finna lediglich der Name ist. unter dem der Kaufmann sein Geschäft hetreiht, handelt es sich in § 22 HOB. auch nur um Bewilligung einer Namensführung. — — —“ Weiter weist LGR. Dr. Spindler auf das Firmen miß* braue 11 sv erfahren hin, das der Registerrichter einleiten müßte, wenn es auf Grund eines derartigen Vertrages zur Führung eines deutschen Firmennamens durch einen jüdischen Geschäftserwerber käme. Anfechtung der Rassenmischehe Die ״Juristische Wochenschrift“ vom 16. Mai veröffentlicht ein Urteil des Kammergerichts vom 11. März 1936 zu diesem Rechtsgebiet. Der arische Kläger, der die jüdische Beklagte 1926 geheiratet hatte, hatte im Oktober 1935 die Anfechtungsklage mit der Begründung erhoben, er habe sich über die Bedeutung der Zugehörigkeit der Beklagten zur jüdischen Rasse geirrt. Das Urteil, das die bisher von der herrschenden Rechtsprcchung entwickelten Grundsätze nochmals zusammenstellt, kommt zu dem Ergebnisse, daß der Kläger spätestens Ende 1933 die volle Kenntnis von der Bedeutung der Rassenfrage für seine Ehe erlangt hatte und die Anfechtungsfrist daher bei Erhebung der Klage im Oktober 1935 längst!verstrichen war. Wegen Erpressungsversuch verurteilt Das ״Solinger Tageblatt“ berichtet, daß das Solinger Schöffengericht einen 35jährigen Angeklagten und eine 23jährige Angeklagte wegen gemeinschaftlich versuchter Erpressung zu einer Gefängnisstrafe von drei bzw. zwei Monaten verurteilt hat. Beiden Angeklagten wurde die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Der Angeklagte hatte im Dezember 1935 an den jüdischen Inhab er einer großen Firma in Solingen-Ohligs einen Brief gerichtet, in dem er den Kaufmann darum ersuchte, ihm 12 000 Mark zu leihen, und bemerkte, da er der Annahme sei, daß der jüdische Kaufmann ihm das Geld nicht ganz freiwillig geben werde, er ihn gleich auf verschiedene Straftaten aufmerksam machen möchte, die er und eine andere Person begangen haben. Die Angaben des Briefschreibers würden den Kaufmann aut lange Zeit der Freiheit berauben. Der Brief enthielt dann weiter die Aufzählung der angeblichen Straftaten und die Aufforderung, das Geld unauffällig verpackt und versiegelt bis zu einem bestimmten Termin in einem Tabakwarengeschäft abzugeben. Der Staatsanwalt hatte gegen die beiden Angeklagten sechs bzw. vier Monate Gefängnis beantragt. Unterstützungs ־ Schwindler Wie die ״Deutsche Ostfront“ in Gleiwitz berichtet, verurteilte das Schöffengericht in R a t i b o r zwei acht- und siebenmal vorbestrafte Angeklagte wegen fortgesetzten gemeinschaftlichen, teils vollendeten und teils versuchten Betrug es zu sechs bzw. fünf Monaten Gefängnis, Beide Angeklagte hatten sich bei den jüdischen Waiidererfürsorgestcllcn in Leobschiitz 4md Ratibor unter Vorlegung gefälschter Poltzeiabmeldescheine wahrheitsv. idrig als Juden ausgegeben und zum Teil auch kleine Unterstützungen erhalten. Wie das Gericht in der Urteilsbegründung ausführte, war skafverschärfend für die beiden Angeklagten ihr Charakter- und würdeloses Verhalten und vor allem auch die Umstände, unter denen die Straftaten begangen wurden. Aus dem Reich Von upsirtn Berichterstattern Bcuthen. Joseph Schmidt sang am 3. Mai Arien und Lieder, Leo T a u b m a n n am Fiii״el war ein einfühlsamer Begleiter. Iserlohn. Am 6. Mai sprach Kabb. Dr. I’ h i 1 i p p, Wuppertal, über ״Jüdische Geschichte im Spiegel der Weltgeschichte“. Stettin. Im Kulturbund •sang lk'atri! e Kreudcnthal-Wagh a 1 t e r unter lebhaftem Beifall und mit vielen Zugaben. Ankündigungen Augsburg: Am 24. Mai, Vortrag Dr. Georg Joscphthal: ״Zukunftswoge der jüdischen Jugend“, im Trausaal der Kitltusgcmeinde, um 20.30 Uhr. — Aurich: Am 24. Mai Vortrag Dr. Flesch: ״Die Krcignb.e in Palästina — unsere rinnistisrhe Antwort“. — Breslau: Zion. Vereinigung. Am 25. Mai, 20.30 Uhr, Lcssingsaal, Agnesstraßc 5, Kundgebung mit Dr. Traub, Berlin: ״Die Ereignisse in Palästina — die rionistische Antwort". — Dortmund: Gruppenverband Rheinland-Westtalen. Am 2t. Mai Berirkstagung im Gemeindchaus, Saarbrücker Str. 3. Beginn: 10 Uhr. ״Das jüdischarabische Problem", Referent: Dr. S. Wassermann, Oberhausen. — ZOG. Am 21. Mai, 20.45 Uhr. im Gemeindehaus, Grafenberger Allee 78, Vortrag Dr, Fritz ikenberg: ״Das jüdisch-arabische I’roblem“. — Am 21. Mai Veranstaltung: ״Das palästinensische Volkslied“. Es spricht Julius Goldberg, Köln. — Emden: Am 24. Mai Ost friesischer Kreistag. Referenten: Dr. Schlotibrrg, Ber lin: ״Die landwirtschaftliche Kolonisation in Palästina“, Dr. Flesch: ״Aufgabe und Bedeutung der Zionistisrben Ortsgruppe“, Dr. Bioehcs: ״KKL- Arbeit innerhalb der Ortsgruppen“, Rabb. Dr. Blum, Emden: ״Die Bedeutung des religiösen Zionismus“. 20.30 Uhr Kundgebung: Dr, Scldoßljerg: ״Die Ereignisse in Palästina — unsere zionistische Antwort“. — Hamburg: Am 25. Mai: ,.Zionistisches Colloquium“, um 20.30 U|,r, Brahmsatlcc 16. — Köln: Zion. Vereinigung. Am 23. Mai Oneg Schabbat; am 25. Mai Voitrag Siegfried Schweizer: ״Mizwath Jischuw Erez Israel“. Am 28. Mai: Der Arbeitskreis fällt wegen Schawuoth aus. Sämtliche Veranstaltungen um 20.45 Uhr im Heim, C'äeilienstr. 18-22. — Norden: Am 24. Mai, Vortrag Dr. Brochcs: ״Die Ereignisse in Palästina — unsere zionistische Antwort“. Familien - Nachrichten Herr Julius Lychenheim, Unna in Westfalen, Altersheim, begeht am 27. Mai den 90. Gelrurtstag. Frau Bctta Major, Mannheim, Schwetzinger Str. 39, begeht an» 29. Mai den 75. Geburtstag. Bar Mizwah-Termine Am 23. Mai (2. Siwan): Martin Hut zier, Sohn von Simon Ifulzk-r, München, Ainmillerstr. 31, Gths. — Am 30. Mai (9. Siwan): Eduard Goldstern, Sohn von Mathias Goldstein, Essen. Schkgetcr- Straße 76. I