Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1936)
- Date
- 1936-05-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 40, 19. V. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite TI Palästinas Industrie auf der Levantemesse Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Zahl der Aussteller Die Zahl der palästinensischen Industrie-Aussteller auf der gegenwärtigen Levantemesse hat sich gegenüber der Messe von 1934, wo sie 330 betrug, reichlich verdoppelt. Da es unter den Tausenden jüdischer gewerblicher Unternehmungen in Palästina heute wohl etwa 700 bis 800 gibt, die nach den hier gerechtfertigten Maßstäben wirklich als Industriebetriebe, über die Grenze des rein Handwerklichen und Kleingewerblichen hinaus, zu qualifizieren sind, so gewährt die jetzige Messe in der Tat einen Ueberblick aller charakteristischcn und quantitativ oder qualitativ wichtigen Ereignisse der jüdischen Industrie in Palästina. Dazu hat organisatorisch vor allem das ausgezeichnete Zusammenwirken der Messeleitung mit dem Industriellenverband beigetragen, der sich in den letzten Jahren überhaupt zu einem sehr aktiven und — wie die von ihm durchgesetzte Zolltarifiiovclle vom 22. Januar 1936 zeigte — einflußreichen Faktor der palästinensischen Wirtschaftspolitik entwickelt hat. Eine Aufschrift über dem Haupteingang des ״Tozereth-Haarcz“-Gebäude kennzeichnet die palästinensische industriemesse ausdrücklich als offizielle Veranstaltung des Industiielleuverbandes, und die Erwartungen, die man daran knüpfen darf, werden vollauf erfüllt Von großem Vorteil für die Beurteilung des Neuen ist cs, wenn man beim Besuch des Messegeländes noch das Bild der vorigen Messe vor Augen hat. Vor allem bemerkt inan die räumlich eExpansion. Das ״Tozcrcth-Haarcz“-Gebäude, mit seinem massigen Aussichtsturm Mittelpunkt und Wahr- Zeichen der Messe, ist diesmal nicht mehr in der Lage gewesen, sämtliche Industrie-Aussteller Palästinas aufzunehmen, während es 1934 stark auf Zuwachs gebaut zu sein schien. Daher ist es nötig geworden, eine Art ״Filiale“ zu errichten, in dem Pavillon hinter dem Hauptrestaurant, der aut der vorigen Messe die Orangenwirtschaft beherbergte. Dort hat man nunmehr die Baustoff- und Möbelindustrie — die außerdem noch durch Spczialausstellungen im Freien vertreten sind —, sowie die Gemeinschaftsgruppe von Industriellen des Haifa-Bay-Rcvicrs untergebracht. Ferner nehmen palästinensische Industriebetriebe auch am ״Internationalen Automobil- Salon“ teil. Qualitätssteigerung und technischer Fortschritt Was neben der räumlichen Expansion bei einem Vergleich mit 1934 weiterhin besonders hervortritt, ist die gesell mackliehe Verfeinerung in der Aufmachung der Ausstellungsstände und eine dem geschmackvollen und imposanten Rahmen adäquate Hebung des Qualitätsniveaus der Waren selbst. Dabei handelt es sich keineswegs immer bloß um einfache Uebernahnie europäischer Konsumansprüche und Fabrikationsmethoden, wie sie mit der Einwanderung der letzten Jahre Zusammenhang^, sondern auch verschiedentlich um eine bodenständige Entwicklung technischer und geschmacklicher Errungenschaften, aus den Traditionen und Bedürfnissen des Landes heraus. Beispiele dafür sind die von einem palästinensischen Juden erfundene Orangensortiermaschine, für die sieh heute auch schon Kalifornien intercssiert, die verblüffend einfache neue ״Miz“-Presse (Patent eines Einwanderers aus Deutschland), Neuerscheinungen im Textilgewerbe, im Möbelbau, in der Keramik. Im Automobil-Salon finden wir Auto-Akkuniulatoren, die aus einer Tcl-Awiwer Fabrik hervorgegangen sind, und palästinensische Automobile, Erzeugnisse einer Haifacr Montagefabrik, die zwar mit einem großen englischen Auto- Konzern zusammenwirkt und von dort her die Einzelteile bezieht, dabei aber doch schon in wachsendem Maßstabe einheimisches Palästina-Erzeugnis verwendet, so z. B. bei der Polsterung und sonstigen Innenausstattung der Wagen. In derselben Halle trifft inan auch die Ausstellung des palästinensischcn Aero-Klubs an, mit Segelflugzeugen, die zwar noch aus dem Auslände bezogen sind, aber auch mit einer Modellscliau, die uns über kurz oder lang den Aufbau einer einheimischen Werkstäfte zunächst für Sportflugzeuge erwarten läßt. Es ist ferner auf das mannigfache neue 'Angebot an elektrotechnischen Bedarfsartikeln und auf die Musterschau des kurz, vor der Retriebseröffnung stehenden Kabeldraht- Werkes in Haifa hinzuweiseit. Technische Industrien Die in Palästina entstehende technische Industrie hat gute Aussichten, wenn sie der natürlichen Struktur des Marktes treu bleibt, sich also an die noch am ehesten vorhandenen Möglichkeiten des Masscnabsatz.es hält. Dazu gehört neben Transportmilte'11 und Elektrobedarf vor allem der technisclie Bedarf der Landwirtschaft und der Bauwirtschaft. Aut der L a n d w i r t s c fi a f t s a 11 s s t e 11 u 11 g, die auf dieser Messe breiten Raum einnimmt, sind Geräte, die aus palästinensischcn Werkstätten stammen, in großer Zahl anzutreffen. Vor allem haben sich die f abriken des technischen Bedarfs der Bewässcrungskultur angenommen in der Herstellung von Pumpanlagen und von Gußrohren. Die neue Haifacr Schwerindustrie, die zur Zeit der vorigen Messe noch im Zeichen des Projektes stand, ist heute führend auf diesem Markte geworden. In mindestens dem gleichen Grade hat sich seit der vorigen Messe <27./28. Mai) .י״^ב^יייי<ת7?,־ בכור י״ם + ERSTLINGE Viele Darstellungen über das Sdiewuoth-Fest im alten und neuen Palästina in dem schönen Gesdienkbudi »Zählet die Tage« Preis 90 Rpf, Bestellen Sie bitte sofort hei Ihrem Buchhändler oder direkt beim Hedtafuz״Verlag, Berlin W15, MeinekestraOe 10 Reffen Voreinsendung des Bet־־«tces zuzng'icb 20 Rpf. Porto oder •uf Postsehedc- Konto Hechaluz, Deutscher! .irdesverband, VerUgs « Ab t, Berlin 177513 KEREN KAIEMETH LEfISRAEL der Bedarf an Baugeräten, Baustoffen und Baukonstruktionen auf eigene Füße gestellt. Die Messe zeigt, daß Badewannen und sanitäre Installation, daß Eigenkonstruktionen, Fensterglas und Ornamentglas, Farben, Firnisse und Lacke, Baubeschläge, Rolläden, Türen und Fenster, feine Kacheln, Schlösser und Schlüssel, Isoliermaterialien und Dachbelag heute in Palästina ebenso gediegen erzeugt werden, wie dies schon vorher bei Zement, Silikatziegeln, Fußlxxlenplattcn, Steinmetzarbeiten, Kunststeinerzeugnissen, Nägeln und Drahtwaren der Fall war. Gemeinsam mit der Möbel- und Beleuchtungskörper-Industrie hat die Baustoffindustrie ein sehr beachtenswertes ״Kollektivprodukt“ auf die Messe gebracht, das ״Palästina-Modell-Hatis“ nacli Plänen der ״Shikuu, Ltd.“ und aasgeführt vom ״Misrad Kablani“ der Histadruth unter Ver- Wendung der Produkte von 18 palästinensischen Fabriken. Die technischen Industrien Palästinas haben sich ferner die Inventar-Bedarfsdeckung der Bürobetriebe, des Handels und der Hauswirtschaft zum Ziel gesetzt. Aus importierten Einzelteilen fabriziert man bereits hebräische Schreib- Maschinen im Lande. Modeniste Büromöhel, Kartotheken, Briefklammern, Briefordner, Schreibwaren und Kontorutensilien aller Art, Schaufenster- und Ladeneinrichtungen sind Gegenstand einer seit 1934, wie der Vergleich dieser und der vorigen Messe zeigt, stark aufgeblühten Produktion. Großartig sind die Fortschritte auf dem für ein Einwanderungsland so bedeutsamen Gebiete des technischen Hausbedarfs. Moderne betriebssichere Kochapparate, Heizvorrichtungen aller Art, elektrische Kühlschränke, Messerschmiedewaren, Kunstharz- und Kunsthom-Produkte und andere Haus- und Küchengerate sind in Qualitäten und Preislagen ausgestellt, die den Verzicht auf Importware nicht mehr als ein Opfer seitens der Hausfrau erscheinen lassen. Noch im Anfangsstadium steckt, dem noch geringen Umfange der Absatzmöglichkeiten gemäß, der Versuch unserer technischen Industrie, auch Produktions mittel für gewerbliche Betriebe zu liefern. Beachtung verdienen vor allem die ersten in Palästina erzeugten Maschinen und Geräte für Metallbearbeitung, Holzbearbeitung, für Fleischereibedarf und für Speiseeisbereitung. KonsumgUter - Industrien Der Schwerpunkt unserer jungen Industrie liegt natürlich auch jetzt noch bei den Konsumwaren, im besonderen bei den Erzeugnissen der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, wie Fruchtsäfte, Marmeladen, Konserven, Milchprodukte, Fleisch waren, vegetabilische Ocle, Backwaren, Süll waren orientalischen wie europäischen Stils, Mineralwässer, Weine, Liköre, Bier und TabaKwaren. Im Anschluß daran rechtfertigen sich einige Worte über die Messeschau der chemischen Industrie. Wir besitzen heute, wie die Messe beweist, nicht nur eine sehr leistungsfähige kosmetische (Seifen, Parfümerien, Zahnpflegemittel, Schönheitsmittel) und chemisch-technischc Industrie (neben den schon erwähnten Farben und Lacken auch Reinigungs-, Putz-, Insektenvcrtilgungs- und Desinfektionsmittel aller Art), sondern Ein neuer Theater-Typ Palästinas jüngste hebräische Bühne, das ״Theatron Iwri Haifa“, hat mit seiner Aufführung ״Othello" (über die wir in Nr. 24 berichteten Red.), sich neben seine älteren Kameraden ״Habimah״ und ״Übel“ gestellt. Sein Erfolg ist beim Publikum wie bei der Presse unbestritten, und insbesondere in Tel-Awiw sieht man dem ersten Auftreten des neuen Theaters mit großem Interesse entgegen. Indessen ist noch wenig bekannt über die Entstehungsgeschichte und die Organisation des ״Theatron Iwri“. Zum erstenmal ist hier der Impuls zur Gründung einer palästinensischen Bühne von einer Stadt ausgegangen. Der Kreis von Männern, der sich vor einiger Zeit zur Gründung eines Theaters zusammenschlofi, setzt sich aus Persönlichkeiten zusammen, die, ohne irgendein offizielles Amt, doch den Kultunvillcn des jüdischen Haifa repräsentieren. Es mag als ein gutes Omen für die wirtschaftliche Fundierung des ״Theatron Iwri“ gelten, daß sich in seinem Gründerkreis drei Bankdirekteren befinden: Dr. Soloweitschik von der ״Anglo- Palestinc Bank", Dr. Freund von der ״Holland-Bank“ und Direktor K a t z. von der ״Bank Halwa’ah w’hissachon“. Außerdem gehören zu diesem Komitee Architekt Dr. W e 11 s c h, dem das Verdienst der ersten Anregung und der hartnäckigsten Verfolgung des Gedankens zuzuspreehen ist. Dr. Lubrany, der zu den ältesten und angesehensten Bewohnern des Carmel gehört, Dr. Z i f f r i n, Sanitätsrat Dr. L o e b und Architekt tlarry Rosenthal. Wer mit den Verhältnissen Haifas etwas vertraut ist, weiß, daß sich in diesem Kreise neue und alte Elemente, solche aus Deutschland und solche aus dem Osten in der glücklichsten Weise mischen. Der ursprüngliche Plan zeigt deutlich die Absicht, im Gegensatz zu den älteren Theatern, die als L a n d esbühnen anziisprechcn sind, etwas in Haifa Bodenständiges zu schaffen, das in erster Linie dein KuHnrbedürfnis dieser Stadt und ihrer nächsten Umgebung dienen soll, ohne natürlich auf Gastspiele in den anderen Städten und Kolonien zu verziehten. Dem Gründerkreis schwebte ein richtiges ״S t a d t - T h c at e r“ als erstrebenswertes Ziel vor, und erst die Theaterleute haben diesen Plan modifiziert, indem sie darauf hinwiesen, daß gerade eine solche Bühne für Ercz Israel sowohl aus ökonomischen wie aus künstlerischen Gründen nicht das Wünschenswerte sei. Indessen kommt die ja erst im Aufbau begriffene Organisation der neuen Bühne dem Gedanken eines ״städtischen“ Theaters insofern nahe, als sie ein in Haifa ansässiges Ensemble schafft, dessen Verbindung zur Stadt und ihrer Einwohnerschaft durch das ״Gründer-Komitee“, das sich inzwischen in eine Art Verwaltungsrat verwandelt hat, sehr stark ist. Die Finanzierung des neuen Unternehmens mußte dem Umstand Rechnung tragen, daß diese dritte Schauspiel- Bühne Palästinas nicht ein Kollektiv sowohl im Wirtschaftsliehen wie im Künstlerischen darsteilt, sondern ein Theater mit festen Verträgen für die Mitwirkenden und mit einer verantwortlichen künstlerischen Leitung. Es liegt in den palästinensischcn Verhältnissen begründet, daß auch das größte Wohlwollen eines theaterbegeisterten Kreises nicht melrr tun kann, als die finanziellen Voraussetzungen für eine kurze Zeit zu schaffen, innerhalb welcher die junge Bühne ihre Existenzberechtigung und künstlerische Leistungsfähigkeit beweisen muß. Mit Hilfe von ä fonds perdu gegebenen ״Grtmderbciträgen“ und eines Abonnements, das in kürzester Zeit 450 Abnehmer fand, bekam die Theaterleitung ein kleines Betriebskapita! in die Hand, das die Existenz des Theaters zunächst für ein halbes Jahr sicherstellt. Es ist keine geringe Leistung, daß es einer Anzahl, zum Teil hochbegabter künstlerischer Kräfte ermöglicht wurde, zu ihrem alten Beruf zurückzukehren. Wenn man die Namensliste des Ensembles durchgeht, so wird man kaum einen Menschen finden, der nicht jahrelang einen anderen Beruf ausgeübt hat. Gleichzeitig zeigt das Ensemble in ähnlicher Weise wie ■der Gründerkreis, in wie glücklicher Weise sich Einwanderer und Eingesessene, ehemalige ״Westjmicn“ und ״Osfjiiden“ auf dem Boden palästinensischer Kunst treffen. Eine Liste der Mitglieder des neuen Theaters zeigt folgende Charakferistika: Direktor Richard Rosenheim, früher Leiter des Schauspielhauses in Königsberg, vor mehr als zwei Jahren eingewandert, hat eine Zeitlang als Tischler gearbeitet. sicherlich gute Exporfaussichten, vor allem auf dem Markte der Nachbarländer, vorauszusagen sind. Erfreulicherweise spielt die Verarbeitung einheimischer Rohstoffe eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein anderer wichtiger Zweig unserer neuen Industrie umfaßt_ nach den Eindrücken auf der Messe alles, was zum Textil- und Klei dungs bedarf und zur persönlichen Ausstattung gehört. Die neuen Produktionsstätten der kirnst- Icrischen Handweberei, der Seidenindustrie, der Baumwoilverarbeitung, der Damen- und Herrenkonfektion, der Wäsche- Herstellung, der Korsetterie kommen dabei ebenso zur Geltung wie die schon länger eingeführte Trikotagcn- und Strick- Warenproduktion, wie das altansässige jüdisch-orientalische Textil-Kunstgewerbe (Tallessim, Käppchen, jemenitische Stickereien, Teppiche usw.). Auch die Leder- und Sch uh ind u s t r i e und Kautschukverarbeitung stellt ihr Können unter Beweis. Das übrige Industrie-Angebot im Palästinateil der Messe gliedert sieh in Dutzende von Branchen, vom Radioapparat bis zum Kinderwagen, von der Orangenkiste bis zu den Juwelen, vom Reißverschluß bis zum Liegestuhl, von den künstliehen Zähnen bis zum Notenpult, vom weichgestopften Spielzeug bis zur Rasierklinge. Dahinter steckt nicht nur Kapitalkraft und materielle Leistung, sondern auch ein respektabler Einsatz von ideellen Werten, von technischer Begabung, von Anpassungs- und Umstellungsvermögen, von Pioniertum, das auf die Besucher der Messe, die die Zusammenhänge kennen und von der Entstehungsgeschichte vieler hier ausstellender Betriebe wissen, einen starken Eindruck macht. T e I - A w i w, II. Mai. In Tel-Awiw fand ein Früh« stück zu Ehren der ausländischen T ei1n e h• m er an der L e v a n temess e statt. Der Schatzmeister der Regierung, Johnson, führte den Vorsitz. Hoofien begrüßte die Gäste namens des Komitees. Die Vertreter von England, Frankreich. Belgien, Holland, der Schweiz, Bulgarien, Rumänien, Jugoslawien, Norwegen, Finnland, Litauen und der Türkei hoben in ihren Reden die bemerkenswerte Entwicklung Palästinas hervor, die in der Stadt Tel-Awiw sowie in den landwirtschaftlichen und industriellen Abteilungen der einheimischen Aiiss'ellung im Rahmen der Messe veranschaulicht ist. Alle priesen den Mut, weicher es den Initiatoren der Messe ermöglichte, alle Schwierigkeiten zu überwinden und die Messe trotz der Lage am geplanten Datum zu eröffnen. Die Redner gaben ihrem Glauben an den Erfolg der jüdischen Aufbauarbeit Ausdruck. (Palcor.) Auf dem Mesm-gclände fand die E״öffmmg der ö s ז c r - r e i c 1! i s c h e n K o II e k t i v a 11 s s t e 1 1 u 11 g durch Generalkonsul Dr. Jorda statt. Im Pavillon von ״Tozeret haare/" wurde ein ״Taf der C h e m i e“ eröffnet. Es fand eine Konf e ren/ d e r C 11ctn i k e r statt, auf der auf die Bedeutung der Chemie in der nationalen Wirtschaft hingewiesen wurde. Regisseur Benno F r a e n k e I, früher an Buhnen in Wiesbaden und Hamburg, leitete die palästinensische ״Kammeroper“ und trat bereits mit einigen Schauspiel-Regiclcistungen in Ercz, israel hervor. Abraham Skiarsch, in Frez israel geboren, trat in Berlin bei Reinhardt und bei Barnowsky auf, war nach seiner Rückkehr ins Land Tischler, errang bei seinem ersten Wiederauftreten als ״Othello“ einen schönen Erfolg. Hermann H e u s e r, Schillertheater und später Bühne des Berliner Kulturbunds. Josef Schapiro, Berliner Volksbühne, in Palästina Chauffeur. Nissan S c h m u e I i, ehemaliges Mitglied der Wilnaer Truppe, seit langem im Land 1111d seit den frühesten Bemühungen um eine hebräische Buhne tätig. Wolff Berlinskv, in Ercz Israel geboren, bei Jeßner ausgebildet, Postbeamter. Chain! L a d e!1 dort f, früher am Schauspielhaus in Königsberg, war bisher in Ercz Israel Gärtner. Esther T a u h e, ehemals an den Reinhardt-Bülmcn in Wien. Hertha Wolff, früher Schauspielhaus Königsberg, siedelt in Batli Galim. Grete Karden, ehemals Rotic'-Bühneii. Berlin, war bisher in Palästina Kellnerin. I laiulschul!-Näherin u!ul Os'rcth. Sonja S a!1 a w a 11, früher am Wiener Burg luat/r. Zu den besonderen Schwierigkeiten, mit denen die neue Bühne zu kämpfen hat, gehört der vöI'i0׳׳ Mangel an jedem Fundus und der eines goei oieten Bühnenhauses. Die!11 Ir rigen Vorstellungen des ״Othelk)“ lande״ in einem neuer!',auten großen Kino-Theater statt, das zwar der Arbeiter-whalt gehört, dessen Pachtverträge es aber unm '!’!lieh machen, ersclnvingiiche Bedingungen zu dangen Mn! wird daher in Zukunft in einem kleineren und einfacheren Kaum > 'ieh n, und diese Rückkehr zu ,ehakespeari :ehem" VoihüliiiUsen wird dem jungen Theater nicht schlecht bekommen. W,ährend der nächsten Monate wind der .,Gründerkreis“ den Versuch machen, sich zu einer .,'I he i e -(ie׳e"s liaft" zu erweitern, die insbesondere durch die Pro• ״!:■־iemii׳׳ und <>rganisierimg des Abonnements dem f’!■ e1 ו:־ on Iwri" eine gesicherte wirtschaftliche Basis schaffen soll. C. Z. Klotze! Altersheim dr Bne Brith in J'rusalem. Die 1311 e Brith sind im Begriff, ein Altersheim für P.imd r und Schwestern aus Deutschland in Jerusalem zu gründen. Interessenten werden gebeten, sich an Frau Charlotte Hirsch, Jerusalem. Rcchawia, Bcth Ruppin, zu wenden. Wie Palcor erfährt, beabsichtigt der N'egus, sich nächste Woche nach London zu begeben. Er siedelte mit seiner Familie in eine Privat-Villa zwischen dem Rechavia- und Talbich• Viertel über. (Schluß des Palästina-Teils) PALÄSTINA IN LICHTBILDERN Lichtbildstrelten über dia aktuellen Vorgänge in Palästina mit ausgearbeiteten Begleitvorträgen: Monatsbildbericht Nr. 5.= 51 Bilder RM 4.50 Monatsbildbericht Nr. 6.= 48 Bilder RM 4.50 Zu beziehen gegen Voreinsendung des Betrages durch den KEREN KAJEMETH LEJISRAEL, Berlin W15 Meinekestraße 10 / Postscheckkonto Berlin 28247