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Jüdische Rundschau · 1936-05-15 · Heft 39 (15.5.1936) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 39 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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SP Off T-ß UN DSC HAU JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 39, 15. MAI 1936 Bar Kochba*Hakoah eröffnet die Saison Maccabis internationaler Boxerfolg Landesmeister der Tschechoslowakei gewinnt knapp Am 12. 5. hat der Boxclub Maccabi erneut bewicsen, daß er auch jetzt zur besten internationalen Klasse gehört, wie es auch die Erfolge des letzten Jahres auf der Makkabiah, in Polen, Lettland, Estland und in der Tschechoslowakei dargetan haben. Nach Begrüßungsworten des I. Vorsitzenden Dr. Scheinmann ging die erste internationale Begegnung im Fliegengewicht zwischen Maccabi-Meister Noschkes und dem Prager Meister Sulc vor sich. Noschkes haben die ersten Monate Hachscliarah in Neuendorf boxerisch nichts geschadet. Alle drei Runden diktiert er den Kampf und schlägt den zum Schluß schwer gezeichneten Sulc, Er gewinnt hoch nach Punkten. Im Bantamgewicht geht Rüben (Maccabi) gegen Klaubensalk (Star) in den Ring. Ein ungleiches Paar! Rüben fightet den zwei Köpfe größeren Gegner alle drei Runden. Das Schiedsgericht gibt seinem Gegner den Sieg. Dem Verlauf des Kampfes würde ein Unentschieden mehr entsprechen. Im Federgewicht geht der Prager Meister Hasman gegen den Maccabi-Meister Franke in den Ring, den hervorragenden Federgewichtler des Boxclubs, der in seinem Gewicht erste internationale Klasse verkörpert. Von seinen früheren Erfolgen ist jetzt sein großer Kampf auf der Makkabiah gegen Nefaissi aktuell, den ägyptischen Landesmeister, der von seinem Lande für die Olympiade aufgestellt ist und zu den Favoriten seiner Klasse gehört. Franke arbeitet in allen drei Runden überlegen. Hasman kann über seine hervorragende Linke nicht hinwegkomnien und blutet am Schluß der dritten Runde, liasman bleibt bis zum Schluß gefährlich, muß aber Franke den Sieg überlassen. Im Leichtgewicht startet Löffler (Star) gegen Eskenazi II (Maccabi). Ein ausgeglichener Kampf, der bei gleichwertigen Leistungen in schnellem Tempo mit Recht unentschieden gegeben wird. Im Leichtgewicht startet für Maccabi N c u m a n n gegen den tschechoslowakischen Landesmeister Krahl, von allen mit höchster Spannung erwartet. Es war der interessanteste Kampf des Abends. Beifallsstürme bei offener Szene. Die ersten beiden Runden gehen klar an Neumann, der mit beiden Händen regelmäßig ins Ziel trifft. Die dritte Runde sicht den als großen Steher sich offenbarenden Krahl vorne, dem man die größeren Kampfmöglichkeiten anmerkt. Das Kampfgericht entscheidet für Krahl. Im Weltergewicht vertritt Maccabi Schott gegen den ihn um Haupteslänge überragenden Jezek (Star). Schott fightet unaufhörlich und überwindet die Reichweite seines Gegners durch gute linke Körperhaken. Nach ausgeglichenem Kampfe wird Jezek Sieger. Im Mittelgewicht geht Joei (Maccabi) gegen den Brüder des berühmten Professionals Franta Nicolny in den Ring. Im Gewicht erheblich benachteiligt, kann Joel die Partie zuerst offenhalten und bringt am Ende der ersten Runde durch einen Rechten seinen Gegner zu Boden, den aber der Gong rettet. Alle Versuche Joels, ein k. o. zu erzielen, scheitern an der guten Deckung Nicolnys. In der dritten Runde macht sich dessen Uebergewicht bemerkbar. Sie geht an Nicolny, der Sieger wird. Im letzten Kampf des Abends startet für Maccabi Krönfeld gegen Skriwanek. Trotz rundlicher Konturen hat Kronfeid seine Scldagkraft und Härte behalten. Die beiden ersten Runden hält er nur knapp offen; in der dritten gehen beide Gegner aufs Ganze. Plötzlich landet ein linker Haken Kronfelds auf dem Kinn des Gegners und reißt ihn zu Boden. Kaum hoch gekommen, erhält er den gleichen vernichtenden Schlag und muß für die Zeit den Boden aufsuchen. Sieger durch k. o. Kronfeid. ״ S—n. Was bringt der Sonntag? Vereins - Meisterschaften in der Leichtathletik Am Sonntag tragen die Vereine des Deutschen Makkabikreises die erste Runde der Vereins-Meisterschaften aus. Die Konkurrenzen bestehen aus folgenden Eichungen: Männer: 100 rn, 400 m, 1500 m, Hochsprang, Wcit.sprung, Diskuswerfen und Speerwerfen. Frauen: 100 m, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen und S|>eerwerfen. Die Vereins-Meisterschaften werden in zwei Klassen (für große Vereine mit je drei Teilnehmern, für kleine Vereine mit je einem Teilnehmer pro Konkurrenz) durchgeführt. Jeder Teilnehmer darf nur in zwei Konkurrenzen starten. Gewertet wird nach der internationalen 1000-Punkfe-Tabelle. — Zur besseren Durchführung der Veranstaltung haben sich die Mehrzahl der Vereine zu Bezirks-Wcttkäinpfen zusammengefunden. Der branden burgische Verband trägt die Vereins-Meisterschaften seines Bezirks am Nachmittag um 3 Uhr aut dem Grunewald-Sportplatz aus. Am Start befindet sich die gesamte Kampfmannschaft des Berliner Bar Kochba- Hakoah. Zum erstenmal treten auch die Leichtathletik-Abteilungen des Hagibor und des JSK. in Erscheinung. In Köln treffen sich auf dem Sportplatz der Hakoah in Köln-Lindenthal um 14.30 Uhr die Vertreter der westdeutscheu Makkabi-Vereine. Die mitteldeutschen Vereine treffen sich in Dresden aut dem Sportplatz der Radrennbahn Reick um 15 Uhr. Der Bezirk Ostpreußen trägt seine Vereinsmeistersehaften am 21. Mai in Königsberg aus. Blau-WeiB Hamburg bei JSK. Berlin Am Sonntag beginnen um 12.30 Uhr arn Schäfersee die Fußbailspiele des JSK. gegen eine kombinierte Mannschaft des Blau-Weiß Hamburg und eine Mannschaft des Bar Kochba Stettin. Eine Jugendmannschaft des Blau- Weiß Hamburg tritt gegen eine des Bar Kochba-Hakoah Berlin an. Fußball in Berlin Sportplatz am Schäfersee Platz I: 9 Uhr: Hakoah IV gegen Hakoah V. 10.40 Uhr: Hakoah AH. gegen Hakoah II. 12.30 Uhr: Hakoah I. Jgd. gegen IJlau-Wciß Hamburg I Jgd. 14.15 Uhr: JSK. komb. gegen Hlau-Wciß Hamburg komb. 16 Uhr: JSK. komb. gegen Bar Kochba Stettin komb. Platz H: 9 Uhr: Hakoah III. Jgd. gegen JSG. f. Jgd. 15 Uhr: Hagibor II. Schl, gegen Hagibor 111. Schl. 16.10 Uhr: Hakoah V. Schl, gegen Hakoah VI. Schl. Leipzig Bar Kochba Leipzig trifft auf Hagibor Berlin. Eindrucksvoller Aufmarsch — Der Berliner Bar Kochba-Hakoah batte seine Mitglieder zum Appell gerufen, und Hunderte kamen. Auf den oberen Plätzen des Sportplatzes Grunewald sammelten sieh die Abteilungen, und als um 2 Uhr der Aufmarsch begann, waren es mehr als achthundert Aktive. Der Appell Voran trug der Diskusmeister des Deutschen Makkabikreises, Hans Jacob, die Fahne des Bar Kochba. Dann kamen die Reihen der Leichtathleten und Leichtathletinnen bis hinunter zu den kleinsten Mitgliedern der Jugendabteilungen. Nun folgten die ״Alten Herren“, die Turner und die Spielmannschaften, und den Abschluß bildeten die Jungen und Mädchen vom Makkabi Hazair. Der Vorsitzende des Bar Kochba-Hakoah, Dr. Hans Fricdenthal, sprach über die Situation, in der diese Saison eröffnet würde. Zum Schluß gedachte er der Opfer in Palästina. Die Wettkämpfe Das Merkmal des Sportfestes war die große Beteiligung besonders in den jüngsten Jahrgängen. Vorläufe über Vorläufe waren nötig, um die besten der Jungen und Mädeben unter 14 Jahren für die Teilnahme an den Endkämpfen zu ermitteln. 111 den Haupt wett bewerben, die ausnahmslos als Vorgabewettbewerbe ausgetragen wurden, waren die Träger bekannter Namen fast alle am Start, und die gezeigten Leistungen sind für die frühe Zeit, das noch kaum begounene Training und die leider unverändert schlechten Balmverhältnisse des Grunewaldsportplatzes durchaus annehmbar. Ueber 100 m setzten sich die Malleutc Sch att mann und Dr. L e w i n in ihren Vorläufen durch, den dritten Vorlauf gewann besser von der 4-m-Marke. Zum Endlaut trat S c 11 a 11 m a n n, der im Vorlauf mit 11,2 Sek. eine für die geschilderten Verhältnisse ganz ausgezeichnete Zeit erzielt hatte, wegen einer leichten Verletzung nicht an, Jk*stes- Schattmann siegt im ersten Vorlauf Fot•«: Herbert Sor.nmffld und Dr. Lew in konnte den in 11,3 Sek. siegenden Lcsser (4 m Vorgabe) nicht ganz erreichen. Dritter war Rabinowitsch (4 m Vorgabe). Das schönste Rennen des Tages gab es über 500 m. Hier standen Werthen, Walter Cohn und Sorkin am Mal. Während im Verlaufe des dramatischen Kampfes Werthen immer mehr abfiel, kämpften sich Cohn und Sorkin an die Spitze, die Hirsch (35 m Vorgabe), obwohl schon erschöpft, tapfer hielt. Im spannenden Endkampf rückten Cohn und Sorkin immer näher auf, ohne etwas an der Reihenfolge ändern zu können. Die Zeiten (73,1, 73,2, 73,3 Wenig schönes Handballspiel Sek.) zeugen unter Berücksichtigung der Verhältnisse von der Güte der Leistung. Großes Interesse nahmen die Zuschauer am 100 - m - Lauf der Alten H e r r c n, an dem Simmcnaucr und Trcuma n 11 teilnahmen, die vor Jahren den Bar Kochba zu vielen Erfolgen führen halfen. Simmcnaucr, der seinen Vorlaut leicht gewann, konnte am Endlauf wegen einer leichten Verletzung nicht teiinehmen, und Treumann vermochte sich gegen Bailin (Teiinisklub Bar Kochba), der in 12,8 Sek. gewann. Weiß (Fußballabteilung) und Max Lcwin nicht durchzuset/en. In dem 100 - L a u f der Damen zeigte Tanja Spiwak, daß sie beginnt, die in sie gesetzten Hoffnungen zu ■Hakoah; ür. Friedenthal spricht erfüllen. Obwohl sie immer noch als Jungmädchen stariberechtigt ist, gewann sie den Damenlauf in 14,1 Sek. vor Carola üotthein und Hilde Mayer. Das Handballspiel Trotz dem sehr großen Programm wurden alle Wettbewerbe reibungslos durchgefiihrt. Den Höhepunkt der Veranstaltung sollte das Handballspiel zwischen Bar Kochba und J S G. bilden, das jedoch zu einer Enttäuschung wurde. Die JSG. begann das Spiel sehr schnell. Ihr Sturm fand sich sofort zu überraschenden Kombinationen, und ehe die Bar Kochbaner sich gesammelt hatten, stand es schon 1:0 gegen sie. Dann aber fand sieh die blaue Mannschaft und wurde nun die ganze erste Halbzeit hindurch klar überlegen. Der Mittelläufer Sommerfeld bewachte den gefährlichstcn Stürmer des JSG., Dorfmann, der sich nun nicht mehr entwickeln konnte; der linke Läufer 1׳ a I k c 11 1) e r g, der zeitweise der beste Spieler auf den! Platz war, war in allen gefährlichen Situationen zur Stelle, sowohl in der Zerstörung als im Aufbau unermüdlich tätig; in der Verteidigung spielte vor allem S in e d r e s m a n 11 mit Sicherheit und Umsicht, Nur der Sturm, der immer wieder nach vorn kam, vermochte keine der vielen Möglichkeiten zu realisieren. Werner Spandau wiyde von Henoch sehr gut bewacht, hafte aber auch bei den vielen kaum zählbaren Stratwurfen, die gegen die JSG, verhängt wurden, ein außergewöhnliches Schußpech. Schließlich gelang cs Sonn, durch einen sehr schönen Weitwurf ein Tor aufzultolen. Halbzeit 2:1. Nach Halbzeit dauerte es dann wieder einige Minuten, bis sich die Spieler des Bar Kochba fanden, und wieder gelang es den JSG.ern in gut eingelöteten und durchgcfuhrtcn Durchbrüchen zwei Tore zu erzielen, die der vorzügliche Torwart Kobor nicht zu verhindern vermochte. Beim Stande von 4 : 1 schien das Spiel aussichtslos. Aber nun kam der Bar Kochba in große Fahrt. Die Verteidigung wurde immer sicherer, die Läuterreihe arbeitete aufopfernd und erfolgreich. Im Sturm zeigten Schlesinger und Kahane mehrere gute Kombinationen, Tor um Tor wurde aufgeholt, bis der Gleichstand von 4 :4 erzielt war. Jetzt begann die JSG., die schon bisher sehr hart gespielt hatte, mit Rücksichtslosigkeit zu spielen. Die Stürmer des Bar Kochba verloren selten den Ball auf eine Weise, wie sie im Handballspiel üblich ist, sie wurden vielmehr immer wieder im wörtlichsten Sinne über den Haufen gerannt. Es ist einfacher, festzustellen, daß nur Henoch von der gesamten Abwehr der JSG. die Grenzen der Fairness eir,hielt, als alle Verstöße einzeln zu monieren. Erwähnt werden muß jedoch, daß in dem Außenläufer Weinstock ein Spieler aut dem Platze stand, der jedes sportliche Spiel unmöglich macht. Er sprang Stürmern des Bar Kochba, die in die Nähe des Tores kamen, von hinten her auf den Rücken, er hielt einen Läufer, der den Ball trug, am Bein fest usw. Merkwürdigerweise stellte der Schiedsrichter Stern, RjF. Gießen, ihn nicht heraus, wie er überhaupt trotz bestem Bemühen das Spiel nicht in der Hand zu halten vermochte. Die Bar Kochbaner blieben bei ihren! fairen Spiel. Es kam zur Verlängerung, und hier gab es wieder das Bild, das beide Halbzeiten gegeben hatten. Die JSG.er fanden sich schneller, ein kurzer Durchbruch führte zum fünften Tor, das das entscheidende blieb, da die wieder einsetzende Uuberlegcnhcit des Bar Kochba zu keinem Erfolge mehr führte. Sport auf dem Keilberg. Vom 21. bis zum 24. Mai findet die erste größere sportliche Veranstaltung auf dem Keilberg statt; für den 21. ist ein Waldlauf geplant, für den 22. bis 24, Mai ein Tischtcnnisturnicr. Meldungen von^ Makkabivereinen an das K^iiberglieim, Stolzenhain löb (CSR.). Der Aufmarsch des Bar Kochba ״ ׳'**ד V» w. . ׳ I : * '. -. Jhy. eff.■'-«*»’' fkM ־ Sa J& Aupi, *fö׳ I :■K ii•׳♦־•

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