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Jüdische Rundschau · 1936-05-15 · Heft 39 (15.5.1936) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 39 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 16)
Language
German
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-9* & t«. ־#־ Wa ■iw Seite TA JÜDISCH(־ RUNDSCHAU Nr. 39 15 V. 1936 UMSCHAU O׳^ li־ ־* i6Ü%f tf: ö :•*«:׳ ־ ' v ן ' & 11 I V % t' '.f, ־;'ilü *i גןו5' י׳ fw ■ן■*•; ״g!i ן,! ׳■ ..l't‘!rfk 1; * 1 ■'’k ■i. ״ . .«'׳«■ ןV '!»■ ■ . •♦ין;; ,11,17 1 f * »i», *’ J MW öl1 1 il Gesundheitswesen / Fritz Noack. Malaria Nach der Zunahme der Malaria-Erkrankungen im Jahre 1931 konnte das Jahr 1935 als verhältnismäßig günstig betrachtet werden, da in diesem Jahre die Zahl der Neuerkrankungen hinter der des Vorjahres zurückblieb, obwohl die jüdische Bevölkerung um zirka 20 ״/<> zunahin und die reichlichen Regenfälle im vor-!!ergehenden Winter eine Vermehrung der Anophelinen erwarten ließen. Allerdings bestanden deutliche Verschiedenheiten in den einzelnen Teilen des Landes; der Rückgang betraf nicht gleichmäßig alle Bezirke. Während in gewissen Gebieten, die früher stark unter Malaria litten (Etnck Chcfer, Schomron, Emek Sehukm, Emek Jesrcel) eine deutliche Besserung festzustellen war, war in ein/elncn Teilen des Scharon und des Emek I lajarden sogar eine Zunahme zu beobachten. Die Malaria ist eben sehr stark von örtlichen Bedingungen abhängig, insbesondere von der Zahl der Miickenbrutplätze, deren Beseitigung das llauptmittel der Malariabekämpfung ist. Sicher ist auf diesem Gebiet im vergangenen Jahre viel geschehen. Aber die Gefahr der Malaria ist bei weitem noch nicht geschwunden. Die Arbeiterkrankenkasse hat im vorigen Jahre zirka 2000 Neuerkrankungen und zirka 2700 Rücktalk• registriert, also zusammen zirka ■1700 Mulariafälle, eine Zahl, die zeigt, daß diese Krankheit noch immer eint schwere Belastung unserer Kolonisation ist und daß ein Erlahmen im Kampfe gegen sie nicht zu vorantworten wate. Dabei ist zu bedenken, daß jede Vernachlässigung der Bekämpfungsmaßnahmen ein neues Ansteigen verursachen kann. Auf der andeien Seite zeigen aber die Erfolge in Palästina sowohl wie in anderen Ländern, daß der Kampf gegen die Malaria durchaus aii'.sielitsreicli ist. Das Ende der Regenzeit ist der richtige Zi itpiiiikt,;111 dein energische Maßnahmen zur Muekenvetiilgimg den größten Erfolg ver-privhen. I )!es geschieht in erster Linie durch Austrocknung der von den Winterregen gebliebenen Wasseransammlungen; aber auch die perennierenden Gewässer müssen sachgemäß bearbeitet werden. Mit der Zunahme der kürt-.’,liehen Bewässerung steigt auch die Möglichkeit der Bildung von Mückenbrntplatzen . in solchen Bewässerungsanlagen, was durch richtige Anlage und Pflege der Bewässerungi-grabe!; vermieden werden kann. Ueberall da, wo Malariamücken auftrden, ist die Anbringung von A'uickenschutz an Fenstern und Tü-! reu und der (lebraueh von Moskitonetzen von größtem Werte. Verbesserung der hygienisdien Verhältnisse Neben der Malaria pflegen auch andere Inf e k t i o 1! s k rankheiten erfahrungsgemäß im Sommer zuzunehmen. Dazu gehören insbesondere Tvphus, Paratvphus und Dysenterie, die zwar nicht in dem Maße Volkskrankheiten sind wie die Malaria, aber doch überall vorkommen und gelegentlich auch epidemischen Charakter annehmen können. Für die Bekämpfung dieser Krankheiten spielt eine wesentliche Rolle die Verbesserung der livgienisehen Verhältnisse, insbesondere die I lygiern: der Küche und des Lebensrnütdhandck, sowie die einwandfreie Beseitigung der Abgänge. Es muH gesagt werden, daß in unserer Kolonisation diesen Fragen nicht immer die erforderliche Beachtung geschenkt wird und daß das Verständnis dafür auch in der Bevölkerung noch viel zu wiinsehen ubrig laßt. Der Kongreß in Luzern hat, wohl unter dem Eindruck der im vorigen Som- Hier an einzelnen Punkten ausgetretenen Episelbst nützlich ausgewirkt hat, für die ganze übrige Kwuzah. sondern auch cjeiinc Leumi stutze inatisc di :!gut I rkiai zu hc wird. neue ver>c!' Liren n, die Exekutive beauftragt, ״den Waad in der Schaffung einer Stelle zu untern, die d!e Aufgabe haben soll, eine syste- ■11c Aktion zur Hebung der sanitären" Beigeti und zur Vermeidung epidemischer!klingen zentral diirch/tifuhren“. Es ist '!teil, daß diese Stelle bald eingerichtet Dabei ist vielleicht Weniger wichtig, Aemtcr zu schalten als vielmehr die von siciicncn Institutionen eingerichteten sanihtw:!׳•hung-sielten einheitlich zusamineii/inäi'-rii und atm/ulKiuen. Der Keren Kajenieth, die Krankenkasse, einzelne Kolonien und private Gesellschaften haben nämlich für ihre Gebiete Sanitäre angestcllt, die aber keiner einheitlichen Zentralstelle unterstehen. Präventive Gesundheitsfürsorge Wie verlautet, hat der Waad Leumi die Uebernahme der Gcsundlieitsfürsorge-Einrichtungen der Hadassah (Stationen für Säuglingsfürsorge, Schulgesundheitspflege) und des Krankenhatiscs in Safed abgelchnt. Der Grund für die Ablehnung ist darin zu suchen, daß die Hadassah den Forderungen des Waad Leumi auf finanzielle Unterstützung in der Uebergangszeit nicht zugestimmt hat und der Waad Leumi auf der von der Hadassah konzedierten Basis die Verantwortung nicht glaubte übernehmen zu können. Das weitere Schicksal dieser Institutionen ist durchaus ungewiß. Man wird kaum annehmen können, daß die Hadassah die Einrichtungen wie bisher fortführt und den Bedürfnissen des Jischuw entsprechend entwickelt; denn wenn sie das wollte, hätte sie natürlich auch mit dem Waad Leumi zu einer Einigung kommen können. Es heißt, daß sie daran denkt, ihre Einrichtungen lokalen Institutionen zu übergeben. Dies würde bedeuten, daß die Einheitlichkeit des Fürsorge- Werkes zerstört wird, daß ferner leistungsfähige Gemeinden ihre Fürsorge vielleicht entwickeln können, während die leistungsschwachen nicht imstande sein werden, ihre Einrichtungen zu halten, obwohl sie dort am nötigsten sind. Man kann nur bedauern, daß zwei zentrale zionistische Organisationen sich in monatelangen Verhandlungen nicht haben einigen können. Es wäre richtiger gewesen, die Angelegenheit vor eine höhere zionistische Instanz, die Exc* kutive, zu bringen, bevor man sie scheitern Läßt. Da der Keren Hajessod aus Palästina ein mehrfaches der strittigen Summe aufbringt, wäre cs vielleicht möglich, mit seiner Hilfe zu einer Einigung zu kommen, wenn die Hadassah auf ihrem Standpunkt beharrt. Es darf aber nicht zugelassen werden, daß wichtige gesundheitliehe Einrichtungen in ihrer Entwicklung leiden, weil die zentralen Instanzen sich nicht einigen können. Zahnärzte -Konferenz Am 11. und 12. April fand In Tcl-Awiw eine Konferenz der Zahnärzte der Krankenkasse statt. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand ein Referat von Dr. Mansbach, dem Leiter der zahnärztlichen Arbeit der Kasse. Er gab einen Bericht über die Entwicklung dieses Arbeitszweiges in den drei Jahren seiner Tätigkeit. ln dieser Zeit hat sich der Umfang der Arbeit vervielfacht; die Zahl der beschäftigten Zahnärzte ist von 10 auf 78 gestiegen (davon 28 hauptamtlich augestellte); die Zahl der behandelten Patienten betrug im vergangenen Jahre 30000. Bisher mußten die Patienten die Behandlung in den Behandlungsstatten der Kupath Cholin! bezahlen, bekamen allerdings einen niedrigen Tarif. Dr. Maasbacli entwickelte auf der Konferenz den Vorschlag einer speziellen Zahnversicherung. Die Voraussetzung für die Aufnahme in die Ver- Sicherung soll die vorherige Sanierung des Gebisses sein; die Versicherung übernimmt dann gegen einen niedrigen Jahresbeitrag die regelmäßige Untersuchung der Zähne und ebenso gegen geringe Bezahlung die notwendigen Behandlungcn. Durch ein solches System würde cs möglich sein, die Zähne der Versicherten dauernd in einem sanierten Zustand zu halten. Die Durchschnittsjahresausgabe pro Patient und Jahr betrug zuletzt zirka 70 Piaster. Bei einer systematischen Kontrolle und Behandlung im Sinne seines Vorschlages glaubt Dr. Mansbach, den Durchsehnittssatz erheblich senken zu können, so daß die Jahresbeiträge für die Spezialzahnversicberting niedrig sein können, dabei aber gleichzeitig der Gesundheitszustand der Zähne gehoben würde. Diese Vorschläge wurden von der Konferenz mit großem lnteresse aufgenonunen und debattiert. Außerdem beschäftigte sich die Versammlung mit einem in! letzten Jahre gemachten Vorschlag, prophy* faktische Zahnbehandlung durch nichtappro- Werte Helferinnen ausführen zu lassen, Dagegen wurden erhebliche Bedenken laut, weil die Ausführung selbständiger Arbeit durch Nichtzahnär/.te in der Zahnheilkunde als Rückschritt angesehen wurde. Sanitäre Uebcrwadiung der fugendalijah Einem Berichte der Krankenkasse ist zu entnehmen, da!) in den landwirtschaftlichen Siedhingen, die (!nippen der Jugend-AIijah aus Deutschland aufgenommen haben, im Durchschnitt ein wesentlich höherer Standard der hygienisch-sanitären Verhältnisse erreicht wurde als in anderen Siedlungen. Dies ist nicht etwa dem Einfluß der Jugenil-Alijah-üruppcn zu danken, sondern der Aufmerksamkeit, die von der Leitung der Jugend-AIijah im letzten Jahre der gesundheitlichen Unterbringung und Ueberwaehung der Jugendlichen gewidmet wurde. Bevor eine Siedlung für die Aufnahme der Jugend-AIijah vorgemerkt wird, wird der sanitäre Zustand genau untersucht; erst wenn diese Frage zur Zufriedenheit beantwortet ist, wird ein Vertrag abgeschlossen. Die Aufnahme der Gruppe wird aber nicht eher zugelassen, bis alle sanitären Einrichtungen in einwandfreien Zustand gebracht sind, und auch nach der Ankunft der Gruppe wird die Ueberwaehung fortgesetzt. Es hat sich nun herausgestellt, daß diese Kontrolle sich nicht nur für die Jugend Arbeiter-Bewegung /Fritz n a p h t a 1! Der Kampf um Arbeitsplätze Nichts ist kennzeichnender für die besondere Rolle der Arbeiterbewegung in Erez Israel im Prozeß des Aufbaus als die Tatsache, daß der Kampf um die ,,Eroberung der Arbeit“, d.h. um Arbeitsplätze, viel mehr im Vordergrund steht als der Kampf um die Arbeitsbedingungen. Es gibt z. B. die von allen zionistischen Instanzen, aber leider nicht in gleichem Maße von allen Kreisen der Bevölkerung Erez Israels getragene Bewegung zum Schutze von ״Toz e r et h Haare!, d. h. zur Bevorzugung der Produkte der Industrie und Landwirtschaft des Landes gegenüber einer meist billigeren Konkurrenz eingeführter Waren. Die Arbeiterschaft, die gemeinsam mit den Industriellen die Forderung nach erweiterten Schutzzöllen gegenüber der Dumping-Konkurrenz des Ausl andes, im besonderen Japans vertritt, ist auch der wesentliche Träger des Selbstschutz-Gedankens, der Verpflichtung zum Verbrauch der Landeserzeugnisse, innerhalb des Jischuw. Zollschütz ist der wirksamere Weg als der Appell an nationale Gefühle der Käufer. Aber noch sind wir in Erez Israel weit entfernt von einen! ausreichenden Zollschutz und ,von einem funktionierenden Apparat der Handelspolitik. Vom Absatz der heimischen Produkte sind aber die Arbeitsplätze und ihre Erweiterung abhängig. Selbstverständlich muß alles versucht werden, um die heimischen Waren nach Qualität und Preis rein wirtschaftlich konkurrenzfähig zu machen. Aber wo das nicht oder noch nicht möglich ist, muß der Konsument gewisse Opfer bringen. Der Arbeitsplatz ist wichtiger als die Billigkeit der Lebenshaltung. Gewiß gibt es Grenzen für dieses Prinzip, aber entscliekiend ist, daß die Politik der Arbeiterscliaft in Erez Israel eine ausgeprägte Produzcnten-Politik ist und daß das reine Konsumentenintercsse in ihr eine untergeordnete Rolle spielt. Das Prinzip der Werbung für den Tozcreth Haarez-Gedanken ist kaum umstritten. Dagegen gibt es Diskussionen über die Methoden, die im Kamnfe für den Gedanken, bei dem es unvermeidliche, aber unerfreuliche Vcrmischungen von allgemeinen und privaten Interessen gibt, zur Anwendung kommen. Gelegentlich kommt es vor, daß bei Händlern, die auch ausländische Waren führen und sehr oft führen müssen, Fensterscheiben eingeschlagen werden. Manchmal geschieht das gerade in der Zeit, in der Verhandlungen zwischen dem Geschäft und dem Ausschuß für Tozereth Haarez schweben, so daß der Verdacht des Zusammenhanges besteht. Kürzlich hat der Tel- Awiwcr Bürgermeister Dizengoff öffentlich gegen derartige Terror-Methoden protestiert, die das Ansehen der jüdischen Stadt herabsetzen. In Uebercinstimnumg mit ihm lehnen alle offiziehen Stellen, vor allem auch die in der Histadruth organisierten Arbeiter Terror auch auf diesem Gebiet ab. Zerschlagene Fensterscheiben wirken nicht werbend, sondern abstoßend. Die organisierten Kräfte, die um der Erweiterung der Aufnahmefähigkeit des Landes willen, an den Konsumenten für Tozereth Haarez appellieren, haben allen Anlaß, die Diskreditierung ihrer guten Sache durch Gewaltakte zu bekämpfen. Die große Bedeutung der Arbeiter irn To zereth Haarez-Kampf ist auch die stärkste Gewähr für die volle Bindung der jüdischen Industrie an jüdische Arbeit. Die Gefährdung der Arbeitsplätze durch den Uebcrgang zu billiger, d. h. nichtjüdisclier, Arbeit tritt immer auf den Gebieten auf, für die der heimische Absatz nicht wesentlich ist. Das zeigt sich, abgesehen von der Orangen-Wirtschaft, neuerdings in der Entwicklung der Pa I es tin e Pot as h Compa nv am Toten Meer. Als vor zwei Jahren die Arbeit am Südende des Toten Meeres, weit entfernt von allen jüdischen Siedlungen, aufgenommen wurde, ging eine Gruppe von etwa 15 Mitgliedern der Histadruth aus dein Kreise des Kibbuz Meuchad dorthin, utn der jüdisehen Arbeit ein neues Feld zu erschließen. Es war mitten in der Prosperity. Unter schweren klimatischen und gesellschaftlichen Bedingütigen konnte dieser Schritt nur einen Sinn haben als Pionierleistung für die Entwicklung einer größeren jüdischen Siedlung. Die Ervvartungen haben sich bisher nicht erfüllt. Bei einer Zahl von 500 bis 000 arabischen Arbeitern (Beduinen) ging die Zahl der jüdischen Arbeiter bisher über 20 bis 40 nicht hinaus. Gerade jetzt, wo neue Erweiterungen des Werkes am Südende des Toten Meeres angektindigt werden, erhebt die Arbeiterschaft von neuem gegenüber einer Gesellschaft, die zum größten Teil mit jüdischem Kapital arbeitet und deren Entwicklung auf jüdischer Initiative beruht, die Forderung nach angemessener Ausdehnung der jüdischen Arbeitsplätze. (Von einer Ausschaltung der arabischen Arbeit ist in diesem Falle keine Rede.) Und es ist charakteristisch, daß dabei ausdrücklich gefordert wird, Juden nicht nur für gehobene, sondern für alle Arten der Arbeit einzustellen. Die nicht gering einzuschätzende Pionierleistung der kleinen Gruppe, die vor zwei Jahren an diesen Platz ging, berechtigt zu der Forderung, diese Position durch Ausbau zu einer größeren jüdischen Siedlung zu sichern. Die Arbeiter, die viele Opfer im Kampf um die Vermehrung der Arbeitsplätze bringen, dürfen auch von anderen Kreisen die nationale Pflichterfüllung in diesem Kampfe fordern. Zur Einheit der Kibbuz-Bewegung In der Peßach-Woche veröffentlichte der ״Dawar“ einen Aufsatz von Berl Katznelson (״Einwendungen gegen den bestehenden Zustand“), in dem er die auf verschiedenen Treffen aufgerollte Frage des Zusammen- Schlusses der verschiedenen Gruppen der Kibbuz-Bewegung eingehend behandelt. Die verschiedenen Zweige der Bewegung der Arbeiter- Ansiedlung innerhalb der Histadruth (Kibbuz Meuchad, Kibbuz And des Haschomer Hazair, Chewer na Kwuzoth-Gordoniah) haben die Tendenz über Verschiedenheiten der Wirtschaftliehen Organisationsform hinaus, sich zu Zentreu besonderer Ideologien und zu Zentren bevon Erez Israel (Mapai). Er glaubt, daß die Werbekraft der Kibbuz-Bewegung, des wichtigsten Vortrupps der kolonisatorischen Leistung, innerhalb der Arbeiterschaft im Lande und in den Galuth-Ländern geschwächt wird durch die immer stärkere Betonung der ״Riehtungen“ mit ihrem eigenen Apparat und eigener Presse. Er hält die Bindung der Zugehörigkeit zu bestimmten Siedlungen an bestimmte weitanschauliche oder parteipolitisch gefärbte Gruj> pen innerhalb der Oesaintbewegung des arbeitenden Erez Israel für eine ungesunde Beeinträchtigung der freien Entwicklung der geistigen Strömungen innerhalb der Arbeiterschaft JÜDISCHE RuNDSChAu ' Dctiljiiii'tUid ist sie JMWitässige Tiikxeün -den duSge^mudc>t ejt einzige Stücke int alte** Ueimai soliderer Jugendbewegungen in Erez Israel und im Ausland zu entwickeln. Berl Katznelson sieht hier eine innere Gefährdung der in der Histadruth verwirklichten organisatorischen Einheit der Arbeiterschaft von Erez Israel und innerhalb dieses Rahmens auch die Gefahr einer Wiederaufhebung der durch den Zusammen- Schluß von ״Acnduth awodah“ und ״Hapoel liazarr“ gebildeten Einheit der Arbeiterpartei Um Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir dringend, Manuskripte und Einsendungen, die fUr die Redaktion bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern an die Redaktbn zu adressieren. Wenn die Aenderung einer besonderen Als• schauung innerhalb des umfassenden Rahmens der Arbeiterbewegung von Erez Israel zwang»- läufig mit einem Wechsel des Siedlung»• platzes und der Lebensgemeinschaft verbunden wird, so wird die geistige Bewegungsfreiheit des einzelnen Chawers gehemmt und der Einfluß von bestimmten Funktionärgruppen mehr gestärkt, als es im Interesse der Einheit und der Entwicklung der Gesamtbewegung erwünscht ist. Verschiedenheiten der Formen, die in der Siedlung wirtschaftlich und gesellschaftlich bestehen und keineswegs verschwinden sollen, sollten nicht zu ideologischen und organisatorischen Spaltungen ausgebaut werden. Die Stellung der Irfbbuzischcn Bewegung innerhalb der Arbeiterschaft, die Stellung der Arbeiterschaft im Zionismus und die Stellung des Zionismus im jüdischen Volke sind nicht stark genug, um die Schwächung durch Spaltungen leicht zu nehmen und das Ziel der Einbeit auf diesem wichtigsten, mit der Er- Ziehung der Jugend so eng verbundenen Felde der zionistischen Arbeiterbewegung geringzuschätzen. Natürlich können die Einheitsbestrebungen nur Erfolg haben, wenn nicht eine ״Richtung“ durch den Zusammenschluß zur Herrschaft über andere gelangen will, sondern wenn alle ״Richtungen‘ bereit sind, Opfer in bezug auf die ״Reinheit“ der Lehre, wie sie sie bisher vertraten, zu bringen, um in ehrlicher Zusammenarbeit die Kraft der Kibbuz- Bewegung im ganzen zu stärken. Bcri Katznelson glaubt, daß die historische Stunde für die Herstellung "dieser Einheit gekommen ist. Nicht nur die Person des Vertreters dieses Vorschlages, sondern auch das gerade in den Kreisen der Jugend in Erez Israel sehr lebendige Gefühl dafür, daß manche Gegensätze der ״Richtungen“ künstlich aufgebauscht werden und dal) es oft ein reiner Zufall ist, ob ein Jugendlicher in Erez Israel und in der Golah z. B. in den Kreis der Jugendbewegung des Kibbuz Meuchad oder aes Haschomer Hazair einfritt, bürgen dafür, daß die Erörterungen des Einheitsgedankens in der nächsten Zeit überall auf der Tagesordnung stehen werden. Arbeiterinnen in der Histadruth ״E>ewar Hapoclet“, die monatliche vom Rat der Arbeiterinnen herausgegebene Beilage des ,,Dawar“ veröffentlicht 1 iteressante Zahlen über die Zusammensetzung der in der Histadruth organisierten Frauen Anfang 1936. Die Gesamtzahl ist 31959. Davon sind 17 185, also fast genau die Hälfte, Frauen, die in ihrer eigenen Wirtschaft arbeiten, in den Gewerkschaften anderer Länder sind diese Arbeiterfrauen gewohnlich nicht organisiert. In Erez Israel, wo die Funktionen der Histadruth über die der Gewerkschaften in anderen Ländern hinausgehen, ist es eine gute Einrichtung, daß auch diese Arbeiterinnen ohne Arbeitgeber der Organisation unmittelbar angehören. Bei Vergleichcn der Relation der Gesamtzahl der Organisierten zur Zahl der Arbeiter muß man diese Besonderheit beachten. Von den übrigen 17474 Arbeiterinnen im engeren Sinne entfallen 9806 auf die Städte, 2827 auf die Kolonien, 1630 auf alte und 1145 auf neue Kwuz.oth-Wirtschaften und 701 auf alte und 1065 auf neue Moschawim. Unter den städtischen Arbeiterinnen sind die folgenden Fachgruppen die wichtigsten: Gesundheitsdienst (Schwestern usw.) 1253, Gast- Wirtschaft und Hotels 1259, Hauswirtschaft 1118, einfache Arbeiterinnen 109<׳, Angestellte 908, Nadclarbeiterimien (Schneiderinnen und Näherinnen) 893, Textilindustrie 673. Das Schwergewicht liegt also auch hier bei den in aller weit typischen Frauenberufen. Das schließt nicht aus, daß man zum Teil die ungewöhnliche Teilnahme von Frauen an der Bauarbeit (168) und dergleichen als besonderen Erfolg ansieht. Die Reihenfolge der Zahlen spiegelt natürlich nicht nur die Verteilung der Frauenberufe, sondem auch den verschiedenen Grad der Organisierbarkeit. Sicherlich gibt es mehr Frauen, die als Gehilfinnen in der Hauswirtschaft arbeiten und mehr weibliche Angestellte in Büros und Läden als Frauen, die im Gesundheitsdienst arbeiten, aber die letzteren sind leichter zu orfr'" ־'־ 'י־"־ י י ״ ’ zen 8444. (Schluß des Palästina-Teil») vlODE PARFÜM •KOPFWASSER EAU DE COLOGNE• BADESALZ 3

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