Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2651273-2653922-2653960--28802-2690300- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 39, 15 V. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 15 Altes und neues Haifa* 3. Das Einwandererheim der HOG Das Einwandererheim der Hitachduth Olej Germania (nicht zu verwechseln mit dem Beth Olim der Agency in Bath Galirn, das für die Zertifikatsinhaber bestimmt ist) befindet sich in der Achusah Sir Herbert Samuel auf dem stadtnahen Karmel. Es ist von den Eigentümern, die dieses schöne Haus für ein Hotel bestimmt hatten (Architekt M. Gerstel, Haifa) für die jetzigen Zwecke gemietet. Von seinen Zimmern und Terrassen hat man einen herrlichen Blick auf das Meer bis hinunter nach Athlit und nach der anderen Seite auf die Höhenzüge des Karmel. Es sind etwa 70—80 Betten vorhanden, die Ucbernachtung kostet pro Nacht und Bett 2 Piaster, also für einen Monat zirka 60 Piaster, gegenüber 2—3 £P, die ein einzelner Einwanderer in einem Zimmer bezahlen müßte. In diesem Einwander׳״- Das neue Einwandererheim Foto: Z. Loeweaheim, Uaif• heim können die Neuankömmlinge mit ihrer Familie solange bleiben, bis sie Arbeit und Wohnung gefunden haben. Dies wird dadurch erleichtert, daß die Histadruth jetzt auch auf dem Karmel eine Zweigstelle eingerichtet hat, so daß die Ein- Wanderer wegen der Arbeitsbeschaffung nicht unbedingt in die Stadt zu fahren brauchen. Auch die Krankenkasse ist jetzt in der Nähe des Heims. Wer trotzdem zur Erledigung seiner Angelegenheiten in die Stadt fahren muß, kann im Falle der Bedürftigkeit Gratiskarten erhalten, weil die Autobuskooperative des Karmel eine Anzahl von Freikarten dem Heim zur Verfügung gestellt hat. Auch für die arbeitenden Frauen ist das Heim eine besondere Stütze, denn sie lernen dort die palästinensische Fiauswirtschaff, die Kinder werden von einer Kindergärtnerin betreut, und so wird den Einwanderern die Einordnung erleichtert. Die Frauen haben die Möglichkeit, für die Familie selbst zu kochen oder man kann sich auch in der Gemeinschaftsküche des Heims zum Satz von 8 Piastern Er> Tag und Person für alle Mahlzeiten verpflegen lassen. >er Jischuw auf dem Karmel bemüht sich sehr, für die Frauen Arbeitsmöglichkeiten zu beschaffen, die zahlreichen Hotels und auch die Privathäuser haben besonders in der Sommersaison einen ständigen Bedarf an Arbeitskräften. Das Heim wird von der HOG., der Agency, der jüdischen Gemeinde Haifa, Agudath Achim, Bene Britli, der Vereinigung der arbeitenden Mütter und dem Waad Hadar liacarmel unterstützt und beraten. Die Leitung* hat Frau Vera Schiffmann-Pulvcrmacher, die schon das erste Heim der HOG. — im Winter untergebracht in dem Arbeitersanatorium in der Achusah, im Sommer in einem Zeltlager, .— geleitet und vielen Einwanderern über die ersten Schwierigkeiten der Einordnung hinweggeholfcn hat. Das Einwandererheim ist die erste Institution, die programmgemäß von der HOG. in die Verwaltung des gesamten Jischuw überführt wurde, und steht allen Einwanderern, nicht nur denen aus Deutschland, offen. Dr. Albert Baer Bialik in Ramath Gan Der ״Haarez“ veröffentlicht Erinnerungen aus den letzten Monaten Bialiks, als er aus Tel-Awiw in den Vorort Ramath Gan übergesiedelt war: ״So ging Bialik durch die Straßen der Siedlung. Den Hut auf seinem Kopf ein wenig verschoben, den Stock in der Hand und den ganzen Körper nach vorwärts gerichtet, das Gesicht sonnenverbrannt und durchfurcht, den strahlenden Blick nach innen gerichtet.“ Bis zur späten Nachtstunde pflegte Bialik durch die Straßen der Siedlung zu gehen, er erstieg die Hügel, setzte sich aut die Mauern eines begonnenen Baus und redete unermüdlieh mit seinem Begleiter. Er schien ein wahrhaft physisches Bedürfnis zu haben, etwas abzuladen von der schweren Last geistiger Güter vieler Generationen, die auf seinen breiten, Festen Schultern ruhte. Am Ende seiner Rede kam immer als letzter Akkord eine kurze konzentrierte Bemerkung, die seine Worte besiegelte. Wenn er auf die Fragen der hebräischen Literatur zu sprechen kam, so klagte er stets über den Mangel an Kontinuität. In verhaltenem Zorn hob er hervor, daß Mendcle, Scholem Aiejchem, Perez, ßcrditschewski und Achad Haam keine Nachfolge gefunden hätten. Wir verlassen diese gesegneten Quellen, um einer unbeständigen Mode wiiien.... Aut einem Spaziergang auf der Hölle des Hügels kam er auf den palästinensischen Roman zu sprechen. Er verstummte eine Weile. Sein Gesicht drückte Nachdenklichkeit und Kummer aus. Dann sagte er: Wir sind nach Palästina gekommen, erfüllt von der Landschaft fremder Länder, von fremden Ereignissen und Erlebnissen, die tief, tief in uns Wurzel gefaßt haben. Es gibt nur e i n wahres und beständiges Erlebnis auf Erden, das ist das erste Erlebnis, die Tage unserer Kindheit, von ihm gehen die schöpferischen Kräfte aus, zu ihm kehren wir immer wieder zurück. Wir sind jetzt eine Generation von Zigeunern, wir haben diesen Zusammenhang verloren. Als ich ein Kind war, war ich eins mit jeder Pflanze und mit jedem Stein, ich kannte jede Distel, ihre Gestalt, ihre Farbe, ihre Eigenschaften, wenn ich auch ihren Namen nicht wußte. Vielleicht wird auch uns hier ein neues Geschlecht erstehen, das das Leben dieses Landes mit all seinem Zauber in sich aufsaugen wird, und dieses Geschlecht wird Schöpfer einer wirklichen palästinensischen Literatur werden. Einen Hügel von Ramath-Gan liebte Bialik besonders und führte seine Gäste stets dorthin. Von diesem Hügel sah man weithin Orangengärten und in Grün eingebettete Fiäuser und auch Tel-Awiw in seiner ganzen Ausdehnung und das Meer. Eines Nachts stand Bialik aut diesem Hügel und sali aut die vielen Lichter von Tel-Awiw. Aber er meinte, sie sagten ihm nichts, sie seien leer, Blüten einer Stadt. ״Seht hierhin“, und er zeigte auf die Pflanzungszone, wo bescheiden spärliche Lichter blinkten, ״das sind wahre Lichter, die reiche Assoziationen wecken, die an ein volles Menschenleben denken lassen, das sich in ihnen verbirgt, ein Lehen voll Leid und Freude, das die Phantasie befruchtet.“ Er sprach so aus tiefer Erregung. ר Siehe ״Jüdische Rundschau“ Nr, 21, 30/31. Jüdische Philosophie in Palästina Durch die Gründung der Hebräischen Universität wurde der Versuch einer neuen Dascinsgcstaltung unseres Volkes unternommen. Wenn ״das Judentum“ in sich die Universitas literarum aufnehmen will, so wird ״das Judentum“ erst eindeutig als Volkstum definiert. Nicht ein bestimmter Glaube, nicht eine bestimmte Haltung bleibt Substanzbegriff des Judentums, sondern einfach ein Volk, das der Welt offen ist und in sich die Welt aufnehincn will. Diese Tatsachenfeststellung birgt freilich auch die Krisis unserer Lage in sich, in der die Universität als Institution selbst wieder Helfer sein muß. Man kann den Sachverhalt an einem Fache der Universität zugleich erläutern: Die Philosophie war eines der ■ersten Fächer der jungen Universität. Sie trat dort nicht als jüdische Philosophie auf und konnte es ebenso wenig wie eine jüdische Zoologie, Biologie usw. erscheinen konnte. Die ״jüdische Philosophie“ kann nur eine historische Abteilung im Rahmen der allgemeinen Philosophie sein und müßte eigentlich erst erweisen, ob in ihr noch reale Lebenskräfte sich befinden. Was die allgemeine Philosophie im neuen Palästina betrifft, so muß man fragen, wo denn die Aufgaben, die Bedürfnisse einer philosophischen Arbeit in diesein Lande liegen und dann die Anfangsleistungen in den Vergleich ziehen. In einer gewissen Abgeschlossenheit liegt nunmehr die IJ ebersetz ungsrei 11 e philosophischer Kiassik e r vor, die hingebungsvoll von Roth und Bergmann besorgt, eine ausgezeichnete Uebersctznngsleistuiig hauptsächlieh Josef Urs bedeutet und die in der Verleihung des Preises des Bialik-Institutes eine verdiente Anerkennung ihrer literarischen Bedeutung für das hebräische Sprachgut gefunden hat. Der Reihe, die von Plato über Descartes, Hume, Locke, Rousseau zu Kant und Mül führt, gliedern sich von jüdischen Denkern die Ausgaben der Milot higajon des R a m b a m und gesondert die von W i s 1 a w s k i angefertigte Uebersetzung jüdischer Schriften von Cohen an. Gerade bei dem Gefühle der Dankbarkeit für diese unentbehrliche Leistung kann der wesentlichste Wert all soleher Arbeit nur zum Ausdruck kommen, wenn die Philosophierenden in Erez Israel den Fragen wirklich ins Auge sehen, die das Leben in diesem Lande stellt. Wir sind weit davon entfernt, sozusagen eine ״Lebeusphitosophie" als das Erfordernis darzustellen. Der Rhythmus eines Koloniallands ist ein gespannter, auf die Zukunft hinzielender. Der Mensch schafft sich Besinnung in der Philosophie. Die Philo- Sophie hat ihre besondere Aufgabe gerade hier, und sie muß das erfüllen, was andere geistige Betätigungen nicht geben können. Wie niemals in der Geschichte der Kolonisation hat das junge Palästina die Bildung mit in das Werden eines neuen Gemeinwesens eingebaut. Daß der Arbeiter des Emek zugleich ein gebildeter Mensch war, das gab ihm das Besondere seines Wesens. Zugleich aber steht der Aufbau vor der Frage: hat denn alle Bildung in Europa das Antlitz des Menschen reingehalten? Was fügt Wissen, Bildung, Erkennen dem Ethos des Menschen aufhauend hinzu? Diese Frage richtet sich nicht auf bestimmte Bildungsinhalte, sondern meint das Allgemeine und Prinzipielle. Die im Laude herrsciiende Bildungsrührigke-it und Bildungshtingrigkeit müßte den Gedanken nahelegen, daß das Land mit dieser kritischen!'rage fertiggeworden ist; in Wirklichkeit ist auf weite Strecken hin der Bildungsdrang nur Ausdruck des Oricntierungs- Verlangens in der Gesellschaft. Die Universität schickt sich an, in das Volk zu gehen. Sie muß vorher die Frage nach dem Sinn der Bildung stellen. Empfängt nicht die Philosophie liier geradezu von der Universität die ihr angemessene Aufgabe? Von hier aus erst kann die Philosophie ihren Zugang zu der pädagogischen Situation finden. Wir schwanken zwischen der Tendenz des ״Wissens auf das Praktische“ einerseits und ״Bildung ohne Ende“ andererseits als zwei entgegengesetzten Parolen hin und her, die wir als Reste unserer europäischen Orientierung mitgebracht haben. Die eine Haltung macht Bildung, Wissen zum Werkzeug und vielleicht Hilfsmittel der politischen Gcstaltung, die andere Haltung wiederum gibt sich mit einer ursprünglichen, fast naiven Freude der Bildung hin als einer Erweiterung des Lebens. Sie entfernt sich dabei immer mehr von 1ier Frage nach dem Sinn der Bildung als solcher für den Menschen. Und könnte die Volkshihhmgsarbeit mit dem jungen Zentrum einer Universität hoffnungsvoll beginnen, wenn niclit diese Frage ernsthaft aufgegriifen wird? Zudem■ es könnte reizvoll sein zu sehen, wie eine unbefangene Aufrollimg des Bildungsproblems in dem philosophischen Denken von Menschen stell gestaltet, die die Fragen an den Bildungsstoffen des J u d e 11 t u m s auf/eigen. Doch darüber zu sprechen hieße eigentlich schon, in die Aufgabe selbst eintreten. Dr. S. U c k o, l laifa Aus der Geschichte einer palästinensischen Schule Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Der ״Dawar“ berichtet: Bei der Grundsteinlegung für das neue Gebäude der Allianccschuie in Haifa erzählte der Direktor der Schule Erinnerungen aus der Gründlingszeit der Schule vor 54 Jahren. 1881 ging man an die Gründüng einer modernen Schule in Haifa, dessen jüdische Bovölkerung damals aüs etwa 100 sephardischen Familien bestand. Die Sprachen dieser Familien waren spaniolisch, türkisch, französisch und arabisch. Hebräisch sprachen sie nicht. Die Männer trugen arabische Tracht, und auch die Frauen waren wie die Araberinnen verschleiert. Nur wenige Mitglieder der Gemeinde waren wohlhabend, die meisten ernährten sich nur dürftig als Hausierer. Vor Gründung der neuen Schule gab es überhaupt kein besonderes Schulgebäude. Der Unterricht wurde in der Synagoge durch zwei Kinderlehrer erteilt, von denen der eine blind war. Die Kinder lernten nur lesen und beten. Den Anstoß zur Aenderung der Verhältnisse gab ein Jude aus Smyrna, der in Haifa das Amt eines holländischen Konsuls bekleidete. Nicht daß es dort Holländer gegeben hätte oder daß holländische Schiffe nach Haifa gekommen wären. Aber er hatte einen Sohn in Paris, der ihm dieses Amt verschafft hatte, weil die Unverletzlichkeit dieses Amtes und die holländische Staatsangehörigkeit ihm die Sicherheit seines Vaters auch in den unsicheren Verhältnissen der Türkenherrschaft zu garantieren schienen. An diesen Sohn wandte sicii nun der Vater mit der Bitte, bei der Alliance die Gründung einer modernen Schule in Eine Ruthenberg - Station Die Krajlstation des liuthenherg-Werkes in der ilaifa-liay wurde durch einen Neubau erweitert Folos Herbert Sonnenleid .pyiUlliillyj: I m:«! m ן.4 »r י »Ml f, 1| 11tf "®י®•' r'T r—MAGISTER KIRSCH- Dev gute Likör Magister-Likörfabrik, München VII Haifa durclizusetzen. Dieses gelang, und der Sohn selbst verpflichtete sich, die Miete für das Schulgebäude zu tragen. Direktor wurde ein Jude aus Konstantinopel, der mit einer aschkenasischcn Frau verheiratet war. Drei Lehrer wurden angestellt. Lehrfächer sollten Hebräisch, Religion, Arabisch und Französisch sein. Die größte Schwierigkeit war zu verhindern, daß die Kinder aus der Schule davonliefen. Das taten sie anfangs jeden Tag, und die Lehrer sahen sich gezwungen, sic in den engen Gassen der Stadt zu suchen. So waren die ersten beiden Jahre eigentlich nur Vorbercitungszcit, die den Lehrern ermöglichte, Erfahrungen zu sammeln und Eitern und Schüler an die neue Einrichtung zu gewöhnen, im dritten Jahre protestierten die Rabbiner dagegen, daß den Schülern der Regen auf naturgesetzlicher Grundlage erklärt wurde. Nur mit Midie gelang es der Leitung der Schule, diesen Widerstand zu brechen. Vom Jahre 1882 an besuchten auch asclikeiiasisclie Kinder die Schule. Zuerst waren cs Kinder vor! F lüchtlingen aus Rumänien, und als diese Familien abwanderien und Sichron Jaakow gründeten, zogen neue asehkenasische Familien aus Safed und Tiberias hinzu. Damais wurde auch Talmud unter die Unterrichtsfächer aufgenommen. Als die eisten Schüler nach beendigtem Lehrgang die Schule verließen und leicht An- Stellungen in dem aufbliiliendcn Handel Haifas fanden., nahm die Schule einen großen Aufschwung. Um 18>)2 zählte sie 200 Schüler. Schulentlassene wurden in besonderen Fällen zur weiteren Ausbildung nach Paris geschickt. Viele Absolventen der Schule wurden jetzt auch Regierungsheanitc. Audi für handwerkliche Ausbildung von Schulentlassenen sorgte die Schule. Die Lehrer waren Handwerksmeister aus der deutschen Kolonie bei Haifa, die Lehrfächer Tischlerei, Klempnerei, Wagenbai! und Schusterliaiuhvcrk. Der Lehr- Kursus dauerte jeweils drei Jahre. Für die Lehrlinge fanden in der Schule noch Fortbiidungskurse in Rechnen, Zeichnen und Arabisch statt. Wirtschaftsfahrbuch für Palästina, licratisgegcbcn von Dr. Arthur Katz-Focrstner, mit 51) Abbildungen, Wirt- Schaftsverlag A.-G. Basel, 1036. In diesem Band, der als zweite Publikation des ״Archivs für internationale Wirtsehaftskunde׳‘ erscheint, ist vieles Wesentliche über die jüdische Wirtschaft Palästinas von kompotenten Autoren ziisammengesteüt. I )ie einzelnen W'irtschaftszweige sind meist von den Leitern der betreffenden Büros, bzw, Unternehmungen selbst behände!(. Fine allgemeine Uebersicht mit statistischen Angaben gibt David Ftorovvitz als Einleitung. Es folgt eine Darstellung des Verkehrswesens, wobei die Eisenbahn durch einen offiziellen Bericht der palästiiiensischen Bahnverwaltung dargestcllt wird, Schiffahrt von Walter Turnowsky, dem Direktor des Palestine & Egypt Liovd, Hafen von Jaffa von dem Deutschen Wilhelm. Aberle, Haifa von Kurt Nawratzki usw. Hervorhebung verdient der Beitrag von Dr. Alfred Lands!) erg über Touristik und Kurortwesen, mit besonders schönen Bildern. Die nächste Abteilung betrifft das Bankwesen und enthält mehrere Beiträge von leitenden Bankleuten, darunter auch einen Aufsatz über die Haavarah. Die Abteilung über Zitrus-imlustrie wird von den leitenden Persönlichkeiten des jüdischen Orangenhandeis behandelt. Einen umfassenden Aufsatz steuert Dr. J. Adler über die Industrie bei. Ueber Landwirtschaft und Kolonisation schreibt Dr. Cydcrowitsch. und in einem Anhang werden neue Sicdlungsformen von Dr. Soskin und Dr. Ludwig Loewe behandelt. Auch über die wirtschaftliche Bedeutung der jüdischen Fonds, Keren Kajemeth und Keren Hajessod, enthält das Buch Beiträge. Voll beizustimmen ist der Bemerkung im Vorwort des Herausgebers, worin darauf hingewiesen wird, daß gerade in der letzten Zeit sich die Notwendigkeit einer stärkeren Ansiedlung auf dem Lande gegenüber dem Wachstum der Städte gezeigt habe. Ais ein großer M a 11 g e I dieses sonst sehr instruktiven und gut ausgestatteten, in zwei Sprachen (deutsch und englisch) gedruckten Buches muß verzeichnet werden, daß kein einziger Beitrag die arabische Wirtschaft behandelt. Es ergibt einen falschen Blickpunkt, wenn ein Uninformierter aus einem ״Wirtschaftsjahrhuch für Palästina“ den Eindruck empfängt, als ob es irar keine arabische Wirtschaft in Palästina gebe.