Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 *0״? JÜDISCHE RUNDSCHAU tNr. 39, 15. V. 1936 Elektrizität oder Kohle? Apotheken und pharmazeutisch* Industrie Von Apotheker Dr. Arno Jacobowitz, Tel-Awiw Zur Erlangung der Lizenz als Apotheker ist In Palästina der Nachweis eines scchsscm estrigen Studiums vor dem Apothekerdiplom erforderlich. Ein zweisemestriges Nachstudium des in vier Semestern in Deutschland ausgebildeten Apothekers genügt nicht hierzu, und in diesem falle muß nochmals ein Examen mit Diplom einer anerkannten Universität abgelegt werden. Die äußere Fassade der palästinensischen Apotheke in den Städten und auch auf dem Lande hat sich stark entwickelt. Es sind praktische, moderne, zweckmäßige und teilweise sogar recht elegante Einrichtungen entstanden, die mit europäischen Apotheken durchaus konkurrieren können. Durch die vorgeschriebene Mindestgröße von 60 qm — davon 30 qm für die Offizin, 15 qm für das Laboratorium und 15 qm für den Vorratsraum . ist ja schon an sich für große, sogar mehr als ausreichende Raumflädicn gesorgt. Auch die Anzahl der bestehenden öffentlichen Apo- Hheken hat sich in den letzten drei Jahren in den Städten nahezu verdoppelt, in größeren jüdischen Kolonien (z. B. Petach-Tikwah, Wischern le Zion usw.) verdreifacht. Nur .eines ist unverändert geblieben: die bescheidene Verdienst» spanne an fast allen Medikamenten, die durch die Steigerung der Miefen für (ieschaftslokale noch herabgemindert wurde. Werden doch als monatliche Miete von Apotheken Preise von 10 bis '30 Pfund je nach Lage — bezahlt, wobei auch in Kolonien die untere Grenze von 10 Pfund nur ausnahmsweise unterschritten wird. Nach vorsichtiger Schätzung - da ja genaue Einwohner- Statistiken nicht geführt werden •- entfällt in den Städten auf je 2000 bis 3000 Einwohner eine Apotheke, in den Ko׳■ lonien sogar auf noch weniger, wobei allerdings die orgairische Entwicklung <ler Kolonie vom Apotheker mit in Rechnung gestellt wird. Auch hier sei ausdrücklich darauf liingewic-cn, daß ubeiall die Mitglieder der Kupath-Cholini (Krankenkasse) durch eigene Apotheken versorgt werden, dadurch also den (äff ent liehen Apotheken als Kunden vorlorcu gehen. Hirn hei geht die Kupath-Cholini sogar so weit, viele kleine Bedarfs,1! tikcl (Zahnbürsten usw.) selbst zu billigen Preisen ab/ugi ben, was ihr dtirih zentrale Einkauf-mögliclikeit und großen Absatz ohne weiteres 1110glieh ist. An E i n r i c h t u n g s k o s t c n für eine durchschnittliebe palästinensische Apotheke sind ungefähr MX) bis 800 Pfund erfordei lieh. Diese Summe setzt sich zusammen aus der Aputlu'keneiiuichtiuu׳, die in einfachem Stile ungefähr 150 bis '200 Pfund kostet, den Standgefaßcn, Waagen und sonstigem Zubehör (30 bis 100 Pfund), und dem Warenlager (300 bis 400 Pfund). Ibeizu kann außerdem noch eine eventucllc MieO-voraus/ahlinig bis zu einem Jahre kommen. Der 11 r 11 t t 11 v e r d i c 11 s t der Apotheken beläuft sich auf ca. 23 30 . des Umsatzes, je nachdem ob die Rezepfur, an der rclabv am besten verdient wird, größer oder kleiner ist. Jedoch sind meistens mindestens 50 <:0 des Umsatzes Arzneimittelspeziahtäieii, auf die durchschnittlich nur ca. 15 «0 zum Einkaufspreis abgeschlagen werden. Die Oeh ä 11 e r für lizenzierte Apotheker, die aber meist nur da erforderlich sind, wo der Apothekerinhaber selbst nicht im Besitze der Lizenz ist, bewegen sich zwischen 9 und 12 Pfund im Monat bei achtstündiger Arbeitszeit. Trotz Eröffnung zahlreicher Apotheken in der letzten Zeit herrscht jetzt ein Uebcrangebot an diesen Kräften, die daher schon vielfach in andere Berufe übergegangen sind, Eine eigentliche pharmazeutisch - chemische Industrie ist in Palästina noch nicht vorhanden und wird auch auf längere Sicht kaum möglich sein. Die Erzeugung von Chemikalien im l-ande verhindert neben anderen Schwierigkeiten besonders die zu kleine Absatzmöglichkeit und die durch zollfreien Import nach Palästina bedingten billigen Einkaufsnuiglichkciten. Die I abrikation befaßt sich dalier mit der Herstellung von Medikamenten analog der europäisrheu Spezialitätenindustrie. Hierin steht sie dieser kaum nach lind ist daher auch im Begriffe, den hiesigen Markt mehr und mehr /u erobern. Audi hier werden bestimmte Anforderungen an Gruße und Beschaffenheit der Räumlichkeiten gestellt, ebenso muß dem Health Department als alleinige \ crnniwortliche PerMinhchkeit ein Lizenz-Apotheker rKicheewie-.cn v erden. Jedes einzelne Präparat muß beim Health Ik-partnient mit seinem Namen, genauer Zusammen- Setzung und 1 i! braiu h-anw eisting in mindestens zwei Landessprachen eiliger! idit werden und darf erst nach (ienchmigung hcrgc'tcllt und vertrieben werden. Im allgemeinen werden keine Schu lerigkeitea gemacht, nur muß manch mal und besonders bei neuen I abriken mit einer inehrmonathehen Wartezeit bis zur (ienchmigung gerechnet werden. Hierfür sind eventuell auch größere Kapitalien notwendig, da zwecks Verbilligung der Produktion größere Mengen von Clhemikaiien direkt ans dem Au-laiuie importiert werden müssen. Außerdem »pielt der Rrklameetat infolge ries relativ kleinen Absatzmarktes eine nicht imerhebiiche Rolle, Zur Steigerung des Absatzes wird jetzt teilweise mit dem Export in die Nachbarländer (Syiien, Aegypten usw.) begonnen. הג!ד. אשד על הגג Das Gärtdien auf dem Dache Dl* «chöne PaliUtina-GesAirfite aus dem neuen Geidicnk-Bud» ״Zählet die Tage..." Mit vielen Erzählungen zu שבועות (Z7./28. Mai) / Preis 90Rpf. Bei teilen Sic bitte sofort hei Ihrem Buchhlndtcr oder direkt beim Hed1af1u*Verfag, Berlin W 15, Meinekestraßc 10 gegen Verclneendung de» Beireje» »ujOgl. 20 Rpf. Pono oder tsf Pa»1wfc*4> koato Hcdialut, Deuudier ümdeiverband, Verlag».Abi« Berlin 1775IS KEREN K AJEMET H LE JISRAEL Reform des Eisenbahnwesens Als General Allenby in den Jahren 1917 und 1918 Palästina eroberte, wurde er unter anderem auch der Erbe der aut palästinensischem Gebiet seitens der Türken und Franzosen vor diesem Zeitpunkt erbauten Eisenbahnen, die sich in einem völlig verwahrlosten Zustand befanden. Außerdem war er im Besitz der von ihm selbst errichteten Verbindungsbahn über Gaza-Rafa nach Aegypten. Sofort nach der Besitzergreifung ergaben sich zahllose technische Schwierigkeiten, denn die von den Engländern erbauten Gleise waren normalspurig (1435 mm), die neuererworbenen schmalspurig (1050 mm), es gab im Lande selbst kein Fcuerungsmaterial, Lokomotiven, Personen- und Güterwagen waren verbraucht. Infolgedessen ging man sofort an eine grundlegende Reform des gesamten Eisenbahnbetriebs; die Strecken Ludd— Jerusalem und Ludd- Haifa wurden auf Normalspur gebracht, die Verbindung Ludd-Jaffs, die die Türken schon 1915 abgerissen hatten, neu errichtet, so daß alle drei wichtigen Städte des Landes unmittelbar miteinander und mit Aegypten verbunden waren. Außerdem wurden noch kleinere Verbindungsbahnen geschaffen, so von Ludd nach dem Truppenübungsplatz Sarafand, von Ras-el-'Ain nach Petach-Tikwah, von Haifa nach der Zementfabrik Ncsher. Nur die Strecken Haifa—Akko, Haifa—Samach und Afule-Schechem-Ttilkerem blieben auf Schmalspur. Dieses Schienennefz war für die damaligen Wirtschaftliehen Verhältnisse ausreichend, denn in den ersten Nach* kriegsjahren vermehrte sich die Bevölkerung Erez Israels nicht so stark, Handel und Industrie waren noch im Werden begriffen. Aber je mehr die jüdische Einwanderung stieg, je mehr sich die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen ausdelmten, desto ungenügender erwies sich dieses Eisenbahnnetz. Die heutigen Anschauungen hinsichtlich des Wettbewerbs zwischen Kraftwagen und Lokomot i v e machten an den Grenzen Palästinas nicht half, und jeder, der irgendwie das Auto benutzen konnte, statt der Eisenbahn, zog ersferes vor, denn es war unabhängig von allgemein festgelegten und veröffentlichten Ahfahrts- und Ankunftszeiten, unabhängig von der teuren Schiene, konnte also Güter unmittelbar neuen dem Dampfer aufnehmen und vor dem Hause des Verbrauchers abladen, was dem Güter- Waggon unmöglich ist. Die Verwaltung der Palestine Railw׳ays trug der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes nicht in so hohem Maße Rechnung, wie es der allgemeinen Entwicklung entsprechen mußte. Gewiß wurde der Park an modernen Lokomotiven, Personen- und Güterwagen vermehrt. Aber der Mauptunterschicd zwischen dem heutigen und dem türkischen Schicnemictz besteht doch eigentlich nur in der Verbindung von Ludd nach El-Kantara zwecks Schaffung einer durchgehenden Linie Haifa -Aegypten. Es ibt also weder eine weitere Verbindung von Haifa nach eirut, noch einen direkten, schon lange und oft gewünschten Weg von Tel-Awiw nach Haifa, es gibt keine Verbindung nach dem Toten Meer, vor allem aber von dort weiter nach Aqaba. Neben allen diesen Problemen muß die Möglichkeit einer anderen Art von Verbesserungen in Betracht gezogen werden, nämlich die Elektrifizierung der Eisenbahnen Palästinas, zum mindesten der Hauptlinien. Als eines der Haiiptargumente hierfür muß zunächst die Verringerung der Kohleneinfuhr genannt werden. Die Einfuhrziffern der letzten fünf Jahre sind für Kohle folgende: Jahr Wert £P Tonnen 1929 52 000 34 01X1 1930 70 000 46 000 193t 52 000 40 (XX) 1932 64 000 55 000 1933 62 000 58 (XX) Au« der Geschichte Klar Jecheskiels In ״Tlamim“, dem Organ der Einzelsiedlungen der Arbciter, erzählt j. Ei hu sch interessante Einzelheiten zur Geschichte der Siedlung Kfar Jecheskiels. Er hat über das gleiche Thema auch vor der Jugend der Siedlung gesprochen: Zwei Gründe führten vor 16 Jahren zur Entstehung der ersten Organisationen von Arbeitern' für Einzelsicdlung: Das Streben nach größerer persönlicher Freiheit für das Individuum, als die Kwuzah sie geben konnte, und das Verlangen nach größerer Selbständigkeit der Leistung, als die Kwuzah sie dem durchschnittlichen Mitglied gewahrte. Man war ängstlich darauf bedacht, dabei die Grundprinzipien des arbeitenden Palästina nicht zu verletzen und die neue Siedlungsform auf strengster Seihstarbeit aufzubauen. Man hatte das warnende Beispiel der Rothschildschen Siedlungen vor Augen, deren Siedler trotz ehrlichsten Absichten durch den Zwang der Umstände 711 Unternehmern geworden waren, und band sich deshalb durch strenge Statuten, Die vorbereitende Organisation umfaßte 40 Mitglieder, alles erprobte Arbeiter in der Landwirtschaft. Man schlug ihnen Jadjur vor, aber sie lehnten es wegen der Nähe der Stadt (Haifa) ab. Schließlich ging ein Teil von ihnen ins obere Galil, in die Gegend von Tel Cliaj und wurde dort in die kriegerischen Verwicklungen hin ein gezogen, denen Trumpeldor und seine Gefährten zum Opfer fielen. Man verließ mit den übrigen den Ort und kam schließlich ins Emek, in die Gegend von Ejn Charod. Dort begannen sie nun mit dem Versuch, persönliche Freiheit mit einer gerechten Vcrteilung der Güter zu vereinen. Man wollte zunächst alle Wirtschäften mit lebendem und totem Inventar so gleichwertig wie möglich einrichten und sie dann verlosen, «her schon bei dieser gemeinsamen Arbeit kam es zu Unstimmigkeiten unter den Mitgliedern der Siedlung und man mußte in einem frühen Stadium zur Verlosung schreiten. Diese verfrühte Aufteilung wurde zu einer Gefahr für das ganze Unternehmen, denn nun wirkte sich sofort die wirtschaftliche ungleiche Lage einzelner Mitglieder aus, die zur gesellschaftlichen Ungleichheit und damit zu einer unbefriedigenden Atmosphäre in der neuen Siedlung führte. Durch den starken Willen der Mitglieder, solche Zustände nicht einreißen zu lassen, gelang es, die Schwierigkeiten zu überwinden und zu einer gerechten Verteilung der zur Verfügung stehenden Mittel zu gelangen. Natürlich können Energie und Initiative dem Einzelnen immer einen Vorsprung geben, aber die Grundbedingungen waren 90 m gestalten, daß auch dem Durchschnittlichen ein Existenzmlnimum gesichert bleibt. Deshalb begann man das System der ״gegenseifigen Hilfe“ auszubauen. Noch heute sind die Probleme zum Teil ungelöst, סי die Fälle chronischer Krankheiten und schwerer Krankheiten überhaupt Noch schwieriger sind die Fälle von Untauglichkeit eine* Mitgliedes zu selbständiger Es handelt sich hierbei überwiegend um englische Kohle, kleinere Mengen werden jährlich aus (bzw. über) Aegypten, Syrien, Türkei, Deutschland und Belgien eingeführt. Der Hauptverbraucher dieser Kohlcnmcngcn ist die palästinensische Eisenbahn, denn weitaus mehr als die Hälfte dieser Quantitäten wird für den Betrieb der Palestine Railways verwendet. Dieser Verbrauch, der zwischen 35 00Q und 45 (XX) Tonnen jährlich schwankt, könnte auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden, wenn sich die Verwaltung bereitfände, die Betriebskraft aus dem Lande selbst zu nehmen. Die Ausnutzung der Wasserkräfte Erez. ,Israels zur Schaffung elektrischer Kraft ist trotz den vie!env Verbesserungen und Erweiterungen noch in den Anfängen begriffen und noch so ausbaufähig, daß die palästinensische!» Eisenbahnen in jedem Fall mit Strom versorgt werden könnten. Weiter kann durch Elektrifizierung die Zu ggc s c h w i 1»■• digkeit bedeutend beschleunigt werden. Jeder Fachmann' und jeder Reisende weiß, daß elektrische Züge kürzere Anfahrszeiten haben, einen kürzeren Bremsweg benötige!» unu auch über eine viel höhere Reisegeschwindigkeit verfügen. י Daneben ist der Energieverbrauch trotz der dau« emden an den mit Kohlen betriebenen Eisenbahnlokamotive» vorgenonimenen Verbesserungen ganz bedeutend; die Maschine muß zirka sechs Stunden vor Ingebrauchnahme geheizt und aut den notwendigen Druck von IQ bis 12 Atmosphären gebracht werden, und zwar geschieht dies bei jeder einzelnen Lokomotive für sich. Der elektrische Zug ist im Augenblick durch einen Hebeldruck abfahrtsbereit, die Energiequelle kann zentral und infolgedessen viel rationeller arbeiten. Die Lokomotive nutzt nur etwa 60 bis 65 v. H. der in der Kohle enthaltenen Energien aus, die elektrischen Triebwagen dagegen fast KM) v. H., denn der Verlust infolge Stromziifuhr oder Stroinumformung, Kabclwiderständen oder Witterung ist gering. Die Verwirklichung dieses Projektes würde auf keine bedeutenden Widerstände stoßen. Elektrische Kraft wird in Erez Israel hauptsächlich von der Palestine Electric Corporation hergestellt, in geringerem Umfang seitens der Jerusalem Electric and Public Service Corporation, Ltd. Von letzterer wird hauptsächlich Jerusalem und Umgebung mit elektrischer Kraft und Licht versorgt, von ersterer Tel- Awiw, Haifa, Liberias, Akko, Nazareth, Ramallah und Tulkerem; aber dieser Kreis erweitert sich dauernd. An der Erweiterung der Kraftwerke am nördlichen Jordan wird dauernd gearbeitet, so daß cs nicht unbedingt notwendig erscheint, für diese Zwecke ein eigenes Kraftwerk zu errichten. Die Auswirkungen würden sieh zunächst in einer verringerten Kohlcncinfuhr zeigen, das so dem Lande verbleibende Kapital würde dem Bauhandwerk zugute kommen für Beschaffung und Legung von Kabeln, Errichtung von Zwischenstationen, Umformerwerken usw. Weiter hätten die elektrischen Züge eine höhere fei e s c h w i n d i g - keif, die Zugfolge könnte verringert, die Zahl der Züge erhöht werden. Alle diese Tatsachen führen auch zu finanziellen Verbesserungen. Denn die schnelleren Züge, die rationcllere Encrgicnausnutzung ergeben einerseits Mehreinnah« men infolge der Vermehrung der Zahl der Passagiere, andererseits aber auch eine Herabminderung der Unkosten. Hierdurch wieder wird es möglich sein, die Eise n b ahntarifc zu reduzieren und so wiederum die allgemeinen Unkosten der palästinensischen Wirtschaft zu vermindern. Endlich wird auch unabhängig von der Wirtschaft des Landes selbst der Privatmann eher als bisher den Anreiz spüren, die billigeren Tarife auszunutzen und Fahrten zu unternehmen, die er sonst unterlassen hätte. Auf die Aus- Wirkung aller dieser Umstände aut die Finanzen der Palestine Railways braucht nicht weiter hingewiesen zu werden. Vor allem aber wären die Eisenbahnen durch diese Verbesserung ihrer Finanzen in der Lage, neue Strecken in Angriff zu nehmen. Paul P. L i!1 d e n b e r g Siedlung. Hier ließ man es häufig an moralischem Mut und Konsequenz fehlen und schloß den Siedler nicht rechtzeitig von einer Arbeit aus, der er doch nicht gewachsen war, und die er «später unter noch größeren Schwierigkeiten aufgehen mußte. Die anderweitige Unterbringung solcher Mitglieder ist noch heute ein schweres Problem. 13 Jahre nach Gründüng der Siedlung entstand der Fonds für gegenseitige Hilfe. Es ist eine Art Versicherung, in die alle gleichmäßig cüizahlen״ Hebräisch bei den persischen Juden Aus Tel-Awiw wird uns geschrieben: Dr. W. Fisch! berichtet im ״Dawar“ über das Erlernen des Hebräischen durch die persischen Juden in den letzten Jahrzehnten: In dieser Zeit ist durch den Einfluß der hierher cingcwandcrten bucharischen Juden Palästina zum Zentrum des Buchdruckes auch für die persischen Juden geworden. Es wurde auch hebräische Literatur übersetzt und die Uebersetzimg nach Persien geschickt. So gibt es eine persische Uebersct/ung des berühmten Romans von Mapu: ״Ahawath Zion“, die sogar eine zweite Auflage erlebte. Das erste Hilfsbuch zur Erlernung des Hebräischen für die persischen Juden ist ein dreisprachiges Lexikon (hebräisch-persisch-russisdi), das im Jahre 1907 erschienen una mehrmals neu aufgelegt wurde. Ihm folgte 1909 ein sechssprachiges Lexikon (hebräisch, russisch, französisch, arabisch, türkisch und persisch). Das Buch ist als Hilfsmittel für den Juden aus Mittelasien bestimmt, der nach Palästina reisen will, und soll ihn in all jenen Sprachen unterrichten, die er unterwegs brauchen wird. In der zweiten Auflage wurde das Französische durch spaniolisch ersetzt. Das Werk ist sprachlich in keiner Weise zuverlässig. Der Wortschatz ist nicht alphabetisch, sondern nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet. Alle Wörter sind in hebräische Buchstaben transkribiert. Ein richtiges Lehrbuch des Hebräischcn erschien nicht in Palästina, sondern in Teheran im Jahre 1918. Zweifellos ist das Erscheinen dieses Buches und der Beginn hebräischen Druckes in Persien überhaupt dem Einfluß des Zionismus zuzuschreiben. Damals wurde in Persien eine ״Gesellschaft zur Verbreitung der hebräischen Sprache“ gegründet, die alle jungen nationalen Kräfte um sich sammelte. Das Buch, das aus diesem Kreise hervorging, hat 172 Seiten, der grammatische Teil des Buches umfaßt davon 146. Die persisenen Worte sind auch liier hebräisch tränskribiert. Auch Lesestiirke sind beigegeben, und den Ab- Schluß des Buches bildet die ,,Hatikwah“. In letzter Zeit ist in Persien auch eine populäre Literatur über jüdische Religion und jüdische Probleme entstanden. EtliiS Juwelen Robert Bucho & Co. Hardenbergstr. 29a <an der Ged äGHI n 1 s N 1 rc h t•, nebert Call* Rrrlto und ,,Traut»-«?•*