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Jüdische Rundschau · 1936-05-15 · Heft 39 (15.5.1936) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 39 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
– (sequence 13)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 39,15. MA11936 PÄIASTINÄ-BLÄTT - : =״,׳-■ - ■,-־■=׳ :=־—•=*-- " - '׳'■=■־ Eröffnung des Siedlungs- Pavillons auf der Messe Tcl-Avviw, 11. Mai. Zehnfausende füllten die Levantemesse, als der Siedlungspavillon durch Ussischkin eröffnet wurde. Ussischkin unterstrich die Bedeutung der Bodenfrage im Rahmen des gesamten Palästina-Problems. Berner wies Ussischkin auf die Bedeutung der zionistischen Jugend hin und erklärte, fester Glauben an die Zukunft des Volkes und des Landes sei unumgänglich. Abends fand ein Aufmarsch der jüdischen Jugendorganisationen statt, an dein der Makkabi, die Arbeitende Jugend, der Haschomer Hazair, alle Organisationen der Scouts und der allgemein-zionistisehen Jugend, sowie andere Organisationen teilnahmcn, insgesamt 4000 Jugendliche. Ben-Gurion nahm als Vertreter der Zionistischen Exekutive an der Kundgebung teil. Nachdein die Versammlung die Opfer der Ereignisse durch zwei Minuten Stille geehrt hatte, richteten die Vertreter der drei Siediergenerationen Palästinas einen Ruf an die Jugend. Palästinas und der Galutli zur Arbeit für die Ansiedlung. Die Redner waren Menasche M e i r o w i t z. als Vertreter der Bilu, Joseph Bar atz aus Degania, als Vertreter der zweiten Alijali, und Penina Adler t lüget, ein Mitglied der in Slieik Abrek angesiedelten Jiigendgruppe aus Deutschland, namens der jüngsten Alijali. Die eindrucksvolle Feier schloß mit einer Rette Ben-Gur ions über die Lage des Zionismus und die nationale Ausiedlting. Lr erklärte, die jüdische Ansiedlung in Palästina sei die reinste, die je unternommen worden sei. Nicht nur wurden dadurch die Interessen der anderen Landeseinwohner »licht geschädigt, sondern sic ziehe sogar Immigranten aus den benachbarten Ländern an. Zur politischen Lage sagte Bcn-Gurion, die letzten Ereignisse seien gegen die jüdische Einwanderung gerichtet; die zionistische Bewegung sei bereit, über die Erweiterung der Alijali zu verhandeln, nicht aber Über deren Einschränkung. Der Zionismus sei für die Kooperation mit der Mandatarmacht, aber nur ztin! Zwecke der Verwirklichung des Mandats. Jeder Schritt, der das Mandat gefährde, bedeute eine Unterbrechung der Kooperation. Nach dem Aufmarsch fand die feierliche Eröffnung des Ansicdlungspavillons statt, welcher die Phasen der Entwichlung der jüdischen Ansiedlung während der letzten 50 Jahre veranschaulicht. Eine Konferenz von Vertretern der 15 Länder, die sich an der Levante-Messe beteiligen, mit Vertretern der palästinensischen Wirtschaft fand in Tel-Awiw statt. Anläßlich der Eröffnung des schweizerischen Pavillons bei der Levante-Messe wies Dizengoff aut die Wirtschaftliehen Beziehungen zwischen Palästina und der Schweiz hin. Entwicklung der Landwirtschaft Jerusalem, 12. Mai. (JTA.) In den Jahren 1034 und 1035 wurden in der palästinensischen Landwirtschaft bcdeutende Fortschritte erzielt. In ihr Gebiet fallen heute nicht nur Acker- und Pflanzungsbau, Viehzucht und Milch- Wirtschaft, sondern auch Tabakbau und Forstwirtschaft. Die Witterungsverhältnisse waren in, diesen beiden Jahren günstiger als in den vorangegangenen, in «lenen starke Dürre herrschte; In den früheren Jahren mußte die Regierung den Fellachen, deren Wirtschaften unter der Trockenheit sehr gelitten hatten, zu Hilfe kommen. Sie stellte ihnen Mittel für den Ankauf von Saatgut und Viehfutter zur Verfügung. Außerdem wurden die landwirtschaftlichen Schulden gestundet und der ״Oseher“ (landwirtschaftliche Steuer) im J all re 1034 um 53 0',״ ermäßigt. 1035 konnte die Regierung bereits den vollen Oscherbetrag einfordern. 103t wurden aus Palästina für 30000 Pfund Melonen exportiert. Im voraiigegangenen Jahr betrug der Wert dieses Exports 83 625 Pfund. Der Rückgang ist auf die dauernde Ausbreitung der höherwertigen Zitrüsplantagen zurückzuführen. Andererseits ist der Weizen import auf 127000 Pfund ztirückgegangen. Der Gemüseanbau wurde in den beiden letzten Jahren ausgedehnt. Die Fellachen, die sich mit diesem Wirtschaftszweig befassen, haben sich den europatschen Bewirtsehaftungsindhodcn angepaßt. Zum größter! Teil aber entfällt die Vergrößerung des Gemüseanbaus auf die jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen. Ins besondere ist die Tomate 11 ernte mengenmäßig um 1Ü0 °/0, dem Werte nach uin 200 »;« gewachsen. Die Nachfrage nach Früchten hat sich in den letzten Jahren verstärkt. Der Umfang der W c i n p f I a 11 z u n g e n ist auf 2500 Acres an gewachsen. Die Odbauragärtcn, die eine der Haupterverbsquellen der Fellachen sind, hatten in den Jahren der Trockenheit stark gelitten, die Produktion konnte kaum den Bedarf der einheimischen Industrie decken. 1934 wurden 154 000 Oelbäume gepflanzt, ln demselben Jahre gab es in Palästina 133 500 Stück Rindvieh, 97 600 Pferde und Esel, 568 000 Schafe und Ziegen und 1 500 000 Stück Geflügel. Außerordentlich entwickelt hat sich die Mi Ich Wirt« schatt, die jetzt unter den palästinensischen Landwirtschaftszweigen an zweiter Stelle stellt. Die Landwirtschaftsabteilung der Regierung ist auf die Förderung der Sei den zucht bedacht 400 Acres wurden mit Tabak bepflanzt. Die bewaldete Fläche beträgt 350 000 Acre;;. An der Aufforsiungsaktion hat sich der Keren Kajemeth in hohem Maße beteiligt. Musik in Haifa. Uns wird geschrieben: Am 29. April fab die Haifa Orchestra Society ihr erstes Symphonie- Konzert in großem Rahmen unter der Leitung von Kapcllmeistcr Edgar Behrendt. Der Beifall des fast ausverkauften Saales im Orah-Thcatcr erbrachte den Beweis, wie stark das Publikum an dem Aufbau der Orchester-Vereinigung interessiert ist. Die ״Tragische Ouvertüre“ von Brahms litt merklich unter akustischen Uebcrraschungcn des Hauses, denen die Mitwirkenden ausgesetzt waren, da «ine vorherige Probe nicht möglich war. Mozarts Symphonie Concertanie Es-tlur wurde von den Solisten Dr. Kurt Stern (Violine) und Benjamin Sarad (Viola) sicher und tonschön gespielt und vom Orchester sehr diskret und flüssig begleitet, ln der schottischen Symphonie von Mendelssohn hatte das Orchester Gelegenheit zu zeigen, mit welchem Ernst bisher gearbeitet worden ist Die Folgen In einem ״Der Streik" iiberschriebenen Artikel des ״Bustenai“ vom 6. Mai bespricht Mosche S in 1 1 a!1 s k y die wirtschaftlichen Folgen des Streiks. Fr meint, daß der Gedanke des Streiks an sich etwas Unorientalischcs und von Europa Gebrachtes ist. Die Armut im Orient erlaubt es den Menschen nicht, sich dieses Mittels zu bedienen. Smilanskv weist nach, daß in allen arabischen Kreisen dieser Streik unbeliebt sein muß. Wahrend der Ernte muß der arabische Fellache sehr oft kleine Einkäufe in der Stadt vornehmen, was er jetzt wegen des Streiks nicht durchführen kann. Und wenn man erzählt, daß die Scheichs von Berseba sich über den Streik gefreut haben, so nur deswegen, weil sie in diesem Jahr nichts zu ernten haben und daher durch eine etwaige Unterstützung von anderer Seite nur gewinnen können. Auch den arabischen Plantagenbesitzern droht vom Streik großer Schaden, da sie keine Möglichkeit haben, Anzahlungen von den Händlern und von «teil Banken für ihre kommende Ernte zu erhalten. Auch die arabischen Arbeiter, deren Lage in letzter Zeit schwieriger wurde, können dem Streik nicht mit Sympathie gegeniiberste 11 en, denn sie lauten Gefahr, ihre Arbcit'gänzlich zu verlieren. Was den Schaden betrifft, «len die Regierung und die Juden durch den Streik erfahren, .so sei es naiv, zu glauben, daß die Regierung einen Verlust ihres Prestiges erleiden bzw. in ihren Einnahmen geschwächt werden wird. Oder wollen «tie Führer «les Streiks die Geduld der Regierung erproben? Und die Juden? Was ihre Einnahmen betrifft, so haben sie nur gewonnen. Die jüdischen Gemüsebauer, Milchliändler und Geflügelzüchter sind von der Sorge, ihre Produkte unter- 7-ubringen, befreit worden. Heule gibt es viele Reflektanten für ihre Produkte, da der arabische Markt ausgesehaltef ist. Ihre einzige Sorge ist mir die, ob sie auch später, nach Beendignng des Streiks, diesen Markt behalten werden. Die Fegende, die von Arabern verbreitet wird, daß Tel-Awiw hungert, ist ein orientalisches Märchen. Auch «teil jüdischen Arbeitern kann der Streik mir nützen. Smilanskv ist auch beute tler Meinung, daß hundertprozentig jüdische Arbeit eine Un- Kläglichkeit ist; aber wir haben immer gedacht, daß tlie jüdische Arbeit in entscheidender Zahl auch in der Landwirt- Schaft sich durchsetzen muß, und jetzt sind wir noch weit davon entfernt. Der Streik kann leicht dazu führen, daß anstatt der hauranischen und ägyptischen Arbeiter jüdische eingestellt werden. Auch unser Handel und die Industrie wird keinen Schaden erleiden. Jaffa wird einen viel größeren Schaden haben als Tel-Awiw, da «ier ganze Streik den Handel nach Haifa gebracht hat. Und vielleicht wird auch Tel-Awiw direkt einen Nutzen daraus ziehen, denn es ist unmöglich, daß eine Stadt von 150 000 Einwohnern, die am Meer liegt, die Waren aus Haifa beziehen soll. Der Streik hat weder der Regierung mach den Juden geschadet und kann ihnen auch nicht schaden. Palästina ist nicht Syrien. In einem ״Steine statt Brot“ überschriebenen Artikel vorn 29. 4. behandelte Smilänsky^u. a. die Frage der Beschiiftigung der H a 11 ran i et, indem er betont, daß diese Arbeiter eine Gefahr für das Land bedeuten. Sie besitzen keine Verantwortung, da sie mit dem Lande nicht verbunden sind. Schon vor einigen Jahren hat Smilanskv den Leiter des Ein- Wanderungs-Departements der Regierung aut diese Gefahr hingewiesen und betont, daß diese Menschen in Zeiten der Spannung eine große Gefahr für den jüdischen Jischuw bedeuten können. Auch die Taten in Jaffa sind zum größten Teil auf ihr Konto zu schreiben. Wie anders ist ihr Verhalten r Blick auf die landwirtschaftliche Ausstellung ti—%-ass* יי י״*״ ־> ikj*: Im P.avillsa des SudaH des Streiks den Juden gegenüber im Vergleich zu den ortsansässigen Ara* hern, gleichgültig, ob sie Fellachen, Beduinen oder Effendis sind. Smilanskv betont auch, ciaß viele Araber, die er gesprtxhcn hat, die Ueberfälle in Jaffa bedauert haben. Um die jüdische Einwanderung In einem Briefe an die ״Time s“ batte Sir Eniest Ben nett vor kurzem der Meinung Ausdruck gegeben, daß England seine Verpflichtungen aus der Balfour-Deklaration bereits fair erfüllt habe und nicht verpflichtet sei, eine ununterbrochene jüdische Einwanderung nach Palästina zu fördern. Hierauf antwortet am 12. Mai Leonard Stein, daß niemand jemals ernsthaft angenommen habe, daß die Balfour-I )eklaration als erfüllt angesehen werden könne, wenn die jüdische Bevölkerung in Palästina tlie Zahl um 400 000 herum erreicht habe. Es gebe keine solche Einschränkung im Mandat. Die Personen, die Sir Ben nett ״fremde Ein- Wanderer“ nennt, sind Menschen, die nach Palästina unter einem Mandat kommen, «las ausdrücklich die ״historische Verknüpfung «tes jüdischen Volkes mit Palästina und die Gründe für die W'iederaufriclituiig ihres Nationalheims in jenem Lande“ anerkennt und «teilen von «ier Britischen Regierung im Weiß buch von 1022 bestätigt worden ist, daß «lie Juden in Palästina ״kraft Rechtes und nicht als Geduldete“ leben. Keine verantwortliche Persönlichkeit verlange, daß die Liinvauderungskoiitrolle fortfalle. Aber alle Britischen Regierungen haben sich dahin festgelegt, daß die Linwniuleriing.sbcschränkung sich nach der Wirtschaft-!ich e 11 A u f 11 a 11 m e f a 11 i g k c i f des Landes richten müsse. Wenn also Sir Bcmiett eine ״beträchtliche Ein- Schränkung“ der Einwanderung fordere, so fordere er eine offene Verletzung britischer Verpflichtungen. Eine gleichzeitig abged ruckte Zuschrift von James A. Malcolm wendet sich ebenfalls gegen «len Standpunkt Bonnetts mul meint im Gegensatz zu ihm, daß in der Balfour- Deklaration eine jüdische Mehrheit in Palästina vorausgcschcn sei und Vorsorge getroffen wurde für bestellende Majoritäten, die durch die Einwanderung zu Minoritäten werden. Von der Woche Der Ftigh Comtnissioner ordnete an, daß sämtliche nach dem 19. April im Hafen von Haifa statt in Jaffa entladenen Güter von den Löschgebühren befreit werden. Die Regierung hat den Einwohnern des Bezirks Berscheba tlie Hälfte der Bodensteuer erlassen, ferner wird die Bodensteuer im Jordantal angesichts der Dürre in dieser Gegend ermäßigt. Die Regierung beschloß, die Bodensteuer für Orangenpflanzungcn zu ermäßigen. Die Konferenz ״Stadt und Dorf", welche vom Toze• reth Haarez-Komifee einherufen «vurde, trat in einem der Messe-Gebäude zusammen. Der Zweck der Tagung ist die Stärkung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen der Stadt und dem jüdischen Dorf. Delegierte der Städte und jüdischer Siedlungen aus allen Teilen des Landes beteiligen sich an den Beratungen. Die Stadt Tel-Awiw hat den ersten Leiter der Jüdischen Kolonialbank und ersten Generaldirektor der Anglo Palestine Bank, Salman David Lewontin, anläßlich seines 80. 06ד burtstages zutn Ehrenbürger ernannt. Der norwegische und der rumänische Pavillon Das Gebäude der, Libanon-IlepahUk F«tM; Um Pt1— u« immmi mm mm Von der Levante-Messe

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