Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 39. 15. MAI 1936 Literator 1 Blatt Jüdische Sagenkunde Micha Joset Bin Gorion, ״Die Sagen der Juden", Neuausgäbe iin Schocken-Verlag, Berlin 1936. Das große fünf bändige Werk Bin Gorion s, das bis Ietzt die einzige umfassende jüdische Sagensammlung ist, laben Rahel und Entanuei Bin Gorion in einer schönen liandliehen Ausgabe neu herausgegeben, indem sie den wissenschaftlichen Apparat auf ein Minimum zusammengedrängt und Varianten zu den einzelnen Sagen fortgelassen haben, um so, wie sie im Vorwort schreiben, dem Buche den Charakter einer Volksausgabe zu verleihen. Zwiefach kann dieses Volksgut auf den Menschen wirken: als Poesie und als wissenschaftliche Aufgabe. Als Poesie: man braucht nicht zu sagen, wie kraftvoll diese Geschichten und Legenden sind, mit welchem Humor sie oft ausgestattet sind! Welche Fülle der Motive drängt sich hier zusammen. Insbesondere der fünf Bücher Mose bat sich die Volksdichtung bemächtigt: um sie rankt sie ihre schönsten Blüten. Es ist kein Zufall, daß von den 787 Seiten des Buches 537 dem Pentateuch gelten, jeder Einzelheit, jedem Wort des Bibcltextcs wendet der Völksgcist seine Aufmerksamkeit zu und schmückt aus, legt aus, dichtet hinzu, wo ihrn Lücken zu sein scheinen. Mit welchem grimmigen Humor etwa erklärt sich die Sage die Entstehung des S c h a b b a t, ganz abseits des Bibeltextes. Sie erzählt einfach, daß Mosche den Pharao überredet habe, die Israeliten doch an einem Tag der Woche ruhen zudassen, weil sie sonst infolge der anstrengenden Arbeit zugrunde gehen würden. Der Pharao sieht es ein und bestellt Mosche zum Aufseher über die Israeliten. Welche schöne Legende wird um die Geburt Abrahams gesponnen, der, ähnlich wie die Kinder zur Zeit Mosches, getötet werden soll, aber heimlich in die Einsamkeit gebracht wird und nun im Stil eines Heros rasch aufwächst und tausend Fährnisse überwindet, bis es ilun gelingt, dem Zorn des bösen Königs Tarah zu entfliehen. Neben dieser poetischen Seite, die jedem zugänglich ist, der für Dichtung ein Organ hat, ist von nicht geringerer Bedeutung die wissenschaftliche Aufgabe, die die Sammlung stellt. Die V o 1 k s k u n d e äst eine junge Wissenschaft, die aus dem Stadium des Sammelns und Sichtens noch nicht herausgckonimcn ist. ln der jüdischen Volkskunde, die innerhalb der jüdischen Wissenschaft ein sehr kümmerliches Dasein führt, gibt cs so gut wie gar keine systematischen Arbeiten, ürtmwalds ״Jahrbuch für jüdische Volkskünde“ ist ein mit unzureichenden Mitteln unternommener Versuch; ebenso sind die in der ,,Monatsschrift für Oeschichte und Wissenschaft des Judentums“ (1931) veröffentlichten Arbeiten M. Gasters nur ein sehr bescheidener Anfang, vergleichende Untersuchungen anzustellen. Die Bin Gorionsche Sammlung gellt rein chronolog i s c 11 vor, d. 11. sie beginnt mit der Schöpfung der Welt und fährt in der Reihenfolge, die durch die Bibel gegeben ist, fort. Dies ist für die wissenschaftliche Benutzung eine unbrauchbare Anordnung. Notwendig wäre eine Sichtung des Stoffes in Hinsicht auf die Motive; otme die Vergicichiing der gleichlautenden Motive kommen wir nicht aus. Notwendig ist ferner die Aufstellung von Motivkreisen, d. h. die Hineinstellung der jüdischen Motive in die bekannten Sagenmotive der anderen Völker des Altertums. Von Bedeutung wäre auch die volkskundliche Auswertung des Materials in Hinsicht auf das, was wir über Sitten, Anschaumigen, Kulte, Lehensgewohnheiten, Kleidung u. dgl. mehr erfahren. Unnötig zu betonen, daß bei all solchen Arbeiten eine strenge Qucllenschcidung notwendig wäre, die ja auch hei der Bin Gorionschen Sammlung fortfällt. Denn es ist natürlich ein Unterschied, ob wir einen alten Midrasch vor uns haben, der noch völlig in echten Voiksübcrliefe- 1'ungeii wurzelt, oder die Predigtsaminiung irgendeines Rahbiners aus dem 17. Jahrhundert, der die Dinge in ganz anderem Lichte sieht. Man unterschätze nicht den Wert der folkloristischen Arbeit. Viel mehr noch als die Archäologie führt sie in das eigentliche Leben des Volkes hinein und bildet so eine wesentliche Ergänzung der Geschichte, vor allein der Kulturgeschichte. Notwendig wäre die Ausrüstung verscliicdener Expeditionen, insbesondere zu den noch sehr unerforschten Juden Nordafrikas und die Inangriffnähme der oben skizzierten Arbeiten. Es wäre sehr wi'uisehenswert, wenn sich diese Forschungen von einer zentraten Stelle aus organisieren und leiten lassen würden, damit ein Leerlauf vermieden wird. Dr. Gerhardt Neumann “Dies sind die!leisen der Peddiändler״ ארי אבן־זהב׳ אלה מסעי הזפתים׳ הוצאת "יבנה"׳ תל־אביב׳ תרצ״ו• A r i I b n - ■S a 11 a w, ein noch junger, aber schon wohlbekannter hebräischer Schriftsteller (und Beamter der Univc-rsität Jerusalem) hat ein merkwürdiges und wertvolles Buch geschrieben, das auch und gerade in Deutschland Verbreitung verdient. Schon der Stoff ist anziehend: in dem russisch-deutschen Grcnzorl S c r a j e w o hat sieh ein wesentlieber Teil der GemcindeniHglieder als Pech- und Teerhäridler ernährt: fast das ganze Jahr verbrachten sie in Deutschland, vor allem iin Anhaitinischen, Sächsischen lind Braunschweigischen, um dort ״das gute russische Pech“ zu verkaufen. Nur zweimal im Jahr, vor Pcßaeh und vor den hohen Feiertagen, kehren sie zurück zu ihren stets wachsenden Familien, in das immer enger «׳erdende Bethaus, in die immer ärmlicher wirkende ״Tauclibadstraße“. Dieses Stück Wirklichkeit aber wird hier nicht nur durch treue Beobachtung für die jüdische Folklore gerettet, sondern durch ein Temperament gesehen und so zur Kunst. In 18 miteinander verbundenen Erzählungen, deren jede etwa ein Jahrzehnt durch eine charakteristische, oft tiet humorvolle Begebenheit oder Schilderung repräsentiert, erleben wir den Weg ostjüdisclier Assimilation an und in Deutschland, die aus ungebrochenem, wenn auch recht unwissendem und grob-natürlichem Judentum durch mannigfache Abbröckelung und Abschwächung hindurch bis zum ostjiidischen ״Herrn Müller“ in Meißen führt, den alle scheinbar — mit höchst scheinbarem Schein! — für einen Nichtjuden halten und •der sich dann schließlich doch in Tel-Awiw eiufindet. Wie mit den jiidisehen Werten zugleich die menschlichen verloren gehen, das ist selten so eindringlich, weil so untendenziös gestaltet worden wie in diesem Buch. Leider reicht der Raum nicht, um manche Einzelheiten hervorzuheben, die dessen würdig wären: so die ergreifenden Sätze über die Einstellung der Grenzbewohner zum Krieg oder die kraftvolle Schilderurig der Rosch-Haschanah-Feier aut freiem Felde in Zerbst. Es sei nur noch bemerkt, daß die besonders schöne und einfache Sprache des Verfassers biegsam und durchsichtig genug tat, um auch die Sprach- Wandlungen seiner Menschen durchscheinen zu lassen, «He Wolfskehls neue Richtung Karl Wolfskehl: Die Stimme spricht. Erweitertes Werk. Schocken-Vcrlag 1936. Böte die Anzeige eines erweiterten Werkes nichts als das Verzeichnis der Zusätze und Umgestaltungen, dann käme man diesmal zwar mit wortkargen Vermerken aus: ein Vorspruch und sechs meist längere Gedichte sind neu; die würdige Ausstattung sichert dem Buch auch nach außen hin einen Gewinn an Ernst und Gewichtigkeit — doch bliebe noch immer das übersehen oder verschwiegen, was einem Vergleich dieser Ausgabe mit dem Erstdruck allein eine Aussicht auf Lohn und Sinn zuwägen darf: die Bemühung um die Erkenntnis, in welcher Richtung die gegenwärtige Arbeit Wolfskehls verläuft. Denn das eine stellt fest: nach dem letzten Umschlag hat nun die Linie seiner Entwicklung samt all ihren Berechnungen und Ausbiegungen in eine ruhige Gerade gemündet, die sicher im Kraftfeld der hebräischen Poesie ruht; und ähnlich wie bei einem noch so lang gedachten Strich die Beziehung zweier sei es selbst benacliharter Punkte bei sauberer Messung genügen muß, uni die Richtung des Ganzen zu bestimmen, so wird man kaum der Versuchung Herr werden, aus der ja an den Unterschieden zwischen den beiden Auflagen kenntlichen Leistung dieser letzten Jahre nunmehr den vermutlichen Fortgang seines Werkes auf weite Sicht hcrauszulesen. Zunächst gliedere man eine Anzahl von Gedichten ans, denen gegenüber Wolfskehl vorsätzlich eine auffällige Zuriiekhaltung bekundet hat, obwohl gerade sie — oft reimfrei, silbisch lose, strophisch nicht erfaßt, im Gehalte splittrig, also unversehrbar — jeden Zugriff, sei es Glättung oder Einschnitt am leichtesten vertrügen und verwänden (Herr, Du suchst mich; Erneurung; Euren Ruf im Herzen; Wir ziehn; Die Wand...). Freilich galten sic ihm als Zeugnisse der ersten Verwirrung und Besinnung, ja, das LJngefügte mit' Härtliche an ihnen mochte das Säumen, Sträuben, Umschleichen, Belisten, dann den plötzlichen Rückruf, die Rücksich( und das liebevolle Anklammern an ein bislang fast Gemiedenes bewähren... und so in ihrer lebendigsten Ciestalt: dem Entwurf, dem Vorriß, sollten sie verbleiben, keine gültigen Kunstwerke und daher mich einer Verfeinerung weder fähig noch bedürftig. Eine andere Stimmung herrscht in den Gedichten, die den Band eröffnen: hier ist alles gespanntes Lauschen, ängstlicher Versuch, dem Säuseln der verno!nm״nen Stimme mehr als einen huschenden Hauch zu entnehmen, aber auch zage, schamvolle Begegnung des Einzelnen mit dem Geheimnis der Welt: die a d a 111 i s c h e Haltung, die unserer Dichtiing seit den Psalmen je und je eignet, wofern der Betroffene sich in heftigster Erschütterung der gewohnten Verknüpfung der Umstände entbricht, dann, allem Erfahrenen und Ererbten jäh entfremdet, in die Lage des Ur-Menschen rückversetzt und nun, tastend, ratend, horchend und abäugend ein gleichsam neu vor seinen schaudernden Sinnen erschaffenes Irdischc und heimlich ein Himmlisches erfährt. Zu den alten Versen dieser Art, deren mit aller Sorgfalt ausgefeilte Gestalt dem Dichter eine Ueberarbeitung erließ, ja verbot, tritt nun ein neues Gedicht: ״Deinem Herzen warm und traut“, worin der Träger mit seinem Leid und Freud und Zweifel bereits schüchtern hinter der Stimme zuriiektritt, die ihn in ihren Dienst zu treten beruft. Daran schließen sich als mittlerer Kreis und eigentlicher Schwerpunkt der alten Sammlung, heute aber mir noch Vorraum zum Kerngehäuse die berühmten Gedichte über das Schicksal des Volkes an. Der ״Aufbruch“ hat (wohl aus gestaltlichcn Erwägungen) zwei Acndemngcn erlitten, und mancher, dem der scharfe Schnitt der vertrauten Zeilen im Gedächtnis haftet, wird seine Freude daran haben, uinzulernen. Bedeutsamer in der neuen Fassung erscheint ״Vor Ausfahrt“. Einmal ist dem nun an Ausmaß mehr als verdoppelter! Gedicht durch die gesunde Spaltung des Geschlechts in die Alten und die Jungen überhaupt erst jene Spannung beigegeben worden, deren es bisher entriet; sodann aber wurden das Zögernde und Beschauliche _ am Abschied, der keines Grolles verdächtige Unterton der stillen Nachtrauer um das Verspielte lind Verfeuerte, die fromme Hinnahme des Bcschicdcnen so weit vorweggenommen, daß nun die Jugend erst recht munter und stürmisch das brocklige Gemäuer abrcißcu durfte. Verglichen mit dem Vorjahre verlagert sich bei Wolfs• kein das Gewicht über alles Erwarten schnell von den Berührungen, Reihungen, Einzähnelungen und Verwachsungen an des Volkes äußerster Umgrenzung gegenüber den Nachbarn (deren unzählige Spielarten er um einer Formel willen in den stetigen Pulsselilag des Sich-Einlcbens und des Weiterztigcs zerlegt), zu den einzigartigen Bezügen an der inneren Berandung seines Wesens: das neue Buch wird von der religiösen Poesie beherrscht, Juda verbilligt sich zu Israel. Wie sehr der Dichter gerade ihr auf Kosten anderer Ansätze zugetan!)lieh, zeigt schon der lehrreiche Vergleich der neuen ״Stimme am Setter“ mit der Vorlage: hier wurde eine neunmalige Durchbrechung des Wortlautes nicht gescheut, sei es, um die Leser als die Angerufenen fester iu den Vorgang der Begebenheit eiitzube/iehen — weshalb das Jahr der Leiden und das Mahl der Erinnerung einzig ihnen, den Mitgästen, /!!gedacht, die Boten diesmal nicht von weit 11er bestellt, sondern aus ihrer Mitte gestellt werden — sei es, um dem Merkwort im Spinell hei aller Bündigkeit doch einen lautlich wägbaren Nachdruck durch das uralte, mächtige Mittel der Wiederholung beizumessen. — Wolfskehl ist kein Neuling in der Preisung der Feste, .aber einst suchte er im wirbelnden Reigen die Schließung jenes Ringes, der alle Schranken einschmiizt und durchren'it; heute lehrt der mit der Stimme neu Beliehene ein strengen׳:, I eiern aus Drangsal und Armut hei aus, in die nur jenseitige Herriichkeit und Bl Eite emspielen. Seine Vorbilder 111 den jüngsten Gedichten dieser Art sind die Poetanen (Jom I lakippiirim; Er, Er, Er): gleich ihnen häkelt er das SEehwort: etwa die Versöhnung, in das Versgewebe k 1111 strc 1c 11 ein, verschlaft es in alle erdenklichen Windungen und Venleclmmgen, wobei es — im Grunde unwandelbar doch dank der ständigen Verfärbung durch eine jeweils besondere Dentung überrascht und benimmt; ׳)der aber eine Behauptung (so die Unfaßbarkeit Gotte:,, die endliche Gewährung des an sielt verwirkten Glucke-.) wird durch eine Reihe von Bildern unter Wahrung des angese!/teil Verhältnisses von Schöpfer zu Geschöpf so hingc/ogen, daß von den um die unerschütterliche Mitte der Vorstellung sieh gleichmäßig weifenden Kreisen eine unuiilerbroeliene Bewahrheitung des Zeugnisses, eine bis zur Ueberredung ansteigende Gewißheit des Bekenners ausgehe. Daneben aber dankt der Dichter dem Mittelalter die Behebung einer Gefahr, die heim Anprall oder auch bei der Annäherung seiner angeborenen, leidenschaftlichen Liebe zum ungehemmten Lehen an jene bedenkliche Ereiferung entstünde, die in unserem Altertum allein die strotzende Enttaltung der Volkskräfte schützen will unter Verkennung oder Verschlämmung seines reineren Besitzes. Um so hedcutsatner und beglückender gerade bei Wolfskehl das Ergebnis, daß erst die Versenkung in das kargere, gestrenge, bis in die feinste Fiber vergeistigte Mittelalter, erst die Gewähr seiner Zucht und Härte und Entsagung den rechten Zugang zur Urzeit sichert. Wie eine Verkündigung aus der. Jahren jenes Anbruches mutet denn auch die ״Stimme zum Boten“ an, des Buches innerste Zelle, die mit Fluch und Segen — vorauseileud und rüekweisend — an jeder späteren Verelendung und Erleuchtung tcilnimmt und in die alte, Woltskelil seit je angelegene Wahrheit: die Geburt des Lehens aus den! Tode das noch ältere Geheimnis unseres Wandels von Demütigung zu Begnadung eindeutet. J. Malkiel sich immer mehr dem Hochdeutschen nähern, aber es nie ganz erreichen. Es wäre eine Aufgabe der S c 11 o c k e n h ii c h e r c i, das tolkloristisch und künstlerisch gleich wesentliche Buch durch eine gute Uehcrsetzung dem jüdischen Leser in Deutschland zu erschließen. Ernst Simon Roman aus Aegypten John Knittel: EI Hakim, Roman aus dem heutigen Aegypten. Woifgang Kriigcr Verlag, Berlin. Ein Roman, der im modernen Aegypten spielt, erweckt naturgemäß unser Interesse. Der Verfasser, der Aegypten aus eigener Anschauung kennt, schildert das Lehen eines ägyptischen Arztes in der Vorkriegszeit und auch nach dem Kriege, der in einem unerhöitcn Aufstieg von einem armen Kinde aus der Provinz zum berühmten Arzt den Weg durchs Leben geht. Der Held der Geschichte ist zugleich begeisterter ägyptischer Nationalist. Er sieht die Not seines Landes und seine politische und gesellschaftliche Problematik und hat sein Lehen dieser Sache geweiht. Die Kapitel des Buches, die von den Lebcnsverhältnissen in Aegypten handein und Land und Leute schildern, geben einen guten Einblick in die Fragen, die auch heute noch in Aegypten an der Tagesordnung sind. Der Roman selbst, der in der Form eines Tagebuches des Helden abläuft, ist von atemraubender Spanuung, und wenn auch manches etwas allzu phantastisch erscheint, so tut dies dem Ganzen nur wenig Abbruch. Wenn man bedenkt, daß ein Außenstehender dieses Buch geschrieben hat, so ist um so mehr anzuerkennen, wie seiir der Verfasser sich auch im Stil des Berichtes in die orientalischen Verhältnisse eingelcbt hat. oe. u:11n111111111111111111n1111111t1111111111111111111׳i1!1m1111m111111111111;1!1111111m1n111m1111111111H1n1m11!111!11׳]M1111111111111111111111111 Seliger Zedier Von Arthur Silberßleit Du mußt uretnsam sein. Nur Knecht der Zellet Lafe' keine laute Welle der Welt ln didi hinein! Umwandeln sie dein Haus Audi mit gefällten Krügen: Schöpf lieber selbst dtdi aus Zu heiligem Genügen! Es quillt aus dir ein Born Voll schönster Goltessagen. Dir blSst des Mondes Horn Mär von Jabrtausendsagen. So Traumversunkenheft Sollst du geniefeen. Voll Sehnsudilstrunkenheit Ganz überflle&en I Juden in Holland E. Boekman, Demografie van de Joden in Nederland. (Ver• lag Menno Hert/bcrger. Amsterdam 19k),) 110 S. Die vorliegende Arbeit über die holländischen Juden, die wegen ihres reichen Inhalts an wichtigen Ziffern auch für den nicht der holländischen Sprache mächtigen Leser recht aufschlußreich ist, bringt viel Material aus der hoüändisclieii Bevölkerungsstatistik und zeigt die Verbreitung der Juden in Holland in Stadt und!,and, nach Geschlecht und Alter, Gehurten lind Sterblichkeit. Wir ersehen daraus, daß die Zahl der Juden in Holland bis zum lahre 1930 ständig anstieg (1890: 103 988, 1009: 106 102, 1920: 115 2i3), aber dann im Jahre 1930 (dein Jahre der letzten holländischen Volkszählung) auf 11! ')17 zttrüekging. Aber seihst die frühere Zunahme blieb immer hinter der Zunahme der gesamten hoiländischen Bevölkerung zurück. Der Anteil der poriugiesischeu Juden am holländischen Judentum ist seit dem Jahre 1'M)9, in dem er auch nur n<x־h 6,2 ״ ״ betrug, ständig im Rückgang begriffen und betrug im Jahre 19il) mir noch 4,6 0',״. Der Zug der Juden in die großen Städte, der auch bei der übrigen Bevölkerung wahrzunclimen ist, hat dazu geführt, daß 82 0״ der holländischen Juden in den sieben größten Städten des Landes wohnen, davon mehr als die Hälfte in Amsterdam. Die übrigen 18 'סי verteilen sich über 400 Qomeinden. Ibericus: Südamerika. Ein Ziel jüdischer Emigration. (Auslieferung Dr. Hirsch, Amsterdam-Z., Zuider Amstcllaan 219.) Erst kürzlich haben die instruktiven Berichte von Dr״ Arthur R tippin die Aufmerksamkeit auf die Länder Südamerikas als Ziel jüdischer Auswanderung gelenkt. Auch unter den Juden in Deutschland hat Südamerika in letzter Zeit mehr und mehr Beachtung gefunden. Der Verfasser der vorliegenden Broschüre, der die Verhältnisse in den südamerikanischen Ländern aus jahrelanger eigener Erfahrung kennt,,will den Menschen, die eine Auswanderung in eines jener Länder planen, diejenigen praktischen Informationen gehen, die der Auswanderer braucht, um sich in den veränderten Verhältnissen zurecht zu finden. Er gibt eine kurze Charaktcristik der einzelnen Staaten, vor allem vom Lebensstil und der Berufsauffassung dort. Für die Vorbereitung und die Reise werden praktische Fingerzeige gegeben. Die Adressen der jüdischen Hilfsvereine werden vielen nützlich sein. Der größte Teil der Schrift ist den beruflichen Aussichten und Anforderungen gewidmet. Im Anhang sind die wichtigsten Einwandcrungsbcstimniungcn wiedergegeben. Die kleine Schrift wird für jeden, der die Absicht hat, nach Südamerika auszuwandern, recht aufschlußreich sein und ihm einen guten Einblick in di« Verhältnisse geben, die ihn dort erwarten.