Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 39 (15.5.1936)
- Date
- 1936-05-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39, 15. V. 1936 JÖDISCHF RUNDSCHAU Seite 3 *»»denn mein Wir Juden erleben in dieser Zeit immer wieder in entscheidenden Augenblicken des Lebens die Aktualität unscrer Vergangenheit. Vielleicht schon seit Generationen nicht mehr ist uns die Bibel in vielen ihrer Partien in vollem Grade auch zu einem Führer durch unsere eigene Zeit geworden. Ein Beispiel dieser Art bietet sich in diesen Tagen. Wir lesen am kommenden Schabbat aus dem 25. Kapitel des 3. Buches Mose Verse, deren Inhalt von stärkster Gegenwartsbedeutung ist. In ihnen finden wir u. a. die Grundläge der jüdischen Auffassung vom Bodenrecht, einer Frage also, die für den Wiederaufbau Erez Israels in unseren Tagen größte Bedeutung hat. Es heißt dort: ״Das Land aber soll nicht für immer verkauft werden; denn mein ist das Land, denn Fremdsassen seid ihr bei mir.“ Hier erscheint also ein Gedanke, der in moderner Zeit in den verschiedenen Formen der Bodenreform und des Bodensozialismus Ausdruck gefunden hat und davon ausgeht, daß der Boden als ein nicht vermehrbares Gut einem besonderen Recht unterliegen soll. Er wird in der Bibel als dem Menschen von Gott verliehen betrachtet, und das göttliche Obereigentum am Boden bleibt daher bestehen. Die zionistische Bewegung hat auf diesen Gedanken schon in ihren Anfängen zurückgegriffen. Die Idee, daß das Volk als Ganzes das Eigentumsrecht am Boden be- London, 13. Mai. (JTA.) In der Unterhaussitztmg vom 13. Mai wurden an den Kolonienminister eine Anzahl von Fragen über die Unruhen in Palästina und die jüdische Einwanderung gerichtet. Der Abgeordnete Hardie fragte, ob der Minister auf die gefährliche Entwicklung arabischer Feindseligkeit in dem Gebiet von Sichron Jaakow aufmerksam geworden sei; ob es ihm bewußt sei, daß es sich hier um Lebensgefahr handele, und _ ob er die Zusicherung geben könne, daß geeignete Schritte zum Schutz der Betroffenen unternommen werden würden. Kolonienminister J. H. Thomas antwortete: Wie ich bereits erklärt habe, bestellt die Möglichkeit weiterer Unruhen in Palästina; die Garnisonen wurden in den letzten Tagen verstärkt. Ich bin überzeugt, daß man darauf vertrauen kann, daß der High Commissioner alle Maß nahmen zum Schutze von Leben und Eigentum treffen wird. Aut eine Zwischenfrage des Abgeordneten S h i n w e 11, ob dieser Kampf durch ausländische Agenten provoziert worden sei, erklärte der Minister, es würde sehr schwierig sein, festzustellen, wer an der Erregung von Streitigkeiten und Unruhen aller Art schuld sei. Es würde unklug sein, darüber Aussagen zu machen, solange ihm (dem Minister) nicht untrügliche Beweise für den vermuteten Ursprung zur Verfügung stünden. Er wolle aber dem Hause mit voller Deutlichkeit sagen, daß die Regierung entschlossen sei, Gesetz und Ordnung aufrecht zu erhalten, was immer oder wer immer an diesen Schwierigkeiten schuld sein möge. Der Abgeordnete Sh in well fragte weiter, ob der Minister die Klärung der Schuldfrage bei diesen Unruhen nicht für wichtig halte. Minister Thomas bejahte dies und fügte hinzu, wenn es immer möglich wäre, die Schuldigen festzustellen, so wäre dies viel besser, als sich auf Klatsch und böswillige Erklärungen zu stützen. In einer zweiten Anfrage wies der Abgeordnete Hardie darauf hin, daß in Palästina arabische Angehörige der Pfadfinderbewegung in Uniform öffentlich zu Gewaltakten gegen die Juden in den Städten und Dörfern aufreizen dürfen, und daß Regierungsbeamte, die dem Er- Ziehungsdepartement der Palästina-Regierung zugeteilt sind, führende Stellungen in den Pfadfinderverbänden einnehmen. Der Abgeordnete fragte den Minister, welche Schritte er zu tun gedenke, um zu verhindern, daß die Pfadfinderbewegung zu ungesetzlichen Handlungen mißbraucht wird. Der KO'lonienminister antwortete, cs sei ihm bekannt, daß in Palästina eine Bewegung zur Förderung politischer Ziele durch unautorisierte Jugendorganisationen besteht. Diese Organisationen hätten jedoch nichts mit der Baden-Powell-Pfadfindervereinigung zu tun, in der der Leiter des Erziehungswesens als Kommissar für die Pfadfinder in Palästina fungiert. Die Frage der Kontrolle inoffizieller Scout- Bewegungen wurde vom High Commissioner bereits erwogen; zweifellos werde dieser den Minister zu Rate ziehen, wenn seiner Meinung nach die ,gegenwärtigen Befugnisse der Polizei sich als unzureichend erwiesen haben, um umstürzlerischer Handlungen, die von dieser Bewegung ausgehen, Herr zu werden. Major Proctor fragte den Kolonienminister, ob er die Gesamtzahl der während des letzten Aufruhrs in Palästina durchgeführten Verhaftungen mitteilen könne. Pariser BrieS Von unserem Berichterstatter K., im Mai Nach den Wahlen Die französischen Wahlen haben den in der Volksfront vereinigten Linksparteien eine starke Majorität gegeben. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß nach dem Rücktritt der Regierung Sarraut, die fiir der! 1. Juni vorgesehen ist, die im Wahlkampf siegreichen Parteien die Regierungsbiidung übernehmen werden und daß als die zahlenmäßig stärkste Partei, die französischen Sozialisten die wichtigsten Posten im neuen Kabinett, u. a. auch den Vorsitz erhalten werden. Es ist noch nicht ganz sicher, aber sehr wahrscheinlieh, daß dieser Vorsitz dem Führer der sozialistischen Partei, dem Abgeordneten Leon Blum, zufallen wird, der Jude ist. Obwohl die Führerstellung Leon Blums in der neuen Regierung im normalen Spiel des parlamentarischen Systems in Frankreich liegt, hat sein Hervortreten bei der Kabinettsbildung in den Kreisen der französischen Juden Hotel Paradies, Karlsbad Vornehm bürgerliches Etablissement. Erstklassiges Restaurant und Cai6. Weekend - Arrangement! Leitung: J. Fuchs Telefon 4773 E. Wohlrab( Inh. ist das Land sitzen soll, um jeder Spekulation mit diesem wichtigsten Gut vorzubeugen, fand seinen Niederschlag in der Schaffung des Keren Kajemeth Lejisracl, der bereits im Jahre 1901 auf Anregung des Heidelberger Prof. Schapira vom Zionistenkongreß geschaffen wurde. Er soll als Repräsentant des ganzen jüdischen Volkes Eigentümer und Verwalter des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina sein und gibt den Siedlern, die auf ihm arbeiten, den Boden zur Benutzung in Erbpacht. So wurde von der zionistischen Bewegung der großartige Versuch unternommen, einen altjüdischen Gedanken in einer den heutigen Zeitverhältnissen angepaßten Form zu realisieren. Gewiß ist der Erfolg, der auf diesem Wege bis heute erzielt wurde, noch unzureichend, denn nur ein Teil des Bodens Palästinas konnte mit den Mitteln der Gesamtheit in das Volkseigentum überführt werden. Dennoch ist dieser Versuch nicht nur wirtschaftlich wichtig, sondern zugleich ein Symbol für die tieferen Kräfte, die in der zionistischen Bewegung lebendig sind. In ihm und seiner Verwirklichung bewährt sich die umformende Kraft des Zionismus, die Zurückführung des jüdischen Menschen zu seiner Eigenart, zu den Quellen seines Wesens. So eminent wirtschaftlich orientiert die Frage des Bodens zunächst erscheint, so stark ist sie zugleich mit den geistigen Bedingungen unserer jüdischen Existenz verbunden, die aus den Tiefen der Vergangenheit in unsere Tage hinüberwirken. oe. Der Minister antwortete, der High Commissioner habe berichtet, daß die Zahl der Verhaftungen über 600 betrage. Genaue Ziffern könne er nicht mitteilen, doch seien die Verhafteten in ihrer überwiegenden Mehrheit Araber. Der Abgeordnete Rankin fragte, wieviele Auswanderer in den letzten fünf Jahren aus England nach Paiästina gegangen seien und welche Maßnahmen das Ministerium für die Kolonien getroffen habe, um sicherzustellen, daß ein angemessener Teil der jüdischen Palästina-Einwanderer englischer Herkunft sei. Minister Thomas gab folgende Ziffern bekannt: 1931: 457 Einwanderer aus England, 1932 : 443, 1933 : 623, 1934 : 817 und 1935: 702 Einwanderer. Der Minister fügte hinzu, daß die Zulassungsbedingungen des palästinensischen Einwanderungsgesetzes keine Unterscheidung zwischen Einwanderern verschiedener Staatsangehörigkeit machen. Der Abgeordnete Davidson fragte, ob der Minister glaube, daß die angeführten Ziffern den von der Regierung gegebenen Zusagen entsprechen. Dazu erklärte Minister Thomas, der Abgeordnete möge im Auge behalten, daß die Lage der Juden in England sich von derjenigen der Juden in anderen Teilen der Welt unterscheide. Er hoffe, dies werde auch weiterhin so sein. Abg. Major Proctor richtete an den Kolonienminister die Frage, ob seine Aufmerksamkeit auf die Forderung des Verbandes der jüdischen Rechtsanwälte Pa- 1 ä s t i n a s nach Errichtung von Zweigstellen der wichtigeren R e g 1 e r u n g s ä m t e r in T c I A w i w gelenkt worden sei, und ob der Minister mit Rücksicht auf die Tatsache, daß Tel- Awiw jetzt 150 000 Einwohner hat und die größte Stadt Palästinas ist, diesen Vorschlag wohlwollend erwägen wolle. Minister Thomas antwortete, eine solche Forderung sei ihm nicht zur Kenntnis gebracht worden. England, Italien und Palästina London, 13. Mai. (JTA.) IJnte•־ der Schlagzeile ״Italien stiftet arabische Unruhen an. — Geheimagenten an der Arbeit in Palästina“ veröffentlicht der ״Daily H e r a I d“ die Meldüng, daß Geheimagenten italienischer Herkauft an der Anstiftung der Araherunruheii in Palästina beteiligt waren. Die Untersuchung hierüber sei in Palästina im Gange. Zweck dieser Aktion sei cs gewesen, der englischen Regierung durch Anstachelung der arabischen Feindseligkeit gegen das Palästina-Mandat und das Jüdische Nationallleim anläßlich des abessinischen Konfliktes Schwierigkeiten zu bereiten. Man nehme an, daß der wahre Grund für die Verstärktmg der Besetzung Palästinas diese Tätigkeit der ausliindisehen Agenten, die die Araber zu Gewalttätigkeiten atifreizen, sei und nicht die Schwierigkeit, mit den lokalen Unruhen fertig zu werden. Die italienische Propaganda sei seit dem abcssinischcn Konflikt in Palästina besonders lebhaft gewesen. 11 a - üenisehes Geld sei in den letzten Monaten in Palästina reichlich zur Unterstützung einer pro-italienischen und heftigen anti-englischen Kampagne geflossen. Der arabische Aufruhr sei höchst unerwartet gekommen, gerade in dem Augenblick, in dem eine Abordnung arabischer Führer nach London gehen wollte, um die Frage eines Legislative Council mit der englischcn Regierung zu erörtern. Offenbar seien die Unruhen zu dem Zwecke geplant worden, eine Regelung dieser Frage zu verhindern. einige Nervosität hervorgerufen. Man fürchtet, daß die Gegner Blums seine jüdische Abkunft als Argument im Kampfe gegen seine Politik benutzen werden und daß der Kampf gegen die Politik der Volksfront daher Rückwirkungen auf die jüdische Lage in Frankreich haben könnte. Diese Besorgnisse, für deren Berechtigung man in der Polemik der rechtsradikalen Presse in Frankreich bereits heute Anhaltspunkte finden kann, werfen ein Licht auf die Situation, in der die Juden leben. Die französisch.syrischen Verhandlungen ln den Verhandlungen zwischen den syrischen Nationalistcn und der französischen Regierung sind in den letzten Tagen Schwierigkeiten eingetreten, die eine Ver- Zögerung des Abschlusses eines neuen Statuts Syriens herbeigeführt haben. Die französische Regierung hat gegenüber den weitgehenden Forderungen der syrischen Delegierten Einschränkungen gemacht, denen die Syrer nicht zustimmteil. Die syrischen Delegierten machen für diese Schwierigkeifen vor allem den Oberkommissar de Märtel verantwortlich, der von ihnen seit langem wegen der energischen Niederschlagung des Aufstandes in Damaskus bekämpft wird. Sie finder. bei ihren Angriffen die Unterstützung eines Teiles des französischen Parlaments, bei dem de Märtel wegen seines oft brüsken Auftretens unbeliebt ist. Bezeichnend in dieser Hinsicht ist ein scharfer Angriff gegen de Märtel, der in der Zeitung ״Populaire“ aus der Feder des Abgeordneten Longuet veröffentlicht wird, und in dem de Märtel für die Krise der syrisch-französischen Beziehungen Verantwörtlich gemacht wird. Da der ״Populaire“ heute die Mei- Für Sdiabbat, den 16. Mai 1936 Und ihr sollt meine Satzungen Oben und meine Redits- Vorschriften wahren und sie Oben; so werdet ihr in Sicherheit im Land wohnen. » Und das Land wird seine Frudit geben, und ihr werdet essen zur Sättigung und in Sidierheii darin wohnen. * Und wenn ihr sagt: ,Was sollen wir essen im siebenten Jahr? Wir dürfen Ja nicht säen und unseren Erfrag nicht Einbringen 1' * So will Ich euch meinen Segen enibielen im sechsten Jahr, dafe es den Ertrag bringe iür die drei Jahre. Ihr werdet säen im achten Jahr, und noch Alles essen von dem Erfrag; bis zum neunten Jahr, bis dessen Ertrag einkommi, werdet ihr Alles essen. * Das Land aber soll nicht für immer verkauf! werden, denn mein isi das Land, denn Freindsassen seid ihr bei mir. * Und in dem ganzen Land eures Besitzes sollt ihr Einlösung gewähren für das Land. 3. Buch Mose, Kapitel 25, 15 — 24! Uebetscizt von Harry Torczynei nung der stärksten Partei der kommenden Regierung vertritt, ist es möglich, daß de Märtel, der bisher das Vertrauen des Ministerpräsidenten Sarraut besaß, nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren wird. Trotz der neu entstandenen Schwierigkeiten ist aber vorläufig mit einem Abbruch der französisch-syrischen Verhandlungen nicht zu rechnen und man nimmt bei den Delegierten an, daß noch im Laufe dieses Monats die Einzelheiten des neuen Vertrages festgelegt werden, und daß dann die syrische Delegation in die Heimat zurückkehren wird. Der neue Vorsitzende der ״Alliance Israelitc“ Die ״Alliance Israelitc", die ihren erst kürzlich gewählten Vorsitzenden Prof. Netter nach wenigen Tagen seiner Amtszeit durch den Tod verloren hatte, hat jetzt Prot. Oualid zum stellvertretenden mul amtierenden Vor׳• sitzenden gewählt. Die Wahl eines Präsidenten ist einläufig verschoben worden. Prof. Oualid, der algerNchcr Abkunft ist, besitzt einen Ruf als Wirtschaftswissenschaftler und ist in jüdischen Kreisen besonders als Experte in Emigratinnsfragen geschätzt. In letzter Zeit ist Prof. Oualid auch hesonders für das Hilfswerk für die jüdischen Emigranten aus Deutschland eingetreten und hat sich, für Umschulungsfragen interessiert. In welchem Maße der Wechsel im Vorsitz der ,,Alliance" auch zu einer nositiveren Stellungnahme dieser jüdischen Organisation zu de 1 nationalen!׳'ragen des Judentums beitragen wird, b lei hl abzuwarun. Prof. Oualid seihst hat bei vielen Gelegenheiten auch Interesse für die Fragen des Palästinaaufbaus gezeigt. Um eine jüdische Einheilsorganisation Seit langem sind liier Bestrebungen im Gange, die aul die Gründung einer jüdischen Spitzenorganisation in Frankreich hinzielen. Wie in kaum einem anderen Lande ist das Judentum in Frankreich in zahllose Gruppen zersplittert, die ohne Zusammenhang arbeiten, jetzt hat die ״Federation de Socictes Juives de France", die bisher im wesentlichen die Spitzenorganisation der ostiüdischen Organisationen in Frankreich, aber keineswegs aller, war, die Initiative ergriffen, um im Rahmen dieser Organisation eine Atinäherung und Zusammenarbeit aller jüdischen Organisationen in Frankreich hcrbcizufülircn, wobei naturgemäß der Sonder- Charakter jeder Organisation gewahrt bleiben soll. Es handelt sich ausschließlich um einen organisatorischen Zusammenschloß. Es scheint, ais oh dieser Appell auf einen günstigen Boden gefallen ist und als ob eine große Anzahl von Örganisationen des Judentums in Frankreich, darunter auch die zionistischen Organisationen, zu einer Arheitsgenicin- Schaft im Rahmen der ״Federation", bereit sind. Allerdings ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß die Spitzenvertreturigen der französischen Juden wie das ״Consistoire“ die ״Alliance" usw. auch diesem Versuch fern bleiben werden. KH-Aktion in Südafrika Eine Botschaft von General Smuts Johannesburg, 12. Mai. (JTA.) Anläßlich der Er- Öffnung der Keren Hajessod-Knmpagne in Südafrika fand in Johannesburg zu Ehren der Leiter der Kampagne, des Mitgüeds der Exekutive der Jewish Agency Prof. Selig B r o. detsky und der Mitvorsitzende!! der Wizo Frau S 1 e f f, ein Bankett statt, bei dem Richter Green her g den Vorsitz führte. Prof. Bro detsky hielt eine Ansprache, in der er vier Versammlung bekanntgab, daß Herr Isaac Och h erg zum Andenken an seine Tochter Ruth eine Stiftung von 10 000 Pfund für die Hebräische Universität gemacht habe. Unter stürmischem Beifall wurden Begrüßiingskundgehangen einer Reihe südafrikanischer Persönlichkeiten verlesen, darunter Botschaften des Ministerpräsidenten General Hcrtzog und des Justi/minislers und früheren Minister- Präsidenten General S m 111 s. 111 dem Schreiben General Smuts’ heißt es: ״Das zionistische Ideal bleibt die hoffnungsreichste Lösung der Jucleiifrage. Palästina bietet jetzt die einzige Gelegenheit für nationale jüdische Siedlung. Die Politik der Balfotir-Dekkirafion hat die zionistischen Aspirationen vollständig revolutioniert: hält der Fortschritt in seinem gegenwärtigen Umfang an, dann ist das Ideal seiner Verwirklichung näher, als man es vor Jahren als möglich träumen konnte.“ Nach den Ansprachen wurde die Zeichnungsliste eröffnet. Den ersten Beitrag in der Höhe von 1500 Pfund leistete Mr, Wolf scn. In der Versammlung seihst wurde eine Summe aufgebracht, die höher ist als jeder hei einer derartigen Gelegenheit in der Geschichte des südafrikanischen Zionismus erzielte Betrag. Der Vorsitzende des südafrikanisehen Zionistenverbandes, Mr. K i r s c h n e r, bestätigte den Eingang der Spenden und erklärte, dies sei die Antwort der südafrikanischen Judcnheit auf die Angriffe der Araber in Palästina. A.-C.- Sitzung in Jerusalem Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat im Einvernehmen mit dem Präsidium des Aktions-Comitös bcschlossen, die Jahressitz 11 ng des Aktions-Com i 16 s für den 24. Juni nach Jerusalem einzuberufen. (Palcor.) Die Sammlungen des Councils for German J c w r y in England belaufen sich jetzt auf insgesamt £ 560 WO. Palästina-Fragen im Unterhaus