Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1936)
- Date
- 1936-05-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 38,12. MAI T936 mmimm wmmmmmm JSSSä s@SS; ÄW::::*: Die Einheit des Judentums Gespräch im Lehrhaus Das zweite Zwiegespräch im I ü d i s c h e n Lehrhaus, das Dr. Pau! Eppstein und I)r. Eva Reich mann-jungmann miteinander führten, hatte das Thema ״Organisiertes und organisches Judentum“ zum Gegenstand. Das auf den ersten Blick etwas befremdlich wirkende Thema (unter dem sich in der Tat die meisten Hörer vor der Diskussion nichts vorstellen konnten) führt bei konsequenter Durchführung des Gedankens zu sehr wichtigen und aktuellen Fragen. Das Gespräch begann mit dem Versuch, die Begriffe ״organisch“ und ״organisiert“ festzulegen. Gegenüber der Reichmannsehen Auffassung, daß organisches Judentum das geschichtlich gewordene, in den heute noch vereinigten jiidisehen Massen verankerte Judentum ist, während das organisierte Judentum dort ist, wo emanzipiertes Judentum ist, wo also Quasi-Organe an die Stelle der nattirliehen Organe gesetzt werden mußten, vertrat Dr. Eppstein die Ansicht, daß das organisierte Judentum aus dem organisehen hervorgegangen sei. Zugleich könne man auch das organische Judentum als Ziel auffassen, dem das Judentum zustrebt. Die Frage, um die es sich handelt, lautet: kann die Organisation als solche sich organisch erfüllen und wie sieht ihr üestaltbiid aus? Als Antwort hierauf verlas Frau Reichmann eine Reihe repräsentativer Aeußerimgen der wichtigsten jüdischen Organisafionen: des C.-V., der Jüdischen Gemeinde, des Kulturbunds, des RjF. und der ZVfD. Es trat dabei deutlich hervor, daß faßt alle diese Organisationen einen Total itätsan spruch erheben und sich für berechtigt halten, für die Gesamtheit zu sprechen. Dr. Eppstein stellte deshalb die soziologisch wichtige Frage: was meinen die Organisafionen, wenn sie ״wir“ sagen, ihren Mitgliederbestand oder die jüdische Gemeinschaft? Und woran kann man die Berechtigung der Aussagen der politischen Organisationen messen? Eine Klärung dieser theoretischen Fragen konnte nicht erfolgen; die Auseinandersetzung glitt vielmehr immer rascher ins praktische und schließlich aktuell-politische Gebiet. Kann sich der TotalHätsanspruch der Organisationen pädagogisch daran erweisen, was sie ihren Mitgliedern zu geben vermögen? Genügt nicht vielleicht die ״O r t h o p r a x i e“, die einfache Befolgung des religiösen Gesetzes, um die Einheitlichkeit des Judentums zu gewährleisten? Aut diese Fragen warf Frau Reiclunann ein, daß das Prinzip der religiösen Norm heute nicht allein mehr ausreichend sei, weil es nicht mehr ein für alle gangbarer Weg sei. Dr. Eppstein verwies rinn darauf, daß es wohl zutreffe, daß die Orthodoxie Legitimität nur für ihre Menschen besitze; daß aber doch im jüdischen Leben Zionisten und Nichtzionisten in allen Gremien Zusammenarbeiten, eine Tatsache, die doch nicht nur politisch bedeutungsvoll ist, sondem auch für die geistige Ncuformung des Judentums von Wichtigkeit werden kann. Frau Reichmann meinte jedoch, diese praktische Kooperation sei nicht gleichbedeutend mit ideologischer Anglcichung der Gruppen. Die Zusammenarbeit sei eine Art Notgemeinscliaft, aber keine Ideengemeinschaft. Auf den Einwand Eppsteins, daß die aus der Not errungene Gemeinschaft imstande sein muß, die früheren Spaltungen aufzuheben, weil es die Menschen innerlich bereits wollen, begnügte siel* I ran Reichmann mit der Behauptung, daß es eine jüdische Einheit gebe, der jede Organisation nachzu• streben habe. Worin aber diese Einheit besteht, legte sie nicht genauer dar. Der Zionismus ist jedenfalls nach ihrer Ansicht nicht geeignet, das jüdische Einheitsziel zu verwirklichen, weil er selbst zu starke innere Gegensätze aufweise. Dieses Gespräch, das mit Temperament und mit dem Willen zur Sachlichkeit geführt wurde, zeigte wieder tleutlieh, wie weit die einzelnen jüdischen Gruppen von einer fruchtbaren Aussprache noeli entfernt sind, weil sie noch zu wenig gemeinsame Begriffe haben, Or. N. Zum Tode von Georg Lipschitz. Am 8. Mai verstarb plötzlich Direktor Georg Lipschitz, Vorstandsmitglied der Sonclno-Oesellschaft der Freunde des jüdischen Buches und der Gesellschaft der Freunde der Jerusalemer Bibliothek. Direktor Lipschitz hat als Leiter der Kicidcrkammcr der Jüdischen Gemeinde diese Einrichtung aufgebant. Zur Arbeit der Soncino-Gc- Seilschaft hat Lipschitz mit manchem schönem Privatdruck beigetragen. Seine außerordentlich schöne Privatbibliothek schenkte er zum großen Teil schon vor lautrerer Zeit der Nationalblbliothck. In ihm verlieren die Jüdische Gemeinde und die Freunde der Bibliothek einen tatkräftigen Mitarbeiter. Bar Mizwah-Termine Am lf>. Mal (2-1. 1 ja r); Aliiv־! Kol)(■!*, S- >11־! von!,!.ili;!]'׳ K^h v rt, lk*!iin, Pi ia/.rrjjvüU'n-!r. 7. ■■ W-ihiou:^ Kr־׳lik, S.־im Walter Krolik, NM 40, j!r1״oLiibU־r ('!<■! 2. Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der BZV. Dienstag, den 12. Mai 20.30 Uhr Cafä Wittölsbarh Bayerischer Platz. 2 Dr. F.dgar Rosen: Die Bewegung imVorderonOrient, Palästina- Monatsachau. Stidtpark Dienstag, den 12. Mid 20,30 Uhr BZV-Heim, Neukölln, J8g0rstr,6 Dr, Gerhardt Naumann: Zionistische Führer (mit Lichtbildern) Hermannplatz BZV-Heim Dr. Ev« Lübeck: Die jüdische arbeitende Frau in Palästina Roscathajcr Platt 20.30 Uhr Rosenthaler Str. 44 (mit Lichtbildern) u. Börse, Frauennrheitsgemeinsch. Gruppen Nord u. Ost Mittwoch, den 13. Mai 20,30 Uhr BZV-Heim l-ondsberger Str. לא Palästinabericht! Hugo Wolfcrmann Friedrichshain Mittwoch, den 13. Mai 20.30 Uhr Konditorei Hansa Flensburger Str. 9 Rudolf Abraham: Die britische Palastina-Politik Hansa Mittwoch, den 13. Mai 20.30 Uhr Ka serdamm 78 (Jüdische Schule) Dr. F.dgar Rosen: Palästina und die Entwicklung im Vorderen Orient; Vorführung der Palästinnmoniitsschnu W'estend Mittwoch, den 13. Mai 20.30 Uhr BZV-Heim Kant slraße 54 Palästina im Lichtbild (Palästina-Monatsschau Nr. 5 und 6) Savignypiatz Donnerstag, den 14. Mai 20.30 Uhr BZV-Heim Brfidkenstraße 9 MttgU8d0rv«ra«mmlung Es sprechen: M. Hirschfeld, Dr. Fritz Lieber, Norbert Reich; Vorführung der Palästinamonatsschau Jannowitzbrücke Donnerstag, den 14. Mai 20,30 Uhr BZV-Heim Landsberger Str. 87 Chug iwri Friedrichshain Sonnabend, den 16. Mai 20 Uhr BZV-Heim Landsberger Str. 87 Schotcm-Alejchem-Abend (8, Anzeige) Friedrichshain Sonnabend, den 16. Mai 21 Uhr BVZ-Helm Rosenthaler Str, 44 Chug iwn Zentrum Sonnabend, den 16, Mai 21 Uhr BZV-Heim Oranicnstr. 170 One« Schabbat Südost ■ Sonnabend, den 16. Mai 21 Uhr BZV-Heim Kantstr. 54 Hebräischer Abend — Palastina-Mor.atsschau ßeglaitvortrag: Dr. Borodianski Kuliurabteilung Sonder-V enmslaUung anläßlich das 15, Todestages von Josef Chaim Brenner Es sprechen: Mitwirkende: Dienstag, den 19. Mai 1936, 20.30 Uhr, Logenhaus, Kleiststraße 10 1: Boris Eisenstadt (Deutsch) Dr. Ch. Borodianski (Hebräisch) Paul Biutnenfeld (Cello) Harbart Maihoff (Rezitation) Gustav Sabel (Klavier) Chor des G’dud Brenner des Habonlm Karton zu 40 Rpf׳ ImVorverkauf: Geschäftsstelle d, JGd. Rundschau, MelneksstrdO, BZV-Hsim, Kantstr. 54, und an dar Abendkasot. Jugend), durch die BOnd« 20 Rpf• מנון חנביאליק וני׳ nninonn הציונית בברלין Auto-Fahrschule A. Lebender Kurttlrstendamm 133 / J7 4243 6M»cl1(en Lastwagen 1u kaufen ges. Off.u.L, 14 an An?,.־Abi. d. Jüd. Rundschau, W 15, Mo inokestr. 10 Scholem -Aief ehern - Abend Sonnabend, den 16. Mal 1936, 21 Uhr. BZV-Helm, Landsberger Straße 87 Oilem habe gespielt vom Studio des Bezirks Frledrlohshaln unter Salzmann, Jäger, Wurzeldorff Rah Doktor aufgeführt vom hebräischen Studio (Ltg.: Dow Kantor), einstudiert von Herbert GrOnbaum Ansprache t Dow Kantor Harten 21/ RM —60,־ und f,— Im Vorverkauf! 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Kurt Tuchler (Milgl d. Vorst. 11. Jodiidicn Gemeinde zu Berlin} Vorführung der Palästina»Monatsschau BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Gruppe Ilatensec Donnerstag, den 14. Mai 1936, 20.15 Uhr JÜdischesLehrhaus, Marburger Str. 5 II R A 1 84. 9 א K X Land, Wirtschaft, Zukunft Vortrag von Cariota Woiff Eintritt 50 Rpf. Hilfaverein der Juden In Deutschland Jüd. Kulturbund Berlin E.V. (im Reichsverband d.JUd. Kulturbünde) ■ KLEINKUNST-BUHNE Im Caf6 Leon, KuHÜrstandamm 155 Künstlerische Leitung: MAX EHRLICH Nur noch 4 mal: Dianstag, dar! 12. Mai — Mittwoch, den 1s. Mai, 81,. Uhr Herr Direktor - bitte Vorschuß" Revue in 18 Bildern vor! Willy Rosan und Ma* Ehrlich mit MAX EHRLICH und dem Prcmleren-Ensemble Karten RM 1—3 im Cnfö Leon (J7 4229) u, an der Abendkasse. Einlaß nur mit Kulturbund- oder Reichsverbandskarte (a. d. Abendkasse). Paßbild mitbringen. Anzeigen- Annahme- Schluß (Ur die Freitag- Ausgabe M ittwoch 13 Uhr Kammer- Lichtspiele a. Lrhniner Pi. 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