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Jüdische Rundschau · 1936-05-12 · Heft 38 (12.5.1936) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 38 (12.5.1936)
Date
1936-05-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 38, 12. V. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAO Seite 5 Szenen aus ״Sabbathai Zwi“ Von Nathan Bistritzki Nathan Bistritzki, dessen Drama ״Sabbathai Zwi“ vom Theater ״Ohel“ in Tel-Awiw mit großem Erfolg uraufgeführt wurde (siehe ״Jüdi• sehe Rundschau" Nr. 37} lebt seit 1919 ständig in Erez Israel. Er ist Leiter der Propaganda- Abteilung des Hauptbüros des Keren Kafemeth in Jerusalem. Seine literarische Tätigkeit begann er als Essayist und Kunst• kritiker, er war Sekretär der von Jakob Fichmann geleiteten Zeitschrift ״Maabaroth" und veröffentlichte 1925 den ersten hebräischen Palästina - Roman ״Jamim w’leiloth". Die nachfolgenden Szenen, die von C. Z. Klötzel ins Deutsche übertragen wurden, vermitteln einen Eindruck von diesem Stück. (Red.} Der dritte Akt, dem diese Szenen entnommen sind, spielt in L e m b c r g. Die Kunde von dem Erscheinen des angebliehen Messias ist naeli Polen gedrungen, und hier wie fast überall in Europa sind Tausende von Juden im Begriff, ihr Hab und Gut aufzugeben und nach Jerusalem zu ziehen, da die ״Erlösung“ ja vor der Tür stehe. Während die verantwörtliche Leitung des polnischen Judentums, der ״Vier- Länder-Rat“, berät, um dem Wahnsinn zu steuern, versammein sich auch in Lemberg die Verblendeten, um fortzuziehen. — Die Bühne zeigt das Innere des Hauses, in dem die Beratung des ״Vier-I.ändcr.Rates“ stattfindet und gleichzeitig den davorliegenden Platz, auf dem sich das Volk zum Aufbruch sammelt. Dieser ist zunächst noch leer, aber alle Häuser sind erleuchtet, alle Türen sind offen, man hört die Geräusche der Vorbereitungen zum Aufbrach, unterbroeben von ekstatischem Singen. — Pan Wladislaw, ein polnischer Gutsbesitzer, tritt gewichtig auf und klopft mit seinem Stock an die Haustür des Juden Sender. Pan: He, Sender, kommt raus! Sender (von drinnen): Wer ist da? (Steckt den Kopf zum Fenster heraus) Sich einmal an: Wladislaw! Pan: Für dich immer noch ״Pan“ Wladislaw, dreckiger Jud! Sender (lacht): Hihi ...! ״Pan“ Wladislaw meint Euer Gnaden? Na schön, dobjc, sagen wir also vorläufig noch ״Pan“ Wladislaw. (Er kommt, die Melodie eines messianischon Liedes summend, auf die Straße): Guten Abend also, Pan Wladislaw! Und was führt Euch zu Senders Haus? Pan: ich komme wegen unseres Geschäfts, Sender. Sender Was für ein Geschäft? (Er .summt, in Gedanken verloren.) Pan: Red keinen Unsinn, Sender! Hast du etwa vergessen, daß morgen Markt ist? Sender: Was für ein Markt? Pan: Du hast wohl zu viel von eurem scharfen Gesöff getrunken, Sender, ... von eurem Peßach-Schnaps, meine ich! Na, und jetzt bist du rechtschaffen beschwipst, was Sender... hahaha! (Er blickt erstaunt um sich.) Das sieht doch hier wahrhaftig so aus, als wenn ihr nochmals Peßaeh feiertet! Hat sich etwas in Gottes Schöpfung verändert, daß ihr Juden euch ein zweites Peßaeh zugelegt habt? Sender: (schüttelt sieh vor Lachen). Pan: Was gibt’s denn da zu lachen, Jttd? Sender (immer noch lachend): Süßei!... Süßei... Komm mal schnell her! Süßei (Senders Frau, erscheint am Fenster, sie scheint sehr be- «eheftigt zu sein): Was ist denn, Senderchen? Sender: Hör nur, Süßei, hör doch... ich hab ja schon keine Kraft mehr zutn Lachen! Denk dir nur: unser guter Wladislaw .. . nein! unser guter ״Pan“ Wladislaw kommt hierher und erzählt mir was von einem Geschäft ... und von einem Markt ... haha! Süßei (kommt nun dom Haus): Pan Wladislaw, wir ziehen jetzt gleich nach Jerusalem! Pan: Nach Jerusalem! Süße!: Ja, nach Jerusalem, mein guter Pan! Nach Je—ru— sa—lern, mein süßer Pan! Pan: Psiakrcwü Vielmehr, ich will sagen: Ihr sprecht wirklieh die Wahrheit? Süßei (Hoheit.-voli): Nun, was ist dabei, Euer Gnaden? Ist es etwa nicht Zeit, daß auch wir zu Menschen werden, wie alle Anderen, die in Seinem Ebenbilde geschaffen wurden? Daß auch wir in unserem eigenen Lande leben, unter unserm eigenen Weinstock und unter unserem eigenen Feigenbaum, ganz, so, wie es in der Zenerene geschrieben steht? ... und daß wir unseren eigenen König haben .., und unsere eigenen ״Pans“ ... und unsere Kohanirn und Lewijim und unsere Opfer ... überhaupt alles genau so, wie cs in der Zenerene steht. .. Sender: Hat der Pan denn gar nichts davon gehört, daß der große ״Pan der Juden“ gekommen ist? Pan: Wer? Sender: Unser heiliger Maschinell! Süßei: Unser ״Pan“ Moschiach! Unser König! (Sic fassen sich bei den Händen und »tilgen): Mein Moschiach, mein Erlöser ist zu mir gekommen, Die Krone trägt Sabbathai Zwi, der König der Frommen! Pan (tippt sich mit dem Zeigefinger an die Stirn):Nein, diese Juden. ... Süßei (fortfahrend): Vor meinen Augen will die Feinde er vertreiben, Es wird kein einziger übrigbleiben.... (In den umliegenden Häusern nimmt man die Melodie und den Text auf.) Pan: Ruhe, Juden! Ich will euch was fragen. ... Sender: Fragt nur, teurer Pan, fragt nur! Pan: Ihr Juden geht also fort ... und eure Habe laßt ihr zurück? Süßei; Sender, mein Herz, erzähl doch dem geehrten Herrn Fan, daß unser Moschiach Sabbathai Zwi — leben soll er! — uns eine Stadt bauen wird ganz aus Silber und Gold — aus Feingold sogar! — und aus Edelsteinen, so daß ganz Jerusalem davon leuchten wird. So wahr Gott im Himmel lebt! Sender (beginnt versunken allein zu tanzen): Acll, Was bedeuten uns schon Silber, Gold und Edelsteine! (Singt ekstatisch): ״Der, dem Deine Schönheit lacht, Blickt auf keine ird’schc Pracht!“ Pan: Psiakrew! Vielmehr: Heilige Mutter Gottes! Und das ist nicht etwa irgend so ein neuer Trick von euch Juden? Sender: Wenn Ihr mir nicht glaubt, verehrter Pan .., bitte schön: mein Haus steht Euch zur Verfügung! Pan: Was, Ihr wollt Euer neues Haus verkaufen? Sender: Bitte, wenn der Pan Lust dazu hat ... kaufen Sie es doch! Pan: Wieviel? Sender: Bitte schön: was der Herr Pan zahlen will! Pan: Psiakrew! ... Ich will sagen: wenn das nicht irgendeine Teufelei von dir ist, verdammter Jude ... also ich gebe dir ... wir werden gleich scheu, was dahinter steckt ... ich geb dir also für dein Haus drei Oold-Sloty. Sender (streckt: die Hand hin): Einverstanden 1 Pan: Psiakrew! Dieser Jude ist wirklich verrückt geworden! (Schlägt in Senders Hand ein.) Höre mal, mein lieber Sender, ich sehe, daß wirklich der Teufel in euch gefahren ist. Na, was die andern Juden angeht, so ist mir das gleichültig, sollen sie gelten, wo sie hinwollen. Aber du, ender....! Wir haben uns doch immer gut vertragen, wir beide, nicht wahr, Sender? Du bist immer ein ehrlicher und anständiger Makler gewesen, mein lieber Sender ... na, und wenn du mich auch ab und zu mal beschwindelt hast, was hat das schon zu sagen? ... Und der Peßach-Schnaps deiner Süßei war immer vortrefflich. ... Ein Schnäpselten war das, sage ich dir....! Mit einem Wort: wie kannst du nur es über dich gewinnen, so plötzlich fortzuziehen und uns zu verlassen? Sender: Aber unser Moschiach ist doch gekommen! Unsere Stadt Jeruschakijim wird wieder erbaut! Pan: Sender! Sender! Was ist denn mir mit dir los? Dieser Sender, der gegen jedes Geschäft mißtrauisch war, bis er das Geld in der Hand hatte, jagt auf einmal Seifenblasen nach ... 1 lirngespinsten....! Sender: Lieber Herr Pan: was für ein Wochentag ist heute? Pan: Dumme Frage! Heute ist Mittwoch. Sender (zwinkert lNiig mit den Augen): Vielleicht doch nicht? Pan (hebt den Stork): Psiakrew׳! Willst du dich über mich lustig machen, Lansejud? Weiß icii etwa nicht genau, was für ein Wochentag heute ist? Sender: lind weiß ich etwa nicht ebenso genau, daß unser Moschiach gekommen ist? Wollen wir wetten, Herr Pan? Pan (streckt die Hand;ms): Was zahlt jeder ein? Sender: Nur ich zahle ein! Der Herr Pan kann die drei Goki-Sloty für das Haus beltalten, bis er von mir einen Brief aus der heiligen Stadt Jerusalem erhält, in dem drinsteht, daß wir mit Gottes Hilfe glücklich augckotnmen sind und nun jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum wohnt.... Süßei: Amen! Sender: .... und erst dann braucht mir der Herr Pan das Geld zu schicken ... Nu ...? Pan (zuckt die Achseln): Es tut mir wirklich leid um dich, Sender! Bist ein anständiger Jud gewesen, Sender! Na ... leb wohl! (Geht kopfschüttelnd fort.) Sender: Und mir tut es um den Pan auch leid, Siißel! So ein anständiger Kerl war unser Pan Wladislaw! ... Vielleicht könnte man ttnsern Moschiach fragen, ob er nicht unsern guten Pan nach Jerusalem mitnehmen möchte ... schließlich wird man Paus auch brauchen, wenn der Moschiach schon gekommen ist ... (Eifrig.) Süße!! Bring mir den Kittel, Süßei! Den Peßach-Kittel! Jeden Augenblick kann es losgeben! Süßei: Gleich, Sender! (Sie geht ins Haus und kommt gleich darauf zurück, ein kleines Fei liehen vor sieh licrrnllond.) Sender: Was willst du mit dem Füßchen, Süßei? Süßei: Sender! Sogleich wie die frohe Kunde zu uns gelangt ist, daß unser Moschiach — leben soll er! — gekommen ist, halte ich mich gleich daran gemacht, Wegzehrung zu bereiten. Na, und ich sage dir, Sentier, in diesem Fäßchcn sind keine schlechten Sachen.... Sender: O ihr' Weiber! Lange Haare und kurzer Verstand! Wer hat dir denn gesagt, daß wir Wegzehrung brauchen? Glaubst du wirklich, tier Moschiach könne uns nicht unterwegs ernähren, so wie der HERR die Vögel des Himmels und das Wild des Feldes ernährt? Siißel, schnell meinen Kittel! Schnell! Der Hausierer kommt schon! Hausierer (kommt auf den Platz und eilt von Haus zu Haus): L0S, Juden! Auf den Weg! Wir brechen auf! (Aus :1110״ Hüttrem kommen in Eile Männer, Frauen und Kinder, alle in Kitteln oder weißen Kleidern, wie tun Feiler- Abend oder zu Kol N'idrc, manche von ihnen barfuß. Alle« drängt sieh um den Hausierer.) Hausierer: Juden! Die Bewohner der Nachbarorte haben schon begonnen, aus dem Oolus zu ziehen! Sie sammeln sich am Ramie des großen Waldes. Aus der Türkei kommt frohe Kunde wie nie zuvor ... eine Nachricht folgt vier anderen auf dem Fuße ... Wunder geschehen ... itttbegreifliche Wunder! Stimmen: Was sagf er? Was? So seid doch sfill! Unser Moschiach hat den unaussprechlichen Namen ausgesprochen — und im selben Augenblick ist die Krone vom Haupte des Sultans gefallen.... (Man beginnt zu singen. Andere fordern Ruhe.) Juden! Unser Moschiach führt den Sultan — sein Name sei ausgelöseht — als Gefangenen mit sich, gefesselt mit den Riemen seiner Tefillin....! Juden! Oog und Magog müssen ihm den Weg bahnen! (Ernru'es Ringen, Neue Rufe: ״Seid still! Hört doch!“) Juden! Unser Moschiach hat einen einzigen großen Sprung getan — und schon steht er vor den Toren Jeruschalajitns ... gleich wird unser Moschiach in Jeruschalajitn einziehen! Sender: Welt, Juden! Vielleicht werden wir schon zu spät kommen, Gott behüte! Süßei (schleppt das Fäßchen): Und wer weiß, wie lang der Weg sein wird! Hausierer: Vertrauen. Juden! Vertrauen! Wenn Gott will, wird er uns den Weg verkürzen ... Unsere Brüder in Smyrna haben sich geradewegs in die Wellen des!Meeres gestürzt, und die haben sie im Nu an den Strand der großen Wüste getragen. Und die Wüstenwinde haben sie auf ihre Flügel genommen und — hui! — ins Heilige Land gebracht In allen Ländern hat man silberne Schiffe ausgerüstet, deren Segel aus seidenen Tallessim gemacht sind und deren Mannschaft hebräisch spricht. Und diese Schiffe bringen unsere Brüder, die Kinder Israel, direkt zum Grab Rahels, unserer Mutter, und zur Höhle Machpelah und zum Karmel und auf den Hcrinon, mit einem Wort: nach Jerusalem! Sender: Ist das nicht herrlich, Juden? Schnell Juden! Daß wir nicht zu spät kommen, Gott behüte! (Sic machen sich in Eile fertig, um aulzubrcchcn. In der Klaus hat der Vier-1 .:Inder-Rai inzw Kclicit das Abendgebet beendigt. Der Schäumte? zündet die Lichter an.) Vorsitzender (klopft auf den Tisch): Rabotai! Wir treten wieder in die Beratungen ein! Heb Salomon Sissi (der die ganze Zeit aus dem Fenster geblickt bat): Rabbi, sie gehen! (Im nimm -eilen.) Ich muß sie mit Gewalt daran verhindern! (Die Anwesenden drängen sich an den Fenstern.) Reb S. Sissi (verstellt den Aufbrerhenden den Weg): Juden! Wohin? Sender (tanzend): Nach► Jeruschalajitn, Salomon Sissi ... Reb S. Sissi: Reb Salomon Sissi, Idiot! Sender: Und warum Reb Salomon Sissi? Wenn der Moschiach da ist, sind alle Juden gleich ... hihihi! Reh S. Sissi; Dummkopf! Tölpel! Schnorrer! Wenn du erst ohne Unterhosen hier wieder angekttifen kommen wirst, wirst du schon selten, was ich mit dir machen werde! Sender: Und was wirst du mit mir machen, Salomon Sissi? Bildest du dir ein, du konntest Zinsen nehmen von meinem Anteil au der zukünftigen Welt, so wie du meinen Anteil au dieser Welt verkürzt hast? ln den Zeiten des Moschiach gibt es keinen Wucher, Salomon SUsi! Reb S. Sissi; Juden! Ich, Salomon Sissi, Präsident und Vorsitzender der großen Jeschiwali und der Ghewrah kadisrhah, verbiete euch im Namen der Allgemeinheit fort/u/ichen! Hausierer: Reb Salomon Sissi! Der Mosdiiadi wartet auf uns in den Toren Jerusclialajims! Hindere uns nicht! Reb S. Sissi: Juden! Kluge und vernünftige Juden! Seid ihr denn ganz verrückt geworden? Seit wann laufen Juden davon und geben einfach alles auf? Hausierer: Was haben wir nuf/ugeben? Reb S. Sissi; Was? Unser Vermögen! Sender (.-.pöttDcli): Salomon Sissi! Seit wann betrachtet Ihr den armen Sender als Euren Kompagnon? Stimme aus!.1er Menge: Da habt ihr ein untrügliches Zeichen für das Eintreffen des Moschiach, Brüder! Eine andere Stimme: Wenn der ,Moschiach kommt, gibt ein Jude alles auf! Reb S. Sissi: Ja, aber der Jude wartet das Kommen des Moschiach ab und sucht es nicht vorweg zu nehmen! Sender: Auf, Juden! Eilt euch, Juden! Reh S. Sissi: Und was wird aus den Forderungen der Regierung? Wer wird die Steuern und Abgaben bezahlen, für die ich gebürgt habe? Hausierer: Schluß damit! Unser Moschiach Sabbathai Zwi hat schon das Diadem vorn Haupte des Oroßtürken geschlagen — wie lange noch, und auch die Kronen der anderen Könige und Fürsten werden fallen ... Reh S. Sissi (lauft verzweifelt von einem zum anderen): Juden! Und aus euren eigenen Schulden, die ihr mir schuldig seid, was wird aus denen? Aus Kapital, Zins und Zinseszins? Juden, soll das ganze Vermögen Israels aulgegeben werden? Wer gibt mir das meine zurück? Erbarmen, Juden! Das Ist Raub! Räuber seid ihr! Hausierer: Auf, Juden! Auf den Weg! Marsch! Reb VS. Sissi: Geht nicht, Juden! ... Die anderen werden euch aut dem Wege schlagen . . . die Regierung wird alle Grenzen sperren ... die Soldaten werden euch gefangen nehmen! Denkt doch an eure Weiber, Juden! Erbarmt euch der Kinder und Säuglinge, Juden ... was haben die unmündigen!.:immer gesündigt? Ihr guten [־־rauen -- zurück! Wollt ihr eure reinen Kindlein zur Schlachtbank führen?!־׳rauen - geht nicht. Juden — geht nicht! (Das Volk beginnt -1:1;;,-tri um! Girrend au ilni v.!r!>eizurieben. Er wankt in diu Kbit:, zur״ k.) Rabbi! Rabbi! Da ziehen sie! Ziehen einfach fort ...! Ende alles Fleisches! Schreckliches Linie! (Kr verkriecht .Geh in oim n Winke! und vei'iurrt m S, bweige״.) Reb Ncdtcmjah Rohen (zu si!: ׳Tw): Vater int 1 limmcl1 Sieh, wie Deine Kinder nach der Erlösung dürsten und schmachten! Ist cs denn möglich, daß Du, Vater der Bai inher/igkeit, sie am heutigen Tage mit Gift s.iftigM und mit Galle tränkest? Reb David Halevi: ßorucli dajau haemmess! Die Gemeinde Israels ist tot ..,! Vorsitzender: Rabotai! Hier eben!iahen wir mit eigenen Augen gesehen, was täglich geschieht: wie jüdische Gemeinden von diesem Schlangengift dahinsieehen! Glied um Glied reißt es die heiligen Gemeinden vom Körper Israels. Wie lange noch, und kein Mensch wird mehr die Steuern und Abgaben an die Regierung zahlen, für deren Aufkommen wir gebürgt haben. Hie Thora wird vergessen in Israeli Das Judentum zerfällt in Chaos ... die Gemeinsehait Israels geht zugrunde! Und das nicht etwa nur in diesen! Lande: in Kleinpolen und (iroßpolen und Weißntßland — nein! Ueberall, wo Juden leben, ist es dasselbe. Kein Tag vergeht, an dem mich nicht aus irgendeinem Winkel der Welt Schreckenskunde erreicht. Scliammes, die Akten! ... Seht her: hier schreibt die heilige Gemeinde Hameln! Das liier kommt aus Amsterdam ... das ans Frankfurt a. M., dieses aus Avignon. Aus Paris ist dieses Schreiben eingetroffen und das da aus London, ״der größten unter den Völkern“! Ueberall ist tlie Gemeittscliaft Israels zerstört, daß Gott erbarm, überall zerfällt das Judentum in Chaos. Und wir sollten tatenlos Zusehen, ihr Herren? Sofort müssen wir etwas unternehmen. Erster Rabbi: Ich weiß ein Mittel, ihr Herren, glaubt mir, es gibt kein besseres. Wir, der Rat der Vier-Ländcr-Gcmcinde, Rabbiner und Richter, müssen diesen Frevler belegen mit einem Bann, so schwer und furchtbar, wie seinesgleichen nicht war, seit den Tagen, da Josua Jericho verfluchte und Elias die spottenden Knaben ... Vorsitzender: Ein Bann wird da gar nichts nutzen! Das haben andere schon vor uns versucht: die Rabbiner von Smyrna und Jerusalem und Saloniki und Kairo. Vergeblich! Je mehr man diese Schlange verflucht, für um so heiliger wird sie gehalten. Dritter Ihm!es: Ihr Hirten Israels und seine Führer! Ich weiß ein sicheres Mittel, das unser Flehen um Errettung Israels nicht wird zuschanden werden lassen ... Hat die Regierung etwa nichts mehr zu sagen? Noch ist das Gesetz Nathan Bistritzki Koto: 1300 Dow. Jerua&leu

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