Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1936)
- Date
- 1936-05-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 38, 12. V. 1936 Gleichberechtigung der Juden in Litauen Erklärung des litauischen Innenministers zu Lag b’outr unterbleibt. Als Grund für diese Maßnähme wird angegeben, man wolle jegliche Provokation vermeiden. T ruppenverstärkungen Jerusalem, 8. Mai. Die Lage hat durch dl« Erklirung des Obersten Nationalen Streikkomitees, am 15. Mal einen Steuer streik zu proklamieren, sich verschärft. Es bestehen Anzeichen dafür, daß die Regierung mit weiteren Zwischenfällen rechnet. So sind an verschiedenen Platzen der Stadt Jaffa Drahtverhaue errichtet worden. Auch hat man nach Jaffa beträchtliche Truppenabteilungen gebracht, um etwaigen Demonstrationen sogleich begegnen zu können. Schließlich ist von der Regierung angeordnet worden, daß der Verkehr zwischen Tel-Awiw und Jaffa unterbrochen werde. Mehrere Reoicrungsämter sind aus Jaffa nach Tel-Awiw überführt worden. Zur gleichen Zeit ist angeordnet worden, daß alle Prozesse, an denen Araber beteiligt sind, von Tel-Awiw an das Gericht in Jaffa verwiesen werden. In der Nacht zum Freitag kam es zu einer Brandstiftung in einem Weizenfeld hei Bat-Schlomo in der Nähe von Sichron-Jaakow. Üer Brand wurde durch die Einwohner mit Hilfe der Polizei gelöscht, ln Tiberias wurde in der Nähe eines jüdischen Geschäfts eine Bombe geschleudert; Schaden wurde nicht an::enchtcf. Am Freitag kam es in ganz Palästina zu keinerlei Z w i s c 11 e n f ä i 1 e n. Demonstrationen nach den Gottesdiensten in den Moscheen fanden nicht statt. Ruhiges Wochenende Jerusalem, 10. Mai. (JTA.) Der letzte Schabbat Ist ln Jerusalem, Haifa und Tel-Awiw in völliger Ruhe verlaufen Der Strand von Tel-Awiw hatte starken Besuch. Von der tiefgehenden Erregung der vergangenen Tage war kaum eine Spur zu merken. Am S o n n t a g ist es in verschiedenen Teilen des Landes zu unbedeutenden Zwischenfällen gekommen. Gegen das Haus des Poli/eikommandanten von Nablus, Michael Fitzgerald, wurde ein Sprengst• >ff anschl.1 j< verübt. Das Gebände wurde beschädigt, verletzt wurde niemand. Es wurden auch keine Verhaltungen vorgenommen. Ein Sprengstoffanschlag gegen ein jüdisches Geschäft in Tiberias mißlang. Bei Ben Schemen wurde die Garage eines jüdischen Besitzers in Brand gesteckt; das Maschincninventar wurde zum Feil vernichtet. Der Schaden wird auf 2000 Pfund geschiit/t. Nachdem in den letzten Tagen die widersprechendsten Mi ldum!c11 111er Truppenbewegungen iin agyptisdi-palastinensiechen Kaum I11:1:m-.;11::1׳»gc.•! waren, sind iiumne'ir tatsächlich e 11 1; 1 i s c 11 e 1 > e t a c 11 e!11 e 111 s aus A e g y p t e n in P a- I;1 - t i 11;1 e 1 11 g c ו r o t! e 11. Sie wurden in Jerusalem, Haifa, Jaffa und N.ihhistationiert. Aus Kairo wird gemeldet, daß diese Alitcilunpi n 1m Laufe der Nacht auf Anforderung durch den Ii1״h <;״!!!missioner Sir Arthur Wauchope nach Palästina beordi rt worden sind. Der High Co m m issinncr hat Ejn Charod und andere Siedlungen im Finck besucht, tim den Umtang des wahrend der Unruhen durch Brandstiftung angerichteten Schadens fest/ustellcn. Inzwischen wurden in Sichron- J a a k o w fit) Baume ausgerodet, in Raanana 70 Bäume. Eine Abordnung der Stadtverwaltung von Tel- Awiw hat beim High Commissioner vorgesprochen, um darauf zu dringen, daß sämtliche Regierungsämter aus Jaffa 'nach Tel-Awiw verlegt werden. Der Prozeß gegen den arabischen Streikführer Hassan Sidkv Dajaiiy wurde beendet. Die Urteilsverkündung wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Dajanv und sein Gehilfe Salakli Abdou wurden auf freien Fuß gesetzt. Abreise Dr. Weizmanns Der Präsident der Jewi-11 Ageiicv und der Zionistischen Organisation, Dr. (f 11 a! 111 W e i z in :1111t, ist am 10. Mat nach London abgfreist. Vor dein Besteigen des Dampfers hatte Wci/matm eine t hiterredung mit dem High Commissioner Sir Ai tinir W a u c 11 < > p e. Konferenz der Distriktskommissare Jerusalem, 11. Mai mittags (JTA.) High Commissioner Sir Arthur Waue h o p c hat die Distriktskornmissare zu einer dringenden Konferenz zusammenberufen, in der er erklärte, die Sicherheit der Kolonisten sei jetzt in höherem Maße gewährleistet, weil militärische Ver- Stärkung eingetroffen sei. In Haifa wurde ein Bombenanschlag gegen den Bürgermeider H ,׳> « s a 11 B e i S c 11 u k r 1 verübt. Durch den Luftdruck wurden Fensterscheiben Im Hause des Bürgermeisters zertrümmert, vedet/t wurde niemand. Eine zweite Bombe wurde in der Nähe von Herzliah zur Explosion gebracht. Es enUtand kein Schaden. Verurteilte Araber Jerusalem, 8. Mm. Wegen Brandstiftungen in Sichronj a a k <! \v •auide 1111 benachbarte:- arabisches Dorf zu X 10 (1 e 1 tU 1 r a 1 1 und der i'.rhaltimg von 5 Polizisten und einem Sergeanten auf eigene Kosten während drei Monaten verurteilt. Das (!eiielit in Tulkerein verurteilte 4 Araber zu je 3 jaitren Gefängnis wegen Verwundung eines Polizisten, 111 Jaffa wurde ein Araber wegen Hetze am ersten Tag!• der Unruhen zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt: er halte sich am Eingang des Regicrungsgchäudes postiert und schrie: ״Die Regierung gibt den Juden Waffen, wir brauchen keine, wir werden sie mit den Händen erschlagen.‘׳ Lin zweiter Araber wurde wegen Bewcrfens der Polizei mit Steinen zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; weitere Araber erhielten verschiedene Gefängnisstrafen wegen aufrührerischer Handlungen. Zwei Araber wurden wegen der Ueberfälle in Jenm יי• 7 bzvv. I Jahr Gefängnis verurteilt. Waucliopes Ansprache an die Araberiührer Jerusalem, 8. Mai. (JTA.) Es wird nunmehr der W o r 11 a u t d er Ansprache bekanntgegeben, die High Commissioner Sir Arthur Wauchope beim Empfang der ara- Kaunas, 10. Mai. (JTA.) Der litauische Innenminister Genera! Julius Caplikas Bat eine Erklärung über die Politik der litauischen Regierung gegenüber den jiidiselten Einwohnern Litauens übergeben. Veranlassung zu dieser Erklärung bot ein in der englischen Presse stark verbreiteter Bericht, demzufolge die litauische Regierung den Juden ״den Krieg erklärt'1 naben sollte. Innenminister Caplikas begnügt sich nicht nur damit, dieser Meldung aufs entschiedcnste entgegenzutreten, sondern gibt darüber hinaus auch noch bekannt, daß die litauische Regierung bereit sei, vor kurzem getroffene M a IS 11 a 11 111 e n, die sich für die wirtschaftliche Lage der Juden Litauens schadlieh auswirken, rückgängig zu machen. In Litauen — erklärt (ienerai Caplikas — genießen alle Bürger ohne Unterschied der Nationalität oder des Glaubens voilc Rechtsgleichheit, und die Regierung ist entschlossen, jeden Versuch, Rassenhaß unter der Bevölkerung zu verbreiten, mit äußerster Energie zu bekämpfen. So wurden vor kurzem judenfeindliche Unruhen ln der Proviuz von der Regierung energisch unterdrückt; die jüdische Bevölkerung hat ihre Anerkennung für das Vorgehen der Regierung zum Ausdruck gebracht. Diese Unruhen, die sich in letzter Zeit in Litauen ereigneten, waren die einzigen ihrer Art; im übrigen ist die friedliche Zusammenarbeit von Litauern und Juden nicht gestört worden. .Die im Ausland verbreiteten Befürchtungen — so heißt es in der Erklärung des Innenministers weiter — daß die Einlührung des Prüfungszwangus für Hand werker die Lage der jüdischen Handwerker des Landes schwer beeinträchtigen könnte, sind völlig unbegründet; die Regiening hat ihren Standpunkt in dieser Frage geändert, das Gesetzesprojekt hat keine wirkliche Bedeutung mehr. Das ganze komplizierte Problem des litauischen Handwerkerstandes wird endgültig von der demnächst zu gründenden Handwerkerkammer behandelt werden. Die Entscheidüngen dieser Kammer werden auf die Interessen aller Handwerker des Landes abgestimmt sein. Auch die jiidisehen Handwerker werden bei der Formulierung des Gesetzes von der Regierung zu Rate gezogen werden. Ich kann versichern, daß die Existenz der alten jüdischen Handwerker durch das neue Gesetz, falls es überhaupt zustande kommen sollte, nicht beeinträchtigt Werders wird. Das Gesetz wird nur aut den Nachwuchs Anwendung finden, auf diejenigen, die sich nach seiuem Inkrafttreten einem Gewerbe widmen wollen. Auch die jüdischen Lehrer haben keinen Grund zur Sorge. Wohl werden sie in Zukunft ihre allgemeine Ausbildung in litauischen Lehrerseminaren erhalten, doch hat Irischen Führer am 5. Mai gehalten hat. Die Ansprache lautete: ״Ich habe gesiern Einblick genommen in einen Aufruf, der von H a s s a n S i d k y D a j a n y und S a 1 a k h Abdou, dem Präsidenten und dein Vizepräsidenten des arabischen Verkchrsstrciks, unterzeichnet: ist, und in welchem an die Bevölkerung appelliert wird, die Stcuerzahlungen an die Regierung einzustellen, und die arabischen R e g i e r 1! n g s h e 3 m t c 11 aufgefordert werden, sich dem Generalstreik anziisehlieften. Die Regierung hat eine gesetzliehe Aktion gegen die Unterzeichner des Aufrufs unternommen; ich vertraue darauf, daß keiner von Ihnen sich mit diesem Aufruf oder mit irgendwelchem anderen illegalen Akt solidarisieren wird. Ich fordere Sie mit aller Strenge auf, ohne Verzug der Oeffcntl'chkeit bekanntzugeben, daß Sie entschieden von dieser Politik wie von jedem anderen ungesetzlichen Akt abrßeken. Es wird mir mitgeteilt, daß der ״Oberste Arabische Nationale Ausschuß“ die Absicht hat, verschiedene Städte zu besuchen. Ich ergreife darum diese Gelegenheit, um Sie zu informieren, daß ich öffentliche Versammlungen welcher Art immer, welche in Demonstrationen und Unruhen ausarten können, bei denen es zu Verlusten an Menschenleben kommen könne, in keinem Fall erlauben werde. Ich glaube, es ist überfltissig, auf die unglücklichen Resultate hinzuweisen, die man erwarten müßte, falls sich der Arabische Ausschuß mit illegalen Aktionen weleher Art immer verbinden sollte. In diesem Falle würden Sie der Möglichkeit verlustig gehen, Ihre Sache unter günstigen Bedingungen fortzusetzen. Es ist meine wohldurchdachte Meinung, daß dieser Streik einzig und allein Schlechtes und keinem Menschen Gutes bringen kann. Die Leiden, die er Männern, Frauen und Kindern ihrer eigenen Rasse, insbesondere den Angehörigen der ärmsten Klassen, gebracht hat, sind Ihnen wie mir bekannt. Großen Schaden haben durch ihn auch die Schulkinder genommen. Es wird eine lange Zeit vergehen müssen, bis all diese Schäden gutgeniaclit sein werden. Sie wissen sehr wohl, daß die Regierung sich von dem Wege, 1K11׳ sie als richtig erachtet, durch keinerlei Streik und Drohung wird abbringen lassen; sie ist entschlossen, alle Mittel zur Unterbindung organisierter ungesetzlicher Akte zu ergreifen. Ich fordere Sie darum auf, sich auf Ihre Verantwortlichkeit zu besinnen und sich allen ungesetzlichen Akten entgegenzustellen, die sich in Morden, Brandstiftungen und In anderen Formen zfv’Ien Ungehorsams äußern, und die Reßierunff ln Ihren Maßnahmen zur Wiederherstellung der Sicherheit und der Ordnung im Lande zu unterstützen. Es steht Ihnen der vernünftige Weg offen, eine Ab- Ordnung nach London zu entsenden statt des Weges der Unterstützung des Streiks, der Ihre Sache nie und nimmer stärken kann und der insbesondere der ärmeren Bevölkerung Ihrer Rasse endlose Leiden bringt. Ich fordere Ihre verantwortlichen Führer auf, den letzten Weg zu verlassen und den ersten zu gehen,“ Anfrage im Unterhaus angekündigt London, 7. Mai. (TJA.) Der Abgeordnete Major Procter hat angekündigt, daß er am 13. Mai an den Kolonienminisfcr J. H. Thomas die Anfrage richten wird, ob der Minister die Gesamtzahl der Verhaftungen, die während der Unruhen in Palästina vorgenommen worden sind, angeben könne. (Weitere Berichte Seite 9) die Regierung nicht die Absicht, Ausbildungskurse für die Spezialisierung jüdischer Lehrer in jüdischen Gegenständen zu verbieten. Selbstverständlich muß die Initiative in solchen Fällen von den Minderheiten selbst ergriffen werden; die Regierung wird ihr Möglichstes tun, um diesen berechtigten Wünschen der Minderheiten entgegenzukonimen. Was die Frage der religiösen Vertretung betrifft, so beabsichtigt die Regierung nicht, ihre Pläne den Juden atif/uzwingen. Die Regierung hat eine Verordnung erlassen, durch die der Rabbinerverband ausschließlich als Berufsverband anerkannt wird; dies geschah aus Gründen formeller Art, die sich aus dem gegenwärtigen Statut des Rabhinervcrhandes ergeben. Infolge dieser Entscheidung unterliegt der Rabbinerverband nicht der Autorität des Bildungsmiiiisteriums und kam! darum keine offiziellen Schritte im Namen der jüdischen Gemeinschaft unternehmen. Der Plan eines unter dem Vorsitz des Oberrabbiners stehenden jüdischen Konsistoriums ist für die Juden nicht bindend; die Regierung wird an die Durchführung dieses Plattes nicht herangehen, bevor nicht die Juden von sich aus ein Uebercinkommen über einen solchen Plan herbeigeführt haben und der Regierung konkrete Vorschläge unterbreiten. Unrichtig ist ferner die Behauptung, daß die Juden in Litauen nicht das Recht auf höhere Bildung und Eintritt in den Staatsdienst haben. Der Prozentsatz der Juden in den freien Berufen ist sehr hoch, und was den Staatsdienst betrifft, so scheinen sie nicht viel Interesse dafür zu haben, diesen Beruf zu wählen. Immerhin gibt es viele Juden in der Polizei und anderen Zweigen des Staatsdienstes; manche Juden bekleiden sogar außerordentlich verantwortungsvolle Regierungsstellen. Was das wirtschaftliche Gebiet betrifft, so muß betont werden, daß die Regierung gegen den Grundsatz des freien Wettbewerbes nicht verstößt; es ist darum unrichtig, von irgendwelchen Verfolgungen und Einschränkungen gegenüber den Juden zu sprechen. Sogar beim Flachs monopol hat die litauische Regierung darauf geachtet, daß die jüdischen Hainlelsunternehnmiigen nicht daran gehindert werden, mit der staatlichen Kooperativgesellschaft erfolgreich in Wettbewerb zu treten; de facto haben die Juden beträchtliche Erfolge bei der Konkurrenz im Fiachshandcl. In bezug auf das allgemeine politische Leben des Landes werden die jüdischen Interessen in dem neuen Parlament, das in Kürze emberufen werden wird, sorgfältig berücksichtigt werden. Von fünfzig Sitzen werden zwei jüdischen Vertretern zufallen. Dr. Armand KamSnka Siebziger Am 5. Mai, nach dem jüdischen Datum am 20. Ijar (12. Mai), begeht, wie bereits kurz gemeldet, der über Wien hinaus bekannte jüdische Gelehrte Dozent Dr. Armand Kaminka seinen 70. Geburtstag. Als Wissenschaftler von anerkannten Qualitäten hat Dr. Kaminka insbesondere mit seinen theologischen und jüdisch-historischen Studien neue Wege in der Analyse und Deutung der wichtigsten biblischen uM talmudischcn Literatur aufgezeigt. Es sei liier vor allem auf seine Studien über das Buch ״Jesaia“ hiugcwicsen, in denen Dr. Kaminka den Auffassungen der nichtjüdischen Bibelexegese. aber auch den mancher jüdischer Gelehrten von der Existenz eines Deutero-Jesaia, resp. eines nachexilischen Ur- Sprunges eines Teiles der poetischen biblischen Literatur, entgegentritt; Aehnlichc Auffassungen vertritt der Gelehrte auch in seinem hebräischen ״Kommentar zum Hohen Liede“ (erschienen Tel-Awiw 1930). Dr. Kaminka, der sich sehr viel mit dem Studium der ältesten griechischen und lateinischen Hand- Schriften beschäftigte, hat auch zum Verständnis der Bczichungen zwischen den griechischen Uebcrsdzungen und einzelnen biblischen Werken beigetragen. Den Niederschlag dieser Studien bilden seine ״Beiträge zur Erklärung der Esra -Apokalypse und zur Rekonstruktion ihres hebräischen Urtexte s“. Schließlich darf in diesem Zusammenhang auch auf die zahlreichen hebräischen Uebersetzungsarbciten von Dr. Kaminka hingewiesen werden. So verdanken wir ihm die Uebersetzung einer Reihe von Gedichten des Horaz, ferner Ovids ״Niobe“ und aus dem Griechischen Hcsiods ״Werke und Tage“ ins Hebräische; nicht vergessen seien hier auch die im Stibcl-Verlag ersebieneuen ״R aionoth Marcos Avriiios Antoninoa“ (Mark Aurels Seibstbctrachtungcn) mit erläuterndem Text. Schließlich sei noch die Uebersetzung großer Teile von S enecas philosophischen Schriften erwähnt. Aber auch eigene Dichtungen sind von Dr. Kaminka bekannt geworden. Hier verdient, neben einer Reihe von Gedichten, das in schöner hebräischer Sprache geschricbene historische Drama ״Kön ig A c 11 a b“ besondere Erwähnung. Neben der ausgedehnten wissenschaftlich-schriftstellerischen Tätigkeit Dr. Kaminkas entfaltet Dozent Dr. Kaminka eine reiche Lehrtätigkeit. Er wirkte 20 Jahre lang ais Lektor des Bctli-Hamidrasch, ebenso als Rclignmsprofessor an Mittelschulen und leitet seit 12 Jahren das Wiener Maimonidcs- Institut. Das Rektorat der Wiener Universität hat. ihm schon vor Jahren einen Hörsaal an der philosophischen Fakultat für die Abhaltung ständiger Vorlesungen über hebräische Literatur und jüdische Theologie zur Verfügung gestellt. Das Bild des Jubilars wäre unvollständig, würde man nicht seine langjährige Tätigkeit in den Diensten der ״Alliance Israelit e“ hervorheben, deren Generalsekretär Dr. Kaminka seit 35 Jahren ist. In diesen dreieinhalb Jahrzehnten bat Dr. Kaminka an allen Hilfsaktionen der ״Allianz“ Anteil genommen. Als Anhänger der ״Chowewe Zion“ ist Dr. Kaminka seit seiner frühesten Jugend Zionist. Auf dem letzten Zionistenkongreß in Luzern wurde Dr. Kaminka zum Ersatzmitglied in den Council der Jcwish-Agency gewählt. Dr. J. R. Ilauptschrift lciter: Dr. Robert Weltsch, Berlin - Charlottenburg 9 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter: Kurt Loewenatcln. Berlin W 15. Anieigenlciter und verantwortlieh für den Inhalt der Anreigen: Hermann F i n n, Berlin W15. Gültig Ameigen Preisliste 5 vom 1. April 1930. Verlag und Anrcigcnvnrwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15. M.inckestt. 10. D.-A. April 37 625. — Druck: Siegfried Scholcm, Berlm-Schöneberg. Mit dem Landschulheim Florenz: Ferien an der italienischen Riviera 1. Juli bis 30. September in Forte deI Marml breiter Sondstrand, nah®« Gebirge, Pinienwälder, Wohngelegenhelt fOr Eltern im Ort Tagespreis für Ferienkinder RM 4,75 inkl. wahlfreiem Unterricht und Sprachkursen — Auskunft durch dl« LandBChulheimleltung Florenz, Plan de! Gluliarl, Villa Pazzl