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Jüdische Rundschau · 1936-05-05 · Heft 36 (5.5.1936) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 36 (5.5.1936)
Date
1936-05-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Jüdische Rundschau Nr. 36, 5. V. 1936 Jüdische Auswanderung Jüdische Galufthwlrlschalt Von Dr. Wlad. W. (Capiun-Kogan, Kopenhagen Beinahe in jedem Werk, das sich ernsthaft mit dem wirtschaftlichen Problem des jüdischen Volkes befaßt, kann man direkt oder versteckt Klage darüber vernehmen, daß für eine streng wissenschaftliche Darstellung des Gegenstandes nicht genügend Material vorhanden sei. Diese Zuflucht sollte allzuoft den Umstand entschuldigen, daß es vielmehr an einer generellen Erkenntnis der jüdischen Wirtschaftsfragc gefehlt habe. Es mangelte nämlich tatsächlich nicht an Material — man vermißte nur eine allgemeine und zusammenfassende Konzeption!!Sicht die Tatbestände aus der wirtschaftlichen Entwicklung des jüdischen Volkes, die uns eine überaus reiche deskriptive Darstcllungsiiteratur vermittelt, waren den jüdischen Nationalokonomen unbekannt, sondern es mangelte nur an einer Konstruktion! Oder — und es muß einmal ausgesprochen werden -—: es iehite der jüdischen Wirtschaftswissenschaft auch an Willen, den bekannten Tat- Sachen ins Gesicht zu sehen; man wollte die Unlösbarkeit der weltwirtschaftlichen Judenfrage eben nicht wahr haben. Eine Geschichte der jüdischen Wirtschaftswissenschaft ist noch nicht geschrieben worden. Eine solche — sollte sie einmal verfaßt werden — wird uns ein hochinteressantes Bild von den Irrungen und Verwirrungen der jüdischen Historiker entrollen; man wird allein daraus erkennen können, warum eigentlich die jüdische Weltwirtschaftsfrage noch immer ein Problem ist, das in der Zerstreuung des jüdischen Volkes nicht gelöst werden kann. Das Grunduhel der jüdischen Wirt- Schaftsforschung bestand 11. a. in ihrer apologetischen und ideologischen Zielsetzung. Bereits der erste jiidisc'ne Wirtschaftshistoriker von Format, L. Herzfeld, wollte vor allem darle״en, daß die Juden ״um den Wohlstand und das Behagen der Volker“ sich große Verdienste erworben haben. Für Georg Caro erst recht gab es nur ein Ziel; die Rechtfertigung um eres wirtschaftlichen Daseins der Um* weit zu beweisen. Diese Tendenz beherrschte mehr oder weniger ״dark dir spatere jüdische Wirtschaftswissenschaft: sie lieferte dabei allerdings cme Reihe von sehr wichtigen U11tersuchungm, deren Wert keineswegs bestritten werden soll. Erst am Anfang dieses Jahrhunderts begann man eine jüdiselic Wirtsdiaftsbesrhreibuiig zu betreiben, ohne dabei nur verteidigen zu wollen. After auch diese rein-deskriptive Dar- Stellung genügte nicht mehr. So gewinnt heute mehr und mehr die Atifftiv-tmg an Ibxlvn, daß endlich eine Wirtsdraitshetrachtung und eine WirtschuU-ge'-ehielite des jüdischen Volkes durchgedacht und medergesehneben werden soll, die nur auf die J u d e n sei b s t he/ o g cn i s t. Es soll nicht mehr dargelegt werden, ob die Juden nützlich oder schädlich gewesen sind. Das Wirtschaftsleben der Völker, in dessen Mitte die Juden wirken, ist nur in soweit zu berücksichtigen, als es dos wirtschaftliche Schicksal der Juden bestimmt. Es soll die L i g e!1 g 0 s e 1 / i 5 c 11 k e i t der indische Q e k ononiik d.irgelegl werden, ihr Wesen und ihre Eigenart untcrsucht werden. Die moderne jüdische Wirtschaftsbetrachtung ist somit national, ist \ u d a oz c n t r i s c h. Eine solche judäo-zcntrischc Einstellung könnte man in Andeutungen zuerst bei Borochow finden; seine Schüler versuchten seine Ideen weiter auszubauen. Fine nationale Zielsetzung verfolgten im Westen die ersten zionistischen Soziologen mit Arthur Ruppin an der Spitze; ihm verdanken wir alle unendlich viel. Es muß dabei zugestanden werden, daß das Material weiter unerschrocken von den Anhängern der rein-deskriptiven Methode auch geliefert wurde. In der allerneustert Literatur verdient die Art und Weise, in der Prof. Salomon Golde! man den Fragenkomplex der ״Jüdischen Galuthwirlscliaft" angepackt hat, eine besondere Beachtung. Unter diesem Titel hat die von Gold elm an geleitete ״Zionistische Volkshochschule“ in Prag eine Zusamnienstellung seiner Vorlesungen herausgegeben. Darin wird gleich zu Beginn von der Tatsache einer ״jüdisch-nationalen Wirtschaftsverfassung mit ihr eigentümlichen Wirtschaft«- gesetzmäßigkeiten“ ausgegangen. Diese Gesetzmäßigkeiten lassen, ״die Judenheit der Welt, von wenigen Splittern abgesehen, als eine Schicksals,ecmeinschaft, vor allem in sozial- Ökonomist hen Sinne“ erscheinen. Vach dem zuerst kurz und prägnant die erforderliche Beschreibung, verseilen mit wichiigsfen um! recht geschickt zusammengtstellteii statistischen Daten, geliefert wird, versucht Gold elm an von der Eigengcsetzlichkeif der jüdischen wirtschaftlichen Entwicklung uns eine Darstellung zu vermitteln. Er gelangt dabei zur Erkenntnis, daß ״das indische Wirtschaften andere, vielfach entgegengesetzte Wege geht, als das Wirtschaftsleben der Sichtjuden und der Volkswirtschaften, an denen die Juden als Einwohner des entsprechenden Landes mitbeteiligt sind“. Die Gesetze, die dabei gelten, sind, soweit der Rahmen der Vorlesungen es zuließ, klar und beweiskräftig erklärt worden. Es wird vielleicht an der Kürze der Darstellung liegen, daß ich nicht überall der Ci 0 1 d e I m a!1 sehen Konzeption folgen kann. Dies ist vornehmlich da der Fall, wo Gold ei mar, versucht, die Eigenart der jüdischen Wirtschaft darin zu sehen, daß sie sich von •der nichtjüdischen stark unterscheidet. Er gelangt auf diesem Wege zum Begriff der ״unigekebrten Abhängigkeit der jüdischen Wirfscliaftsstriiktur von der der nic'htjüdPchen Mchrheitsvölker“ und kommt in seiner Beweisführung auf dem sozialen Gebiete zur Feststellung, daß ״die Juden hier eine Entwicklung dnrchmacheii, die von der, die die nichtjüdisehe soziale Struktur aufweist, radikal abweicht, ja im Hauptsächlichen ihr entgegenläuft“. Dies mag in vielen Landern, jedoch keineswegs überall, der Fall sein. Jedoch: auch dort, wo die ökonomische Struktur der jüdisehen Bevölkerung der der nichtjüdischen ähnlich ist und gerade dieselbe Entwicklung wie die nichtjüdische durchmachte oder sogar noch durchmacht, können wir eine absolute Eigengesefzlichkeit der jüdischen Volkswirtschaft feststellen, die überall und immer in der Galuth sich geltend macht. Eine der Ursachen dieser Erscheinung liegt nicht in der ״umgekehrten Abhängigkeit“, sondern in der latenten Recht- und Machtlosigkeit des jüdischen Volkes aut Wirtschaftliebem Gebiete. Es liegt in dem Mangel der Möglichkeit einer absolut sicheren Transferierung der jüdisch-wirtschaftlichen Energien in die wirtschaftspoHti’schc Macht. Eine solche, vollkommen« Transferierung des jüdischen wirtschaftlichen Könnens — ausgedrückt im geistigen und materiellen Besitz — in die wirtschafts politische Macht — ausgedrückt in einer absoluten wirtschaftspolitischen Sicherheit — ist dem jüdischen Volk in der Galuth noch nie el urigen. Diese Diskrepanz zwischen der Produktivkraft er Juden und dem Mangel an einer adäquaten wirtschaftspolitischen Auswertung und Auswirkung, ist eine der Ur- Sachen der Eigcngtsctzlichkelt der jüdischen Oekonomik. Das Konstruktive am der Ooldelman sehen Darstellung ist auf dem gedanklich so armen Gebiete der jüdischen Volkswirtsehaftslehre nicht nur wohltuend, sondern auch wissenschaftlich von erheblicher Bedeutung. Im übrigen ist die Darstellung klar und, vor allem vom pädagogischen Standpunkte aus, ganz ausgezeichnet aufgebaut. Die Firmen Modehaus Aron und Eifel-Kaufhaus in Euskirchen sind in arischen Besitz übergegangen. Erika Storm-Ssmion wurde an die englische Oper (Leitung; Fritz Busch) und zu mehreren Konzerten im Londoner Rundfunk verpflichtet. Generalversammlung des Hillsvereins Der Hjifsvercin der Juden in Deutschland hielt seine Generalversammlung in Berlin am 30. April ab. Zu Beginn der Sitzung gedachte der Vorsitzende Max M. War bürg der im letzten Jahr verstorbenen Mitarbeiter und Förderer des Hilfsvereins, besonders der Herren Arthur Goldschmidt, Berthold Israel, Generalkonsul Dr. Heinrieh Arnhold und Alfred Anders. Herr War bürg gab sodann einen Ueberbllck über die allgemeine Tätigkeit des Hilfsvereins im Jahre 1935. Es sei infolge der Entwicklung, die die Verhältnisse für die Juden in den letzten Jahren genommen haben, Hauptaufgabe des Hilfsvereins geworden, in der ganzen Welt Stätten ausfindig zu machen, an denen arbeitswillige, auswanderungsbereite und -fähige Juden eine Zukunft finden können. Diese Förderung der Ausw anderung geschieht vor allem durch die ständige Sammlung und WeiterTeitung genauer Informalionen. Dabei vertritt der Hilfsverein den Standpunkt, daß die Auswanderung nach den meist übervölkerten, jedenfalls nicht aufnahmefähigen und nicht aufnahmewiliigen europäischen Ländern nur in Ausnahmcfällen zu verant- Worten, dagegen die Auswanderung nach den di'inn bevöikerten überseeischen L ä n d e r n, die zwar schwierig, wenn auch nicht so hoffnungslos wie nach Europa ist, mit allen geeigneten Mitteln zu unterstützen sei. In den übersecischen Ländern ergeben sich gewisse Möglichkeiten für Gewerbetreibende, Handwerker, qualifizierte Arbeiter, Hausersonai, Landwirte und Landarbeiter. Eine gründliche Ausildting der Auswanderer ist nötig. So hat der Hilfsverein die Bemühungen der Reichsvertretung in dieser Hinsicht sehr begrüßt. Notwendig ist es, daß schon in der Schule eine Ausbildung gegeben wird, die den späteren Erfordemissen Rechnung trägt. Es muß ferner dafür geworben werden, daß wieder für jüdische Knaben ausreichend Lehrstellen geschaffen werden. Auch eine Ausbildung der Frau dürfe nicht vernachlässigt werden. Herr Warburg hob besonders hervor, daß man das Aus- Wanderungsproblem der Juden in Deutschland als einen Teil des gesamtjüdischen Auswanderungs- Problems in Ost- und Mitteleuropa betrachten müsse. Die Haltung der luden in Deutschland werde auch für die Judenheit der übrigen Länder in dieser Hinsicht beispielgebend sein. Die Parteien und Gruppen des Judentums in Deutschland müßten daher in der Wanderungstrage einen einheitlichen Standpunkt einnehmen. Man darf die Arbeiten der jüdischen Wanderungspolitik nicht als bloßes Umherirren betrachten. Die Wanderung nach nichtpalästinensisehen Ländern ist nicht nur wegen der beschränkten Aufnahmefähigkeit Palästinas notwendig, sie ist auch ein Mittel zur Umgestaltung und Besserung der jüdischen Lage außerhalb Palästinas und für den Aufbau Palästinas indirekt von größter Bedeutung. Die Auswanderung nach Palästina, die vom Palästina-Amt betreut wird- und die Auswanderung nach Uebersee, die der Hilfsverein (eitet, müssen einander harmonisch ergänzen. Herr Warburg ging sodann auf die Lage in Pa• lästina ein. An der den Juden der Welt gegebenen Zusage, in Palästina eine Heimstätte zu errichten, dürfe keine Majorität in Palästina rütteln. Mit Recht widersetzte sich die Judenheit jeder Gesetzgebung in Palästina, die erst nachfraglich einer nichtjüdischen Majorität im Lande jederzeit ermöglichen kann, den Aufbau der zugesicherten Heimstätte zu unterbinden. Die Araber haben durch die Wiedererschlicßung des Landes lebenswichtige Vorteile. Keine politische Verhetzung wird es aut die Dauer verhindern können, daß zwischen Arabern und Juden, wenn auch zuweilen gestört durch Mißverständnisse und Unruhen, langsam eine Harmonie sich herausbilden muß und wird. So empfindet der Hilfsverein mit ganzem Herzen für diese aus dem Leben eines jeden Juden nicht wegzudenkende Aufgabe. London, im April Ucbcrsieht man heute den Weg, den in den drei Jahren seit dem Frülijahr 1933 die ehemaligen ״Prominenten“ des Theaters und des Films zurückgelegt haben, so ist London eine vorletzte Station und gleichzeitig der Start einer letzten Etappe. Das Ziel heißt Hollywood! Max Reinhardt freilicli nahm eine andere Route. Zwar war er bereits auf dem Weg nach London, wo er die ״Schöne Helena“ inszenieren sollte. Er kam, wie die meisten anderen, über Wien und Paris (״Carlos“ — ,,Fledermaus“), übersprang dann aber — infolge eines Kabels der Warner Bros — London, um in Los Angeles zunächst den ״Sommernachtstraum“ als Freilicht-Aufführung zu inszenieren und anschließend diesen Film zu drehen. ״Midsummer-Nights-Dream“ ist in USA und auch in den Süd- Staaten ein nachhaltiger Erfolg. Infolgedessen haben Warner Bros soeben einen neuen dreijährigen Vertrag mit Reinhardt abgeschlossen. ״Pariser Leben“ von Offen b ach, eine alte Lieblingsidee des Zauberers, wird 1937 gedreht werden. Vorher, im kommenden Herbst, soll nun doch der Umbau der New-Yorker Manhattan-Opera fertiggestellt werden; dann wird Werfeis ״Weg der Verheißung“ endgültig herauskommen. Jedenfalls hat Reinhardt in der amerikanischen Presse auf ifas bestimmteste erklärt, daß im September die Proben zu Ende geführt werden. Zur Season 1937 wird dann in London, in einem repräsentativen Theater des Coochran-Konzerns, die ״Schöne Helena“ erscheinen, wahrscheinlich mit Max Hans en — wie damals in Berlin — als Menelaus. Elisabeth Bergner mußte wegen ihrer langen Erkrankung alle Dispositionen ändern. Jedenfalls wird sie nach dem David (in London) ebenfalls in den kalifornischen Ateliers arbeiten. Sie wird dort die Rosalinde in ״Wie es euch gefällt“ spielen, und zwar in einem Film der Reinhardt-Produktion (Warner Bros). Vorerst wird wegen des Termins verhandelt. Paul Gractz, nach 3ei11en beiden großen Erfolgen in ״Car ot Dreams“ und vor allem in ״Jud Süß“, ist nun in Hollywood gelandet. Er soll eine der Hauptrollen in Gorkis ״Nachtasyl“ spielen. Auch Peter Lorre, der sich als Charakterspieler erslrrt Ranges in ״Schuld und Sühne“ erwies, wird in diesem Film neben Graetz zu sehen sein. Mit Richard Tauber in der Titelrolle ist in London der ״Bajazzo“ fertiggestellt worden (iibrigens nach einem ganz und gar neuen Buch zu der berühmten Partitur), int Spätsommer wird, mit Tauber und der Aipar in den Hauptrollen, in Hollywood Puccinis ״Tosca“ gedreht werden. Vorher wird Tauber während der Großen Woche in Paris singen; in der Großen Oper Mozarts ״Entführung“ unter Bruno Walter, in der Opöra Comique den Don Jos£ und im Thdätre des Varietes im ״Land des Lächelns“. In der Saiie PI eye! ist außerdem ein Tauber-Konzert vorgesehen. Werner Richard Hey mann, längst in Hollywood angelangt, hat soeben einen Abstecher nach London gemacht, um die Chansons für den neuen Chevalier-Film (Regie: Kurt Bernhard) zu komponieren. Die D£cor* dieses Films, Da aber Palästina nicht alle auswandernden Juden aufnehmen könne, müßten auch die Zionisten die große Bedeutung der überseeischen Wanderung: an er* kennen und für diese Arbeit einer auf lange Sicht arbeitenden jüdischen Wanderungspolitik Menschen und Mittel bereitstellen. Unfer den künftigen Aufgaben des Hilfsvcreins hob Herr Warburg insbesondere die Entsendung von Sachverständigen in die verschiedenen Länder hervor, die notwendig sei, um Einwanderungsmöglichkeiten ausfindig zu machen. Bei dieser, wie bei den übrigen Aufgaben des Hilf«- Vereins werde aut die tätige Mithilfe der ausländischen Organisationen und Hilfskomitees, insbesondere der Ica, der Hicem und Joint gerechnet, die schon bisher die Arbeit des Hilfsvereins weitgehend unterstützt hätten. In Deutschland sei vor allem der Reichsvertretung zu danken, mit der der Hilfsverein in allen Wanderungsfragen Hand in Hand arbeite. Alle Gemeinden, vor allem die Berliner, halfen in verständnisvoller Weise. Zu den Aufgaben des vergangenen Jahres gehörte es auch, die wilden A u s w a n d e r u n g s p r o j e k t e, für die ohne genügende Vorbereitung Propaganda gemacht wurde, zu bekämpfen. Die Arbeit des Hilfsvereins geht dahin, den Ratsuchenden mit richtigen und neuen Informationen zu versehen, ihn nötigenfalls auch geldlich zu unterstützen, ihm aber die Entscheidung über sein Auswanderungsziel vollkommen selbst zu überlassen. Der Hilfsverein erwarte, daß das Geld, das jetzt von den Juden in der ganzen Weit gesammelt wird, nicht einseitig Verwendung finden, sondern überall da, wo wirklich dauernde Arbeitsstätten für die Auswanderer getunden werden können, angelegt werden wird. Wo es nur irgendwie möglich ist, sollen die der Hilfe dienenden Gelder nicht als Geschenk genommen werden, sondern als iimmmiminmiiniiiMimiiiMimHiiiinnmiuiimimiiiiimiiiiiiiimHiiiimmiiiimwiiimiiiimiimwiiiiiiMiiiiimiiiiwiiiiui Die KKL-Vertrauensleute schaffen die Vorbedingung zur Alijah!1וווווווווו!1)1וווווווווווו1)1וו!וו!וווווו1ווו1))1ווו!ווו1)1וווו!ווו!וווווווווווווווו)1ווו1)1וו!וווווווווווווווווווווווווו!1)!ו1)1וווווווווווווווווווווו1)1וווו Vorschuß. Es sollte daher auf geschäftlicher Grundlage ein Institut geschaffen werden, über das u. a. diese Vorschüsse geleitet werden. Es ist nötig, daß eine klare Trennung zwischen den als reine Wohltätigkeitsunter- Stützung zu gebenden Geldern gemacht wird und den Summen, die auf geschäftlicher Basis gegeben werden können. Der Generalsekretär des Hilfsvereins, Dr. Mark Wischn i t z e r, ergänzte diese Ausführungen, indem er im ein- /.einen auf die Arbeit des Vereins einging. Er hob hervor, daß in den letzten drei Jahren 35—40000 Menschen nach seiner Schätzung nach Uebersee ausgewandert seien. Für 1936 sei eine Verstärkung der Auswanderung schon durch die immer mehr einsetzende Familienwanderung voraus- Zusehen. Für die Förderung der Gruppenwanderung sei notwendig, ihre Grundlagen ganz genau zu überprüfen, und insbesondere die Frage der Schaffung eines Kolonisationsinstitutes zu erörtern. Anschließend gab der Schatzmeister des Vereins, Bankier D r e y f u s, einen Bericht über die Kassenverhältnisse und den Etat des Hiifsvereins. Es erfolgte sodann die Wiederwahl der Statutengemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder, die Wahl der Revisoren und die Kooptation von drei neuen Mitgliedern des Kuratoriums, der Herren Oberlandesgerichtsrat a. D. Dr. Neumeyer (München), Dr. Spiero (Berlin) und Dr. Merzbach (Berlin). Die Versammlung erteilte die Ermächtigung zur Wahl von vierzig Mitgliedern des Zentralkomitees. dessen Titel noch nicht feststeht, stammen von E. E. Stern. Friedrich Hollacnder war in Hollywood lange unbeschäftigt. Inzwischen war er Direktor eines Kabaretts in Los Angeles. Er war jedoch an der Komposition des neuen Dietrich-Films ״Desire“ (״Sehnsucht“) beteiligt. Dieser Film der Lubitscli-Produktion läuft zur Zeit in allen Großstädten der Welt mit sensationellem Erfolg. Hollacnder schreibt jetzt die Musik zu einer Filmoperette, die in London bei British Lion gedreht wird. Hingegen ist die Nachricht, daß er auch für den neuen Chaplin-Film (nach der zauberhaften Chaplinade ״Die neue Zeit“) verpflichtet sei, dahin dementiert worden,, daß Mischa Spolianski hierfür vorgesehen ist. So wird auch dieser Film-Komponist demnächst seine Tätigkeit von London nach Hollywood verlegen. Oscar Homolka setzte sich endgültig in dem englischen Film ״Cecil Rliodes“ durch. Er spielte hier den Ohm Krüger. Aber auch Homolka steht schon mit einem Fuß auf dem Ozeandampfer, freilich erst für die Schlußverhandiungen wegen eines C h a r eli - Films, der in Amerika im Herbst gedreht wird. Um die neue Charell-Produktion war lange ein geheimnisvoller Schleier gebreitet. Nun ist jedoch bekannt geworden, daß es sich um ״Hoff man ns Erzählungen“ von Offenbach handelt. Kurt W c 111 soll die Partitur für den Film bearbeiten. Im übrigen werden die alten Charell-Mitarbeiter in Erscheinung treten: Hans Müller, der Bearbeiter des ״Weißen Rößl“, schreibt das Drehbuch. Ernst Stern leitet die Bauten. Werner Richard Hey mann, der schon an Charells ״Kongreß tanzt“ mitarbeitetc und dann den Monstre-Film ״Die Karawane“ komponierte, ist für bestimmte Teile der vcnczianisehen Bilder verpflichtet. Auf den Londoner Bühnen sind — außer der Bergner und Homolka — Grete Mosheim und Lucic Mannheim populär. Die ״N i n a“ von Bruno Frank (mit der Mannheim in der Titelrolle) war ein Sensationserfolg. Nach wie vor gehört Richard Taubers Tenor zu den bestbezahlten Stimmen der führenden englischen Opern und Operettcn-Thcater. Gleich erfolgreich singt er Puccini, Mo* zart, Meyerbeer und, selbstverständlich, denn das Publikum verlangt es: l.£har. An Liederabenden singt Tauber jetzt häufig auch eigene Kompositionen, und er wird nicht minder applaudiert. Fritzi Massary war in London angekündigt. Die Notizen beruhten aber auf einem Mißverständnis. Louis Verneuii arbeitet nämlich an einer Fassung der ״Frau, die weiß, was sie will“ (Musik: Oscar Straus). In dieser musikalischen Komödie soll die Massary die Hauptrolle spielen, freilich nicht in London, sondern in Paris. Auch die Londoner Hartung-Bühne, deren Spielplan schon veröffentlicht war, wird — vorerst wenigstens — ungeboren bleiben, nachdem Hartung merkwürdigerweise plötzlich um satt eite und Journalist wurde. Ein Vorgang, der insbesondere nach Hartungs großen Regie-Erfolgen auf der Brüsseler Weitausstellung für das Theater recht bedauerlich ist. Hingegen wird Eugen Robert im Herbst sein eigenes Londoner Theater eröffnen, nachdem er als Regisseur von Balirs ״Josdphitie“ und von ״Roulette“ hervorgetreten ist. Auch Ernst Josef Aufrieht wird In London mit einer eigenen Theater-Produktion starten. —ro. London — Hollywood Beruht von einer Reise

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