Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 34 (28.4.1936)
- Date
- 1936-04-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34, 28. IV. 1936 Seife 3 JÜDISCHE RUNDSCHAU Pariser Brief Von unserem Berichterstatter K. Paris, im April Di« französisch-syrischen Einigungsverhandlungen Obwohl die syrisch-französischen Verhandlungen unter der Parole der strengsten Verschwiegenheit geführt und von den Delegationen keinerlei Cominuui;ti 's ausgegeben werden, entsteht der Eindruck, daß die Besprechungen günstig verlaufen und schneller fortsclir׳eiten, als man ursprünglich angenommen hatte. Man erwartet, dal! bereits in der nächsten Woche ein grundsätzlicher Akkord zwischen Frankreich und der syrischen Delegation fcstgeiegt werden wird. Der Vertrag zwischen Frankreich und Syrien wird sich in allen wesent iclien Punkten an den früheren Vertragsentwurf von 1933 atiK'hnen, doch wird der veränderten Lage in einer Anzahl von Zusatzabkommen — ähnlich wie zwischen England und Irak — Rechnung getragen werden. Die syrische!Delegation wird nach erfolgter Einigung nach der Heimat zurückkehren, tim dort über die Verhandlungen zu berichten. Erst das in den nächsten Monaten neu zu wählende syrische Parlament wird dann die endgültige Fixierung des Vertragsverhältnisses zwischen Frankreich und den syrischen Staaten vornehmen. Wie wir hören, wird trotz allen Anfeindungen, denen er besonders von seiten der Linksparteien ausgesetzt war, der bisherige Hochkommissar d c Märtel wieder auf seinen Posten zurückkehren, da seine energische Politik von der Regierung gutgeheilien worden ist. Allerdings kann in dieser Hinsicht nach den Wahlen noch eine Aenderung eintreten. In Paris hat in diesen Tagen ein syrischer Kongreß staftgefunden, an dem Vertreter der syrischen Organisationen in Frankreich teilnahmen. Aut dem Kongreß wurde die Haltung der syrischen Delegation in Paris gutgeheißen und die syrische iJnabhängigkcitsforderung energisch unte! strichen. Line Erschwerung der Pariser Verhandlungen durch die palästinensischen Ereignisse ist nicht eingetreten, doch wurde auf einem Bankett zu Ehren der syrischen Delegation von dem Führer der Syrer die gefühlsmäßige Verbundenheit der Syrer mit den palästinensischen Arabern unterstrichen. Die Liquidation des Fliichtlingswerkes Es ist an dieser Stelle bereits mehrfach auf die finanziehe Notlage des Flüchtlingswerkes in Frankreich hingewiesen worden. Diese Notlage hat sich in den letzten Monaten mehr und mehr verschärft, so daß man heute in Frankreich das Aufhören jeder systematischen Hilfsarbeit für die Emigranten aus Deutschland feststellen muß. Nach und nach haben fast alle Hilfsorganisationen, die zur Unterstützung der jüdischen Ein- Wanderer in Frankreich geschaffen wurden, ihre Tätigkeit eingestellt. Das ״Comite National״, die französisch-jüdische Hilfs- Organisation, die zu Beginn der Emigration mit großen Mitteln arbeitete, hat bereits seit Anfang vorigen Jahres keine Unter- Stützungen mehr gewährt. Wie jetV.t mitgeteilt wird, wird auch das sogenannte ״C o m i t e A 11 e m a n d", eine Hilfs- Organisation, die im wesentlichen von wohlhabenden Juden aus Deutschland finanziert wurde, jetzt liquidieren, da seine Hilfsmittel gänzlich erschöpft sind. Auch die meisten Umschulungsorganisationen haben bereits ihre Tätigkeit abgeschlossen. Nachdem bereits Mitte vorigen Jahres die Gesellschaff ״R e 11 o u v c a 11“ unter wenig erfreulichen Umständen ihre Arbeit eingestellt hatte, hat Anfang dieses Jahres auch die Organisation ״A g r i c 11 1111 r e et Artisanat“, die zirka •K)ü Juden i!1 handwerklichen Berufen ausgebiidet hatte, liquidiert. Da die meisten privaten Umschulungsversiiche hereits seit langem gescheitert sind, arbeitet praktisch heute nur noch der ,,I I e c h a 1 u z“, der aber infolge finanzieller Sorgen und administrativer Schwierigkeiten eine Anzahl seiner Kibbuzim schließen mußte. Die Gründe für das Aufhören der Hilfsarbeit sind einmal in der veränderten Haltung der französischen Regierung zu suchen, die ursprünglich die Grenzen weit geöffnet hatte, um den Auswatulei erstrom aufzunehmen, die aber im Rahmen ihrer neuen Ausländerpolitik nicht nur die weitere Einwanderung völlig sperrt, sondern auch durch administrative Maßnahmen einen großen Teil der Emigranten zur Weiterwamlcru 11g zwang. Die Zahl der Auswanderer aus Deutschland, die zeitweise fast 30 000 betrug, ist jetzt nach zuverlässigen Schätzungen auf weniger als 12 000 gestinken, von denen 200:) bis 3000 illegal in Frankreich leben, d. h. jederzeit durch einen administrativen Akt zur Ausw'anderang gezwungen werden können. Der zweite Grand der Krise des Hilfswerkes ist die Haltung der französischen Juden, die sicli — nachdem sie ursprünglich erhebliche Mittel für die Hilfsarbeit zur Verfügung gestellt hatten —- bemühten, die Arbeit möglichst schnell zu liquidieren. Die Hiifsorganisationen fanden daher insbesondere bei der Aufbringung der Mittel kaum Unterstützung im französischen Judentum und waren in den letzten Monaten im wesentlichem auf Sa mm״ hingen unter den wohlhabenden Refugies sowie vor allem auf die Hilfe der großen angelsächsischen Fonds angewiesen.!Diese Fonds haben aber von Monat zu Monat energischer zu verstehen gegeben, daß sie nicht gewillt sind, die ganze Last der Emigrationsarbeit in Frankreich zu übernehmen, sonderry nur dann bereit sind, an der Finanzierung der Hilfsarbeit in Frankreich weiter mitzuwirken, wenn auch von französischer Seite ein Beitrag geliefert wird. Leider sind aber die Versuche in dieser Richtung trotz einer wohlwollenden Haltung der Familie Rothschild bisher erfolglos geblieben. Zur Zeit sind Versuche im Gange, um die Ueberuahmc der Hilfsarbeit, die sich jetzt auf etwa 2000 Personen erstreckt, von denen eine große Anzahl bittere Not leiden, durch ein Komitee zu erreichen, das sich aus wohlhabenden Juden zusammensetzt. Sollten diese Versuche scheitern, so würde die Aufgabe der Unterstützung der notleidenden Emigranten aus Deutschland den bestellenden französisch-jüdischen WohltätigkeitsorgaiiNationen ziifailen, die aber naturgemäß über keine auch nur annähernd ausreichenden Mittel verfügen, um dieser schwierigen Aufgabe gerecht zu werden. Wie aber auch die Entwicklung weitergellen wird, so kann man eins heute feststellen: Frankreich kommt zur Zeit als Emigrationsland für Juden aus!Deutschland — soweit sie nicht über ausreichende Mittel verfügen — nicht in Frage. Antisemitischer Zusammenstoß in Algier. Unser Pariser!(.-Berichterstatter schreibt uns: Einer Meldung des ״Populaire“ zufolge ist es in Algier anläßlich der Wahlkämpfe zu antisemitischen Zusammenstößen gekommen. Ein Kandidat, Henry Cos ton, der sieh antijüdischer Kandidat der lateinischen Aktion nennt, hat während des Wahlkampfes eine lebhafte antisemitische Kampagne geführt. Das Präsidium der LIGA hatte die Beseitigung eines antisemitischen Plakates bei dem Präfekten gefordert, doch hatte sich der Präfekt geweigert, dieser Forderang nachzukommen. Als die Anhänger der LIGA versuchten, diese Plakate mit Gewalt zu beseitigen, kam es zu Zusammenstößen mit den Anhängern Costons, die mehrere Revolverschüsse aut die jungen Leute abgaben. Mehrere von diesen wurden verletzt, darunter einer schwer. Der Vorfall hat im Zusammenhang mit der steigenden antisemitischen Propaganda in Algier Aufsehen hervorgerufen. Polnische V. Wilnaer Schulen (Vgl. Nr. 26, 29, 30/31, 33 der ״J. R.״)!Die unerträgliche wirtschaftliche Lage der jüdischen Bevölkerung im Ghetto ist natürlich auch an der j u g c n d zu sehen, die in den engen Straßen und Höfen, in den völlig unzureichenden Wohnungen zu verwahrlosen droht. Ein (naturgemäß oberflächlicher) Eindruck scheint aber darauf hinzudeuten, daß in Wilna besser als anderswo für diese Jugend gesorgt wird. Das Schulwesen spielt in dieser Stadt eine überragende Rolle. Nirgends sieht man auf der Straße so viele jüdische Schulkinder in geschlossenen Zügen. Die alte kuiturkämpferische Tradition der Stadt ist noch lebendig. Es wird zwischen Jiddisciiisten, Hebraisten, Zionisten, Misrachisten, Agudisten usw. ein erbitterter Kampf um die Kinder geführt. Hebt man sich einen Augenblick über die Parteieinstellung empor, so könnte man zu dem Ergebnis kommen, daß diese ״Konkurrenz'‘, wie immer sie ausgeht, segensreiche Folgen hat, denn wichtiger als kulturpolitische Nuancen erscheint einem die Forderung, daß wirklieh alle Kinder von den Schulen erfaßt und gut versorgt werden. Die Kinder scheinen auch wirklich in den Schulen aller Richtungen gut aufgehoben zu sein und sich wohl z.u fühlen. Nach welchem System die Einordnung der Kinder in die verschiedenen Schulen vor sich geht, ist schwer zu erkennen. Teilweise spielen soziale Gründe und Gesinnungsmomente der Eltern eine Rolle, so z. B. werden die Arbeiterkinder und die Kinder sozial tief stehender Schichten meist von den jiddischen Schulen erfaßt, während die iiebräischen oder hebräisch-polnischen Schulen großenteils Kinder des Mittelstandes haben. Große Möglichkeiten bestehen auch für ein modernes religiöses Erziehungswesen, Diese hat Rabbiner Rubinstein, die zentrale Figur des Wilnaer Judentums, entschlossen ausgenützt, um eine große misrnchistisehe Schule zu gründen, die in einem schönen Gebäude an der Außenfront der Judenstadt untergebracht ist, an der Ecke der ״Gaona“, die nach dem Gaon heißt und angrenzend an die Wilnaer Universität —- ein Symbol der Vereinigung zweier Welten. Die Kinder werden aus den ärmsten Schichten des Ghetto geholt und zunächst einmal den Geboten der Sauberkeit und Hygiene unterworfen, zum Teil auch in der Schule verpflegt; nur die direkte Beobachtung des Kontrastes gibt eine rechte Vorstellung von der Wandlung, die die Kinder hier durchmachen. Sie sind den ganzen Tag über in der Schule und wünschen begreiflicherweise gar nicht, nach Hause zu gehen. Die nach Frau Ester Rubinstein benannte Mädchenschule, mit einem Kindergarten und einem vollständigen Lehrgang, hat den Bau des neuen Hauptstockwerkes und damit ihre Existenzmöglichkeit einer Stiftung auf den Namen des verewigten Simon Schocken zu danken. Es ist ergreifend, mit welchem Eifer und mit welcher Liebe an dem Ausbau dieser Institutionen gearbeitet wird, und wie immer wieder mit den größten Hindernissen zu kämpfen ist, vor allem mit dem chronischen Geldmangel. Die innere Einrichtung der Schulen und Lehrmittel ist natürlieh weit entfernt von den westeuropäischen Verhältnissen; aber sie bieten die Möglichkeit, neben jüdischen Fächern auch weltliche moderne Fächer durchaus ausreichend zu unterrichten und zugleich die Kinder auch äußerlich auf einen höheren Grad der Zivilisation zu heben. Es ist z. B. der Traum von Rabbiner Rubinstein, dessen gütiges Gesicht bei solchen Vorstellungen leuchtete, einen Teil des Kellergewölbes zu Garderoben- und Waschräumen auszubauen. Die begonnene Arbeit daran und andere Bauarbeiten am Schulgebäude mußten mittendrin unterbrochen werden, weil der geringe Betrag zur Weiterführung fehlt. Selten könnte wohl mit so relativ kleinen Mitteln eine so nützliche Arbeit verrichtet werden. Die Unterrichtssprache in der Misrachi-Schule ist hebräisch, und schon unter den kleinen Kindern, die kaum dem Dunkel des Ghettos entkommen sind, erkennt man Begabungen, die sich z. B. bei kleinen Schulfesten anläßlich der Feiertage und Aufführungen usw. entfalten können. Es ist auffallend, mit welchem Interesse sich die Kinder trotz des sorgenvollen Milieus, aus dem sie stammen, den geistigen Dingen zuwenden. Auch die Lehrer und Lehrerinnen sind mit größter Hingebung bei der Sache. Achnlichc Beobachtungen macht man auch in den jiddischen Schulen. Ueberall ist man bestrebt, moderne pädagogische Methoden anzuwenden. Im Tarbuth-öymnasium werden die meisten Fächer in hebräischer Sprache unterrichtet, nur polnische Geschichte in polnischer Sprache. Dieser Utraquismus ist charakteristisch für eine ganze Reihe von Schulen in Polen. (Der Stammtypus dieser Art ist wohl die Schule unter Leitung von Dr. Braude Reisebriefe in Lodz.) Auch in Krakau sah ich ein setir gut eingerichtetes Gymnasium auf dieser hebräisch-polnischen Grundlage. In Schulen jiddischer Unterrichtssprache werden die genannten Fächer auch polnisch unterrichtet. Mit besonderem Stolz werden in allen Schulen die Einrichtungen für den p r a k - tischen Unterricht (Laboratorien usw.) gezeigt, wie überhaupt das Bewußtsein der Wichtigkeit realistischer Fächer sehr stark ist, ein Gegengewicht gegen die rein geistige Einstellung früherer Zeiten. Als Fremdsprache war bis vor kurzem auch in jüdischen Höheren Schulen (ebenso wie anscheinend in den imisten polnischen)!Deutsch vorherrschend. In der letzten Zeit ist vielfach die englische Sprache an die Stelle der deutschen getreten, weil ja die Möglichkeit eines Anschlusses an deutsche Kultur für Juden sehr gering geworden ist; in früheren Jahrzehnten war es fast sclbstverstündlich, daß ״westliche Kultur“ für Juden des Ostens sich im Deutsch! 11 111 verkörperte, und deutsche Kultur und Dichtung wurden dort, wenn auch häufig in primitiver Weise, verehrt. Ein sehr interessantes Experiment ist die Technische S e ti 11 I e in Wilna, die von der Gesellschaft OR1 eingerichtet worden ist. Der Direktor dieses Technikums, Ing. Schreiber, ist einer von den stillen Enthusiasten, die mail im Osten so häufig findet. Wieviel Idealismus und Beharrlichkeit notwendig ist, um unter ungünstigen äußeren Verhältnissen ein solches Werk durehzufuhren, kann man sich im Westen kaum vorstellen. Von den Absolventen des Technikum; hat eine Reihe in Polen Beschäftigung gefunden, viele .sind in andere Länder allsgewandert, darunter Frankreich, Belgien, Rußland, Palästina. Jede dieser Anstalten hat ihre eigene geistige Atmosphäre. Wenn wir - etwa unter dem Limlnick der Verbriidcrungsreden zwischen Bialik und Sthalom Asch - manchmal meinten, der sogenannte S p r a c 11 e 11 k a m p f sei eine überwundene Angelegenheit, so wird man in Polen eines Besseren belehrt. Es gibt hier judaistiseh arbeitende Jiddochisien, die zwar hebräisch können, aber ,,aus Prinzip“ nicht hebräisch sprechen. Es ist eine Sache der ״Gesinnung“. Eine besondere charakteristische Institution ist das ״Jidd i s c h e w i s s e n s c 11 a f t 1 i c '11 e I n s i i < 11 t“ (jwo) in Wilna, das unter der Leitung eines aus dem Baltikum staminenden (daher in deutst her Sprache erzogenen) Wissenschaftlers Dr. Weinreich steht. Das ,.Jwo“ ist 1925 gegründet und hat kürzlich sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Ls ist jetzt in einem schönen neuen Gebäude an der Peripherie der Stadt untergehracht. Das Institut dient nicht nur der wissenschaftlichen Erforschung der jiddischen Sprache und Literatur, sondern auch der jiddischen Volkskunde in allen ihren Verzweigungen. Besonders interessant sind die Studien aut dein Gebiete der jüdischen Psychologie und Pädagogik, die einen Einblick in die soziale Struktur und Denkungsart der jüdischen Jugend des Ostens geben.!Das Institut besteht aus vier wissenschaftlichen Sektionen, 11. zw.: Philosophie, Geschichte, Wirtschaftskunde und Statistik, Psychologie und Pädagogik. Dazu treten als Hilfsinstitutionen: eine Bibliographische Zentralstelle, eine Bibliothek, ein Archiv und die Anfänge eines Museums. Das Institut wird hauptsächlich aus freiwilligen Beiträgen seiner Freunde, die in Landes- Organisationen zusammengefaßt sind und sich kürzlich sogar zu einer Art ״Kongreß“ versammelt haben, erhalten. Natur» lieh reichen auch hier die Mittel nicht aus. Anschaffungen sind so gut wie unmöglich, und die wissenschaftlichen Arbeiter beziehen ein verblüffend niedriges Gehalt, es sind gänzlich bedürfnislose Menschen, die in großer Armut leben, aus Liebe zur Sache sich dieser mühsamen Kleinarbeit widmen. ln dem Institut ist jetzt gerade eine Mendele-Aus« Stellung, die überaus interessante Dokumente und Hand- Schriften, sowie Bilder, Diagramme usw. enthält. Mit größtem Fleiß ist hier alles gesammelt worden, was aufzutreiben war. Wir finden bildliche Darstellung der Entwicklung Men• deles in bestimmten Perioden seines Lebens, Briefe, Hand» Schriften, Erstdrucke, Zcitungsaufsätzc von Mendelc und über Mendele. Auch die ״Jüdische Rundschau“ ist liier vertreten: Das von Chemjo Winawer in der ״J. R.“ publizierte Lied aus üranowskys Aufführung der ״Reise Benjamins III.“ ist in vergrößerter photographischer Wiedergabe im Hauptsaal der Ausstellung aufgehängt -- ein Beitrag der ״Jüdischen Rundschau“ zur Mcndelc-Kundc. * So ist Wilna, das jüdische Wilna, — eine bunte, vielfarbige Welt. Fern und abgeschieden von der ״großen Welt“ sitzen hier Menschen, eine ganze Gemeinde, und verwalten ein großes geistiges Erbe. Die Bedeutung Wilnas für das Judentum ist im Sinken begriffen, und doch wird es auch heute noch wenige Plätze im jüdischen Bereich geben, wo so viele Keime geistiger Lebenskraft und innerer Erneuerung vorhanden sind, wie hier in dieser abgelegenen Provinzstadt. Aus der Misradii ־ Sdiule in Wilna .. י® L וכי#עולם .! I nrm aut» “י ״יי׳ ר י!« trth «nm «pn» nmmm fpW mmo מיגח ntv» ליסי *pWjjnsr-wPV»״ \ 1“ —J% ■ — JWJI a*m יי• 41••#$•» II BIM ■_; Die von Rabbiner Rubinstein gegründete Misrachi-Schule hat gegenwärtig etwa 750 Schüler, die auf 1000 gebracht werden sollen. Der sehr einfache, aber praktisch sauber eingerichtete Neubau der Mädchenschule (rechts unten) ist zum Teil einer Stiftung der Familie Schocken zu verdanken, wofür eine in einem Schulzimmer angebrachte Gedenktafel (rechts oben) Zeugnis ablegt. Die breiten Balkons geben den Schülern die Möglichkeit, die Pausen in freier Luft zu verbringen. — Das Bild links zeigt die Kinder des Kindergartens, links stehend die Kindergärtnerin, daneben die Rektorin der Schule, rechts Rabbiner Rubinslein. Au der Wand ein Foto des verstorbenen Herrn Simon Schocken. Foto!:s.Weiudi