Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 33 (24.4.1936)
- Date
- 1936-04-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seit« 4 jüdische rhmhsrha 11 Nr. 33, 24. IV. 1936 Innenpolitische Spannung: in Polen Von unserem Korrespondenten. s. Warschau, 20. April Zur Zeit wird die innenpolitisch« Lage in Polen durch die A r b e i t e r 11 11 r u ii e n, die sich oft wiederholen und in der vorigen Woche in Lemberg besonders scharfe Formen angenommen haben, beherrscht, first jetzt haben führende politische Kreise erkannt, daß die infolge der ökonomischen Krise im Volke .™gesammelte Unzufriedenheit zu einer Entladung führen muß und daß die in den letzten Monaten geführte J u d c n he t z e aus diesen Stimmungen und Gefühlen der polnischen Massen Kapital schlagen sollte. Auch jetzt gibt es zwar noch Kreise, die die letzten Exzesse in l embcrg, die in Wirklichkeit sowohl polnischen als auch jüdischen Geschäften und Institutionen großen Schaden zugefugt haben, als ״jüdische•* Aktion hinsteilen. Diese und ähnliche Insinuationen finden wir nicht nur in der nationaldemokratischen Presse. In dem Aufruf, den die! r / bischöfc in Lemberg nach den Unruhen an die polnischen Arbeiter herausgegeben haben, wird 11. a. an die polnischen Arbeiter appelliert, sich von fremden, nichtchristlichen Einflössen zu befreien. Die polnische akademische Jugend spricht in ihrem Aufruf schon ganz offen von Juden als Inspiratoren der letzten Ereignisse. ln Wahrheit ist die jüdische Bevölkerung in Lemberg von den Unruhen sehr hart betroffen worden; unter den Loten und Verwundeten gibt es auch Juden. Die ernste polnische Presse beginnt dagegen den Zus a m rn e!1 h 3 n g der Ereignisse zu b e g r e i f e n. Es leuchtet schon manchen ein, was jüdisdicrscits stets behauptet wurde, daß Massen, die zu antijüdischen Gewalttaten aufgehetzt werden, Ruhe und Ordnung im Staate bedrohen. In Krakau und in Lemberg hat man nur geerntet, was man gesät hat. Weite Kreise der polnischen Gesellschaft stehen verblüfft vor diesen sozialen Konflikten und im Rcgierungslager zeigen sich weitgehende Differenzen bei Betrachtung der Mittel, die zur Beruhigung der Bevölkerung fuhren sollen. Diejenigen Elemente, die hinter dem Antischeeliitagesetz. standen und damit der Regierung große Schwierigkeiten bereiteten, nüt/.en auch jetzt die l äge aus, um gegen die gegenwärtigen Staatsienker zu opponieren. Der Kampf innerhalb der herrschenden Partei verschärft sich. Die Opposition verlangt ״eine starke Hand'* und die Nationaldemokraten wären zu Verhandlungen mit Teilen der Regierungspartei bereit. Aktionen zugunsten der polnischen Juden London, 20. April. (JTA.) In der Shoreditch Lown Mail in London fand eine Massen versa mmlung statt, die von der Vereinigung polnischer Juden in Großbritannien ein berufen worden war, und auf der eine Hilfsaktion zugunsten der polnischen Juden eröffnet wurde. Der Ehrenpräsident der Zionistischen Weltorganisation, Nahum S o k o 1 o w, der den Vorsitz, der Versammlung führte, erörterte die Lage der Juden in Polen. Er ging im weiteren Verlauf seiner Ansprache auf die vielfach geäußerten Befürchtungen ein, daß die Hilfsaktion zugunsten der polnischen Juden die Sammlungen des Council for German Jewry stören könnten. Sokolow erklärte, daß beide Sammlungen vonstatten gehen konnten, ohne ineinanderzugreifen. Major A 111 e e, der Führer der englischen Arbeiterpartei im Unterhaus, sow ie deien ehemaliger Führer George L a n sb 11 r y, hatten an die Veranstaltung Begrüßungsschreiben gerichtet, in denen sie ihre Sympathie mit dem Zwecke der Versammlung zum Ausdruck brachten. Auch der Abgeordnete Colonel W c d g w o o d und Lord S t r a b o 1 g i hatten Begrüßungssebreiben gesandt. New York, 20. April. (JTA.) Ehe Vereinigung der polnischen Juden in Amerika hielt in mehreren Städten Versammlungen ab, in denen die Lage der Juden in Polen erinnert wurde. Auf den Versammlungen wurden ent-preehende Resolutionen angenommen, in denen gegen die Vorfälle in Polen protestiert wird. Ls wurde ein tag für die notleidenden Juden in Polen proklamiert. Gleichzeitig v. urde eine S a m m i u n g s a k t i o n zugunsten der polnischen Juden eröffnet. Jüdisches Leben in Spanien Aus Madrid wird uns geschrieben: Die Einwanderung der letzten Jahre hat eine starke Belebung des jüdischen Lebens hervor gerufen. In!Madrid besteht seit 20 Jahren ein Betraum; früher war .aber nur an hohen 1׳eiertagen Gottesdienst. Seit mehreren Jahren ludet man am Freitagabend und Schabbatmorgen, und wahrend es noch vor Jahresfrist oft schwer war, einen Minjan zu vereinigen, finden sich jetzt viele Menschen regelmäßig ein, und an besten herrscht derartiger Platzmangel, daß die Gemeinde neue Räume suchen muß. Das zionistische Leben wurde bisher von einem engen Komitee getragen, das die Funktion einer Palästina-Amts- Zweigstelle mit denen eines KKL- und KEI-Kommissariats vereinigte, und von der Asosiaciön Femenina Israclita, die der Wizo angehört und gelegentlich zionistische Vorträge veranstaltet hat, aber auch an Ort und Stelle Hilfe leistet. Am 16. April ist nun die Federaciön Sionista I b e r o - MarroquI neugegründet worden, die schon 1920 gc-schaffen wurde, deren Tätigkeit aber seit vielen Jahren ruhte. Die neue Zionistische Vereinigung bezweckt dreierlei: vor allem die Schäftung eines jüdischen Heims als Sammelpunkt der Juden und kulturelles Zentrum, und damit als Bollwerk gegen die bedrohliche Entfremdung gegenüber allem Jiidisehen. Ferner die regelmäßige Veranstaltung von Vorträgen zur Hebung des jüdischen Wissens und endlich die Organi* sierung des bisher fast völlig daniederliegenden hebräischen Unterrichts. Diese Aufgabe ist um so dringender, als die hier geborenen Kinder teilweise aus Gleichgültigkeit und teilweise aus Mangel an Gelegenheit fern vom Judentum aufgewachsen sirnl und erst der Gemeinschaft zurückerobert werden müssen. Ein weiteres Zeichen neuen jüdischen Lebens ist aus Bilbao zu melden. Dort hat sich kürzlich eine Gemeinde gebildet — die dritte in Spanien. G. S. Der Preußische Ministerpräsident hat bestimmt, daß Materialien der preußischen Staatsarchive zur Geschichte des Judentums im Id. und 20. jahrhundert im Ein/elfall nur mit seiner Genehmigung zur Verfügung gestellt werden dürfen und daß im Falle der Genehmigung Aktenauszüge und Darstellungen vor der Freigabe zum Druck einer Prüfung unterzogen werden sollen. Dje außerpreußischen Landesregieningen sind ersucht worden, ihre Archivverwaltungen mit solchen Weisungen zu versehen, auch die Gemeinden sollen entsprechend verfahren. Italien und England Die Hegemonie im Mittelmeer Eia Aafaats de■ iiatieaiachea Scaatapräiideatea In einem Artikel ״Die Hegemonie im M i 11 e 11 ä n - di sehen Meer“ in der amerikanischen Zeitschrift ״Foreign Affairs“ behandelt Luigi Fedcrzoni, der Präsident des italienischen Senats und frühere Innenminister (über dessen Rede in Venedig zur Mandatsfragc wir in Nr. 16 vom 25. 2. berichteten. Red.), die Entwicklung der englischen Vorh e r r s c h a f t im M i 11 e 1 m e e r. Er unterscheidet dabei vier Perioden: die Vernichtung der Vorherrschaft anderer Staaten, die Verhinderung der Bildung neuer Hegemonien, die Schaffung eines eigenen Kolonialreichs mit der Basis im Mittelmeer und die Erhaltung und Konsolidierung seiner Herrschaftsstellung. Nach einer Schilderung des Aufstiegs der englischen Macht im Mittelmeer seit der Zeit der Auseinandersetzung mit Spanten und Frankreich bis zum Weltkriege weist Federzoni darauf hin, daß England den Friedensvertrag von Lausanne, der die neue Lage im östlichen Mittelmeergebiet festlegte, als Prüfstein einer wohlüberlegten und wirkungsvollen Aktion gegenüber den arabischen Staaten, die seinem Mandat unterstanden, benutzte. Wesen Staaten sei die Aufgabe des Schutzes des Landweges vom Mittelländischen Meer zum Persischen Golf zugewiesen. Der Ausgangspunkt ist Palästina, das sich als möglicher Ersatz für Aegypten darbiete, entweder weil der Kanal sowohl vom Osten wie vom Westen verteidigt werden kann, oder weil, im Fall der Kanal ganz verloren geht, Akaba an die Stelle von Suez treten und Haifa sowohl die Fiottenbasis als auch den Mündungspunkt für das Mossui-Oel bilden könne. Die Schaffung eines Jüdischen Nationalheims durch die Zionistische Bewegung könne nutzbar gemacht werden, um ein politisches Gegengewicht gegen die christlichen und moslemischen Gruppen in Palästina nt schaffen. Die Existenz des Pufferstaates Transjordanien diene vor allem dazu, Palästina von der Masse der Araber zu trennen. In Englands Araberpolitik stelle Irak zweifellos die erfolgreichste Schöpfung dar, so erfolgreich, daß England es für möglich gehalten habe, Irak die formelle Unabhängigkeit zu verleihen. In der jetzigen Phase der Konsolidierung und Erhaltung der Mittelmcerherrsc'naft glaube London, daß drei Faktoren die pax britannka im Mittelländischen Meer gefährden könnten: der ägyptische Nationalismus, eine starke Türkei und der Aufstieg des faschistischen Italiens. Die wirklichen Gründe für das Verbleiben der Engländer in Aegypten seien zwei: die Kontrolle über den Suezkanal und die Erhaltung des Zugangs zum Sudan. Jedoch könne der Besitz Palästinas die Sicherheit des Seeweges sichern. Ueberdies habe die Schaffung von Port Sudan den Sudan von Aegvptcn unabhängig gemacht. England könne daher den Verlust Aegyptens ohne großen Schaden für seine Reichsinteressen in Afrika und Indien ertragen. Gegen die unter Ketnal wiederbelebte Türkei habe England das Gegengewicht der arabischen Staaten gestellt; aber in dieser ganzen Gegend müsse die britische Politik mit solcher Elastizität operieren, daß sie oft widerspruchsvoll erscheine. Ihr wichtigstes Ziel sei es, zu verhindern, daß das russisch-türkische Einvernehmen zu eng werde, um dem Bündnis zwischen der Türke(, Iran. Irak und Afghanistan positive politische Bedeutung zu geben. Aber bei weiten! der bedeutsamste Faktor, der die Engländer im Mittelmeer beunruhigen dürfte, sei das f aschistische Italien. Hierüber macht Federzoni längere Ausführungen, die sich im wesentlichen auf die abessinische Frage beziehen. R. L. Juden im Italienischen Heer Von unserem römischen Berichterstatter Kr. Rom, 21. April Italien steht zur Zeit ganz unter dem Eindruck der Waffenerfolge m Abessinien. Wir erwähnten hier schon gelegentüch, daß sich aus Italien auch eine beträchtliche Zahl jüdischer Kriegsfreiwilliger nach Abessinien gemeldet haben, und daß sich die jüdische Bevölkerung Italiens mit großem Eifer an den von der Regierung zur Abwehr der 9anktionen veranstalteten Goldsammlungen und anderen patriotischen Maßnahmen beteiligt hat. Für die hier zur Zeit herrsehende Stimmung ist folgende, in der bekannten literarischen Wochenschrift ״Merlo“ abgedruckte Zuschrift eines Juden aus Ancona charakteristisch, worin es heißt: ״In den Kämpfen des Risorgimento, im Weltkriege und jetzt in Afrika haben die italienischen Juden ihre Pflicht getan und tun sie noch heute. Mehr als ein Jude aus Ancona stellt gegenwärtig als Kriegsfreiwilliger in Ostafrika. Die mit den meisten Orden und Ehrenzeichen geschmückten Bürger Anconas sind zwei Juden, und zwar der Vizeadmiral As coli, der zur Zeit die italienische Flotte in Eritrea kommandiert, und der Ehrenadjutant des Königs Umberto Beer, der Kriegsfreiwilliger ist und fünfmal verletzt wurde. Beide haben nicht weniger als vier silberne Kriegsmedaillen. Hier in Italien kennen wir keine Unterschiede der Rasse und Religion. Katholiken, Juden und Freidenker, alle sind wir ein Volk von Soldaten, das sich beute um den Duce schart, um das zu erobern, was uns mißgönnt wurde und uns doch von Rechts wegen gehört.“ Diese und ähnliche Aeußerungcn sind heute in Italien nicht selten. Bemerkenswert ist, daß sie nicht nur Eingang in die Presse finden, sondern auch an hervorragender Stelle zum Abdruck gelangen. Der Kampf in der Wiener jüdischen Gemeinde Von besonderer Seite wird uns aus Wien berichtet: Die Vertretung der Wiener jüdischen ü e 111 e i n d e, welche 36 Mandate umfaßt, ist letztens auf 17 Mandate gesunken. Erfuhr die ursprüngliche Mandatsbesefzung bei der Errichtung des neuen autoritären Regimes eine Reduktion, indem zufolge der neuen Gesetzgebung die jüdisch-sozialdemokratische Gruppe sowie die Poale Zion ausschieden, so ist dieser Prozeß jetzt infolge der freiwilligen Mandatsniederlegung durch 11 Vertreter der assimilatorischen ״Union österreichischer Juden" noch weiter gegangen. Diesem demonstrativen Verzicht gingen heftige Kämpfe voraus. Der schon früher bestandene Gegensatz zwischen der zionistischen Majorität im Vorstande der Kultusgemeinde und der unionistisclien Minderheit erfuhr in den letzten Monaten eine besondere Verschärfung, als die Zionisten gegen den Widerstand der ״Union“ zwei durch Tod freigewordene Beamtenstellen mit gewählten zionistischen Kultusvorstehcrn besetzten. So erhielt vor etlichen Monaten der Kultusvor- Steher Moses Rath, der Autor des bekannten hebräischen Lehrbuches, die Stelle des Direktors der Bibliothek der jüdischen Gemeinde und letztens trat der bisherige Vize- Präsident der Kultusgemeinde Dr. Löwenherz die Stelle des ersten Sekretärs und Amtsdirektors der Kultusgemeinde nach besonders heftigem Widerstande der ״Union“ an. Diese zog in der Gemeindestube, in ihrer Presse sowie in Flugblättern, die an alle Wähler versandt wurden, mit dem schwersten Geschütz zu Feld: sie wirft den Zionisten Korruption vor und erklärt es als einen Mißbrauch der eroberten Majorität, freigewählte ehrenamtliche Mandatare mit besoldetem Posten zu versehen. Außerdem besitze Rath keine wissenschaftliche Qualifikation für die Stelle eines Bibliotheksdirektors, während gegen den früheren Vizepräsidenten Dr. Löwenherz auf dem Posten des Amtsdirektors besonders anzuwenden sei, daß er ein zionistischer Agitator sei. Die Hoffnung der ״Union“, mit ihrer Mandatsniederlegung den Vorstand beschlußunfähig zu machen und ein Eingreifen der staatlichen Aufsichtsbehörde zu erzwingen, eventuell sogar die Autonomie der Gemeinde zu untergraben, die für sie unter zionistischer Führung wertlos ist. hat sich nicht erfüllt. Aber daß diese Vereinigung, in völliger Verkennung der Zeittendenzen und des herrschenden Kurses, in diesem Kampfe ihre ״Bodenständigkeit“ herausstreicht, diesen gegen die Ostjuden ausspielt und die Vaterlandstreue der Zionisten in Zweifel zieht, verdient jedenfalls als charakteristisches Zeichen einer bestimmten jüdischen Haltung besondere Erwähnung, wie man auch sonst zu dem Kampfe in der Frage der Besetzung wichtiger Stellen stehen mag. So hat es die ״Union“ auch nicht unterlassen, in einer Eingabe an den antisemitischen Bürgermeister von Wien als den Vertreter der übergeordneten Behörde in einer ausführlichen Darlegung der Gründe ihrer Mandatsniederfegung die ostjüdische Herkunft der Herren Rath und Löwenherz deutlich hervorzuheben. Für die Neuwahlen in die Kultusgemeindc, welche Anfang Oktober stattfinden werden, ist mit einer neuen wahlwerbenden Gruppe zu rechnen, dem ״Bund jüdischer Front- Soldaten“, welcher innerjüdisch Neutralität wahrt und eine Einheitsfront zustande bringen will, die ihm mit Rücksicht aut die schwere jüdische Situation ein Gebot der Stunde zu sein scheint. Nur wenn diese nicht zustande kommt, will der Bund der Frontkämpfer selbst kandidieren. Da diese aber kaum irn Bereich der Möglichkeit liegt, so ist mit dem Eintritt eines neuen Faktors in die Wiener Kultusgemeindelührung zu rechnen. d. Ke arabische Zeitung ״A-Difaa“ meldet, daß die Gendarmerie an der Grenze zum Libanon elf Juden verhaftet hat, die illegal nach Palästina einwandern wollten. 40000 Dunam neuen Boden sollen durch den KKL in den unveräußerlichen Besitz de* jüdischen Volkes überführt werden. Tausende jüdischer Ein- Wanderer werden auf diesem Boden Ihren Lebensraum finden. Aufbauwille und Opferbereitschaft sichern aber erst die endgültige Besitzergreifung und den Beginn der landwlrtschaftliehen Besiedlung des Bodens. Für die Verwirklichung dieses Werkes muß jeder Jude sich verantwortlich fühlen. Die Er- Weiterung des Landes, die Steigerung seiner Aufnahmefähigkeif, die Festigung der Grundlage des jüdischen Aufbaus, die Stärkung des landwirtschaftlichen Sektors durch Vergrößerung des nationalen Bodenbesitzes, das Ist zugleich die Antwort der Juden aut die letzten Ereignisse tn Paläs 11 n a. Erez Israel erwartet, daß jeder Jude in Deutschland seine Pflicht tut. Spenden für neuen Boden in Erez Israel nehmen die mit einem Ausweis versehenen Vertrauensleute des KKL entgegen. Unmittelbare Spendenüberweisungen sind zu richten an Kerea Kajemeth Lejlsracl Jüdischer Natinalfonds E.V. Berlin W 15, MeinekestraBe 10 Postscheckkontos Berlin 28247 Bestrafter Erpresser Vor dem Schöffengericht Hannover hatte sich ein Angeklagter wegen versuchter Erpressung zu verantworten. Er hatte einem jüdischen Einwohner einen Brief geschrieben, in dem er postlagernd die Uebersendung eines größeren Geldbetrages forderte, wenn er nicht die von dem Juden angeblich im Jahre 1922 begangenen Rasseschändüngen den Behörden zur Kenntnis bringen solle. Der Empfänger des Briefes hatte das Geld jedoch nicht abgesandt, sondern die Angelegenheit der Polizei übergeben, die die Hauptpost überwachen ließ. Es gelang nach wenigen Tagen, den Briefschreiber festzunehmen. Er hatte seinen Neffen an den Schalter geschickt, damit er nach dem Brief fragen solle. Da sich vor Gericht jedoch ergab, daß der Neffe in die Angelegenheit nicht eingeweiht war, wurde er freigesprochen, während der Onkel wegen versuchter Erpressung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. Eine 19jährige Hausangestellte hatte ihrem nichtarischen Arbeitgeber nach und nach 700 Mark gestöhlen. Um der Strafe zu entgehen, beschuldigte sie Inn eines rasseschänderischcn Vergehens und behauptete, das Geld habe sic als Schweigegeld erhalten. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben aber die völlige Haltlosigkeit der Aussage. Das Schöffengericht Wiesbaden verurteilte das Mädchen wegen wissentlich falscher Anschuldigung und verleumderischer Beleidigung mit Rücksicht auf die Gemeinheit der Handlungsweise zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr vier Monaten, dem Beleidigten wurde Publikationsbelugnis zugesprochen. Verurteilt wegen Beleidigung C3P ISS C9 Das ״Nationalblatt“ in Koblenz meldet: ״Das Schöffengcricht in Limburg verurteilte den jüdischen Viehhändler Moritz Salomon aus Dierdorf (Westerwald) wegen Beleidigung eines Amtswalters der NSDAP, zu 50 RM. Geldstrafe. Der Jude hatte behauptet, der Amtswalter habe im November 1935 in Koblenz von einem jüdischen Viehhändler ein Rind gekauft. Das Gericht schloß sich der Auffassung des Staatsanwaltes, daß es nicht nur für jeden Parteigenossen, sondern auch für jeden arischen Volksgenossen ehrenrührig sei, wenn man ihm Geschäfte mit Juden nachsage, in seiner Urteilsbegründung an.“ KLEINE UND GROSSE UMZÖGE Lift«, Lagerung, Otter•••- und Aualsndsvarkehr® GEPÄCKFAHRT Barlin W IS, Kurfüratandamm 211 bavari* BARBAROSSA STEINPLATZ OBERBAUM 8888