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Jüdische Rundschau · 1936-04-21 · Heft 32 (21.4.1936) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 32 (21.4.1936)
Date
1936-04-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 32, 21. IV. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seife 11 Haifas Technische Hochschule Im Arbeitszimmer des Leiters des Technions steht eine Büste von Shmarya L e v i n, der mit den Anfängen und dem Aufbau des Technions eng verbunden war. Im Frühjahr 1913 begleitete er uns, die Gruppe der zionistischen Studenten aus Deutschland, auf unserer Palästina-Reise, und auf dem Schiff und auf der Fahrt durch das Land sprach er zu uns. Unvergessen wie alle seine Reden, die ich nachher in Deutschland hörte, ist mir seine Ansprache auf dem Hof des Technions. Das Tcchnion war damals gerade im Bau, noch längst nicht fertiggestellt, im weiten Umkreis kein anderes Gebäude, Hadar Hacarinel gab es noch nicht. Der Sprachenkampf um die hebräische Unterrichtssprache am Technion kündigte sich damals schon an. Shmarya Levin sprach zu uns davon, daß mit der Vollendung des Baues Blich auI das Technikum 1936 י', noch längst nicht alle Schwierigkeiten behoben sein würden, man würde wohl einen Kampf darum zu führen haben, daß dieses Institut wirklich dem jüdischen Volke gehöre, daß es zur Nationalisierung und nicht zur Assimilation erziehe, zu der Nationalisierung, die ohne die hebräische Sprache nicht zu denken sei. Immer wieder stand uns, den Teilnehmern an der Reise, diese Versammlung auf dem Hofe des Technions vor Augen, wenn wir Shmarya Levi!1 später in Deutschland in zahlreichen Versammlungen über den Sprachenkampf sprechen hörten, und noch heute wird diese Szene, auch nach 23 Jahren, allen Teilnehmern unvergeßlich sein. Das T echnion ist eine Technische Hochschul e, bestehend aus den drei Abteilungen für Bauingenieure, Architekten und Betriebsingenieure, entsprechend den Bedürfnissen des Landes und insbesondere der Hafenstadt Haifa, dem wachsenden Verkehrszentrum und dem Mittelpunkt einer werdenden Industrie. 360 Studenten lernen dort, davon etwa 215 in diesem Lehrjahre neu Aufgenommene, Mangel an Mitteln hindert die Schule leider, allen Aufnahmegesuchen zu entsprechen; Studenten im Ausland müssen warten, bis sie aufgenommen werden können, die in Palästina wohnenden Schüler werden zumeist zugelas.sen, soweit sie die nötige Vorbildung haben. Nach vier Jahren Studium findet ein Ab- Schlußexamen statt, das von der Regierung beaufsichtigt wird. Die Kandidaten erhalten nach bestandenem Examen 401 Titel Diplom-1ngenieur, zuletzt haben 9 von 14 Das neue Gebäude der Technischen Mittelschule .ßki’% '.im•'■׳ ׳' Aal .:mv Kandidaten, darunter 2 Frauen, die Prüfung mit Erfolg abgelegt. Das Lehrpersonal besteht aus 20 Professoren, 11 Dozenten, 6 Assistenten und einigen Sprachlehrern und Instruktoren. Das Budget wird im wesentlichen aus eigenen Einnahmen gedeckt, insbesondere aus Schulgeldern und Gebühren. Weitere Einnahmen werden erwartet aus der Vermietung von Häusern, die aus einem besonderen Fonds an der Herzlstraße auf dem Gelände des Technions gebaut werden sollen. Die Agency trägt £P 750 pro Jahr zum Etat bei. Eine besondere Zuwendung der Regierung in Höhe von £P 10 000 ermüglichte es, die bestehenden Laboratorien zu erweitern und ferner ein neues eiektro-technisches und hydraulisches Laboratorium zu eröffnen, ferner für die Fachschulen ein neues Gebäude zu errichten. Die Laboratorien dienen nicht nur Unterrichtszwecken, sondern stehen auch der Industrie zur Verfügung, insbesondere das Material-Pnifungslaboratorium. Für die landwirtschaftlichen Siedlungen im Emek und Lmck Hajarden mit ihren zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen organisiert das Technion eine systematische Beratung durch einen Wanderinstruktor und veranstaltet im Winter in Haifa Kurse für landwirtschaftliche Mechaniker. An den Abendkursen zur Fortbildung der städtischen Handwerker beteiligen sich zurzeit 100 Personen. Leiter des Technions ist Dipl.-Ing. Kaplanskv, dem ein von der Agency und dem Waad t.eumi ernanntes Komitee zur Seite steht. * Das Technion hat im bemerkenswertem Umfange sich an der Hilfe für die AI i j a h aus Deutschland beteiligt. Es hat bisher 6 Lehrkräfte, die früher in Deutschland tätig waren, berufen, eine weitere Ernennung steht hevor. Noch immer gibt es zahlreiche namhafte Gelehrte, die gern am Technion arbeiten würden, und auch nach dem Lehrplan sind noch weitere Besetzungen von Lehrstühlen möglich. Leider aber fehlen die für solche Berufungen erforderfichcn Mittel. Das Technion hat bisher von dem British Central Fund und von den jüdischen Gemeinden Italiens für die Berufung von Lehrkräften £P 2000 erhalten, von der Deutschen Abteilung der Agency nur EP 200, also Mittel, die die gewünschte und notwendige Erweiterung nicht zulassen. Der Zustrom von Studenten aus Deutschland ist nicht so stark, wie man vermutet hat. Nur etwa 20 von den 300 Studenten stammen aus Deutschland, unter den im letzten Jahre neu aufgeiiommcnen ist sogar nur einer. Vielleicht ist gerade jetzt die Abneigung der Einwanderer aus Deutschland Maschinensaal der llandwerherschule Foto«: w. I.o«w«sheim, Ua!f« '?')■ י• (;.,«LI «KJ. ׳״*Ab■ ׳'ni ■, vor intellektuellen Berufen besonders stark. Eine wichtige Hilfe leistet das Technion der Alijah aus Deutschland (in Zusammenarbeit mit der HOG. und der Histadruth) durch die Veranstaltung von Umschichtungskursen, über die schon öfter berichtet wurde. Die Kurse des Jahres 1934 dauerten 3—8 Monate, es beteiligten sich zirka 80 Personen (Bauverschale!-, Eisenbicger, Bautischler, Installateure). 1935 fanden Kurse für Bautischler, Schweißer und Nieter statt. * Die mit dem Technion verbundenen Schulen, die Handwerkerschule und Technische Mittelschule, erfordern eine besondere Darstellung. Hier sei nur kurz an gedeutet, daß die Handwerkersehule eine Abteilung für Schlosser und Dreher (auch autogenes Schweißen und Schmieden) hat und 6 Instruktoren beschäftigt. Die Aufnahme der Schüler erfolgt vom 16. Lebensjahre an. Sie erhalten eine hauptsächlieh handwerkliche Ausbildung, nur ein Drittel der Lehrstunden dient theoretischem Unterricht. Von den 75 Schülern stammt ein Drittel aus Deutschland. Die Technische Mittelschule unter Leitung von Dr. B a r d i n nimmt Schüler im Alter von 14—18 Jahren auf. Mit fachlicher Ausbildung sind hebräische und allgemeine Fächer verbunden, die die Hälfte der Arbeitsstunden in Anspruch nehmen. Von 80 Schülern sind ein Viertel aus Deutschland. Die Gründung war möglich infolge einer besonderen Spende von Frau W a r b u r g, New York, die auch jetzt wieder 10 000 Dollar für die Erhaltung der Schule zur Verfügung gestellt hat. Beide Schulen sind bei weiteren Investierungen erweiterungsfähig und könnten noch mehr Schüler aufnelunen. Ucbrigens haut die Regierung eine ähnliche Schule, die technischer Bildung dienen soll, für die arabische Bevölkerung in der Haifa-Bav. Der künftige Leiter besuchte vor kurzem das Technion und die Schulen und informierte sich eingehend über die Lehrpläne. Dr. Albert B a e r, Haifa Presseschau Konjunktur und Einwanderung Die ״Frankfurter Zeitung“ vom 19. 4. veröffent- Seht einen Aufsatz über Konjunktur und Einwanderung in Palästina. Es wird in diesem darauf hingewiesen, daß die Einwanderung der bestimmende Faktor der palästinensischen Wirtschaft ist. Im Anschluß an eine Schilderung des Zustroms in Menschen und Kapitalien wird die Frage des Arbeitermangels und das Tempo der landwirtschaftlichen Kolonisation m der Prosperity geschildert. Die Mandatsmacht habe die Entwicklung jedoch gebremst, da sie eine Verschärfung des spannungszustands zwischen Araber und Juden befürchtete. Im Zusammenhang mit dem abessinischen Konflikt sei es zur Krise gekommen, die insbesondere in der Bauwirtschaft spürbar wurde. Hieran habe sich eine Stagnation auf dem Grundstücksmarkt angeschlossen. Die akute Krise sei rasch in einen Zustand der Depression übergegangen, durch den die Fragen einer Steigerung der Konsumkraft und des Lohnniveaus akut geworden sind. Der Bericht schließt mit einer Betrachtung über die Situation der Zitruswirtschaft und über die Levante-Messe und betont schließlich nochmals, daß die Konjunktur des Landes in erster Linie vom Zuzug an Kapital und Menschen abhängt. Die jüdische Religion in Pallstina Die Zeitschrift ״Great B r i t a i n and t h e East“ bringt in ihrer Ausgabe vom 2! April eine Reihe von Auf- Sätzen über die in Palästina vertretenen Religionen, darunter auch über das Judentum. Der Aufsatz verweist aut die Rektoratsrede von Hugo Bergmann im November des letzten Jahres, in der er eine Synthese von nationalem und reifgiösem Judentum forderte. Das jüdische Leben im Lande selbst zwinge die Juden Palästinas, von neuem ihren geistigen Standort und den kulturellen Inhalt ihres Lebens zu überprüfen. Die Wiederbelebung des Interesses an der jüdisehen Religion sei die Folge und sei selbst unter dem herrschenden Element des Jischuws, der Arbeiterschaft, zu beobachten. Es sei auch ein bedeutungsvolles Zeichen, daß die wachsende religiöse Tendenz im zionistischen Lehen stark genug gewesen sei, die Zionistische Organisation zu veranlassen, mehrere Kolonien zu unterstützen, deren Be- Siedler ausschließlich orthodoxe Arbeiter sind (Sade Jaakow, Klar Pincs, Kfar Jawetz us׳.v.). Daß die jüdische Wiedergebürt in Palästina zu einer Wiederherstellung der Orthodoxie führen werde, sei unwahrscheinlich, man könne aber Voraussagen, daß der Streit nicht um westliche Säkularisation oder Orthodoxie gehen werde, sondern um Orthodoxie oder eine ״neue Synthese“, die aus dem jüdischen Leben in Palästina herauswächst und von der Bergmann gesprochen hat. Die Zeitschrift ״Great Britain and the East“ hat in ihrer Nummer vom 16. 4. eine Sonderbeilagc über Pa- 1 ä s t i n a herausgegeben, die der Levante-Messe gewidmet ist. Das reich illustrierte Heft enthält Artikel über die Messe selbst, über die Bauindustrie, die Eisenbahnen, das Straßenwesen, die Haavara, die Häfen, die Handelsbilanz, das Schiffahrtswesen, Landwirtschaft, Bankwesen, Orangensaison und anderes mehr. Teppiche / Möbelstoffe / Gardinen ■ BLUMENFELD, Nürnberg. AdlerstraBe 36 | Der Bau des Habimah-Theaters Von Margot Klausner, Tel-Awiw Am 26. März wurde der Rohbau des Iiabimah-Theaters dem Bauunternehmer M. Bcrman übergeben. Die Kosten betragen ca. £P 20 003. Die Fertigstellung des Untergeschosses ztif vorläufigen Arbeit der Schauspieler, der Büros und der Magazine kostet weitere £P 2000. Im ganzen stehen dem Baukomitee in bar und Verpflichtungen CP 11 000 zur sofortigen Verfügung. Das bedeutet, daß die Hälfte des Rohbaues gesichert ist. Das Baukomitee hat daher beschlossen, die im vorigen Frühjahr begonnene Aktion zu Ende zu fuhren. Und zwar ist folgendes vorgesehen: 1. Die Aufbringung von Bau-!naterialien im Lande. 2. Die Beendigung der Aktion in Tel-Awiw. 3. Die Erneuerung der Arbeit i!1 Jerusalem und in Haifa. 4. Die Aktion in den Kolonien. (Beginn ir! Rehovoth, wo sich ein Komitee unter dem Vorsitz von M. Smiliansky gebildet hat.) 5. Die Sammlung von Materialien und Geld in verschiedenen Ländern Europas. Wir haben die feste Ueberzcugmig, daß der Bau in zwei Jahren s p i c I f e r t i g sein wird. Jetzt gilt es, alle Freunde im In- und Ausland zu mobilisieren, damit das angefangene Werk schnell und würdig zu Ende geführt werden kann. Auch die Stadtverwaltung wird ihr 1 eil dazu beitragen, denn sie wird ja die Besitzerin dieses großen repräsentativen Baues sein. Als das Baukomitee nach der Grundsteinlegung im Juni des vorigen Jahres die Baupläne einer nochmaligen Prüfung unterwarf, hatten alle den Eindruck, daß das äußere, vor zwei Jahren gewählte Ausmaß — ein privates Spieltheater mit 1200 Plätzen -- fiir das heutige Gesicht der Stadt nicht mehr ausreiditc, und die Stadtverwaltung verlangte^ damals, in der Epoche des raschen Aufstiegs von I el-Awiw, eine gewisse Erweiterung des Baues, so daß jetzt ein wirkliches Stadttheater entstehen wirtl. Öffentliche Bauten sind di״ Keim/eichen einer Epoche. Es scheint uns, daß wir hier einen Anfang der öffentlichen Baukunst erleben, der weitere laten auf diesem Gebiet erwarten läßt. Es mag sein, daß die I lahimah durch das Wagnis dieses Baues prophetisch war — nicht nur damals, als sie aus der Gallith die Renaissance der Sprache prophezeite, sondem diesmal dadurch, daß sie sinnbildlich den kulturellen und wirtschaftlichen Aufbau ries jüdischen Palästina mit dokumentiereii hilft. Denn wenn eine Gemeinschaft schon. ein großes eigenes Theater bauen will, so fühlt sie sieh sicher und lioffming.droh für die Zukunit. Vielleicht wird dieser Bau auch eine neue ästhetische Epoche in '1 el-Awiw beginnen, wo der Mange! an Grün, an schönen Häusern und breiten Straßen das Bild der Stadt beeinträchtigt. Wir werden versuchen, unserem Haus Säulen ans dem Marmor des Galil eiuznfügeii und unseren Wanden die Steine von (crusalem. Doch da Palästina mir einen geringen Teil der erforderlichen Materia'ieu selbst produziert, so werden unsere Freunde auf der ganzen Welt dazu beisteuern, das Werk zu vollenden. Sie werden uns die in ihren Ländern hergestelltcn Hölzer, Eisen, Stoffe und Maschinen senden, so daß wir in zwei Jahren das Fest der Einweihung werden feiern können. Noch ein Symbol werden wir zur Erinnerung an die alten, großen Zeiten im Theater haben: Eine Zeder aus dein Libanon, — ein Geschenk des Patriarchen der Maroniten. Die Juden sind ein Volk, das an Zeichen und Symbole glaubt: dieses hier ist kein mystisches oder unwirkliches, sondern ein ganz, reales. Nehmen wir es trotzdem an — in der Hoffnung, bald das Theater vollendet zu sehen — als erstes einer großen Reihe von schönen Bauten unserer Epoche. Dizengoff gegen Terrormethoden Da in letzter Zeit verschiedentlich im Kampf um die Durchsetzung des Prinzips Tozerct Haarcz, der hebräischen Sprache und der Heiligung des Schabbat in Tel-Awiw terroristische Methoden angewendet wurden, veröffentlicht der Bürgermeister von Tel- Awiw, Meir Dizengoff, in der hebräischen Presse einen offenen Brief, in dem er diese Methoden verurteilt. Bürgermcister Dizengoff warnt davor, gezwungen zu sein, gegen solche ״Gangsterei“, die Unglück über die ganze Stadt bringen könne, die schärfsten Mittel anzuwenden. Der Geldumlauf in Palästina Ende März waren für ()23(1131 Pfund Noten und Münzen im Verkehr. Ende Februar betrug der (ieidumlauf von Noten und Mimzen mir 6 13(1 13t Pfund. Er ist also um runU 50 001) Pfund gestiegen. Im einzelnen waren für -1S0000 Pfund Silbe!!גוiinze 11, fiir $1000 Pfund N'iekelimmzen und 7200 Pfund Bronzemünzcn im Umlauf. Der Umlaut an Metalhniinzcn betrug demnach 571200 Pfund. Der Notenumlau! zeigte eine Höhe von 5 001031 Pfund. 100-Pfuiid* Noten waren nur in einer Anzahl von 447 im Verkehr, dagegen liefen 2 025 230 Einpfundnoten um. Die Vorbereitung zur Levante-Messe J e r 11 s a 1 e m, 16. April. (JTA.) Italic n wird sich an der am 30. April stattfindenden Levante-Messe nicht beteiligen. Dies ist daran! zurüekzuführen, daß die Palästina- Regierung sieh geweigert hat, italienische Ausstellungen zur Messe zuzulasseu und nur die Ausstellung von graphischen Darstellungen und Photographien erlauben will. Italien hat in diese Bedingungen nicht cmgcwilligt. Die Stellungnahme der Palästina-Regierung geht anscheinend auf die Beteiligung Palästinas an den am 18. Novetnber in Kraft gesetzten Wirtschaftssanktionen des Völker!) 11 n d e s g e gen Italien zurück. Diese Sanktionen erstrecken sich auch auf das Verbot der Einfuhr italienischer Waren nach Palästina. Allerdings war seinerzeit der High Commissioner ermächtigt worden, in Einzelfällen Ausnahmen von diesem Verbot zuzulassen. Die Bedeutung des Meeres für den Aufbau Palästinas. Die Gesellschaft ״Sc hu Inn“ (in Krakau, ürodzka 71 m. 31) übersendet uns mehrere umfangreiche Arbeiten, in denen sic mit ihren Zielen vertraut macht. Die Gesellschaft will die Arbeitsmöglichkeiten, die das Meer fiir Palästina bietet, erschließen und die bisherigen Bestrebungen in dieser Riehtung unterstützen. Die zoologischen und botanischen Forschungcn bieten die Grundlage für einen rationellen Fischfang. Da in Palästina Tierfleisch nicht schmackhaft ist, wächst der Verbrauch vor allem an Süßwasserfischen, die aus den Nachbarländern eingeführt werden müssen. Deshalb müsse die jüdische Seefischerei und die Zucht der Süßwasserfische entwickelt werden. Eine rationelle Fischerei bilde die Grundlage neuer Industrien (Konservenfabriken, Kühlanlagen, Räuchereien usw.). Ferner sei die Entwicklung einer eigenen jüdischen Schiffahrt von besonderer Bedeutung. Dazu sei notwendig die zentrale Gründung von Secscbu'en, hydrobiologischen Stationen und der Ankauf von Schulschiffen. Der Aufbau einer jüdischen Flotte sei die Aufgabe des nationalen Kapitals, weil die privaten Gesellschaften der Konkurrenz der mächtigen großen Schiffahrtslinicn nicht gewachsen sind. {Schluß des Palästina-Teils)

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