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Jüdische Rundschau · 1936-04-21 · Heft 32 (21.4.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 32 (21.4.1936)
Date
1936-04-21
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 32 21. IV. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Sehe 3 Amerikanisches Allerlei Von unserem Korrespondenten New York, 6. April ,,Shylock“ aui der Bühne und in der Schule Während Palästina Leopold Jessners Inszenierung des ,,Kaufmanns von Venedig“ mit der Habitnah-Truppc erwartet, wird Shakespeares Stück auch zu einer Angelegenheit des amerikanisch-jüdischen Lebens. Der Gegensatz ist gewaltig. In Palästina erwartet man das Stück mit Spannung, in den Vereinigten Staaten mit Furcht. Jahre hindurch haben sich der Bnc-Brith und andere jiidisehe Organisationen nach Kräften bemüht, den ״Kaufmann von Venedig“ aus der Reihe der an den öffentlichen amerikairischen Schulen und Hochschulen als Lektüre verlangten Werke auszuschalten. Vielfach hatten ihre Anstrengungen Erfolg. Aber in den letzten Monaten wird das Shylock-Drama wieder in einer Anzahl von Städten eingefiihit, und die Proteste der Rabbiner und anderer jüdischer Autoritäten werden von den Schulbehörden nicht beachtet. Selbst in New׳ York mit seiner jüdischen Bevölkerung von 2יי Millionen, wo der ״Kaufmann“ lange Jahre hindurch nicht zur Schullektüre verwendet wurde, wird davon gesprochen, dall das Werk wieder auf die Liste der Bücher gesetzt werden soll, die jedes Schulkind vor der Universitätslaufbalm gelesen haben inuß. Welche Interpretation Jcssner oder Reinhardt dem Shylock auch geben mögen, die amerikanischen Juden — in ihrer Mehrzahl — glauben, daß die Lektüre dieses Stücks in den Schulen nur zu Mißverständnissen und Verkennungen des jüdischen Wesens beitragen wird. Shylock ist gleichbedeutend mit mittelmäßig, geizig und verächtlich, wie das kindliche Gemüt es versteht. Deswegen wenden sich die Juden gegen seine weite Verbreitung innerhalb eines Schulwesens, das von Juden mit unterstützt wird. Im letzten Sommer wollte Max Reinhardt seine Inszenierung des ״Kaufmanns“ in dem berühmten Hollywood Bowl auf führen, die gleiche Inszenierung, mit der er großen Erfolg in Italien hatte. Aber jüdische Freunde brachten ihn schließlich von diesem Plan ab wegen der unangenehmen Wirkung, die das Stück unzweifelhaft auf die Oeffcntlichkcit haben würde — trotz dem günstigen Licht, in dem Reinhardt den Shylock erscheinen läßt. Die Bereitschaft der Schulbehörden in einigen amerikanischeu Städten, über die jüdischen Einwände gegen den ״Kaufmann“ einfach hinwegzugehen, ist wohl nicht als zufällig zu betrachten. Sie stammt aus einer wachsenden Spannung, die aus den Nachrichten erwächst, die aus Deutschland und Polen kommen und in der Presse groß auf gemacht werden. Der alte Satz ״Erfolg zeugt Erfolg“ scheint auf dem Gebiet der Rassentheorie ebenso gültig zu sein wie im geschäftiiehen Leben. Das Eindringen des Antisemitismus in neue Sphären des öffentlichen Lebens wurde in der letzten Zeit lebhaft verdeutlicht, als Frances P e r k i n s, der weibliche Arbeitsministet der USA., es für notwendig hielt, einen ״Offenen Brief“ zu veröffentlichen, in dem sie die gegen sie ausgestreuten Gerüchte, sie sei eine Jüdin, dementiert. In der Kampagne gegen die Roosevelt-Regierung, in der die antijüdische Stirnmung gründlich ausgenutzt wird, wurde ein anonymes Rundschreiben verbreitet, in dem behauptet wurde, daß Miss Perkins (deren bürgerlicher Name Mrs. Patd Wilson ist) eine polnische Jüdin sei. Miss Perkins antwortete: ״Es gibt keine Juden unter meinen Vorfahren. Wenn ich eine Jüdin wäre, würde ich kein Geheimnis daraus machen. Im Gegenteil, ich wäre stolz darauf.“ Und sie fügte hinzu: ״Es war für mich eine Ueberraschung, daß in den Vereinigten Staaten irgend jemand an den Vorfahren interessiert ist. Der Zweck ist zwar dunkel, scheint aber poiitischer Natur zu sein.“ Sie bezeiclmete eine solche ״Flüsterkampagne“ als ״unamerikanisch“ und fordert zu deren Zurückweisung auf. Es ist wichtig, daran zu erinnern, daß Statistiken erwiesen haben, daß der Antisemitismus in Amerika in den Landesteilen am verbreitetsten ist, w0׳ die geringste Zahl von Juden lebt. Das Bild, das sich die Nichtjuden in diesen Gegenden von den Juden machen, stammt aus Reden und theoretischen Lehren sowie von solchen Vorbildern wie dem ״Kaufmann von Venedig“ und Mariowes ״Der Jude von Malta“. ״Amerika den Amerikanern!“, ״Amerika, erwache!“ Diese Parolen, den europäischen Ländern schon vertraut, finden allmählich auch in den Vereinigten Staaten ihre Rufer. Es dürfte sich die Möglichkeit ergeben, diese Arten von Propaganda zu untersuchen und seitens der Regierung zu mißbilligen, denn es wird die Einbringung eines Gesetzes an den Kongreß, das eine sofortige Untersuchung der gegen die Gewissens- und Religionsfreiheit arbeitenden Kräfte verlangt, angekündigt. Einwanderer aus Deutschland In der letzten Woche kamen ungefähr 600 Juden aus Deutschland mit zwei Schiffen Ln New York an. Man schätzt, daß rund 2000 während der letzten zwei oder drei Monate nach Amerika gekommen sind. Aber selbst diese Zahl erschöpft nicht die Zulassungsquote, die über 25 000 im Jahr beträgt. Der New-Yorker Eiuwanderungskonimissar, der ein sympathischer und hilfsbereiter Herr ist, hat den Zeiturigsberichterstattern bei einer Schilderung der Ankömmlinge auseinandergesetzt, daß diese Juden aus Deutschland Bürgschäften dafür gegeben haben, daß sie der Oeffentlichkeit nicht zur Last fallen werden und daß ihre Verwandten eine formelle Garantie dafür übernommen haben. Diese Versieherungen sind besonders notwendig in dieser Zeit, da Bewegungen im Kongreß bestehen, die Einvvanderungsbeschränkungen weiter zu verschärfen. Die unverminderte Arbeitslosigkeit und die großen Summen, die für öffentliche Hilfe aufgewandt werden müssen, geben den Abgeordneten, die bei dem ersten Anlaß bereit sind zu rufen: ״Werft die Fremden heraus!“ eine starke Position. Die ganze Frage der Auswanderung aus Deutschland wird ledoch lebhaft in Amerika diskutiert. In der Haltung einiger ier prominentesten Führer hat sich ein plötzlicher Wandel bemerkbar gemacht. Der Clevelander Rabbiner A. H. Sil ver hat die Führung in der Ablehnung der Theorie einer völligen Auswanderung der Juden aus Deutschland übernommen. Er hat sich gegen den Plan des Council for German Jewry, 100 000 Juden in den nächsten vier Jahren die Auswanderung aus Deutschland zu ermöglichen, ausgesprochen. Er meint, daß die Anerkennung eines solchen Programms den Juden anderer Länder schaden könnte. Andere jüdische Führer haben sich dieser Auffassung angeschlossen. Ein ähnlicher Stand- Punkt wird auch in nichtjüdischen Kreisen vertreten. Dr. Frank Bohn, der Präsident des Hilfskomitees für die Flüchtlinge in Amerika, ein Schwiegersohn des Handelsministcrs Daniel Ropcr, hält den Plan der Auswanderung von 100 000 für ״närrisch“. Allerdings repräsentieren weder Dr. Silver noch Dr. Bohn die große amerikanische Masse, sei es der Juden oder der Nichtjuden. Zionistischer Nachwuchs Die größte und stärkste zionistische Jugendgruppe in Amerika ist die Mädchen-Organisation ״J u n g - H a d a s s a“ (״Junior-Hadassa“). Es gibt 200 solcher Jung-Hadassa Gruppen in Amerika, die ungefähr einen Mitgliederbestand von 12 000 haben. Unter Führung und Mitarbeit der Hadassa ist die Jugendorganisation, die Mädchen zwischen 17 und 25 Jahren umfaßt, ein wichtiges Instrument zur Schaffung des Interesses an Palästina und zur Vertiefung des jüdischen Lehens. Die Jung-Hadassa arbeitet mehr oder weniger in demselben Stile wie die Erwachsenenorganisaton. Ihre Hauptarbeit besteht darin, Geld für die Aufrechterhaltung des palästinensischen Kindcrdorfs Meir Scliefeja zu sammeln. Durch ihre kulturelle Tätigkeit sucht sie die Jugend in engen Kontakt mit der Entwicklung des Jüdischen Nationalheims zu bringen. Dieser Kontakt ist in den letzten Jahren noch verstärkt worden, als Gruppen jüdischer junger Mädchen Palästina besuchten. Abgesehen von dem■ Kinderdorf unterhält die Jung-Hadassa auch eine Orangenpflanzung für die besondere Ausbildung im Zitrusaubau sowie eine Vorbercitungsschule für Kindergärtnerinnen. Kürzlich sind in den Jung-Hadassa-üruppen hebräische Kurse eingerichtet worden; viele sprechen bereits fließend Hebräisch. Die am weitesten entwickelte Jugendgruppe ist der H a - schomer Hazair, der nicht entfernt so viele Mitglieder wie die Jung-Hadassa hat, aber weit reifer in seinem Verständnis für zionistische Verantwortung ist. Die monatlich erschcinende Zeitschrift des Haschomer Hazair spricht aber alle Fragen mit einem solchen Grad politischen Verständnisses, wie er häufig sogar nicht einmal von dem offiziellen Organ der Zionistischen Organisation in Amerika erreicht wird. Die Poale Zion-Jugend ist ebenfalls gut organisiert und zionistisch gut geschult. Der jüdische Mittelstand ist in den Jugendverbänden durch die ״A vuk a“ vertreten, die junge Männer und Frauen in den Universitäten erfaßt, sowie durch die ״M a s a d a“, die sich hauptsächlich an junge Angestellte und Intellektuelle wendet. Der gesamte Mitgliederbestand aller zionistischen jugendgruppen überschreitet kaum 50 000. Man ersieht aus dieser Zahl, daß die zionistische Jugend nicht das Hauptelement in der amerikanisch-jüdischen Gesellschaft ist. Aber dies ist nur ein Beweis für die allgemeine Gleichgültigkeit der amerikanisch -jüdischen Oeffentlichkeit gegenüber allen tiefen jüdischen Fragen. Unter den wichtigsten Jugendgruppen ist die bestorganisierte und einflußreichste ״A I e p h Zadik Aieph“, eine Jugendabteilung des Bne Brith. Vor einigen Wochen hat der AZA., ein Zeichen der zionistischen Sympathien seiner Führer, alle Mitglieder der Organisation (ungefähr 16 000) zur begeisterten Unterstützung des United Palestine Appeal aufgerufen. Der AZA., der religiös nicht gebunden ist, rekrutiert seine Mitglieder hauptsächlich aus den Kreisen der Reform, da der Hauptfeil seiner Mitglieder aus dem mittleren und fernen Westen stammt. Die orthodoxen Juden haben ״Voung Israel“ als ihre Jugendorganisation. Obgleich sie aufrichtig an der zionistischen Bewegung interessiert ist, wird diese Gruppe meist dem traditionstreuen orthodoxen Judentum zugerechnet. Wiener Brief Von unserem Wiener Berichterstatter J.R., Wien, 19. April In einer von der katholischen Akademikerg.emeinschaft Oesterreichs und der Kulturgcmein- Schaft der ostmärkischen Sturmscharen veranstaltctcn Versammlung hielt Bundeskanzler Dr. Sch uschn i g g einen Vortrag über ״Aktuelle Probleme der österreichischen Politik aus katholischer Bl ick sc hau“. Nach einem historischen Rückblick über die österreichische Politik seit dem Umsturz von 1918 kam der österreichische Regierungschef auch auf aktuelle Probleme zu sprechen und wandte sich mit allem Nachdruck 11. a. auch gegen die Stimmungsmache, die allenthalben versucht wird, um die Phönixangelegenheit zu politisch em Kampf zu mißbrauchen. Zum Schluß behandelte der Bundeskanzler die Frage der freien Religion s - Übung in Oesterreich und führte hierzu folgendes aus: Der österreichische Staat, der seine besonderen Beziehungen zur großen Enzyklika des Papstes hat und dessen katholisches Oepräge nicht geleugnet werden kann, der sich in der Verfassung christlich nennt, garantiert den konfessionellen Frieden. Niemand, der irgendeiner gesetzlich anerkannten Reiigionsgemeinschaft in Oesterreich angehört, kann sich darüber beklagen, daß er in der Ausübung seiner religiösen Ueberzeugung, in seinen konfessionellen Rechten, bedroht w׳orden wäre. Jede Unduldsamkeit in der Sphäre des Gewissens würde osterreichischen Orundauffassungen widersprechen. Im Alter von 52 Jahren ist vor einigen Tagen der Präsident des österreichischen Makkahikreises, Direktor Gustav Spiegler, gestorben. Der Verstorbene hat in der Makkabi- Weltbewegung, zu deren Mitbegründern er zählte, eine hervorragende_ Rolle gespielt. Er war auch eine Zeitlang Vor- Standsmitglied des Wiener Fußballverbandes und Vizepräsident der ״Haköah“. Um die Popularisierung des Makkahisports in Oesterreich hat sich Direktor Spiegler sehr verdient gemacht. » Kürzlich hat die Wiener Polizei-Sportvereinigung dem bekannten Wiener jüdischen Chirurgen Dr. Felix Mandl für seine seit vielen Jahren geübte Behandlung von chirurgischen Verletzungen vieler Polizei-Sportler die Goldene Dr. Schober-Nadel und ein künstlerisch ausgestattetes Diplom verliehen. Die Auszeichnung, die dem Dozenten durch eine Dcputation überreicht wurde, wird nur einmal im Jahr verliehen. Dozent Mandl, der mit der Einführung der Sportchirurgie in Wien bahnbrechend gewirkt hat, genießt als Chirurg von Sportverletzungen europäischen Ruf. Zur Zeit gibt es drei C 11 a I u z - A u s b i I d u n g s g ü t c ז in Amerika. Sie litten lauge am Mangel an Mitteln. Gelegentlich steuert eine Organisation wie der United Palestine Appeal oder ähnliche Institutionen für die Erhaltung eines dieser Güter 1000 Dollars bei. Diejenigen, die die neun Monate Ausbildung überstellen (und viele überstellen sie nicht), sind einigermaßen vorbereitet für das Leben in Palästina. Kürzlich wurde eine Bewegung ins Lehen gerufen, die die C h a I 11 z 1 u 111 in Amerika fördern soll. 1:11 z o Ser e n i aus Giwatli Brenner, der vor kurzem einige Zeit in Deutschland zugebracht hat, ist nach Amerika gekommen, um wahrend eines zweijährigen Aufenthalts solch eine Bewegung zu entwickeln. Er hat bereits seinen Einfluß im amerikanischen 1 iechaluz fühlbar gemacht. Was ihm an Vertrautheit mit der englischen Sprache noch fehlt, ersetzt er durch die Wärme und Aufrichtigkcit seines Wesens. Das Problem der (Ihalnziuth war der Höhepunkt einer Konferenz, die vor einigen Wochen in New York unter Teilnähme von Rabbinern, Sozialarbeitern und zionistischen Füllrern stattfand. Aus Palästina war Salman Rubaschoff anwesend. ״Die P r o d u k t i v i e r u n g der amerikanischen j ü ■ d i s c 11 e n Jugend" war das Thema dieser Konferenz. Ihr Ziel war, Maßnahmen zu erörtern, um eine möglichst große Zahl junger arbeitsloser amerikanischer Juden auf Ausbildungsgiiter zu bekommen, wo sie einen neuen Beruf erlernen und zugleich sich für die Ansiedlung in Palästina vorbereiten können. Wie es häufig in Seminaren der Fall ist, waren die Diskussionen von etwas theoretischem Charakter, ohne rechte Be/iehimg zu den verfügbaren Mitteln und der Haltung der amerikanisch-jüdischen Jugend zur Chaiuziuth überhaupt. Es ist unwahrscheinlich im Augenblick, daß ein wc-sentlieber Aufschwung sowohl bezüglich der lhnschichtimgsgiiter als auch bezüglich der Umschicbtler stattfinden wird. Einmal sind keine «Mittel für entsprechende Güter vorhanden. Zweitens ist der Druck zur Auswanderung nicht stark genug. 1'.’naluziuth in Amerika wird durch (Jcfuhlsmomente, nicht durch äußere Notwendigkeit bewirkt. JDC and UPA Die jüdische Oeffentlichkeit Amerikas ist jetzt Zeuge eines heftigen K a m [)[es z w i s c h e n d 1־ n 8 a m :11 e laustreng ungen des ״Joint Distribution Oommittee•‘ und des ״United Palestine Appeal“. Die Führer des UPA. behaupten, daß die Führer des JDC. ständig die Arbeit in Palästina verkleinern, um die Gemeinden zu einem größeren Beitrag für die Sammlung des JDC. zu bringen. In einer Heilte von Leitartikelu in ״The New Palestine‘• haben die Zionisten scharfe Angriffe gegen diese Politik gerichtet, welche bezweckt, dem JDC. 75 00 der Sammlungen zu sichern, und dem UPA. nur 25 0'״ ztl gelien. Die Führer des JDC. wiederum behaupten, daß die Zionisten durch ihre Taktik den Frieden brechen. Was immer das Wesen dieser Kontroverse sein mag — und es kann kein Zweifel sein, daß es einen steten Widerstand gegen Palästina unter einigen der prominentesten Führer des JDC. gibt — der UPA. erreicht doch sein Ziel. Sein offener Kampf für die Erkenntnis der Bedeutung Palästinas hat vorzügliche Ergebnisse, Wenn nichts Unvorhergesehenes sich ereignet, wird die diesjährige Aktion für den Keren Hajessod und den Keren Kajemetli sehr erfolgreich sein und Palästina mehr Geld cinbringen, als in den letzten zwei Jahren gesammelt werden konnte, als der JDC. und der UPA. im ״United Jewish Appeal“ vereinigt waren. Was viele Zionisten überrascht hat, ist dies, daß in dieser Auseinandersetzung die nichtzionistischen Mitglieder der Jewish Agency sich durch Abwesenheit auszeiclmeten. Sie spielen keine bedeutende Rolle im UPA. Sie nehmen völlig Partei für den JDC. Viele nichtzionistische Mitglieder des Council der Jewish Agency wollen nichts mit dem UPA. zu tun haben, werben aber für den JDC. Glücklicherweise jedoch hat die jüdische Gesamtheit eine stärkere Beziehung zu Palästina als diese Mitglieder des Council. Der Leiter der Röntgen-Abteilung im Roihschiid-Spital, Primarius Dr. Borak, erhielt von der griechischen Regierung eine Einladung, in Athen zwei Vorträge!!her Röntgendiagnostik und Röntgentherapie zu halten. Der jüdische Gelehrte hat den .Antrag angenommen und wird ihm nach Beendigung des Weltkongresses jüdischer Acrzte in Palästina Folge leisten. Die Unruhen in Lemberg Warschau, 17. April. (JTA.) Anläßlich der Beerdigung eines erschossenen polnischen Arbeiters fanden in Lemberg Zusammenstöße zwischen den Teilnehmern an der Beerdigung und der Polizei statt. Da zahlreiche jüdische Arbeiter an der Beerdigung teilnahmen, befinden sich auch Juden unter den Verwundeten. Unter den Toten ist eine jüdische Frau namens Lea Arzt. Von den zahlreichen Läden, die bei den Unruhen geplündert wurden, gehören etwa 200 jüdischen Inhabern. (Die Unruhen trugen — ebenso wie die vor einigen Wochen in Krakau — einen rein sozialen Charakter und haben mit jüdischen Gesichtspunkten nichts zu tun. — A. d. R.) Märkte in Polen außerhalb der Städte Warschau, 16. April. (JTA.) ln letzter Zeit waren in verschiedenen Städten die ordentlichen Märkte vom ,Marktplatz inmitten der Stadt mach Plätzen außerhalb des Weichbildes der Stadt gelegt worden. Als Grund hierfür wurde angegeben, daß man Zusammenstoße zwischen der nichtjüdischen und jüdischen Bcvölkcrung vermeiden wolle. Diese Maßnahme hat die jüdische Kaufmannschaft erheblich geschädigt. Der zentrale jüdische kaufmännische Verein hat sich nunmehr an die Regierung gewandt, um zu erreichen, daß in Zukunft derartige Verlegungen von Märkten nicht stattfinden und die bereits verlegten wieder an ihren ursprünglichen Plätzen abgehaltcn werden. * ln Przytik wurden auf dem jüdischen Friedhof mehrere Grabsteine umgeworfen und der Friedhof verunreinigt. Jüdische Friedhofsbesucher wurden von den Tätern mit Steinen beworfen. Zu Ehren des Richters Julian W. Mack, der das Jubiläum seiner 25jährigen Amtstätigkeit als Richter feiert, veranstaltete der United Palestine Appeal ein Bankett, dem mehrere hundert Personen beiwohnten. Unter den Rednern, die die Verdienste von Richter Mack um das Palästinawerk feierten, war auch Rabbi Stephen S. W i s e und der frühere Bundesstaatsanwalt George M e c! a 1 i e. Mit dem Landschulheim Florenz: Ferien an der italienischen Riviera 1. Juli bis 30. September In Forte deI Marmi breiter Sandstrand, nahes Gebirge, Pinienwälder, Wohngelegenheit für Eltern im Ort r*gHPrtl1 für Ferlenklnder RM 4,71 inkl. wahlfreiem Unterricht und Sprachkursen — Auskunft durch die Landschulheimleitung Florenz, Plan dei Oiullarl, Villa Pazzl 1

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