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Jüdische Rundschau · 1936-04-21 · Heft 32 (21.4.1936) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 32 (21.4.1936)
Date
1936-04-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Sefte 2 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr, 32, 21■ IV. 1934 Einwanderer Montag in Haifa gelandet Bel den zwei Montag früh in Palästina eintreffendon Schiffen ״Po Ion In“ und ״Gerusal # וזן me“ wurde die Auuchlffung der an Bord befindlichen 600 jüdischen Ein- Wanderer nicht in Jaffa vargenomman, sondern erst In Half«, von wo sie mH einem Sondereug nach Tel־Aw|w gebracht wurden. Die arabischen Arbeiter, die in den jüdischen Pflanzungskolonien arbeiten, sind Montag früh wie immer zur Arbeit erschienen, Die Polizei hat die jüdischen QmnibiJs.Ges«! |י schaffen in Tel-Awiw verständigt, daß sie den Verkehr wieder aufnehmen können. Die jüdischen Institutionen haben aus Anlaß des Begräbnisses am heutigen Tage Halbmast geflaggt. (Eine Pressemeldung, wonach am Sonnabend in Rehavia, dem jüdischen Wohnviertel Jerusalems, eine Patrouille an geschossen wurden sein soll, ist nach unseren Informationen unrichtig. A. d. R.) Kritik an der Freitag ״Demonstration Die Sonntagsblätter der Tel-Awiw׳er Z9itun gen, die vor den Unruhen in Jaffa erschienen sind, nehmen zu den Demonstrationen vom Freitag in scharf ablehnender Weise Stellung. .,Haare/“ schreibt u. a.: ״Niemals hatte der wahre Ausdruck der Gefühle des jüdischen Volkes und der Hevdlkenmg Tcl-Awivys in unbedachte und miverantw1׳;dein Au-schreitiiiigen ausarten dürfen, die die Wohlfahrt des ganzen Jischmvs bedrohen״. Die rechtsbürgerliche Zeitung ״I1 a 1ו o k e r" erklärt, die Jugendgrtippe halse durch du* * I )eiuoiisiration, die zu dein Zusammenstoß mit der Polizei geführt hätte, die Ruhe und die!׳ihre der Stadt Tel-Awiw geiaiirdet. ״Da war״ fordert alle verantwortlichen Ki'.ifte des Jisslimv auf, sich der wilden Taktik einer kleinen Gruppe entgegen zustellen. In unwürdiger Weise, 80 führt das Blau aus, benutze!! die bankrotten Revisionisten das nationale Gefühl zur Veranstaltung von!»Übeltaten. Das Blatt verurteilt auch die Ueberfälle auf arabische Kutscher und Schuhputzer. Arabische Generalstreik-Agitation Weitere Nachrichten über die Montagvorgänge besagen! Die Zusammenstöße an der Grenze zwischen Jaffa und Tel-Awiw dauerten heute vormittag an. Als Opfer dieser Kämpfe wurden 23 Juden verletzt ins Hospital eingeliefert, zwei Juden wurden getötet. Ferner wird berichtet, daß ein Araber getötet worden ist. Die Agitation unter den Arabern ist überaus lebhaft. Es wird von arabischer Seite zur Veranstaltung eines Generalstreiks in Jerusalem und in Bttderen Orten nach dem Vorbild des Streiks von Damaskus aufgefordert. Der Ueberland-Autobusverkehr von Tel-Awiw und Jaffa ist gesperrt, mit Ausnahme der Linie von Tel-Awiw nordwärts nach Herzlia. * Itt den letzten Wochen wurde wiederholt die Befurchtun;׳ geäußert, daß die überaus gestiegene Spannung zwischen Juden und Arabern zu einer gewaltsamen Entladung führen könnte. Leider ist es nun wirklich zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Mit tiefer Trauer verzeichnen wir den Tod einer ganzen Anzahl von Opfern. Die Nachrichten besagen, daß es sich nur um einen lokalen Zusammenstoß handelt, der wieder, wie schon mehrmals zuvor in der leidensreichen Geschichte Palästinas der letzten 15 Jahre, in Jaffa stattfand, dessen Bevölkerung besonders fanatisiert ist. Die Ursachen dieser traurigen Ereignisse sind noch nicht völlig aufgehellt. Das 0>mnm!1i1|1!c der Regierung spricht von ״falschen (imicluea“, und jedenfalls scheint ein Zusamnienhang zu bestellen zwi-chen diesen Unruhen und dem Raubmord bei Tulkerem, der seinerseits wieder zu großer Erregung in den jüdischen Kreisen und anscheineiitl auch zu einigen unbedachten und unverantwortliehen I lamlluiigeii geführt hat. Ob der Ueberfull bei Tulkerem ein gewöhnlicher Raubmord war, wie er auf dieser Straße schon mehrmals vorkam, oder aber ein politisch gefärbtes, von nationalistischen Terroristen ausgehende-! Attentat, ist von hier aus schwer zu beurteilen. Die (ui oristeii-Aktion vor einigen Monaten, die zur Ernumiuiig des Roli/Etcn Rosenfeld und eines englischen 1 *01 i/isfeit führte, sowie der Mord an dein Nahalaler Siedler (ialufmaitn vor wenigen Wqclten, legen die Vermuttiiig poütwclier ־Motive nahe; andererseits haben die Terroristen aus (iriinden der nationalen Ehre bisher stets verschmäht, ihre ()pt'er zu berauben und so den Anschein mateiidler Beweggründe zu liefern. Wie immer in aufgeregten Zeiten, ist es schwer, die niassenpsychologischen Wirkungen solcher Ereignisse zu kontrollieren. Die jüdische ()effentliehkeit ist angesichts der wiederholten Vorkommnisse schwer beunruhigt und hat das Gefühl, ungenügend geschützt zu sein. Die Araber wieder sind durch das Vorbild der Nachbarländer ermuntert und glauben, durch Terrorakte «ind Demonstrationen ihre nationale Freiheit zu erobern; sie werden aufgepeitscht durch Gerüchteüber angebliche jüdische Angriffe. Eines beweisen die Vorfälle mit erschreckender Deutlichkeif: daß der jetzige Fremdheitszustand zwischen den beiden Völkern Palästinas schwere Gefahren in sich schließt und alles daran gesetzt werden muß, diesen Zustand zu ändern. Ein vollständige» Bild des Geschehens wird man sich erst nach Einlangen detaillierter Berichte machen können. Die Ru he scheint jetzt wiederhergestellt zu sein, im größten Teil des Landes war sie nicht gestört. Der Jischuw hat in unzweideutiger Weise seine Entschlossenheit zu Erkennen gegeben, seine Arbeit ruhig fortzusetzen. Die Landung von Immigranten wurde ohne Störung durchgeführt. Der Jischuw lebt in dem Bewußtsein, daß ein unter so ungewöhnlichen Bedingungen vor sich gehendes Aufbauwerk wie das des Jüdischen Nationalheims nicht ohne Blutopfer geschehen kann. Gewiß wird jeder aber dem Wunsche zustimmen, daß alles getan werden muß, um diese Opfer zu verhüten. Daran müssen die besten politischen Kräfte gesetzt werden. Neue Zuspitzung־ im Mittelmeer Die Rückwirkung der milHüriacken Erfolge ln Abessinien — Italiens Haltung in der Mandatalrag• — Italien und Palästina Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, 16. April Das rasche Vordringen der Italiener in Abessinien, die Besetzung des Tanaseegebietes und wichtiger Zollposten an der abessinisch-sudaitesischen Grenze, sowie die andauernden Verschiffungen von Truppen und Kriegsmaterial nach Ostafrika hat die nnglo-italieuisclie Spannung im Mittelmeer ln den letzten Wochen außerordentlich verschärft. Es ist klar, daß die Italiener unter dem Eindruck ihrer Waffencrfolge in Abessinien heute weniger denn je bereit sind, irgendein in Genf oder sonstwo von den Sanktionsmächtcn ausgearbeitetes Kompromiß zu akzeptieren. Und das Regierungsorgan, der ״Popo Io d ’ 11 a 1 i a“, hat gleich nach der Besetzung von Dessje, um alle etwaigen Zweifel zu beheben, klar und deutlich ausgesprochen, daß die itaiienisclsen Truppen ihrer» Vormarsch bis ins Herz Abessiniens, bis nach Addis-Abeba, vortragen würden. Außerdem denke Italien nicht daran, seinen Sieg wieder wie im Jahre 1919 durch die Alliierten verstümmeln zu lassen. Damals hätten England und Frankreich alle Kolonialmandate eingesteckt, von Palästina bis Tanganika, von Syrien bis Togo und Kamerun. Diesmal sei der italienische Sieg in Abessinien, der mit Blut und Geld und dem aufopfernden Widerstand eines ganzen Volkes gegen die Sanktionen erkauft worden sei, heilig und unantastbar. Was will Italien? Wird es sieb mit dem in Abessinien Erreichten begnügen oder bat es noch weiter gesteckte Ziele? Wie bekannt, hat England in den letzten Wochen und ,Monaten seine militärischen Stützpunkte rings um das Mittelmeer mit Hochdruck ausgebaut. Es tut alles, um die mehr oder weniger unter seinem Einfluß stehende ars> bische Welt für sich zu gewinnen und günstig zu stimmen und so im östlichen Mittelmeer einen Damm gegen etwaige italienische Expansionswünsche aufzurichten. Und es tut alles, um einem etwa von italienischer Seite drohenden Angriff vom!beugen. Vor wenigen Tagen hat der italienische Staatssekretär des Aeußercn S u v i c h dem ägyptischen Geschäftsträger in Rom noch einmal ausdrücklich versichert, daß lta- 1 i c n keineswegs beabsichtige, Aegypten anzu greifen oder auch mir zu bedrohen. Derartige Zumutimgen seien absurd. Italien habe weder jetzt noch in Zukunft Eroberungs- «1er Kolonisierungsabsichten in Aegvpten. Es sei im Gegenteil stets bereit, mit Aegvpten Garantieverträge über die Aufrechterhaltuiig der gemeinsamen Grenzen abzuschliel'en, und zwar im Geiste aufrichtiger Freundschaft. Diese italienischen Erklärungen, die im Augenblick der Besetzung des Tanascegchietcs durch die italienischen Truppen, also unmittelbar im Anschluß an eine siegreich durchgcfülirte militärische Aktion abgegeben wurden, Sind allzu wenig beachtet worden. Man mißtraut ihnen, obwohl Mussolini schon zu Beginn der Operationen in Ostafrika und auch später wiederholt zun» Ausdruck gebracht hatte, daß er gar nicht daran denke, englische Interessen zu verletzen, und ein rein kolonfales Unternehmen ln einen europäischen Konflikt ausart«! zu lassen. Diese Erklärungen sind jetzt noeh einmal in feierücher Form wiederholt worden. Wfr hatten uns an dieser Stelle unlängst mit der Haltung Italiens in der Mandatafrage beschäftigt und eine viel beachtete Rede des Senatspräsidenten Fedcrzoni zitiert, in der etwa gesagt war: Wenn die Großmächte Italien in Abessinien freie Hand lassen, wäre es bereit, seine Aspirationen in der Mandatsfrage, wenigstens soweit die Mandatsgebiete im östlichen Mittelmeer in Frage kommen, für die nächste Zeit zuriickzustellcn. Diese Haltung Italiens scheint unverändert. Auch die oben wiedergegebene Aeullerung der ״Popala d’Ua1־ Ua“ besagt im Grunde genommen nichts anderes, als daß Italien Abessinien sozusagen als einen Ersatz für die seinerzeit nach dem Weltkrieg an England und Frankreich gefallenen Mandate betrachtet, daß es also auf diese selbst, wenigstens im Augenblick, keinen Anspruch erhebt. Insofern ist di« italienische Politik vom. Beginn des abessinisehen Unternehmens an eindeutig und folgerichtig gewesen. Und wenn auch heute in Italien grolle Begeisterung über die militärischen Erfolge in Abessinien herrscht und so etwas wje SiegestäUmcl die Massen ergreiff, ist sich doch die Regierung sehr genau der Grenzen der italienischen Machtentfaltung bewußt. Dabei soll Italiens in der von Fedcrzoni Umrissen und neuerdings vom ״Popolo d’ltalia“ bekräftigt wurde, Mißtrauen und Zweifeln begegnete, und zwar nicht nur auf Grund ausländischer mehr «1er weniger interessierter Verdächtigungen, sondern auf Grund gewisser italienischer Publikationen, von denen wir hier bereits einige zitierten und denen sich beute eine weitere anreiht, die gerade in diesen Tagen in Rom erhebliches Aufscheu erregte. Es handelt sich um eine von Ettore Ovazza verfaßte Broschüre, die den Titel ״E 11 g I a 11 d u nd das Mandat in Palästina“ führt, Der Autor ist italienischer Jude und Antizionist, er war eine Zcitlang Regierungskommissar für die jüdische Gemeinde in Turin• Die Schrift verfolgt den Zweck, darzulcgen, wie sehr England seine Mandatsrechte in Palästina mißbraucht und lediglich für seine inrperialcn Ziele benutzt habe. Auch des Zionismus habe s!cf» England nur bedient, um Palästina um so sicherer an sieh zu reißen, während es heute, wo ihm das für seine Sicherheit im östlichen Mittelmeer nützlich erscheine, rücksichtslos mit den Arabern paktiere und die jüdischen Interessen völlig beiseite lasse. Ovazza fordert eine Aufrollung der Ma n - datsfrage durch Italien. Eher werde es im östlichen Mitteln»eer keine Ruhe geben. ״Der Orient rief Italien zu einer großen Mission, aber da kam der Verrat von Versailles.“ Der Autor unterstreicht, wie sehr Italien im Friedensvertrag benachteiligt wurde, und dabei wäre seinerzeit ein italienisches Bataillon gleichzeitig mit den französischen und englischen Truppen in Jerusalem cingezogen. Italien habe in Palästina traditionelle und geradezu historische Interessen m vertreten. Aber man habe es völlig ignoriert und beiseite gelassen. Der Verfasser schreibt, es werde nicht mehr lange dauern, bis die palästinafrage in den Vordergrund der Weltpolitik rücken werde. Dann werde auch der Vatikan sein Wort mirzi!- reden haben. Vor allem aber werde das faschistische Italien ein entscheidendes Wort sprechen, denn kein anderes Land sei so von der Natur und von der Geschichte ausersehen, hier im östlichen Mittelmeer eine neue politische und soziale Ordnurig zu schaffen, wie Italien, insbesondere das erneuerte Italien Mussolinis. Das Erschauen dieser Broschüre im jetzigen Augenblick hat in den politisch interessierten Kreisen Roms nicht geringes Aufsehen erregt. Wenn auch die darin vertretenen Gedanken nicht neu sind und wenn sie auch nicht die Auffassung der italienischen Regierungskreise widerspiegeln, »o verraten sie doch gewisse Stimmungen und Bestrebungen■ die, wenn auch nicht heute und morgen', so doch für die Zukunft bedeutsam werden können. keineswegs übersehen werden, daß die Haltung Mandats traue, so wie sie vor einigen Monaten Der Tttlkerem-Bande auf die Spur? Letzte Meldungen Jerusalem, 20. April, (JTA.) Man ist allgemein der Auffassung, daß die Regierung vollkommen Herr der Lage sei. Schwerbewaffnete Patrouillen halten ln Tel-Awiw, Jaffa und Umgebung die Ordnung aufrecht. Die Polizei hat die Omnibusse der arabischen und jüdischen Autobusgesellscbaften requiriert. Die Autobus-Linie In Tulkerem hat Ihren Betrieb angesichts der Unsicherheit ihrer Fahrtroute eingestellt. Die PoilzeikrHfte Im Bezirk von Tulkerem sind bedeutend verstärkt worden. Es wurden dorthin 2S0 Mann gesandt, die die ISO britischen Polizisten verstärken sollen. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw teilt mit, daß sie In Kontakt mit der Regierung stehe, die die potlzeilichen Kräfte in Tel-Awiw, Jaffa und Umgebung verstärkt habe. Auch die Exekutive der Jewish Agency stand mit der Regierung während des Sonntags in Verbindüng■ Der politische Dezernent der Jewish Agency, M. Schertok, konferierte während der vergangenen Nacht mit dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope. Der Waad Leumi, der Jüdische Nationalrat von Palästina, hielt angesichts der Lage in der Nacht eine Sandersitzung ab, In Jerusalem verlautet, daß der Oroßmuft! von Jerusalem in der vergangenen Nacht sich nach Jaffa begeben habe. Wie es heißt, soll die Polizei auf die Spur einer Bande gekommen sein, die 600 Mitglieder umlassen soll und ihr Unwesen in Palästina, Syrien und Transjordanien getrieben hat. Diese Bande soll auch für den Ueberfal! auf die Autobus-Gesellschaft ln der Nähe von Tulkerem verantwortlich *ein. Kleine Nachrichten Am 24. Mal wird in Ottawa der dritte jüdische Kongreß Kanadas zusammentreten. It» San Francisco verstarb am 16. April Im Alter von 59 Jahren der bekannte jüdische Agronom und Volkswirtschattier Simon L u b i n. Simon Lu bin war der Sohn von David Lubin, dem Gründer des internationalen Agronomischen Instituts in Rom. Rabbi Alter Pfeffer, der Vizepräsident der orthodoxen Rabbiner Amerikas, eine bekannte Autorität im jüdischen Ehescheidungsrecht, starb in New York. ITauptschriftlciter: Pr. Robert Wc 11!ch, Berlin - Chartottenberg 8 (auch verantwortlich für die Aufnahme von Bildern(. Stellvertreter: Kurt Locwrnsttin. Berlin W IS. Anecigonleiter und verantwortlieh für der» Inhalt der Anzeigen! Hermann F i n n. Berlin W 15 Gültig Anteilen.Preisliste 4 vom IS■ Oktober 1935- Verlag und An- *cigenvi-rwultunßi Jüdische Rundschau, Berlin VV 15 '•! u.,-k!׳־•'r 10. D.-A. März 37 811. — Druck: Siegfried Scholem, Bln.-Schöneberg. Angebliche Vorschläge Weidmanns Ela Dementi der Jewish Agency Die arabische Tageszeitung ״El L 1 waa“, das Organ des Mufti von Jerusalem, veröffentlicht eine Sensationsmeldung, die unbegreiflicherweise von der Reuter-Agentur übernommen wurde und dadurch and» in manche europäische Zeitungen eingedrungen ist, Dr. W e i z m a n n, der Präsident der Jewish Agency und der Zionistischen Weitorganisation, soß an den High Commissioner einen Brief gerichtet haben, in dem er die Bereitwilligkeit ausdrückt, de!»!Man der Ein- Setzung eines Legislative Council in Palästina unter gewissen B c d i n g u 11 g e!1 a n zu n e 11 m e 11. Als solche Bedingungyn werden von der arabischen Tageszeitung genannt: 1. Legalisation der Rechtsverhältnisse der illegalen Einwanderer vor Abhaltung der Wahlen zum Council; '2. Festsetzung der jüdischen Finwamlerungsquote auf wenigstens 50 000 für die nächsten fünf Jahre; 3. Berechtigung der Jewish Agency zur Ueberwachung der jüdischen Kapitalisteneinwanderung; 4. Niederlassungsberechtigung der Juden in Transjordanien; 5. Erfordernis wissenschaftlicher Bildung für Wähler oder Herabsetzung der Zahl der ernannten Mitglieder des Council sowie Hcraufse’tzung der Zahl der Vertreter der Wirtschaft; Festsetzung der Sitze im Legislative Council auf 24, wovon 1! den Juden zustehen sollen; 6. Wahl nach Personen und nicht nach Kandidatenlisten; 7. Gerechte Beteiligung der Juden an den öffentlichen Arbeiten im Lande entsprechend ihrem zahlenmäßigen Anteil; 8. Ausschaltung von rassischen oder nationalen Fragen aus den Debatten des Legislative Council. Wie die Exekutive der Jewish Agency offiziell mitteilt, entspricht diese Meldung der arabischen Tageszeitung nicht den Tatsachen. Vom Verlag: S. Fischer Pr. Gottfried Bermsnn, der Schwiegersohn Samuel Fischers, wird, wie uns mitgeteilt wird, aus dem Verlage S, Fischer A.-G. ausscheiden und vermutlich mH dem Sit* in der Schweiz und in Wien einen neuen Verlag gründen. Das neue Unternehmen wird die urheberrechtlichen Interessen einer Reihe namhafter Autoren des bisherigen Verlages S, Fischer resp. deren Erben weiter vertreten. I t 1

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