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Jüdische Rundschau · 1936-04-17 · Heft 30-31 (17.4.1936) · page 26

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
41 (1936)
Issue
Heft 30-31 (17.4.1936)
Date
1936-04-17
Page
– (sequence 26)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU NR. 30/31,17. APRIl 193B Mi * I; 't*■! i i .*•V Der Tag der Frau Jettka Levy-Stein spricht in der Wizo ״Ein Ta;4 im Monat der Zionistischen Organisation gehört der i rau", so sprach die Wizo in ihren Ankündigungen für den Vortragsabend von Iran Jettka Levy-Stcin, die über das Thema ״Zionistische )"rauen in aller Welt“ zu erzählen versprach. Dieser Abend gehörte in der Tat einer brau: jettka Lcvy-Stein. Noch viel stärker als das, was sie sagte, wirkte es, w i e sie cs sagte. Aus dieser Persönlichkeit spricht eine Harmonie von seltener Tiefe, und wenn sie aut dem Podium stellt, dann strahlt eine eigene Atmosphäre von dort aus. In ihrem Bann standen die Zuhörerinnen und Zuhörer von Anfang bis zu Ende. Iran Lew-Stein berichtete von der zionistischen Frauenarbeit in Kanada, USA. und Südafrika. Sie schilderte eingehend die Stellung der Juden in Ka- 11 a d a, ihre Herkunft, ihre Assimilationsbestrebungen, ihre Haltung gegenüber den Juden aus Deutschland und ihre Einstellung zu Palästina. Sie zeigte besonders den großen Anteil aut, den die I rauen an der (iemcindearbeit, an der der (leineimleinstitutioiien haben, sowie g der Hadassah-I rauen für die zionistische .׳ zionistische Manncrorganisation dort gibt, 1-1 de! Arbeit des Sammelns und Organirauen. Me unter/ichen sich dieser Pflicht ..her Hingabe und echt weiblicher Energie. im , ferner ein Bild der Lage der Juden in e!1 Staaten, in denen ebenfalls die entliehe zionistische Arbeit vollbringt. Die dieser ()rgauisation bedeutet erhebliche An- 1e Ai beitsfrendigkeit jeder einzelnen Frau, mit Worten zu beschreiben, mit welcher Werk ginge. Das Gesamtrau Levy-Stcin dahin zu- Judentum dem Zionismus das s u d a f r i k a t! i s c h e verbunden; auch dort liegt •che!1 Erfolge an dem pro- Mit einem Appell an die :äse sich für die Idee des Vortragende ihre Ausfüh- Aufrechterlialtum. an der Aufnpieru Sache. 1 1.1 o kei liegt die Sierens aut dt :! mit --׳. üm\ m ,tu;111■ m ei animcn, tmne: 11. mit ntum w e s e 1 paimmlut anwesend Zionisimi rttngen, 1 die n/1 ■kc da-, amen komme. Ebenso sei 1;1:ו'י br-om!ers eng er I cd der /loniMnt ך i der ■der I rauen, lauen, m gleicher V /m-et/en, schloß die nrini dun; h bcinbelt wurden, e r - B e r 11 s t e i!1 trug iv.ihlung ,,!»er Scderabe Empfin- Dr. N. Kunstausstellung Ausstellung Beatrice Lion und Heinz Rosenthal. Die April-Ausstellung des Sekretariats für bildende Kunst im Klub Marburger Straße• 5 gilt diesmal zwei sehr verschieden gearteten Künstlern: der Annot-Schülerin Beatrice Lion und dem jungen Maler Heinz Rosenthal. Heinz Rosenthal ist mutig und vielversprechend. Am besten ist er in der ״Landschaft“. Es ist zwar meistens die Stadtlandschaft i!1 Berlin, aber ein Eckhaus im Tiergartenviertel ist so frühlingsfrisch im hellen Grün, so gut gewählt und vielfältig 'in gaben. Die Synagoge in Oranienburg blickt in diesem Jahre auf ihr 100jähriges Bestehen zurück. ölm A Heinz iiusvuilial: Mädchenbilditis Foto; II. feonnenfcld Neschcf der BZV.-Junggruppen. Am Sonnabend veranstalteten die junggruppen der BZV. in der Aula, Gr. Hamburger Straße, einen zentralen Neschcf. Was diese Veranstaltu1׳g besonders kcnnzeichnete, war die Formstrenge und der klar durt!!geführte Stil, der jede Konzession vermied. Ein Chor unter Leitung von Selbiger sang gut diszipliniert hebräische Lieder. Max van Cie et hielt eine hebräische Ansprache, in der er kurz die heutige Situation skizzierte. Im Mittelpunkt des Abends stand die Rede von Helmut Simon, die von zwei Sprechern -- Max Koninski und Woltgang S k 1;1 r z — jeweils durch rczitatorischc Illustrationen unterbrochen wurde. Helmut Simon versuchte aus der Konfrontation unserer Lage mit dem Gedankengut de- 2. Aiijali die entscheidenden Aufgaben herzusteilen. Die Gestalt Gordons wurde zum Mittelpunkt der Ausein־ anderset/u!1g: In selbstkritischer Haltung müßten wir erkennen, daß das Ethos Gordons, seine Forderung der Erneuerung des Volkes aus dir Erneuerung jedes Einzelnen von Gewohnheit, Trägheit lind Konvention verdeckt worden wäre Wir mußten, wollten wir wieder an zionistischer ״Unruhe“ gewinnen, an den Werten der '2. Alijah zu lernen versuchen. Lin außerordentlich fester Wille zur (ienieinschafts- und Bildungsn! beit sprach aus diesen Worten wie aus dein ganzen Abend, der sich durch Ernst auszeichnete. Der Violiri-Ahc-nd von Carl Flesch im Bach-Saal war einer der erfreulichsten des Winters. Die Kunst Lieschs war bei aller dauernder Anerkennung der Welt immer ein wenig umstritten. Das liegt wohl daran, daß er die Aeußerliehkeilen des reinen Virtuosen verschmäht, dabei aber doch, bei bisweilen nicht ganz freier Tongebung, etwas, vielleicht unbewußt, zuviel Vibrato und Glissando anwendet, worunter, namentlich bei den Klassikern, der Stil leiden kann. Warum spielt Mesch ein Mozart-Konzert mit Klavierbegleitung, die hier immer ein unzulängliches Surrogat bleiben muß? Es sind doch jüdische t )!ehester vorhanden. Das übrige, sehr reichhaltige Programm war, bis und Reger, angreifbar, man kalte an Steile kleinen Stücke heiser eine Sonate gehört. Das reich erschienene Publikum Übc!w:lu1ttr-te Mesch in den auch, der vortrefflich begleitende Rudolf einbezogen wurde, lind erzwang noch eine den Farben des Hauses, helles Braun, helles Grün, dunkles Grün im Erkerfenster, dunkles Blau darüber, helle Töne am Gemüsewagen, und in einem anderen Gemälde der Blick auf ein gestreiftes Sonnendach, daß dieses Eckhaus fast pariserisch anmutet. Die gleichen Vorzüge haben seine Gemälde, die meist den ״Blick aus dem Fenster“ zum Motiv haben. Eins dieser Gemälde ist ja bereits bei der Frühjahrsausstellung aufgefallen. Frisch und ungezwungen im Motiv und der hellen freudigen Farbe ist auch das Porträt des nähenden jungen Mädchens. Sehr gut ist auch ein kleines Gemälde am Spreeufer, mit dem dunklen Fluß und malerisch angriffslustig eine Häusergruppe, die in der Skizze aut Handel der vielen sehr zahlmit Beifall, S e h w a r z Anzahl Zu- Dr. Oskar G 1111 m a n 11 Der in der vorigen Nummer erwähnte Konipositionsabend ton E. Moritz hat im Hause Weil stattgefunden. Beatrice Lion: Landschaft aus Sonvegen tot■: J. A1>r»11»>u stecken blieb. Ein ״Interieur“, ein Gemälde in großem Format ist dafür in der Komposition sehr beachtlich, und ein Stilleben mit der sehr gut gemalten heilen Käseglocke aus Glas, verrat neben dem Talent auch gewissenhafte Arbeit. — Beatrice Lion ist ein wenig kühl, und manchmal wirkt sie allzu kultiviert, wie in einem der Stilleben mit dunkelblauen Trauben und den Blumen mit dem langen weißen Blütenzweige und den beiden Porträts mit vielem hellem Blau. Aber das!Mädchen mit dem großen weichen Hut und dem warmen rötlich Braun im schmalen Gesicht der Sportsdame ist schon ein wenig wärmer im Ton als die Gemälde des vorigen Jahres. Und die große Sonnenhlumenstaude mit Blättern und einer Knospe und vielfältig interessanter Licht- und Farbwirkung ist ein Stück Natur trotz aller Kultiviertheit. Auch die üppigen ״Herbstblumen“, Dahlien und Zynnien in Weiß und Rotfarben, (..)ränge und Blau, sind ein Stück Natur für sich, im ganzen gibt die Malerei von Beatrice Lion das Bild großer Sicherheit und guter Arbeit und einer beachtenswert großen Spannweite. Ruth Morold Aus den Vortragssälen Rezitationsabend Fritz Wisten. Im Kulturbund hörte man Fritz Wisten zum ersten Male auf dem Vortragspodium. Intensität, gute Stimmittel und Anfänge zij einem natürlichen Humor, der bloß auf richtige Rollen wartet, neben Ungleichwertigem, zeigte dieser sehr interessante Abend. Das beste t, . , י - ״ י׳ ■•'••• ״ ׳ ׳- ... Simsons Ueberlistung und seinem Tod, die Gestalt des jungen David wurden interessante nachschöpferische Dar- Stellung, Voll tiefer Empfindung war auch sein Vortrag der Psalmen. Wisten besitzt einen Zugang zur Primitivität der wahrhaft großen Leistung, daher stammt auch sein Humor, der allerdings in der Ncstroywahl daneben griff. Für die geistige Parodie ״Judith und Holofernes“ sind seine Mittel einige Nuancen zu stark, er fand eher einen Raimundklang! Gut gelang ihm der Vortrag der Scherze aus: ״Rosinkcs mit mit Mandlen“. Am besten die historische Geschichte von der Namengebung der Juden in Bayern: ״Urahne Hendel“ von Rudolf Frank und die —- leider ziemlich billige Komik in: Oma und das Radio. Gut lag ihm auch Polgars bissig knorrige Satire von der beruhigenden Wirkung des Arztes. Den Uebcrgang zum heiteren Teile bildete ein grimmig humorvolles Gedicht von Bialik: ״Mancher hat sechs Finger an einer Hand“. R. M. Dr. Osborn über Raffael. Im Kulturbund sprach Dr. Osborn über die Kunst Raffaels und seine Persönlichkeit und über den Wandel in der Bewertung dieser Kunst der reinen Schönheit. Dr. Osborn zeigte Raffael gewissermaßen als Theoretiker der Schönheit. Seine schönen Frauen haben nie gelebt, sie sind das Ergebnis des Anschauens verschiedenartiger Frauenschönheit. Dr. Osborn schildert jene wunderschönen Madonnen in sanfter toskanischer Berglandschat't, die visionären Gemälde, das Fresko der Meergöttin, die Galatea aus der Villa Farnesina, die Böckiin zum Vorbild wurde, und Proben aus den Hauptwerken, der Ausmalung der ״Loggien“ im Vatikan und ״der Stanzen“. Namentlich die biblischen Deckenbilder der Loggien haben ihm den Spottnamen eingetragen: Maler der Synagoge. Die ganze Schönheit und der Humor der Szene: ״Gott schafft die Tiere“ erschließt sich allerdings erst bei der eingehenderen Betrachtung, wie hier Raffael den Vorgang des Schaffens am Beispiel eines Bildhmieratcliers klarmacht. Doch sah man die wundervolle Anmut der Bewegung. Auch einige von den Fresken in den Stanzen sahen wir im Lichtbild. Wir sahen aucli das herrliche Selbstbildnis und das schöne männliche Bildnis des jungen Doni, die bekannte Dame mit dem Schleier (Donna Velata), in der man vermutet, daß Raffael seine Geliebte gemalt hat. Die Entwicklung von Raffaels Bildform, sein Weg zur Natürlichkeit der Schönheit, die sogar das Wunder der Sixtina von allem Gezwungenen löste, wurde von Dr. Osborn in reiner Folgerichtigkeit gezeichnet. _ R. M, Kleine Nachrichten SteUenmarkt. Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arlxutsnachweise, Abt. für kaufm, Personal, Hauspersonal und Angehörige der freien Berufe, Lindenstr. 4850־ (A 7, 5396). Sprechstunden: kaufm. männl. Abt. und mann!. Abt. für freie Berufe; kaufm. wcibl. Abt und wcihl. Abt. für freie Berufe: außer Sonnalrends und Sonntags von 10—1 Uhr. Verband jüdischer Ingenieure u. Chemiker: Montag von 6—7 Uhr. IIau«personal, feste Stellen: Montag, Dienstag. Mittwach von 2—4 Uhr; für Aufwartefrauen, Reinemachefrauen, Waschflauen: von Montag bis Freitag 12 Uhr. —> Gewerbliches Personal: Rosenstr. 2 4 (I) 1, 6711), Sprechstunden: Männl. Fachkräfte und ungelernte Arbeiter: außer Sonnalxmds und Sonntags von, 10—1 Uhr. Weib!. Fachkräfte und ungelernte Arbeiterinnen: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9.30—1 Uhr. Berufsberatung und Lehr- Stellenvermittlung: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 9.30 bis 12.30 Uhr; f!ir Schüler: Dienstag von 3 5־ Uhr; für Mädchen: Donnerstag von 4—7 Uhr, Bkibtretistr. 2; für Knaben: Donnerstag von 4—7 Uhr, Holsteinische Str. 57. — Weibliches Hauspersonal und Diener sind anzufordern beim Jüdischen Arbeitsnachweis, Linden- Straße 48-50. Männliche Aushilfen für grolx» Hausarbeiten sind anzufordern beim A! bei! snachweis, Rosenstr. 24־. — Jüdische Private Musikschule Hollaender, Charlo'tcnburg. Sybelstr. 9. nimmt Notenspenden jeder Art zum Aufbau einer Bibliothek jederzeit dankbar on'gegcn. Telephon: C 1 3418, Familien-Nachrichten Frau Goliline 1' 1■ 1 d b e r y׳, \V 30, IIohenstaufenstr. 15, begeht am 18. April den 90. Geburt.,tag. Herr Jona: (Goß, Berlin O, Markusstr. 34, begeht am 18. April eien 75. Geburt-!;!״. Bar Mizwah-Termine Am 18. April (26. XDsan): Arthur Bach, Sohn von Willi Bach, NW, Levetzmvstr. 13. Die Firma I). Plaut, Kaffee-Surrogat.Fabrik und Großrösterei, Bad Neustadl (Saale), bringt einen vollwertigen koscheren Kaffeeztjsatz (reinen Zichorien) heraus, so daß einem dringenden Bedürfnis jüdischer Kreise nach einem gu'en und preiswerten Kaffeezusatz Rechluing getragen werden kann. Der Betrieb steht unter Aufsicht von I)istr.-Rabb. Dr. Kphraim, Bad Kissingen. Pianos Radio Kurfürstendamm 205 N E U M J1 Bism. 3716!TAFELFERTIGE EISBOMBEN hygienisch IM KARTON verpackt Mein« Neuheit D, R. 0. M. Stets großer Vorrat zum sofort. Mftnehm. Ab 3 RM (einseht.Veroack.) in Berlin fr. Haus lief. BALSAM-EIS (All UND KONDITOREI WIELANDSTR. (AM OLIVAER PLATZ) Ruf; Jt 03 86 [Iclit vergessen — 1 oft vegetarisch und Fische essen Vegetarischst, und Fisch-Restaurant am Zoo Eingang KantstraB«, Ecks Joaehimtthalar Straß®, hochptr. 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S* am Hobaiiolknidamoi, H6 Em*er Pietz 3392 Kammer- Lichtspiel« .. L.hniner PL Wo. 4.45.7, 9.15! StJ. •b 3 Uhr Reale■- Licht»!».,W iimeratorfer Str. 95 Der Kurier lies Zaren Nach Büroschluß BAUCHWITZ Paulsbornar Str. 2, II. Trapp. NahaOüvaeru'i.j Telefon J 7 (Hochmeiater) 01121 HliRG NERBRIIHHill- LickUpiele Am Friedricbahatn 29 Beginn 5, 7, 9 Jy Uhr ',onntag* ah 3 Uhr und me Kleine Uten m. Viktor do Kowa, Mit» Qrofff Neue Frogramm• am Dienst«■ AU ■M ■an ■mwaame

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