Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 30-31 (17.4.1936)
- Date
- 1936-04-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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מן *1t״s JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 30/31. 17 IV. 1936 für die Erweiterung lokaler Verwaltung im Mandatsterritorium zu fordern. Der Minister erwiderte, daß es eine solche Abteilung bei der Palästina-Regierung zur Zeit nicht gehe, doch erwäge seines Wissens der High Commissioner die Frage, ob in lokalen V'erwaltungsangelegenheiten der Rat von Sachverständigen benutzt werden könne. . Der Abgeordnete Morgan fragte den Kolonienministcr, ob er den üruml für die Verzögerung des Baues entsprechender Hafcnanlagi'u in Jaffa angeben könne; zwischen 1026 und 1931 sei der Umschlag von W'aren im Hafen von Jaffa trotz Fehlens entsprechender Anlagen von jährlich 167 106 Tonnen auf 607 Q l 1 gestiegen. Kolonienminister T h o ut a s stellte in einer schriftlichen Antwort fest, daß die Arbeiten für eine Verbesserung des Hafens seit 1934 aktiv fortsclirciten und daß eine bemerkenswerte Verbesserung bereits erreicht worden sei. . f)er Abgeordnete M o r g a n fragte weiterhin den Kolonienmmistcr, ob er im Zusammenhang mit den Empfehlungen von Sir Felix Pole über den Bau einer neuen F.isenb a h n s t a t i o n für Jaffa und T e 1 - A w i w und im Hinblick darauf, daß die Liinvohner/ahl von Tcl-Awiw seit dem Weltkriege von wenigen Hundert auf über 150 000 gestiegen sei, die Palästina-Regierung veranlassen wolle, Vorkehrungen dafür zu treffen, daß diese notwendigen Arbeiten sobald als möglich ausgeführt werden würden. Kolonienministcr Thomas erwiderte, es bestehe die Hoffnung, daß in naher Zukunft für die Erweiterung der gegenwärtigen Stalin״ in Jaffa und den Bau eines neuen Personenbahnhofs in Tcl-Awiw Vorkehrungen getroffen werden. Noch keine arabische Einigung Jerusalem, 16. April. (JTA.) Bei der Konferenz der arabischen Parteien, auf der über die Zusammensetzung der sechsköpfigen nach London zu entsendenden arabischen Delegation entschieden werden sollte, konnte keine Einißun ß erzielt werden. Es ist deshalb beschlossen worden, daß die Konferenz, bis Sonnabend vertagt wird. Man hofft, dann zu einer Einigung zu gelangen. Die Diskussion um den Legislative Council Die Zeitschrift ״< i r c a t Britain and 111 e East" behandelt 111 einem Leitartikel die Krage der Einsetzung eines Legislative Council in Palästina. Der Aufsatz geht auf die Argumente ein, die gegen die Einsetzung eines Legislative Council in der Unterhaus-Debatte der Vorwoche vorgebracht worden sind. Die Zeitschrift erklärt sodann, daß die rionistischc Opposition nicht dadurch veranlaßt sei, daß die Zionisten grundsätzlich demokratischen Einrichtungen gegenüber feindlich gesonnen seien und noch weniger, daß sic theoretisch gegen eine Zusammenarbeit und Verständigung zwischen den beiden Nationen in Palästina seien — ein Ziel, das der High Commissioner durch das Legislative Council erstrebe —, sondern weil sie in! Council eine Minderheit bilden würden und deshalb eine solche Körperschaft nicht beherrschen konnten. Alle Argumente, die von den Zionisten oder ihren Anhängern gegen das Legislative Council vorgebracht werden, leiteten sich letzten Endes aus dieser zentralen Tatsache ab. Gegenüber dem Vorbringen, daß noch ungenügende Erfahrungen mit Selbst v c r w a I tungseinrichtungeii in Palästina gemacht worden seien, fragt ״Great Britain and the East", ob Unregelmäßigkeifen in der lokalen Verwaltung für immer eine Entschuldigung dafür bilden, der Bevölkerung nicht weitere Rechte einzuräumen. Es sei, so fahrt das Blatt fort, für Kritiker außerhalb Palästinas verhältnismäßig leicht, über die glänzende Arbeit der Palästina-Verwaltung zu urteilen und voraus/uset/cn, daß wir mit unserer Kriegsflotte, der Infanterie und der Polizei, die unter unserem Kommando stehen, ruhig vorangeken können. Aller was bedeutet Zufrieden heit darüber, was Staats!!!,mutsche Haltung und was Sicherheit!׳ Die britische Regierung hat demgegenüber einen Plan entwickelt, der, welche Unvollkommenheiten an ihm auch seine Kritiker finden mögen, ein staatsmannischer Akt ist, bestehende Schwierigkeiten belieben soll, und von dem Wunsche begleitet ist, das gegenseitige Verständnis zwischen den Nationen in Palästina zu fordern, Pr. \V c i / 111 a 1! n habe erklirt, ob Legislative Council oder nicht, die zionistischen Bemühungen werden weitergchoii. Selbstverständlich werden sie cs. L" s 1 s t d a > g a n z 1־ Ziel d e r M a n <1 a f s!11 a c 11 t, daß sie w c 1 < e r g e h e n; es ist ihr Glaube, daß die Befürchtungen der Zionisten über den Legislative Council grundlos sind, was auch die 1 mladiing an die Zionisten, den Plan anzunehmen, veranlaßt habe. Es ist unser (ilaube, so schließt der Aufsatz in ..(!real Britain and the East", daß in dem Falle, wenn Zionisten und ihre Anhänger in ihrer Opposition gegen den Legislative Council siegessicher heharren, sie nur einen Pvrrhus-Sieg erringen werden; der Zeiger der arabiw:h־j1niischu1 Verständigung wird dann so weit zuriu kge;,teilt werden, daß die Uhr niemals wieder gehen wird. Die schottische Tageszeitung ״The S cot s man“ wendet sich gegen die Auffassung, daß die vor kurzem stattgefundene Debatte i m U n t c r h a 11 s über den Legislative Council dazu geführt habe, daß die Pläne für die Einsetzung des Legislative Council in Palästina fallen gelassen worden seien. Das Blatt schreibt, der Passus in der Rede des Kolonienministers J. H Thomas ״welches auch immer das Schicksal dieser Vorschläge sein möge“, sei in gewissen Kreisen als Anzeichen dafür aufgefaßt worden, daß der Plan des High Commissioner Sir Arthur Wauehope fallen gelassen worden sei. Es bestehe jedoch keine o f f i - z teile Bestätigung für diese Auffassung, ln dem kürzlich veröffentlichten Command Paper, das die diesbezüglichen Ansprachen und Vorschläge des High Commissioncr sowie eine Vorbemerkung des Kolonienministers Thomas enthält, sei zum Ausdruck gebracht worden, daß eine beträchtliche Zeit vergehen würde, ehe die entsprechende Order in Council dem König unterbreitet werden würde. In dieser Hinsicht sei ein Zeitraum von m e h - reren Monaten vorgesehen und cs scheine die Absicht dahin zu gelten, diese Zeit zu weiteren V er- Handlungen zu benutzen, um Araber und Juden zur Zusammenarbeit im Legislative Council zu bewegen. Es werde darauf hingewiesen, daß sich die Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden in den kleinen Gemeindecouncils und Stadtkörperschaften und auch in den kürzlich geschaffenen Verwaltungen von Jerusalem, Haifa, Safed und Tibcrias erfolgreich gestaltet habe, so daß es möglich sein würde, diese Zusammenarbeit aut einen größeren Bereich auszudehnen. _ Die NIr Ltd. hat ihren Bericht per 31. 12. 35 veröffentlicht. Unsere Leser linden eine Anzeige hierüber im Inseratenteil. ״Vor schicksalsschwangeren Jahren“ Aus der ägyptischen Presse Die ägyptische Zeitung ״El-Ahr am“ behandelt in mehreren Artikeln das Problem des P a 11 a r a b i s m u s. Aus der Darstellung ergibt sich etwa folgendes Bild: Verfolgt man die Ereignisse des Vorderen und sogar des Fernen Orients, so gelangt man zu der Gewißheit, daß die Zeit der Pas c h a s, Scheichs, E f f e n d 1 s und Q r o ß g r u n d b e - s i t z e r s i e 11 ihr e m Ende zuneigt; denn die Jugend in Aegypten, dem Irak, Palästina bis nach China und allen orientalischen Ländern ist die Säule der heutigen Bewegangen. wenn man von Aegypten absieht, so findet man Im Vorderen Orient in der letzten Zeit eine starke Bewegung, die offen, und geheim für die Vereinigung der arabis c I! e n L ä 11 d e r arbeitet. Man iibertreibt nicht, wenn man ausspridit, daß die allernächsten Jahre schicksalschwang e r an umwälzenden Ereignissen sein werden. Die irakischen Studenten besuchten Syrien, Palästina und Aegypten zu vorgeblichen Studien- und Forschimgszwecketi. Der König von Irak empfing sie vor der Reise, deren Kosten er trägt, und beauftragte sie, seine Grüße der Jugend der anderen Länder zu überbringen. Es folgte eine Gruppe von Abgeordneten und I n t e I i e k - t u e I 1 e 11, die vorgeblich die wirtschaftliche Lage der besuchten Länder studieren soll. Unterwegs wurden in den Hauptstädten Versammlungen und Reden gehalten, in denen beschlossen wurde, regelmäßig jedes Jahr Konferenzen zusammenzuberufen, die abwechselnd in den verschiedenen Hauptstädten dieser Länder stattfinden und der Annäherung und Verstärkung der arabisch-völkischen Bewegung dienen sollen. Wer die Reden, die bei diesen Veranstaltungen gehalten wurden, liest, der erkennt das klare Ziel, das diese Jugendführung vor Augen tiat, und zwar: Panarabismus, d. 11. Zusammenschließung von Arabien, Palästina, Transjordanien, Syrien, Libanon und Irak. Iber Privatsekretär Seiner Majestät Ihn Sauds nahm an solchen Veranstaltungen und an den Beschlüssen teil, obwohl er gleichzeitig andere wichtige Aktionen durchzuftihren hatte. ״El-Ahratn“ meldet aus Sana (der Hauptstadt des Jemen), daß Seine König!. Hoheit der Kronprinz von Jemen die Absicht hat, Aegypten, Palästina und Irak zu besuchen, auch daß der König selbst eine politische Mission nach Bagd a d senden wird, utn an dem arabischen Bündnis Anteil ־zu nehmen. Die ägyptische Presse behandelt die arabischen Blindnisvcrhandlimgeii optimistisch. Die politischen Führer seien sich im wesentlichen über ihre Plane einig. Auch seien die Sympathiestreiks, Protestkundgebungen und Geldsammlungen des Nahen Orients greifbare Beweise dafür, daß die Annäherunf׳ der arabischen Länder an Syrien und Palästina sich sehr verstärkt hat. Man dürfe auch nicht vergessen, den orientalischen Vertrag zwischen der Türkei, Irak, Iran und Afghanistan zu berücksichtigen, über den die Zeitungen vor ein paar Wochen berichteten. Die Bewegung ist nicht nur rein geistiger Art, sondern bemüht sieh auch um die körperliche Ertüchtigung der Jugend. In Irak werden Studenten und Schüler militärisch von der Regierung allsgebildet, in Syrien und anderen Ländern unterstützt die Partei zu militärischen Atisbiidtingszwecken Jugendbünde, in Saudijah verwendet man den größten Teil der Einnahmen aus Zoll-, Pilgerabgaben usw. für die Ausriistung der arabischen Armee. Die arabischen Flieger bekommen ihre Ausbildung in Italien und England, die irakischeu überall in Europa. So ist die heutige Lage im Nahen Orient, mit der wir Juden zu rechnen haben. Edith FriedenthaJ Tr ans jordanische Politik DNB. meldet aus Jerusalem: Das vor einigen Tagen veröffentlichte Memorandum des Emirs Abdullah von Transjordanien an die englische Regierung veranlagte den Berichterstatfer des ״Deutschen Nachrichten-Büros“, den transjordanischen Ministerpräsidenten Ibrahim Pascha Haschern in Amman, um eine Erklärung hierzu zu bitten. Der Minister- Präsident sagte 11. a., daß das genannte Memorandum aus der Kanzlei des Emirs entwendet und gegen den Willen Abdullahs veröffentlicht worden sei. Auf die Frage, ob der Inhalt des Memorandums in der Veröffentlichung richtig wiedergegeben worden sei, verweigerte der Ministerpräsident die Antwort, wie auch jedes Eingehen auf einzelne politische Punkte und besonders die angeblichen Ansprüche Abdullahs auf den syrischen und palästinensischen Thron. Die ebenfalls veröffentlichte Nachricht von dem bevorstehenden Abschluß eines irakisch-transjordänischen Freundschaftsvertrages stimme nicht. Er verwies in diesem Zusammenhänge auf den bereits 1931 abgeschlossenen Freundschaftsvertrag und die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich aus der Verwandtschaft Abdullahs mit seinem Neffen König Ghazi ergäben und weitere Verträge unnötig machten. Mit besonderer Bestimmtheit erklärte der Ministerpräsident, daß Trans iorda n icn dem irakisch - saudischen Vertrage nicht beitreten werde. Er begründete dies mit dem bereits bestehenden irakisch-transjordanischen Freundschaftsvertrage. Der französische Oberkommandierendc in Damaskus, Generai Hunfzinger, sfaftefe vor wenigen Tagen dem Emir Abdullah in Amman einen Besuch ab. Pressemeldungen aus Kairo zufolge hat zwischen Ministerprasident Ali Malier Pascha und dem saudischen Außenminister Emir Feisal ein Tciegrainmwcchscl stattgefunden, wonach eine saudische Delegation unter Führung ruad Hanizi Beis nach Kairo kommen wird, um die Wiederherstellung normaler diplomatischer Beziehungen einzulciten. Der Levantemesse entgegen Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Auf Grund des schon im Sommer 1935 festgclegten Programms wird die ״VII. Levantemesse Tel-Awiw 1936“ am 30. April eröffnet werden, mit einer Rundfunk-Ansprache des britischen Kolonialministers Thomas, die vom ״Empire‘׳- Dienst der British Broadcasting Corporation und vom ״Radio Jerusalem“ übertragen wird. Der offizielle Charakter der Messe, die seit mehreren Jahren der ״Union der Internationalen Messen“ als ordentliebes Mitglied angehört und unter dem Protektorat des High Commissioner für Palästina steht, wurde dieser Tage noch dadurch besonders unterstrichen, daß der Schatzmeister der Palästina-Regierung, W. j. Johnson, den Ehrenvorsitz im Verwaltungsrat übernahm, ln welchem Grade die bevorstehende Messe als weltwirtschaftliche Veranstaltung bewertet wird, zeigt die ihr seitens der Verkehrsverwaltungen zahlreicher Länder auch diesmal bewiesene Förderung. Die Erwartung, daß eine ״große Messe“ bevorsteht, wird durch einen Blick auf die Vorbereitungen an Ort und Stelle noch verstärkt. Zum neuen Tel-Awiwer Ausstehungsgelände, das erstmals zur vorigen Messe im Jahre 1934 mit 100 000 qm Umfang in Benutzung genommen worden war, mußte soeben für die Zwecke der kommenden Messe eine weitere Fläche von 30000 qm neu hin/ugeschiagen werden. Einesteils wird damit der verstärkten Ausländsbeteiligung entsprodien, da neue Pavillons für Holland, Norwegen, Jugoslawien, Groß-Eibanon und die Türkei zu errichten und die Pavillons verschiedener anderer Länder zu vergrößern waren. Andernteils kommt der zusätzliche Raumbedarf auf das Konto ries umfassenden Aushaus der Palästina-Gruppen, die gegenüber der letzten Messe fast sechsfachen Umfang erreichen sollen. Die P a I ä s t i n a-Abteilun g, deren Ausstellerzahl diesmal mindestens so groß sein wird wie auf den drei letzten Messen überhaupt zusammengenommen (1929: 209; 1932: 405; 1034; 641), wird sich in drei Sektionen gliedern: Industrie, L a n d w i r t s e!1 a f t, öffentliche I n s t i t u t i o n c n. Die Industrie wird den ״To/ereih-Haaretz-Pavilloii“ im Zentrum des Messegclände« besetzen und den Besuchern, die sich noch an die vorige Messe entsinnen, die Möglichkeit zu interessanten Vergleichen und zur Erkenntnis der Fortschritte der beiden letzten Jahre gewähren. Vor allem werden die neuen ״Markenartikel“ Palästinas eine großzügige propagandistische Wirkung erstreben. Da jedoch eine einheitliche Ausstattung der Musterstände vorgesehrieben und strikt durchgeführt ist, werden auch Messekollektionen kleineren Unilanges nicht überschattet werden, sondern gemäß ihrer Leistung zur Geltung kommen. Die Landwirtschaft und das Siedlungswesen waren auf den früheren Messen räumlich etwas zersplittert, was ihrer ausstellerischen Wirkung und Auswertung im Wege stand. Das wird auf der diesjährigen Messe völlig anders sein. Etwas ganz Neues ist im allgemeinen Messerahmen geschaffen worden, eine straff gegliederte und wirklich repräsentative Landwirtschafts- und Siedlungsausstellung, die von besonderem Reiz dadurch sein wird, daß in der Gruppe der Landwirt- Schaftsprodukte ein gewisser Wechsel während der Messedauer vorgesehen ist, eine Gemüseschau,' eine Blumenschau, eine Geflügelschau usw.; auch die arabische Landwirtschaft wird liier ihr Können zeigen; ebenso wird, neben den jüdischen Institutionen des Siedlungswesens, das Landwirt- Schaftsdepartement der Regierung hier zu den Großausstellern zählen. Die Gruppe der öffentlichen Institutionen, soweit sich deren Ausstellungen nicht bereits der Landwirtschafts- und Siedlungsschau eingliedern, wird das schon gewohnte Bild darbiefen und vor allem belehrenden und informatorischen Charakter tragen. Im Ausstellungspavillon der iewish Agenev und der nationalen Fonds wird hierbei eine esondere'Position den Problemen und Ergebnissen der Ein- Wanderung und Kapitaleinfuhr aus Deutschland Vorbehalten sein- Die internationale Abteilung, die mit annähernd 3000 Ausstellern rechnet (1929: 121 aus 15 Ländern; 1932: 821 aus 23 Ländern; 1934: 2217 aus 32_Ländern), wird sieh, wie schon bisher, einesteils in internationale Faehaus- Stellungen, andernteils in nationale Pavillons der einzelnen Staaten und in allgemeine Sammclgruppen von F.inzelausstd» lern verschiedener Herkunft gliedern. Der ״Interna t i!®A n a I e Automobil-Salon des Orients“ und die ״I .1! * ternationale Maschinen-Messe“ kehren wesentlich erweitert wieder. Daneben sind neue internationale Fachsektionen hervorzuheben; die 1934 nur als Keimzelle vorhandene, diesmal systematisch durchgearheitcte und großzügig angelegte ״Internationale Bau-Messe“ wird palästincn-, sische und ausländische Aussteller Zusammenwirken sehen, um das eminent wichtige Gebiet einer dem Orient klimatisch, sozial, wirtschaftlich und kulturell adäquaten Landes- und Städteplanung, Architektur, Baukonstruktioii und Baustoffver- Wendung darzustellen. Bekanntlich wird mit dieser Messe die erste internationale Architekten- und Bauingcnieur-Konfercnz der Levante-Länder verblinden sein. Dank der am 31. März erfolgten Betriebseröffnung von ״Radi» Jerusalem“ wird die ״Internationale R a d i o - A u s s t«11 u n g“ gebührende Beachtung finden. Weiterhin erwähnen wir die ״Internationale Verkehrs» Ausstellung“ mit ihren Gruppen für ״Häfen und Schifffahrt“, für ״Luftverkehr“, für ״Eisenbahnverkehr“ und für ,,Straßenwesen“. Schließlich sei bemerkt, daß die große palästinensische Landwirtschafts- und Siedlungs-Ausstellung mit Vorbedacht durch eine internationale Landwirtschafts-Sektion ergänzt werden wird, zu dem Zwecke, die Landwirte Palästinas und der Nachbarländer über internationale Bezugsmöglichkeiten von Zuchtvieh und Saatgut, von Düngemitteln, von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten aller Art TU unterrichten. Neben den neuen National-Pavillons, die wir bereits erwähnten, werden wiederum — teilweise bedeutend erweitert — die Pavillons bzw. Kollektivausstellungen folgender Staaten anznfreffen sein: Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Litauen, Oesterreich, Polen, Rumänien, Schweiz und Tschechoslowakei. Daneben werden zahlreiche andere Länder Einzelaussteller in die beiden allgemeinen Auslandshallen entsenden. Insgesamt werden an der kommenden Messe mindestens 40 fremde Staaten beteiligt sein. Traditionell wird sich auch mit der diesjährigen Messe ein künstlerisches Festprogramm und eine Reihe ״N a t i o n a I e r T a g c“ zu Ehren verschiedener Ausstellungs-!ander verbinden. Für das Festprogramm sind insbesondere zwei Serien von Massen-Bühnenaufführungen im Amphitheater unter der Regie des Habiinah-Regisseurs Zwi Friedland in Aussicht genommen, ״Vision eines Volkes“ und ״Tozereth Haaretz“. Unter den nationalen Tagen treffen wir den ״British Empire Day“, sowie u. a. die Nationalfeiertage Polens, Griechenlands und der Schweiz an. Betrachtungen über den Effekt der kommenden Messe dürfen in erster Linie an das Ergebnis der vorigen Messe anknüpfen. Sie war, nach offizieller Angabe, von 600 000 Personen besucht, unter denen sich etwa 40000 Einkäufer aus den Nachbarländern befanden, und führte zu direkten Messe- Umsätzen im Betrage von mehr als 500 000 Pfund, wozu noch die Nachbestellungen und die späteren Abschlüsse auf Grund von Messeanbahnungen in mehrfacher Summe hinzutraten. Inzwischen ist seit Frühjahr 1934 die Kaufkraft Palästinas sowohlfür Inlandserzeugnisse als auch für Importwaren beträchtlich gestiegen, wie die Zunahme der paiästinensischen Industrieproduktion von 644 Millionen Pfund in 1934 auf 74י in 1935 und die der palästinensischen Wareneinfuhr von 15,1 Millionen Pfund in 1934 auf 17,7 in 1935 zeigt. Da auch in Aegypten und im Irak die Wirtschaftstätigkeit in den beiden letzten Jahren sich erheblich ausgedehnt und bekräftigt hat, und da auch in Syrien-Libanon jetzt eine politische Befriedung und somit eine leichtere Lösung der dortigen Wirtschaftsprobleme erwartet wird, kann auch mit dem Zuspruch von Interessenten aus den Nachbarländern in vermehrtem Umfange gerechnet werden.