Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 41 (1936)
- Issue
- Heft 30-31 (17.4.1936)
- Date
- 1936-04-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30/31. 17. IV. 1936 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 5 ״Sara L“ Besuch auf dem ersten jüdischen Schulschiff - Die jüdische Marineschule in Civitavecchia bei Horn Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, 6. April Seit Jahresfrist existiert in dem Hafenstädtchen Civita- Vecchia bei Rom eine jüdische Marineschule, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen bemerkenswerten Aufschwung genommen hat. Sie steht unter der Leitung italienischer Marineoffiziere und bildet eine Sektion der dort seit langem bestehenden, gut renommierten italienischen Atarineschuie. Sie verfügt jedoch über ein eigenes Heim und ein eigenes Schulschiff, einen stattlichen Viermaster, den Ephraim Kirsch ner (Paris), ein ehemaliger Pelzgroßhändler aus Leipzig, gestiftet hat. Dieses Schulschiff, das die jüdischen Farben führt, liegt gegenwärtig im Hafen von Civitavecchia vor Anker und rüstet sich für seine zweite Kreuzerfahrt im Mittelmeer, die Anfang Juni über Spanien und Nordafrika nach Palästina gehen soll. Dieser Tage vereinigte sich eine große Anzahl von in Rom ansässigen Glaubensgenossen zu einem Ausflug nach Civitavecchia, um die dortige Marineschule und das jüdische Schulschiff zu besichtigen. Unter ihnen befand sich auch der Oberrabbiner von Rom, Prof. Sciaky (Florenz), ferner der bedeutende Tuberkuloseforsch.er und Leiter des staatlichen Sanatoriums Cesare Battisti, Prof. Mendes, sowie andere hervorragende Mitglieder der jüdischen Gemeinde Roms. In Civitavecchia war alles aufs beste vorbereitet und es war ein ebenso seltenes wie eindrucksvolles Schauspiel, als die Teilnehmer den durch die mittelalterlichen Festungsbauten Michelangelos und Sangallos berühmten Hafen besichtigten und dort an der Außenmole das stattliche Schulschiff liegen sahen, das seit mehr als zweitausend Jahren wohl das erste größere Schiff darstellt, das eine rein jüdische Besatzung hat. An Bord des Schulschiffs wurden wir durch den Kapitän F u s c o empfangen. Kurz darauf nahm die aus 50 Mann bestehende Besatzung Aufstellung, und der ebenfalls unter den Gästen weilende Hafenkommandant von Civitavecchia schritt mit dem Oberrabbiner an der Seite die Front ab. Daraut segnete der Oberrabbiner das Schiff und die Mannschaff, während der Steuermann die Thorarolle hielt. Anschließend sprach Prof. Sciaky über die Idee und die Aufgaben der ersten jüdischen Marineschule. Sie verdankt ihre Entstehung der Initiative von zionistisch-revisionistischer Seite und dient vor allem der Ausbildung jüdischer Kapitäne und Steuerleute für die im Entstehen begriffene paiiistinensische Handels- und Fischereiflotte. Die jungen jüdischen Seeleute, unter denen sich viele Akademiker befinden, kotnmen hierher nach Civitavecchia aus allen Teilen Europas, aus Deutschland, Oesterreich, Polen, Litauen, Rumänien und aus den italienischen Kolonien in Rhodos und Tripoüs. Es versteht sich, daß es ausnahmslos Zionisten sind, die sich hier in echtem Kameradschaftsgeist und verbunden nicht nur durch das Berufsinteresse, sondern durch das gemeinsame Ideal und den Glauben an die Auferstehung des jüdischen Volkes zu einem nützlichen und wahrhaft vorbildlichen Werk vereinigt haben. Es ist ein ausgezeichnetes Menschenmaterial. Und es war für alle Teilnehmer an der Besichtigung eine aufrichtige Freude zu sehen, welcher Geist und welche Disziplin diese junge jüdische Mannschaft beseelt, von der auch die italienischen Marineoifizicre mit Lob und Anerkennung sprachen. Die Zöglinge der jüdischen Marineschule tragen eigene Uniformen und Abzeichen. Die Mannschaften haben auf dem Käppi sowohl wie auf dem linken Aerniel den siebenarmigen Leuchter im Davidsstern, und zwar in lichtblauer Seide auf weißem Untergrund, während die Offiziere, die bcreits ihr staatliches Examen abgelegt haben, an der Schirmmütze einen roßen silbernen Davidsstern tragen, aut hallten die Kommandos in hebräischer Sprache über Deck, als der Hafenkommandant von Civitavecchia die Front abschritt. Anschließend wurde das Heim der jüdischen Marineschule besichtigt, das in unmittelbarer Nähe des Hafens in schönen, blitzsauberen Baracken untergcbraclit ist. Es ist hier alles denkbar einfach und bescheiden, aber doch schön und harmonisch. Man sieht Bilder von Theodor Herzl und palästinensische Landschaften an der Wand und eine große geographische Karte, auf der die erste Kreuzerfahrt des jüdischen Schulschiffes eingezeichnet ist. Die jüdische Marineschule, die heute am Beginn ihres zweiten Lehrjahres steht, ist vorläufig noch ein sehr b e - scheidenes Unternehmen und in erster Linie als Experiment zu werten. Das Erfreuliche daran ist die Initiative und der Geist, in dem das Ganze geleitet wird. Man braucht sich nur die jungen, frisch aussehenden Marine- Eleven anzuschauen und mit ihnen zu sprechen, um zu begreifen, daß hier etwas im Werden ist, das einmal eine sehr reale, praktische Bedeutung haben kann. Das in der frischen, gesunden Seeluft aufkeimende Selbstbewußtsein, das Bekenntnis zum jüdischen Volkstum und der Glaube an seine Zukunft, sie unterscheiden sich wohltuend von der vorzweifelten Enge und Mutlosigkeit des Ghettos, das heute in manchen Ländern Europas wieder aufersteht. Einweihung des jüdischen Schulschiffes ״Sara I" in Civitavecchia durch den Oberrabhiner von Rom f'oio: K»rt Ko״,;ck״, Rom i ■ ר־י־ . . ~ *v■ $ Englische Juden ehren Dr. Kahn Zu Ehren von Direktor Dr. Bernhard Kahn wurde im Wobourn House in London von dem Verband der jüdischen Wohlfahrtsorganisationcn ein Empfang gegeben, wöbe! hervorragende Führer des englischen Judentums die Verdienste Dr. Kahns würdigten. Dr. Kahn selbst gab in einem Vortrag einen Ueberblick über die Lage der Juden in Osteuropa. Er behandelte insbesondere die Lage der Juden in Polen und die dort im Gange befindliche antisemitische Agitation. Er ging auf die gegen die Juden erlassenen Gesetze, vor allem auf das Änti-Schechitagesetz ein, als dessen Folgen er die Wirtschaftliche Katastrophe von Tausenden von Juden und den Ruin vieler jüdischer Gemeinden bezeichnete. ln den meisten Städten hätten die jüdischen Gemeinden bis zu 70 °,0׳ ihrer Einnahmen aus den Schechita-Gebühren bezogen. Die Existenz von über einer Million Juden sei in Polen in Frage gestellt. Es gebe dort 200 000 unbeschäftigte jüdische Arbeiter, 25 000 sonstige Arbeitslose, über 300 000 Handwerker, die keine Existenz haben, und fast 60 000 Angehörige der freien Berufe, die über kein ständiges Einkommen verfügen. Weiterhin behandelte Dr. Kahn die Lage der Juden in Bes- Sara bien, wo eine Mißernte zu einer großen Hungersnot geführt habe, und sich eine so ernste Situation ergeben habe, daß die Regierung und das Rote Kreuz eingegriffen hätten. Die Hungersnot habe die Lage der jüdischen Bevölkerung last hoffnungslos werden lassen. Der Joint tue alles, was er könne, um den Hungernden zu helfen. Der Vorsitzende der Veranstaltung, Dr. Jocheiman, gedachte des kürzlich verstorbenen Ehrenvizepräsidenten der Zionistischen Organisation Großbritanniens, Dr. Eder, und betonte weiterhin, wie sehr die Arbeit, die Dr. Kahn im Verlaufe der letzten 35 Jahre für Ostjuden getan habe, zu schätzen sei. Der Präsident des Board of Deputies of British Jews, Neville Laski, unterstrich die Notwendigkeit einer einheitliehen Organisation für die Hiifsarbeit zugunsten der polnischen Juden. Neville Laski trat weiterhin für eine Betrachhing der Judenfrage in der Welt unter einheitlichen Gesichtspunkten ein. Er würdigte sodann die Verdienste Dr. Bernhard Kahns, der, wie er sagte, sich eine unvergängliche Stellung in der Geschichte der Juden des europäischen Kontinents erworben habe. Es sei schwierig, jemanden zu finden, der sich mit Dr. Kahn vergleichen könne. Dr. Nahum Sokoiow schloß sich den Würdigungen seiner Vorredner für Dr. Kahn an. Der Präsident der Welt- Organisation Agudas Jisroel, Jacob Rosen heim, betonte, welch großes Interesse Dr. Kahn und der Joint stets für die leschiwoth und Beth Jacob-Schulen in Osteuropa gezeigt iätten. Kunst in Rom Von unserem Berichterstatter Kr. Rom, im April Bruno Walter gab dieser Tage zwei große Konzerte am römischen Augusteum und erzielte bei Presse und Publikum einen außerordentlichen Erfolg, wie ihn seit langem kein ausländischer Dirigent in Rom erlebt hat. In dem ersten Konzert brachte er Mozarts Symphonie in re maggiore, das Bacchanal aus dem ״Tannhäuser“ und die dritte Symphonie von Beethoven zu Gehör. Im zweiten Konzert gelangte das Concerto grosso Nr. 12 von Händel, die ״Kirchenfenster“ von Respighi und die erste Symphonie von Brahms zur Aufführung. Beiden Konzerten, die vor ausverkauftem Hause vor sich gingen, wohnte die Elite des römischen Publikums, darunter Mitglieder des königlichen Hauses und zahlreiche ausländische Diplomaten, bei. Es war 15 Jahre her, daß Bruno Walter nicht mehr in Rom dirigiert hatte. Dabei ist er in Italien durchaus kein Unbekannter. Man erinnert sich seines Auftretens als Gastdirigent an der Mailänder Scala, und Mozarts ״Entführung aus dem Serail“ unter seiner Stabführung war im vergangenen Jahr einer der Höhepunkte des Florentiner Musikfestes. Wie wir erfahren, wird Max Reinhardt demnächst das Bühnenwerk Pirandellos ״Sechs Personen suchen einen Autor“ verfilmen, und zwar im Auftrag einer großen amerikanischen Fi'nigeseliscliaft Die Rolle des Autors wird in dem Fi'in von Reinhardt Pirandelio seihst spielen. Er hat auch ein eigenes Filmmnnuskript geschrieben und wird sich zu den Aufnahmen demnächst nach Amerika einschiffen. Franz Szdkely gestorben. Während eines Erholungs- Urlaubs verschied in Abbazia, 78 Jahre alt, Hofrat Franz S z c k c 1 y, Präsident der auch international bedeutenden Budapcster Innerstädter Sparkasse, einer der bekanntesten und anerkanntesten Finanzmänner Ungarns, nach dessen Anregung u. a. die Geldinstitutszentrale ins Leben gerufen wurde. Seiner Begabung verdankte es Szekelv, daß er gegen Ende des Krieges an die Spitze der Pester Israel. Gemeinde berufen wurde, die er durch fünf Jahre, während der Krisenhaftesten Zeit nach dem Umsturz leitete. Er konnte das Vermögen der Gemeinde retten, nachher unternahm er selbst eine Reise nach Amerika, um die Finanzen in Ordnung zu bringen. Szekely war einer der Begründer des Jüdischen Lanaesmuscums und bis an sein Lebensende Vorsitzender des leitenden Kuratoriums des Budapcster Rabbinerseminars. Dr. A. F. Jeden Tag Es sprach Dawld der KCnig: Ich will die Guttaten und die Liebe des Heiligen, gesegnet sei er, bezeugen, die er Israel Siunde um Stunde und Tag um Tag erweist: Tag um Tag wird der Mensdi verkauft und Jeden Tag gelöst; jeden Tag wird des Menschen Seele ihm genommen und dem Aufbewahrer überliefert; am andern Morgen wird sie ihm wiedergegeben; wie gesagt ist: ״In deine Hand befehl ich meinen Geist, erlöst hast DU mich, treuer Gott' (Psalm 31, 6). Jeden Tag geschehen ihm Wunder, gleich denen, die aus Aegypten zogen, jeden Tag erfährt er die Erlösung, wie jene, die aus Aegypten zogen, Jeden Tag nährt man ihn an den Brüsten seiner Mulier, jeden Tag wird er, wie ein Kind vor seinem Meister, seiner Taten wegen gestraft. Jeder £Ujahu rabba II. (Uebers. v. N. N. Glatter) Ein Siebziger Oskar G r 11 s c n b e r g ist am 16. April in Nizza, wo er jetzt wohnt, 70 Jahre alt geworden. Sein Name war einstmals ein leuchtendes Symbol für die russische Judenheit. Dieser 1866 in Jekaterinoslaw geborene russische Rechtsanwalt war einer der berühmtesten Yerteuiger im zaristischen Rußland. Iri feuriger, hinreißender Rede und mit großer Furchtlosigkeit vertrat er in politischen Pro- /essen die Ideen der Menschlichkeit, der Gerechtigkeit und des Fortschritts. Besonders populär wurde er unter den Juden Rußlands durch sein Eintreten für die E lirc u n d die Rechte des J u d e 11 t u in s. Grusenborg führte die Verteidigung im Pogrom-Prozeß von Kischinew (1903-1001), ferner m versehiedenen sogenannten Ritualmord- Prozessen und vor allem in dem berühmten B e i 1 i s - P ro- Au» dem Jüdischen l.enkon Z. C ß ill KiCW i 111 Jalll'C 1013. Nach dem Ausbruch der Kerenski-Revolution 1917 wurde Gruscnberg zum Senator ernannt, doch nach dem bolschewistischen Umsturz mußte dieser alte Liberale das Land verlassen. In der Emigration ist ihm der natürliche Boden seines Wirkens verlorengegangen, und so ist es in den letzten Jahren um diese große Figur des russischen Judentums still geworden. Aber die russischen Juden, heute vielfach in andere Länder zerstreut, haben ihm ihre dankbare Verehrung bewahrt. Gruscnberg hat in dem letzten Jahrzehnt auch an Palästina Interesse genommen und war bei der Gründungsversammluiig der Erweiterten Jewish Agency im Jahre 1929 als Vertreter der Juden Estlands anwesend. Eine Straße in Tel-Awiw trägt seinen Namen. Zu seinem 70. Geburtstag wenden sich ihm die Sympathien des jüdischen Volkes zu. Carl Laemmle, der Gründer und Leiter der LI ni versa! Film Compagnie, hat sich von diesem Posten zurückgezogen. Sein Rücktritt hat in der amerikanischen und intcrnationalen Filmwelt großes Aufsehen erregt. Gleichviel ob die Behauptung zutrifft oder nicht, daß auch in der Holiywooder Filmindustrie die Tendenz, den jüdischen Einfluß auszuschalten, unverkennbar sei, Laemmle war einer der letzten jüdischen Filmmagnaten in Hollywood, das vor Jahr und Tag in erster Linie von Juden wie William Fox, Lasky, Goldwyn, Meyer, Laemmle 11. a. aufgebaut worden ist. Laemrnles Rücktritt kam nicht überraschend, bereits im vorigen Jahr sprach man von Unterhandlungen, um die Jahreswende einigte sich die Standard Capital Co. mit Laemmle auf den Preis von 5 000 000 Dollar für seinen Anteil an der Universal, die Laemmle kontrolliert hat, 750 000 Dollar wurden ausgezahlt, und obwohl es dem neuen Konsortium nicht gelang, die Termine für die weiteren Zahlungen einzuhalten, ist jetzt eine Einigung erzielt worden und Laemrnles Ausscheiden endgültig vollzogen. — Laemmle ist ein wiirttemhcrgischcr Jude, er kam 1881 nach Amerika, wurde kaufmännischer Angestellter, 1896 kaufte er ein kleines Kino ״White Front“ in Chikago, im nächsten Jahr ein weiteres und mittlerweile noch mehrere in verschiedenen amerikanisehen Städten. Da er mit der Produktionsiirma, die um die Jahrhundertwende die einzige amerikanische war, in Streit geriet, gründete er selbst eine, die Independant Motion Picture Co. Während damals noch alle Filme in den Ost- Staaten, meist in und imweit von New York, gemacht wurden, ging Laemmle 1911 in den Westen und gründete in dem winzigen, unbekannten Nest Hollywood die Universal, machte auch allerlei Experimente, z. B. ״sprechende“ Filme. Er gilt als der ״Erfinder“ des Star-Systems, dessen erster Praktiker er jedenfalls ist. Er war der erste, der es wagte, am Broadway ein Kino zu eröffnen. Die Zeitungen fanden es unter ihrer Würde, Filme zu rezensieren; auch hier war Laemmle der erste, der gegen das Vorurteil Erfolg hatte. Er stand 25 Jahre an der Spitze des bedeutenden Unternehmens, das manchem bekannten Darsteller und Regisseur zum Ruhm verholten hat und auch in Europa, z. T. mit eigenen Produktionsstätten, vertreten ist. Baron Alfred von Giinzburg gestorben. Unser Pariser K-Berichterstatter schreibt uns: Der bekannte russisch-jüdisclie Philanthrop Baron Alfred von Giinzburg ist in Paris in diesen Tagen einem schweren Leiden erlegen. Im Jahre 1865 als Sohn des bekannten jüdischen Industriellen und Bankiers Baron Horacc de Giinzburg in Petersburg geboren, gehörte Baron Alfred einer der führenden Familien der russisch-jüdischen Gesellschaft an. Obwohl die Familie enge Verbindungen mit den aristokratischen russischen Kreisen besaß, hat sie ihr Judentum nie verleugnet und ist, den Roth- Schilds ähnlich, auf allen Gebieten jüdischer Philanthropie füllrend gewesen. Nach der russischen Revolution ist Baron Alfred von Günzburg nach Paris gekommen, wo er sich für mittellose Juden einsetzte. Er war Mitglied zahlreicher Ge- Seilschaften, die die Unterstützung der jüdischen Flüchtlinge aus Rußland zum Ziele hatten. In letzter Zeit hat sich Baron Günzburg in hervorragender Weise auch für die jüdischen Auswanderer aus Deutschland eingesetzt und hat, obwohl bereits damals die ersten Anzeichen seiner schweren Krankheit zu spüren waren, bis in seine letzten Lebenstage an der Erleichterung des Schicksals dieser Emigranten gearbeitet. Baron Günzburg war Mitglied des Hilfskomitees für die Refugids sowie des Verwaltungsrates der neugegründeten Darlehnskasse.